hamann unterschrift 04

Kommentar zu Band III

Brief 254a

Antwort auf 254; auch Kommentar zu 251.

XIX,5        Zuschrift: 254.

12            Chaos von Sonnenstäubchen: Reminiszenz einer Epikur-Anspielung (Aesthetica in nuce, N II,215; N IV,267,30).

17ff.         Zitat von 253, II,225,12ff.

25f.          lezten fünf <...> trübe Jahre: des Siebenjährigen Kriegs mit der Besetzung [Ost]Preußens durch russische Truppen.

XX,12        Invalide des Apolls: Hamanns selbstgewähltes Metonym, XXIII,22.

21            dorso dupli: auf der Rückseite der Kopie.

22            loser Freund: nicht ermittelt, vielleicht Däntler, II,122,4ff.

XXI,1        Hand <...> Pfluge geleget: Lk 9,62.

5              Nieren und Herzen: Ps 7,10.

14            Schulbedienung: Lehramt.

19            neu Herz <...> neuen Geist: Ps 51,12.

27ff.         Last des Greisen u. des Knabens: Anchises und Ascanius, Verg. Aen. 2, 707-725.

22            Zorn eines Achills <...> Sclavin: Briseïs, Hom. Ilias im 1.Gesang, was Hamann in ironischer Mythisierung auf sich und Anna Regina Schumacher bezieht.

27            Verwandlung <...> Lorbeerbaum: wie Daphne vor der Verfolgung durch Apoll (Ov. met. 1,452-566).

28            Cabus: Kohlkopf.

29            gemeines Kebsweib: eine Beischläferin.

29f.          Bettet ich mich: Ps 139,8.

31f.          Kattunka: Koseform für Catharina (Berens); Muse mit röthl. triefenden Augen: I,376,11f.: Martial. 8,59.

33f.          Michal, Sauls Tochter <...> verachtete: 1 Sm 18,20 u. 28; 2 Sm 6,16.

XXII,1ff.    rothes Meer <...> stille zu seyn: 2 Mo 14,13ff.

9f.           facilité <...> Sprache: Hamanns Stottern.

18            Beichtvater: J. Chr. Buchholtz.

26            Wohlstand: Anstand; Mechanismus: die Regeln des Systems der höfischen Welt.

28            Land: Preußen.

30            Geist und Wahrheit: Jh 4,23.

32f.          Beylage <...> Fürstl.[iche] Hand: die Anfrage, ob Hamann Erzieher des Hessen-Darmstädtischen Prinzen Ludwig werden wolle.

XXIII,8       Schaafe <...> zurückzukommen: spielt an auf die (auf Martial zurückgehende) Wendung Retournons à nos moutons des Richters in der Farce vom Maistre Pierre Patelin (um 1460).

10f.          Ordinarii: eines bestallten Beamten.

13f.          Schweizertreue <...>: der redliche Schweizer.

16            Invaliden: des Siebenjährigen Krieges; jezt: nach dem Frieden von Hubertusburg.

20f.          Zärtlichkeit: moralische Empfindlichkeit.

28ff.         A <...>: Arouet=Voltaire, der in der Tat diese Summe als beamteter Berater des Königs erhielt; möglicherweise meint die Chiffre auch das geläufige Schimpfwort, Grimm DW 1,504ff.

32            göttlich schönen Pflichten: Anspielung auf den von Hamann geschätzten Vers Gellerts aus Reichtum und Ehre: Auch in der Dunkelheit giebts göttlich schöne Pflichten, II,129,18; 135,13; N IV,227.

33            Kenner <...> Selig seyd ihr Armen: Mt 5,3.

35            + u.-: das Plus und Minus, siehe Brief v. Mosers vom 26.August 1763, II,228,18.

XXIV,1f.    Coccejer: Karl Joseph Maximilian Frh. von Fürst und Kupferberg, hier benannt nach dem Großkanzler Samuel v. Cocceji, mit dem er den Codex Fridericianus, eine umfassende Justizreform, durchsetzte.

14            Beichtvater: Buchholtz.

25f.          Freundin meines Gnädigen Gönners: II,229,28ff.

28            finstern Thal: Ps 23,4.

34ff.         Pour etre Original <...> Trempe: Offenbar ein eigener-oder vorgefundener Eintrag ins Bürojournal; die Ironie des ersten Satzes (Um ein Original zu sein, muß man Nebel um sich verbreiten) bezieht Hamann, auch als bedeutsamen Wink wegen des Datums, auf sich: So habe er es bereits gemacht und werde es weiterhin tun mit neuer Befeuchtung.

XXV,20      meines Alters wegen: Hamann beginnt bereits mit 33 Jahren sich alt zu fühlen.

23f.          Nicolaiten: mit Anspielung auf Off 2,6 u. 15 -der Berliner Kreis um F. Nicolai, II,226ff.

26            an ihn geschrieben: da 243 im PS. ein Wink auf v. Mosers Schrift fehlt, muß es sich um einen verlorengegangenen handeln.

27            Daniel: von F. K. v. Moser.

30            theoretische Theil: der Briefe die Neueste Litteratur betreffend.

33            Autorschaft: Sokratische Denkwürdigkeiten; gelinder als andere: Rezensenten der Litteraturbriefe.

XXVI,3       Herrn u. Dieners: von F. K. v. Moser.

4              einer meiner beßten Freunden u. Wolthäter: J. Chr. Berens.

8              Sprachenverwirrung: mit Anspielung auf die babylonische, 1 Mo 11,1-9, schildert Hamann das Zerwürfnis mit der Familie Berens, deren Pläne mit ihm und seiner Reise nach England er nun als hybrid erinnert.

Brief 255a

XXVI,34     Zuschrift: nicht überliefert.

XXVII,1      hyperboreischen <...> Aufmerksamkeit: im hohen Norden, d. h. Hamann in Königsberg; gemeint ist v. Mosers Treuherziges Schreiben eines Layenbruders im Reich an den Magum in Norden, oder doch in Europa im 258. Brief der Briefe die Neueste Litteratur betreffend.

5              kleinen Versucher: S. Trescho.

18            ältesten Freunde: Ehregott F. Lindner.

19            Cousine: Henriette Amalie Wirth; Cammer-Präsidenten: Johann Friedrich Domhardt.

20            Bruder des Bräutigams: G. I. Lindner.

23            älteste: Johann Gotthelf; Hirtenbriefe des [Magus?], Fünf Hirtenbriefe das Schuldrama betreffend.

31f.          Welt, die betrogen <...>: mundus vult decipi.

35f.          levitische <...> Ziklag: 5 Mo 18,1 u. 1 Sm 30,14.

37            Encyclopädisten: die Berufung d' Alemberts zum Präsidenten der Berliner Akademie.

XXVIII,1ff.  Bilefeld: Johann Jakob Bielfeld war Oberaufseher aller preußischen Universitäten; v. Moser hatte ihn im Treuherzigen Schreiben mit folgender Geschichte erwähnt, auf die sich Hamanns neugierige Frage nach dem Fehler bezieht: Als einer meiner Freunde in S <...> war und sich nach dem innern Bau eines Protz-Karrens erkundigte, bekam er die erschrockene Antwort: Wie? will mich der Herr unglücklich machen? Sie heissen mich einen Pädagogen grosser Herrn: wie? wollen Sie mich unglücklich machen? Sagen Sie Ihre Lehren und was zur Staats-Kunst gehört, dem Herrn von Bielfeld, dem Königlichen Pädagogen, dieser möchte noch eher in dem an mir gerügten dreyfachen Fehler und einem noch grössern stecken, den sie nicht einmal nennen. Ich habe keine Güter um mich zu flüchten, wann mich der Hof nicht mehr sehen mag; lassen Sie mich bey meiner Fibel.

8              Leipziger Beylage: wohl v. Mosers Der Hof in Fabeln.

11            Daniel [in der Löwengrube].

13f.          biblischen Stüken <...>: er besitzt weder den Messias noch den Tod Abels.

25            jener Freund: J. Chr. Berens.

36ff.         Fragment meines Glaubensbekenntnißes: möglicherweise die Beylage zu Dangeuil; mit der Nennung von 2.Freunden könnten aber auch die Sokratischen Denkwürdigkeiten und ihre doppelte Zuschrift an Niemand und an Zween, Berens und Kant, gemeint sein.

XXIX, 9      Unschiklichkeit: Ungeschicktheit.

13            Descartes Thiersystem: daß Tiere reine Materie, bloße Maschinen sind, das Denken allein dem Menschen vorbehalten sei; l' homme machine: von La Mettrie.

15            Aßaph: Ps 73.

21            gekrönte Hirt: David.

30            Kains <...> Nimrods: Brudermörder der eine, ein gewaltiger Jäger der andere.

XXX,4f.     verhaßte welsche Practik <...>: z.B. das französische Steuersystem, das Friedrich II. dann, 1766 mit der Einführung der Regie, übernehmen wird.

8f.           Heiligung einer Mördergrube im Bethaus: u.a. Mt 21,13.

14            meinem Verleger: Kanter.

25            Monats-oder Wochenschrift: die Königsbergschen Gelehrte und politische Zeitungen.

29            uns zuwürfen: womit Hamannauf seine redaktionelle Beteiligung am Zeitungsplan anspielt.

Brief 272a

Echo einer eher tragikomischen Wendung im sich anbahnenden Freundschaftsverhältnis. v. Moser hatte Hamann offenbar zum Besuch nach Frankfurt eingeladen. H. traf ihn aber nicht zu Hause an; v. Moser war in diplomatischen Geschäften in die Niederlande gereist. Siehe den Bericht II,269.

XXXI,8-11  Ich wandre meine Straße: die 6. Strophe des Liedes von Paul Gerhardt Ich bin ein Gast auf Erden.

15            Rohrdommel: Ps 102,7.

17f.          Garbischen Buchladen <...> Verleger: Johann Christian Gebhard führte den Garbeschen Buchladen und Verlag in Frankfurt.

22            sein Schiksal: Pfeffel war blind.

XXXII,3      Ziel meiner Reise verfehlt: nämlich v. Moser zu treffen.

15-20        Es kommt der Tag <...> einig Du!: mögliche Mischung von J. Heermann, Geliebte Freund, was thut ihr so verzagen, Str.8 und S. Dach, Schöner Himmelssaal, Str.4.

22f.          aller Väter Schaar: aus dem Kirchenlied Heinrich Helds Gott sei Dank durch alle Welt; an deren Fuß <...> gutem Rath: aus Strophe 4 des Kirchenlieds von Paul Gerhardt Ich bin ein Gast auf Erden.

Im Folgenden erstaunt die geringe Zahl der überlieferten Briefe: 3 aus dem Jahre 1770, 2 aus 1771; erst 1773 steigt ihre Zahl.

Brief 370

1,13         antiquarischen Briefe: von Lessing.

19            deutsche Phädon: Moses Mendelssohn

20            seinem Briefe an Lavater: Z. 26 und Biga 119/301; wie Pilatus Weib: Mt 27,19.

22            Lavaters Zueignung: seiner Bonnet-Übersetzung an Mendelssohn.

23            der französische: Palingénésie philosophique <...>.

24            Phaeton: nach Hederich Sohn des Cephalus und der Aurora (Hes. theog.) oder des Sol und der Clymene (Ov. met. 1,750 und 2,1.), der, um seine Abkunft von Sol oder Apoll zu klären, für einen Tag den Sonnenwagen lenken wollte, die Sonnenpferde aber nicht zügeln konnte und abstürzte, was Himmel und Erde in Brand setzte.

25            Tramontane: hier wohl weniger der italienische Name des Nordwindes als der des Nord- oder Polarsterns.

2,6           Torsisten: Herder, seines Essay Über Thomas Abbts Schriften. Der Torso von einem Denkmal wegen; Hamanns Anzeige in den Königsbergschen Zeitungen, N IV,316-317; seit s[eine]r Einschiffung nicht eine Zeile: XI,5ff. Daß Herder bald an Hamann schreiben wolle, teilt jener Hartknoch im Oktober 1769 mit (HBGA1, Nr. 72), ebenso im Brief aus Straßburg, Sept. 1770, an Merck (HBGA 1, Nr. 96, S.227).

8              einige äußerl.[iche] Ähnlichkeiten: als Freimaurer.

Brief 371

Von Dr. Motherby überbracht.

2,28f.       bloßer natürlicher Autor: nicht ehelicher Urheber (Erzeuger), im Gegensatz zu den bürgerl.[ichen] Vätern.

29            per fas et nefas: mit erlaubten und nicht erlaubten Mitteln.

30            umbilico terrae: Berlin als Nabel der Welt.

35            Baron von Fürst Exc.[ellenz]: XXIV,1f.

3,3           Beyl.[agen].

10            Das andere Werk: The history of Ireland.

14            Prof. Kant Disp.[utatio]: im März 1770 war ihm durch Cabinetsordre die ordentliche Professur der Logik und Metaphysik übertragen worden; die Dissertation De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis wurde nach ihrer öffentlichen Verteidigung bei Kanter gedruckt.

16            Respondenten: Marcus Herz. Seine Schrift, Betrachtungen aus der speculativen Weltweisheit, 1771 ebenfalls bei Kanter erschienen, war eher eine deutsche Bearbeitung von Kants Dissertation, der sie, eher distanziert, eine Copey nannte.

17            letzten Brief: 360.

18            Marquis <...> über Hume: aus L. Sterne, Yoriks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien, Kap. XIX: Ein vorlauter französischer Marquis fragte an der Tafel unseres Gesandten Herrn Hume- ob er der Dichter Hume wäre? >Nein<, sagte Hume ganz gelassen.- >Tant pis<- versetzte der Marquis. >Es ist der Geschichtsschreiber Hume<- sagte ein Andrer. >Tant mieux<- sagte der Marquis.

20            Leßing <...> Wörterbuch: die Quelle des Gerüchts ist nicht ermittelt, aber einschlägige Wörterlisten fanden sich im Nachlaß, Lachmann XI,617ff.

29            nebst 5 Bogen Beyl.: Zeile 3.

32            Vielleicht zu ergänzen: Künftig Aufseher unserer Schloßbibliothek.

33f.          keinen Antheil: im russisch-türkischen Krieg leitete die Schlacht von Tschesme die Niederlage der Türkei ein.

34            Beiste Stakkar: Quelle ist Leemius: id est: misella bestia.

Brief 372

Der Überbringer war ebenfalls Motherby, 14,12f. und 5,19.

4,3           Vorschuß: II,268,22ff.; III,219,27ff.

7              Buhlschaft: Hamann hatte zu Mendelssohns Verheiratung einen Gratulationsbrief geschickt.

8f.           Freunde und Verleger geschrieben: F. Nicolai, 12,17ff.

11            würdigen Mann: Motherby.

35            kleines Häuschen: am alten Graben 758.

5,5f.         China: Chinarinde, treibt aus dem Körper alle durch Schweiß und Harn verursachte böse Feuchtigkeit der Glieder; sie galt als Mittel gegen Fisteln, Podagra, Obstipation.

9              eckel: unangenehm, lästig.

16f.          wie einer, der im Herbst nachlieset <...> Kelter gefüllt: Sir 33,16f., zum Pasticcio ergänzt mit dem Zitat der ersten Hälfte des Verses 17 in der Septuaginta (εν ευλογιᾳ Κυριου εφϑασα, και κατεκληρονομησα αυτους καϑως απ' αρχης: mit dem Segen des Herrn bin ich gekommen], und kombiniert mit Sir 36,13 [versammle alle Stämme Jakob und laß sie dein Erbe sein wie vom Anfang], wobei wohl doch der Gebetsimperativ κατακληρονομησον der Septuaginta beizubehalten ist. [Ein postumer Dank für diese Erläuterung gilt Ernst Zinn].

19            Freund: Motherby.

Brief 373

6,3           Ueberbringer: Kanter.

6              elende Hütte: 14,35.

10            kleine Uebersetzung: N IV,441.

12            Rücken meiner Mutter: der seltsame Vergleich meint vielleicht, wie man dem Tod eines geliebten Menschen nachblicke.

14            Gumperts: Ludwig Gompertz.

17            wahrer Parasit: in der Hoffnung auf Büchergeschenke.

24            nach Garat <...>: lies wohl Garet [Jean G., frz. Benediktiner].

26            Preisschrift: Abhandlung über den Ursprung der Sprache <...>.

Brief 374

Wohl auf den Oktober 1771 zu datieren.

6,33         gemeinschaftlicher Freund: Kanter, 17,7 Lotterie Director.

7,1           geringste Wörtchen von meinen Angelegenheiten: während Kanters Aufenthalt in Berlin hatte Eberhard, damals junger Pfarrer, gehört, daß Hamann in gedrückter Lage lebe und eine gewisse Hoffnung bestehe, ihm die freigewordene Licentratstelle Heusingers zu verschaffen.

11            Diogenes: nach Diog. Laert. 1,6, c.2.

16            Heraclitus: sein Ausspruch (in späterer latinisierter Form): Introite, nam et hic dii sunt, ist überliefert in Aristot. gen. an. 1,5.

Brief 375

Herder hatte im Mai 1772 auf die von Hartknoch übersandte Hamannsche Rezension seiner Preisschrift und die Ankündigung, dieser habe noch Bittereres in petto, empfindlich reagiert, HBGH 2, Nr.80. Hartknoch gab Hamann davon sogleich einen vorsichtigen Lagebericht.

17,33        nach einer langen Frist: seit Mai 1769; 360 und 369.

34            Cur-und Liefl.[ändischen] Freunden: darunter Hartknoch.

18,4f.       beyliegenden Blättern <…> Recensenten abgefertigt werden: Abfertigung der im 26.St. enthaltenen Recension, Beylage zum 37.St. durch Aristobulos, seine Rezension der anonymen Rezension Tiedemanns von Herders Preisschrift und die Beylage. N III,13ff. und 416ff. Eine Zusammenfassung der drei Teile erschien o.V. und o.O. 1772 (unter der Fiktion des englischen Verlags Dodsley und Compagnie) in Kanters Königsberger Verlag.

6              Freyheit <...> : Paraphrase von Hor. ars 11.

Brief 376

8,29         Minister: Fürst und Kupferberg, XXIV,1f.

Brief 377

Antwort auf 375; geschrieben in Bückeburg, vom 1.-25.August 1772 (14,25).

10,20f.     Zeitungsstücke samt Zugabe und Gaukelspiel: Zwo Recensionen, Beylage, N III,7-24 und Selbstgespräch eines Autors, N III,67-79.

21            Ritter St. Rosenkreuz: offenbar früher als die Abfertigung verfaßt.

26            aus dem blinden und goldenen Alter Saturns: blind, weil er sich täuschen ließ und einen Stein statt seines neugeborenen Sohnes Iupiter verschlang, golden, weil unter seiner Herrschaft, gemeinsam mit Ianus, das Goldene Zeitalter währte, Hes. erg. 106-201 und Ov. met. 1,89-150.

27            u.-----: gemeint ist eine Aposiopese.

31            περιστασεις: Umstände; nicht mystisch gewürkt: N III,21,33f.

34ff          (der Kabbalist und Göttersprecher <…>): Autor der Aesthetica in nuce.

11,1         Dreyfuß, den Wind anwehet: N III,32, u. N II,203,10f. nach Jh 3,8; σημαινειν: anzeigen.

2              Die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften hatte 1769 die Preisfrage für 1770 gestellt: En supposant les hommes abandonnés à leurs facultés naturelles, sont-ils en état d'inventer le langage? Et par quels moyens parviendront-ils d'eux mêmes à cette invention? Das hatte bereits in Nantes Herders Interesse geweckt, siehe seinen Brief an Hartknoch von Ende Oktober 1769 (HBGA 1, Nr. 72). Zum ganzen Komplex Elfriede Büchsel in HHE 4 (1963).

4              Rätzel: N III,22,26ff.

5f.           sondern als---zu Strasburg geschrieben: als Privatmann, Patient, Hofmeister?

6              Prinzen von Holst.[ein]: Peter Wilhelm von Holstein-Gottorp (Oldenburg).

8              Formei: Formey.

9              Schrift eines Witztölpels: zitiert Hamanns Ritter von Rosenkreuz, N III,33,3f.

10            Königreich Yvetot: historisch bis 1681 ein souveränes Fürstentum mit einem kleinen Landgebiet; in einem volkläufigen Lied Bérangers (1813) (Il était un roi d'Yvetot/ Peu connu dans l'histoire/ se levant tard, se couchant tôt/ dormant bien sans gloire/ et couronné par Jeanneton/ de simple bonnet de cotton, Dit on <...>) liege (so E. Büchsel, HHE 4,201) zugrunde die alte Vorstellung von jener märchenhaft-schläfrigen Herrschaft.

13            Leibniz-Aesthetische Hülle: als Stilvorbild.

15            raten wollte: nach der Etymologie von Hamanns Pseudonym Aristobulus, N III,24,22.

16            Orakel: bezieht sich auf Hamanns Rezension: um dabey seine Zweifel und Orakul über den Inhalt und die Richtung der akademischen Frage und ihrer Entscheidung aufzuwärmen, N III,19,26ff; als aus der Wüste: Hamann selbst u.a. N III,35715f. und 358,10.

17f.          ehe Musen waren: Verg. georg. II,475.

18            Nik.: F. Nicolai im Brief vom 24.Juni 1772 (O. Hoffmann, 75f.).

19            Ros.[en]Kr[euz].: N III,25ff.

20            Spr.[ache] für Menschl[ich].

24            erste Urkunde: Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts.

27            Namenlos: die Urkunde erschien anonym; die Preisschrift, 1772 bei Voß in Berlin, war die erste Schrift, die Herders Namen auf dem Titelblatt trug.

29            ferneren res gestas per H.[amannum]: fernere Taten Gottes durch Hamann.

30            cantilenam de ancilla <...>: Lied von der Magd und Ochs' und Esel und der Mutter im Schooß; in der Beylage beweist Aristobulus persiflierend den tierischen Ursprung der Sprache: allen bis auf den heutigen Tag gedruckten Systemen zufolge, behaupten die Thiere das fürstliche und priesterliche Vorrecht der Erstgeburt; dann folgt ein Hinweis auf die Anbetung der Tiere bei den weisen Ägyptern. Menschliche Fertigkeiten sind also aus dem tierischen Instinkt abzuleiten, der Glanz der Wissenschaften entstammt dem lumen naturale, das Aristobulus als ursprünglich thierisch charakterisiert; siehe Herders erste Reaktion im Brief an Nicolai vom 2.Juli 1772 (HBGA 2, Nr. 88, S.188). Außerdem teilt Aristobulus mit, daß sein angeblicher Philolog, unter Frohnvögten längstens in ein erzapulejisches Lastthier verwandelt sei, indem er sich auf die Metamorphosen des Apuleius bezieht, in denen der in einen Esel verwandelte Lucius seine Abenteuer erzählt. Im folgenden Abschnitt der Abfertigung erscheint Hamann selbst als armer Hausvater, über die Wiege meiner kleinen Magd [gemeint ist das zweite Kind, die Tochter Lisette Reinette] gesprochen.

32            W. gegoldschaumten Spiegel <…> der wahrl.[ich]: Anspielung auf Chr.M. Wielands Der goldene Spiegel, oder die Könige von Scheschian <...>.

33f.          die Antiphonie <…> hypothetice concludunt): der Gegengesang, daß nämlich Herder auch unter sonst gleichen Bedingungen wie Hamann heiraten will, hypothetisch zum Schluß kommen, also auch in ihren Gedanken übereinstimmen, wie auch Claudius, 12,7ff.

12,1         Freund Unzer: Johann August U., Erste Gründe einer Physiologie <...>.

6              Sokr.[ates].

7              Claudius: erste Erwähnung Hamann gegenüber.

9              gleich wie Sie: der für die Königsbergschen <…> Zeitungen schreibt.

11            Schrittschuhlaufen: Grimm DW 15,1759: Schlittschuh laufen.

14            Wansbeck. Zeit.[ung]: der Wandsbecker Bothe, dessen Herausgeber Claudius von 1771 bis 1775 war.

15            Jener Mathem.[atiker]: Archimedes?

16            mein Mädchen: Karoline Flachsland.

18            Syrte: Meerbusen.

23            Parze mit Horn und Klaue: Atropos, hier mit Teufels-Attributen.

24            aus Pr.[eußen].

24f.          Lindners Aesth.[etik]: J.G. Lindner, Inbegriff der Aesthetik <...>.

25            Kons.[istorial] R.[at] Arnold: D.H. Arnoldt, Kurz gefaßte Kirchengeschichte <…>.

30            Eine 3/4 Zeile unleserlich gestrichen.

37            Tenne oder Kelter: 2 Kö 6,27.

13,2         fast 3.Jahr trage: die Beschäftigung mit diesem Thema hatte 1768/9 zur Niederschrift des Manuskripts Über die ersten Urkunden des menschlichen Geschlechts und in den folgenden Jahren neben vielen Notizen zu mehreren Entwürfen unterschiedlichen Umfangs geführt.

7              Gurt: Gürtel als Zeichen der Amtsgewalt, Jes 22,21.

9f.           manche Dinge <...> Merkwürdigkeiten: die Herder z. T. rezensierte.

11f.          Perron d'Anquetil: Anquetil Duperron.

13            Gauren-Liturgien: von Giaur, persisch-türkische Bezeichnung der Nichtmohammedaner im Islam; Schuking der Sineser: von J. de Guignes, Le Chou-King <...>, den sich Herder von Ch.G. Heyne erbeten hatte (HBGA 2, Nr. 85, S.183).

16            George: Antonio Agostino Giorgi.

17            ein 4 tant: Quartant.

18            Percy: Herder schreibt Piercy.

19f.          Karl M.[agnus].

21            Reliques: von Percy.

23            in penu: im Vorrat.

25            Fr.[reund]: Boie.

26            Essai on Song-writing: von John Aikin.

31            Bursche: fellow.

32            versproch.[en].

33f.          neuern Arbeiten von Ferguson, Millar etc. <...> Beattie: Herders Rezension in den Frankfurter gelehrten Anzeigen von Millars in Leipzig 1772 übersetzt erschienenen Bemerkungen über den Unterschied der Stände in der bürgerlichen Gesellschaft; dort heißt es, bedeutsam für seine geschichtsmorphologischen Pläne: Ferguson, Robertson, Gerard, Home, Beattie, und hier Millar, sind <...> Leute, die den meistens matten und einzigen Search sehr überstimmen, und durch das Feld, das sich Alle gleichsam zusammenstimmend erwählet haben, wird ihre Philosophie noch schätzbarer -meistens nehmlich Philosophie der Gestalten und Veränderungen des menschlichen Geschlechts nach Maasgabe der Geschichte und Erfahrungen-ein großes, großes Feld! (SWS V,452); Beattie <...> der gröste: seine Rezension von James Beatties Versuch über die Natur und Unveränderlichkeit der Wahrheit <...>: von 1772 (SWS V, 456ff.)

35            in einem ganzen Buch wenger [sic]: eben jenem Essay on the nature and immutability of truth.

36            Sie auf der Einen Seite: von Hamanns Sokratischen Denkwürdigkeiten.

14,1         genannten Buch: Aelteste Urkunde.

2              andere Arbeit: wohl Auch eine Philosophie <...>.

5              beiden nördlichen Freunde: wohl Hartknoch und G. Berens.

19            Kant.[erschen] Zeit.[ungen].

20            die Stücke: N IV,259ff.

22            muß ins Armendirector.[ium]: 29,36.

24            Fischer: Carl Gottlob F.; so p.[erge].

29            Trübsal Geduld <...> Erfahrung: Rö 5,3.

34            größern Riesenwerk: Paradise lost.

35            Interkalarjahr: Schaltjahr, I,155,34.

15,1         übermorgen der Ihrige: Geburtstag.

4              segnen, statt zu fluchen: Mt 5,44; Rö 12,14.

5              vom T.[eufel], wie Fleischeslust <…>: gehören zu den 7 Todsünden.

9              wie Fenelon: zurückgezogen von der Welt.

18            einzige Haus, in dem ich speisen kann: bei Westfeld.

19            sic prandium, sic coena: wie das Frühstück, so das ganze Essen.

20            kein Schmidt <...> Shandys Thür: Laurence Sternes The life and opinions <...>, 3.Buch, Kap.22 (bzw. Chapter LXVI): I wish the smith would give a peep at that confounded hinge.

24            Heerde, Bett und Wiege: N III,19,24ff.; 23,31 und 24,2.

Brief 378

Als Einlage in Brief 379 an J. A. Eberhard gesandt, 119,8ff. Herder erhielt sie durch Nicolais Vermittlung erst viel später, Ende November 1772, 128,5f. Zur Entstehungs-und mißglückten Druckgeschichte der Philologischen Einfälle und Zweifel Nadler: Hamannausgabe; sodann N III, 423ff. und vor allem E. Büchsel, HHE 4,205ff. Die Anschrift lautete: Meinem Freund Herder/ dem pythischen Sieger/ zu erfragen/ in Deutschland/ citissime.

15,27        Ihren Brief: 377.

27f.          nicht Zeit <...> recht zu lesen: Hamann fingiert wohl die Fertigstellung der Philologischen Einfälle vor dem Empfang des Briefes am 5. Oktober.

30            letzte Arbeit: Philologische Einfälle und Zweifel, N III,35-53; 55-60 die damit kombinierte und zugleich zum Druck bestimmte Schrift AV SALOMON DE PRUSSE.

31            zur Preße komt, wohin sie gegangen: auf dem Entwurf des Titelblatts stand: Hier kommt der Drucker der allg. Bibliothek; denn Hamann verfolgte die Strategie, deren Herausgeber Nicolai als Verleger zu gewinnen, was mißlang. In der ersten (als Entwurf) bezeugten Fassung heißt es gedruckt in der Unterwelt mit D. Faustens eigener Hand und unter seinem Mantel.

16,22f.     Eberhard <...> ersuchen muß: Hamann nutzt die Zustellung des Briefes durch Eberhard taktisch, um seine Freundschaft mit Herder vor den Berlinern zu bezeugen, 28,25ff. und 32,8ff.

30ff.         Alles <...> hatte meine Seele antecipiert: Erklärung seiner Strategie, 16,22f. und 115,27f.

33            Menschenfischerey: Mt 4,19; Mk 1,17; Hamanns Selbstverständnis der Autorschaft als Glaubender, an den das Wort ergangen ist, gegen den subjektiv-empfindsamen Sturm-und-Drang-Stil Herders, 135,8ff.

34            All Fehd: Schlußvers der  Strophe 1 des Liedes von Nikolaus Decius Allein Gott in der Höh sei Ehr.

17,1         nachzuhuren: vor allem Descartes, Leibniz und Locke, 11,13.

2              St. Paulus: 2 Ko 2,2 und 7,9.

5              keine Zeitungen mehr: vorübergehend!

7              Beyträge zur allgemeinen Bibliothek: Rezensionen u. a. zu Dusch, Creuz, Webb, Denis, Kretschmann, Lessing, Lindner, Sulzer, Klopstock (SWS V,271-403).

11            meine res gestas, wie Sie scherzen: 11,29.

12            Cervantes Meisterstück in fonte: in der Originalausgabe: El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha, Biga 164/560.

13            Androgyne: von J. Le Duchat, der 1711 die Werke Rabelais' herausgab.

15            Reliquien: 13,21f.

17            Kreytzen: Ludwig Konstantin v. Creytz.

18            Meine Kreuzzüge gegen den pythischen Sieger: die Philologischen Einfälle und Zweifel, 17,31 und 18,14.

19ff.         Brodt und Wein <...> Exegi: aus dem Schlußsatz der Philologischen Einfälle und Zweifel, Klg 2,12 u. Hor. carm. III,30,1, N III,52f.

18,2f.       wie Simson <...>: Ri 16,28ff.; arithmetique politique: N III, 275ff., die beklagte Situation in Preußen nach dem Siebenjährigen Krieg, indirekte Steuern, französische Beamte, die sich selbst bereichern, die verarmte Bevölkerung etc.

6f.           Sohn n.[atus] <…> Tochter n.[ata].

7f.           wie der Apostel Paulus <...>: Phl 4,1.

Brief 379

18,18        einen Brief von Herdern: 377.

23            Unbesonnenheit: unterstrichen, da ein kleiner Stich gegen Herder, der ja die Besonnenheit zum Movens des menschlichen Sprachvermögens erklärt hatte.

27            im Norden oder in gantz Europa: 16,19f.

28            Fingern auf ihn zeigt: Pers. 1,28.

29            Preis: der Berliner Akademie.

30ff.         Vater <...> Hierophant: Hamann reklamiert hier, halbironisch, die sprachphilosophische Priorität.

34f.          Hofprediger des Salomons in Norden: Spalding, auf dessen Erörterung Über die Nutzbarkeit des Predigtamtes und deren Beförderung Hamann anspielt.

19,1         Gemeine zu Laodicea: Off 3,14.

1f.           wie der Prophet Elias: 1 Kö 18, das Gottesurteil auf dem Karmel.

17            Θεοδοξος: Gottesgelahrter.

19            Magnier Sie nennt: nicht ermittelt; Apologist: fortan metonymische Nennung Eberhards seiner Schrift Neue Apologie des Sokrates wegen.

19f.          aumonier: Almosenverwalter, Feldprediger; Samariter: Lk 10,33.

21            kleinen Beytrag <...> Hogarthschen Spinnenweben: seine Beylage zun Denkwürdigkeiten des seligen Sokrates, N III,437; Hogarts Stichen iroisch anspielend, z.B. strolling actresses in a barn oder die Bettlerdarstellung mit einer von Spinnweben überzogenen Sammelbüchse als Bild der Vernachlässigung, siehe auch W.Kingley/W.Spence (Hgg), Einleitung in die Entomologie: oder Elemente der Naturgeschichte der Insecten. Stuttgart [Cotta] 1823, S.448.

24f.          jener Homer im Galatonschen Gemälde: dem Maler Galaton wurde die Karikatur eines speienden Homer zugeschrieben, von dem andere Dichter sich nähren: Leser und Kunstrichter, N II,344 und Roth VIII,1,149.

31            Simon Magus oder Simon der blinde Prediger: Apg 8,9-24.

32            apokryphischen Briefe: die nicht geoffenbarten, also unechten Briefe die Neueste Litteratur betreffend.

33            Aposteln des guten Geschmacks: etwa Abbt, Lessing, Mendelssohn.

34            höllische Salomo Mathanasius: gemeint ist J. S. Semler aus Halle (mit Hamannschem Wortwitz=höllisch) und seine Abhandlung von der freien Untersuchung des Kanons; der Name Mathanasius nach der satirischen Schrift des Hyazinthe Cordonnier, der die zeitgenössische Pedanterie verhöhnt. Biblische Quellen zum Baalspriester Mathan: 2 Kö 11,18; 2 Ch 23,27.

35            allgemeiner Bibliothekar: Nicolai als Herausgeber der Allgemeinen deutschen Bibliothek.

20,1         Zachäus siebenfach: das Pseudonym der CHRISTIANI ZACCHAEI TELONARCHAE ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ <...> in zweyen Antwortschreiben, wird seine Antwort gemäß den sieben Tagen der Schöpfungswoche geben, im Anschluß an Herders Hermesfigur, die sieben Punkte verbindet.

3f.           Ianitor aulae: Türhüter [des Himmels], eben St. Peter.

4              mit 2 Schlüßeln: Mt 16,19; lahmen Hand zum Schreiben: ironisiert Nicolais spärliche Korrespondenz mit ihm, wie auch dessen wenig inspirierte Autorschaft.

5              invalide Flügelmann Belisar: der Held des damals bekannten und umstrittenen Romans von Marmontel, ein Mann, der, unschuldig geblendet, neben Freund und Feind immerfort seine überragende Tugend beweisen darf.

7f.           halbe Mond glänzendes Haupt <...> verdeckt wie Agamemnons: 2 Mo 34,29f., und die Anspielung, daß A. im übergezogenen Hemd, bei dem Kopf und Ärmel zugenäht waren, ermordet wurde.

8f.           daß: lies das der Maler; der elliptische Satz spielt an auf das Wandbild mit der Opferung der Iphigenie in Pompeji, das den verhüllten Agamemnon zeigt, möglicherweise nach dem in Plin. nat. XXXV,35,73 angeführten Gemälde des Timanthes.

9              Wucherer wie dein Bruder: Marcus Herz, 17,26.

9f.           die Algebristen der Realität: Philologische Einfälle und Zweifel: <...> in einem moralischen Jahrhundert, das mit gespitzten Ohren auf die Algebra der Realitäten horcht, zu der die Synagoge bereits ihr Imprimatur gegeben, N III, 51,10f., was wohl auf den Satz Algarottis anspielt: Toutes les actions de la vie se reduissent à autant de problemes de Maximis et Minimis. Das dient, indem die Moral mathematisiert wird, zur Anklage der Gottlosigkeit.

10            du mit deinem Freunde: eine sehr private Anspielung Hamanns auf seine Rückzahlung von Mendelssohns Vorschuß auf die Heimreise des aus Frankfurt Zurückkehrenden von Berlin nach Königsberg -samt dem Aufgeld, Agio, differenter Münzsorten.

11            durchlöcherten Faß: nach martin seils, HHE 5,340 eine Anspielung auf die Redewendung: dem Walfisch eine (leere) Tonne vorwerfen, damit er das Schiff in Ruhe läßt; so verfahre Mendelssohn mit der Literatur; Schürze von Feigenblättern, N III,210,27

12            Wallfisch: Ps 104,26; auch Mendelssohn verfalle mit seinen Schriften dieser modischen Algebra.

14f.          Soyons amis, mon R.[everendus] P.[ater] <...> Pluton: Seien wir Freunde, verehrter Vater, lassen Sie uns diesen kleinen Globus teilen, und mich dabei den Pluto spielen.

16            mit einem gallischen Schwert: Molière-Zitat (Soyons amis) als martialische Geste (Alexanders), friedlich abgelöst durch die bourbonische Lilie und moduliert (Zeile 20) in die Lilie von Mt 6,26.

21            nicht arbeiten und spinnen: Mt 6,28

22            arithmetique politique: 18,3.

25            Pforten von Gosa: wohl das Land Gosen, nach 2 Mo 8,18 von den Plagen verschont geblieben.

29            evangelische Supplicant: nach Lk 19,8 Zachäus, also Hamann selbst.

33f.          kaltes Blut <...> im Hofe Herodis: Mt 14,6-11; Mk 6, 22-28.

35            Herder geschrieben: 378.

21,5f.       R.[everendo] P.[atri] meinem Bruder im sokratischen Himmel: Eberhard als Verfasser der Neuen Apologie.

6              sie: Sie.

10            einzige Freund: Herder, mit Hohelied-Anspielungen umworben.

12            durch meinen Gnomen: noch in der Pluto-Rolle, auch Z.20 (Ader) und Z.22 (Feuerprobe und Brüder: Götter).

14f.          mit Feigen abgewiesen: mit einer volkstümlich-obszönen Gebärde; L. Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten,427ff.

17            Dem zweyten: Mendelssohn; Phrygier: der spät zu Verstand kommt (sero sapiunt).

18            Wasser saufen lehren <...>: 2 Ma 15,40.

19f.          christl.[ichen] Hofrath in Göttingen: J.D. Michaelis.

21f.          felsen: manieristisch-kühne Adjektivbildung; dritte Theil <...>: von Mendelssohns Philosophische[n] Schriften.

27            Eyland der Lügner: Rabelais-Anspielung.

29            jovialischen Töchter der Philister: den Anhängern des Jupiter Nicolai.

32            verdeckten Gerichten: gemeint ist die Autorschwangerschaft; Coloqvinten: bittere Früchte einer subtropischen Kürbispflanze, 2 Kö 4,39.

Brief 380

N III,61 und 423ff. Die Bitte um einen Druckkostenzuschuß inszeniert Hamann als sophistisches Spiel mit dem Toleranzprinzip der Loge.

22,2         der G.[erechten] v. V.[ollkommenen].

5              kleinen Mst.: Philologische Einfälle und Zweifel.

20f.          Bundeslade <...> fünf güldene Mäuse: 1 Sm 6,2-4.

24            zween Ihrer Brüder: Hartung und Kanter; so auch 123,16; 24,16.

27            Eckstein: Ps 118,22.

23,8         Thorheit zu schämen: 1 Ko 1,23.

9              gläntzende Laster: nach Aug. civ. 19,25.

12,15 u.18 Meisterstück <...> kreyßende Muse <...> deutsch-französischen Handschrift: Philologische Einfälle und Zweifel und AV SALOMON DE PRUSSE.

19            Rabelais: 117,13f.

24            Tympfen: Tymph, polnische Münze zu sechs Silbergroschen.

32            Leutbetrüger und Erzbösewicht: selbstironisches Spiel mit dem Unterschied von Autor und (eo ipso lügenden Dichter) Schriftsteller.

33            schmieden: vielleicht ist schmieren zu lesen.

24,3f.       als Erstlinge geopfert: u.a. 4 Mo 18,13.

4              vier Bogen: AV SALOMON DE PRUSSE.

12            zween Brüder Hofprediger: J. G. Lindner u. J. Chr. Buchholtz.

Brief 381

Ein Entwurf.

25,14        Verleger, Freund und Gevatter: Kanter, 16,3; 26,5ff.

20            meinen eigenen Angelegenheiten: Bewerbung um die Stelle Heusingers, Brief 376.

31            obsequio: Nachgiebigkeit.

26,21        unzeitigen Zwillingen: Brief an den Minister von Fürst und Kupferberg und die Supplique an den König, siehe die Beilagen zu 376.

27,10        Roußet: Rousset de Missy, Mémoire du règne de Catherine <...>.

14            korrupter Satz.

15            Herr M.[agnier].

Brief 382

28,4         Päderastien: Eberhard und seine Neue Apologie des Sokrates.

5              Ihren Br.[ief]: 378.

10            weil Sies doch eigentlich zu wißen begehren: 16,18f. und 24f.

12            dicht an Minden: Station der preußischen Post.

15            Archimedes am alten Graben <…>: Hamanns Anschrift von Herrn Johann Georg Hamann genannt Magus in Norden haussäßig am alten Graben No 758, zu Königsberg in Preußen, dessen Kreise man nicht stören soll.

17            Manna, Wachteln oder Fleischtöpfen: 2 Mo 16,31,13 und 3.

23            citissime <…> nicht auf dem Briefumschlage: der Beischluss zu 379 trug die Aufschrift Meinem Freund Herder dem pythischen Sieger zu erfragen citissime Deutschland, mit der Bitte um (schnellste) Weiterbeförderung durch Nicolai, 16,23f. [Herder Briefe 11, S.386].

27            mit hineinzutummeln: sich mit den "Berlinern" zu vereinbaren.

32f.          Vergötterungen <…> kleinen Hofwelt: in Eutin März bis Juni 1770 [Herder Briefe 11, S.133].

35            2. Jahren Kreuz und Leiden: in der Bückeburger Zeit.

29,2         Erpochen: ertrotzen.

6              asotische Lebensart: üppige, die eines Wüstlings.

14            Schwabenalter: erst mit 40 Jahren weise.

17f.          Augurien des N.[euen] J.[ahrs]: Vorhersagen.

21            αϑαυμαστια: Unfähigkeit zum Staunen; ohne Wunder.

23            wie Hiob sitze: Hi 2,8.

23f.          Einziger täglicher Gesellschafter: Kammerrath Westfeld, Haym I,467.

25            wie Elihu: der 3 Gegenreden an Hiob hält.

30f.          gib mir Manna in der Wüsten: Jh 6,31 und Hamann als Prediger in der Wüsten.

33f.          Von Königsb.[erg] bis Minden: 35,33.

30,3         Konsistorienmandemens: franz. mandement: Verordnung; Ediktalcitationen: öffentliche Vorladungen vor Gericht.

4              Landesherr: Graf F. E. W. zu Schaumburg-Lippe; zu seinen militärischen Funktionen, etwa als Kommandant der englisch-portugiesischen Truppen im (vom französischen Hof betriebenen und militärisch unterstützten) Eroberungskrieg Spaniens gegen Portugal (1762/63): Haym I,459ff.

6              kein Abbt: er hat zwar die Stelle seines Vorgängers Abbt inne, nicht aber dessen philosophische Geltung bei Hofe.

8              Kameelhaar: Mt 3,4, Mk 1,6, als Rufer in der Wüste.

20            fulminanten Br.[ief]: wohl Mercks nicht überlieferte Antwort auf einen Brief vom Oktober 1772, Wagner I,35, oder Brief an Gleim, Bückeburg 9.9.1772.

21            Allg.[emeine] D.[eutsche] Bibl.[iothek]: SWS V,271-420.

26            Nikol.[ai] <...> wehklagt: O. Hoffmann in: Archiv für Litteraturgeschichte, XV. Bd., 1887, 238-253. Es geht um Herders Rezension von Klopstocks Oden.

28            Zur Frkf. Zeit.[ung] <...> beigetragen: die Frankfurter Gelehrte Anzeigen etwa 17, nach Herders eigenen Angaben 7-10 Rezensionen, SWS V,423-474; XXXIII,215-223.

29f.          für den Cantor oder Küster hält: vielleicht Zitat aus einem Brief von Claudius vom November 1772, Haym I,483 Fußnote.

30            2.Menschen: vermutlich Goethe und Merck.

32            Buch über die Offenbarungen Gottes: die Umarbeitung des seit 1769 bearbeiteten Manuskripts Über die ersten Urkunden des menschlichen Geschlechts, das im August/September 1773 eine Metamorphose zur Aelteste[n] Urkunde <...> erlebt.

33            ersten Mosaischen Urkunden: 1 Mo 1-11.

34            Entdeckungen: die hier im kühnen Offenbarungsgestus verkündet werden (H. als Täufer, als Simeon nach Lk 2,25; offenbare Thorheit nach 1 Ko 1,23).

35            überschleichen: überraschen.

36            Sylvan: Pan=Hamann; principia rerum: pauschal seine Bemühungen um die Origines, 116,28.

31,1         Du bists!: Mt 14,33.

2              bin ich gewiß mit Ihnen <...> aber anders dahin gekommen: ein emphatisches Bekenntnis zu einem anderen Begriff von Geschichte.

7              andres Werk: Auch eine Philosophie <...> und Plastik <…>.

8              Hütte bauen: Mt 17,4.

10            Schwersprechendsten Mann <…> Schwätzers Gott: Hamanns Stottern, 2 Mo 4,10.

13            dorthin: Preußen, Berlin.

15            Thunmanns Abhandl.: über die alte Geschichte <...>, Herders Rezension, SWS V,408-411.

16f.          Schlötzer der Schwätzer: Herders Rezension in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen, auf die Schlözer mit der Vorstellung einer Universalhistorie, 1772/3, antwortete; Hamanns Rezension in den Königsbergschen <...> Zeitungen, N IV,381f.

17            Michaelis <…> seine Bibel: Johann David M.,Teutsche Uebersetzung des alten Testaments.

21ff.         vom jungen Hemsterhuis: seine Rezension der Lettre sur l'homme et ses rapports, auf die er wohl aufmerksam gemacht wurde durch J. H. Merck, der sie in den Frankfurter <...> Anzeigen, Nov. 1772 rezensiert hatte. In Herders Anzeige des 6. Bandes von De Vitis Philologorum wird die aus der Feder Ruhnkens stammende Biographie des Vaters, Tiberius Hemsterhuis, ebenfalls gerühmt.

23            jene in 8. diesen in 4.: Oktav und Quartoformat.

27            in der Optik untere der Hand haben: Vorarbeiten zu Traité sur l´optique.

30            in Platons Vorwelt: vor allem im Menon und Phaidros.

31            Klopst.[ocks] Meßias fertig: Gesang XVI-XX erschien 1773 in Halle, bei C.H. Hemmerde; zur komplizierten Entstehungs-und Druckgeschichte des Messias siehe die Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe Klopstocks, Abteilung Addenda, III 2, S.689ff.

32            Deutschen Gram.[matik]: Herder gibt mehrfach weiter, etwa an Nicolai (15.Januar), was er aus einem Brief Claudius' erfahren hatte (Matthias Claudius: Briefe an Freunde, hg von Hans Jessen, Eckart Verlag 1938, Band I, S.85). Die Auseinandersetzung Herders mit Klopstocks Ideen zur Sprache und der deutschen Rechtschreibung begann, als dieser seine einschlägigen Fragmente im Sammelband Ueber Sprache und Dichtung, darunter auch den Aufsatz Ueber di [sic] deutsche Rechtschreibung, Hamburg 1779, bei J. D. A. Eckardt, veröffentlicht hatte.

35            in Orpheus - bis Jamblichus: die Aelteste Urkunde.

36            meine Hütte bauet: Zeile 8; Ihr Büchl.[ein] über oder auf mich: die Philologischen Einfälle und Zweifel.

Brief 383

Die offenbar zusammengehörigen Briefe 383 und 384 wird Herder erst Anfang Februar erhalten, 37,25.

32,2         letzten Brief: 382.

3              Platon: den Gorgias, 135,18; 42,10 und 44,13.

9              Päderasten: Eberhard, Brief 381; Chicane: Kniff, um den Berlinern seine Verbundenheit mit Herder zu demonstrieren.

15            dem ersten Theil gehen wird: über die Druckgeschichte der Sokratischen Denkwürdigkeiten im Fliegenden Brief, N III,348f.

21            selbst in der Wüste gelebt: zu Herders ständiger Klage, in einer geistigen Wüste leben zu müssen; so Hamanns sympathetische Freundschaft, 28,18 und 32,24f.

22            unreines jüdisches Weib: 3 Mo 12,2ff.

28            tolleste Programm: das Selbstgespräch eines Autors, N III,67ff., jenes Pamphlet, mit dem Hamann ausgerechnet Nicolai zum Verlag, wohl eher zu dessen Ablehnung von Philologische Einfälle und Zweifel samt Au Salomon de Prusse provozieren wollte; in diesen Zusammenhang gehört auch Hamanns Brief 380 an die Loge; zum politischen Verdacht, in den H. geraten war, und zu den Folgen (Zurückhaltung seiner Königsberger Verleger wie der Loge und ihrer Agenten), Nadler, S.205ff.

32            Göttin Τυχη: Schicksal, Zufall.

33,1         mein Prospectum: dazu E. Büchsel in HHE 4,103ff.

2              jener Philosoph: Chrysippos bei Diog. Laert. 7,185.

4f.           gemalten Weintrauben: Plin. nat. XXXV,36,65ff. berichtet von einem Wettstreit zwischen Parrhasius und Zeuxis, in dem dieser unterlag, weil die von Parrhasius gemalten Weintrauben so echt erschienen, daß die Vögel sie herunter zu picken versuchten. Desweiteren soll Zeuxis später einen Knaben gemalt haben, der Trauben trug; als Vögel hinzuflogen, trat er mit Aufrichtigkeit vor sein Werk und sagte: Die Trauben habe ich besser gemalt als den Knaben, denn hätte ich auch mit ihm Vollkommenes geschaffen, hätten sich die Vögel fürchten müssen. (Übers. R. König/G. Winkler).

