hamann unterschrift 04

Kommentar zu Band II

Brief 174

1,3           Chrysostomos: offenbar die 5 Bücher De sacerdotio.

6              Subintroducten: die Abhandlung Adversus subintroductas, nach Gal 2,4.

9              der Uebersetzer: J. A. Cramer.

17            Gnade geben: 2 Ko 6,2.

19            Exemplar von meiner Arbeit: Sokratische Denkwürdigkeiten.

22            Freund: J. Ch. Berens.

2,1ff.        Cento aus Lk 6,38 (gedrükt, gerüttelt <...>); Ri 4,19-21; 5,25; 5,21 (Milch <...> Wasser <...> auf die Starken).

7              in Halle: wo, im Auftrag M. Ch. Hartungs, die Sokratischen Denkwürdigkeiten gedruckt wurden (wohl bei Curt).

9              Pankokenbäker: J. A. oder H. L. Nuppenau.

11            Priesterinn: wohl scherzhaft für die Jungfer Degner.

Brief 175

2,20         Grammaire de Dames: v. Choffin.

24            Hervey: Erbauliche Betrachtungen <...>.

26            Einlage: Briefe an Catharina und J. Ch. Berens, 6,31.

3,6           HE Fischer: Johann Jakob F.

7              Pauper: von lat. pauper (arm): Pauperburschen sind Internatsschüler, die die Unzulänglichkeit des Schulfonds durch bettelhaftes Singen ergänzen müssen (Kant).

Brief 176

3,13         Paudel: von litauisch pudlar, längliches Kistchen, 9,13.

19            die ich ihm ausgesucht: Lindner, 2,24f.

25            Sein Brief aber über Luther: Sendschreiben an Herrn von Voltaire über den Charakter Dr. Martin Luthers und über seine Reformation <...>.

28            Stelle des Voltaire: im Discours en vers sur l'homme, Paris 1738, heißt es im ersten Kapitel: Les mouvements contraires sur ce vaste océan sont des vents nécessaires. In Luthers Vorrede auf den Psalter heißt es in der Ausgabe von 1545: Denn ein menschlich Hertz ist wie ein Schiff auff eim wilden Meer/ welchs die Sturmwinde von den vier örtern der Welt treiben. Hie stösset her/ furcht und sorge for zukünftigem Vnfal. Dort feret gremen her vnd traurigkeit/ von gegenwertigem Vbel. Hie webt hoffnung vnd vermessenheit/ von zukünfftigem Glück. Dort bleset her sicherheit vnd freude in gegenwertigen Gütern (WA DB 10 I,101,34ff.).

4,4           Schützens Vergleich: Gottfried Schütz(e), Gedanken über die verschiedene Denkungsart <…> [freundlicher Hinweis von D. Brunner].

5              Rector: Lindner; Winkelmanns: Johann Joachim Winckelmann, 5,22.

11            überschickten Brief: an Catharina und J. Chr. Berens, 2,26ff. und 6,31.

17            Grammaire des dames: von St. Louis de Prunay.

22            Hänschen: Johanna Sophia Berens.

29            meine Ausgabe: v. Johann Georg Hager, 5,3 und N V,21.

31f.          Dionis Chrysostomi Rede <…> de Ilio non capto: Dio Cassius, späterer Beiname Cocceianus, Homerus confutatus <…>.

33            Traianus: nicht ermittelt, vielleicht bei Plinius.

5,6f.         Grundsätze und Anweisung <...>: wahrscheinlich die von Mendelssohn rezensierte Übersetzung (in: Bibliothek der schönen Wissenschaften, 2. Band, 2. Stück 1758, S. 336-365) von E. Mallets, Principes pour la lecture des Orateurs. 3 Teile, Paris 1753: Grundsätze und Anweisung <…>, aus dem Französischen übersetzt von C.L.R. Hamburg 1757.

8f.           Deinem HE. Wirth <...> neuen Auflage seiner Rhetoric: Lindner, der 1755 in Königsberg seine Anweisung zur guten Schreibkunst überhaupt und zur Beredsamkeit insonderheit hatte erscheinen lassen.

14f.          4,31f.

21            Quintil.[ianus].

31            dem Tode des Aeas: gemeint ist die Aias-Tragödie des Sophokles, u.a. bearbeitet v. T. Damm.

35            überschickten Brief: nicht überliefert.

6,6           Der junge Berens: Adam Heinrich B.

7              Sein General: wohl C. v. Stoffeln.

Brief 177

6,31         meinen Brief: an Catharina Berens, 2,26; 4,11.

Brief 178

7,18         Das letzte mal: 177.

21            Dein letztes Schreiben: das nach dem Datum der Nr. 177 eingegangen sein muß, nicht überliefert.

26            mit meinen Freunden: J. Chr. und Catharina Berens.

30            den Pflichten: gesellschaftlichen, nämlich einzustimmen in die Médisance.

32            klügere Leute: J. Chr. Hamann hatte offenbar berichtet, wie in Riga, z. B. in der Firma (meine Tadler und Nachfolger), vielleicht auch bei Lindners, Hamanns Bruch mit der Familie Berens kolportiert wurde.

8,5f.         alles zu prüfen <...>: 1 Th 5,21.

7              Anspielungen: der Bruder hatte wohl seine pädagogischen Schwierigkeiten auf Hamanns eigene aus der Hofmeisterzeit bezogen.

14            zu Wendungen aufgelegt: der Anpassungen fähig.

16            Wagners Grammatik: Johann Ehrenfried W.

18f.          Ich ziehe Müllers vor: nicht ermittelt.

34            Gottsched: wohl seine Grundlegung einer deutschen Sprachkunst.

9,9           Briefen: nicht überliefert.

13            Paudel: 3,13.

15            Journal de Commerce: wahrscheinlich das seit 1759 in Brüssel chez P.de Bast verlegte monatliche Journal.

20            Buchh.[oltz]: Johann Christian.

22            HE B.[erens]: Johann Christoph.

23            Zeigefinger: Gnomon <...>.

30f.          Te totum <...>: in Bengels Praefatio § XIV des Gnomon Novi Testamenti <…>.

31            υστερον προτερον: das Spätere früher.

10,6         Ausspruch unsers Luthers: der als Luther-Ausspruch zitierte Satz ist eine offenbar von Bengel formulierte Zusammenfassung zu ähnlichen Aussagen Luthers, etwa: Spiritus sanctus habet suam grammaticam (WA 39 II,104,24). Bei Bengel (Gnomon Novi Testamenti) lautet der Satz: <...> hac mente Lutherus ait, Nil aliud esse Theologiam, atque Grammaticam, in Spiritus Sancti verbis occupatam (3. Aufl. Tübingen 1773, XX). Auch N II,129,6ff.

10            das affectuoso in der Schreibart der Bücher des N.[euen] B.[undes]: das Leidenschaftliche.

11            τα ηϑη: die Art und Weise der sprachlichen Hülle.

13            affectus <...>: leidenschaftliche Ergriffenheit und schicklicher Ausdruck.

Brief 179

10,28        Werk meiner Hände ...: Ps 90,17.

11,3         sagt Paulus: 1 Ko 4,1f.

5-12         Cento aus Tit 1,7 und Jh 21,17; 21,15; Ps 116,13.

24            an Herrn Arend: Berens, 9,9 und 16,18ff.

12,12        zweymal Gevatter: nicht ermittelt, bei wem.

13            Altermann von den Gelbgießern: Innungsmeister der Handwerker, die Geräte aus Messing gießen und bearbeiten.

31            Gott ein Geist <...>: Jh 4,24 u. a.

33            Gemüll: Staub, Kehricht.

35            ανϑρωπους πειϑω η τον ϑεον: Gal 1,10, predige ich denn jetzt den Menschen oder Gott zu Dienst.

13,19f.     Prior pars <…> altera <..> habet: zu Mt 1,1.

34ff.         Aequalitas <…> perpetua est Analogia: zu Mt 1,17, Abschn. XIII.

14,14        Abstracta ...: 50,36.

16f.          Non in Mariae <…> Jesu nominis: zu Mt 1,20.

21f.          De re <…> debet esse coniuncta: zu Mt 2,2.

24ff.         aus Hottingeri Primitiis Heidelbergen.[ibus] <…>: wörtlich auch in Parodias Novi Testamenti praeside Ioachimo Samvele Weickhmanno <…>.

15,7         Tacitus: 5, 31,1

12f.          Gott kann <...>: Mt 3,5 (Lk 3,8); Mt 4,3 (Lk 4,3).

21f.          Topographia <…> conueniente: zu Mt 4,15.

24            ο λαος πορευομενος: das Volk, das im Finstern wandelt, Jes 9,1.

25            lies instrumento.

25f.          quod vel<…> conuenit: zu Mt 4,22.

30            pluralis <…> locorum: zu Mt 4,23.

33ff.         Trink <...> iß <...> befiehl: Cento aus 1 Ti 5,23; Pr 9,7; Ps 37,5; 1 Ko 16,22.

Brief 180

16,4         zu ergänzen: Zevs segnete das fromme Schaaf und es vergaß von Stund an zu klagen, aus Lessings Fabel Zeus und das Schaf.

18            Kopie des Antwortbriefes von Arend Berens.

21            lies Stillschweigen das Siegel.

17,10        Hochzeit: 19,21ff.

19            Buchladen: Hartung.

22            Seine Abhandlungen: <...> mit dieser Dichtungsart verwandten Inhalts.

34            Antonin: Marc Aurel.

Brief 181

18,8ff.      das Fest: Ostern; in Fried und Freud: Anspielung auf Luthers Lied; Bey gegenwärtigen Läuften: denen des Siebenjährigen Kriegs.

10            da ein Tod den andern fraß: Anspielung auf Luthers Lied Christ lag ynn todes banden, Str. 4.

22            HE Wagner: der Buchhändler Friedrich David W.

23            die Sachen: auf dem Seeweg importierte Bücher.

26            wegen eines Paupers: 3,7. Als Packhilfe?

32            Frau Consistorial Räthin: A. Lindner.

19,4         meine zurück gelaßene Bücher: 17, 2ff.

7              Harpax: griechisches Lehnwort im Lateinischen: an sich reißend, räuberisch, Plin. 33,176; 37,37. Das von H. zum Nomen gemachte Adjektiv bestimmt noch den Namen Harpagon, der Zentralfigur in Molières Lustspiel L'Avare.

8              Die Interessen: Zinsen, ironisch gemeint.

14            Der Artzt: die populärmedizinische Zeitschrift Johann August Unzers.

Brief 182

19,21        Hochzeit unsers Vetters: H. L. Nuppenau.

23            Bildung: Körpergestalt, Figur.

20,1         großen Zwischenfällen: offenbar die volkstümlichen Hochzeitsbräuche wie Polterabend, Schabernack etc.

30            meine Sachen: 17,6, rechtzeitig zur Hochzeit.

24            Aufführung Deines Wirths: Verhalten J. G. Lindners, als seine Schwester 1759 G. Steinkopf heiratete.

21,3ff.      Diese dunklen Umschreibungen betreffen die Differenzen mit dem Hause Berens, die ihm zu schaffen machen.

16            Was ich geschrieben: Jh 19,22.

19            Unsere Seele: Ps 124,7f.

21            Wie die Träumende: Ps 126,1-3.

26f.          Buch <...> für ein guten Freund: Charmois, 28,26ff.

32            Herr W.[agner].

22,8         Achthalber: Seit 1720 wurden viele brandenburgische Zwölfteltaler aus Berlin in die Provinz Preußen gesandt und durch ein Edikt von 1722 das Stück auf achtehalb (7 ½) preußische Groschen gesetzt. Seit-dem hießen diese bis zum Jahre 1873 gültigen Münzen in Ost-und Westpreußen Achtehalber (Schrötter 6).

12            Furcht des Herrn: Ps 111,10 (Spr 1,7; 9,10; Sir 1,16).

14            zum besten dienen: Rö 8,28.

28            nach dem Gesichte Ezechiels: Hes 1,15f.

30            an HE Rector schreiben: Br. 183; Baßa: der Brief an ihn wurde aufgeschoben, 26,12.

34            Prof. Meyer: G. F. Meier.

36            Was es mit dem möglicherweise pseudonymen Gesuch des Buchhändlers Wagner (?) auf sich hatte, ist nicht zu ermitteln.

37            einen kleinen Versuch: Versuch über eine akademische Frage, dessen 1. Fassung in den Wochentliche[n] Königsbergische[n] Frag-und Anzeigungsnachrichten, 1760, 14. und 21. Juni, Nr. 24 und 25, erschien, die 2. Fassung als selbständige kleine Schrift, Königsberg 1760, die 3. Fassung in den Kreuzzügen, S. 1-18; N II, 119-126 und 399ff.

23,5         gegen Michaelis: Johann David M., der sich an der Preisfrage der Berliner Akademie von 1759 (über den wechselseitigen Einfluß von Meinungen auf Sprache und Sprache auf Meinungen) beteiligt hatte; N II, 121.

6              Beurtheilung der Hülfsmittel: Michaelis, Beurteilung der Mittel, welche man anwendet, die ausgestorbene hebräische Sprache zu verstehen. Siehe Hamanns Kleeblatt Hellenistischer Briefe, wo er im dritten Brief sich kritisch mit dieser Schrift des Michaelis auseinandersetzt; N II,179ff. (dort mit zahlreichen Verlesungen und Druckfehlern).

9ff.          das Lied <...>: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, v. J. J. Schütz, Str. 8.

14            meine Schreibart: wohl die erste fixierte Reflexion seines Stils.

16            Sohn des Donners: Mk 3,17 und Jh 13,23.

19            wie ein Schnitter: Ps 129,7.

20            syrischen Dichters: Bileam als Wahrsager, 4 Mo 22,5ff., 23,1-9.

23            hällischen Richters: Christian Friedrich R., Arzt am Waisenhaus in Halle.

26            Schultens: Albert Sch.

30            verhält sich zum Homer: das wurde schon in der Antike diskutiert.

36            ungerathener Bruder: Anlaß der εργα και ημεραι Hesiods ist der Rechtsstreit mit dem Bruder Perses, der bei Erbteilung durch Bestechung von Königen den Dichter übervorteilt hatte (erg. 38ff.; 263f.). Aber das Gedicht wird über den privaten Fall hinaus zur großen Mahnung, sich dem durch Zeus in Gerechtigkeit geordneten Tages-, Jahres-und Weltlauf überhaupt einzufügen.

37            sehr albernen: μεγα νηπιε (erg. 286).

24,1         Boileau: In einem Beitrag zu den Königsbergschen <...> Zeitungen v. 29. Mai 1772 nennt H. ihn den genauen und frostigen, N IV, 375. Möglicherweise handelt es sich bei dem Schmähwort um das an dieser Stelle genannte Flittergold. Die Quelle und der Hofmann sind nicht ermittelt.

3              Sein System: Hesiods.

7              junge Paar: Nuppenau.

9              Gemeinschaft des Geistes: Cento aus Phl 2,1; 2 Ti 1,7; 1 Ko 4, 10.

Brief 183

24,19        Collaborator: der Bruder.

21            seinem Briefe: nicht überliefert.

24            aptirt: verändernd angepaßt, eingebaut.

28            der von Böhmischbreda: das Werk des Friedrich Melchior Grimm.

31            Anti-machiavel: von Friedrich II. von Preußen.

25,1         Ihr Brief: nicht überliefert.

6              windig: gewandt.

10            delogirt: verdrängte.

13            meinen Brief: 182.

24            Elisäischen Buches: Verg. Aen. VI.

25            diese Ausgabe: des Vergil, nicht zu ermitteln.

28            Maschens seine: Andreas Gottlieb Masch.

26,13        meine Cousine: die soeben vermählte Frau Nuppenaus, 19,22ff.

Brief 184

26,26f.     Er fördert,< ...>: Ps 90,17.

31f.          kleine Abhandlung: Versuch über eine akademische Frage, N II,119ff., 22,37ff.

27,3         poes.[ies] diverses: die gesammelten Gedichte Friedrichs II.

4              holl.[ändische] Ausgabe: Amsterdam 1760, bei Schneider.

5              einige kritische Gedanken: 23,6ff.

15            Gottes Arm: Ps 71,18.

25            Freudenöl: Ps 45,8.

29            Ausgange meiner außwärtigen Angelegenheiten: 16,18ff.

32            Briefe an ihn: J. Chr. oder auch Arend Berens.

33            was ihn beunruhigt: den Bruder.

34            Nach der Wahl: wenn er wählen müsse, habe er die Familie Berens lieber.

28,2ff.      z. B. Brief 179.

6              wie der so hat: Mt 13,12.

8              unerkannte Sünde: Ps 90,8.

16            Buchstabe <...> Geist: 2 Ko 3,6.

27            für ein Buch: 21,24ff.

32            verwirrten Brief: 24,20ff.

29,2         Nebenstunden: schriftstellerischen Ambitionen.

5              Weisheit: Hi 28, 28.

9              Seydl.[itzer] Brunnenkur.

10            einhalten <...> eine Kruke trinken: aussetzen ... einen Steinkrug.

21            Zeuge in den Wolken: Ps 89,38; 1 Mo 9,13f.

29            Traurigkeit: 2 Ko 7,10.

32            Seine Wege: Hi 38,16; Ps 77,20.

36            Wie ein Hirsch: Ps 42,2.

Brief 185

30,2         Ps 72,20.

6              Frau Schwester: Steinkopf.

10            den Armen erretten <...> helfen: Ps 72,12f; Hi 29,12; Ps 82,4.

15            in Ihrem letzten Briefe: nicht überliefert, es ist wohl nicht der 26,19 erwähnte, sondern ein weiterer, der auf Hamanns Br. vom 13. Juni antwortete; denn Lindner scheint zugestimmt zu haben, daß der Bruder aus der Kollaborator-Stelle ausscheidet und nach Königsberg zurückkehrt.