5              zu hoch: Anspielung auf La Fontaines Fabel 3,11: Le renard et les raisins.

8              exponire Sie also nicht: Herder, dem Hamann das Manuskript der Philologischen Einfälle vorenthielt, war über die befürchtete Kritik seiner Preisschrift ernstlich besorgt, 37,20ff; möglicherweise war das einer der Gründe Hamanns, seine Bemühungen um die Drucklegung aufzugeben; dazu auch die selbstkritische Bemerkung in einem späteren Brief an Hartknoch, 116,19ff.

9              ein Pythagoräer: Schweigender.

13            Landbibliothek: Land-Bibliothek für die Deutschen. Hg von Georg Samuel Müller. Göttingen/Gotha 1. 1772; 2. 1773.

15            Thunmann: 31,15.

20            historicis selectis de main de maître: den historischen Schriften Friedrichs II.

24            Elendsbraten: Hirsch-vielleicht auch Elchbraten.

26ff.         Klotzens Correspondentz: Briefe deutscher Gelehrten an <...> Klotz, 1773; darin Tiefensee, Lippert, Harder [Pastor in Liefland]; der lustige Abend könnte eine Erinnerung seiner Fehden mit Klotz bedeuten: denn in der von Chr.A. Klotz herausgegebenen Deutschen Bibliothek der schönen Wissenschaften waren u. a. J. G. Lindners Schulhandlungen vernichtend rezensiert worden, was Hamann mit einer spöttischen Rezension vergalt, in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 5.St. vom 15.Januar 1768, N IV,312ff. und Brief 350, II,417,19ff.

30f.          wahren Verfasser: Hamann hatte in den Königsbergschen <...> Zeitungen bereits Ende 1771 den bei Hartknoch in Riga erschienenen Versuch einer Erklärung des Ursprungs der Sprache eines Anonymus [cand. jur. Tiedemann] kritisch rezensiert (N III,15f.) und auf die Herdersche Preisschrift, der wir entgegen wünschen, aufmerksam gemacht. Herder hat die Frage Hamanns nach dem Autor nicht beantwortet; zur strittigen Autorschaft N III,417 und E. Büchsel, HHE 4,130.

32            Ihr Verleger: Hartknoch.

36            Bützowsche neue Schrift: gemeint ist eine in Bützow und Wismar, in der Berger-und Bödnerschen Buchhandlung erschienene kleine Schrift (79 S.) eines Anonymus über den Ursprung der Sprachen und der Schrift, die in den Göttingischen Anzeigen von Gelehrten Sachen, im zweyten Band auf das Jahr 1772 angezeigt wurde (wohl von Feder).

34,1         anti-newtonischen Geschmack: 31,26ff.

3              kanonische System von Thorn: des Nikolaus Kopernikus.

8              Michaelis mosaisches Recht: H. weiß offenbar nichts von Herders Rezension in den Frankfurter gelehrten Anzeigen.

11            Bibliothek: Orientalische und exegetische <...>.

16f.          γην πρεσβυτατην ειναι των εν τω ουρανω Θεων: die Erde sei die älteste der Götter im Himmel.

18ff.         II,416,8ff.

34            Lücken und Mängel <...> Einfälle und Zweifel: Herder wird auf die Kritik in den Königsbergschen <...> Zeitungen (N III,17ff.) vorbereitet, auch 35,7.

35            summum bonum: ein Zentralbegriff der Anthropologie Ciceros.

36f.          N III,67, das Motto zum Selbstgespräch eines Autors.

35,3         Versprechen: 30,31ff.

4              Farce: mehrsinnig im burlesken Sprachspiel, als Schabernack, Füllsel im kulinarischen Sinne (siehe den Vers aus Friedrichs II. Gedicht auf seinen Koch Noël, das Hamann als Motto zur Abfertigung seiner ersten Rezension zitiert, in der Maske des Aristobulus, N III,17-24; schließlich ist auch das in der Niederschrift begriffene Selbstgespräch eines Autors gemeint, 35,21.

5              Losung: Botschaft.

12            die Analogie über der Zeile.

14f.          Ευ πραττειν, ευ διαγειν, χειραιν: lebe wohl und glücklich und freue dich.

Brief 384

Als Fortsetzung, zu 383 gehörig.

35,22        an seine Behörde: der direkt angeredete Nicolai, indem Hamann in gespielter Naivetät (soll auch nichts wissen) Nicolais Bereitschaft anzunehmen scheint, die Einfälle und Zweifel samt dem Brief an Friedrich II. zu drucken.

24            Nicolai sandte das Selbstgespräch samt seiner gedruckten Antwort an Herder, siehe seinen Brief vom 2.März 1773 (O. Hoffmann 90f.): Soviel will ich Ihnen sagen, daß Hr. H. im Ernste mir drey Bogen , die er für sein Chef-d'Oeuvre hält, hat für dreyssig Friedrichsd'or verkaufen wollen. Es soll (wie ich von Kantern vernommen, der sich seit einigen Wochen hier aufhält) französisch und deutsch gedrukt werden, ist an den König gerichtet, dem er ich weiß nicht worüber, wer weiß wie viel Wahrheiten zu sagen hat, insbesondere über die deutsche Litteratur, die der König beschützen soll, und die deutsche Gelehrten, mit denen der König die hiesige Akademie besetzen soll, wobey besonders Ihnen mein Herr! eine Stelle zugedacht wird <...> -Wenn H. Vorstellung auch an den König käme, (woran doch sehr zu zweifeln ist, indem nicht daran zu denken ist, daß er ein deutsches Buch, es sey was es sey, lese) so würde er, da er mit H. wetterwendischer Schreibart, nicht so viel Nachsicht haben kann, als dessen Freunde, H. des Tollhauses würdig halten, und vielleicht alle deutsche Gelehrten dazu, -Es ist also besser, daß man H. beredet (wenn er beredet werden kann), seine Patriotische Philippicam im Pulte ruhen zu lassen <...>.

28            Palinodie: Gegengesang, Widerruf; Titel Apologie <...> eckel: weil durch Eberhards Sokrates-Buch negativ besetzt.

30f.          Mährchen <...>: Pylades als der treue Freund des von Furien verfolgten Orest.

33            Nachbarschaft von Westp.[halen].

35            Ihr Mädchen: 129,16.

36,1         für die Sünde: vor der.

8              Päderasten: Nicolai und Eberhard hätte er gern zugleich bestürmt, jenen unter der chinesischen Maske des Mien-Man-Hoam in der Lettre perdue wie im Selbstgespräch, diesen unter der eines Geistlichen in Schwaben, in der Beylage zun Denkwürdigkeiten des seligen Sokrates.

12            Schutzgöttin: Maria Gräfin zu Schaumburg-Lippe.

Brief 385

Siehe Herders Brief an Hartknoch vom 10.März 1773 (HBGA 2, Nr. 166, S.320), in dem er noch einmal (wie schon unter dem 10.Jan. 1773) um die Wiederbeschaffung aller seiner Schriften Hamanns bittet, die er vor seiner großen Reise dem Rigaer Oberpastor Essen geliehen und nicht zurückerhalten hatte, und hinzufügt: Der gute Magus hat einen Brei eingerührt, über den sich in Berlin die Aldi Manutii [Buchdrucker] u. Nicolao-Muzelii [Verleger-Lateinlehrer, N VI,260 Muzelius], Summus Aristoteles, Plato et Euripides [nach dem Studentenlied] salva venia die Nase zuzuhalten beginnen--<...>--Kurz, schicken Sie mir die alte Schriften deßelben, damit ich Seinen Geist wieder bei mir erwecke. Zu Herders Empörung über Hamanns Rezension seiner Preisschrift in den Königsbergschen <...> Zeitungen vom 30.März 1772 sein Brief an Hartknoch aus der zweiten Maihälfte (HBGA 2, Nr. 80, S.175f.)

36,20        composéen Br.[ief]: von frz. composé: stilistisch angepaßt (hier des Magister Coelius, wie Nicolai im Selbstgespräch apostrophiert wird, nach Cic. ep. ad Div. 8,1; N III,69,30).

23            Absalon <...> Thekoa: 2 Sm c. 14; ob Herder die dunkle Anspielung Hamanns gänzlich durchdachte? N III,78,21f.; siehe auch den Brief an Nicolai vom selben Tage, worin er Hamanns halbironische Sätze im Selbstgespräch eines Autors ernst nimmt: <...> und giebt es kein Weib von Thekoa für den verstoßenen Herder?-Soll auch sein Funke verlöschen, daß dem deutschen Genie kein Name und nichts übrig bleibe-Preußen weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, denn es ist aus mit ihnen (Jerem. XXXI.15.22.)-und an Nicolai schreibt (HBGA 2, Nr. 168, S.323f.): Daß ich über die Sendschreiben zunächst ein Wort sagen muß, ist um so mehr natürlich, da Knabe Absolon in beiden eine so unvermuthete u. sonderbare Rolle spielet. Warum ers im Schreiben des Selbstredners thut, kann ich mir noch erklären, ob ichs gleich damit ebenso wenig rechtfertigen will, als je ein andrer: es ist Patriotismus, Freundschaft, u. Visionengefühl ad modum Hamanni: wir sind seit 3. oder 4. Jahren außer Briefwechsel: das Schreiben, was ich durch Sie oder durch H. Eberhard bekam, war nach einer langen Frist das erste, wo auch aus der Ueberschrift bereits zu sehen war, daß ich ihm verschwunden oder verloren dünkte. Da beide nun mit verstoßen so sehr grenzen, ich ihm dieses auch schon bei meinem Aufenthalt in Lief.[land] schien, u. in Seiner Seele immer auf Einmal viel warme Triebe würken, die sich nicht immer zu hellen Ideen aufklären l a ß e n: so ist im Selbstgespräche mit Andern auch die Stelle herausgebrochen, wo aber in Absicht auf das Ganze Absolon so im Schatten stehet, als er zu Gesur oder unterm Thore kaum mag geseßen haben. Daß ihn nun aber illustrandi oder exempli statuendi caussa M.[agister] Coelius hervorzieht, um die Unnützlichkeit oder Thorheit ich weiß nicht welches Plans oder Hirngespinstes zu entwickeln, u. gleichsam an ihm zu detailliren, wäre mir, mein Hochgeschätzter Fr.[eund], unbegreiflicher, wenn ich nicht wüste, daß es nur eben illustrandi caussa u. im Fluge des Pegasus von Schreibart geschehen wäre, der, wenn er nicht seinen Reuter fühlt, oft gesporet werden muß u. wehe alsdenn dem Nebengaule, den das Ausholen mit trift! Weiß man denn, daß dem ungerathnen Buben Absolon sein Gesur gefalle oder mißfalle? ob ers mit jeder Pflugschaar seines Allerberühmtesten, Glorreichsten u. erleuchtetsten Vaterlandes, u. des Salems aller Göttl. u. Menschlichen Weisheit vertauschen wollte? Hat er je um einen graubärtigen Kuß gebulet, oder dem Sohn Zeruja seinen Acker angezündet, um ihn zu seinem Croupier zu erhaschen? Ists überhaupt gewiß, daß er seine Studentenjahre, die freilich noch fortdauren u. lange fortdauren werden, auf irgendeine Radklifsdoktorei im obern oder untern Grunde der Menschheit nach dem neuesten Hohen Geschmack anzulegen, u. irgend einem Plato, Anakreon etc. seine Klaßische Glorie ums Haupt, wenn sie auch aus Elektrisirten Stecknadeln herausführe, beneiden könne, wolle u. möge? Und wie, wenn er nun über ganz andern Planen brütete, wo ihm auch selbst dergleichen Prätensionen im Gefechte andrer im Wege lägen --ich sage nichts in der Welt weniger, als daß Coelius auf irgend eine Weise v e r b u n d e n gewesen, auf diese unausgemachte Fragen einen Blick der Vermuthung zu werfen -gnug aber! da sich Absolom die Hände wäscht, u. zu jenem Weibe von Thekoa sagt, >ich habe dir den Schleier nicht gegeben!< so muß ers zugleich in andrer Absicht bedauren, daß man sich um ihn, auf welche Weise es sei, irgend eine unnütze Mühe gebe. Zonam perdidit! quo vult, eat! u. damit Gott empfohlen-----.

25f.          Patriotische Absicht: N III,79,1ff.

27f.          lat.-deutschen Urschrift: die Philologischen Einfälle und Au Salomon.

30            mich <...> gränze: im Sinne von: Berührung haben mit -und was sie mit mir zu tun hat, 37,24 und den am selben Tag an Nicolai geschriebenen Brief (HBGA 2, Nr. 168).

32            französische Akademien: N III,59,15f.

37,3         Joab, der Sohn Zeruja: 2 Sm c. 14, als Fürsprecher für Herders Begnadigung.

5              Mien man Hoam: die Maske beim Selbstgespräch eines Autors.

9              wie Knabe Herkules: am sprichwörtlichen Scheideweg.

10            Wüste der 40 Tage: Mt 4,2; Mk 1,13; Lk 4,2.

15            Nikolaus Laterne: Wortspiel mit Nicolai, Z.28 Spiegel.

16            tecum loquere <...>: das Cicero-Motto zum Selbstgespräch.

20            Schrift <...> geträumt: 15,33ff.

22            krause <…> Figuren: 38,8, 39,26f.

25            da ich Ihren Brief bekam: 378.

28f.          Coelii <…> Kette: 38,35f.

32            Prytaneum: eigentlich das Stadthaus in Athen und anderen griechischen Städten, Cic. or. 1,232, wo die prytanes, verdiente Männer, speisten und im Alter versorgt wurden; hier eher als Warnung vor einem intellektuellen Altersheim verstanden; N III,97,22.

35            Präkordien: Brusthöhle, Sitz des homerisch (φιλον ητορ) benannten lieben Herzens. Herder spielt damit an auf das Selbstgespräch, N III,69 und 78; auch An die Hexe zu Kadmonbor N III,83.

Brief 386

38,2         in Ihren Mantel und Kragen so verliebt: 37,7f.

3              Potiphars Weib: 1 Mo c. 39.

5              Ihren Brief: 385.

8              Krause anomalische <...> Figuren: 37,22.

10f.          römischen Correspondenten: Nicolai als Coelius.

11            Jaels Weib <...> herrlichen Schale: Ri 5,24ff., weiteres Zitat: Nagel <...> Schmiedehammer <...> Debora <...> Geseegnet <...>.

16            Balsam No 22.: der Königsbergschen <...> Zeitungen, in denen Hamanns Aufforderung an Nicolai erschienen war, 143,25.

23            Wie heißt <...>: 35,35;

27            mit Ihrem Gesuch: die Philologischen Einfälle <...> nicht zu veröffentlichen, die hier wieder einmal, mit Herders Beunruhigung spielend, in der pränatalen Metapher (meines verdeckten Gerichts) erscheinen.

33            ein einziges Exemplar: das Hamann bei v. Moser deponirt hatte, ohne allerdings hier den depositarium zu nennen; siehe zum >echt Hamannschen Wirrwarr< (Nadler) E. Büchsel, HHE 4,104ff., die seine bewußte, kalkulierte Strategie nachzuweisen sucht. Zur weiteren Geschichte des Manuskripts: N III,423ff.

35            Coelii <...> Kette: 37,28f.

39,5         Diese 2 Bogen: des Selbstgesprächs; dazu und zu Nicolais Antwort N III,429.

13            Serotinus: der zu spät Kommende.

15            Dimpf: 23,24.

16            Meine Catin: als Adressatin der Hexe zu Kadmonbor, 43,12.

19            Sie Ihrer [ ]: die Lücke als stummer Vorwurf wegen der nicht beantworteten Frage nach dem Namen der Braut, auch Z.28f. und 40,7; Vixen: engl.: Füchsin, zänkisches Weib.

25            zärtl. Bitte: 33,8 und 37,12ff.

26            im Lande der Schatten: 37,26.

27            vor Ihrer Thür: 36,22f.

31            Ihre Provinciallage <...>: 37,17f.

36            jener Theaterheld: Monsieur Jourdain in Molières Bourgeois gentilhomme.

40,1         Capitel vom Patriotismus: 31,12ff.

2              Eben das Prytaneum: 37,32.

8              an Sie: die Braut.

9              empfehlen sich bestens Ihrem Pflegvater: 18,6ff.; die ernste, testamentarische Absicht zeigt auch das Ende der Philologischen Einfälle, wo Hamann in einem Freundschaftsbekenntnis zu Herder ihm für den Fall seines Todes oder möglichen Kerkers seine Kinder anvertraut, N III,52,20ff.

10            Lyß Schiechen: in der Côterie-Sprache der Hamannschen Familie der Kosename für Tochter Elisabeth Regina.

11            Mit den literarischen Namen für Herders Braut entwickelt Hamann anzüglich eine weibliche Typologie.

14f.          Mährchen von 3 Forellen: nicht ermittelt.

15            tref.[flichen] parrhesie: Redekompetenz, Freimütigkeit, Freudigkeit.

19            M. Coelius: N III,69,13 und Anm.3; auch 187.

20            nach seinem verdeckten Gerichte: gemäß 38,28f. Nicolais Erwiderung auf das Selbstgespräch, N III,429f.

25            Kätchens Ehre!: Anspielung auf seinen eigenen, lebenlänglichen Status als Bräutigam.

29            D. Faust: N III,79,21; homo:, weil Irren menschlich (errare humanum est); errata: im Druck des Selbstgesprächs.

31            add.[enda].

33            p. 6: N III,71,16.

34            des Verlegers: wohl Hinz in Mitau, 42,21f. u. 25.

35            p. 8.9.: N III,73,5.

37            nicht orpheisch: N III,73,8; nicht Trimalchion: N III,74,1.

41,3         in Helks Fabeln: Du aber, mein geliebter Pfau!/ Geh, singe, werde klein und grau!, N III,75, Anm.25.

4              N III,75,27.

6              N III,77,2ff.

7              Johannes: Mt 3,3 u. Mk 1,3 u. 8.

8              N III,77,6.

9              schrieb vom Verdienst: Abbt, N III,78,6ff.

12            penultimus: vorletzte, N III,78,21.

16            [Humphrey] Klinkers Reisen: von Tobias George Smollett.

19            Tristram [Shandy].

23            Brooke: Hamann vermischt zwei englische Autoren: Henry Brooke und Mrs. Frances; seine Mandeville [zuerst 1763 anonym erschienener Roman The History of Lady Julia Mandeville u Mountague: [Lady Montague], 1769 von Mrs. Frances.

24            Catesby: [Lady Juliet Catesby], die Übersetzung, ebenfalls von Frances, von Marie Jeanne de Riccobonis Lettres de Milady Juliette Catesby <...>, 1764.

25            wie M. Coelius von der Lukretia Liebhaber sagt: Nicolai von Sextus Tarquinius [dem Sohn des Tarquinius Superbus], vermutlich in seiner gedruckten Antwort auf Hamanns Selbstgespräch; die Anspielung auf die Erzählung (bei Liv. I,57) könnte sich auf den Vorwurf skrupelloser Bücherbegierde beziehen, Z.28f.

26            Canal eines Engl.[änders].: vielleicht G. Motherby.

28            an einen Roman <...> zu denken: wohl kaum ernst zu nehmen.

32f.          vidimirte Copie: beglaubigte, die also Herders Brief beilag -und Hamann bereits aus den Königsbergschen <...> Zeitungen kannte. Zum Hintergrund N III,429f.

33            des Serotinischen Briefs: Nicolais (Coelius Serotinus) Antwort; serotinus: spät kommend, 42,26; 43,28.

34            Wir fehlen alle mannigfaltiglich: Jak 3,2.

37            Gräntznachbarn: doppelsinnig.

42,2         Knabe Herkules wartet <...> Mentor: 137,9.

3              kleine Deus ex machina aber der verwünschte D. Faust: in der ersten im Entwurf bezeugten Fassung des Titelblattes der Philologischen Einfälle (N III,79,19ff.) heißt es gedruckt in der Unterwelt mit D. F[a]ustens eigener Hand und unter seinem Mantel.

Brief 387

42,6         An?: ziemlich sicher an Hofrat Tottien in Mitau, mit dem Hamann sich offenbar in politicis gut verstand.

10            Plato: der Dialog Gorgias, 132,3.

14            Contract: lies wohl Contrast.

20            Anytus: lies Anytas, einer der Ankläger des Sokrates, metonymisch für Hinz, des D. Faustens Gönner, wegen des Doppelsinns von Schwarzkünstler.

25            kleine Handschrift: An die Hexe zu Kadmonbor, 1773, oder die Lettre perdue <...>, 1773, beide dann von Hinz gedruckt, wenn auch nicht verlegt.

26            einer gedruckten Antwort: Nicolais.

27            habe ihm <...> geschrieben: nicht überliefert.

28            wenige: lies wegen.

31            asiatischen: manieristisch-schwülstig.

34            nach Warschau: da Tottien sich dort zur Zeit (in Rechtsgeschäften?) aufhält.

43,4         Mittel zu einem Endzweck: der Druck der Philologischen Einfälle <...>, vor allem aber der Invective Au Salomon de Prusse, mit der er, unter eingegangenem Risiko, in das Zentrum des verhaßten Staates zielte.

9              höhern Orts: durch de Lattre.

10            Histoire philosophique <...>: von G. Th. Raynal.

12            Frauenzimmer: Hamann fingiert (wie 39,16) die geheime Braut Catharina (cathin, catin, Käthchen) als Autorin der Lettre perdue <...>, gerichtet an de Lattre, den entrepreneur de la Compagnie du Sel, N II,300 und 420.

13            großen Catharina: von Rußland.

Brief 388

43,25ff.    Erklärung: vom 15.März 1773, N IV,378, nachdem Hamann ebenfalls in den Königsbergschen <...> Zeitungen am 15.Februar 1773 das Selbstgespräch, den Handel des Ex-Mandarinen, kurz angezeigt hatte.

29            besonders den neuesten : Anspielung auf den Doppelsinn der Briefe die Neueste Litteratur betreffend und ihre Herausgeber.

32            Caricatur: wie beim Ritter von Rosencreuz N III,25.

33            rolandsche Tubus: Rolands Erfindung einer einäugigten Röhre mit Brillengläsern metonymisiert Hamann zur Brille derer, die die Wahrheit künstlich zu sehen glauben, N III,71,16ff.

44,1         kleinen Handschrift: An die Hexe von Kadmonbor.

3              ohne sibyllinische Wucherey: N III,79,10.

8              Lies wohl: das Mst.

11            Si Dominus <...>: Jak 4,15.

20f.          Apoll <...> zupft mir <...> das Ohr: Anspielung auf Verg. ecl. 6, 3/4 (Cynthius aurem vellit).

22            gedruckte <...> Buch: Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker <...>, 46,16.

24            als Malherbe: Malherbe las, ähnlich wie Molière, seiner Magd seine Arbeiten vor, um sie zu erproben, siehe J. Ch. Nemeitz,Vernünfftige Gedancken über allerhand historische, critische und moralische Materien. Frankfurt/Main 1745, XXXIII. Hauptstück.

24f.          eine alte Magd, zum Oracul <...> zu machen: eben die Hexe.

30            Maintenon oder Beaumont: die Maintenon als (vieldeutig) Erzieherin Ludwigs XIV., und Marie Leprince de B., berühmt geworden durch ihre fortschrittlichen pädagogischen Schriften.

45,1         Nummer meiner Hausthür: Nicolai hatte seine Schrift adressiert An den Magum in Norden haussäßig am alten Graben No 758.

5f.           Mährchen: <...> Triumvirat: was später als Hamannsche Sekte kolportiert wurde, 162,23ff.

19            Zweis: schweizerisch mundartlich für: Zwist, in Nicolais Antwort auf Hamanns Selbstgespräch; siehe An die Hexe zu Kadmonbor, N III,83,4 und N VI,420.

23            point d'argent <...>: in Racines Comédie Les plaideurs, I,1.

24            winzige Nachtigallen: in Nicolais Antwort, 48,21.

25            hast: lies hat.

26            N III,73.8ff.

28ff.         N III,72,9ff.

32            N III,72,13ff.

35            punica: fides punica: Treulosigkeit; prutenica: Adjektivbildung von Pruthenen: alten Preußen.

46,1         Ludovici: N III,83.

3              Beaumont: Eon de Beaumont.

6              Gevatter: Kanter, 148,26.

Brief 389

46,16        Andenken: der Sebaldus Nothanker.

17            Dero Zuschrift: nicht überliefert.

20            nach dem Sprichwort: sine libro stultus, V,264,25; 270,15.

21            Ton: Tonart.

25            Stock-und Damm-ungläubig: Gildemeister (II,96) erkennt eine Anspielung auf den Exrector Christian Tobias Damm und seine Betrachtungen über die Religion.

28f.          Familiengeheimniße der Wilhelmine: Nothanker gab sich als Fortsetzung von Thümmels Roman.

47,1         eines Crusianers und Bengelisten: Verehrer von Crusius und Bengel, trotz ihrem theologischen Gegensatz.

3              fidem implicatam: das verworrene Zutrauen.

4f.           Hamann fingiert eine französische Quelle mit einem stereotypen (bei Friedrich II., Eon de Beaumont u. a.) beliebten Titel: Mémoires à servir <...>.

8              Lords <...> Amanuensis: Shaftesburys, N III,69,17.

13f.          apokryphischen Versuche: Klopstocks Unternehmung vom 8. Juni 1773 zur Subskription der Deutschen Gelehrtenrepublik.

20            Handschrift: An die Hexe von Kadmonbor.

26            W.[ie] Z.[um] E.[exempel].

30            V.[on] R.[echts] W.[egen].

33            Fabel vom Storch und Fuchs: La Fontaines 18.Fabel des 1.Buches, in der sich der Storch für eine Einladung, bei der er vom flachen Teller essen sollte und nichts erwischen konnte, mit einer Gegeneinladung revanchiert; da wurde die Mahlzeit aufgetragen, in einer Flasche, die langhalsig war und eng, so daß diesmal der Fuchs der betrogene Betrüger war; oder Lessings Variante, wo der Storch, über seine Weitgereistheit befragt, seine bevorzugten Nahrungsgründe schildert.

34            Füchse zu fangen: Hl 2,25.

35            Wind genug: wohl durch Herder.

36f.          animalium: der Füchse.

48,1         keinen amanuensem: 47,7.

3              Rußischen Adler: Doppeladler.

4              Herodianer: Mk 6, 14-29) u. Mt 2,1-22.

8              Elegie im höheren Chor über 5 rth: AV SALOMON DE PRUSSE.

10            ärger als Lucians Charon geplagt: im Dialog in den Meergöttergesprächen beklagt sich Charon, daß er als alter Mann mit zwei Rudern zugleich arbeiten muß und sich an Troja erinnert, woher ich einst so viele Tote überzuführen hatte, daß ich meinen Kahn in zehen ganzen Jahren weder ans Land ziehen noch auslüften konnte (Übers. Ch. M. Wieland).

10f.          Quel bruit <...> starken Geist: der berühmte Ausspruch des Parlamentsrats Jacques de la Vallée, seigneur Desbarreaux (1602-1673), als er an einem Freitag eine Omelette-wider das Fleischverbot -mit Speck aß und es donnerte (auch von Voltaire zitiert).

21            Kernwort winzig: 45,24.

25            Freund von uns beyden: vielleicht Kanter.

30            Dictionnaire des Finances: von Pesselier, 46,3.

31f.          letzten Ziehung der letzten Hannoverschen Lotterie: Anspielung auf Nothankers Gewinn in der Lotterie?

49,1         einem Freunde: nicht ermittelt.

5              für agio: 4,3.

7ff.          Financier in Pekim: siehe die Lettre perdue von 1773, wobei perdue mehrsinnig auch die Fiktion eines Briefes an seinen Amtschef de Lattre einbegreift, dem wohl auch die anzüglichen Sätze übers Kindermachen untergeschoben (?) sind.

12            Statt eines Hahnes: der dem Aesculap, mit dem Hamann sich gern identifiziert hätte (Z.6), als Opfer zukam; Anspielung auf das, nach Plat. Phaid. 118, letzte Wort des Sokrates (O Kriton, wir sind dem Asklepios einen Hahn schuldig: entrichtet ihm den und versäumt es ja nicht! [Übers. F. Schleiermacher]); mit dem ironischen Vorwurf an Mendelssohn wie Nicolai, ihm seinen Phaedon nicht geschenkt zu haben.

16            Meßbuch: von der neuesten Buchmesse.

17            Abbé aus Westphalen: Cornelis de Pauw.

18f.          alle Landsleute des Mien Man Hoam an den Pranger stellen: weil er mit seinen Recherches philosophiques sur les Egyptiens et les Chinois, also anders als Hamann in der Maske des Chinesen, über die realen Verhältnisse informiere.

20            Recherches: ebenfalls von de Pauw.

21            Vorlesungen jenes blinden Engl.[änders]: wahrscheinlich gemeint: Nicholas Saunderson, den J. Locke erwähnt (Sanderson): Herrn Johann Lockens Versuch vom menschlichen Verstande. Altenburg [Richterische Buchhandlung] 1757, S.449 Anm.124, oder Anspielung auf Denis Diderot, Lettre sur les Aveugles à l´Usage de Ceux qui voyent. London 1749, das auch ein fiktives Gespräch mit Saunderson anführt; ebenso 407,6f.

25            fontenelleschen: O Sparte! Sparte! öfter (so bei Rousseau) begegnender sentimentalischer Topos, der das asketische Sparta dem dekadenten Athen (Paris) konfrontiert.

32            M.[agister] S.[ebaldus]: Nothanker.

Brief 390

50,3         den 20 Iunii geschrieben: nicht überliefert.

5              gleich den römischen Damen: Anspielung auf Ter. Heaut. 240: <…> bis sich die Weiber bewegen, bis sie gekämmt sind, ist ein Jahr herum.

7              L.[indner]: J. Gotthelf L.

9              Bentleyschen Horatzens: Biga 10/159.

11f.          14 Commentatoren: die Zahl 14 meint wohl nicht die philologisch präzise Zahl der Horaz-Kommentare.

19            französische Buch <...>: vielleicht Les Elemens primitifs des Langues par Mr. Bergier, Par.[is] 1764, der einzige einschlägige Titel in der Biga, 73/236.

23f.          von deutscher Art und Kunst: Herders Geschenk, nach Biga 163/534; warum er es wohl noch von Hinz erwartet?

24            Costume: frz. coutume: Gewohnheit.

26            Caßianer: jemand wie der als strenger Richter bekannte L. Cassius Longinus Ravilla (127 v. Chr. röm. Konsul); Cic. S. Rosc. 30,84; Verr. 1,30; 2,1,143.

28            Criminalrath: entweder persifliert Hamann den ihn verhörenden Frager, oder es war Hippel.

29            Sosien: Sosii fratres waren die Verleger der Werke des Horaz, Hor. epist. I,20,2 u. ö.

32            circumforanei: Leute, die auf dem Markt borgen.

35            triefenden Augen: Martial 8,59.

51,6ff.      mit dem Rochester schreyen <...>: aus A Satyr against Reason and Mankind; den zitierten Versen gehen folgende voran: Where I (who to my cost already one of those strange, prodigues creatures, man) a spirit free to choose, for my own share, what case of flesh and blood I pleased to wear I'd be a dog <...>; Biga 165/584.

8              römischen Duton: Du-Ton als Gewohnheit, Du zu sagen.

11            Bauch: spielt wohl auf Pers. 1,57 an.

15            mit <...> Piso: dem vermutlichen Adressaten von Hor. ars.

22            französischen Bogen: AV SALOMON DE PRUSSE.

24f.          zu bewundern und zu lachen: frei nach Horaz.

29            Jacobäer: der Drucker, Zeile 32.

30            Leim: Lehm.

31            martialischer Kopf: im Doppelsinn von kämpferisch und in der Weise des Martial.

52,5         höchsten Schulmeister: der Zensur.

8f.           politischer Kannengießer: nach dem Lustspiel Holbergs von 1722 heißt so ein albern politisierender Schwätzer.

21            abgelaßnen Briefe: nicht überliefert.

22            des französischen: AV SALOMON DE PRUSSE.

33            56,6 und 58,20.

34            Geistlichen in Schwaben: Hamanns Tarnname bei der Beylage zun Denkwürdigkeiten des seligen Sokrates, N III,111ff. und 437; 56,5 und 58,20.

53,4         Kanter: als Verleger der Kreuzzüge des Philologen und der Essais à la Mosaique.

Brief 391

Antwort auf 386.

53,23f.     Blauaugicht <...> Engel auf dieser Welt: aus den Reimen Herders auf seine Karoline.

28            liebes X. <...> erduldet: Kreuz.

31            Haab u. Gut: nach Luthers Katechismus, 2.Hauptstück.

54,1         Autorschaft: die Philologischen Einfälle und Herders Sorge um die Veröffentlichung.

3              die Meinige: die Aelteste Urkunde.

4f.           Etwas von mir: Auszug aus einem Briefwechsel über Ossian und die Lieder alter Völker und Shakespear, 55,13.

7f.           auf die liebe Theologia studiren: wohl An Prediger.

10            Flamme <...> Sausen: 1 Kö 19,12; Jh 3,8.

11            Inlage: wahrscheinlich für seine Schwester, K. Güldenhorn.

14            dort protegiren möchten: in Königsberg sollte Hamann den Subskriptionsplan unterstützen.

15            Klinker: von T. Smollet; Yorik: L. Sternes A sentimental Journey.

Brief 392

Erste Antwort auf 391, nicht abgesandt, 56,31 und insgesamt Brief 393.

54,19        Knittelverse: 53,23f. und 56,33f.

24            kleiner Bastart: Johann Michael, den Hamann in einem lang angelegten Plan (8,16ff.) Herder zur Erziehung anvertrauen wollte; noch testamentarisch am Schluß der Philologischen Einfälle.

26            gegen so viel andere: die zu erwartenden Kinder.

27            C.[onsistorial] R.[äthin].

31            Layenbruder: v. Moser, 60,26ff. und Herders eilfertig-böse Charakteristik 61,10ff. Die Nachricht aber war falsch (66,7).

55,2         Lotterie-Director: Kanter.

3f.           gelehrten Zeitung: Königsbergsche <...> Zeitungen.

4              Wochenschrift: sie erschien halbwöchentlich montags und freitags, 57,8f.

6              3 Verlegern: Kanter, Hartung, Hinz (auch Petersen?), 57,12f.

13            Etwas: 54,4; Hamann rät auf andere Beiträge Herders, der seinen Shakespeare-Essay unerwähnt ließ, wohl weil er wiederum seinen Anreger Hamann verschwiegen hatte.

15f.          von deutscher Bauart: Goethes Von deutscher Baukunst.

17            Klopstockschen Schrift: Die deutsche Gelehrtenrepublik.

18            das Compliment in seinem Briefe an mich: das Hyperbaton des Satzes meint, Klopstock habe ihn im Brief an Lindner grüßen lassen.

21            G. im deutschen Mercur: die Verfasser-Sigle G. nicht ermittelt; N III,430: Hamanns Eintrag auf dem Titelblatt eines Exemplars des Selbstgesprächs: Der Vater der neuern Künsteleyen, die unserm Styl schon so verderblich geworden, Herr Hamann ist von neuen aufgetreten und hat Selbstgespräche bekannt gemacht, die er auch nur selbst zu enträtzeln im Stande ist. Hingerissen von diesen glänzenden Fehlern hat ein angehender Schriftsteller, der Verfasser einer sonst lesenswürdigen Brochüre von deutscher Baukunst, durch Zierrathen zu glänzen gesucht, die in der Baukunst Schnörkel heißen. Der deutsche Merkur. Des 2ten Bandes 3 Stück Junius 773. Fortsetzung der Nachrichten vom Zustand des deutschen Parnasses. S.207. G.

23            neuen Autorschaft: Aelteste Urkunde.

25            Arztes: Lk 4,23.

27            Anspielung auf die Möglichkeit, daß die Zensur ein Schreibverbot über ihn verhängt.

34            Oesfeld und Lessing: 57,35.

56,3         des Schwaben: Verfasserfiktion der Beylage zun Denkwürdigkeiten <...>.

4              Lies selbst.

6              Briefe aus B.: 52,33f.

7              sokr.[atische] Apologist: Eberhard; durch den Schwaben: Hamann als Autor der Beylage zun Denkwürdigkeiten des seligen Sokrates.

10            Übersetzer des Klinkers: Bode, 41,16ff.

12            keinen Einfluß: 54,13f. und 57,22f.

13            Oden <...> allegirt: die 1771 o. V. auftretende Ausgabe der Oden bei Bode.

16            Ihr [lies ihr] Schicksal: in der Zensur.

Brief 393

Siehe Kommentar zu 392.

56,28        hypochondrisch politischen Plage: wohl vorgeschobener Krankheitsgrund, um nicht aufs Amt gehen zu müssen.

34            letztes Quartblättchen: 391.

57,2         Parthie: Partei.

5              Querstrich durch mein Testament: 54,23 und 60,34f.

24            Klopstocks Subscriptions Versuch: Goedecke IV,1, S.173 (39); Titel etwa: Allgemeine Gesetze des Reichs der Gelehrsamkeit, siehe Brief Herders an seinen Schwager F.S. Flachsland, August 1773, HBGA 3, Nr. 22; im Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten vom 11.6.1773 der Subskriptionsplan für Die deutsche Gelehrtenrepublik [Herder Briefe 11, S.470].

25f.          Brief an Lindner: der verantwortlicher Kollekteur der Subskription war, Brief nicht überliefert.

28            eines Klopst. würdig: dieses Lob teilt Herder Klopstock unter dem 25.Sept. 1773 mit, HBGA 3, Nr. 27.

58,1         Schleichsatz <...>: lies Schleichsalz, N III,117,11.

10            Appartimentum des Leviathans: Nachbarwohnung des L., nach Hi 3,8; 40,25 u. ö. im AT.

20            neue Apologist: Eberhard, N III,113.

21            Pasquil des schwäbischen Nachrichters: der Geistliche in Schwaben als Verfasser der Beylage zun Denkwürdigkeiten des seligen Sokrates, als ironisierter Henker; lies Fra Pluto, N III,112.

24            geographisch-historisches Wochenblättchen: Büschings Wöchentliche Nachrichten von neuen Landcharten, geographischen, statistischen und historischen Büchern und Sachen, 1.Jg. 1773.

25            angenehm <...> gestriegelt: 55,21.

27            Lieschen <...> Kurzweil: Elisabeth Regina, die offenbar die Illustrationen auf ihre Weise ergänzte.

28f.          Eine Antwort <...>: die Hexe zu Kadmonbor.

30            Künsteleyen und Schnörkel: N III,430, von Hamann notiert, 55,21f., aus dem Deutschen Merkur, wo das Selbstgespräch abgefertigt und H. des verderblichen Einflusses auf Goethe am Beispiel seines Von deutscher Baukunst bezichtigt wird.

30f.          drey so entgegengesetzte <...> Plane: Philologische Einfälle, Selbstgespräch eines Autors, An die Hexe von Kadmonbor, 63,37.

32            Persiflage: Hamann verwendet die Vokabel meist, grammatisch richtig (gegen Nadler, N III,22,28f. und 418), als Neutrum.

34            kein Amanuensis: wie der des Grafen von Shaftesbury, N III,69,17; gemeint sind seine bisherigen Verleger, auch Hinz in Mitau.

35f.          nach Ihren Gegenden geschrieben: wohl an den Verleger Gebhard in Frankfurt am Main, der die Schrift, von Hinz gedruckt, dann auch mit der Jahresangabe 1773, verlegte, N III,434.

59,1         Lettre perdue <...>: N II,419ff.

6              außerordentl.[ichen] Betrachtungen: Neue Apologie des Buchstaben h <...>, mit der Autorfiktion des Schullehrers H.[enrich] S.[chröder], 63,5ff.

11            Frankfurter Zeitung: 61,17.

12            Lemgosche Bibliothek: Auserlesene Bibliothek.

14            Ihres Geburtstages: 25.August.

16            Brief: vom 19.August; schwerl.[ich] weggegangen: jedenfalls nicht angelangt, 60,22.

20            Ihr Urtheil: 54,8.

24            Eclipse: Verschwinden, Sonnenfinsternis; επεχειν: zurückhalten, aufschieben.

26            2 Schriften: Biga 70/192 und 73,25.

60,17        an ihn geschrieben: nicht überliefert.

Brief 394

Bezieht sich auf 393, kreuzte sich mit 396, Antwort darauf geben 402 und 408. Datum: Anfang November 1763 [Herder Briefe 11, S.476].

60,23        keinen zerreißen: 56,30f.

23f.          Der weggeworfene Pinsel <…> vortrefflich: N II,97,31ff., jener Maler=Protogenes aus Kaunos, von dem Plinius Naturalis historia XXXV,36,81 erzählt: <…> Auf diesem Bild befindet sich ein wunderbar gemalter Hund <…> Er meinte, auf dem Bild den Schaum des keuchenden Hundes nicht recht darstellen zu können. <…> In ängstlicher Seelenpein, da in der Malerei das Wahre, nicht aber das der Wahrheit Ähnliche enthalten sein soll, hatte er den Schaum öfters abgewischt und den Pinsel gewechselt, war aber keineswegs mit sich zufrieden. Schließlich warf er aus Zorn über die Künstelei, weil man sie (als solche) erkenne, einen Schwamm auf die verhaßte Stelle der Tafel. Dieser trug die abgewischten Farben wieder so auf, wie es sein Bemühen gewünscht hatte. <…> Auf diese Weise zeigte Protogenes, wie man auch den Zufall (zu Hilfe) nimmt. (Übers. R. König/G. Winkler).

28            mit blauen Augen: 53,23f. und 57,1f.

34            Schweizermädel: Karoline Herder glaubte an die Schweizer Herkunft ihrer Familie, auch 62,28.

34f.          Codicill Ihres Test.[aments] <...> außer Sorge: 57,5f.

61,1         Von D.[eutscher] Art u. K.[unst]: 54,4f., 57,16ff.

6              etwas reichers und beßers: Aelteste Urkunde <...>.

10            Layenbr.[uder]: 54, 31ff., Hamanns Verteidigung v. Mosers, 75,13ff.

19            wenig dazu geliefert: die Rezensionen in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen von 1772, SWS V,423-474; Verdruß bekomme: seine Polemik gegen Schlözers Vorstellung seiner Universal-Historie ebendort, 28. Juli 1772.

21            in die König.[sbergschen] Zeit.[ungen]: Gefundene Blätter aus den neuesten Deutschen Litteraturannalen <...>, 71,1ff.

Brief 395

61,35        Lies [gegen Roth VIII,1, S.231] wohl leur malheur.

62,8         votre Ecce: das Tableau des mes Finances <...>: N II,307ff.

Brief 396

[Adresse]: Pour mon ami Herder/ à Buckeburg par [?]

62,23        Merk: auf der Rückreise Mercks aus St. Petersburg, im reduzierten Gefolge der hessischen Landgräfin Karoline, die im Sommer vorigen Jahres mit ihren drei Töchtern und einem großen Gefolge zu einer anderen Brautschau an den Hof Katharinas II. gereist war, was dann auch zu einer Verlobung der Prinzessin Wilhelmine mit Katharinas Sohn, dem Großfürsten Paul führte, siehe die (kritisch zu lesende) Biographie von H. Prang, Johann Heinrich Merck, 1949, bes. S.88ff.

27            Pays le Vaud: Heimat von Mercks Frau, Louise Charbonnier.

31            Chef d'oeuvre: ein Kind zu zeugen.

63,1         treuer Arbeiter: Mt c.20.

2              neueste Kupfer unsers Landsmanns: die Gravüre Kants in der Allgemeinen deutschen Bibliothek, Band 20/1, 1773.

3f.           Herderschen Solöcismen: Allgemeine deutsche Bibliothek, 19/2, 1773, S.439-451 [Sigle Bm].

5              Henrich Schröder: Ankündigung der Neuen Apologie des Buchstaben h.

11ff.         Formido male <...>: Motto von Encore deux Lettres perdues!!!, wohl auch, weil darin ein QUINTUS genannt wird.

15            je suis devenu <...> verstehen: N II,301,15f., weil er dort Herder als einzigen verbliebenen Freund benennt.

19            wie Ihr Nachbar: Westfeld, 29,23, weil dieser ebenfalls Herders einziger Umgang ist.

22            alten Schwager: Kanter.

28            tollen Brief: nicht überliefert, 64,24ff.

30            zu seinem Vortheil: 54,13ff.

35f.          impertinente gedruckte Antwort <...> Handbrief: N III,429f., Anlaß zur Strategie der Schrift An die Hexe zu Kadmonbor.

64,3         αποριαγκυροβολaeisches Geschenk: notankerwerfendes, in Anspielung auf Nicolais Roman.

5              Pollux: Lexikon des Iulius Polydeukes.

9              ehrlicher Pratje: wohl der Historiker Johann Hinrich Pratje.

11            des ersten Theils: des Tristram Shandy; Link-boy: Licht-boy als Begleiter bei Dunkelheit.

12            God mind me: spielt vielleicht an auf Epistle III, 308-312 des Essay on Man.

15            (relata refero): die Erzählung Mercks.

16            Schulmeister: dem Henrich Schröder der Neuen Apologie des Buchstaben h.

20            kein Porto: da wohl von Merck überbracht.

Brief 397

64,25        keinen Brief mit mehr Vergnügen gelesen: nicht überliefert, 63,28f.

31            Subscription: des Tristram Shandy.

34            einen einzigen: Subskribenten.

65,8         mit seinen Subscribenten: für die Deutsche Gelehrtenrepublik,  57,24.

14            Freunde Sancho <…>: des Don Quijotes Knappe; einer von Hamanns Lieblingssätzen.

22            Ihr Packet: Inhalt nicht ermittelt.

Brief 398

Aus Goethes Autographen-Sammlung. Hamann richtete ihn an v. Mosers Frankfurter Adresse.

66,9f.       wirklichen Ankunft: 60,16; 66,18 und 75,13.

12            Corpus delicti: Treuherziges Schreiben <...>.

19            Es handelt sich um einen Bernsteinkauf.

24            sollicitus reus: in höchstem Maße schuldig.

25            armen Beseßenen: Hamann.

28f.          unauslöschlichen Gelächter im Olymp: nach Hom. Od. VIII,326.

31f.          Mst.[Manuskript] in der Tasche: 67,20ff., die Lettre perdue; wohl noch nicht das Mst von Philologische Einfälle und Zweifel, samt AV SALOMON DE PRUSSE, das später in den Besitz v. Mosers kam (der es abschreiben ließ) -und das dann in den Besitz Herders kam, N III,423.

32            Handel in petto: 68,25ff.

67,5f.       delphisches Oraculsprüchlein: sich selbst zu erkennen, γνωϑι σεαυτον.

8              entweyhen: mit dem Risiko, wie Sokrates der Gottlosigkeit angeklagt zu werden.

10            alcibiadisches Gehäuse: Alcibiades über Sokrates im platonischen Symposion 215 A (übers. F. Susemihl): Ich behaupte nämlich, daß er ganz ähnlich jenen Silenen sei, welche man in den Werkstätten der Bildhauer findet, so wie diese Künstler sie mit Hirtenpfeifen oder Flöten darzustellen pflegen; wenn man sie aber nach beiden Seiten hin auseinandernimmt, dann zeigt es sich, daß sie Götterbilder einschließen. Und wiederum vergleiche ich ihn mit dem Satyr Marsyas <...>.

15            Der treuherzige Layenbruder: v. Moser.

16            zu weit und tief sahe: 71,32ff.

18            Myop: kurzsichtig.

19            Aas des Adlers: Mt 24,28 (Luther: Wo aber ein Ass ist/ da samlen sich die Adler).

20            das Mst. <...>: 66,31.

24            gute Ding des Saltzes: Lk 14,34.

28            Brouillon im Weinmonat 72: N II,35.

30            diese Reliquie: der Lettre perdue.

32            nach Baumelle: Beaumelle, L.A. de; wo dieser auf die Analogie von Wörtern und Geldstücken (hier denen des Philosophen von S.[ans] S.[ouci]) anspielt, ist nicht ermittelt, vielleicht in Mes pensées. Berlin 1752 oder der Assoziation 69,13 wegen, Beaumelles Nachrichten, die zum Leben der Frau von Maintenon und des vorigen Jahrhunderts gehörig sind. Aus dem Frz. ins Deutsche übersetzt. Berlin/Stettin 1761. Siehe auch Qint.inst. I,6,3: valent verba sicut nummi.

35            Lucubrationen: nächtliche Arbeit.

68,22f.     Macht auf meinem <...> Haupte: 1 Ko 11,10, was Hamann auf die Bedeckung seiner Kahlheit mit einem Kopftuch bezieht. Zu diesem Bild und seinen Schicksalen siehe Brief 452 an Herder; generell Nadler, 509; dazu aber auch S. Sudhof in Deutsche Vierteljahrsschrift <...>, Jg.34, 1960, Heft 2, wo das bei Nadler dem Titelblatt gegenüber abgebildete Hamann-Porträt als irrtümliche Zuweisung bewiesen wird.

69,9f.       Vater des starken Agathon <...> Musarion: Wieland, als Herausgeber des Teutschen Merkur.

12            bösen Catin: die dem Editeur der Lettre perdue schreibt: Je suis femme. C'est par curiosité et par dépit, que je trahis un drôle, que je reconnais plus---, N II,300.

13            Aspasia: mit ihrem Einfluß auf Perikles wie die Maintenon auf Ludwig XIV. (44,30) und Madame de Sevigné in ihren Briefen.

16            Mutter meiner <...> Kinder: als Muse (Z.27) seiner Schriften.

25            weidlichen Boas: Rut 3,18.

28            nicht mehr Mara sondern Naemi: nicht mehr die Bittere, sondern die Liebliche, nach Rut 1,20.

Brief 399

[Zu: Nachweise, 418,1 ist zu korrigieren: Ms. germ. qu. 1304, (70)??]. Nach langer Laufzeit und nachdem der Pumpernickel verschimmelt angekommen war, ist die Antwort darauf erst 411. Datum: [Dezember 1773] [Herder Briefe 11, S.485].

70,7         aufrichtiger Freund: Pegelow, Haym I,535.

10            Zeit meiner Blindheit: nach seiner Augenoperation.

17f.          eßen zu meinem Gedächtnis: usurpierte Einsetzungsworte; Erinnerung der ersten seligen Zeiten des Viehs u. der Eicheln: Des Ritter von Rosencreuz <...>, N III, 29,14-26; nach Cervantes' Don Quijote, 1. Teil, c.11., mit des Ritters Utopie einer friedlichen Urwelt.

Brief 400

Mit der Beylage des einzigen Exemplars der Handschrift der Philologische[n] Einfälle und Zweifel.

70,22        Zuschrift: nicht überliefert.