21            Jehu: 2 Kö 10,18.

25            schlampampe: Zeit vertrödele.

30            Prof. Eloquent.[iae]: Watson.

31,6         Bescheid seines Curators: J. Chr. Buchholtz, 34,1ff.

13            an Fr.[eunde].

23            als ein Dieb: heimlich.

25            präludirt: Voranmeldung.

27            von HE. W.[agner].

31            lies lern ich [ihn].

32,1f.       aus des englischen Arztes Willis Cerebri Anatome, Anatomie des Gehirns, V,113,5f. Das Zitat deutet in die Richtung von Hamanns Diagnose der Depressionen des Bruders.

3              Mdm. Woltersd.[orf]: Hartung, Hanna.

Brief 186

32,8         letzter Brief: nicht überliefert.

10            hebräisch Buch: wohl Hesekiel, 31,27.

13            in dem Briefe: 35,3.

20            von K.[önigsberg] nach R.[iga].

28ff.         Prof. W.[atson]: 30, 30. Watson ist also nicht moribund. Hamann hatte der Mutter Lindner wohl Hoffnung zu machen versucht, daß J. G., ihr Sohn, Watsons Nachfolger werden könnte,-was er nun selbstkritisch zurücknimmt.

33,2         am dritten Tag: Hos 6,2 (Lk 13,32).

6              emeticum: ein Brechmittel.

8              ihre: Ihre.

15            Mohnkeulchen: eine Art von Kartoffel-oder Mehlklößen mit Mohn.

16            Brutus: Anspielung auf Shakespeares Cäsardrama (laßt dicke Männer um mich sein ...); nach B.[erlin]; einige Exempl. des Versuches: <...> über eine akademische Frage.

18            circoncis: beschnitten.

Brief 187

33,33        Arbeit voll: Vermischte Anmerkungen über die Wortfügung in der französischen Sprache <...>, 47,17 und N II,127-136.

34,1         Buchholtz: 31,6 und35,5.

3              Beharre <...>: Sir 11,20.

11            heterogenea: wesensfremde Tätigkeiten.

13            imitationi seruili: Anspielung auf Hor. epist. 1,19,19 (o imitatores, servom pecus).

16            Dr. L.[indner]: Ehregott F. in Mitau.

29            bis Michel: Michaelis, also Herbstferien.

31            Gewerkspatron: ein Assessor, der etwas ins Werk setzt, vielleicht Innungsmeister.

33            hippokratischen aphorismum: in Nr. 24 Über die Kunst= Heilkunde als Kunst, nicht ermittelt.

34            casu mit dem jungen Menschen reimt: Z.22f.

35,5         HE. Buchh.[oltz].

11            in und von einem Hause: Berens.

17            Ein Prophet <...>: Mt 13,57; Mk 6,4 u.ö.

19            Wer arbeitet <…>: nach 2 Th3,10.

24            einen Freund: Lindner.

Brief 188

36,19f.     an <...> Macziewsky geschrieben: nicht überliefert.

Brief 189

Im Hause von Ehregott Friedrich Lindner geschrieben.

37,6         den jüngsten: Gottlob Immanuel.

7              mit polnischem Abschied: ohne sich zu verabschieden.

14            Wirth: E. F. Lindner.

22            Schlafmütze: und anderes Schlafzeug vergessen, 38,34.

24            lies Sein Einschluß.

Brief 190

Inzwischen hatte H. einen Besuch bei der Familie v. Witten auf Grünhof abgestattet.

38,6         HE. Fiscal: Tottien.

21            lies mir gleichgültig.

39,2         diesen Brief: 189.

10            Haberdiät: Haferdiät.

15            Jungfer Schwägerinn: M. Courtan als Schwägerin der Marianne Lindner. In der Folge der Briefe hätte hier der unter 190 a in Band VII, S. 513 ff. nachgetragene, aus Mitau an Johann Gotthelf Lindner gerichtete seinen Platz.
[Bd. VII] Brief 190a

514,11      beyliegender Brief: an den Bruder ist nicht überliefert.

515,6f.     Der Friede Gottes: Phl 4,7.

10            Laß die Todten: Mt 8,22; ruhen können: Off 14,13.

12f.          nach Plathonen: einem Landgut v. Wittens, wo H. mit E. F. Lindner dessen jüngsten Bruder, den cadet Gottlob Immanuel, besuchte, der damals dort Hauslehrer war.

Brief 191

39,21        Marianne Lindner hatte offenbar eine Fehlgeburt.

22            Starostin: 40,25.

24            bey Baacken: Gasthaus in Mitau.

26            Gestern einen Brief <...> erhalten: nicht überliefert.

27f.          gestern schon geantwortet: nicht überliefert.

40,4         Epitre: die Geschichte von Le Chevalier au cygne et Godefroi de Bouillon ist in mehreren Versionen überliefert, darunter in einem Epos von 35000 Versen, das vorausgehende Kreuzzugsdichtungen und Chansons de geste zusammenfaßt und dabei Teile der französischen Übersetzung des Guillaume de Tyr nutzt. Es entstand wohl 1355/6. Auf welche Version Hamann sich bezieht, ist unklar, vor allem, weil es sich ja offenbar nicht um einen Druck des Epos handelt, sondern um ein Sendschreiben (epitre), 42,29.

5              Paudel: Kiste, 3,13.

7              Buchhändler in Amsterdam: nicht ermittelt.

Brief 192

40,23        Wirthshaus: 39,24.

25            Starostin; 39,22.

29            ArchiDiaconus: Buchholtz; auf mein letztes: 188, indem der verschollene Br. vom 11. Sept. wohl nur die Nachricht enthielt, er komme bald.

32            kostbar: teuer.

33            Capitain: F. L. G. v. Oven.

Brief 193

42,12        Vater und HE. Archidiac.[on]: in einem verschollenen Br., 43,14.

29            Epitre: 40,4.

36            zu Hause: in Plathonen.

37            gestern auch geschrieben: nicht überliefert.

43,10        wie ein Schweitzer: I,2,12.

24            Parrhesie: neutestamentlich, hier etwa: Freudigkeit im Glauben.

Brief 194

44,8f.       Nachricht <...> gegeben: nicht überliefert.

13f.          in mein Gesicht: auf mein Sehvermögen.

17            Gelegenheit: Übermittlungsmöglichkeit.

25            nach Kurland: an Lindners Bruder in Mitau, Gottlob Immanuel.

27            HE. Fiscals Sachen: Tottien, 59,18.

32            Wollii: Christoph Wolle.

34            Vegerium: Franciscus Vigerius; Altingii: Jacob Altingius.

45,3         codicem apocryphum V.[eteri]T.[estamenti].

4              aus dem Josepho: Josephus Flavius in seiner Geschichte des jüdischen Krieges.

4ff.          einen Holländer <...>: nicht ermittelt.

7              lies plur.[ales] num.[eri].

8              holländisch Philologen: O. Verbrugge.

15            aus der Kinderschen Auction: Kinder, Antiquar (in Riga?).

17            unter einem Kräutervorhange: maskiert, wie Pan im Gebüsch (?); Vermischte Anmerkungen <...>: N II, 127-136; geschrieben gegen eine Behauptung F. C. v. Mosers in seinem Buch Der Herr und der Diener, geschildert mit Patriotischer Freyheit, Frankfurt 1759. Er verhält sich darin kritisch gegen Rousseaus Meinung, die französische Sprache disponiere nicht zur Musik. Hamanns kleine Schrift erschien zunächst in: Wochentliche Königsbergische Frag-und Anzeigungsnachrichten, am 6., 13. und 20. Dezember 1760, als deren Nr. 49-51; selbständig dann Königsberg, 1761; in dritter Fassung in: Kreuzzüge des Philologen, 1762. Zu den Weiterungen der Kontroverse N II,401.

19            an Kowalewsky: Kanzler der Königsberger Universität, als Zensor.

20            sie zweymal getäuschet: die Zensur, welche die subversiv gemeinten Stellen in den beiden eingereichten Schriften nicht ausmittelte.

21            Die zwote: Klaggedicht, in Gestalt eines Sendschreibens über die Kirchenmusik; an ein geistreiches Frauenzimmer ausser Landes. <...>, N II, 143-150. Zuerst o. O., o. J. und anonym 1761 bei Kanter in Königsberg erschienen, sodann in den Kreuzzügen.

24            Voltaire wie Oest werden in der Nachschrift zum Klaggedicht als Muster genannt, N II, 150; siehe auch Hamanns (?) Kritik an Voltaires Epitre à Uranie im 9. Stück der Daphne, N IV, 19.

25            die letzte: wohl Französisches Project einer nützlichen, bewährten und neuen Einpfropfung <...>, N II, 151-156, die Parodie der Inoculation du Bon Sens, London 1761, des N. J. Selis. Sie erschien zunächst anonym 1761 bei Kanter, sodann in den Kreuzzügen; geht die Mem.[oires] de Brand.[enbourg] an: von Friedrich II. Um welche geänderte Stelle es sich handelte, kann nicht mehr ermittelt werden.

26            Der P.[hilosoph] de S.[ans] S.[ouci]; geschändet: bezieht sich wohl auf Nachlässigkeiten des Drucks.

32            sind Wolken: Anspielung auf Wolkenerwähnungen in Ov. met. passim.

Brief 195

46,2         All Fehde <...>: Schlußvers der 1. Strophe des Liedes von Nicolaus Decius Allein Gott in der Höh sei Ehr.

12            ritterlich zu ringen <...> durchzudringen: aus demselben Lied.

17f.          Er fördert <...>: Ps 90,12.

21            Baßas Brief <...> ihm antworten: wenn dieser Vorsatz ausgeführt wurde, so ist der Brief nicht überliefert, 48,27f.

27            Brief: den Lindner eingelegt hatte und Lauson befördern sollte; es handelt sich wohl um die Hochzeit von Kindern der Familien Gothan und Knutzen.

Brief 196

47,8         Heyrault: siehe Henault, wobei ungewiß ist, um welchen von beiden Namensträgern und ihr Werk es sch hier handelt.

10            Antimachiavell: von Friedrich II. von Preußen

12            secundum hominem <…> per se: auf den bestimmten Menschen gerichtet, nicht im allgemeinen zu verstehen.

17f.          Abhandlung <...> sehr besorgt: N II,17ff. Die Druckerlaubnis ließ wohl auf sich warten; die Abhandlung erschien am 6., 13., 20. Dezember; 45,17ff.

30            seinen eigenen Brief: den des Bruders.

48,1         Unanständigkeiten: außerhalb der sozialen Norm.

19            sich den Hohenpriestern zu zeigen: Geistlichen, Lehrern, Professoren, mit Anspielung auf Mt 8,4 u. a.

23f.          Wenn der Himmel fällt: aus der letzten Strophe des Gedichts Albrecht von Hallers Die Tugend: Zwar der Weise wählt nicht sein Geschicke/ Doch er wendet Elend selbst zum Glücke;/ Fällt der Himmel, er kann Weise decken/ aber nicht schrecken, poetische Übersetzung von Horaz´ Ode III,3,7: fractus illabitur orbis, impavidum ferient ruinae: selbst wenn der Weltbau krachend einstürzt, treffen die Trümmer noch einen Helden (Übers. nach Kayser, Nordenflycht und Burger hg. v. Hans Färber). Später zitiert u.a. in Friedrich Freyherrn von Trenck merkwürdige Lebensgeschichte, Vorbericht. Berlin 1787, S. 8.

27            Grillenfänger Baßa: 46,21f.

Brief 197

48,32        Beylage: wohl von Lindners Mutter.

49,1         Seidlitzer Brunnen: 29,9.

21            Fragmenta: nicht ermittelt.

33            Kayser: nicht ermittelt.

50,9         aufducken: (ostpreuß.) auftauchen.

18            Kapitel im N.[euen] T.[estament].

26            Ihren HE. Schwager: George Steinkopf.

37            Bengel: 14,14.

51,8         Ihr letztes: nicht überliefert.

15            HE. Agenten: J. Chr. Berens.

21f.          Züchtigung <...> Liebe: Anspielung auf Spr 13,24.

25            von dem jungen Schultz: Melchior Adam Schulz.

29            malabarische Mißionarien: im Südteil der Südwestküste Vorderindiens.

34            Acoluth: Wortspiel Hamanns mit dem Namen Ageluth und dem griechischen ακολουϑος: Nachfolger.

52,3         Seine Kraft <...> mächtig: 2 Ko 12,9.

8              meine Abhandlung: Vermischte Anmerkungen über die Wortfügung in der französischen Sprache.

8f.           nach Petersburg: wo sich J. Chr. Berens aufhielt; er ist mit diesen <...> Freund gemeint.

14            tummes Memorial: nicht ermittelt.

16            Funck: Johann Daniel Funk.

18            Eine Schulrede: nicht ermittelt.

Brief 198

53,7         49,28f.

20f.          Oeconomia Hipp.[ocrati] Alphabeti serie distincta.

21            Geneu.: Genève.

23            Casaub.[onus].

24f.          Erotianus <…> eingetheilt: Erotians Sammlung hippokratischer Vokabeln unterteilt die Schriften in semiotische, aitiologisch-naturwissenschaftliche und therapeutische.

25            Hip.[pocratis].

26            Iusiurandum: Presbeuticus.

27            Praeceptiones: lateinischer Titel des προγνοστικον; lies σημειωτικα. In der Folge geht es in den griechischen Überschriften um Significativa, natürliche und ursächliche Zusammenhänge, Diaethetik, Curativa, chirurgische Möglichkeiten. Siehe Th. Puschmann, Handbuch der Geschichte der Medizin, Bd.1. Jena 1902.

30            Fossardier: Foussardier.        

36            Roman des Democritus: der 1. Briefroman, die pseudohippokratischen Epistolae im Corpus hippocraticum. Hamann referiert vor allem die Briefe der zweiten Gruppe, 10-21; ihnen: Ihnen.

54,1         St. Mard: Remond de Saint-Mard. r.Unger, Hamannn und die Aufklärung (II,817) glaubt an eine Verwechslung mit dem Schriftsteller Nicolas Rémond des Cours.

11            Kraten[as].

15f.          eines van Effen und Addisons nicht unwerth: beide Herausgeber von moralischen Wochenschriften, van Epfen mit dem Beinamen Hollandsche Spectator.

16f.          Der kleine Briefwechsel <…>: die angeblichen Briefe „aus und nach Abdera, über des Naturforschers Demokritos angebiche Verrücktheit, gegen die Verächter und Lästerer der Speculation“, später in den entsprechenden Kapiteln von Wielands Geschichte der Abderiten. Siehe auch Unger II,818;
N II,165,5ff.

19            Cicero: nat. 3,54, 133ff.

23            Aristänet: Aristainetos in Addisons Spectator.

25            Diese Ausgabe: 53,19.

27            Strund: Strunt: wertloses Zeug.

35            lies Humens: Voltaire, der die Komödie dem Bruder des Philosophen David Hume, einem schottischen Pastor, zuschrieb, bekannte sich erst in der 2. Auflage (ebenfalls London 1760) zu seiner Übersetzung.

37            Kleinigkeiten: Exemplare der Nummern 49-51, der Wochentliche Königsbergische Frag-und Anzeigungsnachrichten, wo die Vermischte[n] Anmerkungen erschienen waren.

55,3         zum K.: dem Kanzler der Universität Kowalewski, 45,19ff.

7              freyen Scherz zu wagen: 52,23ff., wofür Lindner ihn offenbar-und mit Recht- gerügt hatte.

12            Guadagnoli: Guadagnolo.

13            arabischer Grammatikus: wohl Almacinus, Georgius (Dsheedshes Ibn Alamid), Biga 59/18 und N V, 397.

15            Kalle: J.Chr. Kall, Fundamenta linguae arabicae <…>; Clodius: Johann Christian C.

19f.          δοξην in επιστημην: Meinung in Wissen (verwandeln).

22            Rigischen Almanach: nicht ermittelt.

56,3         Wochenschrift Karoline: von J. F. Schmidt, Caroline.

8              Nachricht erhalten: auf den Bruder bezüglich?

19f.          Precis de l'Eccl.[esiaste]: von Voltaire.

28ff.         aus dem Kirchenlied v. P. Gerhardt Nun laßt uns gehn und treten, Str. 8 und 9; Str. 14.

Brief 199

57,3         boete: boîte, Büchse der Pandora.

27            lies traits satiriques, die Vermischten Anmerkungen.

29            ce Mr. M.[oser]: eine richtige Ahnung Tottiens.

Brief 200

58,1         Gelegenheiten in Kneiphof: 44,17.

8              Intelligenzwerk: die Königsbergischen Wochentliche Frag-und Anzeigungsnachrichten.

10            Entrepreneur: Unternehmer, verantwortlicher Redakteur.

13            Kleinigkeit: das Klaggedicht, in Gestalt eines Sendschreibens über die Kirchenmusick; an ein geistreiches Frauenzimmer ausser Landes.-Gedruckt auf Unkosten des Herausgebers, der sein Postscript, statt der Vorrede, bestens empfiehlt.

16            eines ledigen Frauenzimmers: Catharina Berens.

17            mit schwarzem Lack: zum Klaggedicht-Charakter stimmend.

22            wie Michal oder wie Abigail: 2 Sm 6,17, 1 Sm 25.

25            Die Arbeit selbst: eine ziemlich kryptische Leseanleitung!

29            mit dem Evangelio: Lk 2,42.

59,5         Parasche: Abschnitt im masoretischen Teil der Thora.

14            Lausons Beytrag: auf die Hochzeit Watsons (Zeile 16)?

16            vom jungen Zülcher: nicht ermittelt.

17            Fiscals Pelz: 61,5ff.

19            Der Ihrige: Pelz?

20            Küßenbüre: Kissenüberzug (Frischbier: Büre, Bîre).

Brief 201

Lindner hat offenbar vorgeschlagen, das Exemplar des Klaggedichts für Catharina Berens mit den Vermischten Anmerkungen zusammenzubinden, so daß Hamann unmittelbar (60,8) Einspruch erhebt. Offenbar soll jene ein Exemplar als besonderes, ihr in doppeltem Sinn gehörendes, erhalten.

59,32        die kleine Dedicationszeile: entweder unter dem Titel: Gedruckt auf Unkosten des Herausgebers, der sein Postscript, statt der Vorrede, bestens empfiehlt; oder in der ersten Zeile des Textes: Meine K ...; das verbannte Exemplar: unter Bann gesetzt.

60,2f.       Je prefere <...>: gemeint ist, daß Hamann den möglichen Ärger Catharinas (oder der Familie) über Hamanns Indiskretion einem Vergessen vorzieht.

4              sie versteht: Apg 8, 30.

5              blinden Streich: die erbetene anonyme Übergabe durch Lindner.

6              ersuche sie: Sie.

7              aufs beste zu ihrer Niederlage: der kryptische Sinn läßt sich aus 62,23 möglicherweise erschließen: Lindner hatte das dort genannte rothe Bändchen des Klaggedichtsfür Catharina abgeben lassen, die Etrennes (Neujahrsgeschenk, aber mit dem Nebensinn der Jungfernschaft). Ein weiteres hatte L. seinem Bruder Ehregott Friedrich nach Mitau geschickt, der sich offenbar darüber mokiert hatte (60,11f.). Dieses Exemplar soll dieser (62,23) zurückschicken, zur Niederlage (Hinterlegung) bei J. G. Lindner, d.h. wohl zum Abruf für andere Zwecke.

30            Der Glaube <...>: 2 Th 3,2.

32            Pechkügelchen: metaphorisch für böse Vermutungen Lindners?

37            Bestellung ihrer Briefe: an Lindners Mutter, wohl nicht am Ort zu finden, 59,9ff.

61,5         59,18.

10            Einfälle und Begebenheit[en]: von Karl Ferdinand Hommel.

12            anhalten: innehalten in der Bücherbesorgung.

18            Anpreisung der Sokr.[atischen] Denk.[würdigkeiten]: durch Mendelssohn in Briefe die neueste Litteratur betreffend, Brief 113 vom 19. Juni 1760.

21            Antidot: Gegengift, die Rezension durch Christian Ziegra, siehe das Vorwort zu den Kreuzzügen, N II,115,36ff.: Tribus Anticyris caput insanabile! (ein selbst durch dreifachen mit Sesam versetzter Nieswurz nicht zu heilender Kopf), Hor. ars 300 zitierend.

25            dieser Jubilate Meße <...> beyzuwohnen: mit einer anonymen Veröffentlichung: entweder des Französischen Project, N II,151-156, oder bereits der Chimärischen Einfälle, N II,157-165.

27            Dedicationszeile: 59,32.

Brief 202

61,34        zweymalige Zuschrift: nicht überliefert.

62,4         Verleger der Wolken: in Altona; die Fracht ging also auf dem Seewege von Lübeck aus nach Königsberg.

5f.           die Römer dafür erklärt: für Windbeutel.

6              die Rigische Meteoroscopie: Lindner hatte also die geistige Wetterlage allgemein als unter dem Zeichen des Windes (der flüchtigen Schriftstellerei) stehend beurteilt, und Hamanns understatement antwortet darauf, was seine Wolken anlange, zustimmend.

8              der Anonymus: H. als Autor.

13            die Addresse: des J. Chr. Berens, der wieder in Riga war, so daß ihn die Sendung der Wolken auf der Liste des Verlegers nicht oder verspätet erreicht hätte.

15            Die Hand Joabs: 2 Sam 14,19.

23            das Exemplar zurück schaffen: 60,11.

29            Kritik: der Vermischte[n] Anmerkungen und der Magi aus Morgenlande, die Lindner in der zweymaligen Zuschrift entwickelt hatte.

63,2f.       Dem Reinen <...>: Tit 1,15.

5              Briefe der neusten Gelehrsamkeit: Hamann zieht diejenigen Zeitschriften ineins, die Rezensionen der Sokratischen Denkwürdigkeiten gebracht hatten: die Briefe die neueste Litteratur betreffend und die Hamburgischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit.

10            Frau Regimentsfeldscher Lauen: 77,15ff.

21            auf den Stutz: in Eile; Pierre le Grand: Voltaires Histoire de l'empire de Russie sous Pierre le Grand.

23            Candide <...> deutsch: übersetzt von J. A. Philippi, Leipzig 1751.

24            Übersetzung von Anakreons <...> Oden: durch J. N. Götz, Biga 157/46; 161/520.

32            Bury: Ph. D. Burck.

35            Quod scripsi: Jh 19,22.

35f.          was ich geschrieben habe <...>: Analogbildung zu den Kirchenliedverszeilen Was ich gelebet habe, das decke zu/ was ich noch leben soll, regiere du, nach dem lat. Quod vixi, tege; quod vivam, rege, zitiert in der Lebensgeschichte des Pietisten und Francke-Nachfolger Johann Anastasius Freylinghausen (1670-1739), u.a. auch in Th.G. v. Hippels Lebensläufen <…>, Beilage B, Abdankung des Organisten in L., S.454.

64,6         eines leipziger Aristarchen: Gottsched, als Sprachregulator, von Hamann hier unter dem Titel von M. Opitzens Aristarchus sive de contemptu Linguae Teutonicae genannt; sein Kernwort: möglicherweise teutsch.

6f.           eines deutsch-französischen jungen Herrn: wohl J. Ch. Berens, Zeile 12.

7              Schälke: verwilderter Schößling, der keine Frucht ausbildet.

31            Saalbaderey: später von Hamann in seinem Doppelsinn als Titel für seine gesammelten Schriften erwogen. Hier als untertreibende Kategorisierung seiner Vermischten Anmerkungen über die Wortfügungen in der französischen Sprache.

32            Mosersche Denkungsart: der sich in seinem Buch Der Herr und der Diener geschildert mit Patriotischer Freyheit für Hamanns Geschmack zu extensiv auf Autoren des status quo eines legalistischen Staatsrationalismus beruft und u. a. dem angeblich aufgeklärten Herrschertum eines Friedrich II. überschwänglich huldigt.

35            Nachahmer der schönen Natur <...>: in der Gegenüberstellung von schöner und wahrer Natur sieht Hamann den Gegensatz von aesthetisch (innerweltlich) betrachteter und im Licht des Schöpfungsglaubens apokryphisch gedeuteter.

65,1         Inuersionen: N II,130ff.

10            Aristoteles Analyt.[icis]: Analytica priora. H. zitiert Aristot. an.pr. 24a, 28/29, 24b 1-3.

14            lies ειλημενη.

26            Stelle des Acc[usativus] in dem aus Pluche angeführten Ex.[emplum]: in seiner Méchanique des langues ou l'art de les enseigner.

28            Wie liesest du?: Lk 10,26.

33            Schleichwaare: Schmuggelware.

35            alle nomina propria: N II,133,12f.

37            N.[omina] P.[ropria].

66,1         genus <...>: eine Gattung, die im Gemeingebrauch wenig verstanden wird.

3              pro ratione: nach dem Gesetz des hinreichenden Grundes.

8              grimmig: wohl Lindners Prädikativum.

9              jener ist fern: Mosers Herr <…>. Hamann spielt damit auf den in v. Mosers Buch das Titelblatt gegenüberstehenden emblematischen Kupferstich an, wo ein behaglich sitzender Gelehrter oder Hofmann durchs Fernrohr den Sturz des Ikarus beobachtet. Die subscriptio (als Motto) lautet: Fern aber sicher.

11            Herzenskündiger: Apg 15,8.

13            Die Mosers: 67,34.

20            >Die galante Welt<: 67,4; Diogenes: nach Diog. Laert. 6,38; 77,35. Lindner hatte offenbar den Rückzug Hamanns aus der bürgerlichen Tätigkeit scherzhaft mit dem Faß des Diogenes verglichen.

22            ihre: Ihre.

23            mit jenem Wunsch Alexanders: Lapsus Hamanns, denn Alexander hatte bekanntlich zu Diogenes gesagt: Fordere, was Du wünschst, und die Antwort: Geh mir aus der Sonne erhalten.

27            Münz, Till und Kümmel: Mt 23,23.

30f.          patriotische Freyheit: Anspielung auf den Titel von v. Mosers Buch und auf Hamanns subversiven Untertitel seiner Vermischten Anmerkungen.

35            Schlangenlist: Mt 10,16.

36            anschnarchen: stilistischer Einwand Lindners, 67,15.

67,4         Die galante Welt <...> bagatelles: Anspielung auf eine Stelle gegen Ende seiner Vermischten Anmerkungen, wo es heißt: Les Bourbons, bekennt eine glaubwürdige Geschichtschreiberin ihres Geschlechts, [und in der Anmerkung 22 verweist H. auf die Seite 147 in v. Mosers Buch als Quelle, wobei er die in [ ] stehenden Satzteile ausläßt] sont gens fort appliqués aux bagatelles [& peu solides] peut-etre moi-meme aussi bien que les autres [qui en suis de Pere & de Mere], N II,135f.

5              Hieroglyphen: Rätselfiguren der Sprache -gegen die Spielereien und Lappalien.

8              Maske des Scholiasten: In der Anm. 22 heißt es gegen Schluß der Kritik des v. Moserschen Buches: Ein Pädagog kleiner Fürsten <...> wird diese licentiam poeticam eines Scholiasten mit derjenigen Mäßigung aufzunehmen wissen, <...>, N II,136,20f.

15            weder Kabinet noch Audienzsaal: Lindner zitiert aus der Anm. 22, N II,135,32.

16            πως ουτος [γραμματα] οιδε μη μεμαϑηκως [ταυτα]: wie kann dieser die Schrift, wenn er sie doch nicht gelernt hat, Jh 7, 16-17.

21            meinen Lebenslauf: ist daraus zu schließen, daß H. dem Freunde seine Gedanken über meinen Lebenslauf, N II, 11-54 (und 381), zugänglich gemacht hat?

23            jene Wörter: des Jh-Evangelium-Zitats?

24            eines gewissen Freundes: vielleicht J. Ch. Berens: daß solche Urteile sich zu pathetisch geben, ohne die Tatsache zu prüfen.

34            auf des HErrn von M. Namensvetter: Plural, also die Geheimen Räte, Präsidenten, Staatsdiener überhaupt, 64,32 und 66,13; denn die anderen Mitglieder der Familie v. Moser konnte Hamann damals noch nicht kennen.

35            mit dem Motto: Hor. sat. 2,5. (N II,128); am grünen Holtz: Lk 23, 31f.

37            sie thun: Sie: Hamann.

68,3         Gänge: rhetorische Figuren.

5              Ich habe alles erreicht: als gelungene Provokation.

9              Die zweyte Schrift: Vermischte Anmerkungen; Die erste: Versuch über eine akademische Frage.

14f.          Ein ironischer Satz: aus dem tiefen Schweigen über den Geheimsinn der Autorhandlung ergebe sich, daß Lindner nichts verstehe.

16            Sokratische Körner: offenbar ein Lindner-Zitat.

18ff.         Von denen es heißt: Cento aus Mk 4,11ff.; Lk 18,34; Lk 19,42; Kol 1,26.

Brief 203

68,24        Ihren Brief: nicht überliefert.

26ff.         im Hamlet <…> modesty as cunning: Szene II,2; 129,31f.

29            judgment: recte judgements.

69,2         Abhandlung von der Erziehung: Of Education to Master Samuel Hartlib; die Wieland nachgeäfft: Plan einer Akademie zur Bildung des Herzens und Verstandes junger Leute, in: Sammlung einiger prosaischer Schriften <…>.

3              älter: doch wohl: jünger.

6              Ihre Schulhandlung: Adalbert oder die Gründung der Stadt Riga, vgl 80,19 u. Kontext.

9              Das Decorum, sagt Milton: Of education <…>: the sublime Art which in Aristotles Poetics, in Horace <…> and others, teaches what the Laws are of a true Epic Poem, what of a Dramatic, what of a Lyric, what Decorum is, which is the grand Masterpiece to observe.

10            Das Decorum: das Geziemende, nach Cic.de or. 231; or.21,70; Brut. 142; or. 56.

11            Seele der Action, die Demosthenes so erhob: nach der Demosthenes-Anekdote, die Cicero überlieferte, Brut. 3,38,142; auch bei Quintilian, Plutarch, Erasmus, Apophthegmatum IV,19,329: Als sich jemand bei Demosthenes erkundigte, was in der Beredsamkeit das Wichtigste sei, antwortete er "hypocrisis", das heißt Handlung. Als er gefragt wurde, was als nächstes käme, antwortete er "Handlung". So viel gestand er der  "pronuntatio" zu, daß in ihr alles enthalten dünkte. Die Handlung nämlich umfaßt vieles, die Führung der Stimme, die Stärke des Blickes, den Ausdruck des Gesichtes und die Gebärde des ganzen Körpers. Auch III,76,7f.; VII,162,37.

11f.          In der eilften Sammlung erscheint <…>: J. G. Lindner, Albert, oder die Gründung der Stadt Riga <…>. Eilfte Sammlung, Riga 1760.

14ff.         Kritik des Petron: mit einem antirhetorisch-satirischen Petronius-Zitat ironisiert Hamann das Institut der Schulhandlungen; er verkürzt den 2. Teil des 1. Kapitels des Satiricon. Es lautet in vollständiger Übersetzung (C. Hoffmann): Und deshalb glaube ich, daß unsere jungen Leute in der Schule ganz verdummt werden, weil sie dort nichts von den Dingen hören oder sehen, die in der Praxis vorkommen, sondern von Piraten [, die in Fesseln am Ufer stehen,] von Tyrannen [, die Erlasse schreiben, in denen sie den Söhnen befehlen, die Köpfe ihrer eigenen Väter abzuschlagen], von Bescheiden, gegen eine Pest [drei Jungfrauen und mehr zu opfern, endlich] von den honigsüßen Wortklößen und lauter Worten und Taten, die gewissermaßen mit Mohn und Sesam bestreut sind. Was H. dann mit einem französischen Zusatz ergänzt: Wie die von den Rigaern so geliebte grüne Sauce, wo der Mohnsaft sich verbindet mit dem von Sesam, einer Art indischen Weizens. Das Petron-Zitat setzt er fort mit dem Beginn des 2. Kapitels: Wer in dieser Umgebung aufgezogen wird, kann nicht mehr Geschmack haben als einer gut riechen kann, weil er in der Küche wohnt, um mit Sätzen aus dem 3. Kapitel weiterzumachen: minimum [recte: nihil nimirum]: Bei diesen Redeübungen liegt die Schuld natürlich nicht bei den Lehrern, die notgedrungen mit den Rasenden rasen müssen. Denn wenn sie nicht das sagten, was die jungen Leute hören wollten, so würden sie bald, wie Cicero sagt [Cael. 41] >allein in den Schulen übrigbleiben<. [...] So auch der Lehrer der Beredsamkeit. Wenn er nicht wie ein Angler d e n Köder an seinen Haken hängt, von dem er genau weiß, daß die Fischlein danach schnappen werden, so kann er lange ohne jede Aussicht auf Erfolg auf seinem Felsen sitzen [recte: morabitur]. Er schließt mit dem 4. Kapitel: Wie steht es also? Es sind die Eltern, die den Tadel verdienen, weil sie [ihre Söhne] nicht [nach der strengen Regel fördern] wollen. Wenn sie jedoch ein schrittweises Fortschreiten der Studien in der Weise zuließen, daß die lernbegierigen jungen Leute mit ernsthafter Lektüre durchtränkt würden [statt mitigarentur bessere Überlieferung: irrigarentur], daß sie ihren Geist mit den Geboten der Lebensweisheit sättigten, daß sie ihre Worte mit strengem Griffel feilten, daß sie das lange anhörten, was sie nachahmen wollten, daß sie sich selbst überzeugten, nichts könne erhaben sein, was Knaben gefällt [...]. Heute aber spielen Knaben in den Schulen nur, die Jünglinge werden auf den Foren ausgelacht, und-schlimmer noch als beides- was ein jeder an Verkehrtheiten gelernt hat [recte: didicit], das will er im Alter nicht zugeben.

70,20        Mr. S--: studiosus?

71,5         Decorum: 69,9.

12            Regale: Königsrecht.

16            Rotte: 4 Mo 16.

24ff.         Cento aus 2 Pt 2,12; Rö 13,2; Jak 3,1; 2 Ko 6,17; Sir 6,10; Hl 1,5f.

27            Horatzens Bekehrung: c.1,34.

30            Ein Kenner: Salomo, Hl 8,6.

36            mit dem Lob: 61,18.

72,3         Nachrichter: Ch. Ziegra, mit dem Doppelsinn des Beiträgers zu den Hamburgischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit und dem Synonym Nachrichter= Scharfrichter.

4ff.          Cento aus Lk 16,8; Jh 12,36; Jh 62,1.

10            die Athenienser: Plut. Alc. 9.

12f.          Hatte Elihu unrecht: Hi 34,7; 1 Sm 1,13.

12            das ϑειον: das Göttliche.

16            Ihren Schwager: Steinkopf.

73,1f.       Du siehest ja: Beginn von Strophe 9 des P. Gerhardt-Liedes O Jesu Christ, Dein Kripplein ist mein Paradies.

2              Moses von Levi: 5 Mo 33,9.

5ff.          Ich flochte ihm: Str. 6 des Kirchenlieds von J. Röhling, Ich komme Jesu her zu dir.