23            Einlagen: nicht zu ermitteln.

27            Sonntag Invocauit: 20.2.1774.

28            letzte erste Advent: 28.11.1773, 66,7ff.; 69,22; Verleger: Hamann hatte Kanter sein prekäres Konterfei (Ecce) abgekauft und sendet es beykommend an v. Moser, wohlverpackt (Nasendrücker, volkstümlich für Sarg).

32            kleine Handschrift: Philologische Einfälle und Zweifel, N III,423.

71,1f.       3 Recensionen <...>: die über M. Wilhelm Heinrich Beckhers Betrachtung <...>, A.L. Schlözers Vorstellung einer Universalhistorie und Die Taufe der Christen, N IV,379-384; 2 ½ Beylagen: Herders hamannisierend-kritische Bücherrevue Gefundene Blätter aus den neuesten Deutschen Litteraturannalen von 1773, von Hamann redigiert und eingefaßt mit einem anzüglichen Exordium und Exitus, 74,29; Herders Text in SWS V,258-270, zu Hamanns Beitrag N IV,385.

4              Bollingbroke-Hervey-Hunterschen Uebersetzung: Hamanns, für 1774 angekündigt; seine Selbstanzeige, N IV,441ff. und Mancherley, und Etwas, N IV,445-447.

6              In Ansehung des Mst.: des Manuskripts der Philologischen Einfälle und Zweifel, das Hamann übersendet.

14            Nebucadnezar, mein Knecht: Jer 25,9; das prophetische Wort ist das punctum saliens seiner Schrift (und ihrer unzeitigen Geburt), daß nach der siebzigjährigen Herrschaft Babels über das strafbar gewordene Gottesvolk jenes Babel (Berlin) durch den Zorn Gottes wird vernichtet werden.

21            wie Naemi: Rut 1,11f.

24            mir ertheilten Diplom: der Name des Magus.

30            Feyerkleide eines herkulischen Westenhemdes: in der Löwenhaut.

72,3         mit scythischer Freyheit: wild, ungeschlacht.

5              kein Cardinal von Retz noch Julius Caesar: in seinen Memoiren, Seconde partie, berichtet jener folgende Begebenheit: Le bonhomme M. de Morangis [Antoine de Barillon, conseiller d'Etat et directeur des Finances en 1648] me disant, dans la cellule du prieur des chartreux, que je faisais trop de dépenses, comme il n'etait que trop vrai que je la faisais excessive, je lui répondis fort étourdiment: J'ai bien supputé; César, à mon âge, devait six fois plus que moi.

11            nach der gedruckten Bilanz eines Ex-chinesers: im [Ecce!] Tableau de mes Finances der Lettre perdue, N II,307ff.

73,1         Eccles. XXIX: recte Sir 29, von Darlehen und ihrer Rückgabe, 425,15.

2              getreuer und kluger Haushalter: Lk 12,42 und c. 16.

4              Unkraut: Mt 13,25.

6              gnädiger Zuschrift: 70,22.

8              Mannes: Merck, 62,23ff.

11            Nikodemus: Jh 3,1ff.

Brief 401

73,19        deutschen Almanachschreibers: H. C. Boie, Herausgeber des Musenalmanachs.

22            an <...> Ruprecht <...> geschrieben: nicht überliefert.

31            All mein Grimm: Brief 390; gehen sie: Sie.

33            Schaaf blöken: parodiert Herders naturalistische Theorie vom Ursprung der Sprache.

35            Anti-Knaut: 74,33ff.

Brief 402

74,2         Sokrates Mainomene oder Maiomene: der Rasende oder der Geburtshelfer, nämlich von Gedanken und Einsichten.

5              Ueberbringer: Hartknoch ebenfalls.

6f.           evangelischen Beseßenen: Jh 10,20f.

7ff.          Feuer und Wasser, deren Gegensatz Hamann dem des dünnen Aubergen Caffé und des gaumenbrennenden Destillats von Zimtbranntwein assoziiert, den Hartknochs (nicht ermittelter) Reisegefährte ihm angeboten hatte.

11            Monstrum horrendum: die Aelteste Urkunde; iudici competenti: Kant, als zuständigem Richter, mit Anspielung auf dessen Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen von 1764.

13f.          Nachtvogel: die Eule der Athene; Gesicht: Augen als Metapher des kritischen Blicks.

14            Herren Polonii: mit ihrem Einerseits-Anderseits, im schnellen Tempo der getanzten Gigue, wie man es vom opportunistischen Archetyp Polonius im Hamlet kennt.

17            Meine Stallmeisterdienste <...> spanischem Rittergeiste: Hamann als Sancho Pansa des Don Quichote Herder.

16            aushamannisirt: Parallelbildung zu manieristischen Verbformen, z.B. bei Shakespeare, Hamlet, III,2: it out-herods Herod.

18f.          romantische animalcula: romanhaftes Tierchen, ein ungewöhnlicher (auch unbelegter) Diminutiv, wie animula für Seelchen; es meint hier, Herder ironisierend, den klapprigen Rosinante, der den Wagen (Räder) der dem Sancho Pansa abgeborgten Sprichwörter bewegt, etwa das von Hamann gern zitierte Gott versteht mich, siehe auch Bode, 65,14.

21            Ihres Verlegers: Hartknoch.

23            meinen captum: Fassungskraft.

24f.          Zur erfüllten Bitte 90,30f. und 95,23.

27            Ihren drittehalb Beylagen <...> 3 Recensionen: für die Königsbergschen <...> Zeitungen, 71,1.

29            kleine Änderungen <...> Exordium und Exitum: zu Hamanns redaktioneller Arbeit siehe SWS V,249ff.

33            Knaut: 73,35 und Herders Dementi 192,25ff.

34f.          rothdeutschen Styls: Parallelbildung zu Rotwelsch, also verdorbenes Deutsch, das Hamann in Herders Gefundene Blätter <...> bekümmerte.

75,9         Im Knaut: 92,25.

10            Götze von Berchelingen: 61,2.

11            Ihr Billetchen: nicht überliefert, es kann nicht 399 sein.

13            den 1. Advent: auf dessen Rückreise von St. Petersburg.

14            Erwartung erfüllt: gegen Herders Schmähung 61,10 und Z.9f.; siehe 398 und 400.

15            Feuer Probe: v. Moser war vom Landgrafen Ludwig IX. nach St. Petersburg beordert worden, um am Zarenhof Einspruch zu erheben gegen den Übertritt der Prinzessin Wilhelmine zum griechisch-orthodoxen Bekenntnis (26. August), der einen Tag vor der Verlobung mit dem Zarewitsch Großfürst Paul stattfand; v. Moser war erst am 28. August angelangt, als alles entschieden war, wobei vermutlich auch die Landgräfin auf ein fait accompli gedrungen hatte. Auch der andere Auftrag des Landgrafen scheiterte: nämlich seine dubiosen Ansprüchen auf das Herzogtum Kurland bei der Zarin zu sondieren. Zu dem doppelten diplomatischen Scheitern kam noch, daß er, nicht unmittelbar zum Gefolge der Landgräfin gehörend, sich durch das Protokoll des Zarenhofs brüskiert sah. Der Konflikt mit der Landgräfin trug denn auch zu seiner baldigen Entlassung bei.

22            alle Menschen Lügner: Ps 116,11.

23            Freund: Merck, 62,23.

24            auf immer vergeße: 92,31.

25            Zeilen an Sie: 92,32, nicht überliefert; ihm zu gefallen <...> an den antisokratischen Apologisten schrieb: Eberhard, damals noch Prediger in Charlottenburg, mit dem Merck befreundet war; Hamanns Brief ist nicht überliefert; 379 kann es nicht sein.

27            politische Angelegenheiten in B.[erlin]: 61f., den Brief Guichards.

76,7         actio, actio, actio: nach einer Demosthenes-Anekdote, die mehrfach überliefert ist, z.B. Quint.inst. XI,3,6; Cic. ad Brut. 142; Plut.mor. 854 B., II,69,11.

15            Saltzsäule: Wsh 10,7.

19            Freund N. <...> sein Schreiben: Hamanns Fiktion, Nicolai als Autor des Schreibens an die Hexe zu Kadmonbor, ebenso wie Heinrich Schröder für die Apologie <...> anzugeben.

22f.          meine Uebersetzung: von Bolingbroke und Hervey.

23            Beyl.[age]: Mancherley und Etwas, N IV,441ff.

30            Pisa: das für Hamann, der den Scherz seines Lehrers Rappolt nachahmt, Gegenstand von Kalauern mit der Erbsenstadt Königsberg war (Nadler); Kapernaum: nach Jh 4,46.

31            Fritz und Orlov: Friedrich II. und der russische Admiral Grigorij Orlow.

33            exitus à la Mosaique: wohl ENCORE DEUX Lettres perdues!

34            Auftritt: mit der Aeltesten Urkunde.

35            Plan meiner Ruhe: seine langgehegten Gedanken über die Origines zusammenzufassen.

36            Ihrem Horatz: Herder hatte Hamann die Mervillesche Ausgabe geschenkt.

77,7         mit Furcht und Zittern: Hi 4,14.

8              Leßingschen Lehnstuhl: gemeint sind seine in der literarischen Öffentlichkeit vermißten weiteren Publikationen.

13            Apologie: von Starck.

16f.          griechische Historie aus dem Franz.[ösischen]: Geschichte des alten Griechenlands, von der nur Band 1 erschien.

18            Commentationum: Sylloge commentationum.

19            Exercitium: Libellus de Aischylo.

22            meine Recension: das Manuskript ist nicht überliefert.

31            Boulanger´s Christianisme <…>: Holbach, Le Christianisme devoilé.

78,1         Lies Ohngeachtet.

15            b.[eati] Klotzii.

17            Paulus von den Kretern: Tit 1,12.

17f.          Luther von den Mönchen: ignavos ventres ac praesumptuosos spiritus nennt er sie im Großen Katechismus (WA 30,I, 128,27), wo allerdings auf lutherisch gewordene Pfarrherrn und Prediger gezielt wird.

24            Quandten: Johann Jakob Quandt.

25            diluirt: zum Genuß verdünnt.

32            Kameele <...> erstickt: Mt 23,24.

79,1         in Hamburg haben kennen gelernt: auf der Reise von Paris nach Eutin verbrachte Herder im März 1770 mit Lessing vierzehn vergnügte Tage; der guten Sache: wohl die in Lessings Sammlung Zur Geschichte und Literatur im 3. Beitrag, 1774, beginnende Veröffentlichung der Fragmente eines Ungenannten, wobei Hamann den Herausgeber Lessing in der apologetisch-kritischen Position vermutet.

3              Lavater an Kant geschrieben: Brief vom 8.Febr. 1774 (84,9), in dem er Kant, Herders Freund, bittet, sich nach Verbleib und Verhalten eines Schweizers, Johann Rudolph Sulzer, zu erkundigen, der als Soldat in Königsberg lebe, unter Stutterheimschen Regiment in Herrn Obrist Roeders Kompagnie stehe, nach Hause wolle, und was es koste ihn freizukaufen. Dem entspricht Kant in einem verschollenen Brief, worauf L. sich am 8.April bedankt und bittet, dem Sulzer Geld zukommen zu lassen. K. verfolgt diesen Privatauftrag weiter, versucht, jenem ein Arbeitsverhältnis zu verschaffen, vermittelt auch weiterhin geldliche Zuschüsse. Lavaters Hauptabsicht aber war, in ein Briefgespräch mit K. zu kommen, siehe etwa Kants Brief vom 28.April 1775, in dem er sich kritisch zu Lavaters Abhandlung vom Glauben und dem Gebete äußert und seine fundamentale Unterscheidung erläutert: <...> der Lehre Christi von der Nachricht, die wir von der Lehre Christi haben, und, um jene rein herauszubekommen, suche ich zuvörderst die moralische Lehre, abgesondert von allen neutestamentischen Satzungen herauszuziehen. Diese ist gewiß die Grundlehre des Evangelii, das übrige kann nur die Hilfslehre desselben sein, weil die letztere nur sagt, was Gott getan, um unserer Gebrechlichkeit in Ansehung der Rechtfertigung vor ihm zu Hilfe zu kommen, die erstere aber, was wir tun müssen, um uns alles dessen würdig zu machen <...>.

5              Verf.[asser] des Musenalmanachs: Boie, 73,19.

10            Ihren παρεργοις: Nebenwerken.

11            Schriftsteller: nicht ermittelt.

15            Disputat.[ion]: De tralatitiis; εν εδαφω: auf der Grundlage, 94,1ff.

18            berufte sich auf D. Semmler: Semler; die Frage sei, ob dessen Wortgebrauch Beweiskraft habe.

19            εδαφος: Boden, Fundament, Grundlage.

20            sedem loci: die Stelle eines Ortes, Position eines Gedankens, die Stelle eines Beweismittels.

21            der Pastor in Liefland: nicht ermittelt.

23            Schrift wo Semmler: nicht ermittelt.

24            Canon: die Abhandlung von freyer Untersuchung des Canons.

29f.          Amadis de Gaule: der Prototyp des Ritterromans; <...> Romans de Scudery: als das Beispiel für romantisierende, verfeinerte, bereits preziös-manieristische Schreibart der galanten Romane.

31f.          Verf. <...> romantischen Briefe: Leonhard Meisters Sammlung romantischer Briefe.

80,1         des Mannes: Claudius, 65,31.

Brief 403

Dieser und die folgenden Briefe sind wohl die gehaltvollsten im Briefwechsel Kants und Hamanns, reizvoll auch in ihren Ironien und Necktönen (82,9ff.); Hamann hat sie, mit charakteristischen Veränderungen (83,19ff. oder 33ff.), am Ende des Jahres, durch Vermittlung Claudius' bei Bode in Hamburg zum Druck gebracht: CHRISTIANI ZACCHAEI TELONARCHAE ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, N III,123-133 und 439ff.

81,3         methodo tabellari die Definition in Kants Logik § 118: Tabellarisch heißt diejenige Methode, nach welcher ein schon fertiges Lehrgebäude in seinem ganzen Zusammenhange dargestellt wird, also in Tabellenform.

Brief 404

Wurde zum Ersten Antwortschreiben in den ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, N III,125-129.

82,20        P.[rofessori] P.[ublico].

21            Empfang meines Buches: Herders Aelteste Urkunde, an Kant ausgeliehen (74,11) und nun zurückerhalten.

22            mitgetheilte Skelett: 403.

83,10f.     Averroisten: Anhänger des größten islamischen Aristotelikers Abu al-Walid Muhammad Ibn Ahmad Ibn Ruschd (Averroes), der fälschlich in Verdacht geriet, ein Freidenker avant la lettre gewesen zu sein.

14f.          wie Longin, den der Blitz eines einzigen mosaischen bon mots <...> rührte: Aelteste Urkunde, 1.Teil, V.Tagwerke: Longin bewunderte das >Gott sprach und es ward!<, aber warum hat Gott nicht immer für Longin so erhaben gesprochen? Warum nicht die ganze Schöpfung mit Einem Gedanken?

15            Eroberungswuth: Selbstzitat aus Sokratische Denkwürdigkeiten, N II,17.

17            †††: in apotropäischer Ironie drei Kreuze schlagend.

19            Punctation: Entwurf zu einem Druckvertrag.

21f.          bereits <...> geschrieben: 74,11.

22            Freund: Kanter.

28            seine Ruhe wird Ehre seyn: Jes 14,18.

29            meiner Arbeit: die ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

34            Ketzer: Starck.

84,3         sticht mir in meine Nieren: Ps 73,21.

6              ΣΩΚΡΑΤΕΣ ΜΑΙΝΟΜΕΝΟΣ Oder ΣΩΚΡΑΤΕΣ ΜΑΙΟΜΕΝΟΣ: 74,2.

9              Lavaters Brief: vom 8.Febr. 1774, 79,3; übrige Kleinigkeiten: nicht ermittelt.

Brief 405

85,36        Ihre zweyte Bemerkung: 82,32, eine historische Urkunde.

86,8ff.      Kant lehnt die (offenbar von Hamann) angesonnene Rezension in den Königsbergschen <...> Zeitungen ab.

21            neuen academischen Erscheinung: Stark.

87,2         dichtgeschlossener Phalanx: das nimmt Hamann antwortend auf, 90,3ff.

Brief 406

Wurde zum Zweyten Antwortschreiben, N III,130-133. Datum: 10.April, 90,18.

87,18        katanthropischen Antwort: an den Menschen Kant gerichtet.

20f.          Ich sehe <...> Ungerechtigkeit: Apg 8,23.

22            des Verf.[assers] Thema: das Kant in Brief 405 zu bestimmen versucht hatte; Ens entium: das Sein des Seienden.

26            Vernunftgründen und biblischen Sprüchen, 84,16f.; in Ansehung des willkürl.[ichen] Misbrauchs: Hamann scheint Kant zunächst zuzustimmen.

29            Beger: im Thesaurus Brandenburgicus fol. 80.

31            ersten offentlichen Lehrer: die mosaische Schöpfungsgeschichte verstand Herder als ersten Unterricht des Menschen im göttlichen Erziehungsplan.

88,6         Büchlein: Aelteste Urkunde.

8              alte Preuße: am 29.Mai 1635 wurde ein 22-jähriger Knecht, Andres Grünheide, der sein Messer verschluckt hatte, mit Erfolg durch den Chirurgen Daniel Schwabe operiert, was die erste (später als Sensation beschriebene) operative Magenöffung in Königsberg war, N III,130,35f.; Kant AA XIII,66.

9              Wallfisch <...> Propheten: Jon c.2.

10            neuesten Rabbinen: z.B. Michaelis, Aesthetica in nuce, N II,201; Cameele <...> zu verschlingen: Mt 23,24.

18            Replik auf 87,1.

33            kluge Haushalter: Lk 16,1-8.

89,3f.       Correspondentz mit den Archiven der Völker: ironisch auf die vergleichende Religionsgeschichte bezogen.

5f.           Newton <...> aufzuwiegeln: auf Anregung der Pariser Akademie hatten Gradmessungen in den Jahren um 1735 eine empirische Bestätigung von dessen Thesen erbracht.

6              armen Archimedes: dessen als Anekdote überliefertes Wort Gib mir einen Standpunkt zur Anspielung auf die apriorische Anmaßung dient, mit bloßer Empirie das Geheimnis der Schöpfung ergründen zu wollen.

30            meiner Abhandlung: der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

33f.          zum arbitro eines etwas elegantern Versuchs zu machen: zum Schiedsrichter, indem Hamann auf den arbiter elegantiarum Petronius´ anspielt.

35f.          unterschobene Nebenbegriffe: meint sowohl Kants Weigerung, sich bei Kanter für den Druck von Hamanns Manuskript einzusetzen, als auch das gegensätzliche Urteil über Starck, den Kant für den Vertreter einer nützlichen, kritischen Theologie und Bibelkritik hielt.

36f.          Actien-System <...> kritischer Verleger: Hieb gegen Kanter, der sich beschwert hatte, mit den Schriften Hamanns und Herders sei kein Geld zu verdienen, 86,19.

90,1         Elle des Ladens: 86,11; mißißippischen Liebhaberey: John Laws Versuch, das vom Mississippi durchflossene Louisiana zu kolonisieren, scheiterte 1720, drei Jahre nach Beginn der Unternehmung; mit seinem Bankrott löste er in Frankreich eine Wirtschaftskrise aus.

10            Freund: Kanter.

11f.          Mamamuschi: siehe Molière, Le Bourgeois gentilhomme, Szenen IV,5; 6 und V,1, wo Jourdain, der seine Tochter nur einem Vornehmen zur Frau geben will, geprellt wird, indem deren Liebhaber sich als Sohn des Großtürken ausgibt und Jourdain zum Mamamuschi, Pascha von drei Roßschweifen, ernennt, 130,18ff. und N VI,201 Jordan Mamamuschi.

12            Gansfeder, <...> Schwanfeder, <...> Rabenfeder: stehen auch für die drei Stilarten.

14            nach der Weise Melchisedechs: Heb 7,3.

16            ein Philosoph sey: Anspielung auf das bekannte Boethius-Zitat O si tacuisses philosophus mansisses.

18            Dominica Quasimodo: 1.Sonntag nach Ostern, 10.April 1774.

19            P.[ontius] P.[ilatus].

21f.          Händewaschen <...> Quod scripsi: Mt 27,24 und Jh 19,22; typischen: im Sinne der Typologie.

23            Jh 19,22.

Brief 407

Wurde Hartknoch nachgesandt, der Ende April/Anfang Mai die Herders in Bückeburg auf der Reise zur Leipziger Buchmesse besucht hatte; der Brief bezieht sich auf 402, worauf 408 antwortet. Datum: Anfang Mai 1774 [Herder Briefe 11, S.502].

90,27        Mit welchem Maas <...>: Mt 7,2; Mk 4,24; Lk 6,38; großer Bogen dran: Parade auf 77,12.

28            Mein Buch: die Aelteste Urkunde.

29            link: mit der linken Hand, ungeschickt, unbeholfen.

32            Preisschr.[ift]: Abhandlung über den Ursprung der Sprache; deutsche Art: die Sammlung Von deutscher Art und Kunst. Einige fliegende Blätter, Hamburg 1773 bei Bode erschienen; Brutus: womit nicht das Fragment seines Dramas von 1772, SWS XXVIII,11ff. gemeint ist, sondern das Drama für Musik <...> in Musik gesetzt von dem Concertmeister Bach zu Bückeburg, 1774.

33            Pontius Pilatus <...>: Kant. Kants Analyse Brief 403 und 405.

91,5f.       Weizenkorn <...>: Jh 12,24.

6              Schlaube: Hülle, grüne Schale.

9f.           ein Plan nöthig war <…>: zu provozieren.

14            Ihres Wunsches: 75,4ff.

16            im Miste lesen: stercore Ennii.

19            zur neuen Geschichte: Auch eine Philosophie der Geschichte <...>.

23f.          der A.[lten] <…> N.[euen] Welt <…> fetten Kühe Pharaons: 1 Mo 41,2.

25f.          Tag <…> entsiegelt: die Aufhebung des Johanneischen `versiegeln´ in der Offenbarung.

32            Beitrag zur Kön.[igsbergschen] Z.[eitung]: Gefundene Blätter,  71,1.

35            Lav.[ater] citirt: in einem Brief an Herder aus dem Kants vom 8.4.1774.

37            Natter, mein Ohr verstopfen: nach Ps 58,5.

92,5         Geschichte des Menschengeschlechts: Aelteste Urkunde.

6              Etwas anders <...>: wohl die Abhandlung Ursachen des gesunknen Geschmacks <…>, 187,23 und 30; so entfernt wir immer stehen: Replik auf 74,29f.

9              Lies Ihren neuen Sachen.

10            den Buchst.[aben] H.: Neue Apologie des Buchstaben h.

11            Hexe: An die Hexe zu Kadmonbor; Behemoth: Des Ritters von Rosencreuz <...>, N III,27,4.

25            Knaut: 75,9. Roman J. K. Wezels, Lebensgeschichte Tobias Knauts, von dem vermutet wurde, Herder habe ihn geschrieben.

28            der Darm.[städter], 75,23ff.

32f.          Ihren Brief: 75,24f., nicht überliefert, 62,23ff.

33            kahle Antwort: nicht überliefert; keine Zeile mehr: bis auf Herders Brief an Merck vom Oktober 1775, HBGA 3, Nr. 205. Zu Mercks dubioser Rolle in Herders Brautzeit und in seinem Verhältnis zu Karoline Haym I,529.

93,1f.       3te Mensch: der erste ist vermutlich Leuchsenring; und es ist nicht ganz auszuschließen, daß der hochempfindliche Herder, bei den damaligen Spannungen mit den ehemaligen Freunden und in seinem Ärger über die Frankfurter <...> Anzeigen, vorübergehend auch Goethe meinte; schrieb er doch an Merck am 17.Oktober 1772: In Ihren Zeitungen sind Sie immer Sokrates-Addison, Göthe meistens ein junger, übermüthiger Lord mit entsetzlich scharrenden Hahnenfüßen, u. wenn ich denn einmal komme, so ists der Irrländische Dechant mit der Peitsche <...>.

2              höllische Katze: Mercks böswilliger Neckname Meerkatze, höllische Tiere für Luther und zur Hexenküche gehörig in Goethes Faust. Es waren wohl nicht nur Indiskretionen über das von ihm vermittelte Verhältnis Herders zu Karoline Flachsland, die zum Bruch der Freundschaft führten; Brief vom 17. November 1772, nachdem Merck ihm die Freundschaft aufgekündigt hatte (HBGA 2, Nr. 122 und Nr. 132): <...> so wende ich mich von Euch, u. halt es kaum werth, mit Merck dem leidigen Tröster, u. mit Göthe, dem elenden Wahrsager, Naturkenner u. Zeichendeuter so viel Worte zu wechseln, als der geplagte Hiob mit seinen Freunden: unter denen Göthe just zuletzt kommt wie Elihu.

6              in der Schweiz: wo seine Frau Louise bei ihren Eltern (Charbonnier) in Morges während seiner Rußlandreise lebte, dort eine Liaison einging und die Schwangerschaft nach Mercks Rückkehr gestanden hatte.

8              originibus: auch 93,31, 34,18, geplant, aber nicht durchgeführte Exegese über die Genesis; 76,34ff.

13            Heidenlehrer: Starck, 77,13.

14            Disput.[ation]: De De tralatitiis ex gentilismo; wollte <...> verschaffen: wäre imstande, hätte können.

15            dogma.[icis].

16            alnetanae quaest.[iones].

17            demonstr.[atio] evang.[elica].

25            Boulanger´s: siehe Holbach.

29            Tür vor der Nase zugeschloßen: eine Professur in Mitau (96,26f.), wohin Herder auch Claudius zu vermitteln versucht hatte (Haym I,490); oder die Oberpredigerstelle in Riga oder die theologische Professur in Göttingen.

31            Ihr N.[eues] T.[estament]: 76,25f.

32            Beitrag: 92,6.

35            was Sie gefreut: 79,1f.

36f.          viel zu harte Speise: bei aller Bewunderung Herders nannte Lavater den Stil des Buches zu räthselhaft gedrängt, zu hoch gesprochen, auch hatte er die Ausfälle auf J. D. Michaelis gerügt und den Freund auf das Insektenheer der hirn-und herzlosen Recensentenbursche vorbereitet (Haym I,611).

37            aufs duo vel nemo: das Persiuszitat spielt auch auf Hamanns Motto der Sokratischen Denkwürdigkeiten an.

94,1         Des HE. D. Stark εν εδαφω: seine Diss.[ertatio] De Tralatitiis, eigentlich richtig εν εδαφει.

2              terra, solum, paviment: Boden, Erdboden, Fußboden; Grundtext.

7f.           Tell.[er] Ausl.[egung] u. Erkl.[ärung].

9              Seml.[er] Ern.[esti]: als Vertreter der historisch-grammatischen Bibelkritik.

11            Erste Laufbahn: Cursus im Griechischen sollen die Septuaginta und apokryphen Geheimschriften sein.

14            guten Clemens: von Alexandria.

15            Sextus: Sextos Empeirikos.

17            insonderh.[eit] histor.[ischen]: die beiden akademischen Abhandlungen Wie die deutschen Bischöfe Landstände wurden (SWS V 676) und Caroli Magni progenies (SWS V 699).

18            anderthalb Freundinnen: Gräfin Maria zu Schaumburg-Lippe und Sophie v. Bescheffer.

22            Romant.[ischen] Br.[iefe]: von L. Meister.

22f.          Götz von Berl.[ichingen] ein Pasq.[uill] <…> Prolog zu den n.[euesten] Off.[enbarungen] des D.[oktor] Bahrdt.

25f.          Mit Klopstock <...> Werk: seiner Deutschen Gelehrtenrepublik.

33            Winkelm.[anns] posth.[uma]: die von F. J. Riedel angekündigte Neuausgabe der Geschichte der Kunst des Alterthums.

95,2f.       zur Urk.[unde] hat mir <...> die Göttinger Bibliothek tapfer geholfen: durch Studien im Februar 1772 und die Büchersendungen durch Heyne.

4              Zendavesta: von J. F. Kleuker.

5              Sadi einmal herauszugeben: nämlich das Rosental, blieb unausgeführt; teilweise übernommen in Zerstreute Blätter, 4. Sammlung, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet, SWS XVI,14ff.; lente: festina lente.

7              Auf Bode verlaßen Sie sich ja nicht: der Mancherley und Etwas druckte.

8              unangenehmes Lehrgeld: Druck- und Setzfehler, schlechtes Papier bei Von deutscher Art und Kunst.

12            Füßli <...> Genie wie ein reißender Bach: verdeckte Anspielung auf Hor. carm. 4,2.

Brief 408

Antwort auf 407.

95,23        Ihre Geschenke: 90,32.

33            stamina: Fäden zu den ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

34            Ihr Buch: Älteste Urkunde.

96,8         rohreifte: rauhreifte, Ri 6,37.

11            zu verdammen: Philologische Einfälle und Zweifel, N III,423.

13            Hinter zuzujauchzen von fremder Hand: dein sind wir und mit dir halten wirs.

14            Spruch: vermutlich ein Sprichwort vom trockenen Fell.

21            polnische Reichstag <...>: galt als ein Exempel der Unordnung und Zerfahrenheit, Grimm DW 14,611.

22            Waschmaschienen: Grimm DW 27,2263 nennt J.K.G. Jacobssohn (* 1725 in Elbing), der in seinem technologischen Wörterbuch mit diesem Begriff bereits das Gerät zum Wäschewaschen bezeichnet, das meist für das Waschen von Kartoffeln oder in der Papierindustrie zum Waschen von Lumpen diente.

24            große Schwansfeder: 90,12.

26f.          Mitauschen Professoren: im Herbst 1772 ging die Nachricht durch die Zeitungen, man wolle in Kurland eine Universität errichten; Claudius ließ in seinem Boten verlauten, der erste, den man dorthin berufen gedenke, sei Herder; dessen Befürworter war der Lavaterianer Hartmann, 104,30ff.

28            Claudio Vlubrano: M. Claudius, sein zuerst im Wandsbecker Boten, 1774,1 erschienenes Fragment, das nach der Stoa schmeckt unter dem Motto: --quod petis hic est/ Est Ulubris, ANIMUS si te non deficit AEQUUS (Hor. epist. I,11,29f.). Dazu die kritische Anmerkung von Annelen Kranefuss: Erst in Claudius´ Werkausgabe des ASMUS omnia sua secum portans erhält das Gedicht diesen Titel. Vielleicht hat der bei jeder Gelegenheit Horaz zitierende Hamann diesen Beinamen in einem nicht mehr erhaltenen Brief mit Bezug auf Claudius´ Dorfleben in Wandsbeck gebraucht, was C. dann in seiner Werkausgabe übernommen habe (briefl. Mitteilung vom 27.2.2014).

28f.          erste Billet doux erhalten: nicht überliefert.

29f.          paar Zeilen <...> geschrieben: nicht überliefert.

31            Mancherley u Etwas <...> 3 köpfichten Uebersetzung: der Bolingbroke, Hervey, Hunter, von der Nadler 49 meint, es sei die kleine Handschrift (70,32), die Hamann an v. Moser gesandt habe; N IV,443ff. und 495.

32            Vorrede des Herrn Urians: ist der Vorbericht zur Anzeige, N IV,445,2, der offensichtlich den Stil Claudius' parodiert.

33            Beylagen: wohl die Herders, die im Wandsbecker Bothen erschienen waren, darunter (SWS V 427) die scharfe Rezension vom Versuch einer prosaischen Übersetzung der griechischen Lieder des Pindar <...>, Berlin und Leipzig, in der Ringmacherschen Buchhandlung 1771, die in der Nummer vom 1.Mai 1772 erschien.

33f.          Stelle aus dem Pindar: N IV,445,18ff., die Übersetzung der Verse 28-32 aus der 4. Strophe der 12.pythischen Ode; siehe die textnähere Übersetzung Oskar Werners: Wenn ein Glück/ Irgendein Glück es für Menschen gibt: ohne Mühsal und Not/ Erscheint es nicht; führen zur Höh kann es am heutgen Tage noch/ Ein Gott-das Geschick ist unfliehbar-doch kommt eine Zeit her, die,/ Traf unverhofft sie mit ihrem Schlag, gleichwohl/ Unerwartetes dies gibt, jenes noch nicht gibt.

34            Epimetheus: mit Anspielung auf die Verse 27f. der 5.pythischen Ode, des spät Wissenden, ist Herder gemeint; Bruwisch: Bruinvisch, N IV,495 und N VI,183: Hütenthüt.

97,3         Beyl.[agen]: Hamanns von der Art des Mancherley und Etwas.

5              beyderseitigen Freund: Herder.

6              mit einem Hiebe: eben das Mancherley und Etwas.

10            Gebhard: in Frankfurt am Main, gedruckt wohl von Hinz in Mitau, N IV,434.

11            in 4 noch 8: weder die Hexe von Kadmonbor in Quarto, noch Neue Apologie des Buchstabens h in Oktav.

17            neuen Republik: Klopstocks Gelehrtenrepublik, die Hamann im folgenden Concetto (Maria, bethlehemitischer Kindermord, Pythia, Mosis Gesetzestafeln, Pumpernickel) persifliert.

24f.          3 verlorne Briefe: Lettre perdue und Encore deux lettres perdues in der 2.Auflage.

27            ganz frische Ursache: Kanter wagte nicht mehr, Hamanns Pamphlete gegen den König zu drucken.

28            so wenig gerecht: 91,32ff.

30            Aristobulos: Kant; die Handschrift eher als ich gesehen: vermutlich jene für die Königsbergschen <...> Zeitungen, SWS V 258ff.

32            ausgestrichene Beywort: von Kant oder Kanter, nicht ermittelt.

33f.          des Alcibiades: ließ seinen Hunden den Schwanz abschneiden, damit die Leute sich darüber das Maul zerreißen konnten -und nicht über ihn.

33            ihre Verbeißung: Ihre Unterdrückung.

34            Tobias Hündlein: Tob 11,9.

36            naevos: lat. Muttermale.

37            verzogenen Schreibart: 135,11ff.; mouchen: frz. mouches: Schönheitspflästerchen.

98,4         Urteil über den Klopstock: 94,25ff.

6              Knaut: 73,35.

7              Hiesige Club: wohl die örtlichen Mitarbeiter der Königsbergschen <...> Zeitungen; Director: Kanter.

8              Jänisch: Christian Friedrich Jensch.

11            Masque: Herders.

13            Wirth des Miethmanns: Kanter als Hauswirt Kants.

31            Schlötzerschen Misthaufen: Herders Rezension von Schlözers Universal-Historie erschien in den Frankfurter gelehrten Anzeigen, SWS V 436ff. Der pompöse Titel der Erwiderung: Schlözers Vorstellung seiner Universalhistorie. Herrn Gottfried Herders, Gräflich Schaumburg-Lippischen Consistorialrats zu Bückeburg, Beurtheilung der Schlözerschen Universalhistorie in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen St.60, 1772, mit A. L. Schlözers Anmerkungen über die Kunst, Universalhistorie zu beurtheilen. Göttingen/Gotha 1773.

33            Königsbergsche Recension: Hamanns, im 7.Stück vom 24.Jänner 1774, N IV,381f.

33f.          Wandsbecksche: Claudius' in Nr.208 von 1773 und Nr.3 und 5 des Wandsbecker Bothen von 1774.

99,6         Lügners: Merck.

7f.           Ihnen <...> verschwärzt: v. Moser.

9              erkannte an Ihren Winken: 61,10ff. und 92,28ff.

14            in B.[ückeburg] u. D.[armstadt].

17            mit welchem genio repulsiuo: widerständigen Geist.

18            an ihn schrieb: nicht überliefert.

24            Euagrius: N III, 128,3 und Anm.

18f.          treuherzigen Bruder: v. Moser.

31            Zacchaei: die ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

37            Wink über das erste Buch: der Aeltesten Urkunde, 91,21.

100,3        Hieronimo's <...> Ihr Buch: die Aelteste Urkunde; Leser wie Kant, der Hamann gebeten hatte, seine Meinung <...> aber wo möglich in der Sprache der Menschen mitzuteilen, 82,9ff., oder die Urteile J.A. Eberhards; in Walchs Philologischer Bibliothek, in der Allgemeinen theologischen Bibliothek.

4              erstes Urtheil: in den ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

Brief 409

Der Anlaß zur witzig-biographischen Mitteilung ist nicht zu ermitteln.

100,18      Stagyriten: Philosophen wie Aristoteles aus Stagira.

19            Euripus: Meerenge zwischen Attica und Euboia, metonymisch für Leben und Tod als bloße Naturvorgänge.

Brief 410

100,26      philosophischen Stillschweigens: nach dem Gebot des Pythagoras.

27            consentire videtur: qui tacet <...>; freundschafftl.[ichen] Brief: vom 12./13. Juli, nicht überliefert.

101,5        Die 1.Auflage im März, 2.Auflage im August 1773 (N II,420).

13            Memoire <...>: LE KERMES DU NORD OU LA COCHENILLE DE POLOGNE.

16f.          nach L.[eipzig].

18f.          Claudius <...> schreiben werde: wenn ausgeführt, nicht überliefert.

22            Hartknoch: 102,13f.

22f.          Nicolaitische Antworten: auf Hamanns Selbstgespräch eines Autors, N III,430.

27            Kopke: Koppe, Johann Benjamin; in transitu: auf der Durchreise.

30            Namenstag: Christian, wegen des Pseudonyms der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

Brief 411

102,10      den 130 ψ: Psalm.

13            Hartknoch: stand kurz vor der Heirat mit Albertine Toussaint.

16f.          Brief <...> Pompernickel: 170,3ff.

18            den Mann: Pegelow.

31            Bereschits: hebräisch: der Anfangs von 1 Mo, also die Urkunde; vom Hamb. Correspondenten: die Rezension der Staats-und gelehrten Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten erschien im August 1774, im 3.Stück der Beylage, mit dem Vorwurf falscher Etymologie.

32            רקיע von רקק: רקיע: das Himmelsgewölbe, und רקק: spucken, Aelteste Urkunde, 1. Bd., II, Vereinzelung der Begriffe; die Fehlerstelle in SWS VI,234ff.; Herders Replik 106,14ff.

34            Kieler Recension: in der Kieler Gelehrten Zeitung, 103,8.

36            C.[hristian] T.[obias] D.[amm].

103,7f.     worauf der liebe Commissions Rath Asmus zielt: vermutlich mit der Anzeige der Preisschrift, im Wandsbecker Bothen 1772, 130/131, der reserviertesten seiner Herder-Rezensionen; zum Verhältnis Claudius-Herder: J.-U. Fechner (Hg), Matthias Claudius 1740-1815. Leben. Zeit. Werk. Tübingen 1996.

10            was Gott zusammenfügt: Mt 19,6; Mk 10,9.

14            Wink: 91,29f.

20            K.[ünste] und W.[issenschaften]: wie Herder 106,34f. erläutert.

22            heb.[räische] Sprachlehre: von J. W. Meiner.

25            Ausleger der 7 Augen: J. F. Faber.

33            bis auf die neuesten: eher pauschal gemeint.

35            meine Uebersetzung: der Bolinbroke/Hervey/Hunter.

104,1        Aßmus <...> nicht verbeßert: Hamann warf ihm offenbar vor, das Manuskript der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ nicht sogleich an Bode besorgt zu haben, was C. aber getan hatte, während Bode die Drucklegung verzögerte, siehe Brief 418 und Claudius' beigelegten Zettel.

9              cursu patristico 99,24ff.

14            gelehrten Zwillinge: wohl die ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, N III,127,19f.

16            kreißenden Berge: Hor. ars 139.

20            Naber Flink <...> Naber mit Rath: Naber: Nachbar (niederdeutsch, Grimm DW 13,20); unwahrscheinlich, daß Hamann den schlesischen Wortsinn eines Bohrers, besonders von Radnaben (DW 13,8) kannte. Im Holsteinischen Idiotikon des Johann Friedrich Schütze, 4 Bde um 1800, steht unter dem Stichwort Naber: Naber mit Raad (Hamb. Alt.) vom guten Rath sprwtl. gebraucht, den man nicht weit zu suchen hat. (Freundl. Mitteilung von Pfarrer Dieter Andresen; siehe auch dessen Aufsatz: Matthias Claudius' Schrift An den Naber mit Rat sprach-und theologiegeschichtlich, in: Matthias Claudius 1740-1815 <...>) Die Wendung Naber Flink ist möglicherweise eine überbietende Wortbildung Hamanns.

28f.          κατα το ετυμον: dem Buchstaben nach.

30            Ruf nach Mitau <...> Hartmann <...> für Sie: an eine zu gründende Universität, 196,26ff.; 106,31f.; 111,12ff. und HBGA 3, Nr. 90, S.103,45.

105,2        artiger Beytrag: seine Dreyeinigkeitslehre.

3              deutschen gelehrten Republik: von Klopstock; Staat der Abderiten: Wielands Schildbürger-Roman.

10            Des Nicolai Brief: an Herder vom 13.Juni 1774 (O. Hoffmann, S.106ff.; Haym I,613f.); Hartknoch wird Hamann von diesem Brief Mitteilung gemacht haben (103,28), nachdem Herder ihm, Hartknoch, unter dem 23.Juli geschrieben hatte (HBGA 3, Nr. 90. S.103,51ff.): Nikel hat mir einen fulminanten Brief aus der Nachtkanne geschrieben. >I c h habe ihm Urkunde durch Sie (mit Bitte seines Urtheils vermuthl.) zugesandt< [Lüge Nicolais oder eine mißbrauchte Mutmaßung, Herder habe ihm ein über Hartknoch (?) zugekommenes Exemplar der Aeltesten Urkunde dediziert!], u. das anzüglichste, dummste etc. wars, was ihm drüber zu sagen oblag: ich hab ihm noch nicht geantwortet. Das wird Herder, nach einer längeren Reflexionspause, am 29.Juli 1774 tun und damit das Verhältnis zu Nicolai abbrechen (O. Hoffmann, S.108ff.; HBGA 3, Nr. 92, S.106ff.); was Nicolai nicht hinderte, selbstbewußt zu antworten und eine unfreundliche, die briefliche Kritik wiederholende Rezension der Aeltesten Urkunde in der Allgemeinen deutschen Bibliothek XXXV,1 zu bringen (Haym I,614ff.).

11            mit wunderl.[ichen] Träumen aus Potsdam u Bückeburg: um Friedrich II. und Herder.

16            Freude mit dem nächsten September: erwartete Niederkunft Karoline Herders.

Brief 412

Antwort auf 411.

105,31      ευδοκια εν εικονι, εν αγαπητω του κολπου: freie Kombination aus Mt 3,17; Lk und Jh: Wohlgefallen am Bild, am zärtlichsten Umgang.

35f.          Inlage: 107,17 und 108,32.

106,1        wie den Pumpernickel: 70,3.

3              Claud.[ius] <...> hinkender Bote: Wortspiel mit lat. claudus (Zeile 11); statt Asmus ein . [Punkt] auf dem Ersten Strich des m seyn Name seyn sollte: [also Asinus=Esel]. Wohl ein originärer Wortwitz Herders; und wenn die Frankfurter gelehrten Anzeigen, Nr. XXIII und XXIV, Den 19. und 22.Merz 1776, also eineinhalb Jahre später den Asinus zum Anlaß einer Revision machten, dann besteht wohl kaum ein Kausalverhältnis: Der Herr Verfasser der Gazette universelle de Litterature zu Zweybrücken hat in Nro. 20 dieses Jahrgangs dem Herrn Claudius zu Wandsbeck eine Zurechtweisung gegeben, die wir uns nicht entbrechen können, allhier zu rügen. Er sagt S.144: On a retranché bien de morceaux dans cette édition; il auroit fallu retrancher la premiere partie du titre, qui est à la fois bas, trivial, & qu'on a peutêtre crû plaisant. Und von welchem Titel ist die Rede? Von Asmus omnia secum portans. Der Zweybrücker Rezensent hat gelesen: Asinus omnia &c. und hat treulich übersetzt, l'âne, qui porte tout avec soi &c. (J.-U. Fechner, Bild und Text im Asmus omnia secum portans des Matthias Claudius, in: IMPRIMATUR XIII GdB 1990). Den fraglichen Witz muß Herder in einem verschollenen Brief an Claudius wiederholt haben; denn dieser verbittet ihn sich: Nennt mir nicht noch einmal Asinus! (Matthias Claudius. Briefe an Freunde, hg v. H. Jessen, S.96).

5              Postlegom.[ena]: also alles, was Hamann nach den ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ veröffentlichte.

8              Treuherzigkeit: die Unterstreichung meint eine Anspielung auf v. Moser.

14            Die Rec.[ension] <...> gerügte Stelle: 102,30ff.

17            Michael.[is].

19            in den Erfurtern: Erfurtische gelehrte Zeitungen.

22            2. andere Stücke: vermutlich An Prediger, Funfzehn Provinzialblätter und Auch eine Philosophie der Geschichte, 110,16.

28            aus allen Span.[ischen] Schlößern zurück: meint Hamanns metonymische Spiele mit Don Quichote (Herder) und Sancho Pansa (H.), z.B. 74,17.

29            der beichtende Lau: ein des Atheismus verdächtigter Königsberger Professor, wohl auf dem Totenbett.

30            Das hab' ich jetzt: vermutlich Alte Volkslieder.

31f.          nach Mitau: 104,30ff.

33            Meiners ist <…>: Verwechslung Hamanns mit J. W. Meiner, 103,21f.

36            Ihren Plan: das Werk über die Ursprünge, die Origines.

107,10      ganz in Zend=Avesta: des Anquetil-Duperron, Paris 1771 (zu seiner späteren Kritik SWS XXIV,554ff.); Herders Interesse steht im Zusammenhang seiner Erläuterungen zum Neuen Testament aus einer neueröffneten Morgenländischen Quelle, die 1775 bei Hartknoch erscheinen werden (SWS VII,335ff.).

11f.          Jannes u. Jambres: biblisches Urbild (2 Mo 7) von Irrlehrern nach 2 Ti 3,8; Teller ist wohl mit den Zusätze[n] zu seinem Wörterbuch des Neuen Testaments, Berlin 1773, gemeint.

13            προλ[εγομενα].

Brief 413

107,31      Bestimmung: Verpflichtung als Pianist.

34            schreibt er: 106,6ff.

108,10      wie der Fuchs: Hor. epist. I,1,73ff.

14            Rolle eines Autors <...> Verlegerinn: anzüglich aufs Kinderzeugen, Zeilen 21ff. und 113,13.

16            Essais litteraires: 116,23.

18            Ueber die Ehe: Versuch einer Sibylle <...>.

21            schloß die Stätte zu: 1 Mo 2,21.

24            Reise Gefährtinn: 103,28.

Brief 414

Antwort auf 412.

108,32      Einlage nach Morungen und Riga: an Herders Schwester und an Hartknoch.

109,4ff.    Zur (nicht ganz) versehentlichen Brieföffnung 112,11ff.

32            Passus Ihrer Verpflanzung: Berufung nach Mitau.

110,12      Sterling: gediegen.

16            beyde Corpora delicti: wohl An Prediger und Auch eine Philosophie, 114,4 und 11.

21            an den Fragmenten erlebt: deren überarbeitete Fortsetzung Herder wegen der negativen Kritiken wegen (vor allem Klotz' und Riedels) aufgegeben hatte; Sulzers Wink: an Zimmermann und andere Korrespondenten, Haym I,617ff. Anm.2.

36            ihn: ihm.

37            110,14ff.

111,1f.     Zur Druckgeschichte der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ N III,439f.

Brief 415

111,13      Brief von Hart.[mann]: 113,28f., Kant Briefwechsel, AA X, S.169, Hartmann an Kant, 4.September 1774.

17f.          Mitauschen Zeitung: wahrscheinlich Mitauische Nachrichten von Staats- gelehrt- und einheimischen Sachen, 1766-1775, genaueres nicht ermittelt.

29            jungen Schwaben: Hartmann stammte aus Roswaag (Roßwag) in Württemberg, war Anhänger Lavaters und von Zürich nach Mitau berufen worden.

30            ganze Institut: die geplante Mitauer Hochschulgründung, die Herder bloß als zweite Prämisse im Syllogismus erwägen solle, um zur Konklusion zu kommen.

Brief 416

112,17f. wie die Israeliten: 2 Mo 16,15

24            Consistorial Rath zu Bückeburg.

25            ein Geistlicher in Schwaben: das Pseudonym der Beylage zun Denkwürdigkeiten des seligen Sokrates.

113,19      or et azur: golden und himmelblau.

21            so baroque: schwülstig, manieristisch wie etwa in Z.10f. die geheimnisvolle Physiologie der Mutterbrust.

24            Projects <…> verpflanzen: Herders Mitau-Pläne.

26            Hartm.[annschen] Bemühungen.

27            Klotz und Comp[ere].

28            Brief <…> an unsern Kant: 111,13f.

32ff.         mein prosaischer Abschied <…> Candidaten Theol.[ogiae]: Hamann, der sich jetzt politisch-oekonomisch äußert und Herders eher praktische Theologie des An Prediger.

114,4        Corpora Delicti: An Prediger, Auch eine Philosophie <…>.

6              wie ein Apelles: Plin. nat. XXXV,36,§ 84f: Seine vollendeten Werke stellte er im Vorbau seines Hauses für die Vorübergehenden aus und hörte, hinter der Tafel verborgen, die Fehler, die man anführte, wobei er das volk als einen sorgfältigeren Richter betrachtete als sich selbst (Übers. R.König/G. Winkler).

24            nach B.[ückeburg].

30            kleinen Versuch: <...> einer Sibylle über die Ehe.

Brief 417

115,11      Nachricht <...> brodtlos: Brief 420.

19            Corporibus delicti: 110,16.

29            Rauch <...> Feuer: Anspielung auf Hor. ars 143f.

116,3ff.    nicht aus Helmstädt <...> Geschwätz: 115,11; an wen in Königsberg der Brief aus Brandenburg gerichtet war, ist nicht ermittelt.

14f.          veränderte äußerl.[iche] Lage: auf dem Büro als expedirender Copist, 110,6f.

21            kleine Maschiene: wohl die Gehirntätigkeit überhaupt.

23            ankündigen: 108,16.

28            wie Salomon sagt: Pr 9,11.

34            Frey Jahr: Jer 34,8, Grimm DW 4,116; hier wohl ein Feierjahr als Vater.

36            Mitausche Aussichten: Herders mögliche Berufung.

117,2        jetzigen Gegner: in Mitau-oder die Berliner Theologen, 124,17.

3              zeitigen Sachwalters: Hartmann.

16            Gänse-Schwan-und Rabenfeder: 90,12; auch deren Zitat am Schluß von Matthias Claudius' Anzeige der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ im 3.Teil des Asmus.

17            Trappen=Feder: die der Laufgans, trappa otis tarda.

22            das Dritte: Kind.