24            Finsternis: Jes 60,2.

28            Satans Schule: Off 2,9.

33            das eine Exemplar: des Klaggedichts an Catharina Berens, 58,19; 59,32ff.

36            Mit einem getheilten Kind: 1 Kö 3,16-28.

74,9         Beichtvater: Buchholtz.

19            Herzen und Nieren: Ps 7,10 u. a.; Spiegel: 2 Ko 3,18; Jak 1,23.

23f.          Behemoth und Leviathans: Hi 40,10; 40,25; 2 Mo 8,13.

27            κατα: gegen.

29            Grohnert: Gronert.

34            kleine Fabel auf den Verfaß.[er] der Sokr.[atischen] Denkw.[ürdikeiten): Die Biene, an Herrn H., <…>.

75,1         Intelligence-Arbeiter: Trescho war wohl verantwortlich für den kritischen Teil der Königsbergischen Frag-und Anzeigungsnachrichten.

11            Papiere über die Bibel: die Londoner Aufzeichnungen der Biblischen Betrachtungen, 77,6ff.

19            Anti-Lucrez: von Melchior de Polignac, scherzhafte Lieder: Gleims Versuch in scherzhaften Liedern; Bremische Gedichte: von Oest.

23            Gnomon: von Bengel.

26f.          λογοι sind in Wolfs Curis: Johann Christoph Wolf, Curae philologicae et criticae.

31            mit ihm: Johann Christoph, Hamanns Bruder.

76,2ff.      I am very proud <...>: Hamlets berechnete Selbstbezichtigung vor Ophelia, III,1, v. 120ff.

10            Donnerkinder: Mk 3,17.

11            im zweyten Aufzuge: des Hamlet, am Ende des 3. Monologs, II,627ff.

12            der Epilog: Phil 3,17: Συμμιμητην Ξριστου: Nachahmer Christi.

19            Geschlecht Rom: lies Ram, nach Hi 32,2.

21            Sein Erlöser lebt: Hi 19,25.

23            Mr. de Moser: E. v. Masser.

Brief 204

76,29        der jüngste: Gottlob Immanuel Lindner.

31            Das letzthin aufgetragene: Bücherwünsche, in einem verschollenen Brief, 77,27; 79,18; 80,13 u. a.

77,5         Schrift: Rechnung.

7              Hausjungfer: Degner.

8              Er: der Bruder.

13            Schwiegersohn: Steinkopf.

31            wegen des nachgefragten: 75,8ff.

33            Rabener: im Juli 1760. Goethe nennt im 7. Buch von Dichtung und Wahrheit das vertrauliche Schreiben Rabeners, es handelt sich um den Brief Dresden 12.8.1760 An Herrn Cabinetssekretär Ferber in Warschau: Rabener, Briefe von ihm selbst gesammelt und nach seinem Tode herausgegeben von Ch. F. Weiße. Leipzig 1772, dort 291-299.

35            wie Diogenes: von Sinope, nach Diog. Laert. 6, 37: Ein Kind hat mich in der Bedürfnislosigkeit der Lebensführung geschlagen.

78,10        dies intercalaris: Schalttag.

13            eine Bitte einschalten: Lindner soll offenbar im Hause von Karl Berens, wo H. im Herbst und Winter 1758 gewohnt hatte, oben in meinem Bureau, d.h. im Schreibtisch seines Gastzimmers, nach dem Verbleib eines kleinen Entwurfs <...> bey Lesung des Law (der Dangeuil)sich erkundigen; mit aller mögl. Klugheit: weil das Verhältnis zur Familie Berens, zumal Catharina dem Bruder Karl das Haus führte, immer noch prekär war. Siehe 86,1ff., wo H. den Weg über Georg Berens einzuschlagen empfiehlt; ebenso 81,3; 86,1. Die gesuchten Blätter waren aber in jenem Schreibtisch nicht auffindbar, 89,22.

22ff.         In Anführungszeichen entwirft Hamann die Strategie eines vorbereitenden Briefes, den Lindner an die Berens (Karl oder Catharina?) richten möge.

32            Die Schweitzer: Bodmer und Breitinger.

79,1         Aus Book I, Verse 413-415; 423/24; 440ff. Zeile 1 lies new-dropt, Zeile 5 lies thy neighbour's.

13            Pardeljagd: The Chase, Book III.

20            Kanariensaat: Grassaat.

21            zu meinem letzten Gericht: 203. Lindner hatte offenbar konziliant und eher humorvoll reagiert.

26            mein Klagegedicht eingeschlagen: gab es also eine Reaktion von Seiten Catharina Berens' oder der Familie? Auch Klaggedicht, N II,143ff.

29            schädlichen Stuhl: Luthers Marginalie: Das ist/ Da man schedliche dinge vnd verderben der Seelen leret.

80,1         alles zum besten dienen: Rö 8,20.

4              verirrt Schaff: 1 Pt 2,25.

19            Wahl Ihres Alberts: 69,6ff.

30            Barsillai: 2 Sm 19,31-39.

81,1         Benoni <...> Benjamin: 1 Mo 35,18.

3              verlorne Blätter: Dangeuil, 78,15.

Brief 205

81,10        Ihren Brief: nicht überliefert;

26            Pfingstferien: 10. Mai.

31            bey diesem Pfluge: Lk 9,62.

82,12        meine engl.[ischen] Bücher: 78,27ff.

Brief 206

83,9         vom Johanne Eliberitano: Leo Africanus.

25            Schauplatz der Natur: von Pluche.

32            der Verfaßer der Wolken: N II,105,3-6: Der Mann war Elisa, während es 2 Kö 9,12 heißt: So spricht der HERR <...>.

34            Kaltsinn: Verstimmung mit dem Buchhändler Wagner.

37            das Theater des Diderots: Berlin 1760, ohne Nennung des Übersetzers Lessing; siehe Lessings Werke, Hempel, XI,2.

84,2f.       Abhandlung an HE Grimm: Das Theater des Herrn Diderot, S. 229-480: Von der dramatischen Dichtkunst. An meinen Freund Herrn Grimm.

5             Wehe jedem <...>: Lessing, Das Theater des Herrn Diderot, 238.

6              bei Lessing, recte: seine Arbeit.

10            bei Lessing, recte: erleuchten, statt erleichtern.

13            lies der Ariston: siehe Lessing, XI,2, 324-328.

16            Hausvater: Diderots père de famille.

23            durchlöcherte Brunnen: Aesthetica in nuce, N II,209,18.

27            die Aarons: als Typus der Verfertiger goldener Kälber, nach 2 Mo 32.

28ff.         Referat von Diderot/ Lessing, 299.

36ff.         Referat von Diderot/ Lessing, 276f.

85,28        Es fällt mir <...> ein: ein Hamannsches Ad me ipsum.

35            Furcht Isaaks: 1 Mo 31,42; 142,29.

86,1         verlornen Blättern: 78,13.

11            vor Himmelfarth: Donnerstag, 29. April.

13            nach Kurland schrieb: an G. I. Lindner, Zeile 21.

34            zu unserm Besten dienen: Rö 8,28.

35            Princip.[ium] Contradict.[oones] und rat.[io] suffic.[iens].

87,2         seinem Busenfreunde: Wolson?

4              Krick.[ende] und Bor.[owski].

8              Ihnen: ihnen.

26            aufgewärmten Kohl: crambe repetita.

28            Testimonium paupertatis: Armutszeugnis.

31            Hercules in bivio: am Scheidewege, ein Stück aus Lindners Schulhandlungen.

35            Schmackostern: ein Osterbrauch: jem. mit Weidenruten schlagen.

88,6         Corollaria: Folgesätze.

9              Grube: vielleicht Anspielung auf 1 Kö 18, 35-38.

21            hat mir geschrieben: nicht überliefert.

22            86,13.

28            Erst muß das Korn <...>: Jh 12,24.

29            Parrhesie: neutestamentlich: Offenheit, Freiheit u. ä.

Brief 207

89,5         seines Beichtvaters: Buchholtz.

15            zweyten Theil: seiner naturwissenschaftlichen Schriften.

22            verlornen Papiers: 78,13.

26            Galimafré: eigentlich: Frikassee von Fleischresten.

25f.          Hofmeister des X.Y.Z.: v. Massow.

29            Pflegkinder: Albertine und Friedrich v. Korff, I,199,23f.

90,2         den Schäfer: Skelton war Pastor.

6              Fontenelle: in seiner Digression sur les anciens et les modernes behandelte F. das Gedicht, das Charles Perrault während einer Sitzung der Akademie 1687 vortrug: Le siècle de Louis le Grand, dem eine Abhandlung mit dem Titel Parallèle des anciens et des modernes en ce qui regarde les arts et les sciences. Darin wird das Zeitalter Ludwigs XIV. mit dem Zeitalter des Kaiser Augustus verglichen. Den überlegenen Sieg trägt die Moderne davon.

9              moralischen Beobachtungen und Urtheile: Zürich 1757.

15            Parallele des Tragedies: von Abbé Louis Jacquet; die folgenden Zitate (90,36-92,37) sind, zum Teil ungenau referiert, zu finden auf den Seiten 36; 38; 57; 72; 76; 77; 80; 81; 85; 106; 109114; 115; 124; 133; 134 bei Jacquet.

21            Feßeln: die aristotelischen drei Einheiten.

91,10        ihren Heil.[igen].

92,20        Das andre Buch <…>: L´Art de peindre, poème, avec des réflexions sur les differentes parties de la peinture. Paris 1760.

26            Fresnoy: Du Fresnoy, L´école d´Uranie, ou <…>.

30            lies peniculum Schwänzchen, also einen Pinsel. Zum Kontext: Picturam canere aggredior. Quae cura figuras/ Inveniat, quae nam inventis positura figuris/ Quive color, quae sint discrimina lucis et umbrae,/ Unde adsit pictis et honos et vita tabellis,/ Expediam. Da peniculum, da, Musa, colores <...>, zitiert nach dem lateinischen Text, in: L'école d'Uranie, ou l'Art de la Peinture, traduit du Latin d'Alph. Dufresnoy et de M. l'abbé de Marsy, Edition revue et corrigée par le Sieur M.D.Q., Paris 1780. Die frühere Ausgabe von 1761 konnte nicht verglichen werden.

34f.          Die unwandelbare <...> Religion: von Georg Schade.

Brief 208

93,21        jetzigen Arbeiten: Kleeblatt Hellenistischer Briefe.

27            Abhandlung <...> vom Dichter Herrmann: Nachricht von dem preußischen Dichter Daniel Hermann. 1758.

28            Discours sur le progès<…>: Petersburg 1760, vermuteter Verf. Le Fevre.

94,1         Arleqvin: von Möser, Justus, Harlekin oder <...>.

2              Charakter Luthers <…>: Lettre À Mr. De Voltaire <…>; 3,25ff.

3              Witting: Erläuterung der Lehrart Pauli, <...>.

12            αλλοτρια: Fremdes, Abgelegenes.

21            In dem Hause: Berens in Riga.

24            man: 95,19ff.

28            Beichtvater: Buchholtz.

34            ὑστερον προτερον: das spätere früher.

95,6         der unsichtbare Richter: 5 Mo 10,17, Apg 10,34, 1 Pt 1,17 u.ö.

16            der Sie sich: der[en].

19            D. S.: der Königsberger Pfarrer (Prof. und Konsistorialrat) Franz Albert Schultz.

35            an blinden Leitern: Mt 15,14.

96,3         in meinem Mst. de prudentia scholastica: ein Manuskript über die Klugheit, die in der Schule nötig sei: möglicherweise pädagogische Notizen (für die Hofmeister-Briefe?, I,198,21f.), aber wohl eher metaphorisch zu verstehen.

9ff.          Er schauet <...>: Ps 102,20f.

15            mein Vetter: Joachim Anton Nuppenau.

21            Legat. Rath: v. Korff.

22            seine eleves: die Kinder v. Korff.

27            jungen Pastor: Ruprecht, 108,13.

29            HE Bruder: Gottlob Immanuel L.

Brief 209

97,8         Lycophron: H. dachte wohl an den L. von Chalkis (1. Drittel des 3. Jh.), den Grammatiker und Tragiker; gemeint ist aber der Dichter des Alexandra (Kassandra)-Epos, eine überlange Botenszene, in der der Wächter Kassandras ihre Prophezeiungen vom Ende von Troja, von den Leiden der heimkehrenden Griechen und der Wiedererstehung Trojas: Roms (als vaticinium ex eventu) berichtet. L. galt schon den Zeitgenossen als dunkel.

9              Uebersetzung des Sophokles mit Pindars Oden: nicht ermittelt.

10            Ulyses: wohl die Odysseus-Partien in der sophokleischen Tragödie Aias, wo Odysseus als Gegenspieler im Streit um die Waffen des Achill erscheint.

13            Elegien und Briefen: von Ludwig Heinrich Nicolay.

17            Arleqvin: 94,1.

22            Sonderling: von Rochus Friedrich Graf zu Lynar

24            Sterlingzeile: Metapher für die Knappheit des englischen Stils. Biga 190/161 und 162.

31            Littleton: Lyttelton.

32            Übersetzer: J. G. H. Oelrich.

98,2         An statt eines Lucians: gemeint sind seine Totengespräche.

9              Abhandlung <...> Münzwißenschaft: von Denham.

14            Versuch über Simon <...>: Versuch eines Entwurfs von dem Leben und philosophischen Lehrgebaeude Simons des Zauberers, aus dem hollaendschen, Cleve. Biga 91/264.

16            Verfaßer: anonym.

20ff.         Es handelt sich um Georgius Kalmár, 99,4.

26            Hanovs: Hanow.

28            Titel: Gründliche Grammatik der hebraeischen Sprache oder jener alte Weg ohne die Punkte der Masoreten hebräisch zu schreiben.

99,9         Patriarchen zu Konstantinopel: Seraphim II. (1757-61).

16            lies Thet und Ajin.

26f.          wohl so zu verstehen: die mit seinen ganzen Tractat.[ibus] in S.[acram] S.[cripturam] aufgelegt werden wird.

29            Vossius: Isaak Voß; zitiert z.B. später in Memoirs of My Life and Writings by Edward Gibbon. Laut j.Eiselein, Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes: Er gäbe einen guten Pfaffen, aber einen schlechten Propheten. Frei nach Liv. 25,1: Sacrificuli ac vates ceperant hominum mentes.

34            Exemplar.[ia]: Muster.

100,4        Herrl.[ichen] Titel: Jaucourt, abgeblich tausende Beiträge.

8              bekannten französischen Schmeicheley: nicht ermittelt.

10            Samml.[ung] vermischter Nachr.[ichten]: hg. von Nicolai. Der Versuch über die Schreibart <...> findet sich in Bd. 3/4, 120,1ff.

12            B.[uchholtz].

13            Herr und Frau: Kriegsrat v. Wegner, 102,1.

20            wie der Satan: 2 Ko 11,14 und 2 Pt 2,12.

26            Premontval: nicht ermittelt, welche Schrift des Le Guay gemeint ist.

28            Cento aus Mt 23,25f.; 2 Kö 4,39-41.

29            Der Tod in den Töpfen: 2 Kö 4,40; wird nächstens ankommen: die Aesthetica in nuce.

30            lies Koloqvinten: zur Metaphorik der bitteren Koloquintengurke siehe Aesthetica in nuce, N II, 214, 21ff.

35            auf seines Lehrmeisters Unkosten: wohl Franz Albert Schultz.

Brief 210

101,6        an den merkwürdigen Morgen: 189.

8              apocrustisches: medicamen apocrusticum ist eine zurücktreibende Arznei.

16            Hof-Sünden-Diener: 102,29f.

26            Sie: sie.

102,5f.     Groß sind <...>: Ps 111,2.

9              neue Verwickelungen: offenbar eine Vorweg-Erbteilung.

12            die ihre Feinde lieben: Mt 5,44.

17            Herr Fiscal: Tottien, 199.

30            S.[on] A.[ltesse] R.[oyale].

Brief 212

103,9        Brief <...> erhalten: nicht überliefert.

18f.          Bis hieher: 1 Sm 7,12.

27            meinen Entwurf zum Winter: die Aesthetica in nuce?

104,3        die Kelter allein zu treten: Jes 63,3.

6              occasio calua: Anth. Graec. XVI 275: <...> Cur in fronte coma occurrens ut prendar, at heus tu Dic cur pars calua est posterior capitis me semel alipidem si quis permitat abire. Was thust an der Stirn mit dem Har?/ Das man mich kommend greiffe zwar./ Warumb ist aber hinden sGnick/ So kal Vnd hast kein Haar zurück?/ So einer mich laßt also schnell /Wegfahren/ vnd ficht nicht auff hell/ Derselbs kan nachmal mich nit mehr/ Greiffen vnd zu rück ziehen her. Auch Erasmus Adag. I 301. (Henkel/ Schöne, EMBLEMATA, 1809).

9f.           im Geist und nicht im Buchstaben: 2 Ko 3,6.

12            neue Heloise: von Rousseau.

21            gleich dem Korinthischen Ertz: Corinthium aes war eine hochgeschätzte Mischung aus Gold, Silber und Kupfer, die zur Herstellung kostbarer Geräte genutzt wurde, Plin. nat. 34, 2, 3; Ov. met. 6, 416.

105,4        Wenn ich schwach bin: 2 Ko 12,10.

10            zweyte Theil: der Nouvelle Héloise.

17            Citoyen: I,199,19.

26            hast: haßt.

26ff.         Cette morale <...> charité: im 10. Brief des 3. Teils der Nouvelle Héloise: Lettre X de Saint Preux à Milord Edouard.

33            vom Tod erweckten Protestanten: Engelbrecht hatte den Beinamen deutscher Lazarus.

106,21      Democrit: 53f.

27            Herault: Henault.

28            wie der Stallmeister hinter seinem Ritter: wie Sancho Pansa hinter Don Quixote.

36            mit Pope: im Essay on criticism Vers 216f.: A little Learning is a dang´rous thing/ Drink deep, or taste not the Pierian Spring:/ There shallow Droughts intoxicate the Brain,/ And drinking largely sobers u again.

107,3        Müßige Stunden: von Balthasar Haug.

4              Huber: Johann Ludwig H.

7              Schildbürger in M --: nicht ermittelt, vielleicht verlesen für W[ürttemberg].

8              Verfaßer des Ulysses: M.[agister] Fischer, 97,9ff.

13f.          Verteidigung seines Sophokles <...> in der Bibliothek angefochten: in F. Nicolais Bibliothek der schönen Wissenschaften 1760,6. Band, 1.St. (16-51)und 2. St., 231-279 durch I.J.G. Scheller.

16            Echo eines Waldes: das bekannte petrakistische Motiv.

27            vom Glück dieses Krieges: der sog. Siebenjährige.

30            Der deutsche Uebersetzer: Johann Friedrich Le Bret.

32            in diesem Serviten: wie im Titel genannt ehemaligen serviteur in Venedig.

37f.          Cornaro: Ludovico Coronaro: auf S. 138 in Anmerkung 98, von Hamann wörtlich zitiert.

108,4        nennt die axiomata Hypolepses: S.46.

6f.           des Kardinal Passionei <…> Votum <…>: S.306-342.

8              Anmerkungen: Drittes Stück. Wichtige Anmerkungen des Frà-Paolo über Römische Grundsätze des erstmal aus der eigenen Handschrift des Frà-Paolo dem Druck übergeben, S. 351-386.

13            gestern geschrieben: nicht überliefert.

13f.          verlornen Briefe: 96,27.

16            Schauplatz der Natur: von Pluche.

21            Lutherus <...>: von Peter Bernhard Karl.

27            Dieser Hermippus hat nichts mit den in der Antike bekannten Dichtern, Biographen und Grammatikern des Namens Hermippos zu tun (Zeile 35); er lebte hundertfünfzehn Jahre und 5 Tage dank dem Anhauch von Mädchen, worüber auch nach seinem Tod die Ärzte als ohne Beispiel sich wunderten.

29            e.[xemplum] g.[ratia].

37            Propert.[ius]: diese Elegie preist die ewige Liebe zu Lycinna, die den Dichter in die Geheimnisse der Liebe einweihte; im warnenden Gegenbilde jener eifersüchtigen Dirke, welche die Geliebte ihres Lykos, Antiope, in unerbittlicher Eifersucht verfolgt und quält.

109,2        Herm.[ippus].

4ff.          Baco: nicht ermittelt, in Sylva sylvarum beschäftigt sich Century X mit Ausdünstungen jeglicher Art, besonders 942 beschreibt das Verhältnis alt/jung und Lehrer/Schüler.

5              Diese Theorie nutzt noch Jean Paul zu seinen Schulmeisterscherzen.

8              unter abgemachten Bedingungen: 104,4ff., die er allerdings schon am nächsten Tag suspendiert.

Brief 213

109,17      HE D.: Ehregott Friedrich L.

18            ihr: Ihr.

19            eine kleine Commission: wohl in dem 108,13 erwähnten, verschollenen Brief.

20f.          M[ichael] Schreibers Erklärung: nicht ermittelt.

21            Bürklin vom Abendmal <…>: nicht ermittelt.

21f.          historische Abhandl.[ung] <…>: vielleicht Schreibers De imperio Mariti in uxorem <…>. Königsberg [Reusner] 1698.

22            Jacobi: Christoph Gottfried J.; Simon dem Zauberer: 98,14.

24            den Versuch über die Verstörung Sodoms: möglicherweise von Patrick Delany, <…> Von einem sich bekennenden Freund von der Freyheit zu denken in Religionssachen. 2. Auflage London 1733 [Versuch Einer vollständigen Engelländischen Freydenker-Bibliothek. Bd.2, 34ff. Halle [Hemmerde] 1766].

26            bey Woltersdorf: in der Hartungschen Buchhandlung.

28            Ihr Student: Ageluth?

110,2        Lamberts: Johann Heinrich L.

4              mit fremdem Kalbe: Ri 14,18.

6              Auserlesene Poesien: von Johann Jakob Burckardt.

7              Erläuterungen der Psalmen Davids: Verfasser unbekannt, erschien 1. Teil bis 8. Teil 1755-1763, Frankfurt/Leipzig.

12            Fragment <…>: Fragmentum codicis Horatii chartae pergamenae. Helmstadt 1759; in der andern: nicht ermittelt, bei Hor. sat. I,10 handelt es sich um die Rehabilitierung des Lucilius. Die ersten Verse gehören nach Ton und Inhalt nicht zur folgenden Satire.

15            Commentarium <…>: Gründliche Beurtheilung <…>.

16f.          unter dem patriotischen Ortmann: Beyträge zu Ortmanns patriotischen

Briefen.

19            Fehren: Samuel Benjamin Fehre.

21            Crusius: Christian August C.

23            Modestreiche eines Kavaliers: nebst angenehmen Vorstellungen. 1761, darin: Der lose Fuchs, S.67-69.

28            Schabbalies: Johann Philipp Schabaelje.

37            Maschine: etwa: Bedingungen, Zwängen.

Brief 214

111,8        Brief gestern erhalten: nicht überliefert.

11            an HE P. Rup.[recht]: 109,19.

13            lose Pfaff: Ruprecht; Er meldt: 108,13.

22            so Gott will: Jak 4,15.

25            nach Dantzig: als Ort einer Druckerei?

112,4        Meinen Anfang: Vermischte Anmerkungen, in der selbständigen Ausgabe, Königsberg 1761, N II,127ff.

10            der Knoten: N II,133,6ff.; Restaut: in seinen Principes de la langue française, N II,132,12.

16            Portepée: der jüngere v. Witten, Joseph Johann.

29            den ältesten: Peter Christoph.

35            artiger Einfall: es beginnt eine ironische Reihe.

113,8        in Kurl.[and]: auf Gut Grünhof noch als Hofmeister.

17            Reuolution: Wechsel der Umgebung, die Begleitung des jüngeren v. Witten in die Garnison von Blanckenfeldt(?), Zeile 32 (Bl.).

114,13      in Platohnen: einem Landgut des Generalmajors v. Witten.

32            Die sie jetzt lesen: wohl von Friedrich Wilhelm Zachariae, Altona 1760.

35f.          Geisterlehre: Klopstocks Ein Gespräch von der wahren Hoheit der Seele, 1759.

115,3ff.    Jardins! <…> ma fantaisie: Réponse au Roi de Prusse, in: Mélanges de poesies et de pieces fugitives de divers genres en vers de Mr. de Voltaire, 2. Bd. London 1756, S.193.

10ff.         Malheur, ruft Voltaire am Ende eines Kapitels aus: La Henriade, 2. Band, Kap.2 des Essai sur la Poésie épique, HOMERE; neue Ausgabe Paris 1770, S.49.

11            Hureux: sehr individuelle Schreibweise Hamanns für heureux.

15            nicht jedermanns Ding: 2 Th 3,2.

18            Rhapsodien: siehe des Macrobius Saturnalia, 5,3,16.

26            Rath des Mosheims: in seiner Pastoraltheologie.

28            übersehen: durchgesehen.

31            Witting: Erläuterung der Lehrart Pauli; στιχους: von στιχος= Reihe, Vers.

116,2        einen Brief: 210?

9              Eberts Uebersetzung: von Young's Night Thoughts.

19f.          Auf! auf! <...>: aus der 3. Strophe von Johann Wentzens Lied O daß ich tausend Zungen hätte.

Brief 215

116,27      Michelsferien: ab dem 29. September.

31            Beherzigungen: v. F. C. von Moser, 106,29; Luther ante <...>: von Karl; Abh[a]ndl.[ung] vom Abendmal: von Bürcklin.

32            deutschen Lazarus: Hans Engelbrecht.

117,3        Zu Ihrem Jesaias: 109,21f.

6              Ihr Student: Ageluth?

10            Hindersen: Hindersin.

11ff.         Gemeint ist, daß Hindersin an Vater Hamann die Bitte richtete, einige Zeilen von der Hand des Bruders als Handschriftprobe zu erhalten, die jener dem Magistrat zusammen mit seiner Befürwortung vorlegen wolle. Diese Bitte gab der Vater an den Sohn Johann Christoph (bei v. Wegner) weiter, und dieser schrieb jenes Horazzitat samt Übersetzung nieder. H. identifiziert die Übersetzung sogleich als Zitat aus dem aus dem Engl. übersetzten Lucas' Sicherer Weg zur wahren Glückseligkeit.

14            Im Horazitat zu korigieren cheragra/ Est quadam.

31            s[eine]n jungen HE: den Söhnen v. Wegner.

36            sagte Cratylus: Crat. 428c.

118,2        ersten Tetralogie: bereits die antike Anordnung der Werkes Platons (Thrasyllos) kannte neun Tetralogien. Die erste umfaßte die Dialoge Euthyphron, Apologie, Kriton, Phaidon, deren Gemeinsames die letzten Lebensstadien des Sokrates bilden, wie Hamann richtig erkannte.

3              Fischer: Johann Friedrich F.

6              diese Ausgabe: 121,14.

9              Moldenhauer: Johann Heinrich Daniel M.

13            Aldina: aus der Offizin des Aldo Manitius in Venedig, des Erfinders einer eigenen Antiqua-Type.

25            Am Plan <...>: die Ausarbeitung hat Hamann bekanntlich nicht unternommen; eine scherzhafte Andeutung dessen in den Wolken, N II,87,24f.

32            nicht jedermanns Ding: 115,14f.

33            Abschrift von dem Urtheil: Ziegras.

119,4        Wolfii: des Johann Christoph Wolf.

5              Giannoni: siehe Vermischte Anmerkungen, N II,132, 14 und 37ff.

13            Campanella: N II,132,40ff.

15            Gemmingen: Eberhard Friedrich Frh. von G.

20            Lenox: Lennox.

21            die neue Heloise: Rousseaus Nouvelle Héloise anspielend.

24            Versuche im Denekn <…>: von Trescho.

29            seines Bruders wegen: 74,28.

30            meinen Stubenburschen: 124,7.

34            le Dieu: Ludwig de Dieu.

37            eine ganz andere Einrichtung: andere Verwendung der Tageszeiten.

120,7f.     Altonaischen Zeitungen: wohl Altonaischer Mercurius, nicht ermittelt.

9              Lettre neologique: als Einzeldruck, ohne Verf. und Ort, Ende Juli 1761, wie auch Französisches Project, bei Kanter erschienen. Zur 2. Fassung N II,416.

10            viele Flecken <...> wie geschrieben steht: 5 Mo 22,17.

11            Mit der Warschauer Post: Hamann sondiert mehrfach, den unbekannten Absender zu ermitteln.

12            addresse: Widmung. Sie muß Hamann getroffen haben; siehe den Bericht in der Einleitung zu den Kreuzzügen mit der Überschrift Dem Leser unter der Rose!, N II,115, mit Textvarianten; auch 120,11; 129,32f.; 135,33f.

13            O Vos admoniti --Virgl.: die Quellenchiffre könnte eine Anspielung auf Verg. Aen. 6, 620 vermuten lassen: discite iustitiam moniti et non temnere divos (lernt Gerechtigkeit, laßt euch warnen und verachtet nicht die Himmlischen); aber O vos admoniti erinnert sehr an Ov. trist. 4,8, 51: At vos admoniti nostris quoque casibus este/ Aequantem superos emeruisse virum: Seid auch ihr durch mein Schicksal ermahnt, die Gunst des göttergleichen Mannes zu gewinnen.

17            das Motto aus dem Lucan vor dem Auszuge: (Pharsalia) II, 496: Non si tumido me gurgite Ganges/ Summoueat, stabit iam flumine Caesar in vllo/ Post Rubiconis aquas---(nein, und wenn der Ganges mich mit seine Wassermassen fortschwemmte, so wird Caesar in keinem Strome mehr stehen bleiben, seit er den Rubicon durchschritt), N II,152. Mit dem Auszug ist das Französische Project gemeint.

18            guten Freund in Schlesien: man hat diesen Verdacht Hamanns gelegentlich auf einen der jungen Barone v. Witten bezogen.

22            e.[xempli] g.[ratia].

24            s[eine]n Brief an Rab[e]ner: nicht ermittelt, möglicherweise ein Brief vom 29. 11.1760, Brief XXIX, abgedruckt in: Sämmtliche Werke 8, Leipzig [Weidmann, Reich, Fritsch] 1784, S.175-177; An diesen: das Folgende gibt die Widmung Hamanns wieder.

26            Motto: Mt 11,12; An Prémontval: den H. 1756 in Berlin kennengelernt hatte, N II,31,12.

27            Mollibit: (mollivit), siehe das Motto zur Lettre néologique, Hor. carm. 3,23,19; siehe auch Lettre néologique <…>, erläutert von A. Fink-Langlois, in: Johann Georg Hamann und Frankreich. Acta des dritten internationalen Hamann-Colloquium <…> 1982. Marburg 1987, besonders S. 109: „Nach den Regeln der vierten Konjugation müßte es >molliet< heißen <…> Aus Ehrfurcht vor dem großen Dichter wird die Stelle <…> so übersetzt, daß der Fehler nicht zum Vorschein kommt. <…>„; Priscian: einen Nasenstüber für le Legislateur de quatre conjugaisons dans Ecole Latine, N II,417 unter 280.

27f.          HE. SchulCollega: Hamanns Bruder.

28            Sind Sie: mit der Anspielung auf Lk 24,18 und Jh 3,10 antwortet H. auf das in einem verloren gegangenen Brief Lindners einbekannte Unverständnis, dem-so H.- die versteckten Anspielungen im § 7 der Lettre néologique auf Leibniz (Leibnuts), Wolf (Loup), Crusius (Crosse: Krummstab, Krücke) entgangen waren.

31            Fehr: Fehre.

32            kleine Anecdote in Mst.: etwa in ministros(?), nicht zu ermitteln.

35            der Jäger bald nachfolgen: die große Auseinandersetzung mit der französischen Aufklärung. Darunter ist auch die Aesthetica zu verstehen.

121,1        öffentl.[iche] Verfaßungen: nicht ermittelt.

11f.          Sokrates über den Ursprung der menschl.[ichen] Rede: nicht nur die onomasiologischen Erwägungen (Plat. Krat. 398A ff.), sondern auch die Nachahmungserörterungen Krat. 422D ff.; prahlt und lacht: Beispiel für seine Selbstironien-etwa Krat. 410E.

18            Haushofmeister: wohl der Bruder Gottlob Immanuel.

Brief 216

121,25      Abälard Virbius: Hamanns nom de guerre der Chimärische[n] Einfälle, N II,157-165 und 404f.

26            Von der Inschrift: persönliche Widmung; Lindner muß rückgefragt haben, ob er der gemeinte Empfänger sei. So stellen die folgenden Sätze die Antwort dar.

28            meine gäntzliche Scheidung: vom Kanterschen Verlag.

29            Abfertigung des Hamb.[urgischen] Nachr.[ichters]: in seiner, in Altona 1761 erschienenen, antikritischen Schrift Wolken. Ein Nachspiel Sokratischer Denkwürdigkeiten; des <...> Nachr.[ichters]-und damit meint Hamann (siehe Wolken, N II,85) den Scharfrichter oder Henker -nämlich Christian Ziegra. Er hatte in seiner, in den Hamburgischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit erschienenen Anzeige die Sokratische[n] Denkwürdigkeiten hämisch kritisiert; nach P.[etersburg] zu bestellen: wo sich J. Ch. Berens aufhielt. H. verdächtigt ihn und Kant also einer Intrige. Denn auch diese beiden hielten ihn-wie Ziegra -für einen Jakob Böhm, also einen Schwärmer.

30            derselbe: Ziegra.

33            Calumnien: Verleumdungen.

122,1f.     bitte darum wie Agur: Spr 30,8; 30,1f.

11            Bengels Erklärung: Erklärte Offenbarung Johannis.

12            Jünger: Jh 13,23.

15            Pharisäer: Mt 22,15ff.

17            Charakter Wolmars: in Rousseaus Nouvelle Héloise; dazu die Zeilen 25ff.

20            glimmend Tocht: Mt 12,21.

22            lies sichere[re] Schritte.

32            Herkules: wohl Anspielung auf die Tragödie Hercules furiens des Seneca.

35            ein Gespräch: wohl der Politikos.

37            einen Galgen: Est 5,14 und 7,9.

123,4        Feurige Roß v. Wagen: 2 Kön 2,11 (6,17); Kleinmeister <...> wie Phaeton: (Phaethon), der Sohn des Sonnengottes Helios, der heimlich mit dem Sonnenwagen über das Firmament zu fahren versucht und, durch einen Blitz des Zeus getroffen, abstürzt, u.a. Ov. met. 1,750-2,400.

5              Wer sein Leben: Mt 10,39.

6              Komm ich um: Est 4,16.

8              Er fördert: Ps 90,17.

11            Arbeit <...> endigen: wohl die Aesthetica in nuce; Ianus bifrons: der römische Gott der Tore und Durchgänge, auch des Anfangs, doppelgesichtig.

18            nach Paris bestimmt: vielleicht an N. J. Selis, den Verf. der Inoculation du bon sens.

Brief 217

123,26      Einen Kalender <...>: soll Lindner besorgen.

28            die jetzigen Aspecten: Sinn ist möglicherweise politisch: die Besetzung Ostpreußens durch russisches Militär?