Brief 418

118,1        Beylage: das Manuskript der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ; Claudius: dem Brief Bodes lag ein Zettel Claudius' bei, der die erste Korrektur gelesen hatte: Wenn Sie für Aerger und Unwillen noch lesen können und wollen, so lesen Sie und ober-corrigiren Sie.-Die Form bleibt stehen bis Antwort kommt, die, wenn Sie darin keinen merkwürdigen Fehler finden sollten, in einer einzigen Briefzeile bestehen kann. Ich hatte Ihr Manuscript gleich, als ich's gelesen hatte, abgegeben, ich hatte oft sanft und unsanft angefordert; ich habe gleich corrigirt und nach Königsberg geschickt; ich will aber darum doch nicht unschuldig sein, weil aller Schein so gewaltig gegen mich ist. So viel und nicht mehr, bis ich erfahre, ob Sie weiter was von mir hören und sehen mögen, Sie sind indeß in beiden Fällen mein lieber bester Hamann. Claudius. [Gildemeister 2, 149].

10            bösen Richter: Pontius Pilatus, wegen der Kreuzigung Christi, Mt 26,27; guten Advokaten: Hamann, wegen des übernommenen quod scripsi, scripsi am Schluß der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, N III,133.

26            Belauf: Betrag, Summe.

34            Bruder durch 3+3: Freimaurer.

37            in dieser Qualität: diskrete Werbung, der Loge beizutreten.

Brief 419

Antwort auf 414 und 415.

119,13      Daß, nach dem Brief Bodes vom 9.November (118,3ff.), Herder bereits am 13.November das Exemplar der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ erhielt, ist erstaunlich, 129,30f.

20f.          mein Buch: Aelteste Urkunde <…>.

21            der Maulwurf: den Schluß des Ersten Antwortschreibens, das Hamlet-Zitat: Well said, old Mole! <...>, N III,129.

25f.          Im 2ten Theil: Zweites Antwortschreiben, N III,130-133.

30            Lambeaux: Fetzen.

120,3        Apollonii: u. a. Kant (Apollonius Philosophus), Hamann (in den ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ).

5              wie der Fuchs: 108,10 und die Horaz-Anspielung.

7              Mamamuschi: Zweytes Antwortschreiben Schluß, N III,133,4ff.

8              Velo veli Deo: N III,126,35.

9              beigelegte Skelett des Apollon.[ius]: N III,125,8; Kant an Hamann, Briefe 403 und 405.

11            in magnis voluisse: auch N III,126,15f.

11f.          Ihr Segen <...> Moses: 4 Mo 22,6 (N III,126,24ff.).

12            und der Richter: N III,132f.

13            andre 2. <...> Schriftchen: An Prediger, Auch eine Philosophie <…>.

16            von Aktien schreibt: N III,126,32f. und 132,29.

16f.          meinen Stand u. meine Pflicht: der Prediger.

22            vom Julius fast an: seit der Zeit seiner Kur in Pyrmont, Haym I,618ff.

26            Probe davon: 127,7ff.

29            drängen hart an: siehe den Verteidigungsbrief Herders vom 29.September 1774 an Spalding, gegen Böswilligkeiten Tellers (HBGA 3, Nr. 102, S.118ff).

31            wie Michael sagen: επιτιμησαι [εν] σοι Κυριος, der Herr strafe dich, Jud 9.

36            Ruf nach Mit.[au]: u.a. auch für Herder; 95,14; 104,30ff.

121,1f.     Berlinschen διαβολοις: 124,2; 123,32ff.

14            verrätherische Luna: im allgemeinen die aufklärerischen Berliner; im besonderen die Rezension der Aeltesten Urkunde in der Allgemeine[n] deutschen Bibliothek [=Berlinsche Luna], Bd. 35/1, durch Nicolai und J.A. Eberhard.

17            Kleckschulden: kleine Schulden; Berens: Georg B., 109,12; Brief 416 und 153,17.

18            einen Stab zu reichen: erhebliches Darlehen.

21            meliora fata: ein besseres Schicksal.

22            fahlen Pferde: der Sorge (atra cura), d.h. die mühselige Arbeit am Versuch einer Sibylle.

26            Städte: gemeint ist wohl: Stätte.

29            4. Ausgabe: Quartausgabe.

31            die Reliks: James Macphersons Remains (Fragments) of ancient poetry.

122,2f.     seine Anmerkungen übers Theater <...> übersetztem Shakesp.[eare] Stücke: Irrtum Herders, Verfasser ist J. M. R. Lenz.

3f.           Im Götting.[ischen] Musenallman.[ach] <...> W. von ihm: ebenfalls nicht von Goethe, sondern von J. A. Leisewitz: 2 Dialoge, in: Poetische Blumenlese auf das Jahr 1775.

10            in Pyrmont: während seines Kuraufenthaltes vom 7.-21.Juli begegnete Herder Mendelssohn zum einzigen Male.

11            meines Grafen: zu Schaumburg-Lippe; Chodowiki: Daniel Chodowiecki.

12            Omteda: Ompteda.

12f.          Oberhofmeister.[in] der König.[in] <…> in Zelle: wohin Karoline Mathilde von Dänemark 1772-1775 Struensees wegen verbannt war [Herder Briefe 10, 837].

14            Vir bonus et sapiens: [Herder Briefe 10, S.590] Vergil zugeschriebenes Gedicht nach Peter Burman Secundus, Anthologia latina, 1759, 1773, Versiculi de Institutione Viri boni: Vir bonus et sapiens, qualem vix repperit unum milibus e cunctis hominum consultus Apollo.

17            Physiogn.[omie]; Sulz.[ers].

21            Füßli: Johann Heinrich F.

22            Noachide: von J. J. Bodmer.

25            Klopst.[ock].

27            Im Musenallm.[anach] ist ein Auftritt von ihm: es gibt 4 Texte von Klopstock, Göttinger Musenalmanach 1775: Lyda, mit Noten von Reichardt; Die frühen Gräber; Der Jüngling; Szene aus Hermann und die Fürsten, S.197-207. Die Beurteilung Herders spricht für die Hermann-Szene.

28            von W.: Leisewitz, Zeile 3f.

Brief 420

Einen Posttag nach 419 abgesandt [etwa 18.11.1774, Herder Briefe 11, S.540], nachdem Hartknoch am 22.Oktober/2.November 1774 Herder einen Auszug aus Brief 417 mitgeteilt hatte.

123,7        Asche: 121,12.

9f             in meinen Nieren sticht: Ps 73,21; der gute Name ist edle Salbe: nach Pr 7,1.

14            Apostaten: 120,18.

23f.          mit keiner Idee <...> entgegen gesetzt: in An Prediger.

25            Sie sagen <...>: 115,24.

28            Othem Gottes <…> wehet: Hi 27,3.

29            Blüte Frucht: 116,27.

30            Heerling: Weintraube, die später Blüte wegen nicht reifte, Jes 5,2.

30f.          todter Dornbusch: Mk 12,26.

32            Briefe an Spalding: HBGA 3, Nr. 85, S.97f., vom 15.Juni 1774; weiterhin dort die Briefe 91, 102 und 112.

34            glaubte nun persönlich reden zu müssen: im Brief 85 (HBGA 3), um seine Angriffe auf Spalding in den Provincialblättern, allerdings eher notdürftig, zu rechtfertigen.

35f.          Posauner der Dißonanz in alle Welt: Vorwurf der Indiskretion, denn Teller hatte dem Kollegen Jerusalem in Braunschweig Mitteilung gemacht, Sulzer und Nicolai teilten Tellers Meinung und verbreiteten sie mit allerhand Gerüchten an ihre Korrespondenten.

36            die Sache kommt an mich: bereits während seiner Kur in Pyrmont schrieb Herder ein weiteres Mal an Spalding (2. Hälfte Juli) mit der Absicht, sich zu rechtfertigen; schreibe 2. Briefe: nach dem Tellerschen Antwortschreiben am 29. September (HBGA 3, Nr. 91 und 102).

37            jetzt alle 3. Briefe zurückfodre: am 17.November in einem Billet: sie in Natur zurück zu senden, wie er ebenso mit Spaldings Briefen verfahren werde.

124,2        mit den Diabolen: 121,2.

5f.           Ihr Wahlspruch: 116,9f.

8              von Klotz [gest. 1771] gnug belehrt: im Rahmen der Auseinandersetzungen um die Klotzschen und Riedelschen Rezensionen der Fragmente und des Torso.

9              Reihe von Bogen in Makulatur: Erläuterungen zum Neuen Testament.

12            Feuerroße: 2 Kö 2,11.

15            ecclesia pressa: Kirche in der Not, 187,24f.

17            die Sulzers: S. war als Berater des Herzogs von Kurland für Berufungen mitzuständig und hatte sich gegen Herder ausgesprochen; Loos werfen: u.a. Mt 27,35.

18            Brutus schläft: das bekannte Zitat aus Shakespeares Drama Julius Caesar, II,1 u.2; oder melancholische Anspielung auf die Druckfassung seines 1772 Fragment gebliebenen (SWS XXVIII,11ff.) BRUTUS. Ein Drama zur Musik gesetzt von dem Concertmeister Bach [Johann Christoph Friedrich] zu Bückeburg, 1774. Auch N II,353,2f.

21            Solöcismus: auch Hamann hatte sich zu Herders Stil mehrfach kritisch geäußert, 103,17.

Brief 421

124,29f.  Brief von ihm: 419.

33            gegenwärtige Einlage: 420.

33f.          Wirkung des von Ihnen mitgetheilten Auszuges: aus Hamanns Brief 417, den Hartknoch wegen 115,11ff. an Herder gesandt hatte, 122,32ff.

125,9        Couvade: Begriff aus der Ethnologie für den Brauch der Wilden, daß der Vater bei der Geburt des Kindes statt der Mutter das Bett hütet, 129,10ff.

19            Ersterer <...> geschrieben: 418.

37            letzten Beywortes: niedlich.

126,3f.     beym Voß gedruckten: Christian Friedrich V.

4              Versuch der Ehe: von Th. G. Hippel, anonym.

8              Kriegeskunst: Friedrichs II. Die Kriegskunst, ein Gedicht.

14            Quartanten <...> Genesis: Herders Älteste Urkunde.

15            dieser kleine Commentar über das 2te Kap.: 1 Mo 2,21, eben der Versuch einer Sibylle über die Ehe.

23            Conspirationen in Babel: die heftige Kritik der Berliner Theologen als Verschwörung zu verstehen.

24            ersten Bande s[eines]s 4to: der Aeltesten Urkunde.

37            3 Briefe an Spalding: 123,32.

127,4        als das erste: Auch eine Philosophie der Geschichte <...>.

16            Es ist nicht Jedermanns Ding: nach 2 Th 3,2.

19            gute Wittwe: Regine Toussaint, deren Mann 1774 gestorben war.

20f.          Buchstabe q <...> Papiermüller: Hinz in Mitau (als q[uidam]?) und Kanter in Trutenau, 130,11.

Brief 422

Daum: 4.12.1774.

127,26      A.[m]A.[lten].

29            an <...> Claudius geschrieben: nicht überliefert.

30            2 Xbre: Dezember.

3              Bückeburger: Herder.

12            um ein Latus: lat.=Seite.

14            Vossischen Versuch: 126,3f.

21            Geht hin <...>: Lk 10,37.

Brief 423

Antwort auf einen verschollenen Brief Hartknochs, Z.7f. und 129,8.

128,27      Zendavesta: von Anquetil du Perron, 107,10.

28            in W.[est] P.[reußen]: Kanter.

29            lin.[ea] pen.[ultima]: vorletzte Zeile.

31            Schulhalter Schr.[öder].

33            die 3 Kr.[Kammern] < ...>: 130,20; zu K.[önigsberg] M.[arienwerder] u.G.[umbinnen].

129,1        Jordan: metonymisch?

9              lieben Wittwe: 127,19.

11f.          hütete <...> das Wochenbette: 125,9.

Brief 424

129,22      Briefe von Ihnen: 419 und 420.

23            Antwort aus Riga: von G. Berens, 121,17 und 132,2ff.

29            Abus: Mißbrauch.

30            Dom[inica]p.[ost] T[rinitatem]: 13.November, 119,14.

130,4        Tillemont soll <...>: die Stelle lautet bei Tassin: M. de Tillemont croit Euagrius qui vivoit l'an 400 de J. C. auteur des Consultation de Zachée & d'Apollonius.

5              Tessini gelehrte Geschichte: Taßin.

6ff.          p. 246 <...> Gallois <...> velum veli DEI: Le gout du P. de Gallois pour les proses carrées se manifeste encore dans celle qu'il fit imprimer sous le titre de velum veli Dei. Le sujet est une Relique de monastère de Notre-Dame de Bonne nouvelle à Rouen.

20            Gumb.[innen] und Marienw.[erder].

21            Heinrich Schröder: Neue Apologie des Buchstaben h, N III,89.

24            Zeitungsschreiber: Hamann.

25            Mamamuschi: 128,30ff.; N III,98,20.

26            Trappenfeder: 117,17.

26f.          echantillon: Gratisprobe.

33f.          zu Vlubris: nach Horaz ep. I,11,29f.

34            seiner Sünden wegen: 106,3ff.

131,4f.     kleiner Commentar über <...>: 1 Mo 2,21.

6              Meta und Hysterolegomenist: einer, der auch die Kritik und später noch die Kritik der Kritik schreiben wird.

6f.           Weil Sie von Würkungen <...> reden: 119,19f.

7              Blätter: die ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ; No 45: wohl ironische Anspielung auf das 45. Scholion des Selbstgespräch[s] eines Autors, das sich auf den Schwanengesang (Hor.carm. II,20,1ff.) bezieht, N III,79,35ff.

8              mein Lebensjahr <...>: im kommenden Jahr das 45.

9              Mit Ihrem egarement: 123,32; Antiluther: Spalding.

11            in copia vidimata: mit beglaubigter Abschrift.

12            Consultationes Apollonii: die Briefe Kants, 403 und 405.

15            Ihre Beobachtung über Klopstock: 122,28f.

16            Kreutzzügen: N II,215,5ff. und 30ff.

17            Ihr Verleger: Hartknoch.

17f.          Ihre Philosophie und Provintzialblätter: Auch eine Philosophie der Geschichte <…>, An Prediger.

21            Ihre Volkslieder: Alte Volkslieder. Erster Theil. Englisch und Deutsch, Altenburg 1774; Zweiter Theil. Englisch-Nordisch und Deutsch.

23f.          kleine Verrätherey <...> an der meinigen zu rächen: 115,11ff. und 122,32f.; Hamann hatte einen Brief Hartknochs an Herder geöffnet, 109,1ff.

31            Brief aus Br.[andenburg]: 116,3f.; gantze Mähre: Herders Streit mit Spalding und Teller, sowie das Gerücht, Herder habe dies alles betrieben, um durch Schmähung der Berliner Theologen seine Hoffnung auf das Hofpredigeramt in Göttingen zu befördern.

35f.          Was haben Sie nicht in Warner's Vorrede über die Gicht gesehen: Herder glaubte sich in dieser Fratzenvorrede (N IV,440) als das Theologische Monstrum erkennen zu sollen; Herders Brief an Hartknoch, 2.Hälfte Mai 1772 (HBGA 2, Nr. 80), wovon Hartknoch offenbar H. Mitteilung gemacht hatte.

132,1        Misverständniße: 109,24-31.

3              Hause in Riga: Familie Berens.

4              Bruder meiner Catin: J. Chr. Berens.

18            Landstraße: der breite Weg nach Mt 7,13.

21f.          ebenso klug als treuherzig: wie im Titel der Schrift F.K. v. Mosers an den Magum in Norden; H. verteidigt diesen noch einmal gegen Herders Schmähungen, 61,10ff.

26            wie St. Paulus <...> sagt: 2 Ko 5,13.

31            Klotzianisch-Schlötzersche Imitationen: Herders Streit mit Klotz, Riedel und seine Auseinandersetzung mit Schlözers Universalhistorie, sowie Schlözers Antwort, 98,31.

33            2ten Bandes: der Ältesten Urkunde.

37            Weißagung: 123,16; Agagiter: Hamann, nach Est 3,1 u.ö.

133,19      des Wandsbeckers Recension: im Wandsbecker Bothen 1774 hatte Claudius die Älteste Urkunde angezeigt; gegen Ende heißt es dort: Der Kuß *, [mit Fußnote: Mutii Pansae Osculum Christianae et ethnicae religionis] oder die Ähnlichkeiten in den verschiedenen alten Religionsfragmenten, und der gute Geruch der Zahl sieben etc. sind ohne Zweifel kein Spiel des Zufalls und haben ohne Zweifel eine Ursache. Wo die aber zu suchen sei, da wo unser Verfasser sie gefunden hat, oder im Schematismus des Universi und in den vestigiis creaturae a creatore impressis? das läßt der Rezensent dahingestellt sein. <...>.

30            nugas: Nichtigkeiten, Kleinigkeiten; ihre [Ihre] musicalische Dramata: außer Brutus <...>, 1774 (123,18), die Pfingstkantate, 1773, die Umarbeitung einer älteren Fassung von 1766, und Philoktetes. Scenen mit Gesang, 1774.

32f.          das heil Grab der schönen Künste: Italien, Rom, wohin reisen zu wollen Herder angedeutet hatte, 121,36f.

134,6f.     olim Mien-Man-Hoam: im Selbstgespräch eines Autors.

18            Ihrem Hemsterhuis: den Plan, seine in Deutschland noch wenig bekannte Schriften zu übersetzen und zu kommentieren, ließ Herder im Februar 1775 fallen; es ging vor allem um die Übersetzung der Lettres sur l' homme et ses rapports; siehe seinen Brief an Hartknoch vom 19.Nov. 1774 (HBGA 3, Nr. 114, S.133): Hemsterh. geb ich an Dietr. [den Buchhändler Dieterich in Göttingen], daß ich auch von dem loskomme. Er hat an mich drum geschrieben u. hat die Kupfer schon gestochen. Und auch Boje [Boie] hat mir viel geholfen.

19            meine Kleinigkeiten: Versuch einer Sibylle.

33            als ein Palmbaum: N III,141,18, das alte, emblematisch gedeutete und überlieferte Bild der mit einem Gewicht beschwerten Palme als Sinnbild der Stärke durch Widerstand, siehe Henkel-Schöne: EMBLEMATA, 192f.; auch das Zeichen der zum Himmelreich Erlösten, Off 7,9; mit dem Loose auf des Zeus Schooße: homerisch, christlich gedeutet.

35f.          mit den Mutterhänden <...> geleitet: wiederum Anspielung auf die 5.Strophe des Kirchenlieds von J.J. Schütz Sei Lob und Ehr.

36            Vaterauge des Alten der Tage: nach Dan 7,9;13;22.

135,2        αρχηγον και τελει ωτην - αισχυνης καταφρονησαντα: Heb 12,2: Anfänger und Vollender des Glaubens- den Verächter der Schande.

4              Wie mir Hartkn.[och] schreibt: nicht überliefert, wohl der 129,8 erwähnte Brief.

5              will ihm auch <…> wünschen: nicht überliefert.

6              Sp.[alding] Correspondentz: 131,10f.

10            Reformator zu Böhmisch-Breda: 131,9; N III 105,1/14, 106,9/32, 107,15/28.

12            alcibiadischen Verhuntzungen: 97,33f.

14            spasmodische: verkrampfte.

23            Mückenseiger: Mt 23,24.

24ff.         Allzeit Wein oder Wasser <...>: 2 Ma 15,39.

31            eingeschlafenes Ohr: Anspielung auf Verg. ecl. 6,3-4.

34            2ten Band: der Ältesten Urkunde.

Brief 425

Enthält zunächst die erste Handschrift von Hamanns Versuch einer Sibylle über die Ehe, mit einigen Varianten gegenüber dem Abdruck Nadlers nach dem Exemplar der Königsberger Staats-und Universitätsbibliothek, mit Hamanns handschriftlichen Nachträgen der angezogenen Schriftstellen, in N III,199-203; zum genauen Verständnis vor allem HHE, Band 5, Mysterienschriften, S.127-163: den wichtigen und Nadlers Zentralthese kritisierenden Kommentar von Evert Jansen Schoonhoven; siehe auch Hamanns Selbstanzeige im 101.Stück der Königsbergschen <...> Zeitungen vom 18.Dez. 1775.

136,13f.    Laßt uns Menschen machen <…>: 1 Mo 1,26.

28f.          Gleichheit <…> Raubes: Phil 2,6.

137,3        um der gegenwärtigen Noth willen: 1 Ko 7,26.

7ff.          Coloß <…> glühender Schmelzofen <…> kein Falsch ist: Dan 3,1, Dan 3,19, Jh 1,47.

9              Grund- und Eckstein: Jer 51,26.

12            Verstockung des menschlichen Herzens: Mt 19,8.

20ff.         Wer ein Weib ansieht <…>: Mt 5,28 und 32.

25f.          ein festes prophetisches Wort: 2 Pt 1,19.

27            Das Geheimnis ist groß: Eph 5,32, 1 Ti 3,16.

27f.          Ehre <…>: 1 Ko 1,7.

30            durch Kinderzeugen seelig: 1 Ti 2,15; der Mann des Leibes Heiland: Eph 5,23.

32            tiefen Schlaf: 1 Mo 2,21; Männin: 1 Mo 2,23.

33            Mutter aller Lebendigen: 1 Mo 3,20.

34            Nordbritte: John Wilkes, Hg des North Britain.

35            spuckende Ziffer: spukende, die Nr.45 des North Britain=Alter Hamanns, 101,30f.; siehe auch N IV,298-304 und N II,299: Se vend au Pilier N.45 <…>.

35f.          witziger Kauz: Hippel.

37            Baubo: N VI,46.

138,1        Barby: Sitz der Herrnhuter, an der Elbe gelegen.

6              Höllengott: Hades.

7              Tochter: Persephone.

9f.           Einem unter Tausenden: Pr 7,28.

10            Taubeneinfalt und Schlangenlist: Mt 10,16.

10f.          geheime Weisheit: Ps 51,8.

33f.          Caviar des Leviathans: Jes 27,1; bei Hobbes: Bild des Staates.

139,5f.     Das ist <…> von meinem Fleische: 1 Mo2,23.

10            schloß er die Lücke <…>: 1 Mo 2,21.

18            wie ein Galimafree: Gericht aus Fleischresten; Hochzeitsgedicht des J.F. Hinz.

23            Mstchen: Manuskriptchen.

33            Komm ich <...>: mit Geheimsinn für Catharina; Quelle: Gleim, An Doris. 1743 (freundliche Mitteilung v. Anna Loos, Gleim-Haus Halberstadt).

140,1        in Mitau: bei Hinz.

4f.           Voßischen Opusculo homonymo: 126,3f.; es war Hippels 1774 anonym in Berlin erschienene Schrift Ueber die Ehe; Hamann vermutete wohl dessen Autorschaft, gab sich aber unwissend.

5              Selbstgespräch: eines Autors.

11f.          Shakespear im Hamlet: II,2: for the play, I remember, pleased not the million; 'twas caviary to the general.

15            Einlage <...> meinen Brief: 424.

18            alte würdige Mann: H. C. Toussaint.

24            3 köpfigen Uebersetzung: 96,31.

26            Zacchaeum habe: die ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, N III,123.

Brief 426

Antwort auf 418, 156,4ff.

140,31      den Löwen selbst <...> Tatze: ex ungue leonem.

33            Neujahrsgeschenk: das erste Exemplar der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, nach dem von Bode verschleppten Druck.

141,4        Schauer Jupiters: Mythos der Geburt des Bacchus und der Intrigue Junos, Ov. met. III, 256ff.: aus dem Leib der von Jupiters Blitz getroffenen Semele gerissen, wird er zur Reife in Jupiters Schenkel genäht.

5              Lies hochgeschwollenen; gleischenden Hüffte: gleißenden.

8              großen Dictators: Q. Fabius Verrucosus Cunctator (3.Jh. v. Chr.).

27            polynomischer Freund: Hamann selbst, nach den verschiedenen Pseudonymen in Zeile 21ff.

29            Instmann: Arbeiter, der im Hofgesinde eine ausgezeichnete Stellung hat.

35            Recensentensionen: kühnes Kompositum für Rezensenten-Spannungen.

142,2        sine adiecto: ohne Beiwort nunmehr.

3f.           des kleinen Zacchei in naturalibus: Hamann als Autor in seiner ganzen Blöße.

12            Es geht um die Verteilung der 45 subskribierten Exemplare von Bodes Übersetzung des Tristram Shandy sowie um die Abrechnung, die zu übernehmen Hamann zögert, wegen des getrübten Verhältnisses zu dem Hiesigen Buchladen, Kanter.

19            in alienam messem: Jh 4,38 mit Anspielung auf die Buchmesse.

21            Lies daß Sie; skoliodoxe Xsten: Lk 3,5 und Apg 7,15: krummen, verkehrten Glaubens.

22            Anhänger des berühmten Schlötzers: dessen Skoliodoxievorwurf gegen Herder Hamann in der Besprechung von Schlözers Vorstellung einer Universalhistorie in den Königsbergschen <...> Zeitungen, Januar 1774, persifliert hatte, 98,31 und 143,27.

24ff.         Vigor meiner Muse <...> Projects: der Hierophantischen Briefe, die Hamann Bode zum Verlag anzubieten gedachte.

31f.          pragmatischen Kenners vtriusque <...>: David nach 2 Sm 1,26 über den toten Jonathan, der Frauenliebe wie Männerfreundschaft kennt.

35            Tatzen <...> Löwen: ex ungue leonem.

36            Well roared Lion: Shakespeare, A midsummer-night's dream, V,1.

143,1        Nun Mr. Bottom:Anrede an Bode[n]: englisch: bottom: Mr. Bottom, the Dreamer: im Sommernachtstraum: Zettel, der Träumer; Snug the joiner: Schnock der Schreiner.

3              Gevatter: Claudius war Pate von Hamanns zweiter Tochter, Magdalena Katharina.

6              gegen die hiesigen Buchhändler: vor allem Kanter; Telonarcham: Hamann als Autor der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

9              eineisen <...> mare clausum <...> liberum: die zugefrorene und dann eisfreie Ostsee.

13            verkleidete Tyrolerin: Hausiererin, Anspielung auf eine stehende Figur in Komödien und Singspielen des 18. Jahrhunderts.

14            Apollonio Philosopho: Kant, dem Adressaten der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

15            Cavent: Bürge, 144,15.

22            Ehteufels: Asmodi.

23            Pactum illicitum: unerlaubtes Bündnis.

24f.          Amicus <...>: amicus Aristoteles, Plato amicus.

25            ne ambo pereant: damit sie nicht beide zugrunde gehen.

26            Fragezeichen wohl zu ergänzen.

28            SchnickSchnack: Anspielung auf Claudius' Rezension von Schlözers Vorstellung einer Universalhistorie im Wandsbecker Boten, wo es gegen Ende heißt: der Rezensent gebe seinen Schnickschnack für nichts mehr als für Schnickschnack [aus], für eine kleine Übereilung, die aber heilsam und fast unentbehrlich war, bis Hr. Prof. S. den 2.Teil seiner Vorstellung für eine große Übereilung erklärt, ihn mit Stumpf und Stiel ausrottet, und den Boden bei einer zwoten Auflage mit historischem Salz bestreut.

30            Spötter: der Hintergrund des folgenden Gegenspotts war wohl eine Anspielung Bodes auf Hamanns Gewissensehe. Als Rache der Hamadryade droht Hamann an, auf die Nase des schlafenden Bode, statt der (ärmlich-deutschen) Eicheln von den Bäumen der Waldmuse, lakonisch (d. h. wortkarg und spartanisch-militant) Melonen-Früchte (luxuriöser Art, das Lieblingsobst Friedrichs II., statt des biblisch-täglichen Brotes) fallen zu lassen.

34            Wache auf der du schläfst: Eph 5,14.

36            Stehe auf und lies: Anspielung auf Lk 4,17; es folgt ein verhunzter Satzteil, der sich weiterhin auf Claudius bezieht; durch dessen pünktliche Vermittlung von Hamanns Manuskript habe er, mit einem geradezu hellenistisch-gleichen (N III,206) besessenen Eifer, die als cunctatorische Weisheit ironisierten Druck-Verzögerungen Bodes entlarvt.

37            Onesimo: Phm 9ff.

144,4        besprochen: bestellt, verabredet.

5              Industrie: noch in der lat. Bedeutung von Fleiß, Betriebsamkeit, Rührigkeit; V.[on] R.[echts] W.[egen].

6              Valuta <...> nicht gereuen: indem Hamann Bode zumutet, aus dem Erlös der subskribierten Tristram Shandy-Übersetzungen Claudius' Reise nach Königsberg zu finanzieren, Z.34ff. und 145,11f.

7              Nabal, wie Ihr Vetter zu Böhmisch Breda: Nicolai mit Anklang von 1 Sm 25,3 und Anspielung auf die >Posse des Deutschfranzosen Friedrich Melchior Grimm, mit der er 1753 im Stil jüdischer Chroniken die französische Oper verspottete< (Nadler); zu den kleinen Propheten von Böhmisch-Breda Neue Apologie des Buchstaben h von ihm selbst, N III,105.

12            schwarzen Kuh: Bild der Armut, Not.

13            weißen Stiers: Anspielung auf Voltaires Le taureau blanc, wo die Propheten Daniel, Hesekiel und Jeremia ein Festgelage abhalten, während der in einen weißen Stier verwandelte König Nabuchodonozor nur zusehen darf: Je suis réduit à manger du fond et à boire de l'eau.

20            grand comble: Gipfel der Glückseligkeit.

25            die ihn: den Panegyricus auf Bode.

26            Augustus seinen Horatz: Horaz als Hofpoet, etwa im carmen saeculare.

28            Hammonia: Hamburg.

29f.          Zwanzig Legionen Holländer: spielt weiterhin auf die Neue Apologie des Buchstaben h an, N III,99,21ff.

30            Ulubraner: Sumpfbewohner nach Hor. epist. I,11,30.

32            Marius: Gaius M.; seine Trauer auf den Ruinen Karthagos über seinen eigenen Schicksalswechsel ist ein beliebtes Motiv in Literatur und bildender Kunst. Hamann nennt es auch in der Beylage zu Dangeuil, N IV,240, und in Golgotha und Scheblimini, N III,315.

33            Metatarsi: Metatarsus meint in der alchemistischen Tradition die Verwandlung von Stoffen; hier wie in: An die Hexe zu Kadmonbor, 1773, N III,84, ironisch auf Nicolai und seinen Sebaldus Nothanker gemünzt.

37            D. Göthe <...>: Anspielung auf den Schluß des Selbstgesprächs eines Autors, der den D. Fust beschwört. Goethe wie Lessing, seit 1770 Bibliothekar in Wolfenbüttel, schrieben, nach dem in literarischen Kreisen verbreitetem Gerücht, beide an einer neuen Version des Faust-Stoffes (A.Henkel: Lessings Traum von einem deutschen Drama, in: Der Zeiten Bildersaal, 1983, S.55-72).

145,2        ächt deutsch: wie Lessing in seinem 17.Literaturbrief von 1759 eine neue Faust-Figur zu entwerfen die Absicht hatte.

3              keinen Uebersetzer mit der eisernen Hand nöthig: im Blick auf den Götz von Berlichingen eine kritische Anzüglichkeit auf die Bodesche Übersetzertätigkeit.

4ff.          Hamann moduliert den negativen Panegyricus in eine Reihe von Anrufen, im ironisierten Pathos, und in eine mythologisch drapierte Versöhnung. Es geht um die vom Wolkenbezwinger, dem homerischen Charakternamen des Νεφεληγερετης Zeus und die von Poseidon zu begünstigende Fahrt des holtzernen Delphin, des Bücherschiffes, von Lübeck, dem Einschiffungsplatz des Bodeschen Verlags, nach Königsberg. Ein alter tiefer Graben im doppelten Sinne ist zu überwinden, die tiefe Ostsee und der Alte Graben, an dessen No 785 sein Königsberger Domizil liegt. So stilisiert sich Hamann zu einer Art Poseidon, statt des mythischen Dreizacks sich als Mamamuschi mit den drei Schwanzfedern ausstattend, dem Emblem der drei genera scribendi; der Mamamuschi kommt bekanntlich aus Molières Bourgeois gentilhomme (90,11; 120,7 und 147,32ff., siehe auch Zweytes Antwortschreiben der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, N III,133); das horazische Schiff wird angeredet und beschworen, mit leicht verändertem Zitat, weil navis durch den holtzernen Delphin, mit Orpheus-Anspielung, ersetzt wird; jenes Schiff, das einen Vergil unversehrt nach Athen bringen soll. Dem Übersetzer (im Doppelsinn) Bode wird schließlich metamorphotisch die Rolle des Peter Quince zugewiesen, mit dem Ersuchen, den ganzen Termin (=terminus, also die Grenze, die im körperlosen Traum übertanzt werden möge) in ein Ballet zu übersetzen. Dabei benötigt H. statt a ballad, wie es bei Shakespeare heißt, ein Ballet für seine Bild-Sequenz, um seinen Brief mit dem Monolog des seines Eselskopfes entledigten Bottom (Schluß der Szene IV,1 des A midsummer night's dream) anspielungsreich zu beenden, mit einer charakteristisch veränderten Lesart: <...> it shall be call'd Bottom's Dream because he has no bottom and -peradventure to make it more gracious, I shall sing it at her Death. Exit, wobei her Death unenträtselt bleibt.

Brief 427

Wohl vor 426 zu datieren, da es sich bei der brochure um ein Vorausexemplar der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ handelt, 153,25ff. Der erste Satz entwirft wohl einen anderen Brief als den französischen.

146,4        polychreste: vielfach nützlich; Hamanns griechisch-französierter Neologismus will wohl das gestrichene utile überbieten.

Brief 428

146,16      verwahrloste: Schaden genommen.

Brief 429

147,24      der Noel Ihrer <...> Loge: Anspielung auf den Koch Friedrichs II., den der König in einem Gedicht besungen hatte.

28            Buchstaben <...> Geiste: 2 Ko 3,6.

32f.          Kleinmeister von 3 verwünschten Federn: 90,11f.; 128,27 u. 130,18ff.

Brief 430

Vielleicht an seinen Amtschef Stockmar, weiteren Urlaub erbittend.

149,13      Seeligkeit im Geben: Apg 20,35.

20            nugas aniles: Altweiberkram.

Brief 431

Wohl an v. Auerswald.

149,29      Memoires critiques: von Guichard.

Brief 432

150,24f.    dachte nicht viel <...> Leben: Pr 5,19.

151,1        Paarsemmeln: Weißbrot aus zwei Stücken.

2              Oracul: Hauskalender.

8              grifflachten: schadenfroh lachen; Toussaint: Schwiegervater Hartknochs.

25            meines lieben Briefes: wohl 2.Teil des Briefes 425, 140.

152,4        Freundes: Hartknoch.

11            Adelgunde <...> rothen Wangen und pechschwarzen Augen und Haaren: bezieht sich auf das Titelblatt des Versuch einer Sibylle, wo die Wörter Versuch, Sibylle und die beiden Querstriche in rot gedruckt sich vom übrigen schwarz Gedruckten abheben; Hamann wollte es zunächst prächtiger, 113,19.

31            Aspasie: zu dieser Anspielung auf Catharina Berens: E. J. Schoonhoven in HHE, 5,162f.

153,1        Naeuis: Fehlern, Flecken.

5              lieben Amtsschwestern im langen Rock: 151,6ff.

18            Freund in B.[ückeburg]: Herder.

25            Zacchaei: die Prolegomena.

26            Manne: wohl der Adressat von Brief 427.

36            Waarenlager über den Articul: die Hierophantischen Briefe.

154,6f.     ebentheuerl[iche]. Autorschaft: die Älteste Urkunde.

8              seine Volkslieder: 131,21.

9              Dictionnaire des Finances: 114,24f.

Brief 433

Bezieht sich auf Brief 24; Hamann antwortet darauf mit 440, siehe auch 437.

154,22      Inlagen: 160,32f.: ein Brief Karoline Herders an Hartknoch (HBGA 3, Nr. 133, S.156f.) und ein nicht überlieferter Brief an Herders Schwester; 155,15f.

28            Sünde büßen <…> vest werden in der Wahrheit: Lk 15,7, Ps 39,3, 1 Ko 1,10, 2Pt 1,12.

30            Ihrer Tochter: Magdalena Katharina H.

33            Claud.[ius] <...> Ex.[emplare] der Proleg.[omena] <…> an die Darmstädter: 168,1ff.

155,1        Sp.[aldings] Briefw.[echsel]: wegen Herders Schrift An Prediger Brief 420 und 131,10f.

3              allen Apolloniis: Hamann, Kant und überhaupt von kritischen Stimmen.

9              ein Buch <...> mit Kleister und Schere: Erläuterungen zum Neuen Testament; mit diesem Zitat wohl anspielend auf Bodmers Schrift Sinnliche Erzählung von der mechanischen Verfertigung des deutschen Originalstücks, des Gottschedischen Cato, ebenso zitiert in Lessings berühmtem 17.Literaturbrief vom 16.Februar 1759.

11            Prov.[inzial] Bl.[ätter]: An Prediger.

19            mein Styl: 135,7ff.

20            in Platos Höle: Plat. Rep. 7: 514 a.

23            in tiefer Höle: 169,17f.

Brief 434

155,34      Claudius <...> letzten Briefe: nicht überliefert.

156,1        an Me Claudius: gleichfalls nicht überliefert.

7              Panegyricum: 426, auch 435.

10f.          Zitat aus Hartknochs nicht überliefertem Brief; größerem Verlage: der Hierophantischen Briefe, 153,32.

27            Der T.[eufel].

31            Allotrioepiscop: einer, der sich in fremde Geschäfte mischt.

32f.          Gelehrten Lexicon Art.[ikel] Funeicus.

157,3        Motto aus dem lieben Persius: sat. 4,6ff. ERGO vbi commota feruet plebecula bile,/ Fert animus calidae fecisse silentia turbae/ Maiestate manus---: Drum, sobald sich dem Völklein die Galle erregt, daß es aufkocht,/ Drängt dich dein Herz, Stillschweigen dem hitzigen Schwarme zu bieten/ Mit erhabner Gebärde der Hand (Übers. Otto Seel).

4              mit dem Hamb.[urgischen] Nachrichter zu reden: ob immer noch Ziegra mit der Kritik der Kreuzzüge gemeint ist?

5              An statt 45 Scholien: wie bei dem Selbstgespräch eines Autors.

9              Adelgunde, Ihr eigen Verlagsbuch: Versuch einer Sibylle; zur Namengebung 151,2f; N VI,8.

10            Freunde: Kanter.

14f.          Erscheinung der Irrlichter im alten Graben: N III,203,9.

15            Galimafristen Nasonis Icon: Anspielung, mit dem applizierten Beinamen des großnäsigen Ovid (trist. 2,19), auf Jacob Friedrich Hinz' Hochzeits-Carmen: Sibylle über die Ehe, N III,203,10 u. 16.

18            Porcellan-Schaffchen: kleiner Porzellanschrank.

20ff.         Anzüglich metaphorisches Spiel mit dem Gegensatz von Sonne (ursprüngliches Licht) und Mond (geborgtes Licht).

25            Namens Vetter des A.[lten] B.[undes]: Haman im Buch Esther; Hartknoch hatte offenbar das doppelte n n in Hamanns Namen, wohl unabsichtlich, verstümmelt.

31            eines fernerweitigen größern Verlages: Anmeldung der Hierophantischen Briefe.

34            Minerva laßen Sie <…> stehen: N III, 203,12; N IV,418,21f.

37            mpp: multa perge perge?

Brief 435

Antwort auf Brief 426.

158,9        Titre: Cunctator.

29            Chatolicon: das Catholicon.

31f.          damit Sie ihm ja nicht böse seyn: 65,22ff.

159,3        in Ihrem letzten Brief: 143,12.

8              Launevater: wohl ein Neologismus Bodes.

10            im D.[eutschen] Merkur <...> Litterarischen Sekte: im 8.Band der Zeitschrift, in der Rezension des (wie Goethe ihn nannte -Scheißkerls in Gießen) Christian Heinrich Schmid unter dem Titel Fortsetzung der kritischen Nachrichten vom Zustande des Teutschen Parnassus, die Claudius im Wandsbecker Bothen, Nr.24 vom 11.Februar 1775 kritisch und mit einer Selbstverteidigung anzeigte; auch Brief 436 und 162,23.

13            beniemsen: (verballhornt) benamsen.

14            Abrahams Beyspiel: die Schwängerung der Hagar, 1 Mo,16.

Brief 436

159,26f.    Recension: s.o.

30            im Buchladen: bei Kanter.

31            Correspondenten: Staats-und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten.

Brief 437

160,27f.    vom Herder: 433; 12° Autor: in Duodez-Format; vom Bode: 435.

30            in tiefer Höle: 155,20.

161,4        Relationem Happelianam: merkwürdigen Bericht, nach E.W. Happels Relationes curiosae, <...>.

5              Einlage: der von Hamann wieder einmal neugierig geöffnete, gelesene und bespöttelte Brief an Hartknoch vom 11.Februar (HBGA 3, Nr. 133) stammt von Karoline Herder (Ich bin heute auch der Sekretair von meinem Mann <...>; wie Apolls Rabe: das Bild des Raben in der Mythologie -er war Apoll als Vogel der Wahrsagekunst zugeordnet-verschränkt H. mit dem der Fabel, etwa bei La Fontaine, 1.Buch, Nr.2.

9              mit Dir: im Brief 433; heraklitisch: wie der weinende Philosoph, nach Iuvenal sat. 10,28ff.

24            Hornungs: Februars.

29            Rolle des Herkules: Anspielung auf den Kleider-und Rollentausch mit der lydischen Königin Omphale, wenn der liebeswahnsinnige Herkules, mit Locken, Frauenkleid und hohen Schuhen angetan, sich sogar zum Spinnen bereitfand, während Omphale sein Löwenfell und die Keule übernahm, so Sen. Herc. f.; Ov. her. VIII.

162,18      neue Begebenheiten auf dem Parnaß: Anspielung auf Ch.H. Schmids Rezension, 159,10; 163,19; 169,4.

19            Gestirne eclipsirt: verdunkelt, untergegangen.

23            aus der neuen Hamb.[urgischen] Zeitung: 159,31; Wandsbecker Boten: 1775,24, wo Claudius eine amüsante Besprechung der Zeitschrift Wielands, Der Teutsche Merkur, 8.Bd., 2.Stück, November 1774, brachte; denn dort hatte Ch. H. Schmid auch Claudius zur Hamann-Sekte gezählt.

27            dänische Resident: Gerstenberg.

28            dramatische Thaumaturg: Wundermann=Goethe, dem er auch, Herders Irrtum folgend, Lenz' Dramen zuschrieb, 122,2.

30            Zeilenzahl am Rande zu korrigieren.

31f.          mit dem erhabenen Pindar aber zu reden: entweder 8. pythische Ode, Ep. 4 oder 7. nemeische Ode, Ant. 3.

35            Magie: ironisches Spiel mit dem Magus-Namen.

163,6        französischen Breloque: Le Kermes du Nord ou la Cochenille de Pologne, 168,36.

19f.          Wahrsager in Bückeb.[urg]: Herder, 155,21f.

20            Silen <...> genannt: 155,21f.

21            laßen: müden, von frz. las.

24            Gewerbe zum Verlag: der Hierophantischen Briefe.

25            Ja! <...> damals: vor dem Altar; dazu der Vorwurf, nicht zur Hochzeit geladen gewesen zu sein.

28f.          Mährchen mit dem zweyten Theil: nach der Hochzeit die Geburt.

35            keine Zeile von dem Hintz: von dem er die Exemplare des Selbstgesprächs erwartet.

36            Proficiat: mög's nützen!

164,1        Dictionnair des Finances: von Pesselier.

2              Christianisme devoilé: von Holbach.

4              Herder schreibt mir: 155,9ff.

13            in Platos Höle: 155,20.

18            Da es mir allso gehen sollte: 1 Mo 25,22.

21f.          Handbriefchen von <...> Rebecca Claudius: nicht überliefert.

26            Was Karolinchen <...> meynt: Karoline Herder hatte geschrieben: Hamann hat mich auf die Schulter geklopft-wenn er wüste wie viele Schuld ich mir selbst beimesse! aber was kann ein hölzernes Gefäß wie ich es bin thun? nicht einmal den sauren Schweiß auf meines Herders Gesicht abtrocknen -sagen Sie ihm aber dafür herzlich Dank. Ich will einmal frohlocken wenn Herder seine Pflicht als Wahrheitsforscher und Wahrheitssager gethan hat u. er, wie Hamann, nur mit seinen Kindern leben wird, u. wir zusammen unser Brod mit Friede u. Ruhe u. Danksagung genießen werden! (HBGA 3, Nr. 133, S.157).

29            poetische Wäldchen: silvae: literarische Sammlungen, auch ungeordneter Stoff, hier zugleich auf Herders frühe Literarkritik anspielend.

Brief 438

165,4        Fr. Schwägerin: Eleonore Rappolt.

7              Zaccheos: die ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ; K.[anterschen].

9              Propheten in seinem Vaterlande: u.a. Mt 13,57.

17            Freundin der Caroline: seine Frau Albertine.

20            Heinr. Sch.[röder] der fiktive Verfasser der Neue[n] Apologie des Buchstaben h; et qui <...>: und der jenen verfertigt hatte,-Hamann selbst, 130,21ff.

22            Idee des Titels: der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

23            Geschichte der Gelehrten von St. Maur: von Taßin.

24            45 Scholien: des Selbstgesprächs eines Autors, N III,67ff.

25            Kinderphysik: Briefe 168 und 169, N II,371-374.

26            Mosaische Geschichte vorschlug: indem Hamann, im Blick auf Herder, an seine ideelle Priorität erinnert.

27            neusten Secte <...> Parnaß: 159,10; 162,18; 163,19; 169,4; Haupt der neuesten Secte: Ironie -zugleich auch Genugtuung.

Brief 439

165,31      P.[rofessori] P.[ublico].

34            HE. N.[icolai] Antwort: An den Magum in Norden, N III,429f.

166,3        Grundlage meines Entwurfs: der (schließlich ungedruckt gebliebenen) Philologische[n] Einfälle und Zweifel.

7              im Gegensatz der 45: 165,24.

10            Idee des Deutschen Mercurs: 162,18ff. und Z.19.

11            KirchenVäter: 156,18.

15f.          kleinen Deduction: Le Kermes du Nord.

19            neuen Colonisten: Hamann.

27            Bode <...> geschrieben: 435.

29            engl.[ischen] Shandy: von L. Sterne.

30            im Buchladen: Kanters.

Brief 440

167,3        Ihr letztes: 433.

4              gestern Antwort aus Riga: von Hartknoch, nicht überliefert.

6f.           Glückwunsch <...> zu Waßer geworden: Stockmar betreffend, 133,5ff.; 155,4ff; 172,19.

10            Ihrer Höle: 155,20.

12            mit dem Raben Scheitel: schwarzköpfich, 105,27.

17            pindarischen Spruch: 162,31f.

22            Arzt hilft dir selber: Lk 4,23;

28f.          mit Kleister <...> Buch: Erläuterungen zum Neuen Testament, 155,9.

30            voyes de fait: Tätlichkeiten.

35            T.[ölpel/eufel ?]: Claudius.

168,1        2 Exempl[are]. an die Darmstädter: der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ, 154,33f.

4              Layenbruder und die Meerkatze: F. K. v. Moser und Merck.

6              Wohlstand: Anstand.

7              politischen Kannengießerey: 52,8f.

8f.           spielt an auf 155,19f.

11            daß er: Merck.

13            Layenbruder: v. Moser.

16            nach D.[armstadt]; Physiognomisten: Lavater.

19            Meiners: in Vermischte philosophische Schriften.

20            Vetter Nabal zu Böhmisch Breda: in der Rezension der Ältesten Urkunde, in Nicolais Allgemeinen deutschen Bibliothek, Bd. 5/1, 1775, S.23-61 über Herders Bd I; Bd.30, 1777, S.53-69 über Bd. II, von J. A. Eberhard.

29            Duns: Dummkopf, nach engl. dunce.

30            Assmus: offenbar in einem verschollenen Brief.

32            Zeitübliche Satzkonstruktion und meint: er ist zugleich mich anmuthend <...>.

36            Cochenille <...>: Le Kermes du Nord, N II,316ff. und 422ff.

169,3        der preuß.[ische] Plan: Au Salomon de Prusse.

5              gantze Seite: lies wohl Secte, Z.8, gemäß 159,10; 162,23ff.; 165,27.

7f.           gleich Fürsten Orlow: Grigorij Orlow, der Günstling Katharinas II., 1772 von Kaiser Joseph II. auch zum deutschen Reichsfürsten ernannt, bald darauf aber von Potemkin in den Schatten gestellt (Unger, S.767).

9f.           wie Theodor oder Paoli: Baron Theodor v. Neuhoff, ein Abenteurer aus Westfalen, der im Sommer 1736 einige Monate König von Korsika war (eine beliebte Spottfigur des 18.Jhs, über den sich z.B. Voltaires Candide lustig macht), und der korsische Patriot Pasquale Paoli, der, als Diktator der Insel, 1769 der französischen Übermacht weichen mußte.

10            Plato zu Carlsruh: Klopstock; scamnum: Schemel; die Opposition von Schemel und Sopha meint metaphorisch das harte oder weiche Sitzen.

17            beste Welt: Anspielung auf Voltaires Leibniz-Parodie, samt Herders Applikation des Höhlengleichnisses auf sich.

21            Palmenfreund: 134,33.

Brief 441

Bezieht sich auf 440; H. wird mit 442 antworten.

169,29f.    Gothisches System: abenteuerlich, absurd.

31            Προλ.[εγομενα] an Darmst.[adt].

31f.          der Eine Name: Merck; Claudius, als Genetiv, Claudius', zu lesen.

33            lässigen Wansb.[ecker].

36            Murmelung <…> Rebekka Klaudius: die den Versuch einer Sibylle über die Ehe an Karoline Herder geschickt hatte.

170,1        alten Mutter: der Sibylle des Versuchs, 131,1f.

3              Kl.[audius].

4              Embryon unter der schwarzen Hebamme: die Erläuterungen zum Neuen Testament in der Sorge um Feinde, als seine atra cura, 167,14ff.

7f.           neue Magier aus Orient: in Anspielung auf Hamanns Die Magi aus Morgenlande.

10            goldne Kalb: 2 Mo 32.

13            Vor-u. Mitstreiter: die Sprachregelung seines Verhältnisses zu Hamann.

14            Ihren Bucephalus zu verführen: das wilde Lieblingspferd Alexanders des Großen (nach Gell. noct. att. 5,2), metonymisch für Hamanns Neigungen, Kreuzzüge des Philologen, N II,174, 23f.