30            Auf! Auf! ...: Hamann zitiert ein Billet an Kanter, der nach dem Rezensenten der Chimärische[n] Einfälle sich erkundigen möge. H. weiß noch nicht, daß jene Rezension samt Hamanns Text in den Briefen die Neueste Litteratur betreffend erschienen war, im 192. Brief v. 22. Oktober 1761, 130,31ff. Die hämische Kritik der gegen Mitte 1762 bei Kanter in Königsberg erschienenen Kreuzzüge durch den Kanonikus Ziegra in den Hamburgischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit erschien erst im 66. Stück des Jahres 1762.

32            Ihres Briefes: nicht überliefert.

124,3        nach Kurl.[and]: an Bassa in Mitau?

7              gewöhnl.[ichen] Mercur: wohl der Stubenbursche von 119,30.

25            arabisch Lexicon: von Golius.

32            Näschereyen: Hamanns Antwort Näschereyen; in die Dreßkammer eines Geistlichen in Oberland, N II,185-193.

34            Sendschreiben: der Brief aus den elysäischen Gefilden von Keith an den Weltweisen von Sanssouci erschien dann separat, Königsberg 1762. James v. Keith, preuß. Marschall, war 1758 bei Hochkirch gefallen.

125,1        Sterbebibel: 1762, 2. Auflage 1767 in 2 Bänden.

2              den Götz: Johann Melchior Goeze, Heilsame Betrachtung <...>.

3              Warm Brodt: offenbar ein lokales Sprichwort, da sonst nicht nachweisbar.

4              Seine ersten Gedichte: Religion, Freundschaft und Sitten; in einem neuen Journal: nicht ermittelt.

8              kleine Sammlung: nicht ermittelt, ob identisch mit Rapsodies en verse et en prose, 137,6?

12            eine anecdote scandaleuse von L.[ausons?] Gedichten: nicht ermittelt.

17            nomen et omen: der verräterische Titel Babioles Kindereien, Lappalien, Kleinigkeiten.

19            die er <…> lobt: wohl Rapins, nicht ermittelt, in den Babioles findet sich ein Aufsatz über Jesuiten.

20            Loyola: N IV,465.

23            In Marmontels Erzählungen <…>: Teil 1, S. 213-244 unter dem Titel Zum Glück.

24            Des Bücherschreibens: Pr 12,12.

25            Todesfall: Generalmajor Ch. W. Baron v. Witten war im November 1761 gestorben.

26            Laß die Todten: Mt 8,22.

28            Der erstere: Ruprecht; 83,25ff.

28f.          Versuch <...> Spruch des Jesaias: 109,20f.

32            Kern: der Kreuzzüge des Philologen, nämlich die Rhapsodie der Aesthetica in nuce. Das bedeutet nicht, daß die übrigen Teile nicht in partieller Kritik d a s entfalten, was der Kern von Hamanns Aufklärungskritik ist: das Theologoumenon von der Kondeszendenz, der Herablassung Gottes in Christo.

36            Autor in effigie: Hamann dachte wohl damals schon an die Vignette des Pan-Kopfes auf der Titelseite, N II,113. Daß sich Ziegra in den Hamburgischen Nachrichten (1762, 61. Stück) die Pointe, der Panskopf sei wohl ein Konterfei des Autors, nicht entgehen ließ, versteht sich (N II, 246, 9ff.). Die Provokation der Vignette reflektiert noch Goethe im 12. Buch von Dichtung und Wahrheit.

37            diese Messe einander begegnen: mit einer Publikation hervortreten.

126,1        nach Morungen: zu Trescho.

2              Freund K--: möglicherweise Kanter.

Brief 218

Über den GeEhrtesten Freund wie über den kritischen, französischen Leser der Lettre néologique et provinciale läßt sich nicht einmal etwas vermuten. Vielleicht handelt es sich um Trescho, 124,36f. Im Text des Briefentwurfs ist die allmähliche Verschärfung des satirischen Tons auffällig.

126,19      comme St. Paul: 1 Ko 12,22f.

127,3        feuille volante: Hi 13,25; Sa 5,1,-eine Hauptchiffre von Hamanns Autorschaft.

6              toms: wohl verschrieben für tons, Zeile 1.

8              au pour: gemeint war wohl au [et] pour.

9              lies baragouin (Kauderwelsch).

17            pour les Fous <...>: -wiederholt die Widmung im Untertitel der Lettre néologique ...,
N II, 279.

Brief 219

Mit einigen Schriften Mendelssohns war Hamann schon vertraut, bevor er ihm im Oktober/November 1756 in Berlin, auf dem Umweg seiner Reise nach London, persönlich begegnete (Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,31). Zweimal noch sollten sie sich wiedersehen: 1764, als H. auf der Rückreise von Frankfurt (und nach der verfehlten Begegnung mit F. C. v. Moser) im September für vier Tage in Berlin Station machte-und als Mendelssohn 1777 in Geschäften durch Königsberg reiste. Mit seinen Sokratischen Denkwürdigkeiten hatte H. längst die verblüffte Aufmerksamkeit der Berliner erweckt; Mendelssohn hatte sie in den Briefen die Neueste Litteratur betreffend, im 113. Brief vom 19. Juni 1760, mit reichlichem Zitat und mit mild-kritischen Adnoten, die sich auf Hamanns Dunkelheit beziehen, angezeigt. Auch die Vermischten Anmerkungen über die Wortfügung in der französischen Sprache<…> fanden seine Aufmerksamkeit. Er zitiert sie in einer Nachschrift zu seiner Rezension von F. C. v. Mosers Beherzigungen unter dem 13. August 1761, im Beschluß des hundert und achtzigsten Briefes. Er wie auch F. Nicolai dachten wohl daran, H. zur Mitarbeit an diesem ihrem kritischen Organ der Briefe zu gewinnen. Die zunächst auf Respekt beruhenden Freundschaftsbeteuerungen im Briefwechsel (z.B.128,1) schlossen neckende, kritische, auch polemische Töne nicht aus. Vorliegender Brief stammt aus Hamanns literarischer Fehde mit Mendelssohn, die sich entzündet hatte an dessen Kritik von Rousseaus Julie ou La Nouvelle Héloise, Amsterdam 1761 und einer schnell auf den Markt geworfenen, fehlerhaften Übersetzung ins Deutsche durch Johann Gottfried Gellius. Mendelssohns Kritik war im 10. Teil der Briefe, im 166.-171. Brief, 4.-25. Juni 1761, erschienen. Besonders seine These, es sei Rousseau mehr um seine philosophische Materien, als um den Roman zu thun gewesen, erregte Hamanns Widerspruch. Den formulierte er in: Abaelardi Virbii Chimärische Einfälle, 1761 bei Kanter in Königsberg erschienen. Darin verteidigt er Rousseau um der Wahrheit seiner psychologischen Analysen willen, mit der erstaunlichen Pointe: <...> alle ästhetische Thaumaturgie reicht nicht zu, ein unmittelbares Gefühl zu ersetzen, und nichts als die Höllenfahrt der Selbsterkänntnis bahnt uns den Weg zur Vergötterung. Der zweite Teil seines Pseudonyms spielt an auf den Beinamen des von seinem Pferde zerrissenen Hippolyt, als er auf der Dianae Anhalten von dem Aesculapio wieder war lebendig geworden. Es heisset aber solcher Virbius so viel als Vir bis, weil er gleichsam zweymahl ein Mann oder lebendig gewesen (Benjamin Hederich). H. maskiert sich also in einen wiedererstandenen Abaelard gegenüber jenem wiedererstandenen Fulbert, dem Oheim Abaelards, der diesen zur Strafe für die Verführung Héloisens bekanntlich entmannen ließ- also Mendelssohn! Dieser schreibt unter dem 3. November 1761 an Abbt: Herr H a m a n n hat abermals ein Blättchen in die weite Welt geschickt, das mir vorzüglich gefallen hat. Es handelt von der in den Briefen vorkommenden Recension der Heloise. Die feinste Ironie, ein körniger und angemessener Ausdruck, nebst den allersinnreichsten Anspielungen, sind die Eigenschaften dieses sehr sonderbaren Scribenten <...>. Nun ließ er in seiner Replik, die er im 12. Teil der Briefe, und zwar unter der Fiktion, er veröffentliche die Antwort eines Ungenannten, vorlegte, die Chimärischen Einfälle zu Beginn (mit Ausnahme des Titels) abdrucken. Das verstand H. als witzige Anzüglichkeit-und als 2. Auflage seiner Schrift und verlieh somit dem leicht veränderten Neudruck in den Kreuzzügen, 1762 bei Kanter in Königsberg erschienen, den Charakter einer Dritten Auflage. Daß er dort im Titel die Briefe mit den Hamburgischen Nachrichten <...> verwechselte, gehört zu den Kuriositäten-oder zu den kalkulierten Blößen seiner Autorschaft. Vorher aber schrieb er diesen Brief. Übrigens-gemäß dem ziemlich durchsichtigen Spiel mit Pseudonymen-ohne Anrede und Unterschrift, was Mendelssohn in seiner Antwort übernimmt.

127,20      Catull.: carm. 12, 14-17. Die Dritte Auflage bringt den gekürzten Kontext 12,1,2, 4-9, 14-17 (N II, 158 (wo 12,5 zu korrigieren ist: sordida). Hamann liest in Vers 16 hoc statt haec. Das höflich-ironische Motto setzt voraus, daß neben Mendelssohn (Veranius) auch Lessing (Fabullus) gemeinsam durch Nicolai (Zeile 25) ihm die 2 ersten Bogen des 12. Teils der Briefe, und zwar des 192. Briefs, zugesandt hätten. Wie überhaupt es das eigentliche Ziel von Hamanns Strategie gewesen zu scheint, in ein Streitgesprächen mit Lessing zu kommen, in welcher Form auch immer. Lessings Chiffre in den Briefen: Fll. regte H. wohl an, sie, in Erinnerung an Catull, zu Fabullus aufzufüllen und die Catull-Verse zum Motto zu wählen. Also wäre das Motto etwa s o zu übersetzen: Aus dem spanischen Saetabis schickten mir (Schweiß)Tüchlein zum Geschenk mein Fabullus und Veranius; so muß ich in der Gabe lieben meinen Veriolanus und Fabullus. Das kommt ihm also spanisch vor, wenn ihm geraten werden soll, sich die Nase zu putzen-oder den Schweiß abzutrocknen!

25            Nicolais Zusendung enthielt außer dem Großzitat der Chimärischen Briefe auch, unter der Maske eines Ungenannten, Fulberti Kulmii Antwort an Abälardum Virbium im Namen des Verfassers der fünf Briefe die neue Heloise betreffend. Zum Pseudonym Mendelssohns 131,10ff. In seinem Brief greift Hamann die Kernworte von Mendelssohns Antikritik auf und wendet sie apologetisch um, nach seinem Verständnis des Metaschematismus, wie ihn der Apostel in semantischer Vielfalt angewendet hatte (1 Ko 4,6; 2 Ko 11,13; Phil 3,21). So empfiehlt es sich, Mendelssohns Antwort, die H. dem Freunde Lindner teilweise im Zitat mitteilte (131), in seinen relevanten Teilen zu zitieren; so zwar, daß Mendelssohns Anspielungen auf die Chimärischen Einfälle in [ ], nach dem Text von N II, und die Auslassungen mit [...] gekennzeichnet werden: Wundern Sie Sich, daß der Schöpfer der neuen Heloise auch in Deutschland den Biedernamen eines Philosophen hat behaupten können? [erweitertes H.-Zitat] Wir schätzen die Worte nicht nach innerm Schrot und Korne, sondern nach dem relativen Werth, den ihnen der Stempel eines jeden Landes einpräget. Genug, wenn wir uns verstehen. [...] Jedoch, wenn auch kein Magister in Deutschland den Bürger aus Genf für seinen Ordensbruder erkennen würde [N II, 159,25]; so kömt ihm, meines Erachtens, gleichwohl der Name Philosoph, nach seiner ersten Grundbedeutung, vorzüglich zu. Wie? Er solte die Weisheit nicht lieben? Muß er nicht vielmehr bis zur Ausschweifung in sie verliebt seyn? Wir haben ihn auf der grossen Weltbühne Molierens Meisterstück mit ihr machen sehen, er den Misantropen, sie die Coquette. Er that ihr einen sauren Liebesantrag, sie schien gleichgültig. Er ward bitter, und tadelte ihre Sitten, sie lachte. Zuletzt schmählete er auf seine Buhlschaft, auf ihre Lieblinge, auf die ganze Welt, und im Herzen loderte noch die Liebe. Aber den Namen seines neuen Geschöpfs St. Preux, möchte ich aus dem Buche der Weltweisen wegstreichen [N II, 161,29]. Sein Urbild, der entmannte Abälard konte immer in philosophischen Vorlesungen von nichts als Buhlliedern schwärmen [N II, 162,7], und gleichwohl als ein wahres Lob, zur Grabschrift erhalten [N II, 161,32ff.], Gallorum Socrates. Aber ein Schweitzer, der sich in verliebten Antithesen zum Weltweisen seufzen will, hat weder die Landessitten noch den Sprachgebrauch für sich. Zu Zürch ist Anacreon ein Priester der Venus, ein Verführer der Jugend, und unweit Genf soll man ihn, wie in Griechenland den Weisen nennen? Doch über diesen Punct sind wir einig. Das Costume mag mit der Wahrscheinlichkeit ein gleiches Schicksal haben. Gehört die Unwahrscheinlichkeit, wie Sie vermuthen, zum Urbaren der Geschichte [N II,161,21ff.], warum nicht auch die Freyheit, am Fusse der Alpen französich zu philosophiren? [N II,162,17] Ich wende mich also zu Ihren entscheidenden Fragen, die ich suchen will, mit der Redlichkeit, Zierlichkeit, Klugheit [N II,160,22] zu beantworten, die, wie Sie gütigst bemerken, mir eigen seyn soll [ebda.]. Sie heben an: >Solte es nicht wenigstens einen Characteristischen Unterschied, zwischen dem Romanhaften und Dramatischen geben< -[N II,160,30]. Warum nicht? >Solte dieser Unterschied nicht in der Fabel selbst und den Hauptpersonen abstechen<-[N II,160,31f.] Er solte. >Ist es von Seiten des Kunstrichters Unwissenheit oder Kunst, diesen Unterschied gänzlich aus den Augen zu setzen und aufzuheben< [N II,160,32ff.] Unwissenheit, mein Herr! Unwissenheit! Der Verfasser der Sokratischen Denkwürdigkeiten verstehet mich schon, wenn ich dem Sophisten [N II,163,19] antworte; Nichts weis ich. >Vielleicht hat Rousseau die wahre Natur des Romanenhaften tiefer eingesehen und glücklicher nachgeahmt u.s.w.< [N II,160,36f.] Die wahre Natur des Romanhaften ist ein Galimathias! besser, die romanenhafte Natur des Wahren. Wenn Rousseau Geistschöpfer (Esprit createur) genug ist, diese romanenhafte Natur aus dem Nichts hervorzurufen, und Sie sich getrauen das erschaffene Chaos auf Ihre Atlasschultern zu nehmen; so will ich anbethen und schweigen. Hierin bestand meine Unwissenheit. Ich forderte Bündigkeit [N II,161,20], Ordnung und Zusammenhang, und siehe! ich war in einer Zauberwelt, wo ich nichts begreifen, wenig glaubwürdig finden, und alles desto kräftiger glauben solte. [N II,161,21] Mein Geist war zu der hohen Entzückung nicht vorbereitet genug, in welcher wir sehen, was noch kein Auge entdeckt hat, mit den Händen greifen, wo nichts ist, hören, schmecken, glauben, und uns schämen zu fragen; warum? Nach dem offenherzigen Bekenntniß, das ich Ihnen von meiner Unwissenheit abgelegt, fordere ich nicht ohne Billigkeit ein redliches Gegengeständnis. Gestehen Sie mir, daß die Schuld der mislungenen Critik nicht ganz mein ist. Wenn der ästhetische Zauberer mir seine Wunder zeigen will; so muß sein erstes Wunder seyn, meinen Glauben zu fangen, und ihm die Augen auszustechen, um nach belieben seinen Spott mit ihm treiben zu können. Als Kunstrichter habe ich ein Recht den starken Geist zu spielen, und in seine geheimnißvolle Künste ein Mistrauen zu setzen. [...] Er muß entweder meine Empfindungen bezaubern, oder ich bin ungläubig. Er mag immer schäumen und rufen: Ich sehe Erscheinungen von der Erde aufsteigen! Ich muß sie selbst sehen, oder ich glaube, es geht in seinem Gehirne um. Sehen Sie, mein Freund! was der Kunstrichter vor dem Autor voraus hat? Auch jener will Empfindungen erregen, aber gemeine, keine Wunder, keine Zauberwerke. [...] wer aber mit eurem Verstande redet, braucht der Wunderzeichen nicht, um euren Glauben zu fesseln.
Und was meinen Sie? -daß die Maleficanten vom Autorstande
[N II,160,7ff.] die Folter verdienen, die sie in unsern zehn Theilen [der Briefe die Neueste Litteratur betreffend] gelitten;-daß ihr eiskaltes Herz [N II,160,11 und 162,29] längst zur Selbsterkenntnis [N II,164,18] hätte entflammt werden sollen;-sind dieses etwa so unglaubliche Dinge? Nichts gehet über die Bündigkeit mit welcher Sie die Liebessprache des St. Preux rechtfertigen. [N II,162,24ff.] Allerdings! Wenn er mit seinem blauäugigten Mädchen über das Jachim und Broas der Zärtlichkeit eins geworden; so kan ihm kein ästhetischer Moses [N II,164,22] verbieten, in Hyperbolen [N II,163,3] zu schmachten, oder in spitzfindigen Ausrufungen [N II,163,3] zu ihren Füssen zu sterben. [...] Aber Sie Unglücksprophete! Was für ein Machtwort haben Sie Sich entfahren lassen! Noch zittern meine Gebeine. Noch tönt die Stimme der Muse in meinen Ohren, die Sie in einem prophetischen Liede mir drohen lassen [N II,162,39: vermutlich ist es die Fußnote mit dem Fontenelle-Zitat: Brunettes sont l´écueil de votre espèce]. Ja! ja! ich fühle es, meine Stunde wird kommen. Der Liebesgott, der in den Pallästen der Grossen herumschwärmet, wird im Vorbeygehen, mit seinem Bogen auch an meiner Hütte anpochen [N II,162,28ff.], und wehe! dem Kunstrichter, wenn seine Gebieterin keine andere Sprache verstehen will, als der er sich aus critischem Gewissen zu schämen hat. Wie, wenn die Eigensinnige deutsch verstehet, und in Stunden der Einsamkeit erhoben, oder in Nachtgesängen zur Gegenliebe erweicht seyn will? Muß ich die Dichter von der traurigen Gestalt um Gnade, und die Gottheit ihrer mitternächtlichen Muse um Begeisterun anflehen? Muß ich, wenn die Tyrannin Modegeschmack hat, ihren Namen in traurige Cypressen einschneiden, und meine Liebe in schwehrmütigen Hexametern hinweinen? -O nein! so tief hat die Göttin Ate noch den Naken keines Sünders gebeugt. Und wenn uns auch die Philosophie nicht wider die Grillen der Leidenschaften, nicht wider die Laune des Götterknaben schützet, so schützt uns doch eine höhere Macht, die Pflegemutter aller Leidenschaften, die Eigenliebe. Lassen Sie also Ihre Muse bald die Palinodie anstimmen, wenn sie unsern Weyhrauch gerne auf ihrem Altare brenne siehet. Ihre Fragen sind nunmehro beantwortet; und nun ist die Reihe an mir, auch welche zu thun. Amant alterna camoenae. Die Musen sind Ihnen gnädig, und bewahren Ihr Genie für Miswachs, warum opfern Sie, parcus dearum cultor, so selten auf ihren Altären, und bringen nur einzelne vergängliche Blätter dar, die jedes Lüftgen verweht. Warum stossen Sie ihr Gebet in kurzen geheimnißvollen Seufzern aus, und gewöhnen Ihre Brust nicht lieber zu einem längern Othem, der die heilige Gegenwart der Gottheit andächtiger verehrt? Und endlich, warum wählen Sie eine Schreibart, deren Schönheiten nur microscopische Augen ergötzen. Hat die Natur keine Gegenstände, die der Nachahmung würdiger sind, als der Schimmel? [...] Kenner loben an Ihren Ausarbeitungen, Erfindung, Zeichnung und Ausdruck; aber sie vermissen die weise Vertheilung des Lichts und Schattens. Die Gegenstände sind wie in einer düstern Wolke verhüllt, und nur hier und da durchstreifet ein Wetterstrahl, der die Augen blendet. Sie bekümmern sich so wenig, als Sie, mein Herr! um die Schönheiten, die man in Augenschein zu setzen im Stande ist; aber noch weniger um die Schönheiten, die man ohne Noth dem Augenschein entzogen hat. Die Sinnen vergehen für Spleen und Langeweile, wo der Witz beständig Räthsel aufzulösen hat. Da Sie wie aus den Wolken [Nachspiel sokratischer Denkwürdigkeiten] zu mir herab geredet; so muste ich mir aus meinem Stande eine ähnliche Wolke aufblasen [N II,164], um ihnen zu antworten. Wollen Sie sich aber von einem Unbekannten rathen lassen; so treten Sie aus Ihrer Maschine hervor, und zeigen sich den Zuschauern in menschlicher Bildung. Gedrungene Kürze ist eine ästhetische Tugend, aber die Faßlichkeit muß nicht darunter leiden. Die feinsten Anspielungen sind nur Schnörkel des Styls, sie müssen wohl angebracht, und nicht gehäuft werden, wo sie nicht mehr verunstalten als zieren sollen Sie sehen, ich rede schon wieder in dem Tone eines Gesetzgebers: >Du sollt das nicht angreifen, du solt das nicht kosten.< [N II,163,29f.] Sie wissen aber auch, daß dieser Ton den Verfassern der Briefe schon zur zwoten Natur geworden. Der übermüthige Charakter, in welchem Sie [gemeint: sie] sich festgesetzt, macht, daß der Vernünftige Sie [gemeint: sie] von den gemeinen Pflichten bürgerlicher Höflichkeit losspricht, und der gezüchtigte Autor findet einigen Trost in Ihrer [gemeint: ihrer] natürlichen Strenge. Er schmeichelt sich so elend nicht zu seyn, als ihn der spröde Geschmack dieser Tadelsüchtigen findet.