16            αλλοτρια: Sonderbarkeiten, auch: Polemisches.

17            Wallfahrt: auch Herder versteht sich als ein Magus.

18            wo Er war: Christus.

20            χρηματισϑεις: [im Traum] ermahnt Mt 2,12.

21            Terror Panicus: panischer Schrecken; Pan, der mit seinem Schrei Mensch und Natur erschreckt.

22f.          berüchtigte Stück Ihres Merkurs: der Deutsche Merkur November 1774 creiert Hamann zum Oberhaupt einer sehr ansehnlichen Secte und Schule unter den schönen Geistern des deutschen Parnaßes, 162,24ff.

26            Fr.[iedrich] Nikol.[ai] mit der Weide <...> Weimars: parodiert Wieland mit Jes 44,4, 162,24f. und 169,4. Herder, in seiner Haltung zu Wieland schwankend, ist wieder in einer Phase des Mißtrauens.

27            schon lange: dabei begann um diese Zeit, nach einem unmotivierten Ausfall Wielands gegen die Allgemeine deutsche Bibliothek, der mehrjährige Zwist zwischen diesem und Nicolai; Sebaldus: Nothanker.

29            der Freudenmacher Werther: Nicolai als Verfasser der in seinem Verlag erschienenen Satire Freuden des jungen Werthers.

33            dem Publikum verrathen: 131,9f.

36            thuts nicht aber Zacchäus: in den ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

171,1f.     Daß sagen Sie <…> sein Herz ersterbe: Das sagen Sie, mit 1 Sm 25,37, 168,19ff.

11            Autorhosen: 168,25f., auch 172,18.

14            letzten Schrift: den Erläuterungen zum Neuen Testament.

15ff.         Zween andre <...> der Eine, Franzose <...> Der andre, Theologe mit allem Lahmen der Orthodoxie: Anquetil-Duperron und wohl Herder selbst, 185,24f.

18            Hartkn.[och] <...> zu Ihren Geburten: den Druck der Hierophantischen Briefe übernehmen will.

25            Traum des W.[andsbecker] Boten: 168,30.

27f.          laßet mir einen Spielmann kommen: spricht Elisa, 2 Kö 3,15.

29            Bauer in der Schweiz <...> durch Lav.: Heinrich Boßhard an Lavater über die Älteste Urkunde, auch J. K. Häfeli an Lavater, 1774, in: D. Bonin, J. G. Zimmermann u. J. G. Herder nach bisher ungedruckten Briefen. Worms 1910.

33            Provinzialbl.[ätter]: An Prediger.

34            Sterbenden: J. Ch. W. Meier, Superintendent in Stadthagen.

35            Philos: Auch eine Philosophie der Geschichte.

172,4        Proben sehen: für den 2.Band der Ältesten Urkunde.

8f.           nähere Absicht: Goethe der Lächerlichkeit preiszugeben, 186,34f.

10            Sie müßen <...> lesen: Goethes Werther, obwohl Hamann (167,15f.) Herder seine Lektüre bereits mitteilte.

13            neuen Beitrage: Zur Geschichte und Litteratur. Aus den Schätzen der Herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel: Von Duldung der Deisten.

19            Degradation: 167,6ff.

Brief 442

172,21      Frau Schwester mit Ihrem künftigen Pensionnair: K. Güldenhorn und J.Ch. Neumann.

27            Philosophen ohne Sorgen: Friedrich II. und sein Sanssouci.

32            Ihr Vorwurf: 171,3.

173,9        Plan <...> Autorschaft: Hierophantische Briefe.

17            Misgeschick: ein Ehemann, der säuft, und die entsprechenden Folgen.

24            am grünen Donnerstag: 13.April 1775.

24f.          Sie <…> Ihrer:=sie, ihrer.

24            folio verso: auf der Rückseite.

26            Landsmann T.[rescho].

27            opusculis: die ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ und Versuch einer Sibylle.

34            ReiseEngel: 174,20.

Brief 443

174,8        beyde Kopien: der Hierophantischen Briefe.

13            Hohenpriester zu Bckeburg: Herder.

20            mit Tobias Engel: Tob 5,6.

21            des Zacchaei: der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

Brief 444

174,34      S.99: 175,9.

175,7        des Hephästions: von Starck.

9              Jus dominii: Besitzrecht.

16            unsichtbaren Freunde: Jesus Christus.

17            des kleinen Vetii Apagathi: des fiktiven Autors der Hierophantischen Briefe, N III,441.

19            des neuesten Doctor Boulanger: ist Holbach, Le Christianisme devoilé <...>.

20            wie die Minerva: so bei Apollodor und Lukian; kleine Adelgunde: Versuch einer Sibylle.

23            in 4to: Quartformat; Zacchaei: der ΠΡΟΛΕΓΟΜΕΝΑ.

37            in effigie: im Bild.

176,8        kleinen Gesellen: J. Ch. Neumann.

14            Vetius <…>: die Hierophantischen Briefe.

15            Leßing: dessen Reaktion ist nicht bekannt.

16f.          Habe Gedult <...>: Mt 18,26.

18f.          einzigen der 7 Briefe: der Hierophantischen.

21f.          Wie gut <...>: Strophe 7 des Kirchenlieds Es kostet viel ein Christ zu sein.

23f.          Die Sorg und Last <...>: Strophe 8 des Kirchenlieds Es ist nicht schwer ein Christ zu sein.

25            In Quarto!: Z.14 und 175,23.

25f.          Heraus mit!: wohl ein Zitat aus einem nicht überlieferten Brief; Ein Lied in die Haushaltung Zu singen, wen ein Wechselzahn soll ausgezogen werden mit dem Refrain der Zahn der Zahn der muß heraus erscheint im 4.Teil des Asmus.

29            Octavmännchen: wie beim Versuch einer Sibylle, 113,15ff. und 180,12.

30            à son gré: nach eigenem Belieben; wie es Ihnen paßt.

Brief 445

Antwort auf Brief 442, als Beilage zu Herders Brief an Hartknoch von Mitte Mai 1775 (HBGA 3, Nr. 158). Antwort Hamanns: 452 und 455.

177,5        Verstehn oder Mißverstehn: 173,1f.

8              meine Schwester also gefallen: 173,12f.

9              süße Salbe Aarons: 2 Mo 30,31, Ps 133,2.

13            Vaterstadt: Mohrungen.

15            beide Söhne: Herders Sohn und J. Ch. Neumann.

16            Jetzt <...> Superintendent: Ernennungsdekret vom 8.April; zur Vorgeschichte die Briefe an Pastor Grupen, HBGA 3, Nr.135, Nr.136, 162ff., Nr.144, S.172.

17ff.         mit Verdruß <...> von hier herzl.[ich] weg: HBGA 2 die Briefe an Christian Gottlob Heyne während der Bückeburger Zeit.

28            Brüder Jesu: Briefe zweener Brüder Jesu in unserm Kanon, SWS VII,471ff.

29            Magier aus Morgenland: Erläuterungen zum Neuen Testament, SWS VII,353ff., bes. 397-401.

29f.          χρηματισμω: Tätigkeit, Gewerbe.

178,2        Provinz. Bl.: An Prediger. Fünfzehn Provincialblätter.

5              meiner Fr.[auen] Bruder: Ferdinand Flachsland.

6              meines Prinzen: Schaumburg-Lippe.

14            nach Göttingen: auf eine mit einer Professur verbundene Predigerstelle; der Letzte ders weiß: ist nicht ganz wahr.

20            Göthe <...> Heiratsgedanken: um die Ostermesse (20.April) verlobte sich Goethe mit Lili Schönemann; er selbst scheidet als Herders Nachrichten-Quelle aus; aber etwa am 12.Mai schreibt er an Herder (WA IV,2, 261f.): Mir gehts wie dir l.[ieber] Bruder meinen Ballen spiele ich wider die Wand, und Federballen mit den Weibern. Dem Hafen häuslicher Glückseeligkeit, und festem Fuse in wahrem Leid´ und Freud der Erde wähnt ich vor kurzem näher zu kommen, bin aber auf eine leidige Weise wieder hinaus in's weite Meer geworfen.

24-27        aus H. L. Wagners Prometheus, Deukalion und seine Recensenten. Voran ein Prologus und zuletzt ein Epilogus, eine (anonym erschienene) Literatursatire auf Rezensionen von Goethes Die Leiden des jungen Werthers, S.16. Goethe, der als Autor herumgeboten wurde, distanzierte sich in einer öffentlichen Erklärung und nannte Wagner als Verfasser (privater Einzeldruck, den er mehreren Briefen beilegte, sowie Abdruck in diversen Zeitschriften, z.B. in den Frankfurter gelehrten Anzeigen vom 21.April 1775).

25            Todfeinds Mardochai: Hamann (Haman im Buch Esther).

29            Prolog zu Bahrdts Offenb.[arungen] u. die Götter, Helden und Wieland: Goethes Satiren.

30            langgeschriebne Mscr.[Manuscripte]: der 2.Band der Ältesten Urkunde, Brief an Hartknoch vom 25.März 1775 ( HBGA 3, Nr. 140, S.167,14f.) und Plastik.

31            studire hebräisch: 172,3f.

34            orphisches Ei: Selbstgespräch eines Autors, u.a. N III,73,8.

179,10      von Ihrem Bilde bei Lindn.[er]: wohl das eines unbekannten Malers aus seiner Hofmeisterzeit, siehe Nadler zwischen S.80 und 81.

11f.          heil.[iger] Schatte.

13f.          seine Predigt: wahrscheinlich Predigt über 2 Tim.I,13.14 bey der Einführung des Herrn G.E.S. Henning, bisherigen Pfarrers zu Tharau in Preussen, zur zweyten Diaconstelle bey der Löbenichtschen Gemeine gehalten am XXIIII. Sonntag nach Trinitatis. Königsberg 1775.

16            Sprüchw. 30,26: Spr 30,26: (Kaninchen) Klippdachse, ein schwaches Volk-dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen.

Brief 446

An den am Ort, in Königsberg, weilenden Reichardt.

179,17      [11.Mai 1775]: 180,9, auch N IV,386-388: 180,1 spricht für eine Datierung des Briefs vor Ostern, also 11.März 1775 (Hinweis von A. Kranefuss).

179,18f.    Zinsen <...> musikalischen Drama: die Vertonung des Gedichts von Claudius An die Nachtigall: Er liegt und schläft an meinem Herzen <...> Sing mir den Amor nicht wach.

22            erste poetische Probe: 183,27.

25            Ankündigung: des 1. u. 2.Teils des Wandsbecker Bothen.

33            N[ota]B[ene].

180,4        musicalischen Briefe: Briefe eines aufmerksam Reisenden, die Musik betreffend.

Brief 447

Antwort auf einen nicht überlieferten Brief von Claudius. Hamann hatte den Wandsbecker Bothen bereits in den Königsbergschen <...> Zeitungen angezeigt, als Claudius ihm ein Dedikationsexemplar übersandte, N IV,386ff.

180,12      kleinen Assmum: das Format nennt Hamann dort in der Beylage vom 10.März 1775 das Octavmännchen, N IV,386,13.

14            hypochondrische Schmachtriemen: von Hamann in seine Anzeige übernommenes und erweitertes Zitat aus Claudius' Dedikation des 1. u. 2.Teils der Sämmtlichen Werke des Wandsbecker Bothen.

15f.          heillosen Hephästion: von J. A. Starck; Hamann meint Werk, Person und die persönliche Bekanntschaft ineins.

18            Freund Hain: der im Asmus omnia sua secum portans sogleich erscheinende Kupferstich des Knochenmanns mit Hippe.

20            am dato der Beyl.[age]: Feuersbrunst vom 10.März, die den Süden der Stadt traf.

22f.          neuere Gerüchte: wohl Kriegsgefahr.

26            mystischen Namen: Freund Hain, Grimm DW (10,885 Hein "für den Tod in Niederdeutschland, namentlich um Hamburg, wo ohnedem die Koseform Hein für Heinrich sehr im schwange gieng").

28            Andres: der fiktive Gesprächspartner des Asmus.

30            meine Schriften versteht: Ironie als Zweifel.

32            Schalkshand: Neologismus Hamanns für hintergründige und -listige Schreibart; Tauben Auge: Hl 1,15, hier sind wohl schlechte Augen gemeint (Grimm DW 21,170 von Pferdeaugen, "wo die augenlider und wimpern sprenklicht sind" und deshalb nicht für gut gelten).

33f.          wieder: wider; so viel Briefe geschrieben: nicht überlieferte -oder Neckerei Hamanns.

181,1        der seel.[ige] Abbt suchte: folio recto, als auf der Vorderseite?

2              auf des Momus Fensterkopf: bei einem Streit zwischen Neptun, Vulcan und Minerva über nützliche Erfindungen tadelte der Gott Momus an dem Menschen des Vulcan, daß er ihm kein Fenster in die Brust gesetzet, damit man sehen könne, was er für List und Betrügerey im Herzen hege (Hederich, nach Lukian); und da er an allen Göttern krittelte, war er nicht nur diesen, sondern auch den Menschen zuwider. Wohl Anspielung auf den Brief Mendelssohns an Hrn Abbt, Berlin, den 17.März 1762: Momus fand einst auf dem Schreibpulte der Minerva ein Quartblat, auf welchem Vater Jupiter den Plan der besten Welt entworfen hatte. Er drehete das Blat rechts und links, und konnte nicht klug daraus werden. >Was für verwirrtes Zeug!< sprach er; >gelbe Flecken, feuerrothe Punkte, geschlängelte Striche, alles läuft durcheinander, als wenn das Ungefähr mit der Reißfeder gespielt hätte. Und die altkluge Tochter Jupiters kann sich an solchem Geschmier ergötzen!< O Sohn des Schlafs und der Nacht! antwortete Minerva, deine Unwissenheit macht dich unverschämt. Wenn Neptun einen Ochsen, Vulkan einen Menschen, und ich ein Haus machen, so spotte was du kannst. Aber den Plan meines Vaters lerne erst verstehen, und alsdann bebe! Wisse, diese gelben Flecken sind Myriaden von Fixsterne, die feuerrothen Punkte, brennende Kometen, die geschlängelten Striche, Lichtströme und weltenbewegende Wirbel. Sie schiene dir wild durcheinander zu laufen: Hier ist die Gleichung für ihre Curvatur: xy + kz-y +yx-2-- Halt ein! rief Momus. Du weist, ich bin ein Belesprit; was schiert mich die Algebra? Doch dächt ich, man könnte alles dieses mit ein wenig Witz, vielleichter und besser ausführen. – Gut! sprach sie. Mache dein witziges Meisterstück. Hier ist ein Vergrösserungsglas. Siehst du da den kleinen unansehnlichen Punkt? >Was stellt der vor? fragte Momus<. Eine Universität in der Nähe der Weser, Rinteln genannt. Allda wohnt mein Sohn Abbt, und er möchte lieber zu Athen wohnen. Strenge deinen Witz an, mache Rinteln zu Athen. Was sinnst du nach? He! Das ist noch lange keine Welt erschaffen! – Der hagere Momus stand wie steiern da, schlug die Augen nider, und damals soll sich die erste Schamröthe auf seinen bleichen Wangen gezeigt haben.<…> Herrr N.[icolai] wird Ihnen die Abschrift dreyer Privatschreiben von Abaelardus Virbius, nebst Fulberts Antwort auf das eine überschicken. Wenn Sie die hebräischen Worte nicht verstehen, so lassen Sie es immer gut seyn. Sie und Herr H werden vermuthlich auch deutsche Stellen in diesem Briefe nicht verstehen. <...>, aus: Thomas Abbts <…> vermischte Werke. Dritter Theil welcher einen Theil seiner freundschaftlichen Corresponenz enthält. Berlin 1771. Neue und mit Anmerkungen von Moses Mendelssohn vermehrten Auflage. Frankfurt/Leipzig 1783, S.66ff.; JubA 11,313f.

3              meine Mste [Manuskripte] paginire: hebräisch, also in Umkehrung von recto und verso.

3f.           Gestichelt <...> Lauf der Dinge: offenbar wörtliches Zitat aus dem vorangegangenen Brief Claudius'.

6              Lauter Kurzweil: Claudius´ Zögern und `Sprödigkeit´ auf Hamanns Einladung nach Königsberg (Brief 426) erinnern an die Vergeblichkeit der Werbung des älteren Liebhabers aufgrund der jugendlichen Unreife der umworbenen spröden Lalage (nondum subacta ferre iugum valet/ Cervice). Diese Motiv des noch nicht Bereitseins wird in der letzten Strophe der Ode von Horaz mit der Gestalt des zweideutigen, nach Aussehen und `gender´ noch unentschiedenen Jünglings mit den langen Haaren variiert. Daraus ergibt sich die Verbindung zu Claudius´ Gedicht Phidile, in dessen 3.Strophe - Mire sagacis <…> voltu auch von dem schönen langen Haar eines Jünglings die Rede ist.

8ff.          Mire […] voltu: Anspielung auf Phidile: N IV,386,41ff., eben angespielt auf die langen Haare des Jünglings, der Claudius für Hamann ist, nach den Horazversen wie aus dem letzten Kupfer des Asmus-Bändchens, das den langhaarigen Sohn am Grabe seines Vaters zeigt (Mitteilung von A. Kranefuss).

11            meine Einladung: in Brief 426, S.143, von Bode natürlich an Claudius weitergegeben.

15            Warten der Dinge: Hunger und Not, die vielleicht nur dem Stoiker zur Unsterblichkeit verhelfen, wenn er vor lauter Bedürfnislosigkeit -stirbt.

16            wie Jonathan Swift <...> laut seegnen: mit seinen Satiren auf gesellschaftliche Zustände.

18            Jean F...: Jean qui rit et Jean qui pleure, eine Pièce fugitive des Herrn von Voltaire etc. hatte Claudius im Wandsbecker Bothen, Nr.99. 1772, angezeigt; Hamann zitiert den Titel mit dem Claudiusschen Witz, der dem Jean noch das F. [Foutre: Hundsfott], auf Voltaire gemünzt, hinzugefügt hatte.

19            K[ante]r.

23            Hartknochs Commission: Bestellung der Sämmtlichen Werke des Asmus.

27            Mangel an belesenen und empfindsamen Personen: N IV,388,15.

31            Vier grl. Thlr: N IV, 386,20.

182,1        Virtuosen und s[eine]r. Tochter: nicht ermittelt.

7              Bock: Carl Gottlieb, ein Jugendfreund Reichardts. In seine Schrift von 1774 Über die deutsche comische Oper nahm R. einen fiktiven freundschaftlichen Brief über die musicalische Poesie an Bock auf. Ob die Rezension von Bocks Gedichte eines Preußen in den Königsbergschen <...> Zeitungen v. 12.Mai 1775 von R. stammte, ist unklar.

9              dem odio publico Ihres Schutzheiligen: der Feindschaft gegen Freund Hain, N IV,386,37; diesem hatte Claudius in seiner Erklärung der Kupfer und Zeichen sein Buch dediziert; er solle als Schutzheiliger und Hausgott vorn an der Haustüre des Buches stehen.

21            Blutsfreundes: Z.25-27, Hamann sucht für den jungen Nuppenau eine Stelle als Fastbäcker, also Bäcker von Roggenbrot.

28            Recensionen: in den Hamburger und anderen Zeitungen.

29            Sie: sie.

30            ihnen: Ihnen.

36            Ueberschuß: mehr Exemplare.

183,7        Shandysche Collecte: der Vertrieb von Bodes Übersetzung des Tristram Shandy.

9              ein paar Zeilen geschrieben: nicht überliefert.

11            Dorflieger: freiwilliger Dorfbewohner, N IV, 386,13; Grafen Anhalt: Friedrich.

13            Ihre Denkungsart: in der Dedikation, mit dem Zitat.

16            Lehnchen Käthe: Nachricht vom Patenkind Claudius'.

20            Gevatter Matthes: Matthias Claudius hatte wohl vom Melken seiner Ziege Amalthea geschrieben, N IV,387,44, (Amalthea genannt nach jener Nymphe, die den jungen Zeus mit der Milch ihrer Ziege aufzuziehen hatte, bzw. selbst dessen nährende Ziege war, mit Hörnern, die Ambrosia und Nectar spendeten; siehe Hederich, auch zu anderen Amalthea-Mythen.

22f.          lache <...> Engel sehe: wie der alte Abraham reagierte auf die göttliche Botschaft, daß ihm die alte Sara noch einen Sohn gebären werde, 1 Mo c.17.

25            Virtuose und Dichter: J.F. Reichardt, 182,5ff.; 1779 wird er seine Oden und Lieder von Klopstock, Stolberg, Claudius und Hölty veröffentlichen.

25f.          Mutter bey der Wiege <...> Nachtigall: 179,18ff.

27            Nachtigall: In die Studienhefte trug H. am 21.August 1772 ein: Nachtigall, Nachtigall ruft./ Sing mir den Amor nicht wach. Claudius, N V,313.

30            Noch ein Dito: Titel eines Claudius-Gedichts (Seht doch das kalte Nachtgesicht/ Dort hoch am Himmel hangen), N IV,386,7 und 388,15f., wo Hamann auf Claudius' noch ein Dito beym Mondschein verweist, vermutlich Meine Mutter hat Gänse <...>; ob Hamanns Einfall, es in Noten zu setzen (Neuheit der Melodie <...> Alterthum der Worte), ernst gemeint war?

184,1        Montaigne: Journal du voyage; Pfenningers Vorlesungen: Fünf Vorlesungen von der Liebe zur Wahrheit.

3              Müntz Till u. Kümmel: Mt 23,23.

4              Bachii Opusculis: Bachius, Opuscula ad historiam et jurisprudentiam.

5              Adelgunde: Pseudonym seines geplanten Konxompax, weil Hamann am 30.Januar 1775, dem Namenstag Adelgundes, das erste Exemplar seines Versuch einer Sibylle über die Ehe erhalten hatte.

10            Mosheim in s[eine]n Commentariis: zur Geschichte des Christentums vor Konstantin, Helmstedt 1753, Biga 80/94-96; auch N V,314,15ff.

11f.          liebe Bückeburger: Herders Erläuterungen zum Neuen Testament, SWS VII,335-470, 185,9f.

17            Vet[t]ium Epagathum: als Autor der Hierophantischen Briefe.

19            Mäcen Quintus Icilius: Guichard; Fragment von Recension: vielleicht das Fragment eines Programm's oder Zuruf von der Eule, seine Rezension von Klopstocks deutscher Gelehrtenrepublik in den Königsbergschen <...> Zeitungen, N IV,409ff.

21            übel angebrachten Brief: 395; natürlich waren Hamanns Lettres perdues als solche bewertet worden.

23            ersten Buch des Tristrams: von L. Sterne.

26            hey-go-mad: Tristram Shandy, 1.Kap.: <…> so that when they are once set a-going, wether right or wrong, ´tis not a half-penny matter – away they go cluttering like hey-go-mad, in Bodes Übersetzung: <…> dergestalt, daß, wenn sie einmal auf die Beine gekommen sind- ob sie den linken oder rechten Fuß vorsetzen, das thut nicht einen Pfifferling zur Sache, fortlaufen sie, was hast du, was kannst du, als ob jemand mit einer Peitsche hinterdrein wäre. Erklärt wird hey-go-mad als: expressing a high degree of excitement.

27            Uebersetzer: Bode.

35            matagrabolisiren: übernimmt Rabelais' Neologismus (Gargantua, Chapitre XIX)), mit der Bedeutung von spintisieren.

37            Ihr in petto: aus der Subskriptionsanzeige, 1.u. 2. Teil, 8.Nov. 1774.

185,1        Weib und sämtl.[iches] Schlafgesindel: aus Claudius' Vierzeiler Als er sein Weib und's Kind an ihrer Brust schlafend fand.

2              Praenumeranten: 183,2ff.

Brief 448

Kreuzte sich mit Brief 449; Antwort: 452 und 455.

185,7        H[art]kn.[och] mit Ihrer Claudius [-Anzeige], N IV,386ff.

18            Neffen: J. Ch. Neumann.

16            meine opp.: opera, Zeile 9f.

17            Magier: in den Erläuterungen zum Neuen Testament das Kapitel Von den Weisen aus Morgenlande, SWS VII,397ff., weil Herder mit Hamanns besonderem Interesse rechnet (Die Magi aus Morgenlande).

19f.          χρηματισϑεντερ: 170,20, Mt 2,12, [im Traum] belehrt.

20f.          saureste Geburt <...> dreimal wieder angenommen: auf Anraten des korrekturlesenden Zollikofer waren, nach der Erfahrung mit dem Streit um die Provinzialblätter, polemische Sätze, z.B. die gegen Teller, getilgt worden.

28            werden in den künftigen Zeit Ernte geben: im 2.Band der Ältesten Urkunde, 1776, der das Verhältnis von Sündenfall und Erlösung, von Urgeschichte und christlicher Heilsökonomie bezeugt.

30            Brüder Jesu: Briefe zweener Brüder Jesu, 1775 (SWS VII,471-560); nach Lemgo: zum Druck in die Meyersche Buchhandlung.

32            Brodem: heißer Dunst.

33            Prov.[inzialblätter] u. Phil.: Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit.

186,1        Hierophanten: doppelsinnig gemeint, den Oberpriester [Starck] und die an diesen kritisch gerichteten Hierophantischen Briefe.

3              Beilage: Tableau de mes Finances und ENCORE deux Lettres perdues!!!

4              Mäcen: Guichard, 184,19.

10            wie Bruder Hamlet: Akt II, Szene 2: and indeed it goes so heavily with my disposition that this goodly frame, the earth, seems to me a sterile promontory; this most excellent canopy, the air, look you, this brave o'erhanging firmament, this majestical roof fretted with golden fire, why, it appeareth nothing to me but a foul and pestilent congregation of vapours <...>. [es steht in der Tat so übel um meine Gemütslage, daß die Erde, dieser treffliche Bau, mir nur ein kahles Vorgebirge scheint, seht ihr, dieser herrliche Baldachin, die Luft, dies prächtige umwölbende Firmament, dies majestätische Dach mit goldnem Feuer ausgelegt: kommt es mir doch nicht anders vor, als ein fauler, verpesteter Haufe von Dünsten <...>(Schlegel/Tieck)].

13            Ankömmling: Neumann.

17            Aeskulapiushahn u. u.[nser] Nazirsohn: 176,9.

19            Prol.[egomena].

26            nachgedruckt wird: noch im selben Jahr [1775] erschien ein äußerlich nur schwer zu unterscheidender Nachdruck, der vom Originaldruck durch die Angabe im Impressum, teilweise veränderte Zeichensetzung und gelegentliche Glättung im Text abweicht (Hansjörg Platschek (?) in der Ausgabe des Winkler-Verlags, S.996), der sog. Flörkesche Nachdruck.

28            asinus <...> portans: 106,3f.

31            Lav.[aters] Phys.[siognomik]; Zimmermann: Johann Georg, Ritter von Z.

32f.          Nothankers 2.t. Th. <...> Leiden und Fr.[euden]: die Werther-Parodie Nicolais.

33f.          meinem gnädigsten Herrn: von Schaumburg-Lippe.

35            Wohl uns des feinen HErn!: parodistisch verwendeter Schlußvers der 2.Strophe von N. Decius' Lied Allein Gott in der Höh' sei Ehr; 2.Abschnitt der Sokratischen Denkwürdigkeiten, N II,71,24.

187,1        1.t. Pfingst.: Pfingstsonntag war der 4.Juni 1775, an dem Herder den Brief fortsetzt.

3f.           H[ar]tkn.[och] <...> Kopie von Ihrem Bilde: das vor Hamanns Abreise nach Kurland für den Vater gemalte, zu Hamanns Unwillen in Kanters Laden hing und 1774 von v. Moser gekauft wurde. Herder erhielt durch Hartknoch eine Kopie in Öl.

Brief 449

187,16      Ihrem Horatz: die geschenkte Mervillesche Ausgabe.

17            picam: lat. eigentlich Elster, übertragen Heißhunger.

22            Ihnen: ihnen.

23            zum zweyten mal den pythischen Preis: der Königlichen Academie der Wissenschaften zu Berlin, beschlossen in ihrer Sitzung vom 1.Juni 1775, für seine Bearbeitung der 1773 gestellten Preisfrage Quelles sont les causes de la décadence du goût chez les différents peuples?- Ursachen des gesunknen Geschmacks <…>.

26f.          Probebogen: der Hierophantischen Briefe; Erstlingen eines gelehrten Freundes in Reval: nicht ermittelt.

28            sub sigillo confessionis: unter dem Siegel der Verschwiegenheit (des Bekenntnisses).

30            bey Voss: Christian Friedrich V. in Berlin, Verleger der Abhandlung, 1775.

32            gantzen Frage: der Akademie; eine Andeutung Herders (92,6ff.) hatte H. überlesen.

33f.          erwünscht in jeder Beziehung: weil es in allen theologischen und persönlichen Querelen eine Art Genugtuung für Herder war, 188,29f.

188,1        Ankündigung: der Sämmtlichen Werke in den Königsbergschen <...> Zeitungen, N IV,386ff.

3              ersten klugen warmen Brief: nicht überliefert.

8              4to <…> ein andrer 12to: in Quarto-Format; Duodez-Format, 1 Bogen in 12 Blätter/24 Seiten gebrochen.

22            Weguelin: 190,29; Wegelin hatte sich in der Akademie, gegen die französischen Mitglieder, entscheidend für Herder eingesetzt.

24            Mohrenkopf dazu: Wilhelm Christian, 105,27, zum Akademiepreis des Vaters.

25            Schweißfüchse: Rotköpfe, 187,21f.

26            Sultzer <...> votum: Sulzer als Mitglied der Akademie.

27            Styl verleugnet: die gerügten Solöcismen, 135,11ff.; in collision mit Ihrem Beytrage: wo es ja um den Geschmack geht.

28            wie Ulysses oder wie Aiax: mit List oder ohne Leugnung seiner Grundsätze (Haym I,656ff.).

33            Mörderer: der am 14.3.1775 in der Vorstadt den 78-jährigen armenischen Kaufmann Haggi Painter ermordete.

35            wahrscheinlich mein erster Reisegefährte: I,13; erstaunliche Gedächtnislücke.

37            allgemeinen deutschen Bibliothek: Bd 23/2, S.346-375, 192,17.

189,1        puero centum artium: Herder, nach Horaz.

2              in der Abbtschen Correspondentz: von Nicolai 1771 herausgegeben, S.83ff. Brief 21, entspricht Brief 224, II,142,15ff.

4              Hephästion: von Starck.

8f.           wie Fontaine vom Propheten Baruch: Näschereyen in die Dreßkammer <...>: Der jüngere Racine, wo ich nicht irre, erzählt diesen Umstand, la Fontaine wäre durch Lesung eines Buchs in der Bibel so eingenommen worden, daß er alle seine Freunde in der größten Hitze und Einfalt gefragt: ob sie es kennten? Ich glaube, daß es ein apokryphisches, und das Buch der Weisheit war, N II,187f., Anm.1.

9f.           dem 4 May <...> erhielt: 188,4.

11            hypochondrischer Schmachtriemen: 180,14.

12            dem Büchlein: Asmus <…> Sämmtliche Werke <…>, 188,1.

13            Gevatter stehen: für die Tochter Christiana Augusta, die Hamanns Patenkind wurde.

15            nicht für den Besuch einer maieutischen Sibylle sicher: vor der Hebamme nicht sicher, also vor dem Verfasser des Versuchs einer Sibylle.

19            Schweitzer Bauer betreffend:  171,29f.

24            Nothanker: hier nautisch verstanden, mit Anklang an Nicolais Roman.

26            voller Sorgen: 180,22ff.

Brief 450

Genaues Datum: 18.Juni, Herder antwortet auf Brief 449; den Hartknoch mitgegebenen Brief 448 liest Hamann erst am 18.Juni; den nach Leipzig geschickten Brief 445 erst, durch Hartknoch überbracht, am 21.Juni.

189,35      Zufall: im Wortsinne zugefallen; Abhandlung: für die Berliner Akademie, Ursachen des gesunknen Geschmacks bei den verschiednen Völkern.

190,2        Am Trinit.[atis]fest: 11.Juni.

3              wie Sie <...> aufgetrieben: 187,18.

4f.           wie Loth in meiner Hofthür: 1 Mo 19,1.

6              lahme Wansb.[ecker]: wieder das Wortspiel mit lat. claudus.

7              im gelehrten <...> Voßische Geistode: J. H. Voß, Auf die Ausgießung des heiligen Geistes (am Pfingstfest), in: Der Wandsbecker Bothe, Nr.89, vom 6.Juni 1775.

8              mein Motto: Multa renascentur quae iam cecidere, vieles harrt der Wiedergeburt, was schon dahinstarb (W. Schöne), Hor. ars 70.

12            hiesiges Drei redl.[icher] Theilnehmer: nicht ermittelt; weidl.[iche:=tüchtig streitende] Korrespond.[ent], der Hamburgische unpartheyische Correspondent.

13            Nickels: Nicolai.

15            ärgrer Ruch: wohl ein Zitat aus einem Brief Claudius' an Herder aus dem Herbst 1771 (Jessen Nr.52), wo es heißt: Die Neckereien zwischen Ihrem Freunde Alberti und Ihrem Freunde Goeze in Hamburg dauern noch fort. Der eine hat kürzlich ein Buch zum Unterricht der Jugend geschrieben [von Claudius im Bothen angezeigt] und der andere dagegen einen Text ausgehaucht, der einen so übeln Ruch an sich hat, daß auch die Nase des Hamburger Rates und des Collegii der Sechziger ihn nicht ertragen mochte <...>. Der Anlaß: Der Hamburger Pastor Alberti ließ aus dem Kirchengebet die Psalmworte 79,6 weg, sein Amtsbruder Goeze wandte sich dagegen. Albertis Schrift hieß Anleitung zum Gespräch über die Religion der Jugend. Goezes beschlagnahmter Text am 5ten Sonntage nach Epiphanias verteidigte gegen Alberti die orthodoxe Auffassung vom Satan. C.[laudius] schrieb im vermittelnden Sinne eine Disputation zwischen den Herren W. und X. und einem Fremden <...>. Die Schrift erschien zunächst einzeln, später auch im Asmus T.1/2. (H. Jessen, S.437).

24            Kleck: Kladde, im Entwurf.

27f.          Sulzer <...> Vot.[um].

29            Weguelin: 188,22ff.

29            sie: Sie.

30            Betracht.[ungen] über Sparta: Politische und moralische Betrachtungen <...>.

31            Religiose Gespr.[äche] im R.[eich] der T.[odten], damit Sie in den Königsb.[ergschen] einst begannen: Hamanns Rezension im 27.St. vom 4.Mai 1764, N IV,293-295.

32ff.         Sokrat.[ischen] Gespr.[äche] von W.[ieland] <...> sich dran für unschuldig erklärte: Die letzten Gespräche Socratis und seiner Freunde; Mendelssohns Kritik stand im 7.Teil der Briefe die Neueste Litteratur betreffend, 115.-118.Brief, Berlin 1760.

35            Plane zur Politischen <...> Römerhistorie: Plan raisonné d'une histoire universelle et diplomatique de l'Europe depuis Charlemagne jusqu'à l'an 1740.

37            Politisch-historisch Werk: die Histoire universelle et diplomatique.

191,1        Buchhändl.[er]: Decker.

2              Ihn seh ich <…> an: Weguelin.

6              der Zeit.[ung]: des Wandsbecker Bothen.

9              aus Lemgo: durch Meyer.

10            vom Nichts und Etwas: Hierophantische Briefe, 3.Brief, N III,144.

11f.          4te Abschn.[itt] der Br. 2er Br.[iefe] Jesu: SWS VII,510-527 [Herder Briefe 11, Kommentar S.580].

13            leider! in 8. gedruckt: 175,23; 176,14 und 25; Ihr Brief: 444.

16            den ich Hartkn.[och] mitgab: Brief 448.

16            alter Ruprecht: Zitat aus der Dedikation des Asmus.

20            mit Deiner Sense: N IV,387,10: will doch des Dedicanten Asmus Herzenswunsch erfüllen, seinen Lohn dem Boten geben, mit meiner Hippe, ihn ebenso sanft zu recensieren <...>.

21            Swifts Monde: wahrscheinlich aus der Swift zugeschriebenen Reise nach Kaklogallinia von Sebastian Brunt.

22            Myster.[ien] Buche <...> Meursius: 188,15.

24            Warburt.[ons].

25            Gronovschen Samml.: J. Gronovius, Thesaurus graecarum antiquitatum.

26f.          Opus.[cula] u. Bibl.[liotheca] antiqu.[aria] sacr.[a].

27            Anwend.[ungen] hier Collektan.[een].

28            für Hephäst.[ion]: von Starck, damit für die Hierophantischen Briefe.

30f.          Ihr Bild, dazu mir <...> Hofnung gemacht: 187,3f.

35            Hiero.[ophanten].

36            opp.: opera.

37            da er noch in Leipz.[ig] war: im Mai 1775, also Brief 445; den 2ten ihm mitgegeben: am 4.Juni reiste Hartknoch aus Bückeburg ab, mit 448 im Gepäck.

192,1        Magier: in den Erläuterungen zum Neuen Testament.

2              χρηματισϑεντες: 170,20.

7              Vom Bauren: 171,29f.; Füßlischen Br.[ief]: aus Rom an Lavater, von Goethe abschriftlich Herder mitgeteilt [Herder Briefe Kommentar 11, S.581].

11            Schweisfüchsen: 188,25.

15            mit etwas anderm, ebenso unvermuthet: eine weitere Preisschrift?

17            In der A.[llgemeinen] D.[eutschen] Bibl.[iothek]: 188f.

Brief 451

192,20      P.[otentissime] P.[atre, Professore] ?

21            Peter-und Paul-Tag: 20.Juni.

24            beyliegender Brochure: die Hierophantischen Briefe.

26            Hiesigen Zeitungen: wohl die Königsbergschen <...>.

28            Herausgebers: ironisch, 194,28ff.

31            187,26f.

34            Zufall: daß Druckbogen in seine Hand kamen?

193,3        von August putissimus <...> genannt: der Lauterste (auch purissimus); Quelle ist die suetonische Tradition der vita Horatii (siehe die Horaz-Ausgabe Klingners, S.2*, Z.17ff.).

5f.           Verlegenheit eines Beichtvaters: nach Abgang J.G. Lindners, 195,22.

11            A[m] A.[lten] G.[raben].

12            Festo <...>: 2.Juli.

Brief 452

193,17ff.   Einlage: wohl eine Bitte A. J. Penzels um Hilfe.

21            Krause: Ch. J. Kraus.

22            Ihr Correspondent gewesen zu seyn: 201,7ff.

23            ehrl.[ichen] Quintus Antwort: Guichards; es ist wohl Brief 395, den er Penzel gezeigt haben wird, um die Aussichtslosigkeit von dessen Entlassungsgesuch aus dem Militärdienst samt der unternommenen Hilfsgesuche an Personen in der Umgebung des Königs wie Guichard (der inzwischen gestorben war), seinen Nachfolger de Pauw und Jean Bernoulli, 218,3ff. zu demonstrieren. Friedrich II. lehnte denn auch die Entlassung ab, 218,5ff.

25ff.         unglücklicher Vorfall zu Würtzburg: Penzel war zum katholischen Glauben übergetreten. Er nutzte die Gunst des Fürstbischofs zum Studium in der Würzburger Universitätsbibliothek, verscherzte sich aber binnen eines Jahres alle Gunst und mußte die Stadt wegen >Wein, Weiber und Schulden< verlassen. Angeblich kam ein Duell mit einem Soldaten der Würzburger Garnison dazu. In Wertheim traf er mit Soldaten des Regiments Alt-Stutternheim aus Königsberg zusammen und ließ sich für den preußischen Kriegsdienst anwerben, um kostenlos nach Königsberg zu kommen, wo er seine geographischen Studien durch die polnische, slawonische, lettische, litauische und altpreußische Sprache zu fördern hoffte.

27            Lemgoschen Bibliothek: Auserlesene Bibliothek der neuesten deutschen Litteratur.

29            reformirten Predigers: Abraham P.

30            Schwester: Maria Sophia P.

31            Venus Erycina: Eryx, ein Berg an der nordwestlichen Spitze Siziliens mit einem berühmten Tempel der Venus; ihr Mythos verbindet dessen Stiftung mit Eryx, einem Bruder des Aeneas, sowie mit jener concha erycina, der Perlmuschel, in der Venus, nach ihrer Geburt, gen Cyprus geschwemmt wurde.

194,5f.     Nasendrücker: Sarg.

17            Ihrem Gast: Lk 24,13.

19f.          Kantschen Programms: Von den verschiedenen Rassen der Menschen.

20            Ratzen: Ratten.

27            den Ihrigen: 450.

29            Censors und Drückers: in Leipzig.

195,9        D. Schultz: Franz Albert Sch.

17            Festo visit.[ationis] Mariae.

24            Kanter <...> Kupferstich: aus Lavaters Physiognomische[n] Fragmente[n], wo im zweyten Versuch, 1776, im 36.Fragment, das Religiöse, Schwärmer, Theosophen, Seher enthält, gegenüber von S.285 das Bild Hamanns zu sehen ist (Stich von Lips) mit Lavaters physiognomisch gegründeter emphatischer Charakterdeutung, an die sich auf S.286 ein Umriß von Hamanns Kopf anschließt. Hamann ist beide Male mit Kopftuch abgebildet, das in zwei Zipfel geknotet ist. Er deutet sie als Eselsohren, 196,12. Siehe Brief 453 an Kant und Herders Brief 454, bes. 200,32ff.

26            Semmler: J. S. Semler.

28            Zimmermann: Johann Georg Ritter v. Z.

32            Sie von dem Manne wißen: 201,7ff.

34            wies mir Ihre CAROLINE: im XVII. Fragment des Ersten Versuchs, 1755, unter E. Vier Silhouetten möglicherweise die 4.; da in dem Exemplar, das zum Faksimile-Neudruck des Verlags Orell Füssli, 1986, als Vorlage diente, sich die zeitgenössische Notiz Herdern [Herderin?] findet.

196,1        wie Jonathan <...> um meine Augen: seine Augen wurden hell, 1 Sm 14,25ff.

18            ein zur Ruhe eingegangener Minister: Guichard?, nicht ermittelt.

22            Gönner und Freunde: Kanter.

26            Copey <...> Schlafbilde: die Hamann mit einer Schlafmütze, wie er es nannte, zeigte.

29            Moser ihm das Contour gegeben: von dem 1774 erworbenen Ölbild.

36            Mercur u. die allg.[emeine] Bibliothek: im Merkur die Fortsetzung der kritischen Nachrichten <...> von Ch.H. Schmid, in der Allgemeinen deutschen Bibliothek die Herder-Rezension durch Eberhard und Nicolai.

197,1        Fehlendes Verb; Den Reyhen der dritten Dodecade: der Allgemeinen deutschen Bibliothek, die Entgegnung auf die Rezension der Ältesten Urkunde durch Eberhard und Nicolai.

3ff.          Tellerschen Brief <...> an Sp.[alding]: der Streit um die Schrift An Prediger und Gefundene Blätter aus den neuesten deutschen Litteraturannalen; nachdem Gleims Versuch, Herder als Nachfolger von Michaelis nach Halberstadt zu holen, durch v. Zedlitz abgelehnt worden war, machte sich Herder Hoffnungen auf die Göttinger Generalsuperintendentur; seiner abschätzigen Beurteilung der Brandenburgischen Theologen in den Litteraturannalen wurden durch Teller u. a. persönliche Motive unterstellt.

9              Ueberbringer: Kanter.

12            alter Verleger <...> niederträchtigen Streich: Kanter, indem er das Bild Hamanns mit den Eselsohren in seinem Laden aufhängte.

15            Klatschreien <...> Göthe: 202,2f.

16            vergeblich: verzeihlich.

19            Exemplaria: des Asmus.

21            Einl.[age]: nicht ermittelt.

24            Sie <...> haben <...> herhalten müßen: in der Rezension der Fünfzehn Provincialblätter durch Trescho im 59.St der Königsbergschen <...> Zeitungen vom 24.7.1775; die Claudius-Rezension, ebenfalls von Trescho?

25            Laden und Zeitung: die Kanter gehören.

28            Johann Xstoph: Christoph Neumann.

31            Vocation nach Hannover: in der Berufungsgeschichte.

33            Paentzler: Penzel.

36            Volkslieder: 192,12f.

Brief 453

Kanter, gerade von der Jubilatemesse in Leipzig zurück, hatte Hamann einen einzelnen Kupferstich seines Porträts gezeigt, das für Lavaters Zweyten Versuch seiner Physiognomischen Fragmente bestimmt war und die (kopierte?) Unterschrift Lavaters trug, 195,26f. Es stellte H. mit einem hinter dem Kopf geknotetem Schweißtuch dar, 196,11ff., was Hamanns Ärger, Bitterkeit, ja Zorn erregte, weil er in den freistehenden Enden des Tuches Eselsohren zu erkennen meinte und daher eine Intrige vermutete, die Kanter zum Urheber habe. Zur angeblichen Entstehungsgeschichte des Stichs 193,ff. und 201,1ff. Über die Ähnlichkeit wurde in Königsberg gestritten, 204,25ff. Ein authentisches Exemplar dieses Stichs ist nicht überliefert. Möglicherweise ist es der Umriß, der als zweites Porträt in Lavaters Zweytem Versuch, S.286, erscheint (und den Unger: Sibyllinische Blätter des Magus, 1906, bringt). Das große erste, gegenüber von S.285 veröffentlichte Hamann-Porträt hatte J. H. Lips gestochen, und ihm begegnete H. ein Jahr später, als ihm Hennings den ersten wie den zweiten Band der Phsyiognomischen Fragmente lieh. Dazu 467 an Herder, 240-241. Kanter hatte das aus Leipzig mitgebrachte Porträt auch seinem Mieter Kant gezeigt. Dieser schickte den Diener Martin Lampe zu H. mit der Bitte um Aufklärung. Die unmittelbare scheiterte, daher der reichlich aggressive Brief, dessen ironisch-hyperbolischen Charakter H. allerdings selbst zu dessen Milderung bezeugt, 199,7ff. Kant hat wohl nicht geantwortet; zum Widerruf des rasenden und blutigen Billets 204,9ff.; siehe auch A. Warda in: EUPHORION 13 (1906),49ff.

198,2        P.P.: 165,31.

3              Fragmente: Hamann vermutet, daß Kant den Ersten Versuch von 1775 kenne, und irrtümlich, daß darin sein ärgerliches Porträt, die erwähnte Umrißzeichnung, zu finden sei.

6              beyliegenden A[sinus]-Stich, 199,37; 200,3.

8              vorigen Sonntag: 16.Juli.

18            Mit dem Bericht seines nächtlichen, restlichen, schlaffördernden Stuhlgangs erlaubt sich Hamann eine gewagte Anspielung auf Kants Obstipationen und seine Neigung, davon zu reden. Auch die Kritik von Kants Neugierde gerät ebenso scharf, wie der beliebte Fluch Kanters, Straff mich Gott!, beim Wort genommen wird.

21            Shandi-Lavaterschen: Pseudo-Lavaterschen liest (mit Warda) fälschlich die Akademie-Ausgabe, Bd.13.

26            Original: Hamann selbst.

30ff.         Hamann will das Geheimnis seiner (wegen des Mangels an Geld für eine Perücke) unbedeckten Ohren, als seiner organa sapientiae der vernehmenden Vernunft (geistliches oder symbolisches Ohr), ungern derjenigen Probe aussetzen, wie das in der angespielten horazischen Epode VI,7f. einer der dort genannten Hunde tut: (aure sublata), mit hochgerecktem Ohre, durch tiefen Schnee, jedes wilde Tier, das mir aufstößt, verfolgen (Übers. Uz), wobei H. sich auf die üppig ausgestattete Horazausgabe (Lucullischen Hor. <...> Leipziger Apparatu) Bentleys, Leipzig 1752, bezieht (Biga 10/159).

199,16f.    mit Pfriemen: wegen des angeblichen Schusterjungen-Einfalls Kanters; mein gemiethet Scheer Meßer: Jes 7,20.

19            berühmten Cicisbeo: gemeint ist der Zürcher Kupferstecher Lips, Cicisbeo: Fremdenführer und Damenbegleiter, zugleich in doppeltem Sinne Hausfreund, nämlich Lavaters. Er ist auch der Stecher von Hamanns Porträt, 196,27 und 201,1ff., wovon Hamann (Z.21) erfuhr.

22            Freunden: 195,27.

26            Hamann vermutet hinter der Porträt-Intrige auch Vetter Nabal Nicolai.

35            Daher die Fortsetzung eines Versuchs: die Zweifel und Einfälle über eine vermischte Nachricht der allgemeinen deutschen Bibliothek, N III,171ff.

200,1f.     spielt auf Rö 8,28 an.

5              Verwandlung meines rechten [Ohrs]: auf dem Umriß von Hamanns Kopf auf S.286 im Zweyten Versuchs war in der Tat nur das rechte Ohr zu sehen; die zum gültigen Kupferstich auf S.285 kontrastierende Hintanstellung begründete Lavater dort so: Der Umriß hier-ein ganz anderer Mund-ohn' all das feingeistige prophetische Salz-und das Untertheil des Gesichtes zu kurz und nicht so harmonisch mit dem Charakter des übrigen.

6              bey Philosophen ad modum Apulejus: also zweifache Esel, da in seinen Metamorphoseon libri XI die Abenteuer des in einen Esel verwandelten Lucius erzählt werden.

Brief 454

Antwort auf 452.

200,15      4.wöchentl.[iche] Reise: von Ende Juni bis Ende Juli.

16            Hans: J. Ch. Neumann; Ihren Brief: 452.

17            meinen Brief <…> 2. Büchern: 448 vom 3.Juni; Hamann erhielt ihn am 18.Juni durch Hartknoch, 185,8 und 9f.

18            einen andern <...> Preisfrage: 450 vom 18.Juni, den Hamann am 28. Juni erhielt, 189,32.

24            Schwester <...> Brief: HBGA 3, Nr. 164, S.189,18ff; Herder hatte ihn Hartknoch nachgesandt, über die Berliner Adresse Nicolais.

33f.          Zimmermann <...> 5. Tage auf seiner Schweizerreise: vom 4. bis 8.Juli in Darmstadt.

34ff.         Geschichte von Lav.[ater] <...> kopiren: 196,27ff., Hamanns Ärger über sein Porträt in den Physiognomischen Fragmenten.

201,3        Ich u. mein Weib: im IX. Fragment Herder; im XVII. Fragment sind 4 Silhouetten zu sehen und unter der 4. hat Lavater in seinem Exemplar notiert Herdern; auch im Zweyten Versuch, 1776, ist Herder in einem Schattenriß, S.102, vertreten.

8              Meierschen: J. H. Meyer.

10            auch ich geschimpft war: für seine Rezension der Übersetzung dieses Lieds durch P. H. Mallet in der Histoire de Danemark, auch SWS I,75 u. SWS III,24f.

11            M[anu]s[kript]. über Katull.

13            ein sehr höf.[licher] Brief von ihm: 233,19.

14f.          bei Strabo steht <…> in der Vorrede: in der Vorrede an Büsching Bd.1, die Fortsetzung in Bd.3 der Vorrede an J. D. Michaelis, Herder 11, S.586.

17            was Sie vom Kanter erzälen: 197,12ff.

18            v.[ice] v.[ersa].

22            Erbherr auf Trut.[enau]: seit 1775.

23            Gräfin: Maria Gräfin zu Schaumburg-Lippe.

25            Stark <...> Dithyramb: irrationale Improvisation, 195,14ff. und Br.451.

26            Hüte Dich: bei Sirach passim.

28            Rec.[ension] der Prov.[incial] Bl.[ätter] in der D.[eutschen] B.[ibliothek]: Allgemeine deutsche Bibliothek, Bd 23/2, S.346-375.

30            andern Stück <...> all Ihre opp.[opera]: Bd 24/1, S.287-296.

31f.          Zauberbüchern: Allgemeine deutsche Bibliothek, Bd. 24/2,S.608-631, Schriften für und wider die Hexerey.

32            seinen Sebald: Nothanker.

32f.          Kästner <...> angestochen: Epigramm, daraus die beiden Verse.

35            Dunse: 168,29.

36            Göthe: von seiner Schweizerreise mit den beiden Grafen Stolberg nahm er den Rückweg über Straßburg, wohnte wohl bei Lenz (Dichtung und Wahrheit, 14.Buch) und traf Zimmermann am 14.Juli (DuW 15.Buch); reiste weiter nach Darmstadt, traf dort Herder am 21.Juli und fuhr mit den Herders und Merck am nächsten Tag nach Frankfurt; ein Brief an Herder vom 28.Juli aus Frankfurt ist verschollen.

202,2        nächstens reiben: Plan der Anekdote zu den Freuden des jungen Werther.

2f.           Kanters Mährchen: 197,15ff.

6f.           Moser <...> überschwängl.[ich] vorkommend: auf den Herder vor allem Claudius' wegen baute, da jener ein Institut zur Hebung der Volksbildung plante, wofür ihm Claudius wie geschaffen schien. Am 22.Juni hatte Bode, der Verleger des Bothen, dessen Redakteur Claudius gekündigt. Herder vermittelte ihm eine Position in der Hessen-Darmstädtischen Verwaltung; v. Moser bot zunächst die Stelle eines Geheimen Kanzleisekretärs an, die er im Juni 1776 antrat, freilich mit gedämpfter Freude; an Herder schreibt er am 2.August 1775 u.a.: <...> aber nach meiner Neigung möchte ich lieber eine weniger glänzende und mehr ruhige Stelle haben und etwa Vorsteher eines im Walde gelegenen Hospitals oder andern milden Stiftung, Verwalter eines Jagdschlosses, Garteninspektor, Vogt eines Dorfes pp. werden, dabei ich Zeit hätte, meinen Grillen nachzuhängen <...>. Zu Claudius' Darmstädter Aufenthalt überhaupt J. U. Fechner im Nachwort seiner "Faksimileausgabe des von Matthias Claudius redigierten Teils <...> aus dem ersten Jahrgang (1777)" der Hessen-Darmstädtischen Landzeitung, Darmstadt 1978.

9              Gleim in Pyr.[mont] gesehen: zwischen dem 7. und 21.Juli.

12            Johann: der Neffe Neumann.

14            Inlage: nicht überlieferter Brief an die Schwester nach Mohrungen.

Brief 455

202,20f.    einen Brief <...> Büchern: 200,17f.

22            einen früheren: 445.

27            neueste Arbeiten: Briefe zweener Jünger Jesu, Erläuterungen zum Neuen Testament; Ursachen des gesunknen Geschmacks.

203,3        geänderte Stellen: 194,28 -195,6.

31            Zeitungen <...> von Trescho geneckt: 197,24.

32f.          ich geschrieben <...> mir geantwortet: beides nicht überliefert.

35            mein Dutzend: Rezensionen, 213,35ff.

36            A.[llgemeinen] D.[eutschen] Bibliothek: die Rezension der Ältesten Urkunde in Bd. 5/1, S.23-61.

204,1        Prol.[egomenis] des Jablonsky: Pantheon Aegyptiorum <...> cum prolegomenis de religione et theologia Aegyptiorum <...>.

3f.           Nach der in Walchs Bibliothek: Philologische Bibliothek, Bd 3,1. und 2.St., mit der Rezension von Ch. Meiners.

5              Ankündigung des Zacchaei: Bd 25/1, S.292-296.

6              beiden Gesellen Hd. Dh.: Kürzel der Rezensenten in der Allgemeinen deutschen Bibliothek, Bd 24/1, S.287-296, 208,36f.; mit einem Fell abzufertigen: gleichzeitig zu scheren, siehe das metaphorische Scheer Messer 199,16f.

11            Sie aufzufinden <...> Caroline: in der Physiognomik, 201,3f.; 209,33.

12            Ihre: ihre.

13            H-n p. 196: 209,35.

14            Wo ist Göthe: im IX Abschnitt, VI.Fragment.

15            meine Vision <...>: 196,21ff. und Brief 453.

20            überführt: überzeugt; K.[anter].

22f.          Dem Apollonio <...> blutiges Billet gekostet: 453.

24            H-l: etwa Hippel?

33            Tichten und Trachten: mit 1 Mo 6,5 die Vorbereitung seiner Zweifel und Einfälle <...>.

34f.          Vetter Nabal <…> Gesellen Hd.Dh.: die Rezension in der Allgemeinen deutschen Bibliothek 24/1,287-296.

205,3        Paentzel Krause: Penzel, Ch. J. Kraus.

7              Beyl.[age] <...> Dainos: litauische Volkslieder, für Herders Sammlung.

11            vorigen Beichtvater: J. Ch. Buchholtz.

18            Gouverneur: von Stutternheim.

19            seinen Abschied: Penzel blieb weiterhin in preußischen Diensten, war aber Freiwächter, also ein Soldat, der sich in der Garnison seinen Lebensunterhalt selbst verdienen durfte und vom Wachdienst befreit war. So blieb der Strabo sein Hauptgeschäft, er verdiente an seiner Mitarbeit bei den Königsbergschen <...> Zeitungen, sein Sold floß aber größtenteils in die Regimentskasse, siehe B. Gajek in: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts 1986, S.34ff.; dort auch Penzels Brief an den Freund Ignaz Schmidt in Würzburg, zitiert S.36.

22            intimo aus Klotzens Schule: dieser protegierte ihn und ließ ihn Rezensionen für die Bibliothek der schönen Wissenschaften schreiben; er disputierte unter Klotzens Vorsitz und wurde 1772 in Halle zum doctorem philosophiae promoviert. Später kam es zum Bruch.

25            Arnold: Daniel Heinrich Arnoldt; Reccard <...> gegen seinen Oncle Starck: Reccard war mit Caroline Buchholtz, der ältesten Tochter des Kirchenrats aus dessen erster Ehe, Starck mit einer jüngeren Tochter verheiratet.

28            Danischmende <...> W.: heißt der Hofphilosoph in Wielands Roman Der Goldne Spiegel, oder Die Könige von Scheschian.

29            Göthens Arlequinspeitsche: Götter, Helden und Wieland. Eine Farce.

30            gegenwärtiger Barbarey: das von Wieland in der Rivalität zu Euripides angeblich verlebendigte und aktualisierte, aber-nicht nur in Hamanns und Goethes Kritik-sentimentalisierte und verkleinerte Griechentum.

32f.          Preißschrift: Ursachen des gesunknen Geschmacks.

35            markicher: markig (markicht): kräftig; wachsen <...> abnehmen: Jh 3,30.

206,1f.     Philantropinum: die 1774 in Dessau gegründete Reformschule; Programma: Für Cosmopoliten etwas zu lesen, zu denken und zu thun.

5              Layenbruder und Claudius: 202,6ff.

7              Nickel und seine beyde Gesellen: 204,6.

11            Empfang der 50: Exemplare von Bodes Tristram Shandy-Übersetzung.

19            Hochzeitliede: Versuch einer Sibylle über die Ehe.

20            Anbeter der gantzen Familie: Hartknochs.

Brief 456

Bezieht sich auf Brief 455; Antwort 459.

206,31      meinem Freudelallenden: lies meinem nackten Freudelallenden.

34            Ihren Brief: 455; noch etwas beßers: vielleicht, 206,27f., daß Hamann den Brief als Geburtstagsbrief schrieb.

207,7        aus meiner Höle: 155,20.

9              der Spanische Gaul: das edle Rennpferd als Zugpferd.

9f.           Pegasus oder Hippogryph: das mythologische geflügelte Pferd, das auf dem Helikon den Brunnen Hippokrene mit einem Hufschlag entspringen ließ, Bild dichterischer Inspiration (wörtlich ein Pferde-Schreiber, wegen des Pferde-Brunnens).

19            Kopp.[e]: Johann Benjamin K.

22            mit dem Karakter: Amtstitel des Generalsuperintendenten.

24            im Testament vermacht: am Ende von Philologische Einfälle und Zweifel, N III,52,20ff.

27            Arnold: Arnoldt, 205,25.

29            Krötengehack in Berl.[in]: Spalding, Teller, Nicolai.

34            Prof. Heine: Christian Gottlob Heyne.

36f.          mein Schirm u. Schild: Ps 91,4.

208,2        der Königin Bruder: Charlotte, Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz, die Gemahlin Georgs III. Wilhelm Friedrich von Hannover, König von Großbritannien; in Darmstadt mitpredigen hörte: am 5.Sonntag nach Trinitatis, den 16.Juli.

9              Lies einer Gemeine.

18            wie jene Glocke der Vettel zurief <...>: eine Geschichte des Abraham a St. Clara, mehrfach nacherzählt: Judas der Erzschelm dem Geist und der Sprache unsers Zeitalters angepaßt, von Johann Anton Müller, 1.Teil, S.58, Leipzig 1822, Neben der Aufnahme in humoristischen Sammlungen nutzt Georg Hermann, Untersuchung über die Physiologie der Nervenfaser, Tübingen 1843, S.244f. die Geschichte als Beispiel für die `Subjektivität´ des Gehörsinns: So kann man auch mancherlei Tönen allerlei Worte unterlegen, welche man endlich ganz vernehmlich zu hören glaubt; was so schön ausgedrückt ist in der Erzählung von der Frau, welche ihren Knecht heirathen wollte. Der Pfarrer riet ihr, darauf zu achten, was die Glocken sagen würden, und die Glocken sprachen: Nimm den Knecht! Nimm den Knecht!; als aber die Ehe unglücklich war, da merkte sie besser auf, und hörte, daß die Glocken sprachen: Nimm ihn nicht! Nimm ihn nicht!

20            Ihr Orakel: für oder gegen Göttingen?

24            Bernsteinufer: nach Königsberg.

25            die Akad.[emie]: die Albertina.

26            Erläuter.[ungen]: zum Neuen Testament aus einer neueröfneten Morgenländischen Quelle.

27            so viel Schweiß: 185,20f.

28f.          δουλια του αιωνος τουτου: Knechtschaft dieses Aeons.

32            erste Theil von Zend=Avest: in Kleukers Übersetzung, Biga 25/150.

33            Rec.[ension] der Urk.[unde] in der A.[llgemeinen] D.[eutschen] B.[ibliothek]: Bd 25/1, S.23-61 durch Eberhard.

34            Walchischen: Philologische Bibliothek, durch Meiners; 204,4.

35f.          hämische Beurtheil. der Prov.[incial] Bl.[ätter]: Bd 23/2, S.346-375.

36f.          Nickel Hd, u. Dh. <...> unum idemque: halte Nicolai etc. für ein und denselben, 204,6.

209,1        Trescho geneckt: 203,31.

2              Blatt: der Königsbergschen <...> Zeitungen.

3              Alles kommt vom Herrn <…>: 1 Mo 24,50.

5              keine Antwort: bezieht sich wohl auf die Gespräche mit v. Moser in Darmstadt (202,6ff.), es sei denn, daß ein Brief an diesen verschollen ist; es ging wohl um Claudius' Versorgung; so wichtige: lies sehr wichtige.

11            gute, redliche <...> Würksamkeit: eine erstaunliche Veränderung seines Urteils, 61,10; andre Bahn: etwa ein Plan v. Mosers, ihn für Darmstadt zu gewinnen?

17            alten Witwe: Frau v. Beschefer, 249,26f.

19            Grafen: zu Schaumburg-Lippe.

20            Waßerflüßen Babels: Ps 137,1.

24            Lav.[aters] Physion.: Physiognomie.

25            verst.[orbenen] Kön.[igin].

29            Verse, die Sie [lies sie] <...> machte: 122,14f.

31f.          Vir bonus <...> consultus Apollo: nach Hor. epist. I,7,22; 122,10ff.

32            Sap.[ienti] sat.

33            Abriß: Schattenriß.

35            H-e S 196.: 204,13, also Verschreibung Herders; siehe S. Sudhof in: Deutsche Vierteljahrsschrift <...>, Jg.34, 1960, Heft 2, S.244ff.), der nachwies, daß es sich um den Stuttgarter Hof-und Domänenrat Johann Georg Hartmann handelte (Lavater brachte sein Porträt im Zweyten Versuch, S.196); die Unterschrift Hamann auf dem Porträt, von welcher Hand auch immer, verleitete Nadler dazu, in seiner Hamann-Biographie dem Titelblatt gegenüber, in der Annahme, es sei ein Hamannporträt (als Hamanns letztes Bild), zu reproduzieren.

210,2        in Strasb.[urg]: Jung [-Stilling].

5              Asna=Neitha: ist die Tochter des Priesters Potiphera.

6              Göthe: 204,14;

8              über Rameau: Goethe, WA 37, S.340f.

9              Verse am Ende: Künstlers Abendlied, WA 2, S.185.

13            in carric.[atur].

14            Wie schrecklich <...> Ihr Fluch gekommen: 99,6ff.; Mercks Frau hatte, als er die Großherzogin nach Rußland begleitete, eine Affaire mit einem französischen Offizier; das Kind aus dieser Verbindung war weggegeben worden, es starb nach wenigen Monaten, was Merck beinahe eine Vernachlässigungsklage und eine Geldstrafe eingetragen hätte; sein leiblicher 2.Sohn starb 1775 an Diabetes, er selbst war krank und erlebte zahlreiche Niederlagen im Amt (Prang, S.107 und 111).

15            Sie sah: 62,23.

16f.          neul.[ich] da ich in Darmstadt war: im Juli 1775.

18            Nikkels Unverschämtheit: mit seiner Rezension von An Prediger, 208,35f.

21            3. Volkslieder: 205,7.

Brief 458

210,33      Beleidigt: 211,32.

211,15      Briefe Jacobi und Judä: Briefe zweener Jünger Jesu.

Brief 459

211,31      letzten Brief: 456.

33            Freundin in Mohrungen: K. Güldenhorn.

212,1        Einlage: 211,12.

9              schon in G.[öttingen].

14            von Hartknoch <...> Brief: nicht überliefert.

20f.          Reichard <...> Gnade <...> zu gefallen: Friedrich II. hatte 1775 J. F. Reichardt als Kgl. preußischen Kapellmeister nach Berlin berufen.

24            Neigung: was Hamann nicht hindern wird, künftig Reichardts Einfluß in Berlin, vor allem bei seinen Urlaubsgesuchen zu nutzen, sehr bald auch zu Hilfe für andere, siehe Brief 461.

27            Preißschrift: der Berliner Akademie, 189,33ff.

28            durch Reichard: in einem verschollenen Brief.

29            Nachricht von Claudius Ruff nach Darmstadt: auf die gutbezahlte Stelle eines Oberlandkommissarius im Range eines Wirklichen Kammerrats im hessischen Staatsdienst, wozu vor allem die Redaktion der zum 1.Januar 1777 gegründeten Hessen-Darmstädtische[n] privilegirte[n] Land-Zeitung gehörte; 201,6 und Fechners Faksimileausgabe.

30            darf: brauche.

33            Areopagiten: die Mitglieder der Berliner Akademie.

213,1        Verleger: Hartknoch.

4              Gevatterbrief: von Claudius.

8f.           für das ehrliche deutsche Blut so bidermannisch gesorgt: die Vermittlung der Darmstädter Position.

10            Stelle <...> im Darmstädtischen: H. hatte 209,7ff. richtig verstanden.

12            πρωτοκαϑεδρα: erster Lehrstuhl, Ordinariat, 229,3.

14f.          Gevatterbrief zum deutschen Museo: nicht ermittelt.

15            medio Dec.[embris].

16            Bertuchs Uebersetzung: des Don Quijote, siehe Hamanns Rezension in den Königsbergschen <...> Zeitungen, N IV,426-431.

17            alten Witwe: Frau v. Beschefer, 249,26.

18            Sein Weihgesang: Penzels, nicht ermittelt.

23            alten Schuld <...> Vetter Nabal: die aus Anlaß der Nicolaischen Rezension verfaßten Zweifel und Einfälle über eine vermischte Nachricht.

24            patriae manus: Anspielung auf bis patriae cecidere manus.

24f.          αμην, αμην der Abbtschen Correspondentz:  189,2.

27            Orlando <...> Motto: zweites Motto der Einfälle und Zweifel, N III,171; Hamann nennt es auch in seiner einschlägigen Rezension, im 45.Stück der Königsbergschen <...> Zeitungen, 3.Juni 1776, N IV,433; es ist die 52.Stanze des 1.Gesangs: E fuor di quel cespuglio oscuro e cieco Fa di se bella ed improvisa mostra Come de selva o fuor d'ombroso speco Diana in scena o Citherea si mostra EL CHRISTIANO Poeta Ludovico Ariosto <...>. Den folgenden Friedensruf Angelicas läßt H. wohl supplieren.

26            wie Bileam: 4 Mo 24,15ff.

27            Ach! wer wird leben!: 4 Mo 24,23.

29            büffonschen Idee: in den Königsbergschen <...> Zeitungen, Beylage zum 6.-10.St. v. 18.Jänner bis 1.Februar 1776, N IV,419-425.

35f.          mit Freund Hayn <...> 8 Beyl.: N IV,386-418.

36            Erziehung: Nösselts Über die Erziehung zur Religion, N IV,417.

37            Ehe: Sein Versuch einer Sibylle, N IV,418; zwey da u die dritte in der Mache: über Buffon und Bertuchs Don Quijote-Übersetzung im 15.Stück v. 4.März 1776, N IV,426-427.

214,1        mit erstem: Fragment eines Programms, Beylage zum 93.Stück v. 20.November 1775, N IV,409-412.

3              G.[elehrten] R.[epublik]: von Klopstock; den Landtag: aus dem Untertitel: Geschichte des letzten Landtages.

4              Plan: zu den Zwei Scherflein.

11            Si valetis B.E.: wohl benedictione ejus.

15            beßer Elisa als Absalom: 2 Kö 2,23f. und 2 Sm 18,9; Lazarus: Jh 11,1-44 oder Lk 16,19-31.

20            Hypotheque: Philologische Einfälle und Zweifel, die H. bei v. Moser deponiert hatte, der das Manuskript abschreiben ließ, N III,423.

22            einzige Stelle: N III,149,30-36.

33f.          Schreiben des Herrn Wgs: nicht ermittelt.

35            Kopp: Koppe; Selim Halicum: wohl bewußte Parodie des Salem aleikum.

37            Verleger: Hartknoch; flüchtigen Passagier: Koppe.

215,1        Zeitungen: die Königsbergschen.

11ff.         Systeme de la Nature <...> Systeme Social <...>: von Holbach.

13            Verfaßer zum Bonsens: ebenfalls Holbach.

15            propter compendium: gemeint: wegen der profitlichen Kurzfassung; metaschematisirt: griech.: umgestalten, umdeuten, sich verwandeln oder als jemanden darstellen; Hamann erweitert diese Semantik zum Strukturbegriff.

15f.          unbekante Figur: zu metaschematisieren.

20            Beichtvater: Starck; Psalter: Davidis aliorumque poetarum Hebraeorum carminum libri V.

22            Anmerkungen über den Styl: 213,29f.

28            meinem Director: Stockmar, 213,19.

29            Eberhards Mäcen: v. Zedlitz; 2te Aufgabe: Allgemeine Theorie des Denkens und Empfindens.

31            mich an Nabal werde gerochen haben: mit Zweifel und Einfälle über eine vermischte Nachricht.

34            seinem Freunde: Wilhelm Chr. Herder.

216,2        regnen laßen: 1 Kö 17,14.

Brief 460

216,11      zum letzten geschrieben: nicht überliefert.

15            Ihre: ihre, die der Zweifel und Einfälle <...>.

19f.          in der <...> behandelt worden: 204,34f.

27            lies Aesthetische <...>.

34            als jene: in Z.26 genannte.

217,11      den 28p[raecedentis]: also Januar, 459.

22            Erleut.[ertes] Pr.[eußen]: von Michael Lilienthal.

Brief 461

217,26      Ihrem Reminsicere: falls schriftlich, nicht überliefert.

218,9        Gouvern.[eur]: v. Stutternheim.

10            Vorbitte: Fürbitte.

30            16 Jul.[ius] p.[ost] Dom.[enicam] V. p.[ost] Trinit.[atem].

31            Krause: Kraus.

35            gantzes Schicksal in Würzburg: 193,25ff.

219,4        Mit D. Büsching <...> kennt unsern Freund Nicolai: Büsching hatte, laut Penzel, die Übersetzung der Geographie des Strabo angeregt; an ihn war die Vorrede des ersten Bandes gerichtet. Die Sammlung enthielt viele von Penzel glossierte Briefe Büschings. Nicolai sollte Penzels Sieben kleine Gedichte herausgeben, auch das Manuskript über Katull. Er rezensierte die Gedichte in der Allgemeinen <...> Bibliothek Bd 14/1, 1771. Auf der Leipziger Buchmesse 1770 lernten sich beide persönlich kennen.

20            Empfang des 2ten Theils: des Nothanker.

22f.          Mardochai <...> allen Juden: Est 4,13.

28f.          dem ich noch das Agio <…> schuldig bin: vom Vorschuß der Reisekosten, 4,3.

Brief 462

220,22      Nachrichten: nicht überliefert.        

24            Kirchenrath Lindner: Johann Gotthelf L.

26            Erl.[eutertes] Pr.[eußen]: 217,22; kleine Unmündige: wahrscheinlich die Tochter des verstorbenen Pfarrers Strauch und seiner Ehefrau, der jüngeren Schwester Lindners.

28            Ihrer Herrn Schwäger: die Toussaints; Abschrift: der Hierophantischen Briefe, 221,6f.

35            Ihren Brief: nicht überliefert.

36            Freunde L.[indner].

221,3        Mst.[Manuscript]: Hierophantische Briefe.

4              vorbeygehen: übergehen.

6              gegenwärtiges Kreutz: fortgesetzte Krankheit.

8              beschmißen: beschmutzt.

11            Aus Bückeb.[urg]: von Herder.

Brief 463

221,21      Doctor: nicht ermittelt.

22            Blutsfreundin: nicht ermittelt.

28            alte Louise: wohl Dienstmagd im Hause Lindner oder die Wärterin, 222,8.

30            Enkel: Fußgelenk.

31            Zufall: Anfall.

222,1f.     d'Ailhaud Pulver: der ältere Ailhaud hatte 1740 ein Pulver auf der Basis von Skammoniumharz entwickelt, das zunächst als Abführmittel, dann aber als Universalheilmittel gegen alle Krankheiten gehandelt wurde.

3f.           Buttler: Graf v. Buttlar.

223,3        Nuppenau: Johann Peter N., der Nachfolger von Hamanns Vater als Bader.

4              Maschine: der Körper in allen Funktionen.

19            Lebenssatt: das letzte Wort des Buches Hiob (nach 1 Mo 25,8).

21            Justchen: wohl Lindners jüngere Schwester, die Witwe Strauch, 224,27ff.

23            jüngster Bruder: Gottlob Immanuel L.

30            Mummel: Memel.

Brief 464

224,22      Pulver: 222,1f.

24            Frau Consistorialräthin: Mutter Lindner.

28            Leben ihres Kindes: 220,26.

31            Ihr: ihr; Gutes und Barmherzigkeit: Ps 23,6.

35f.          Einer von Ihnen: der beiden Lindner-Brüder.

225,3        Er: J. G. Lindner.

6              am Ascher-Mittwoche: 21.Februar 1776.

9              Ihren zween Briefen: 221,16f.

9f.           häusliches und einheimisches Leiden: Krankheit seiner Frau Henriette, Z.35f.

17f.          Wenn mein Stündlein <...>: Lied von N. Hermann.

34            eiteln Lebens unter der Sonne: Pr c.1.

226,6        Lotterie Direction: bei Kanter.

20            Zeitungen: den Königsbergschen.

Brief 465

227,2        Gevatter: Kanter.

5              hier.[ophantischen].

20            Erl.[eutertes] Pr.[eußen]: 217,22.

21            HEn Schwäger: Toussaint.

22            Abschrift des Bogens: 220,28.

Brief 465a

Die Handschrift ( S.433) überließ ihr ehemaliger Besitzer Ernst Zinn (†) dem Archiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Bei der Entzifferung (z.B. 228,2) und zum Kommentar leistete er schätzbarste Hilfe.

227,31      2ten Theil <...> Nothankers: 219,20.

228,4        gewünschte Dictionaire: Pesselier.

6              auf einem anderen Weg: über Hartknoch.

8              Ihre Principien erkennen: Wechsel in die direkte Anrede.

9              die erste: erstaunliche (oder taktische) Gedächtnislücke Hamanns, der doch 1772, anonym (Von einem Geistlichen in Schwaben) in der 1773 gedruckten Beylage zun Denkwürdigkeiten des seligen Sokrates, N III,111ff., eine hochironische Abfertigung von Eberhards Neuer Apologie geliefert hatte, auch N III,437.

10f.          abstemius: Hor. epist. I,12,7: enthaltsam.

14            A.[llgemeine] D.[eutsche] B.[ibliothek].

15            Empfehlung an Sie:=die Muse der A.D.B., als ironische Koketterie zu lesen.

17            Congreß der Philanthrophie [<sic>]: was Nicolai plante, ist nicht zu ermitteln; aber wenn Hamann sich nicht verschrieb, sondern das griechische Pi durch ein Phi ersetzte, wird aus der Menschenliebe eine Art Menschenfütterung, womit jener Congreß deutlich ironisiert wird.

18            Domestica und Litteraria: Häusliches und Literarisches.

19            Ueberbringer: wohl Hinz.

20            Mündlich mehr vielleicht: ob daraus auf eine Reiseplan zu schließen ist? Siehe schon 219,25 sowie 242,5ff.

Brief 466

Bezieht sich auf Brief 459; es antwortet 467.

228,28      erst entschieden sein: Herders Berufung nach Weimar.

229,3f.     Protokathedrie: 213,12.

6              Gibeoniten: Jos c.9: durch eine List wohnen die Gibeoniter neben dem Volk Israel.

7              Lies nun so lang, nach Mitteilung von G. Arnold.

9              derer, die mich <...> haben wollten: vor allem Brandes, Heyne, Zimmermann und v. Bremer.

10            kam der Generalsuperint.[endent] weg: Förtsch, von Göttingen nach Harburg [Herder Briefe 11, S.646]. Auch J.Ch. Meier, Superintendent in Stadthagen war 1773 gestorben, dessen Stelle, auf die sich Herder Hoffnungen gemacht hatte, wurde eingespart.

12            Zachariä: Gottlieb Traugott Zazachriae ging 1775 nach Kiel [Herder Briefe 10, S.632].

18            wie David beim Zipfelschnitte: 1 Sm 24,5.

19            Ministerium: das Hannöversche.

20            Könige: Georg III. Wilhelm Friedrich von Großbritannien.

21f.          Ratten und Maulwürfe <…>: Gegner Herders unter den Göttinger Theologen ließen Zweifel an dessen Orthodoxie aufkommen.

28            Königin Bruder: 208,2; von Mecklenb.[urg].

32f.          meine Schriften: in der Hauptsache Älteste Urkunde, An Prediger, Briefe zweener Jünger Jesu ( 25: Jakob und Judas), Auch eine Philosophie <…>.

230,3        Colloq.[ium]: dem sich Herder nach dem Gutachten der Göttinger Theologischen Fakultät stellen sollte.

9f.           keinen Befehl <…> befolgen dörfe: als Untertan des Grafen von Schaumburg-Lippe.

11            nach eben den Symbolen: Sätzen des Glaubensbekenntnisses.

12            tesserae: (eigentl.) Würfel, dann Wahrzeichen: Symbola dicuntur, quod sint tesserae vera ecclesiae, quibus orthodoxi agnosci et ab heterodoxis dignosci queunt, aus Die Dogmatik der evangelisch-lutherischen Kirche, dargestellt und aus den Quellen belegt von H. Schmid. Erlangen 1843, S.68. Schmid zitiert A. Calov, Systema locorum theologicorum, Bd. 1. Wittenberg 1655, S.101 (freundliche Mitteilung von Martin Seils).

19            die Ehre <...> König von Engl.[and] als defensor <...>: als Verteidiger des rechten Glaubens, Jakob I. Stuart hatte Vorstius als Ketzer angegriffen.

24            Träumerin, trotz Joseph: 1 Mo 37,5.

33f.          Generalsuperint.[endent] und Past.[or] prim.[arius].

35            Gastpredigt: da es sich um eine städtische Stelle handelte, verlangte der Magistrat der Stadt Weimar eine Probepredigt, auf die man jedoch verzichtete, nachdem Herzog Carl August die Berufung Herders am 12.Juni verfügt hatte.

231,2        regier.[ende] Gräfin: von Schaumburg-Lippe.

5              2 Tage vorm Tode: nach Haym am 12.Juni.

7              Geschwätz: Gerüchte über den Herzog und die bedenklichen ökonomischen Verhältnisse.

13            unglückl.[iche] Joh.[ann] Friedr.[ich]: Herzog Johann Friedrich der Großmütige, unglücklich, weil er 1547 in der Schlacht bei Mühlberg außer seiner Kurwürde auch den östlichen Teil seines Landes mit der Residenz Torgau an die albertinische Linie der Wettiner verloren hatte und in Gefangenschaft geraten war. Seine Familie übersiedelte mit Hofstaat und Verwaltung nach Weimar, wohin sich auch der Herzog nach seiner Freilassung wandte. So wurde Weimar ständige Residenz der Ernestiner und die Stadtkirche für anderthalb Jahrhunderte ihre Begräbnisstätte.

14            Luther von Kranach 3.mal gemahlt: der sog. Lutherschrein, ein Triptychon aus dem Jahr 1572 mit drei Gemälden, die Luther als Mönch, Junker Jörg und Magister darstellen. Knittelverse unter jedem Bild erläutern seinen Lebenslauf. Das linke Bild mit Luther als Mönch ist von Veit Thim signiert, dem Hofmaler des Herzogs Johann Wilhelm, die beiden anderen dürften freie Nachschöpfungen Cranachscher Porträts sein.

15            Friedr.[ich] Myconius: Franziskanermönch, der sich 1517 Luther anschloß.

20            Dom Quixot: lies wohl Don; der regierende schaumburgisch-lippische Graf, mit der sprichwörtlichen spanischen Abneigung gegen den portugiesischen Nachbarn.

22            Wirbelwind: die Affäre mit dem Candidaten Stock, der durchs Examen gefallen und mit einem Lotteriegewinnn von 4000 Reichstalern als Darlehen an die schaumburg-lippische Rentkammer -also durch Simonie- auf die Stadthagener Adjunctur gekommen war; obwohl ein Examen vor dem Bückeburger Consistorium anberaumt war, hatte der Graf den Befehl gegeben, Stock ohne Examen zu ordinieren. Herder verfaßte daraufhin ein Promemoria und ließ sich in einen Streit mit dem Grafen ein -bis zu einem Urlaubsgesuch, Haym I,725ff.

24            Moser sagt: Ueber den kleinstaatlichen Absolutismus [Herder Briefe 11, S.648].

26f.          Protest.[antischen] Länder <…> Friedrich der Unsterbliche!: jeder kleinstaatliche Fürst führt sich wie Friedrich II. von Preußen auf.

27            Ausreuter: Ausrotter.

32            gejagten Hirsch: Anspielung auf Spr 7,22 oder Jes 51,20 [Herder Briefe 11, S.648], siehe auch Claudius´ Schreiben eines parforcgejagten Hirschen an den Fürsten <…>, in Asmus III, 1778.

35f.          Du sollt <…> wie Dich selbst: 3 Mo 19,18, Mt 22,39.

36            mit Ihrem letzten Briefe <...> Beilagen: die Klopstockrezension, N IV,409ff.

37            Rec.[ension] über den Bonsens u. die Republick: Kleiner Versuch über große Probleme, Fragment eines Programms, N IV,413ff.

232,4        Feigen: Schluß der Zweifel und Einfälle, N III,196,3 nach Jer 24,2ff.

7              Rec.[ension] in der Bibl.: die Nicolaische in der Allgemeinen deutschen Bibliothek, Bd 24/1.

9              Urk.[unde] Th.[eil 4.:=Zweiter Band, welcher den Vierten Theil enthält, SWS VII,1ff.

11f.          von Harling <…> einen Brief: nicht überliefert.

17            Priester von Anathoth: Herder, mit Anspielung auf N III,182,9ff., wo Hamann Jer 35,5 und 14 variiert: feurige Jünglinge, die gleich dem Priester zu Anathoth im Lande Benjamin Becher voll Weins und Schaalen vorsetzten, den Kindern von der Rechabiter Hause sagen: Trinkt Punsch, Bischoff und Cardinal nebst glühenden Weinen und Krambambuli <...>.

22            Schriftsteller u. Leser: Hamann und Herder.

22f.          Titelblätter: der Aeltesten Urkunde.

25            Klaudius ist hier gewesen: Claudius, auf der Reise nach Darmstadt, Anfang April.

28            Verjüngung: Ps 103,5.

31            verderbe ich das ganze Spiel: dem lässigen Claudius, der in Verhandlungen stand, die Berufung nach Darmstadt schmackhaft zu machen, 252,11ff.

31            Nachricht: eben die Klage v. Mosers.

36            Vorigen Frühling: [Herder Briefe 11, S.649]: Diesen Frühling.

233,3        gemahlten Buffon: Naturgeschichte der vierfüßigen Tiere aus Büffon, u.a., mit illuminierten Kupferstichen, aus dem Frz. v. F.H.W. Martini.

4              in Johnson: Johnstone, Johannes Theatrum universale historiae naturalis omnium animalium quadrupedum.

10            gekröntes Schausystem: Über den Ursprung der Sprache.

11f.          der Zweite <...> zu Gevatter: Sohn, August Wolfgang, 235,15.

13            Jakob <...> Segen: 1 Mo c.27.

15            Reichard: J. F. Reichardt.

16            Altvettel Albertine: die (hier geschmähte) Königsberger Universität.

17            Hephäst.[ion] <...> Carm.[ina] Davidis: von J. A. Starck.

19            wie ergeben schreibt: nicht überliefert.

19f.          Lemg.[oer] Bibliothek: Auserlesene Bibliothek, 259,17.

21            Pöbelbuben behandelt: Irrtum Herders.

23f.          Katastrophe seines Schicksals: 217f.

25            Niedersächsische Wörterbuch: Bremisch-Niedersächsisches Wörterbuch. Bd 1-5, hg durch die Bremische Deutsche Gesellschaft. 1767/1771.

26f.          Fulda's neues Buch <...> Preisschrift: über die beiden Hauptdialekte der Teutschen Sprache und Sammlung und Abstammung Germanischer Wurzelwörter.

29            Krone erlangen wollen: mit der Schrift Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele.

32            meinethalben der Preis 1.Jahr aufgeschoben: die Akademie hatte die Preisverteilung suspendiert und die Einsender gebeten, bis zu einem neuen Termin ergänzende Zusätze zu liefern.

33            2. Schriften in 2. Klassen von mir: in der Sitzung vom 1.Juni 1775, in der die Abhandlung Ursachen des gesunknen Geschmacks gekrönt worden war, wurde die Preisverleihung in der philosophischen Klasse verschoben.

34            Eberhard aufgestellt: mit der Schrift Allgemeine Theorie des Denkens und Empfindens.

36            im 2ten Th.[eil] von Lavaters Phys.[iognomik]: Hamann auf S.285ff.; die Affenschädel und -köpfe S.174-180.

234,2        Popens Einfall auf Newton: Abfertigung in der Beylage zum 37sten Stück der Königsbergschen <...> Zeitung, 1772, N III,21,20ff: Mithin ist die sinnreiche Hypothese, welche den Ursprung der Sprache menschlicher Erfindung unterschiebt, im Grunde ein loser Einfall einiger N e w t o n i a n e r  d i e ß e i t   d e s   W a s s e r s, die alle, wie  P o p e meint, zum poßierlichen Affengeschlechte gehören, und neuerlich mit dem  G r u n d s a t z e  d e s  W i d e r s p r u c h s  alle  B e s o n n e n h e i t  scheinen beynahe verleugnet zu haben; retorquirt: mit den eigenen Waffen bekämpft.

3              Mit ihrem Bilde: Ihrem.

7              steigt herrlich: verkauft sich gut.

10f.          Ende meiner Brunnenkur: 233,5f.

11            wie ein Käuzlein <...>: Ps 102,7.

12            letzte Trunk zu Cana: Jh 2,10.

23            Herz hat <…>: Marcus H., Versuch über den Geschmack.

27ff.         hingefallenes Wort von Leßing <...> Urspr.[ung] der Sprache: in: Philosophische Aufsätze von Karl Wilhelm Jerusalem; herausgegeben von Gotthold Ephraim Lessing, 1776, wo er zu Jerusalems Aufsatz Daß die Sprache dem ersten Menschen durch Wunder nicht mitgetheilt seyn kann angemerkt: Die Sprache kann den ersten Menschen seyn gelehret worden: er kann eben so dazu gelangt seyn, wie noch itzt alle Kinder dazu gelangen müssen. Fragt man: wodurch? durch wen? Durch Umgang mit höhern Geschöpfen; durch Herablassung des Schöpfers selbst: können die Vertheidiger dieser Meynung antworten. Laßt es seyn, können sie sagen, daß dieser Umgang, diese Herablassung selbst ein Wunder war: das, was durch dieses Wunder bewirket wurde, war doch kein Wunder, und es gieng alles dabey so natürlich zu, als es bey Vocalmachung der Kinder noch zugeht. Dieses, wenn man billig seyn will, muß man gelten lassen. Die Sache ist nur, daß sodann die ganze Aufgabe von dem Ursprunge der Sprache keiner reinen philosophischen Auflösung mehr fähig ist, indem der mittlere Fall sich lediglich durch historische Gründe erhärten oder verwerfen läßt <...> (Lachmann, X, 4f.).

29            nicht gleichgültig seyn: Des Ritters von Rosencreuz <…>, N III,25-33; S.27,5ff.; 32,21ff.

31            Kunst zu sehen: 242,15.

Brief 467

Antwort auf Brief 466.

235,22      Talions Gebühr: 2 Mo 21,24; 3 Mo 24,20 u. ö.

23            Asmus Relation <...> Bück[eburger] Quarantaine: der Brief Claudius' vom siebentätigen Aufenthalt bei Herder in Bückeburg ist nicht überliefert (siehe seine Briefe an die Herders, Jessen Nr. 136, 137, 138).

26            zu Ihrer Zufriedenheit: die Berufung nach Weimar.

29f.          neue Aspecten des Mercurs: ein Sinneswandel Wielands; zur Vorgeschichte und zum Verhältnis überhaupt Haym II, 29ff.

236,3        Pontifex Maximus in Dessau: Basedow, für sein Philanthropinum.

10            wie Ihr kleiner Magister: 233,6.

16            Ihr Johann Christoph: Neumann.

17            kenne die Hand <...> nicht recht: 251,9f.

20            4ten Theil: der Ältesten Urkunde.

26            Preisschrift: Vom Erkennen und Empfinden.

28            Abhandl.[ung] in Hintzens Verlag: 234,23.

29            der Verf.[asser]: M. Herz.

36            Versprechen: 233,14f.

237,2f.     Landsmann in Potsdam: Reichardt.

3              zwo Zeilen geschrieben: nicht überliefert.

4              unbeantwortet gelaßen: 461.

4f.           einen Dritten betrifft: Penzel.

9              Königs Abwesenheit: zur Besiegelung der Grenzverträge mit Polen, in Warschau?

12            Bande: Orchester.

14            an Mara ein Exempel: die Sängerin Gertrud Elisabeth Schmeling, die 1771 nach Berlin gegangen war und Friedrich II. von der deutschen Gesangskunst so überzeugte, daß er sich auch privat von ihr vorsingen ließ, sah sich nach ihrer Hochzeit mit dem Cellisten Jean Mara mehr und mehr Schwierigkeiten mit dem König ausgesetzt, die sie 1780 zur Flucht aus Preußen und Deutschland veranlaßten; freilich war Mara als unzuverlässig, trinkfreudig und iraszibel bekannt.

16            Uebersetzer des Zend=Avesta: Kleuker.

17f.          kleine inaugural Schrift: nicht ermittelt.

19            an mich geschrieben: nicht überliefert.

20f.          mit einer Arbeit beschäftigt: mit dem Katalog von Lindners wie seiner Bibliotheken, der Biga, 238,13ff.; 239,7ff.

32f.          Briefe von seinem Bruder: 221,16f.

34            heroisches Mittel: das Ailhaudsche Pulver.

238,6        jüngsten Bruder: Gottlob Immanuel L.

8              bis auf das Lied: 225,17f.; lies das sie.

17            Fleyhen: Ordnen.

24            jungen HE. Grafen: nicht ermittelt.

26            gelehrte Arbeiten: seine Beiträge zu den Königsbergschen <...> Zeitungen und Auserlesene Bibliothek.

30            Einfall: die Ismaelfigur, 239,27ff.

31            plastischer Industrie: gestaltenden Fleißes.

34            s.[it] v.[enia].

35f.          wie die Weiber in der platonischen Republik: Plat. rep. 457D ff.

239,18      wie Scarron unter seinem Schlucken: zahlreiche Anekdoten berichten, wie S. bei einer Ehrung durch Königin Christine von Schweden von einem heftigen Halskrampf befallen wurde, so daß man jeden Augenblick seinen Tod befürchtete. „Wenn ich wieder genese", sagte Scarron, "dann werde ich eine schöne Satire gegen das Schlucken machen“. Dazu kam es nicht mehr, S. starb kurz danach.

25            willige Opfer meiner liebsten bonorum et donorum: Güter und Geschenke, wirklich Gott zu Gefallen, oder als ein Streich, Z.35?).

27            Hagar ihren Saamen: Ismael, 1 Mo 21,9ff.

29            abgewartet: bearbeitet.

34f.          Satrapenmährchen <...> Banqueroutierstreich: daß er, der von Lavater in den Physiognomischen Fragmenten als hochstaunender Satrape dargestellt war, nunmehr, quasi bankrott, seine eigenen Bücher zu verkaufen entschlossen ist.

240,1        Dom.[enica] VI. p.[ost] Trin.[itatem]: 14.7.1776.

5              Kayserl[ichen]. noch Kgl.[Königlichen] Hoheiten: eines Staatsaktes in Königsberg?

11            beyden großen Bücher: Lavaters Physiognomische Fragmente, wo Hennings beim Bilde Hamanns ein Zeichen (Z.33) eingelegt hatte.

241,1        Claire-obscur über die Areopagiten: die Zweifel und Einfälle als Antwort auf die Rezension Nicolais in der Allgemeinen deutschen Bibliothek, Bd 24/1. Die Areopagiten sind Nicolai und die Nicolaiten; Anführung des Spruchs: An Vetter Nabal. 1.Sam. XXV.25 auf dem Titelblatt der Einfälle und Zweifel.

4              vom K-[ant] bis zum K--[anter]: bei Lavater.

5              Ebentheuer mit dem Eselsohr: das verunglückte Portrait Hamanns, das Kanter in seinem Laden aufgehängt hatte.

7              Eitelkeit der Abigail: der Frau des Nabal, 1 Sm 25,3; Hamann macht sie, als seine Maske (aus biographischer Schonung) zur Muhme Nabal-Nicolais.

14            in littore: am Ufer; Versuchs <...>: Anspielung auf den Titel des Lavaterschen Werkes.

17            im Geist Davids: 1 Sm c.25.

20            beßer gefallen: 232,5.

21            Lex operis: die Bestimmung seines Werkes; per nugas ad seria: als abgewandeltes Horazzitat: Hae nugae S E R I A ducent das Innen-Motto der Zweifel und Einfälle.

28            Ahndung auf die Liebe meines Nächsten: 231,35f.

31            Cl.[audius]: 232,25ff.

33            feine Luft: in Darmstadt, 274,ff.

34            Euch beide Künstler: Herder und v. Moser.

242,1        Calcanten Posten: der an der Orgel die Bälge tritt.

4              Wunderthier <...> micromegas: Claudius, der im Alltag Kleine, in seiner Gestirnliebe Große, nach dem Titelhelden von Voltaires philosophischer Erzählung Micromégas, 1752, wo der riesige "Bewohner eines der um den Sirius kreisenden Planeten mit einem Saturnsbewohner eine Weltreise" unternimmt, die auch auf die Erde führt und bei der die durch ein Mikroskop betrachtete Menschenwelt Anlaß zu allerlei Satiren auf das Kleine, Bornierte gibt (D.F. Strauss).

12f.          im Gewitter <...> Hiob gelesen: Hi c.38-42.

13            zum letzten mal: des Verkaufs seiner Bücher wegen.

13f.          Michaelissche Uebersetzung: Deutsche Übersetzung des Alten Testaments.

15            Kunst zu sehen: 234,31.

16            Krause: Kraus.

18            Was es gewesen: 205,10.

24            spagirisch: alchimistisch.

26            Jacob Behm u Pordäge <...> aus Beyl.[age]: N IV,433; 45.St. v. 3.Juni 1776.

27            der Name Eberhard: kommt dort nicht vor.

32            Schwiegersohn: Penzel, 233,18.

33            ppo von Sans-Soucy: philosopho, Friedrich II.; Capellmeister: Reichardt.

35            in dieser gantzen Sache: der angeblichen Herder-Rezension in der Auserlesenen Bibliothek.

243,5        Lebenslauf: siehe Hans Köppe, Abraham Jakob Penzels Lebensirrfahrten. Eine Menschen-und Kulturtragödie aus dem 18. Jahrhundert. Leipzig 1937; B. Gajek, S.34-60.

11            Lemgoer Bibliothek: 233,19f.

14            Ausgabe des Horatzens: 395,1.

15            von neuem Geographie: Des Strabo allgemeine Erdbeschreibung, Bd 3 u.4, die 1777 erschienen.

23            Verpflanzung: nach Weimar.

26            Eberhard den Preis: Allgemeine Theorie des Denkens und Empfindens; die neue Ausgabe: der Neuen Apologie des Sokrates.

32            die Zend-Auesta: in der Übersetzung durch Kleuker.

33            Erl.[äuterungen].

244,9        Catalog: die Biga.

17            Joh.[ann] Christ.[oph]: Neumann.

Brief 468

244,22      Exegi -: ironisiertes monumentum; Beyl.[age]: die Biga.

23f.          an Köstlichkeiten oder Mühseeligkeiten: Ps 90,10.

26            Fleyhen: Ordnen.

245,5        academischer Freund: J. G. Lindner.

6f.           nach meiner Mutter: von deren Tod Hamann in Gedanken über meinen Lebenslauf berichtet, N II,29,25ff.

9              Mann nach der Uhr: Anspielung auf das Lustspiel Hippels.

21            Zeitdieben: fures temporis [amici].

24            Genio seculi: Zeitgeist.

246,10      mit den donis: Geschenken.

16            postpapiernes: auf gutem Papier.

20f.          Exempl.[ar] Einl.[age] von unserm Kreuzfeld.

27            jüngster Freund in Charlottenburg: Eberhard.

31            G[eheimen]T[ribunals]R[at].

247,1        Philanthropisten: 236,3.

5              mit der meinigen: Hoffnung auf einen Gönner, der ihm den Verkauf seiner Bücher erspart, wie er ja auch im Folgenden an weitere Erwerbungen, bzw Büchergeschenke denkt, ohne die Komik der Widersprüche und Argumente zu gewahren,-oder sie vielleicht aus Kalkül äußert. Herders Angebot, 250,20ff. und die aufschlußreichen strategischen Ueberlegungen von 254,25ff.

14            Apologie des Sokrates: von Eberhard.

22            Gedächtnis so stumpf, als Montaigne seins: der in den Essais, 2. Buch 17.Hauptstück sein schlechtes Gedächtnis beklagt.

33            apokalyptische Zahl: die 666, siehe Herders Erläuterungen in Maran atha, SWS IX,181f.; auch 252,2.

248,9        hiesigen Laden: Kanter.

12f.          Eberhard <...> Preiß: 243,26.

23            wie Scarron: 239,18.

Brief 469

Noch aus Bückeburg, bezieht sich auf Brief 467; Hamann antwortet mit 470.

249,1f.     Sonntag <…> war er geboren: am 18.August.

6              puerperium: Niederkunft, Niederkunft.

8              Iuno Lucina: Juno als Geburtshelferin.

10            Trimpel: Trümpel, kleiner Kerl.

18            Weinstock <...>: Jh 15,5.

30            cum pleno titulo: mit vollständigem Ehrentitel: Oberlandcommissar.

31            in Darmst.[adt] Mutterbr.[uder].

250,9        Grafen: zu Schaumburg-Lippe.

10            Erlaßung: Entlassung.

11            aus Darmst.[adt] schrieb: Brief vom 24.August 1770 (HBGA 1, Nr. 82, S.187f.).

15            den Ihrigen: Geburtstag.

21            schweren Beischrift u. Beilage: 26ff., 257,25ff.

22ff.         Als der Priester zu Anathoth: Jer 32,7-9.

251,1f.     mir hilft Gott <...> überflüßig durch: in Form eines großzügigen Geldgeschenks Friedrich v. Hahns.

4              Lindners Gelegenheit: der Versteigerung von Lindners Bibliothek.

6              Tutenkrämer: verächtlich für: Kaufmann.

9f.           ihre Hand <...> nicht erkannten: 236,17.

12            Erziehung Ihres Hans Michel: 235f.

13            Mit Sorgen und mit Grämen: in Strophe 2 von P. Gerhardts Lied Befiehl du deine Wege; Hans Christoph: Neumann.

14f.          auf seiner Geburtsstäte: in Mohrungen.

19f.          Buben <…>: im preußischen Gebrauch schlechter Kerl, Spitzbube.