Die direkte Bezugnahme auf Passagen in Mendelssohns Antwort hat H. mit Unterstreichungen in seinem Brief markiert.

26            Nach dem ironisierten Freundschaftsgetändel mit dem Catullzitat erniedrigt Hamann sich, in satirischer captatio, zur Knechtsgestalt des Invaliden. Dies ist, mit ständigem understatement, Hamanns Selbstbildnis, meist mit dem Zusatz des oder in Apoll. Ein Sprachspiel auch mit der Invalidität als kreatürlicher Beschädigung samt semantischen Folgerungen (Bevorzugung der Kriegsinvaliden im preußischen Staat, sein späterer Dienst als Zöllner etc.). Dann aber entwirft er sich gar als Monstrum, eben als Chimäre.

27            Vogel Namah: in Thomas Abbts vermischte Werke Theil III, Berlin 1771 S.74 steht: יענה, das hebräische Wort für Vogel Strauß. Moses Mendelssohn Gesammelte Schriften. Bd 11: Briefwechsel, JubA 11, Stuttgart/Bad Cannstadt 1974 druckt S. 291 wie vorliegend das anagrammatische Vogel Namah mit der Erläuterung: "Der Vogel Namah, das arabische Wort Namah für Strauß war den ersten Herausgeberen wohl unverständlich, und Mendelssohn ersetzte es daher durch das im Hebräischen übliche Wort für Strauß". Damit entfiele der wortspielerische Umgang mit Hamann- Namah. Dessen angebliche Naturgeschichte bezieht er aus Plinius (nat. hist. X,1). Aber er denkt bei seinem Fabelwesen wohl auch an das fingierte Gemälde eines manieristisch zusammengesetzten am Beginn von Horazens de arte poetica. Und wenn Hamann das Lächeln des Publici (128,17) beruft, so spielt er deutlich auf den 5. Vers: risum teneatis, amici an. Daß der Strauß Eisen verdaut, ist eine bei Plin. bezeugte und von Aelian de animalium natura (Alex. Aphrod.; Alb. Magn. de an. XXIII,139 und anderen "Zoologen" überlieferte Ansicht. Bei Plin. findet sich auch die Federverwendung (conosque bellicos et galeas adornantes pinnae); daß der Strauß seine Eier mit den Augen ausbrütet, wenigstens durch Anhauchen belebt, bezeugen (Hi 39,13 variierend) L. C. Rhodiginus, Isidor von Sevilla, Alb. Magn. de an. VI,19; XXIII,139 u. a. Hamann umschreibt auch die von Plin. erwähnte Albernheit (stoliditas), daß der Strauß sich bei seinem hohen Wuchs schon für versteckt hält, wenn er nur seinen Hals ins Gebüsch duckt. Den geflügelten Kameelleib bezieht H. -aus dem Etymon des griechischen, dann als Lehnwort ins Lateinische übernommenen Straußennamens: struth(i)ocamelus. Dessen seit Plin. immer wieder beschriebenen Eigentümlichkeiten und Attribute werden der europäischen Literatur tradiert und erleben in Emblembüchern des 16./17. Jh. ihre moralisch-geistliche Ausdeutung (siehe Henkel/ Schöne, EMBLEMATA, 1967, 2. Aufl. 1976). Daß H. derartige Embleme oder manieristische Frontispize kannte, ist nicht unwahrscheinlich. Das Bezichtigungsspiel mit sich als Monster hat den strategischen Sinn, sich ironisch zu jenem ihm vorgeworfenen chimärischen Stil zu bekennen, indem er einlädt, Einzelheiten des Fabelwesens auf ihn zu beziehen.

31            Siehe die Auszüge aus Mendelssohns Antikritik, die Hamann Lindner vorlegt, 130-132; Laune: meint seine launichte, d.h. behaglich-witzige, satirische Schreibart, wie sie die Poetik des 18. Jh. unter diesem Begriff verstand.

32            gegeben: von Hamann unterstrichen, weil er die Blößen als kalkulierte verstanden wissen will.

34            Athleten: Anspielung auf Mendelssohns Reklamation des starken Geistes: esprit fort: Hamann will also nicht geschont werden, weil auch er nicht zu schonen gedenkt. Mendelssohn an Lavater: Ich bin so wenig im moralischen, als im physischen Verstande zum Ahleten geboren (JubA VII,41), dagegen Hamann an Lavater Brief 781, V,261,12f.: M.M. ist mein Freund und bleibt es; wenn er sich für unathletisch erkennte, würd ich mich mit ihm nicht abgegeben haben.

128,1        Freund: ein Leitthema seiner Auseinandersetzung.

5f.           L--den Propheten: Lessing, der Fabullus wird später (129,27) als Herr mit der scharfen Hippe apostrophiert, sozusagen als Tod mit der Sense, während ebendort Mendelssohn, unter dem drastischen Bild von Kritik= Kastration, mit der (kleineren) Sichel ausgestattet wird.

8              Im Cicero-Zitat (in L. Pisonem) lies mentum: Kinn. Auch N II,361,17.

10            Israelite: Jh 1,47.

12            Untertreter: 1 Mo 27,36.

13            Der Beweiß: wegen der Stringenz der Pfeile des fernhintreffenden Gottes.

14            Parabel <...> Aristokratie: die anderen acht Musen ordnen sich der Muse unter, die für die lehrhafte Dichtung zuständig ist.

18            ein Skandal: von Hamann (richtig) als neutrum gebraucht.

20            Duplic: Antwort auf eine Antwort.

21            sie erfüllt: Mk 1,15 u. ö.

23            Palinodie: die Wiederholung des Gesanges, die Mendelssohn angeregt hatte.

25            keiche: zeitüblich verwendeter Diphthong, mit dem Hamann Mendelssohns >singen und anstimmen< parodiert.

28            Zueignungsschrift der dritten Auflage: siehe oben die Einleitung zum Kommentar dieses Briefes-und Catull. 12,1 und 7. Unter dem Catullschen Namen des diebischen Marrucinus Asinius wollte Hamann den hämischen Kritiker der Hamburgischen Nachrichten, den Hilfsprediger Ziegra verstanden wissen, den er ingrimmig den Nachrichter: Scharfrichter nannte; unter Pollio J. J. Chr. Bode, der im Hamburgischen Correspondenten freundlich geurteil hatte (>der weiß was Witz ist und kann sich benehmen<, siehe Zeile 31f. mit Catull 12,8f.).

30            Unter den: hamannscher Akkusativ; Exegeten: als Leser und Ausleger: Mendelssohn, Lessing und Nicolai.

33            aufgewärmten Kohl: Juv 7,154, 125,33.

34            Agorakrit: der Wursthändler in Aristoph. Equ. [Die Ritter], mit sprechendem Namen, weil er von Händeln auf dem Markt sich nährt, Vers 1257.

34f.          zwo neue Würste erfunden hat: Kleeblatt Hellenistischer Briefe und Aesthetica in nuce.

36            Schimmel: Mendelssohn-Zitat.

37            lies faucibus nach Verg. Aen. 2,774.

129,2f.     Pαψωδοι Eρμηνεων ερμενεις: Platons Dialog Ion, 530 C: der Rhapsode solle seine Hörer doch wohl Sinn und Geist des Dichters verstehen lehren; das aber könne er nicht, wenn er selbst nicht vorher verstanden habe, was der Dichter meinte.

6              Thema wird nun Dunkelheit, wie Hamann sie versteht.

18            Zitat aus Gellerts Gedicht Reichtum und Ehre.

23            der F r i e d e: nicht nur persönlich gemeint, sondern auch als Friedenshoffnung. Denn nachdem die Zarin Elisabeth am 5. Januar 1762 gestorben war, folgte ihr Peter III., der glühende Bewunderer Friedrichs II. Am 5. Mai wird er-wie in der Folge auch Schweden-einen Frieden mit Preußen ohne alle Annexionen schließen.

24            entdecken: meint wohl vieles: seine Kritik an der Staatsgesinnung Friedrichs II., seine häuslichen Verhältnisse, wie auch, apokalyptisch, sein Leben aus dem Glauben.

25            Löw in der Fabel: Aesop f. 84. Gemeint ist die staatsfromme politische Naivität Mendelssohns.

27            Sichel <…> scharfen Hippe: neben Anrede Lessing Anspielung auf Off 14,14ff.

28            mit besudeltem Gewand: Jes 63,1-3.

30            Verfaßer eines kleinen dramatischen Versuchs: Hamann als Verf. der Wolken; der Nachrichter Ziegra hatte in seiner Rezension Hamann den ironisch gemeinten Titel des deutschen Thespis gespendet, N II,115,15.

31            sagt Hamlet: II,2; 68,27ff.

33            auf den Verfaßer: verschrieben für die Verfaßer? Hamann hat aber besonders Thomas Abbt im Verdacht, dessen literaturkritischen Aspecten er im folgenden nachgeht. Hamann irrte, siehe Brief 221.

35            Aspecten des deutschen Horizonts: die Schrift Schriftsteller uhd Kunstrichter.

37            wo die Gießkanne nöthiger wäre: im ersten durch Nicolai und Mendelssohn besorgten Druck ist eingefügt: als das Gartenmesser, das wäre in sey geändert (JubA,11,485).

130,2        homerischen Schlummer: Anspielung auf Hor. ars 359.

6              nicht Mardochai heiße: Gegenr seines Namensvetters Haman im Buch Esther.

10f.          Sie und einen Freund: Lessing, gemäß der Fabullus-Vermutung möglicherweise auch Nicolai.

Brief 220

130,27      der Ihrige: nicht überliefert.

131,14      achin und Broaz: 1 Kö 7,21.

132,10      heute: vielmehr am 11.

19            Colifichets: Kinkerlitzchen, Nippsachen.

30            Vettels: verschrieben für Vetters, in erweiterter Bedeutung von Verwandtschaft, oder für (lat.) veteris?

35            De la nature: von Robinet.

36            Bruder Redner: "Redner" war in Freimaurerlogen ein Amt. Gemeint ist offenbar Hinz, damals Mitarbeiter Kanters. Er ist für Hamann der Verfasser (=Koch) der Galimafreen nach dem heutigen Geschmack (=Ragouts). Der junge Hippel hat daran mitgearbeitet, aber er kann nicht gemeint sein. Denn obwohl er am 18. Januar 1762 in die Königsberger Loge zu den drei Kronen aufgenommen worden war, bekleidete er das Amt des Redners erst später.

37            Ihre Kritik: im verschollenen Brief.

133,2        Ihr Dessert: sein Beytrag zu Schulhandlungen. Mit dem Dessert ist wohl die Erklärung der Provincalwörter gemeint, die Hamann beim Druck überwachen sollte. Th. Abbt besprach beides in den Briefe[n] die Neueste Litteratur betreffend, im 231. und 232. Brief vom 6. und 13. Mai 1762.

134,2f.     128,17.

5              Nuppenau: Heinrich Liborius N.

9              Ihnen fehlt es nicht: erneute Schwangerschaft oder Fehlgeburt oder 157,25; wie Sie mir melden: nicht überliefert.

10ff.         Herkules <...> Prosper Marchand: Quesnel, Abbé Pierre.

20            Winkelmann: Winckelmann.

23            Kochs: Jakob K.

31            Michaelis Grundsätzen: Beurteilung der Mittel <...>, 23,6.

33            wie Schwabe: Johann Joachim Sch., Herausgeber der Zeitschrift Belustigungen des Verstandes und des Witzes, die Gottsched als Forum seiner dichtungstheoretischen Auseinandersetzung mit den Züricher Rivalen Bodmer und Breitinger diente.

34            Semmler: Semler, Daniel Johann Salomo, der die Einleitung zu Baumgarten schrieb; Windheim zu Mosheim: wahrscheinlich Mosheims Erklärung des ersten und zweyten Briefes des heiligen Apostels Pauli an die Gemeinde zu Corinthus.

36            Ungeachtet Kulm: Mendelssohns Fulberti Kulmii Antwort, vgl 127,25.

134,5f.     Dixi et libraui: nach Hes 3,19; Wer sein Leben: Anspielung auf Mt 10,39.

Brief 221

Mendelssohn an Abbt, 22. Februar 1762: sein Briefwechsel mit Hamann werde anmutig genug werden. Ich hoffe, daß er meine Antwort so wenig verstehen soll, als ich seine Zuschrift verstanden habe. Er versichert mich in der Sprache der Apocalypse seiner aufrichtigen Freundschaft, und ich werde ihm in der Sprache des Daniel treuherzig danken, und mein Gegencompliment zu entziffern geben. Aber die Welt soll von unserm geheimnißvollen Spielwerke nichts mehr zu sehen bekommen <...>. H. erhielt diesen über Nicolais Kontor gegangenen Brief erst am 20. März, 140,17f. Er beantwortete ihn nach einigen Tagen mit 224. Wenn er Brief 225 (145,29) dem Freunde Lindner mitteilt, er habe ihn Heute, also am 26. März, erhalten, irrt er offenbar-oder meint bereits seine Antwort, 224, die dann am 26. März expediert worden wäre.

134,15      Moliere: in der ersten Szene des Misanthrope sagt dies der Protagonist Alceste zu dem höflich-phlegmatischen Philinte: Ich, Ihr Freund?- Streichen Sie mich aus!