24            Pontif.[ex] Max.[imus]: des Philathropinum, Basedow, 236,3; der Meinige: Wilhelm Christian.

27            Schwager-Jäger: Ferdinand Flachsland.

23            wie ein Ackermann wartet: Jak 5,7.

32            Gev.[atter].

33f.          wie ein Ackermann wartet <…>: Jak 5,7.

35            Lemgoer Dreck: die Auserlesene Bibliothek, 233,19f.

37            ich glaub, er war n.19: Penzel schrieb unter der Sigle 13, 259,19f.

252,1        [wie] Wilkes: der in Pamphleten Zahlen als Siglen verwendete.

2              paar Recense: Lavater, J. C.: Physiognomische Fragmente, Bd.9. Lemgo 1776; Gesner, J. M.: Primae lineae isagoges, ebda.; Pfenninger, K.: Appellation an den Menschenverstand . Bd.10. Lemgo 1776.; Lavater, J. C.: Physio[g]nomische Fragmente 2.Versuch, ebda.; Tönnies, J. H.: Auszug der Geschichte, ebda.; Lavater, J. C.: Zweytes Funfzig christlicher Lieder, Die Freundschaft, Schreiben an seine Freunde, Abraham und Isaak, ebda; Zahl <...> 666: Herder führte die Zahl des apokalyptischen Tiers, nach Off 13,18 und dem Zahlenwert der hebräischen Buchstaben.

8              Tönnies <...> Klaudius sehr gerühmt: in einem nicht überlieferten Brief.

12            Präsid.[enten]: F.K. v. Moser, siehe Claudius' Brief an Herder vom 10.August 1776 (Jessen Nr.145); dort auch andere, hier weitergegebene Nachrichten von Claudius' Darmstädter Erfahrungen; Gewerb: als einer der drei Oberlandkommissare.

13f.          am ersten Mitgliede: Landkammerrat Eymes.

18            wie die Lilie: Mt 6,28; Lk 12,27; im referierten Brief hieß es: die Luft dahier conveniert mir nicht. Sela.

20            Pathen: August Wolfgang Herder.

22            Verfolg: Fortsetzung der Aeltesten Urkunde.

28            N.[ota]B[ene].

31            deiner Sünde Schuld: Ps 32,5.

253,2        gehöfelt: gehobelt, d. h. zu geschliffeneren Manieren.

6              Seite des Briefs: 240,33.

7              drinn seyn: in den Physiognomischen Fragmenten.

8              auch unsre: 344,30.

12            näht mit eigner Hand: 257,29ff.

16            Eberh.[ard] Preisschr.[ift]: Allgemeine Theorie <…>.

18            Hypoth.[ese].

20            Journal lit.[téraire] dedié au Roi: par une société d'académiens, Berlin 1772-76.

22            die 2te: für Ursachen des gesunknen Geschmacks <...>.

23            3te müste mir werden: mit der Schrift Vom Erkennen und Empfinden, 233,29ff.

Brief 470

254,1        schwerhaltiger Brief: 469.

13            Compere Matthieu <...> geschrieben: nicht überliefert.

16f.          Luft Ihnen beßer thut als den Darmstädtern: 252,18; 274,12ff.

22            Beyl.[age]: die Biga; Brücke seyn nach Berl.[in]: 255,10ff.

24            Geschichte meines Catalogi: der Biga.

255,2        alten Griechen: Porphyrius, Biga 63/83.

10            suchte <...> Urlaub: 279,31.

12            ersten Brief <...> Gen.[eral] Adm.[inistration]: nicht überliefert; möglicherweise hatte Hamann seine Bücher auch dort angeboten, um zu einer Reise nach Berlin (und weiter nach Weimar) Gelegenheit zu haben, 257,2f.; 254,22ff.

17            Ihr Brief: 469.

37            China: -rinde.

256,2        Materialisten: Drogisten.

33            HE Dir[ektor]: Stockmar.

257,10      ein Schritt: das Entlassungsgesuch.

16            bloße Druckerkosten: der Biga.

23            Hauptwerke: nicht im Register N V, 397ff.

27            Philipp IV: Phl 4,17.

28            arrham: Pfand.

29            Netzchen über der Karte: 253,12f.

34            süßer Geruch: Phl 4,18.

258,37      politische Kannengießerey: 52,3f.

259,5        neue Apologie: von Eberhard.

6              Entwurf zu <...> freymüthigen Briefen: die nicht ausgeführten Leiden und Ana des Prof. Mannah, 263,23f.

17            Lemgoer Bibliothek: 233,19f.

29            Landesherrn: Leopold III. von Anhalt-Dessau.

260,8        Stark: Starck.

12            Prof. de cap a pie[d]: vom Scheitel bis zur Sohle.

21            neuen Posten: 308,3f.

23f.          deductis deducendi: nach allen nötigen Abzügen.

27            der dritte meiner Freunde: Ch. J. Kraus.

34            todten Fliege <...> verdirbt: Pr 10,1.

261,6f.     an dem Preiß <...> Antheil nehmen: der Berliner Akademie auf die Preisfrage: Examen de deux facultés primitives de l´ame, celle de connoître et celle de sentir. Den Preis erhielt 1776 Eberhard; ob Kraus teilnahm, nicht ermittelt. Kant AA XIII,92.

13            seiner Abhandl.[ung]: Z.6f.

16            Wittwe B.[uchholtz].

26            Autorkrämpfe: der Hierophantischen Briefe.

30            Uebersetzung: von A. Young, 260,28f.

30f.          abmaceriret: gequält, verzehrt.

35            gr.[iechische].

262,10f.    Secr.[etär] Arndt <...> Journal: als Gouvernementssekretär in St. Petersburg, St. Petersburgisches Journal.

14            dessen Bruder in Weimar: in der Tat bis zum 1.Dezember, als ein Pasquill seinen weiteren Aufenthalt unmöglich machte: sein Brief an Herder, wohl vom 29.Nov. 1776, in: Briefe von und an J. M. Lenz. Herausgegeben von Karl Freye und Wolfgang Stammer. Leipzig 1918, 2,56.

17            kleinen Pathen: August Wolfgang.

22            liebe Wandsbeckerin: Christiana Augusta Claudius.

25ff.         Weinstock <...> Ölzweige <...> also wird geseegnet: Ps 128,3ff.

28            keinen Gevatter mehr: aber 233,12.

32            durch sie: Sie.

34            halbschlächtig: unentschieden.

263,26      Tutterpapper: 249,19.

Brief 470a

263,32      wo Mandeln wachsen: in Darmstadt, an der Bergstraße.

34            in Ihren vierzehn Zeilen: nicht überliefert.

264,1        gelehrte Mann: Claudius; seine 3 Seiten sind nicht überliefert.

4              deckt auf und deckt zu: nach Spr 10,12.

9              Lies hat Ihnen also noch nicht.

12            Lies Er sich; Booksbeutel: Behinderung, Last; lies seines.

13            Lies eben so.

14            Lies leidigen Friseur.

15            Cnaster: billige Sorte Tabak.

18            Lies Er so herrlich.

19            Rheinwein zu besingen: im Rheinweinlied; Weinerndte von Abieser: Ri 8,2.

23            Lies Pfeife.

31f.          Landsmanns Braut <...> Bestimmung: Frau Reichardt, 280,35f.

265,1ff.    wie der Engel Raphael <...> des Propheten Elisa Saltz: Tob 6,9 u. 2 Kö 2,18-22.

8f.           Lies Noth-Nagel; Dito's beym Mondschein: aus dem Asmus I/II.

9              Lies Da Er.

12            Lies standesmäßige.

13            Lies Pathin u. ihre.

15            Lies glückl.

16            Lies Claudius.

Brief 471

265,25      Lies gemino nach Hor. ars 147: nec gemino bellum Troianum orditur ab ovo.

28            A u. E.: von J. J. Schmidlin, Catholicon ou Dictionnaire universel <...>.

266,3        zufälligen Briefwechsel: 65,22ff. u. 158,30ff.

24            hiesige Buchladen: Kanter.

30            andere hiesige Buchladen: Hartung.

34            an den Verf.[asser] selbst zu schreiben: die Briefe an Schmidlin sind nicht überliefert.

267,4        Commissionaire en chef: der von den Erben Lindners bestellte Vollstrecker.

25            Catalog: die Biga; seinen Brief vom 16 p: nicht überliefert.

31f.          mit Eyern angefangen <...> Aepfeln <...> beschließen: Hor. sat. I,3,6f.

Brief 472

268,20      Ihr Schreiben: 267,25.

269,2        maiora lacrymis: größere als nur zu Tränen bewegende.

4              meinen letzten [Brief]: nicht überliefert.

5              wegen des Catholicon: siehe Brief 471.

27            Verleger seines Strabo: Ch. F. Hellwing.

270,5        Oberhofprediger: Starck.

10            Hofrat: Tottien?

12            moliminibus: Beschwerlichkeiten.

Brief 473

271,18f.    Geantw.[ortet] mit Einl.[age]: nicht überliefert.

Brief 474

271,28      poetischen Blumenlese: J. H. Voß, Musenalmanach oder poetische Blumenlese.

31            Curialien pro praeterito et futuro: Formeln für Vergangenes u. Künftiges.

32            wie eine Hündin vom Nil: ut canis e Nilo; ersten Briefes: 461.

272,2        eandem chordam: dieselbe Saite.

11            hartes P dort und das weiche B.: Penzel in Königsberg und Jean Bernouilli (218,24ff.), der in der Affäre Penzel um Hilfe gebeten worden war.

12f.          Mann im Mond: eben Bernouilli.

27            Mäßig geschwind: Allegro moderato, ironisiert.

31f.          Freund Kreutzfeld: als Literaturtheoretiker und als Befürworter Pentzels, 219f.

273,3f.     Johannes Turicensis: Lavater in Zürich.

4              strenger Recensent: in Bd 29/2 war eine Rezension der Physiognomischen Fragmente erschienen, wahrscheinlich von Nicolai.

13            auf der Capelle abgetrieben: wo Silber und Gold vom Blei geschieden werden.

17            dasige Academie: Bernouilli hatte an Friedrich II. geschrieben und eine abschlägige Antwort bekommen. So übernahm es die Berliner Akademie der Wissenschaften, Bernouillis Petition zu unterstützen und P. vom Militärdienst zu befreien.

22            Orest Penzel: den wie den Muttermörder Orest in der Atridensage die Furien seiner Entscheidung, sich anwerben zu lassen, verfolgten. Außerdem war er im Sommer 1776 durch die russischen Provinzen Kurland, Livland, Estland u. Ingermanland gereist, hatte Mitau, Riga, Reval, St. Petersburg besucht.

23            kreysende Riesengebürge: Hor. ars 139: parturient montes, nascetur ridiculus mus.

274,1        Canonicus Pauw: Cornelis de P.

4              Nicolai <...> Catalogum: 246,19ff.

5              befiel ich krank: mißglückter Satz: befiel mich eine Krankheit, überlagert durch den Gallizismus: je suis tombé malade.

12f.          Claudius beschwert sich auch <...>: 254,16f.; feine Luft: Darmstadts.

15            beyden Beyträge: zum Vossischen Musenalmanach, das Morgenlied eines Bauermanns und Wächter und Bürgermeister, wo Das Klock Anlaß zu Scherzen gab wird.

16            Sie ist ein sonderliches Wesen: aus dem Morgenlied eines Bauermanns, mit den gelehrten antiken Adnoten des Vetters.

19f.          Dein Brunn <...> : Spr 5,18, indem Hamann aber, anzüglich, Weibes durch Werkes ersetzt.

Brief 475

Befindet sich derzeit in der Krakauer Univ. Bibliothek (freundl. Mitteilung von J. U. Fechner).

274,28f.    εχαρην δε <…> επιζητω τον καρπον: ich aber bin höchlich erfreut <…> daß ihr wieder wacker geworden seid für mich zu sorgen <…> nicht, daß ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht, Phl 4,10 u. 17.

33            seine Recension: in den Königsbergschen <...> Zeitungen.

275,5        die Vorrede: des Mancherley und Etwas, N IV,441ff.

8              malcontenten: Mißgünstige.

14            Lies ereigneten sich.

20f.          Gevatterbrief <…> Freunde: von Herder, 469.

21            Both: Gebot.

22            arrham: das Kaufgeld.

276,6        Preisschrift: siehe Z.11f.

8f.           hiesigen ältesten Freunde: wohl S. G. Hennings.

31            authentique Alterthum: gemeint ist wohl Boulanger.

Brief 476

277,2        Farao für die Könige: von H. W. v. Behrisch.

11            Warum ist der Sohn Gottes in die Welt gekommen--: und hat doch die Menschen bey ihren Irrthümern gelassen, Breslau 1776.

13            Simon!: Simon, Siehest Du dies Weib oder Geschichte einer Engelländerin, Halle [Waysenhaus] 1776, N V,328.

16            Lavaters Bluttheologia: siehe auch Cor(r)odi.

17            Zufällige Gedanken <...>: über Herrn Lavaters physiognomische Fragmente. Halle 1779, von einem Prediger auf dem Lande.

18            Man muß <...> aufbürden: von K. H. Runge.

21            Theorie du Paradoxe: vom Abbé Morellet.

22            Mr. L ***: S. N. H. Linguet.

27f.          zurückkommenden Pack: Schmidlins Catholicon.

35ff.         Wenn Der <...> neuen Namen: Notizen von welcher Hand (Hamanns oder Auerswalds), nicht ermittelt.

278,2        Shak.[espeare].

4              heil.[igen] Alten Graben: Hamanns Adresse.

5              Coge: scil. intrare.

Brief 477

278,9        angenehme Antwort: nicht überliefert; auf den Inhalt geht Hamann 280,18ff. ein.

24f.          Mignon eines deutschen Fürsten: Liebling; wessen, nicht ermittelt.

25f.          communionem bonorum: Gütergemeinschaft.

35            wie Eli, den Wein: 1 Sm 1,14; Cammerdiener: Thathnais, Esr 5,6ff.

279,1        Lies wohl III. Esr. ff., eher Esra 6 und 7.

2              Lies Worte des Königs Lamuel, die ihn seine Mutter lehrte: Spr 31,1; Spr 31,6f.

5              christliche Liebe <...> anfängt: u.a. Mt 5,4 u. Jh 17,23.

8              Blohm: Wybrand Blom.

20            Voyen Geldern: Biergelder, d.h. zusätzliche Einkünfte am Zoll.

30f.          schrieb ich an die Gen.[eneral] Adm.[inistration]: 255,10.

34            Ihr: ihr; Sie: sie.

35            meine drey Briefe: 253, 256, 300.

36            meinem Director: Stockmar.

280,8        Freund P.[enzel].

13            im Mosaischen Rechte gegründeten Muße: 5 Mo 24,5.

19            eilfertigen Antwort: 278,9, nicht überliefert.

24            sonderliches Wesen: 274,18.

24f.          Ihrem Morgenlied: von Reichardt vertont.

26f.          ätherischen Bebungen [Vibrato am Clavichord] <...> cartesianische Wirbel [in der demokritischen Überlieferung]: Reichardt berichtet in seinen Lebenserinnerungen: Bei Claudius machte ich zuerst die Erfahrung, daß man auf einem gänzlich verstimmten Instrumente mit Wohlgefallen und ungestört musizieren kann, sobald man davon zum Voraus unterrichtet ist; während man über einen unerwartet anklingenden falschen Ton im übrigens wohlgestimmten Instrumente empfindlich zusammenfährt. Des Dichters schlechtes, kaum halbbesaitetes Klavier war fast immer verstimmt und doch sangen und spielten wir oft mit wahrer Freude stundenlang zusammen. Damals kam mir zuerst der Gedanke, daß die eigentliche Kunst der Musik wohl in dem Bewußtwerden des innern geheimen Kalküls der Seele bestehe, der ununterbrochen in ihr, den übrigen unbewußt, fortgeht. Bach wollte das nie zugestehen, aber Cartesius und <...> Leibniz haben denselben Gedanken ausgesprochen.

28            ehrliche Mann: Claudius.

29            Cherubim und Seraphim: vermutlich aus den Görgeliana die No.1. Des alten lahmen Invaliden Görgel sein Neujahrswunsch, erschienen in der Hessen-Darmstädtischen privilegirten Landzeitung, 1777, 1,5,14; Salomo <...> in Norden: Friedrich II.

33            Seinen [Gottes?] Willen <...> erlebt <...> wahren Schöpfer Ihres zeitlichen Glücks: gemeint ist wohl die potenzierte Harmonie von Claudius' Dichtung und Reichardts Musik, im Dienste am Hause des Herrn.

37            politische Partheylichkeit: taktische Vorteilssuche.

281,2ff.    hält es mit dem dritten: Esr 3,2: der dritte neben Jeschua und seinen Brüdern ist Serubabel. Mit ihm, mit dem Ende des babylonischen Exils und dem Wiederaufbau des Tempels und seiner zukünftigen Herrlichkeit spielt Hamann bildlich an auch auf seine eigene Gefangenschaft im Amt. Da nützt auch wenig Juliane Reichardts ihn geradezu heiligsprechende, aber überschätzende Verehrung (Z.10f.).

3              Der Wein <...>: es sind, Z.9, apokryphische Citationen.

17f.          Entwurf <...> Operationsplan: für das Gesuch um die Ratsstelle am Licent, 300,13f.

21            Maupertuisischem Grundsatze: der Präsident der Berliner Akademie, meint H., engagiere sich sparsam.

28            Leiden und Meiden: spielt an auf das ανεχειν και απεχειν des Epiktet.

31            Seifenblasen wie die Newtons: nach Opt. Lib. II,P.IV, die farbigen Interferenzmuster bei Forschung an der Kohärenz des Flüssigen.

32            Papa Benda <...> in Potsdam gesehen: wohl im Oktober 1756.

Brief 478

282,3        Mein langer Bericht: nicht überliefert.

5              seel.[igen] Freundes: J. G. Lindner.

8              Es geht um den Erlös aus dem Verkauf der Bibliothek F. G. Lindners.

11            jüngern Brief: 472.

12f.          Commissaire en Chef: 267,4; 269,19.

17            andern Praenumeranten: H. J. v. Auerswald.

25            Bibliotheca Graeca: von J. A. Fabricius.

32            Ihre liebe Niece: ein Fräulein Steinkopf aus der Ehe des Pfarres George Steinkopf mit der namentlich nicht bekannten Schwester Lindners.

283,1        Candidaten: wahrscheinlich Penzel.

5              Geschenk: 274,30f.

9f.           hiesigen jungen Kaufmann: nicht ermittelt.

11            Werther Fieber: von E. A. v. Göchhausen.

14            Hofrath: E. F. Lindner.

20            Catholicon: von Schmidlin.

Brief 479

Der erste aus Weimar.

284,1        Abreise: aus Bückeburg.

2              Grafen: zu Schaumburg-Lippe;

9              Kinde von 4. Wochen: August Wolfgang H.

15            bei Gleim ausruhete: Ende September für eine Woche.

22            Eins ist noth <...>: Lied des J. H. Schröder.

24            meiner Frauen Bruder: S. Flachsland.

27            Präsident des Oberkonsistor.[iums]: K. F. v. Lyncker, 287,20.

28            Herzog: Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach.

34            Merkurfabrik: Redaktion des Teutschen Merkur.

36            Seniorin in Biberach: als Frau und Witwe des obersten Geistlichen.

285,10f.    wie Paulus <...>: Apg 28,5.

15            Krümme: Verwicklung, Winkelzug; mein HE. Vikar: drei Geistliche, Schultze, Schneider und mein HE. Vikar, Johann Sebastian Gottschalg, hatten vom Herzog das Zugeständnis erwirkt, daß es Ministern, Räthen und Cavaliers, auch deren Frauen und Kindern, also der eigentlichen Gemeinde, -auch und gerade was die Einkünfte anging- erlaubt sei, bei dem <...> bereits erwählten Beichtvater fernerhin bleiben zu können.

19            Anzugspredigt: Einzugspredigt.

22f.          Freundschaftsfersenstiche: nach 1 Mo 3,15.

30            den 2ten: lies den 2ten Feiertag.

33            Königstag: Dreikönigstag.

286,1        Vormundschaften: Bevormundungen.

11            Stadtkirche: St. Peter und Paul.

26            Adiuncta: Beigaben.

34            Herzogin: Luise von Sachsen-Weimar-Eisenach.

37            Bücke.[burg].

287,2        Wiel.[and].

4              ihrer Bücher: Ihrer, 255,17ff.

5              Commiß.[ions] R.[at].

6              Catalog: die Biga.

7              Ihr Brief: 470.

9              Berlinschen Sturmleitern: Zweifel und Einfälle über eine vermischte Nachricht.

11            Anti Eberhardschen Geburten: die nicht zustande gekommenen Leiden und Ana; seine neue Preisschrift: Allgemeine Theorie des Denkens und Empfindens.

14            Allgem.[eine] Dreckbibliothek: Bd 29/2 der Allgemeinen deutschen Bibliothek, S.379-414 hatte G. W. Petersen Lavaters Physiognomische Fragmente rezensiert und Herders Dunkelheit besonders hervorgehoben, S.411; Lavat.[erischen] Phys.[iognomie].

15            Allmanach: Eyn kleyner feyner Allmanach, 274,30f.; Gerichte: die Ausgabe der Volkslieder.

16            Virgils Harpye: Aen. 3,225f.

19            Antritt in Liefland: als Domprediger in Riga.

28f.          einige Schriften Postells und Geiler von Kaisersberg <...> aus hiesiger Bibliothek: in der Weimarer Fürstlichen Bibliothek waren beide Prediger zahlreich vorhanden.

29f.          absit invidia verbo: möge frei von Neid die Rede sein.

36            sie: Sie.

288,1        vasten Phil.[osophischen] Kopf: weit[gebildet].

5              ihre: Ihre.

9              Sorbonnenmauer: Neologismus Herders, meint hoch und abweisend.

14f.          jungen Rußen: Chunstoff oder Schunstow, 352,20f.

16            kranken Schwager: S. Flachsland, 284,24.

19            Ihr Pathe: August Wolfgang.

22            Neffe: J. Ch. Neumann.

24            Den 20. Oct. habe hier angetreten: mit der Homilie des Gleichnisses vom Gastmahl des Königs.

Brief 480

288,33f.    der Gast als ein Deus ex machina: Herders Angebot.

34            lusus naturae <...> politischer Streich: das Spiel der Natur <...> Täuschungsmanöver.

289,3        HE Lentz: Karl Heinrich Lenz.

7              Mutter: Hausmutter.

10f.          Fersenpunct der Hitze: fallende Fieberkurve.

13            Msta Dona und Xenia: Manuskripte, Geschenke u. Gastgeschenke.

15            meiner Pfründe wegen: wie der Verfaßer der Beylage zun Denkwürdigkeiten.

19            auream bullam: die goldene Bulle des Briefs 469.

20            Pfarrer <...> Gedeon:=Herder, den Hamann für den Autor von Ueber Schwärmerey, Toleranz und Predigtwesen hielt, dessen Verfasser aber Johann Jakob Stoltz war.

25            arrham: das Kaufgeld.

26            nichts gehört: Brief 479 kam erst am 29.Januar in seine Hand, 290,30.

35            für meinen Freund: Kreutzfeld.

36            Autor: Herder.

290,2        verdienten in Kirchen und Schulhändeln Heinrich Sch.[röder]: die Autormaske der Neuen Apologie des Buchstaben h.

4              Zend-Avesta: in der Kleukerschen Übersetzung.

9              vermischte Aufsätze und Urtheile: von Gottlieb Schlegel herausgegebene Zeitschrift, gedruckt bei Hartknoch.

10            An[merkung].

11ff.         Betrachtungen <...> Briefe <...> Kammerpräsidenten: von J. Ch. v. Springer.

15            hierophantischer Maculatur: seine Hierophantischen Briefe.

16            Hierophant: Starck.

16f.          Profeßor à la Gigue: der nach der Pfeife des Herzogs tanzt.

17            Vettius Epagathus: Hamanns Maske in den hierophantischen Briefen.

20f.          Bock in der Adresse zu begehen: Lapsus, mit einer vorweggenommenen (aber hoffentlich künftig richtigen) Amtsbezeichnung etwas zu senden, 291,6.

26            des Ungenannten Antwort: von Häfeli, im Märzheft.

27            deßelben <...> Lucianische Frage: des Teutschen Merkur, von Friedrich Simon Eckard.

29            am Tage Adelgunde: an dem 1775 der Druck der Sibylle über die Ehe in seine Hände gekommen war.

30            Krause: Ch. J. Kraus.

32            von beyden <...> Gevattern: Claudius, nicht überliefert, und Herder, Brief 479.

34            Weimar wie Riga: 287,19.

35            Lindner Virbius: ein wiedererstandener Lindner =v. Lyncker, 287,20ff.

36            großes und gemeines Volk: 285,12.

291,1        lahme Görgel: entsprechend der Einrichtung der Invalidenanstalt, in deren Verlag die Hessen-Darmstädtische privilegierte Land-Zeitung erschien, und der auch der Gewinn zufließen sollte, hatte sich Claudius die Autor-Maske des alten lahmen Invaliden Görgel zugelegt.

1f.           Fabricant Darmstädter Neuigkeiten: 212,29.

5              Königs Geburtstag: am 24.Januar.

7              Nebenbuhler: Ch. F. Ballath.

7f.           Nachfolger: nicht ermittelt.

8              HE Director: Stockmar.

18f.          Kauffmann: Christoph Kaufmann.

20            Triumviros zu D.[armstadt] W.[eimar] u. K.[önigsberg].

27            OberLandCommissarius: Claudius.

30            mit Diogenes Laterne: nach Diog. Laert. VI,2,6,41 Diogenes von Sinope, der am hellen Tag mit Laterne einen Menschen sucht.

292,2        von seinem Freunde: Johann Michael.

5              drey Dedicationen: Schürze von Feigenblättern, 301,12ff.

7              Poeta Christiano: Ariosto.

8ff.          Gaul <...> Cerberus <...> Scorpionenknute: Anspielung auf die Aesthetica in nuce: Wo ist Euthyphrons Peitsche, scheues Gaul?/ daß mein Karren nicht stecken bleibt---, N II,205,18f.

12            Einlage nach St. Petersburg: an Ch. G. Arndt.

Brief 481

292,15      seegne den König: Briefdatum ist der Geburtstag Friedrichs II.

20            den 15 huj: der Brief Reichardts ist nicht überliefert, 300,27f.; Meistersänger: Kreuzfeld.

21            Hand des Freundes: 212,20: Sein Intimus: Capellmeister Reichard.

22            Interessent: Hamann selbst; Cassiererin: seine Hausmutter.

27            druckte meinen Sokrates: seine Petschaft mit dem Kopf des Sokrates.

33            im Denken, Empfinden: Anspielung (für Reichardt) auf die Preisschrift Eberhards.

293,1        liebe Mann: Kreuzfeld, 301,8.

7              gleich einem Bonifacius Schleicher II.: von Wieland, siehe Schürze von Feigenblättern, N III,207,7f.; No II.: das Augustheft des Merkur brachte Häfelis Antwort eines Ungenannten.

9f.           trotz einem Cicero pro domo sua: Titel einer Rede Ciceros: Pro domo sua ad pontifices oratio, gemeint ist der Herausgeber Wieland.

14            mishandelten Landsmann: Hamann denkt an Herder als Verfasser der Antwort.

16            militi glorioso: dem ruhmvollen Soldaten Penzel.

23f.          3 Gratulanten: 291,7f.

33            HE G.[eheimer] F.[inanz] R.[at.

294,4        Vorgänger: W. Blom.

14            Autorfieber: wegen der Schürze von Feigenblättern.

15            Prof.[essor] Poes.[eos]: Kreutzfeld.

16            Herrn Schwagers Erwartung: J. F. Dorow, 300,31f.

21            meine Beyl.[age]: 301,30ff.

22f.          des Chefs uns. Departements: de la Haye.

26            HE Dir.[ector]: Stockmar.

31            Ihre Glückwünsche: ihre; manu forti: mit Händedruck.

33            Leibkuchen und [Danziger] Goldwaßer.

35            Criminalrath: Hippel.

36            Mlle Goessche: die Tochter J. J. Goeschens.

295,1        beyder Componisten: Reichardt und Kraus, Z.14.

5              unaussprechlichen dithyrambischen Titel: der Garde-Magazin, einstweiliger OberPackhof Inspector gegenwärtiger Packhof Verwalter.

6ff.          wie eine junge Dame: Juliane Reichardt.

9              Sigisbeo: Cicisbeo, auch 199,19.

10            Ihres Gemahls Schwager: ihres, also Dorow, 300,31f.

11            Albertine und ihre 9 Musen: die Königsberger Universität.

11f.          Wahl eines P.[atris] P.[otentissimi]-oder Professoris Poeseos.

12            meine Fiction: die Romanze sei ausdrücklich für Mlle Goessche komponiert worden.

13            Last des Tages erschöpft: Anspielung auf Mt 20,12.

17f.          à la Shandy <...>: im 1.Kapitel des Tristram Shandy.

19            meinem Caffé Schenken: Hennings.

29f.          Mein Herz und Sinn <...>: vielleicht nach N. Hermanns, Auf, Seele, auf und säume nicht, Str.8.

296,2        Heinz: Karl Reinhold Heintz.

6              Relationes curiosas: Happel.

7              designirten Prof.[essor]: Kreutzfeld, 260,11ff.

8              biga Dissertationum: 260,19.

11f.          Eselsarbeit <...> Zeisichsarbeit: 291,16ff.

18ff.         seine [Penzels] Befreyung: vom Militärdienst.

27            Protectrice: Juliane Reichardt.

Brief 482

297,5        beyden Stücke der neuesten Zeitung: des Teutschen Merkur, No. 8 u. 9.

6              Gevatter und Freunde: Hartknoch, siehe Brief 483.

Brief 483

297,20      Xbre <...> Pet.[ersburger] Journals: die Dezembernummer.

23            schiefe Laune meines letzten Schreibens: Brief 480.

30            China[rinde].

34            Freunde: Reichardt.

298,1        Herders Drama: Brutus.

14            3 Dedicationen <...>: Schürze von Feigenblätter, 292,5ff.

17f.          denn die Einsame <...>: Jes 54,1 u. Gal 4,27.

28            beantw. d 8-: nicht überliefert.

Brief 484

299,1        Julius [1776] des t.[eutschen]M.[erkur]; Ihren Hutten: Herders Essay, S.3-34, 287,32.

3              Ihren: ihren.

4              ihn <...> lesen: den Brief, also wohl nicht abgesandt.

5              Joseph Gedeon: 289,20.

14            Director: Stockmar.

18            Adm.[inistration].

22            einen andern vorgeschlagen: Z.29.

29            Nebenbuler: Ballath.

30            Cautionsfähiger Mann: 294,3.

32f.          Le Sr Hamann <...>: 280,3ff.

300,1        digerirte peractos labores: verdaute die ausgeführte Arbeit.

3              freundschaftl.[iches] Schreiben: nicht überliefert, 292,20ff.

5f.           Bernouilli <...> in pleno corpore: 273,17.

6f.           Antwort vor einem halben Jahr: Brief 474.

14            Meine eigene Bedürfnis: Nachfolger Bloms zu werden, Brief 477.

15            sogl.[eich] zu beantworten: 481.

16            sollicite vivement: 280,4.

18            er [Blom] vertrauter Freund der Familie [Reichardt in Königsberg].

22            Chef der Adm[inistration]: de la Haye.

24            zwo Hirtenbriefe: die Lettre néologique und Glose Philippique aus den Essais à la Mosaique.

25            Beziehung auf seinen Charakter: de Lattres; Hamann überschätzt wohl die Wirkung seiner Pamphlete.

30f.          der LicentInspector für seinen Schwiegervater: Marvilliers, der Schwiegervater nicht ermittelt.

32            leibl.[ichen] Schwager: Dorow.

37            der höchste im Lande: Friedrich II.

301,2        Vorfahre: Vorgänger W. Blom.

3              Candidaten: Ballath.

7              Wohlthäter: Reichardt.

9              August des T.[eutschen M.[erkur]: 293,1ff.

10f.          Antwort eines Ungenannten: Häfeli.

14ff.         3 Dedicationen: Schürze von Feigenblättern.

16            Nachhelf eines Vocativs: N III,205ff., wo dieser Teil an die dritte Stelle zu stehen kommt.

23            Nebenbuler: Ballath.

24            Directors: Stockmar.

27            Regisseurs vom Department: Morinval.

302,4f.     mit Antworten und Nachrichten <...> in W.[eimar] u. D.[armstadt]: die Briefe Herders und Claudius' sind nicht überliefert.

5              Mein Becher lief über: reformierte Übersetzung von Ps 23,5.

6              Einlagen nach Morungen und Riga: an K. Güldenhorn und Hartknoch.

7              Zur Bestallung 294,1ff.

14            des vorigen: Blom.

20            Dictum factum: gesagt, getan.

27            Zeilen von Hartknoch: nicht überliefert.

31            2ten Theil der Urkunde: von Herders Ältester Urkunde.

303,4        Meinen Mann: Pinnow, 311,21.

7              Licent Inspector: de Marvilliers.

13            Voye-geldern: die sog. Biergelder, 279,20.

14f.          köstl.[iche] Salbe <...> verdirbt: Pr 10,1, was dann bald durch die Konfiszierung der Voyengelder auch geschehen wird.

22            Pathen und das Paarchen: August Wolfgang Herder, Elisabeth und Magdalena.

24            als voriges Jahr: Tod Lindners, Erstellung der Biga, Verkauf auch seiner Bibliothek.

304,4        Schleicher: [nach Wielands Bonifaz] Hamann selbst.

12            Mittelmäßigkeit: die ciceronianische mediocritas: Mittelstraße.

29            Friedr.[ich] Wilhelm: I., König in Preußen, Friedrichs II. strenger Vater. K. verfaßte seit 1776 als Prof. Poeseos den größten Teil der bei öffentlichen Anlässen vom Akademischen Senat in Auftrag gegebenen Feieradressen.

32            Sarmatien und Suecien: Land zwischen Wolga und Weichsel, speziell die nordöstlichste Provinz Preußen.

34            Krause: Ch. J. Kraus.

305,7        gedultiger ist beßer dann ein starker: Spr 16,32.

8              in Ansehung des W.[ielands:] 284,30.

10            Fant St. Veit: Lavater mit der Abbildung Hamanns in den Physiognomischen Fragmenten; Layenbruder: F. C. v. Moser.

12            Starkens Stelle: Starck als Oberhofprediger.

14            Herzog: Peter v. Biron.

17            meinem französischen Briefwechsel: mit der Administration Général, 434ff.

19            ersten Abdruckbogen: der Schürze von Feigenblättern, Z.29.

26            Genesin und Gesichtspunkt Ihrer Auflösung: noch immer hält Hamann Herder für den Verfasser des Merkur-Aufsatzes Eines Ungenannten Antwort <...>, 290,26f.

30            Er hat einen unsaubern Geist: Mk 1,23 u.ö.

31f.          Ihre Beyträge: Philosophei und Schwärmerei, Etwas zu Nikolaus Kopernikus Leben, 287,31ff.

36            Verleger: Hartknoch.

306,1        Mspt zur neuen Theorie: Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele; das aus dem Jahr 1774 stammende Manuskript erschien, in neuer Fassung, 1778 bei Hartknoch; wann Herder das Manuskript an Hamann sandte, ist nicht bezeugt.

4              Briefwechsel: nicht überliefert.

9              εχω που στω: δος μοι που στω: Motto des Archimedes: gib mir einen Punkt zu stehen und ich werde die Welt aus den Angeln heben.

7              sein Minister: Penzel.

8              Landsmanns: Reichardt.

11            Schweitzer: Ch. Kaufmann, 288,12.

14            mit Salsen: Saucen.

22            Ankunft meines zeitigen Gastes: Kaufmann.

27            Ober Land Commissarius in D.[armstadt]: Claudius.

28f.          Grille hat <...> alte Streiche wider von vorn anzuspielen: Claudius, der sich in Darmstadt nicht wohlfühlte, hatte um seine Entlassung gebeten und sollte dann auch am 26.April nach Wandsbeck zurückkehren, um sich wieder seinem Asmus zu widmen.

29            wantschapicher: einfältiger.

31            Abisag von Sunem: 1 Kö 1,3.

32f.          Gebräusel: Gebräu.

307,6        Schäferin und <...> Bauermädchen: Karoline Herder und Rebecca Claudius.

11            kleines Fischchen: Magdalena Katharina Hamann.

12            stammern: stottern.

13            Priester Johannes: Johann Michael Hamann.

20            spanischen Fliegen: die das von Ölkäfern gewonnene Kantharidin für blasenziehende Pflaster liefern.

308,1        Vom Michaelis Gut: dem Angebot der Buchmesse.

3              den Zeitungen: als Redakteur der Königsbergschen <...>?

17f.          Sey's Philosophie oder Schwärmerey: Anspielung auf Herders Aufsatz im Teutschen Merkur.

26            Johann Christ.[oph]: Neumann.

Brief 485

308,31      seit den 7 Januar: auf einen nicht überlieferten Brief.

309,1        Veränderung: die Ernennung zum Oberpackhof-Inspector.

6              fatalen September: dem Todestag J. G. Lindners.

13            durch den Druck: der Biga.

17            Fabricii Bibl.[iotheca] Graec.[a].

22            Catholici: von Schmidlin.

310,7        wegen des Gartens: Stichwort für künftige Auseinandersetzungen mit der Witwe Blom.

15            Verfolg seines Lebenslaufs: bereits in der Vorrede zum ersten Band hatte Penzel über sein bisheriges Leben berichtet.

16f.          künftigen Vorreden an den Bischof zu Würzburg u Ritter Michaelis: Adam Friedrich Graf von Seinsheim, Fürstbischof zu Bamberg und Würzburg, dem der 3.Band des Strabo gewidmet ist, die Anrede richtet sich an Penzels früheren Göttinger Universitätslehrer Michaelis.

21            seinem Verleger: Hellwing.

22            Kama: Magdalena Katharina Hamann.

30            schöne Räuberin: Selma Stockmar.

Brief 486

311,2        Misericordias Domini: 13.April 1777.

5              Cardinal Retz <...> Julius Cäsar: 72,5 (421,3f. u. 424,27f.).

9              Bestallung: 302,13ff.

18            Hoyers: David H.

22            Vicarius: Stellvertreter.

32            Stürz <...> Schwiegersohn: der Witwe Blom, 317,25.

312,1        Amtmann: Stuertz.

6              Wittwe: Blom.

21            D. Laubmeier: Dr. med. J. D. Laubmeyer hatte in zweiter Ehe (1776) die jüngste Tochter Blom geheiratet, seine erste Frau war die älteste Tochter Blom; so bleibt alles in der Familie.

314,2f.     gegenwärtige Licent Einnehmer: Nachfolger des Kriegsrats Lübeck, Name nicht ermittelt, Z.33f.

15            HE Director: Stockmar.

21            Gerlach: Schwiegersohn der Witwe Blom.

22            spoliiren: auszuplündern.

35            beyden Nachbarn: Stockmar und de Marvilliers.

315,5f.     sein Schwiegervater: Ballath.

19            Vorgänger: Storch.

316,11      Vorgänger: Blom;

14            seinem Vorgänger: Storch.

31            Benjamin: wohl der 1777 geborene Wilhelm.

Brief 487-491

317,10      beau-pere de mon antecesseur: D. H. Hoyer war der Schwiegervater W. Bloms.

36            ami du defunt: Peckock, 311,31.

318,8        l'autre des beaux-fils: Laubmeyer.

37            belle-mere: Witwe Blom.

320,1        Avocats: D. H. Hoyer.

1f.           Chirurgien-Major: Gerlach.

* Brief 491a

326,32ff.   Jörg-Ulrich Fechner ist die Photokopie der Handschrift (441,2ff., inzwischen in anderer Hand) zu verdanken. Die Lesung Jessens (Nr.171) bedarf zahlreicher Berichtigungen; statt diese einzeln zu notieren, folgt hier -mit dankenswerter Hilfe Fechners -die neue Transskription. ® ¬ =Einfügung über der Zeile.
*
Darmstadt den 15 <May> ®Aprill¬ 777.
Heute halten wir auction<ae> und morgen fahren wir von hier nach Wandsbeck. Den 16 <May> ®Aprill¬ die auction hat 50 fl. rendirt. wir fahren aber morgen noch nicht, Ihre Gevatterin ist unpäßlich worden. Den 21. heute um 1 Uhr sind wir abgefahren, ich saß rechter Hand in der Kutsche, Rebecca linker Hand, ®ihr¬ gegen <sie Sie> über eine Magd aus Schweden, die wir von Wandsbeck mit nach Darmstadt gebracht hatten, mit Ihrer Gevatterin, und <gegen> mir gegen über Carolina, und alle Nachbaren und Gefreundten kuckten aus den Fenstern und bedaurten sehr, daß sie die Ehre nicht länger haben könnten, den Herrn Oberlandcommißarius bey sich zu haben. Wir bleiben heut Nacht in Frankfurth im rohten Hause, welches das größte und schönste und bequemste Wirthshaus in ganz Europia ist, es hat 96 Zimmer, großen geräumigen Platz u. Garten und ist sehr wohlfeil darin. den 22. heute bleiben wir in Gießen. HE Profeßor Cartheuser besucht, und bey HE Professor Höpfner zu Abend geßen. Die Frau Profeßorin ist artig. 23. die Gegend von Gießen nach Marburg ist gar schön. Diese Nacht wird durchgefahren, ist heller Mondschein. 24. Morgens 9 Uhr hier in Cassel. wird gleich nach Winterkasten hinausgekutscht, den Garten, die mächtigen Cascaden ®am Abhang¬ und den ungeheuren Hercules oben auf der Spitze des Berges in Augenschein zu nehmen. Lieb Weibel konnte nicht so viele hundert Treppen den Berg hinan steigen, sind als beym höllischen Gericht eine Grötte mit mythologischen Figuren und gelblichen Glasthüren die einen sonderbaren Effect nach innen und außen machen, wieder umgekehrt. 25. adieu Cassel bonsdies Hannöversch Minden und die schöne schöne schöne Gegend umher. abends in Göttingen. Hier einen Tag übergelegen, einen Profeßor und viele Studenten gesehn und gesprochen. 27. in Einbeck geschlafen und Eiermilch und Schmorlinge gegeßen bey einer corpulenten Wirthsfrau die ihr Pfeifgen Toback rauchte. D[en] 28 in Hannover. wieder einen Tag übergelegen, HE Zimmermann, Boie, Wehrs gesehen, bey dem Herrn v. Döhring gegeßen der eine sehr liebenswürdige Frau hat. NB immer viel mit Wagenmeister und Postillon gezankt, die samt und sonders ungesittete Gesellen und [mit Tinte getilgt: Scheis?] Kerle sind. 30. in Zelle geschlafen und über die Heide nachgedacht die hinter und vor uns war. d[en] 1.May in Lüneburg in ein elendes Wirthshauß gerahten und vom Herrn Wagenmeister der zu vornehm war selbst zu schmieren um 4 gr. betrogen worden. Den 3t[en] (wo der eine Tag hingekommen ist weiß ich nicht) auf dem Hoop an der Elbe angekommen und die Nacht herrlich geschlafen. des Morgens um 4 Uhr an der Elbe promenirt, Hamburg angesehen und gefrohlockt. d[en] 4. gegen 1 Uhr Mittags über die Elbe gangen, und nach einer ®lustigen¬ Fahrt durch die schönen 4Lande, um 5 Uhr den lang Thurm in Wandsbeck zu Gesicht und um 6 mit Leib und Seel und Kutsch und Pferden glücklich in Wandsbeck angekommen, zum Erstaunen aller Einwohner, die den Herrn Oberlandcommißarius mit dem Schnapsack aufm Rücken erwarteten, weil er sich in Darmstadt so schlecht aufgeführt daß er nicht bleiben können. Und nun, Gott sey herzlich Dank, daß wir wieder hier sind !!! Wandsbeck. Den 5 -30 May, im <?>Walde promenirt, Bett und Tisch und Stuhl und Teller und Salz gekauft und Stuben ausgekehrt und Garten umgekehrt et cetera -Wir haben daßelbe kleine Häußgen wieder, aus dem wir den 30 Martis 1776 nach Darmstadt ausgezogen sind. ich wollts am liebsten haben und es traf denn so daß es grade feil war. Den 1 Juny <e>völlig eingerichtet bis auf Vorhänge und eine Bettstelle, darin Freund Hamann schlafen soll, wenn er, wills Gott, sein Magazin so lange verlaßen wird. Nachmittags um 3 Uhr einen unvermuhteten Besuch von meiner Mutter erhalten, die sich über die gute Einrichtung des Herrn Sohns und seine Tisch und Stuhl und Teller und Salz nicht genug wundern konnte, und ihm 20 Rth brachte. Den 3t[en] morgends brachten ich und Rebecca die Mutter wieder zu Wagen und fuhren 1 ½ Meilen mit ihr. pipten und stöhnten brav auf der Rückreise und den ganzen Tag und die ganze Nacht und den folgenden Morgen um 2 Uhr [Textverlust, etwa: gingen die Wehen an...] und um 3 ½ wars Kind da, das ein Junge seyn sollte aber ein Mädchen ist, wenigstens menschlichem Ansehen nach. 5 t[en] nach Hamburg gegangen und alle Menschen, die mir begegneten zu Gevatter gebeten, auch Wein und Aepfel gekauft. Den 6 ten Tauftag. Nach vielem Streiten und Debattiren waren endlich die Gevattern, Frau Doctorin Mumsen, Frau Capitain v. Schönemarck, und Herr Licentiat Bokelmann, und wir andern standen umher als ein Corps de reserve. Nach dem ku>Actu ward Coffée und Toback gegeben und im Garten geraucht und getrunken. weiter kam Confect 1 # [Pfund], rouensche Aepfel 1 Duzend, Rheinwein 4 Boteillen, und ward fleißig umpresentirt und getrunken, und lieb Weibel lachte aus dem Bette drein wie ein Engel. den 7 -16 sollte immer nach Königsberg geschrieben werden und ward nicht geschrieben. Das Befinden mit Mutter und Mädchen übrigens ungemein wohl. Den 17 ward endlich geschrieben, es ist aber so warm, daß mir der Schweiß wie Thautropfen auf der Nase steht. Der Capellmeister Reichardt ist seit 14 Tagen in Hamburg und bleibt noch 14 da. Seine Frau ist sehr schwächlich und mit Krampf und Gicht beladen und daher etwas pipig, sonst aber ein sehr natürliches gutes Ding, das auch brav singen kann. von Kaufmann weiß ich nichts weiter, als daß er ®mahl¬ nach Darmstadt kam, und allerhand närrisch Zeug that und sagte, und dann wieder von Darmstadt abgieng, und zwar einmahl zu Pferde wie er gekommen war, und das andermahl in einer Kutsche die ihm der Herzog von Weimar geschenkt hatte. Sie wollten mir noch Collecteurs nennen, warum thun Sie's dann nicht. Ihre Gevatterin ®Pathe¬, die in Darmstadt sterben wollte, ist itzo gar frisch und freundlich, läßt Sie grüßen; so wie ihre Mutter und ihr Vater auch tausendmahl thun. Grüßts Pätchen Matthias Claudius NB <......?> Friederica, Petrina . Denkt, um des Himmels willen, die eine Frau Gevatterin hieß Prina, was war zu machen. Prina konnte mein Kind doch nicht getauft werden. wir dachten also in corpore dem Dinge nach, und Doctor Mumsen, sonst auch oncle Toby genannt, brachte endlich heraus, daß Prina contract und corrupt sey und eigentlich Petrina heißen sollte, und so kam ich <endl?> aus der Noht und mein Kind auch. Hinz hat 4 Ducaten ans IntelligenzComtoir von Ihrentwegen bezahlt, und das Intelligenzcomtoir hat sie an das Adreßcomtoir in Hamburg tracirt und so sind sie richtig an mich gekommen. Dank dafür, weil Ihrs nicht anders wollt. Herder hat die Gelbsucht gehabt, ist aber wieder hergestellt. Ihr habt wohl recht, daß es beßer sey, bey gesunden Tagen an die Frau zu denken, als auf dem Todtbette. aber der Vorwurf trifft mich nicht, Freund Hamann, es ist meine Schuld nicht ®gar¬, daß ich sie noch in keine Witwencaße eingekauft habe, sonst wäre ich nicht gar ungeneigt dazu. Schönborn, den Ihr vieleicht kennt, wenigstens kennen müßet denn er ist ein fester Kerl, geht von Algier, wo er bisher Dänischer Consulatssecretair gewesen ist, als Legationssecretair nach London, und ®wird¬ vermuhtlich über Wandsbeck gehen. Rebecca grüßt Euch noch einmahl. Sie sitzt schon wieder neben mir. Sagt Kaufmann doch, wenn er zurückkommt, daß er auch über Wandsbeck gehe u. kommt mit ihm. * Vermutlich fingiert Claudius die Niederschrift als tagebuchartigen Bericht, vermutlich auf Grund eigener täglicher Notizen; er beginnt wohl den Brief am 15.Mai, einige Tage nach der Ankunft in Wandsbeck, fährt am 17.Juni fort; wann er abgesandt und von H. gelesen wurde, ist nicht bezeugt.

326,32      auction: wohl der Wohnungseinrichtung.

327,14      Winterkasten: Wilhelmshöhe.

23            Eimbeck: Einbeck; Schmorling: ein Fisch (Gründling) oder Pilz.

328,25      Schönemarck: Schönermarck.

329,5        Collecteurs: für Asmus omnia sua secum portans.

6              sterben: lebenslänglich bleiben.

11            Frau Gevatterin: Schönermarck.

17            tracirt: den richtigen Weg, hier: die richtige Bestimmung bezeichnet.

19            Herder <...> Gelbsucht: Brief 509;

19f.          Ihr habt wohl recht: in einem nicht überlieferten Brief.

Brief 492

330,4        actus dominii exercirt: Eigentumsrechte ausübt.

8f.           Titulus possesionis <...> Pertinens: Besitzanspruch -zugehöriges Nebengebäude.

Brief 493

Siehe Brief 487.

331,2        celebres Avocats: Hofrat Hoyer.

9              Lies la sortie.

334,6        Lies nouvel employ.

Brief 498

Hamann erhält ihn am 13.Mai, 350,9.

337,26      auf dem herrlichen Sopha wie ein Baurenfünfer: ungehobelter Mensch, spöttische Bezeichnung für das Landvolk (so im Schweizer Idiotikon); zum Sopha siehe Kaufmanns `Vision´, 363f.

27f.          alten Bothen: Claudius, 329,27ff.

338,3        Lotterie-Direktor: Kanter in seiner Papiermühle in Trutenau.

10            Schwonder: Schwander.

16            Faquinsuniform: Halunkenaufmachung, Räuberzivil.

17            versußter: versüßter, verwöhnter.

37            coaguliert: erstarrt.

339,1        Ihr leztes: nicht überliefert.

5              Brief war von ihr: Karoline Herder, aber nur eine Einlage, 350,9ff.

6              Quartaners: Quartanfiebers.

9              Touss.[aint]; sonder[lich].

11            Inoculation an Ihrer Tochter: Magdalena Katharina, 310,22f.

26            geantw den 19. 21 -: nicht überliefert. Kaufmanns Brief ging wohl mit den Einschlüßen an den vertrauten Freund Ehrmann.

Brief 499

340,14f.    ekeln Geschmiers unterm 13pr.: 486.

27            Familie meines Vorwesers: Blom.

341,4f.     beyden Nachbarn: de Marvilliers und Stockmar.

7              Bonificationen: Vergütungen.

10            armen Nachfolger: Hamann selbst.

15            usufructuarius: Nutznießer.

21            HE Gen.[eneral] Insp.[ector]: de Marvilliers.

29            Licitationen: Versteigerungen.

342,9        rantzionirt: ausgelöst (von Ranzion: Lösegeld).

14f.          sans faire <...> infernale: ohne meinen Charakter mit Höllenstein zu malen.

17            Mr le Marquis: Marvilliers.

25            Laubmeier: Laubmeyer.

27            mit H-v-: Hundsvott.

28            foro fori: vor dem Gericht öffentlich.

343,21      Pzl: Penzel; HE Dir.[ector]: Stockmar.

34            Abschrift seines Brutus: 346,22; 368,28ff.

344,6        ins Gelach schreiben: umsonst schreiben oder sich lächerlich machen.

11            Kayserlingk: Keyserling.

Brief 500

345,7        Mohrenkopf: metonymisch für Wilhelm Christian Herder, seit Vater Herder von dessen schwarzen Haaren berichtet und Hamann seine Silhouette erhalten hatte.

14            Baurenfünfer: 337,26.

19            scandaleuse Geschichte: siehe Einführung zu Brief 453; 196,12, 204,15ff. u.ö.

21            Allzuklug sind <...>: in Leopold August v. Unzers Devisen<...>, Nr.9 (siehe N III,73,20 und Roth VIII 1,201): Haman. Allzuklug sind seine Lehren;/ Allzuklug ist dumm!

26            Seher: Lavater, 241,9f.

27            über die 3 oder 4 Schürzen: seines Serrail.

29            Gelegenheiten: Räumlichkeiten.

32            Reiferbahn: Straße der Reper (Reeperbahn), welche die schweren Schiffstaue verfertigten, während die Seiler die leichten produzierten, Grimm DW 14,633.

34            stockt: schimmelt.

346,5        Tochter <...> Vorweser: W. Blom u. Witwe.

7              tägl. Brodt <...> getreue Nachbarn: Luthers Erklärung des Vaterunser.

8f.           unglückl.[ichen] Director: Stockmar.

11            letzten Brief: 484; med.[io] [mensis] Martii.

13            Pathen: August Wolfgang Herder.

18            Claudius <...> gemeldet: 491a.

18f.          dazu Glück gewünscht: nicht überliefert.

20            Capell: -Meister Reichardt.

23            langes Billet: nicht überliefert.

347,10      Dom.[inica] Jubilate: 3.Sonntag nach Ostern, 20.April 1777.

12            polnisch=reformirten Prediger: Stephan Wannowski.

14f.          beiden einzigen Gevattern: Herder u. Claudius, bei denen Kaufmann eingesprochen hatte, der einen jungen russischen Adligen (Chunstoff) nach Hause begleitete (352,20ff.).

15f.          Johann Caspar: Lavater; sein Brief ist nicht überliefert.

18            unser Bußtag: 25.April.

23            Allerley: gesammelt aus Reden und Handschriften großer und kleiner Männer <... >, 1776 von Ehrmann u. Kaufmann; darin, S.144ff. ein verkürztes Zitat aus Hamanns Einfälle und Zweifel über eine vermischte Nachricht, N III,192,5-27 und 193,1-8.

27            à la fortune du pot: was der Topf hergab, (fr)essen, was die Kelle hergibt.

28            mir Bescheid zu thun: mitzuhalten, es mir gleich zu tun.

34            Krause: Kraus.

348,4        Director: Stockmar.

7              nach Trutenau: zu Kanter.

8              Dom.[inica] Cantate: 4.Sonntag nach Ostern, 27.April 1777.

10            Schenck: J. Philipp Schenk, der Gastwirt.

19            leimicht: lehmig.

22            Brief von ihm: 498.

28            unserm Claudius meldete: nicht überliefert.

30f.          magischen Laterne: doppelsinnig als laterna magica und Durchleuchtung des Charakters durch ihn, den Magus; nach Menschen sucht: Diogenes-Anspielung, nach Diog. Laert. VI,2,6,41, 291,30.

31            Vegetabilien <...> perpetua mobilia: Vergängliches wie Gras und ständige Veränderung.

33            2 meiner Freunde verleidet: wohl Penzel und Kreutzfeld.

33f.          mit Krause wider näher zusammen gebracht: 260; 260,30- 261,37.

349,1        Wiederholte Bitte, den Brutus zu senden.

2              vertrauen Sie mir den Verfaßer: 368,35ff.

6              Abhandl.[ung]: Schürze von Feigenblättern.

9              Brief von Trescho: nicht überliefert, auch Z.18ff.

10            Frau Schwester: K. Güldenhorn.

11            ihm geantwortet: nicht überliefert.

18f.          gegenwärtigen beglückten Umstanden <...> bisherige Unruhe: die Bestallung zum Packhof-Verwalter und der Streit mit der Witwe Blom.

22            Verfaßer des Wertherfiebers: v. Göchhausen.

25f.          Amt der Schlüssel: D. Martin Luthers Katechismus, 5.Hauptstück: Vom Amt der Schlüssel, entstanden Ende September oder Anfang Oktober 1530, nicht in den Katechismen von 1529, also nicht in Hamanns Lutherausgabe enthalten.

26            alten Ausgabe: Jena 1555-62, Biga 18/27.

32            Enchiridio: Handbüchlein.

36            Xstentums: Christentums.

350,3        Embryons: Schürze von Feigenblättern.

4              Verf.[asser] der Auflösung: Häfeli; jener mercurialischen Fragen: Eckard, F.S., Wird die Bemühung kaltblütiger Philosophen <...> mehr Böses als Gutes stiften <...>.

8              Brief aus der Laube: 303,29.

9              Couvert: 339,4f.

11            Einl.[age]: 339,5.

Brief 501

350,23      vsufructu: Nießbrauch.

28            dominium rectum: wirklichen Besitz.

29f.          ius alienandi: aus dem Zivilrecht: „Bisweilen hat einer, der sonst nicht von der Sache Herr ist, das ius alienandi< ... >Denn da einer eine Sache, die er selbst nicht hat, dem anderen nicht übergeben kann, wie will derselbe das Eigenthum, welches nicht in seiner Gewalt ist, auf einen andern bringen können“.

32            Testatoris: Blom.

33            Licitationen u Demolitioneen: Gebote und gewaltsame Zerstörung.

352,6        Sontags Evangeli: Lk 16,19ff.

9              Luchte: nicht ermittelt, vielleicht Wiese (Luch).

Brief 502

352,22      Reisegefehrten: Ehrmann.

353,19      2 Briefe an Sie: einer davon nicht überliefert.

20            den Ihrigen: nicht überliefert.

28            2 Einlagen an <...> von Haugwitz: auf Gut Krappitz; wohl, um den geplanten dortigen Aufenthalt im September vorzubereiten, siehe 510.

Brief 504

354,8        erhielt Ihre Antwort: nicht überliefert; Reichardt muß mitgeteilt haben, daß er bei der General Administration vorgesprochen hatte.

17            Rath Ihres vertrauten Freundes: in der Berliner Verwaltung, der eine förmliche Beschwerde Hamanns angeraten hatte.

18            Gen.[eral]Adm.[inistration].

23            vsus fruchtus: der Nießbrauch.

355,4        Curator: D. Hoyer.

26            vlt.[imo].

28            Vicariat: Zeile 30ff.; schlechten Product: Zolleinkünfte, wohl wegen Flaute im Handelshafen.

356,4f.     General-Inspector: de Marvilliers.

15            erste Licent-Inspector: Valtier.

19            Der dritte und zeitige: Stockmar.

29            s[eine]s Marquisats: ironisch für die Puderwelt der Marquis/Marquises.

35            Requete: Bittschrift.

357,9        wie Moses Hörner: nach 2 Mo 34,29, der bekannte Übersetzungsfehler des hebr. קרן Horn und אור -קרן Glanz.

10            Chicane der Zaunkönige: der kleinste Vogel, der in den bekannten Fabeln und noch im Märchen (Grimm DW 171) auf den Schwingen (oder in den Brustfedern) des Adlers sich in die Höhe tragen läßt, ihn dann überfliegt und sich zum König der Vögel erklärt, was ihm freilich nicht gut bekommt.

14            Citronen pp zu verstutzen: zu tauschen, wohl zollfrei, 441 unten.

33            Ein jegliches <...>: Pr 3,1.

35            Claudius <...>: 328,35ff.

36            Pathchen: Christiana Augusta.

358,18      Vicario: Pynnow.

23            Judenwirtschaft: 355,33.

Brief 505

358,29      Einlage <...> befördern: wohl an Herders Schwester; diese muß ihm Weimarer Neuigkeiten mitgeteilt haben, Z.32 und 359,3f.

33            Christoph: Neumann.

359,1        damaligen Nachrichten: 349,11ff.

13            Consistorialräthin: A. Lindner.

16            seinem Vicario: also Hamann als Vertreter.

26            Nachschuß: eine Nachzahlung.

33            engl.[ischen] Übersetzer: Tobias Smollet.

36f.          Lavaters dritten Versuch:der Physiognomischen Fragmente.

37            Ihr Kupfer: 344,30.

360,1        das Fragment: vermutlich in Ehrmanns und Kaufmanns Allerley, S.99: 1. Ich erinnere mich in einer Recension von Herder gelesen zu haben: Wenn er die Provinz der Theologie abtreten müßte; Er wäre noch Potentat genug. Ich sage: Wenn er keine Provinz mehr hätte, als die Theologie: Er wäre noch Potentat genug. 2. Herders Schriften, sagte neulich einer-Leser, du würdest erstaunen, wenn du wüßtest, wer? <...> machen entweder den Leser rasend und toll-oder himmlisch entzückt. Der Rezensent und der Interlokutor sind nicht zu ermitteln; Des Jünglings [Kaufmann] Motto: Z.34f.: Man kann <...> was man kann, auch 362,3ff. Lavater hatte im Dritten Versuch unter Kaufmanns Bild dessen Leitspruch zitiert und aus der Physiognomie interpretiert.

3              Gerücht <...> er ihm nachgeht: 365,18ff.; Johann Caspers Betrug: Lavaters Geschenk hatte Kaufmann vermutlich mitgebracht; zu Hamanns Irrtum 366,34ff.

10f.          Fest Trinitatis: 25.Mai.

12            worinn er auch: Kleuker; Frage des Mercur: Eckard, 350,4.

15            Beantwortung im Mercur: 368,35ff.

18            Brücke ohne Lehnen: die als Antwort auf den angeblichen Merkur-Aufsatz Herders gedacht war.

19            Meine Schrift: Schürze von Feigenblättern.

24f.          Fladen durchzuknäten <…> Schau zu stellen: wie die biblischen Schaubrote?

26            Revue: Parade.

31            Krause: Kraus.

361,1        mit meiner in 8: Biga 159/497.

4              kleiner Pathe: August Wolfgang.

7              aus meinem Wäldchen: 303,29.

11            Einlage: nicht ermittelt.

12            Ihres Freundes Gedanken: v. Dalberg, 372,35.

15            Papiermühle: Kanters in Trutenau.

19            meine Seele tritt auf die Starken: freier biblischer Cento über Seele und die Starken.

21            Bitte: in dringender Wiederholung, Reichardt den Brutus zu schicken, 349,1.

Brief 506

Antwort auf einen verschollenen Brief Hamanns 362,20; sie ist wohl auf den 12.Juli oder früher zu datieren, da 362,30ff. offenbar ein PS ist.

361,28      Unser K.[aufmann].

30            seinem Weibe: Elise, geb. Ziegler; ihre Silhouette bei Lavater, Zweyter Versuch, S.123, mit der Charakteristik: Männliche Jungfräulichkeit, voll der tiefsten, innigsten, originellsten, simpelsten-Innigkeit.

362,4        bewußte Motto: 360,34f.

13            in der Physiogn[om]ie: im Dritten Versuch.

19            den Artikel der Lavatern betrifft: im verschollenen Brief hatte Hamann wohl die Sache mit Hahns Postille (360,3ff.) zur Sprache gebracht.

24            Perlen für Schweine: Mt 7,6.

35            4 Ex.[emplare] Avertißements der franz.[ösischen] Physiognomik: Ankündigung einer Übersetzung.

363,6        Kaufmanns Vorname scherzhaft russifiziert, weil noch auf dem Gut der Familie Chunstow gedacht (352,20).

11            Leimen: weißer Ton.

13f.          unpäßlichen Christoph: Christof Adrian Kaufmann, der Vater.

Brief 507

364,21      Addresse nach Pillau: vielleicht eine Schifffahrtgelegenheit nach Lübeck für Kaufmann, 352,28.

22f.          heute schreibe: wohl 507a.

24            Lindner <...> gestern die Epistel von mir erhalten: [ein Brief?] an G.I. Lindner, Zusammenhang nicht ermittelt, 365,27f.

Brief 507a

Abschrift, aus dem Nachlaß Lavaters überliefert, 445.

365,7        von einer guten Frau: Elisa v. der Recke, 376,21ff.

8              neue Bekanntin: Caroline Stolz, 366,29f.

10            hiesigen Busenfreundin: Sophie Courtan.

13            Man kann immer nicht <...>: stellt Kaufmanns Motto in Frage, 360,34f., 365,16 und 367,11ff.

23            Kaiserling: Keyserling.

26            Moses Mephiboseth: Mendelssohn, nach 2 Sm 9,6.

27            s. Schwager: Joseph Gugenheim.

30            mislungene Erwartung: sich in Wandsbeck zu treffen.

366,13      Briefe schreiben: keiner unter diesem Datum ist überliefert.

15            Apostel Caspar: Lavater.

18            Stich mit dem Motto: aus den Physiognomischen Fragmenten.

21            hiesige Recensent: Penzel oder Kreuzfeld.

22            L.[avater].

27f.          Ehrenfried <...> verlaufener Philanthropist: Ehrmann, als Lehrer am Philanthropinum in Dessau ausgeschieden.

29            Silhuetten: 362,12.; Krause: Kraus.

32            Uebersezer des Strabo: Penzel.

33            vom Fürsten: zu Anhalt-Dessau.

34f.          am Sonntag Trinitatis: 25.Mai.

36            Fingerzeig: von Ph. M. Hahn.

367,2        Geber: Lavater, 360,3ff.

Brief 509

368,12      Reise nach Pyrmont: im Juli.

21f.          Hochbestallter HE Packhausinspektor: seit dem 12.Februar als Packhofverwalter.

28            meiner Musikalien: Brutus.

31            Bach in Bückeb.[urg]: Johann Christoph B.

32            alle komponirt hat: die Kantaten Die Auferweckung des Lazarus, Kindheit Christi, sodann Philoktet, Fremdling auf Golgatha, Michaels Sieg, Pfingstkantate, Himmelfahrts-Musik.

35            Abhandlung im Merkur: 301,9ff.

36            Schr.[ift] über Toleranz: von Joseph Gedeon (=J.J. Stoltz).

369,1        V.[erbi] D.[ivini] Minister.

2              Ihre Brücken ohne Lehne: die Schürze von Feigenblättern, auch in Z.18 gemeint.

5              kalten Herren in Berlin: Anspielung auf die Frage des Teutschen Merkurs 1776. Vj.1, Wird durch die Bemühungen kaltblütiger Philosophen und lucianischer Geister gegen das was sie Enthusiasmus und Schwärmerey nennen, mehr Böses oder Gutes gestiftet, mit Häfelis Eines Ungenannten Antwort <…>; Mit La.[vater].

7              sein 3.Th. Physiogn. Gerichts: Physiognomische Fragmente <...> Dritter Versuch: waren 1777 erschienen; die Metapher Gerichts läßt, in seinem Doppelsinn von Mahlzeit und Urteilsort, (vielleicht sogar in Anspielung auf ein angemaßtes Jüngstes) den Grund von Herders Kritik ahnen.

8              mein Bild <...> Schilderung: Herder (den Lavater schon im Zweyten Versuch auf S.102 kurz hatte auftreten lassen) erscheint im Dritten zunächst auf S.36 bei den Zwanzig Silhouetten von Liebenden und Geliebten, einem selbstverliebten Spiel Lavaters mit seinen Freunden, als Nr.19., mit der seltsamen Kennzeichnung: verschlingt 12. mit ewig fester Bruderliebe und blickt mit seinem Adlerblick liebend auf jedes Senfkorn der Liebe [=wohl Goethe] das Creditif aller Souveränete, über alles, was ihm nahe kömmt), [wie denn Goethe als 20. noch einmal erscheint mit der Legende=ein Goethe-Zitat:]-thut alles um Liebe. Weiterhin erscheint Herder auf S.262 samt Großporträt verso; Lavaters physiognomische Interpretation: Nicht Lob-wie er's verdient, nicht Tadel <...> wie man wünschen könnte-nur einige wenige Züge des unerforschlich großen, und unerschöpflich reichen Charakters will ich andeuten. Wenn ich nichts von dem Urbilde wüßt, so würd' ich ich über dieß Bild sagen: Ein äußerst feinsichtiger, durchdringender, vielfassender, mächtigdenkener Kopf, der besonders alles Schwache, Lächerliche, Fehlerhafte der Menschheit durch und durch schaut -übrigens gefällig, heiter, Freude machend. In der Stirne, hätt' ich gesagt -Witz in der Lage, großer Verstand in der Zeichnung. Die Nase fein, aber nicht groß. Im Auge die lichthelleste, vielfassendste Erkenntnisßkraft. Im Munde-Kälte, Satyre, Laune; Gefälligkeit;-Gefälligkeit auch in der Wange und in der Backe. Stärke, Muth, Entschlossenheit im Halse. So hätt' ich von dem Bilde geurtheilt, wenn ich nichts von dem Manne wüßte. Nun thue ich hinzu-wie ich ihn aus Schriften und Briefen kenne. Ein immerfort wetterleuchtendes religiöses Geni -wie die Wolken=und Feuersäule dem Israel lichthelle Leuchte, dem Pharao Räderzerschmetterndes Gewitter war-so dieser Prophet den Seinigen; den nicht Seinen-Thor und Verwirrer. Und doch ist keines von diesen beyden auf diesem Bilde leicht sichtbar-nicht der Prophet; nicht der wirrende Schwärmer! Und wer ihn kennt, findet-Lichthelle in seinem Blicke, und die leutseligste Popularität in seinem Umgange Was aber beyde, was alle, Freunde, Feinde, nahe, ferne zugeben müssen, und zugeben,-ist, daß der Mann Mann und ein Stern der ersten Größe ist, wenigstens in der religios-poetischen und litterarisch theologischen Welt. Es folgen gedeutete Gesichtsdetails-und bestätigende Gedanken eines Freundes von ihm, und mir, auf die Herder sich in Z.9 (Stelle des Fremden) bezieht und die er Häfeli zuweist. Diesen hatte Lavater ebenfalls unter die Zwanzig Silhouetten aufgenommen.

9              Stelle des Fremden: wohl verlesen für Freundes [Herder Briefe 12, S.27,44f].

11            das Bremische Sendschreiben: Sendschreiben an den Bremischen Beantworter der Lavaterschen eigentlichen Meynung von der Glaubenskraft.

21            zum plaudo: zum Applaudieren; Idee und Parallele über Eberhard: die geplanten Leiden und Ana, 306,1ff.

25            Herzog Georg: von Sachsen, der Bärtige.

27            Franz.[ösisches].

32            Kön.[igs] v. Engl.[and]: Georg III.

36            2ten lieben Schäfer: August Wolfgang.

37            Goldmedaille: der Preisschrift, 253,21f.

370,3        ihrem Bruder: F. S. Flachsland.

10            6. Stücke des Katechismus: 349,25f.

17ff.         von mir blos <…> hinten am Buch: aus Von deutscher Art und Kunst: Edward, Wilhelms Geist, Seeligkeit der Liebe, Das Eine in der Natur, Aus dem Gefängniß, Gewalt der Liebe, Eifersucht [Herder Briefe 10, S.584].

18f.          die Uebersetzungen <…> elend: aus Balladen und Lieder.

23            neulichen Revolution: die Affaire Struensee. Sturz gehörte zum Gefolge des dänischen Königs Christian VII. als Günstling Bernstorffs. Nach seiner Entlassung kam er 1773 nach Oldenburg.

24            gescheutesten Antiphysiogn.[omisten].

32            Grafen aus Bückeb.[urg]: von Schaumburg-Lippe.

371,4f.     Schulstelle <…> Aufenthalt: Lemgo.

9              Eruktationen: Ausdünstungen.

15            Kaufm.[ann].: war im April bei Hamann zu Gast gewesen, 345,13ff.

16            Wiel.[and].

19            Mit Bertuch <...> gesprochen: 378,11f., 359,22ff.

25f.          Fehlern seiner Landsmannschaft: als Schwabe und Pietist.

26            Kleukers Versuch in Sprüngen: Menschlicher Versuch über den Sohn Gottes.

31f.          Lords M ... Discourse on Learning: nicht ermittelt, wohl nicht J. Addisons Discourse on ancient and modern learning, London 1739, später noch einmal veröffentlicht von Richard Hurd.

372,4        Acad.[émie] des Antiq.[ues]: durch Friedrich II. von Hessen, der im April 1777 eine Gesellschaft der Altertümer zum Studium der Altertumswissenschaften gründete; Eloge: L' Eloge de Mr. Winckelmann, dans lequel on fera entrer le point où il a trouvé la science des Antiquités , et à quel point il l'a laisseé.

7              Preismünze: im Wert von 400 Livres.

8              neuliche fausse couche: die Fehlgeburt der zurückgezogenen Schrift Vom Erkennen und Empfinden.

9              wie der junge Bacchus: Apollod. Lib III, cap. 4.

19            Lies lauter Baals bisher.

27            nach Leipz.[ig].

28            meine costa: Karoline.

36            beiden Briefe <…>: nicht überliefert.

373,1        gew.[esenen] Schwager: Neumann.

Brief 509 a

Von Moses Mendelssohn 15.Sept. 1777. Hs. Bayerische Staatsbibliothek München F 729 Nr.7. Hier nach dem Druck in: Moses Mendelssohn. Kleinere Schriften. Bearbeitet von A. Altmann. Mit einem Beitrag von F. Bamberger. Gesammelte Schriften 6,1. Stuttgart/Bad Cannstadt 1981, Nachträge zum Briefwechsel, S.250. Daß Hamann (siehe dort S.258) diesen Brief nicht erhalten habe, wird durch die Anspielungen in Brief 511 widerlegt.

Mein Herr! Endlich fangen die Bilder, die sich auf der Reise [1] in meiner Seele gehäuft haben, nach und nach ihre Lebhaftigkeit zu verlieren an. Jede angenehme Stunde, die ich genossen, kehret mit Bewußtseyn zurük, und sicherlich sind diejenigen, die ich in Gesellschaft der Zöllner und Sünder zugebracht, nicht die letzten. Durch Herrn Seligmann [2] werden Sie ein Päkchen [3] erhalten, worin 1) das Buch מאור עינימ, das Sie studiren wollen. Eigentlich ist es eigentlich nur der Tractat אמרי בינה [4], der Ihre Aufmerksamkeit verdienet, denn dieser ist kritisch. Das קול אלדי  ist die Beschreibung eines Erdbebens [5], und הדרת זקנימ [6] eine Uebersetzung aus dem Griechischen, die mir sehr wohl gerathen zu seyn scheinet, aber einem Anfänger schwehr zu verstehen seyn muß, und Sie, da Sie das Griechische gelesen haben werden, nicht interessiren kan. 2) Ein קהלת [7] wo mit der Herausgeber und Comentator sich die Ehre giebt aufzuwarten, und endlich 3) Ein ähnliches für meinen kleinen Hans Hamann; damit er künftig manchmal an mich denke, wenn ihm sein Vater nicht mehr wird mündlich sagen können, daß er Mendelssohn liebe, und von ihm geliebt werde. Empfehlen Sie mich dem Herrn Direktor [8] und seiner würdigen Gattin, und vergeben Sie, daß ich heute so kurz bin. Ich habe noch nicht alle Arbeiten nachholen können, die ich vorgefunden habe. Ich bin mit wahrer Achtung und Ergebenheit Ihr ganz ergebenster Diener Moses Mendelssohn Berlin d. 15.Sept. 1777.

[1]           Reise: in Geschäften nach Memel; Station in Königsberg auf der Hinreise vom 24. bis 31.Juli, auf der Rückreise vom 10. bis 20.August.

[2]           Seligmann: siehe Brief 511.

[3]           Päkchen erhalten: von dem Inhalt ist weiter nicht die Rede. Auch die beiden Kohelet-Ausgaben sind nicht durch Seligmann, sondern durch Penzel in Hamannschen Besitz gekommen (S.258).

[4]           Tractat: מאור עינימ: Me´or enajim, ein Werk des Asarja dei Rossi (1511-1578), erschien 1575 in Mantua und besteht aus drei Teilen: Kol Elohim (Stimme Gottes), Hadrat sekenim (Ruhm der Alten) und Imre Binah (Worte der Forschung); der Tractat: Imre Binah behandelt die jüdische Geschichte im Lichte aller verfügbaren Quellen, einschließlich der jüdisch-hellenistischen Literatur.

[5]           Erdbebens: beschreibt das Erdbeben, das die Stadt Ferrara 1571 erschütterte und vom Verfasser miterlebt worden war, als Stimme Gottes, d.h. als providentielles Ereignis.

[6]           הדרת זקנימ: Hadrat sekenim ist Rossis hebräische Übersetzung des Aristeas-Briefs, einer Rechtfertigung der Übersetzung der Tora ins Griechische.

[7]           קהלת: Kohelet, Mendelssohns Ausgabe des hebräischen Textes des Prediger Salomo mit Kommentar.

[8]           Direktor: Stockmar.

Brief 510

Aus Krappitz bei Oppeln (Oberschlesien), 353,28f., zu Gast beim Ehepaar Freiherr v. Haugwitz und Freiin, geb v. Tauentzien.

Brief 511

374,10      guten Reisegefährten: wohl J. Gugenheim.

16            mit einem Briefe aus Leipzig: von Nicolai, nicht überliefert.

21            Lies Bremer Beyträge; Sethos: von Abbé Terrasson, die Quelle von Schikaneders Text zu Mozarts Zauberflöte.

22f.          Verf.[asser] des Universums: v. Dalberg.

24f.          Gräuel der Verwüstung am Garten vollzogen: in der Auseinandersetzung mit Witwe Blom.

30ff.         Wohlan <...> zu Baalhamon: Hl 8,11.

33            Ihr Sokrates: im Phädon.

375,1        äsopischen Fabelchen und Päan: Phaidon 60 B/C, Phaidons Erzählung von Sokrates in der Todeszelle: Als wir nun hineintraten, fanden wir den Sokrates eben entfesselt [es folgt die Klage der Xantippe, die Sokrates dann entfernen läßt]. Sokrates aber, auf dem Bette sitzend, zog das Bein an sich und rieb sich den Schenkel mit der Hand, indem er zugleich sagte: Was für ein eigenes Ding, ihr Männer, ist es doch um das, was die Menschen angenehm nennen, wie wunderlich es sich verhält zu dem, was ihm entgegengesetzt zu sein scheint, dem Unangenehmen, daß nämlich beide zu gleicher zwar nie in dem Menschen sein wollen, doch aber, wenn einer den einen nachgeht und es erlangt, er meist immer genötigt ist, auch das andere mitzunehmen, als ob sie zwei an  e i n e r  Spitze zusammengeknüpft wären; und ich denke, wenn Aisopos dies bemerkt hätte, würde er eine Fabel daraus gemacht haben, daß Gott beide, da sie im Kriege begriffen sind, haben aussöhnen wollen und, weil er dies nicht gekonnt, sie an den Enden zusammengeknüpft habe, und deshalb nun, wenn jemand das eine hat, komme ihm das andere nach so scheint es nun auch mir gegangen zu sein: weil ich von der Fessel in dem Schenkel vorher Schmerz hatte, so kommt mir nun die angenehme Empfindung hintennach (Übers. F. Schleiermacher) [es folgt Sokrates Erzählung von seinem Traum, der immer dasselbe gesagt habe: O Sokrates mach und treibe Musik]; auch II,153,9.

3              wie des lieben Gottes Fiscal: Elihu als Ankläger (Hi 32 und f.Cap.).

Brief 512

Antwort auf Brief 509, 368,3.

375,7        Päckchen: 372,35ff.

8ff.          goldene Charte <...> ausgetheilt <...> Blätchen: vom Geldgeschenk Herders, 257,28ff.

17            übrigen Beylagen: Briefe nach Mohrungen.

19            Brief vom Diac.[onus] Trescho: nicht überliefert.

21            letzter Brief: nicht überliefert, 349,9.

28f.          gestern <...> geantwortet: nicht überliefert.

376,9        Claudius: Bericht an Hamann über die Feier von dessen und Herders Geburtstag in Wandsbeck ist nicht überliefert.

10            Kreutzfeld <...> Uebersetzer: seine Probe einer neuen Verteutschung des Hudibras erschien im Teutschen Markur, 1778, 2.Vj (Juni) und 4.Vj (Dezember); ebenda eine Beylage für die Leser des Hudibras nebst Übersetzung einiger Stücke aus Butlers Satiren.

25            Geschmack meiner idealen Catin: Catharina Berens.

377,4        Autorschaft: Schürze von Feigenblättern.

7              Director St.[ockmar].

9              sich mit dem Neujahr zu scheiden: Penzel aus dem Buchladen und der Redaktion der Königsbergschen <...> Zeitungen zu entlassen, 391,25.

9f.           Catastrophe des 4ten huj.: 374,24f.

13            Matthes: Matthös.

15            4ten Theil des Strabo: von Penzel.

16            Salomon: Friedrich II. von Preußen; Epistola familiaris: Penzels Lebenslauf.

20            Anonymus in Leßings 3ten u 4ten Stück: Zur Geschichte und Litteratur <...>: Im Dritten Beytrag, 1774, meint H. wohl Von Duldung der Deisten; im Vierten Beytrag, 1777; Ein Mehreres aus den Papieren des Ungenannten, wo Lessing vier Fragmente des Reimarus referiert.

27            Fulda: wahrscheinlich mit der Sammlung und Abstammung Germanischer Wurzel-Wörter.

29            Leben Jesu: Roos, Lehre und Lebensgeschichte Jesu.

30            im Heß: Geschichte der drey letzten Lebensjahre <…>.

32            Pathen: August Wolfgang, 372,6f.; Winkelmann etwas mehr als einen Torso: daß das Eloge de Winkelm. vollständiger sei als der Torso von einem Denkmal auf Abbt.

378,1f.     Spinnen <…> Säen <…> Erndten: Mt 6,26 und 28.

5              an Gips ist nicht zu denken: 372,15.

7              quanzweise: zum Schein, pro forma.

8              bei meiner jungen Lage: so kurz nach der Beförderung.

11            jüngste Lindner: 364,24ff.

22            monstrum: Schürze von Feigenblättern.

27f.          panurgischer Versuch <...>: über v. Dalbergs Betrachtungen über das Universum zu schreiben; ob zu der Schürze von Feigenblättern gehörig oder etwa auch das Stellenlose Blatt (Martin Seils, HHE 5,355f.) nicht ermittelt.

32f.          Eitelkeit der Eitelkeiten: Pr 1,2 u. 12,8.

33            Uebersetzer: Kleuker, Salomo´s Schriften <…>.

34            menschl.[icher] Versuch: von Kleuker.

379,2f.     Bodens Uebersetzung: Christian August Bode (Bodenus), Nova versio sententiarum, 381,31.

6f.           zwey Pathchens: bei Herder und Claudius.

Brief 513

379,17      beyden letzten Briefe: 468 und 475.

380,4        Almanach: Eyn feyner kleyner Almanach.

8              die Fr.[anzosen]: Syphilis.

11            ihre Freunde:=Ihre, nämlich vor allem Herder; Bunkel: von Thomas Amory.

14            Furwitz den [der?] Kramer: etwa: von der Neugierde der Krämer.

381,5        seine Apologie: 276,3ff.

7              quod D.[eus] B.[ene] V.[ertat]: was Gott zum Guten wende.

Brief 514

381,12      Pohlnischen Abschiede: ohne sich zu verabschieden.

26            meinen Gagliani: Dialogen über die Regierungskunst.

16            HErr Hofrath: F. E. Lindner.

29            durch einen Freund: nicht ermittelt.

31            Bodeni: der Bode von 379,2; Hamann assoziiert, als à propos, den Hamburger Freund Bode.

33            Uebersetzer des Shandy: L. Sterne, Tristram Schandis Leben und Meynungen <…>.

Brief 515

382,20      von meinem Brief <...> entbunden: 383,27, nicht überliefert; es ging darin noch immer um den Streit über den Blomschen Garten.

27            Curator: D. Hoyer.

31f.          Citronen <...> geschachert: 357,14.

383,1        Intelligenzblätter: die Königsbergschen <...> Zeitungen.

10            Brüder Boanerges: Jacobus und Johannes, nach Mk 3,17 die Donnersöhne.

13            bal paré: in Gesellschaftskleidern.

24            große Kluft: Lk 16,26.

31            hiesigen Vorgesetzten und getreuen Nachbarn [de Marvilliers u. Stockmar]:, mit ironischem Anklang an Luthers Auslegung der 4. Bitte des Vaterunser.

32            Selma: die von Penzel unter diesem ossianischen Namen besungene Tochter Stockmars.

35            Iesebel wie ein Naboth: nach 1 Kö 21,3, siehe auch den 5. der Hierophantischen Briefe, N III,159,20ff.

384,37      Freund Jonathan: H. selbst.

385,5        Staurogedion: recte: Stauropedion, der gräzisierte Name Kreutzfeld. Mit dieser Unterschrift signierte K. im zweiten Jahrgang des Preußischen Tempe, S.5-13, das Geburtstagsgedicht An Herrn Johann Georg Hamann <...> den 27.August 1777.

12            diplomatischen Autorschaft: die Beschreibung der Königlichen Residenzstädte.

13            sein Gesicht verloren: sein Augenlicht, 379,25f.

17            wie der heil.[ige] Slawkenbergius: in Sternes The life and opinions of Tristram Shandy Gentleman, 3.Buch, Kap.38- 4.Buch: Slawkenbergii fabella.

18            Lies Fabellam de pudendis: das Diminutiv von fabula: kleine Erzählung, gemeint ist Schürze von Feigenblättern.

Brief 516

[Nachtrag zu 445, ad 516: zuerst gedruckt in Westermanns Monatshefte, 44, April-Dezember 1878, innerhalb der Briefsammlung von Moritz Carriere, Stimmen aus dem 18. Jahrhundert, S.164 (Freundliche Mitteilung von Karlfried Gründer an J. U. Fechner)].

386,2f.     Leichdorns: Hühnerauge.

4f.           meine Philosophie <…> keine Gärtnerin wie Epicurs: der berühmte Garten Kepos, in dem E. und seine Schüler seine Philosophie lebten.

11            Silhouette: möglicherweise der Elisa von der Recke.

14            Was in <...> Kanterschen Zeitungen gestanden hat: wohl über Mendelssohns Besuch.

387,4        vierten Geburtstag: 2.Dezember; H. zählt also den Tag der Geburt als 1.Geburtstag.

10            Race jener Schreihälse <...> Prof. K.[ant], der auch sonst Lärmempfindliche, den die Musik (Choräle in der Nachbarschaft) zwingt, das Gedankengeschäfte niederzulegen.

15            armen Teufel Uriel: Penzel, auch Z.32 (Uriel Penzel. Mit Uriel spielt Hamann nicht auf alttestamentliche Namensnennungen an (etwa 1 Ch 6,9) oder auf einen der 4 (oder 7) Erzengel (Licht Gottes), am Thron Gottes stehend in der nachbiblisch-jüdischen Tradition; gemeint ist der um 1590 in Oporto geborene, aus einer Maranenfamilie stammende Gabriel da Costa, später Uriel genannt, den der Zweifel an der katholischen, vor allem jesuitischen Dogmatik veranlaßt, in Amsterdam zum Judentum überzutreten, dort aber in Konflikte mit den Orthodoxen gerät, mit der Folge von verhängtem Bann, Buße, Widerruf, und durch Selbstmord (1640) endet. Seine Autobiographie trägt den Titel Exemplar humanae vitae; H. metonymisiert Penzel, den Sohn eines reformierten Predigers, wegen seiner Konversion zum Katholizismus (in Würzburg, am Pfingstfest 1774); er wird ihn, den armen Teufel in seiner militärischen Fron im Königsberger Regiment v. Stutterheim, nach wechselvoller und enttäuschter Freundschaft, schließlich und mehrsinnig den lüderl. Renegaten und Apostaten nennen (VII,481,31); zu Selma: 383,32; hier aber bezichtigt H. Penzel, den Ton der lieben Medisance vergeblich dementierend und eine Rivalität ironisierend (ausgestochen), auch eines anderen Renegatentums: der Neigung zu Mlle Stoltz und Untreue gegen die weiland vergötterte Selma, 391,28ff.

23            Reisegefährten: Mendelssohn reiste mit J. Gugenheim, D. Friedländer und Benjamin Veitel Ephraim.

Brief 516 a

387,32      Uriel Penzel: 387,15.

388,1        Nicolai mit einem Brief: 513.

4              guten Reisegefährten: Ephraim.

12            Sethos: von Claudius.

15            Schriftstellers: Terrasson.

17            Verf.[asser] des Universums: v. Dalberg.

20            engl.[ische] Bunkle: von Th. Amory.

30            kleinen Rabbi: Joseph Mendelssohn.

Brief 517

389,6f.     schweren Paulus Hand: 2 Ko 10,10, wo von der Schwere und Stärke der Briefe die Rede ist.

9f.           zweyte Bändchen vom Allerley: 1777, 390,12.

12            Brelocken <...>: von Hottinger, 390,7.

14            Heinrich Stillings Jugend: von J. H. Jung, seine Lebensbeschreibung, 390,12; 391,34f.

18            galante Buchhändler: Hartung.

25            ganzes Buch: ein ganzer Packen Löschpapier.

26f.          Antwortsschreiben: aus Berlin, 391,16f.

Brief 518

390,4        Verfaßers: Sturz.

5              Zueignung der Gnädigen Frau <...> heyrathen: Gräfin v. Bernstorff und Bode, 381,33; 385,9 etc.

7              Haupt Verf.[asser]: Hottinger.

17            Dr. George: lies Georgi.

21f.          zweyten Theil des Allerleys: von Ehrmann und Kaufmann.

25            der erbetenen China: -rinde.

29            § 11 der Brelocken: hg von Sulzer, Müchler, Hottinger, S.124: VII, Ueber Schriften und Schriftsteller nach dem allerneusten Geschmack: Wenn ich Vater Hamann wär, ich säß auf dem pythischen Dreyfuß, und orakelte um Geld, daß ich Nutzen und andre Freude davon hätte- die Haare gen Himmel sich straubend, die Augen im Kopf blitzend und den Geifer im Bart trieffend würd´ ich den Gott aus mir reden lassen, dessen er voll ist, und Zulauf und Anbeter und Untersucher und Lobpreiser wollt´ ich finden, wie Gaßner, und dem traur´gen Schicksal entfliehen, in 4to´ s zum Käsebepacken entweiht und bestänkt zu sehen.

Brief 519

391,8        küzlich: empfindlich.

10            das den 4 Sept. eingekommene: 509.

12f.          Gräuel der Verwüstung: 374,24ff.

14            am Tage Elise: der Heiligen Elisabeth von Thüringen.

21            die Hefen: meint den Bodensatz (des Weins).

24            an Lavater geschrieben: nicht überliefert.

25            schliest die Zeitung: als Mitarbeiter der Königsbergschen <...> Zeitungen.

30f.          Menschenkenntnis und Menschenliebe: Anspielung auf Lavaters Fragmente.

36            Allerley und die Brelocken: von Ehrmann u. Kaufmann, Hottinger, J.J.; Mösers Samml.[ung]: Kleine Schriften, 390,18.

36f.          Galiani Uebersetzung: Dialogen über die Regierungskunst <…>.

392,9        Denkmal für mein Pathchen: die Preisschrift über Winckelmann.

11            König und Prediger: wie Salomon; Eitelkeit der Eitelkeiten: Pr 1,2 u. 12,8.

13            mit diesem Büchlein: dem Prediger oder Cohelet, dem Geschenk Mendelssohns.

16            neuesten Scholiasten <...> Auslegung: Kleukers Salomo's Schriften, 1.Teil.

27            so der HErr will <…>: Jak 4,15.

31            Bückeb.[urger] Gebets: wohl das Gebet, am Grabmaale Ihro Erlauchten der weil. regierenden Gräfin von Schaumburg-Lippe-Maria Barbara Eleonora gebohrnen Gräfin und Edlen Frauen zur Lippe und Sternberg, gehalten den 7.September 1776 zum Baum, SWS XXXI,416-421.

33            Brief im Museo: an Heinrich Boie, über Herders Predigt in Pyrmont, in: Deutsches Museum, Oktober 1777.

34            über die Landschaft Malerey auch von Sturz: von J. H. Merck, Ueber die Landschaft-Mahlerey. An den Herausgeber des T. M., 3.Vj. 1777, S.273-280.

35            Verf.[asser] der Brelocken: Hottinger, J.J. mit J. R. Sulzer und K. Müchler.

393,2        Levin den Gagliani übersetzt: Galiani, es war Barkhausen.

4              auf den Ocean der Geschichte: mit dem Beginn seiner Mortzcinni-Übersetzung.

14            Autorschaft: Schürze von Feigenblättern.

15            nisus: Neigung, Drang, Schwung.

26            Jacobi Abhandlungen: über wichtige Gegenstände der Religion, von Johann Friedrich J.

29            Seilers Beyträge: Georg Friedrich S.

32            Nicolai: 513.

33            schlimmer Augen: 379,25f.

33f.          Monumenta <...>: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte, 380,27f.

394,2        ein Brief vorn an steht: Clarissimo ac Eruditissimo Viro Ioanni Baptistae Vico. S.P.D. Joannes Clericus.

4f.           allegorischen Titelkupfers <…> die Hauptfiguren: Spiegazione della dipintura proposita al frontispizio che serve par l´Introduzione dell´opera, 1-36.

8              die Charte: Urkunde.

10f.          Morgenröthe schön <…>: mehrere Varianten des Sprichworts: Abendrot bringt Brot, Morgenrot fällt in Kot.

18            Stecken und Stab: Ps 23,4.

31            Zeilen an Kleuker: nicht überliefert.

36            Drama von Penzel: er hatte für die Schuchsche Truppe ein lüderliches Drama, das seinen eigenen Werdegang als Soldat zeigte, in Königsberg kursieren lassen. Der Name der Hauptfigur Zelpen war ein zu deutliches Anagramm, so daß die Karikatur des alten Zelpen durchaus als Schmähung des eigenen Vaters zu lesen war. Auch die Abfertigung des geistlichen Standes (schwarze Kuttenteufel) und der Ehe (Beschäler) nahm man ihm übel. Sein Freund, Kommerzienrat Kriting, kaufte das Manuskript. Es blieb ungedruckt, die Aufführung wurde untersagt, das Manuskript ging verloren; Hamanns Urteil nach der Lektüre, IV,130,26ff., ausführlich B. Gajek im Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts, 1986, 34-60.

395,3f.     nach einem langen Briefe zu urtheilen: an den Bruder; Hamann schrieb ihn sich ab, das Original ist verschollen; gedruckt wurde er 1837 in den Nummern 9 u.10 der Blätter für literarische Unterhaltung (Verlag Brockhaus, Leipzig) von einem Anonymus. Es war Karl v. Raumer, der in den Besitz der Hamannschen Abschrift gelangt war, da er, mit Reichardts jüngster Tochter Friederike verheiratet, aus dessen Nachlaß diesen offenbar interessanten Brief kannte; zittere vor dem Ende seines Romans: der Liebe Penzels und seiner Selma.

Brief 520

395,10      lieben Brief: nicht überliefert, 391,23f.

16            kenne den Mann persönlich: und nahm sein Konterfei samt Kommentar in den Dritten Versuch, S.273f. auf. Aus seinem Kommentar: Unter allen mir bekannten Theologen, der-mit dem ich am meisten sympathisire-oder vielmehr, dessen Theologie zunächst an die meinige gränzt, und der doch so unaussprechlich von mir verschieden ist, als es ein Mensch seyn kann. Ein ganz außerordentlich mechanisches, mathematisches und astronomisches Genie, das immer erfindet, immer schafft -mit ausharrender, allüberwindender Geduld, zum letzten Ziel alles ausführt. Er schafft Welten, und freut sich einfältig seiner stillen Schöpfungskraft <...>.

19f.          Rechnungsmaschiene: der als Tüftler u. Erfinder bekannte Kornwestheimer Pfarrer hatte auch Rechenmaschinen konstruiert.

23            κατ' ἀνϑρωπον: im Blick auf einen Menschen in seiner Eigenart.

29            den Durst: seine Schrift Durst nach Christuserfahrung.

35            im IV.Bande der Fragm.[ente] aus einem apokryphischen Buche <...> einige Perlen: Aus den S.96ff., im I.Abschnitt. X.Fragment. Genie, hat Lavater in einer II. Zugabe. Vermischte Gedanken über Genie, Geniesprache, Menschengestalt, eine Reihe von einschlägigen Sätzen aus Hamann-Schriften zitiert (gekürzt und nicht immer genau). Beim Untertitel Aus einem apokryphischen Buche. 1761. Altona, womit auf die Wolken angespielt wird, geht es Lavater nicht um bibliographische Genauigkeit, sondern wohl um den semantischen Reiz des Apokryphen bei dieser eschatologischen Schrift, als partis pro toto. So stammt der 1. Wie der Mensch <...> Bild der Seele zu seyn aus den Sokratischen Denkwürdigkeiten, N II,66,9f. Der 2. Gewisse Schriftsteller müssen <...> σημαινει, aus den Wolken, N II,94,29-32. Der 3. ebenfalls aus den Wolken, N II,104,8 -16: Nichts ist also mehr übrig <...> den Büchern Schuld; ebda 21/23: Die Beobachtung <...> Invaliden gewesen; ebda S.105,3-25: Da Jehu <...> ΠΑΝΤΑ. Der 4. aus den Aesthetica <...>, N II,214,26f.: Der Geburtstag eines Genies wird [,wie] gewöhnlich [,] von einem Märtyrerfest unschuldiger Kinder begleitet. Der 5. Alle ästhetische Thaumaturgie <...> zur Vergötterung kommt aus den Chimärischen Einfällen, N II,164,16ff. Der 6. Der 7. Endlich krönte Gott <...> in imagine parva aus den: Aesthetica N II,198,1-10; Herz! sey ein stille Meer! <...> Schriftgelehrten an, ebda 200,3-10; Die Analogie <...> seines Geschlechtes sind, ebda 200,32-201,9. * Lavater schließt die Reihe mit einem Bekenntnis zu Hamanns Lehrerschaft: Der dieses schrieb-verachtet und zertreten von allen Pharisäern und Sadduzäern seiner und meiner Zeit-ist in meinen Augen-ein Genie ohne seines gleichen! Und damit auch die Welt in seinem Unsinn Sinn vermute, sey noch zum Beschlusse dieses seltsamen Fragmentes, das mir theurer seyn soll, als alle meine Fragmente-eine Stelle des Philosophen Bakons, citirt von diesem Theosophen, beygefügt. So zitiert er aus Hamanns Bacon-Zitat in der Aesthetica, N II,207,33-39, um dann zu seinem Geschäft zurückzukehren: O Physiognomik, wann wirst d u der Schlüssel aller Geheimnisse-Ohr und Auge für alle Gotteswahrheit seyn!

396,1        für die Schweine gieng: vor die Säue, vor die man keine Perlen werfen soll, nach Mt 7,6, womit Lavater zugleich auf Hamanns Anmerkung 8 des Ersten Aufzugs der Wolken anspielt.

2              αφϑαρσια: unvergängliches Wesen, Rm 2,8.

4              Zweifelwelten: spielt an auf Phl 2,14.

9              Geschmack an Zeichen: Hamanns Präzisierung des schillernden Begriffs Geschmack in seiner Antwort in Brief 523 (Josef Simon, Kant als Autor und Hamann als Leser der Kritik der reinen Vernunft, S.206ff.).

16            Meine Predigten: deren Sammlung veröffentlichte er, Winterthur 1784, in: <...> Sämtliche kleinere Prosaische Schriften vom Jahr 1763-1783 <...>.

22            dem unphysiognomischten Menschen: der am Schluß des Ersten Versuchs auf S.271 einen Kupferstich seiner selbst veröffentlichte, mit dem Motto 1 Pt 4,10/11 und dem zum Bild hinleitenden Appell: Es ist Zeit zu schließen; und billig, dir auch ein erträglich kenntliches Bild zu deiner freyen Beurtheilung von demjenigen vorzulegen, der so viel über andere Gesichter geurtheilet hat;-ich will dir nicht vorgreifen, doch darf ich hoffen, daß dieses Gesicht nicht so beschaffen sey, daß es oft erröthen dürfte vor dem >Richtet nicht, daß ihr nicht gerichtet werdet<.

23            in dunkelm Worte: 1 Ko 13,12.

29            συμψυχοις: Vertrauten, Seelenverwandten, Phl 2,2.

36f.          weisesten Schriftsteller <...>: Pontius Pilatus, wegen seines quod scripsi scripsi.

397,2        Stirnmeßer: Lavaters Meßapparat für Köpfe, insbesondere die Stirn, zu physiognomischer Charakterdeutung; im Vierten Versuch, 1778, beschrieb er ausführlich auf S.237-246 das Stirnmaaß, mit 11 präzis gestochenen Figuren des Instruments. Hamann scheint im Brief von Mitte Dezember, der nicht überliefert ist, sich kritisch geäußert zu haben; zu seiner Skepsis überhaupt Schriftsteller und Kunstrichter, N II,333,4 (die hirnlose Kunst eines Physiognomisten).

Brief 521

398,3        Exterminavit eam aper de sylva <...>: Ps 80,14.

8              vengeance <...> bouclier <...> recompense: AT passim: Rache, verbunden mit 1 Mo 15,1.