17            öffentlicher <…> Privatcharakter: 129,23f.

17f.          Gramschaft: die launigte Tonart des Briefs läßt Mendelssohn zur veralteten Vokabel greifen, mit ihrer semantischen Bandbreite von Abneigung, Widerwillen, Zorn, bis zum Haß. Siehe sein Maskenspiel zu Beginn des 192. Briefs der Briefe die Neueste Litteratur betreffend, wenn er unter der Chiffre K. den Abälardus Virbius des Ungenannten (Hamann) und Fulberti Kulmii Antwort des anderen Ungenannten (seiner selbst) einleitet: Ich mache diesem zweyten Unbekannten mein Compliment, daß er die Laune des erstern so glücklich ergriffen hat. Nebst der Ironie hat er zugleich eben die dunkle spruchreiche Schreibart affectirt, und daher Gelegenheit genommen, dem erstern eine Erinnerung [Zurechtweisung] zu geben, die ich nicht mißbilligen kan.

19            Mardochai: Est 2,5ff.

20ff.         Ώς οὐκ ἐστι λεουσι και ανδρασιν ὁρκια πιστα […]: Homer, Ilias-Zitat, XXIl, 262ff.: Wie sich Löwen nicht mit Menschen vergleichen; wie Lämmer Niemals sich zu Wölfen in friedlicher Eintracht gesellen, sondern beständig gegeneinander feindlich gesinnt sind: Also werden wir nimmer uns verbünden, <...> (übers. F.L. zu Stolberg).

25            Jes 11,6: der Wolf wird bei dem Schaf und der Panther bei dem Zicklein liegen.

26            Herausgeber unserer Briefe: Nicolai.

27            sie: Sie.

32            wer nicht mit uns ist <…>: Mt 12,30; Invalide: 127,26; lies beßer!.

33            Strafe <...> nachhinken: das Bild der Göttin Ate, das er in seiner Antwort verwendet hatte; eine Anspielung auf Hor. carm. 3,2,fin.: raro antecedentem scelestum/ deseruit pede Poena claudo: Und selten wohl blieb lahmen Fußes/ Hinter dem Sünder zurück die Strafe (Übers. Färber).

34            Tanzmeister: 127,26.

135,2        der Brawe Fabullus: Lessing, der im November 1760 als Gouvernementssekretär im Dienste des Generalleutnants v. Tauentzien nach Breslau gegangen war und diesen bei der Belagerung von Schweidnitz (1762) und zum Rapport beim König (Friedrich II.) nach Potsdam begleitete. Er kehrte erst 1765 nach Berlin zurück. Ob die Schreibung Brawe für brave (bravis: tapfer) gewollt oder ungewollt an Lessings Freund [Joachim Wilhelm von B.] dieses Namens erinnert? Seine glänzende Wafen borgen die vergilische Wendung arma radiantia Aen. 8, 616, 166,17.

4ff.          Die Chiffren der Mitarbeiter: B.= Abbt; R.= Nicolai; K.= Mendelssohn selbst.

6              Diomed: im 9. Buch der Ilias, 154ff.: <...> aber der Held selbst/ Schlummerte, hingestreckt auf die Haut des geweideten Stieres;/ Auch war unter dem Haupt ein schimmernder Teppich gebreitet./ Nahend weckt' ihn vom Schlaf der gerenische reisige Nestor. (übers. Voß); David: 1 Sm 24, 26,7ff. Im Folgenden spielt er auf Einzelheiten in Hamanns Brief (129f.) an; bezieht den Asinius im Catullzitat auf Ziegra, den Pollio vermutlich auf Abbt.

13            göttlich schöne Pflichten: aus Gellerts Gedicht Reichthum und Ehre, eines von Hamanns Lieblingszitaten. Es heißt bei G.: Dein Freund, dein Weib, dein Haus sind Welt genung für dich/ Such sie durch Sorgfalt dir, durch Liebe zu verbinden,/ und du wirst Ehr und Ruh in ihrer Liebe finden./ Ein jeder Freundschaftsdienst, ein jeder treuer Rath,/ so klein die Welt ihn schätzt, ist eine große That./ Auch in der Dunkelheit giebts göttlich schöne Pflichten,/ und unbemerkt sie thun, heißt mehr, als Held, verrichten.

23            zufälligen Bekantschaft: 182,29f.

31            socratischer Becher: wie im platonischen Symposion.

33            Nicodemus: Nicolai,-ohne daß wohl unmittelbar an Jh 3,1/7/50f. oder 19,39 gedacht ist.

35            Die verschleierte Andeutung von Gründen, warum die Wolken nicht rezensiert wurden, erregte Hamanns Zorn: In den Wolken hatte Hamann die Mendelssohnsche Anzeige seiner Socratischen Denkwürdigkeiten, die nach seinem Urteil zwar eine Anpreisung war, durch seichte Kritik einiger Stellen aber ihm in ihrer Zuverlässigleit sehr verdächtig erschien, mit scharfer Satire behandelt, um den Herren zu zeigen, daß Loben eine gefährliche Sache ist, wenn man nicht recht damit umzugehen weiß und daß jeder Autor nicht mit einem kahlen Lobe satt gemacht wird. Von dieser ironischen Antikritik nahmen nun die Literaturbriefe nicht die geringste Notiz, ein Schweigen, das M. nun mit herablassender Nachsicht motivierte. Dagegen Literaturbriefe T. XII,219: "Da Sie wie aus den Wolken zu mir herab geredet, so mußte ich mir aus dem Staube eine ähnliche Wolke aufblasen, um Ihnen zu antworten". (JubA 11,488).

Brief 222

136,12      Savary: Biga 100/54.

17            ihr Mst.: Ihr Manuskript, eine der Schulhandlungen, die 1762 in Königsberg, bey Woltersdorfs Wittwe im Druck erscheinen, 124,2.

137,2        siehe die Randnotiz Lindners (493): uti Philot., gleich dem Philotas, dem Helden eines seiner Stücke.

3              Keithschen Brief: 124,34.

6              Rapsodies <...>: von Louis Chapat, „conseiller de la Cour de S.M. Prussienne“, unter dem Pseudonym L.CH.C.D.L.C.D.S.M.P Berlin [Decker] 1762.

8              in ihrem Hause: Ihrem; Nachrichten von alten Münzen: vielleicht J. F. Joachim, Unterricht von dem Münzwesen, nicht ermittelt.

9              Schildereyen: Gemälde.

11            L--s: Lausons; siehe Lindners Marginalie, 493.

16            lies der mir; diese Ausgabe eines griechischen Autors: des angeblichen Pythagorasschülers Okellos von Lukanien, 1. Jh. vor Chr., der in einer Abhandlung die pythagoreische Lehre von der Ewigkeit der Welt erneuerte.

17            Ni Queue: nachweisbar nur in einer Sammlung anonymer Schriften, bei Sticotti, Oeuvre d´un paresseux bel esprit pendant le guerre. 1762.

25f.          Voltaire Krankheit: allgemein die Hypochondrie, im besonderen Strangurie, Prostatakrebs.

26            Jacobitin: offenbar eine Anhängerin der monophysitischen (an die Eine Natur Christi glaubenden) Sekte, deren lange Geschichte zurückgeht auf den Gründer der syrisch-monophysitischen Kirche: Jacobos Baradai (gest. 578), eines Mönchs, der zum Bischof von Edessa aufgestiegen war.

30            bey Buckinghams Hause: der heutige Königspalast?

35            zu Tyburn: Tyburn-road im Nordwesten Londons, der berüchtigte Richtplatz, den Hamann für seine Glose Philippique höchst anzüglich als fingierten Druckort wählte, N II,287; auch N II,265; einen Märtyrer: der von H. unterstrichene Passus bezeugt sein krypto-republikanisches Interesse an diesem Sozialisten avant la lettre.

138,3ff.    Das wörtliche Zitat führt auf den eigentlichen Augenpunkt von Hamanns Interesse an diesem Essay: Rousseau und seine Héloise. Hamann verwendet es in einer Fußnote zu seinen Näschereyen; in die Dreßkammer eines Geistlichen in Oberland (N II,190f.); Catin: das frz. Wort für (unser) Käthchen, meint auch eine Dirne. Der Name selbst weckte wohl Hamanns besondere Aufmerksamkeit, ist er doch sein Kosename für Catharina Berens.

25            amphigouriques: 145,5f.

28            Badaut: wie Panglos bei Rabelais oder Candide bei Voltaire -der Name einer (unermittelten) Romanfigur, deren Name vielleicht satirisch an badaud= Gimpel, Maulaffe erinnern will.

139,2        noch einen Brief: nicht überliefert.

4              Päckchen: 125,30.

5              die Näschereyen: entweder Treschos Schrift, 124,32, oder bereits Hamanns Schrift ähnlichen Titels, gegen De la nature von Robinet gerichtet und soeben bei Kanter erschienen, N II,185ff. und 407f.

7              Mummel: Memel.

12            Connexion mit Kurland: Fiscal Tottien und sein Bruder in Mitau. Der in Zeile 13 erwähnte Brief ist nicht überliefert, 130,28ff.

18            junger Kurländer: wohl Ageluth.

26            komt: kostet.

28            ohne daß Sie mich: gemeint ist: ohne daß Sie im Buchladen meine Vermittlungsdienste kundzugeben brauchen.

35            Schäfner: Scheffner; Scherze: besprochen in: Königsbergsche <...> Zeitungen, 7. 2. 1766, 11. St.: Scherze. Berlin und Stralsund (bei G. A. Lange). 1766; auch 493.

37            Roußeau zu vertheidigen: in den Chimärische[n] Einfälle[n] gegen Mendelssohns Kritik.

140,2        Maske: Abaelardus Virbius.

4              zum Praeludio: ein Wink auf seine Langzeitstrategie in der Auseinandersetzung mit Mendelssohn.

10            etwas mißglückter italienischer Reisegruß.

13            Einlage: Näheres ermittelt; Zum Deßert: offenbar hatte ihm Lindner etwas geschickt, das ihm bei seiner Schiffart (Zeile 5) zupaß kam, daher die metaphorische Berufung der seine polemische Schiffahrtsroute schützenden Engl. Admirabilität; vielleicht auch nur eine Anspielung auf das zur Lektüre bereitliegende Werk von Popowitsch, 139,25.

Brief 223

140,18      Zuschrift: der Brief des Ungenannten (Hamann geht auf das Maskenspiel Mendelssohns ein) vom 2. März, war also erst am 20. März in Königsberg eingetroffen.

19            Mediateur: 224 geht ebenfalls über Nicolai an Mendelssohn, vgl Zeile 29.

26            anwerben: 134,28ff.

141,5        in einem Detail: 166,25ff.(?)

9              das blinde Glück <...> inoculirte Verstand: Anspielung auf Rousseau (?), N. J. Selis' Inoculation du Bon Sens - und Hamanns Französisches Project, N II,151ff.

14            Dienste: 134,20.

17            Stehe auf, Nordwind!: indem er Hl 4,16 auf sich bezieht.

19            Soufleurs: Hamann bleibt im metaphorischen Sinnbezirk der Handlung (Drama), nutzt aber die Etymologie von frz. souffler: hauchen, einblasen; durch einige Gleichnisse: Vergleiche mit den in den Litteraturbriefen bevorzugt behandelten Literaturlandschaften und Druckorten.

21            Amsterdam: Anspielung auf den fingierten Druckort der Sokratische[n] Denkwürdigkeiten, sowie von Rousseaus Nouvelle Héloise.

24            Kluft befestigt: Lk 16,26.

25            jener gewaltige Mann: Naeman (2 Kö 5), unter dessen Krankheit (Aussatz) reichlich kühn Friedrichs II. Vernachlässigung des nord- östlichen Preußen erscheint. Der Satz ist wohl so zu interpungieren: der, deutsch zu reden, die F ... hatte; die F ...: es muß sich um ein drastisches Wort für Aussatz, bzw. Syphilis handeln; also wohl - doppelsinnig - Franzosen.

26            lies Amana, nach 2 Kö 5,12.

30            Hofsprache zu St. P[etersburg].

31            des griechischen Erzbischofs: Chrysostomos?

32            Froschmäusler: die antike Parodie auf die homerischen Epen, die Batrachomyomachia, verwendet Hamann als Metapher für den Übergang in die Provinz.

33            kleinen Herolde: Frösche. Hamann bewegt sich weiterhin in der Froschmäuseler- Metaphorik.

35            wegen ihr[er] natürlichen Geschichte: Anspielung auf Mendelssohns Sätze von 135,27ff: die Frösche springen bei der Annäherung von Menschen und Naturforschern in den erwähnten Sumpf.

142,2        hyperboreischen: nördlich, wo die >fabelhaften< Hyperboreer wohnen, z. B. bei Plin. 4,12,26; Hor. carm. 2,20,16.

6ff.          Hamann empfiehlt sich als aus der Kulisse einblasender Soufleur.

7              hinter einem Schirm als an einem Apelles bey der Leinwand: Anspielung auf seine beiden durch Plinius überlieferten Sprüche ne sutor crepida u. manum de tabula; III,114,6.

10            einige Ziegel: Anspielung auf 1 Mo 11,3 u. Nah 3,14.

12            jene heilige Einfalt: O sancta simplicitas! habe Johann Hus auf dem Scheiterhaufen ausgerufen, als er sah, wie Bauern eifrig noch mehr Holz herbeischleppten, siehe J. W. Zincgrefs Apophtegmata 3,383.

Brief 224

Antwort auf 221. Sie ist auf den 21. März zu datieren, möglicherweise aber auch auf den 26., 145,29. Ohne Anrede: noch immer wird die Fiktion weitergespielt, man wende sich an einen Unbekannten.

142,15      αμην, αμην, λεγω ὑμιν: Zitat von Jh 12,24ff., mit applikativer Einfügung von unserer Freundschaft.

18            französischen Vers: das Molière-Zitat 134,15f.

19            jene Reden: 135,18f.

22            Die güldenen Tage <…>: 134,24.

23            lies Agagiter nach Est 8,3ff.; 9,24f.

24            von welchen es heißt: Jes 11,6; Hl 2,15. Das Bild vom Versöhnungsbecher läßt Hamann bei der von Mendelssohn zitierten Jesajastelle den Weingott assoziieren und die Füchse des Hl (2,15) durch die einschlägigen Böcke ersetzen.

28            134,26ff.

29            יצחק פחד: die Furcht Isaaks, 1 Mo 31,42 und 54; 85,35.

30            135,4ff.

31            Legionen: nach Mk 5, 9.

33f.          Gießkanne <…> praktischer Naturforscher: 129,37; 135,20f.

34f.          Küchengärtner <...> praktischer Naturforscher: wegen seines anthropologischen Realismus, mit Anklang an das von Aulus Gellius überlieferte Heraklit-Wort, das er Besuchern sagte, die ihn, zu ihrer Verwunderung, in der Küche fanden: auch hier sind Götter.

143,3        seinen Abschied: 135,2.

4              riechen können: Lessings Beiträge zu den Litteraturbriefen vermissend; der liebe Schnupfen <...> nicht gönnt: die Grundlage der Anspielung ist kaum mehr zu ermitteln; möglicherweise (auch weil er Schnupfen im Text unterstrich) spielt Hamann mit der sinnbetäubenden (liebe[n]!) Wirkung des Schnupftabaks, der beliebten Droge Friedrichs II., und der nasalen Intonation von Vokalen in der polnischen Sprache.

6              Das Horazzitat (Verse 5/6 und 10 von c. 1,24) meint eigentlich einen Toten. Hamann bezieht es ironisch auf den für die Litteraturbriefe toten Lessing.

9              Hinter den folgenden Sätzen steht der aggressive Verdacht, ob Mendelssohn, Lessings beraubt, nicht steril sei. Er klang übrigens schon in den Wolken an, N II,96/97.

11            die Nachsicht: 135,35.

22            auch eitel: Pr 2,1.

24            eine Gans anfängt: Aesops Gans-Schwan-Fabel (Hr [ed. Hausrath] 215 und Cha [ed. Chambry] 174; hier wohl Anspielung auf Verg. ecl. 9,36: sed argutos inter strepere anser olores.

30            wie David: 2 Sm 23,6f.

33            wie Most: Sa 9,17; Essig: Liv. 21,27,2; 145,25f.

Brief 225

Datiert, wenn Hamann nicht irrt, möglicherweise auf den 20. März, 140,17 und 145,29.

144,8        Popowitsch: die Untersuchungen vom Meere zu übersenden, hatte sich Lindner zu 134,12 notiert, 493.

10            freye Beurtheilung: 136,17ff.

19            Schandthat: 2 Sm 16,22.

24            damnas: Hamann ersetzt das originale rides des Horazzitats.

31            kürzlich erfahren: beim Korrekturlesen der Kreuzzüge.

33            Artzt, hilf Dir selber!: Lk 4,23.

34            Mit der Kurschen Correspondance: 130,28, 139,2-17.

145,1        Gemeint ist der Bogen aus dem Werk von Pluche.

3              Prediction sur la n.[ouvelle] H.[eloise]: von Charles Borde; Ni Queue <…>: 137,17, von Sticotti.

5f.           Amphigouris: Plural von amphigouri: verworrenes Geschwätz, davon das Adjektiv, 147,9; vor allem N V,295: er habe das Wort in der französischen Uebersetzung des Pickle gefunden, mit dem italienischen Wort Lazzis gepaart, welche Muratori durch allegramenti giocosi, beffe, travestimenti e somigliente buffonerie erklärt della perfetta Poesia. Lazzi im engeren Sinne sind die stummen Gestenspiele der Akteure in der commedia dell' arte.

7              Diction.[naire] Encycloped.[ie].

12            sauersten Arbeit: die Korrekturen des Drucks der Kreuzzüge, Zeilen 19ff.

16            Wahlspruch <...> Was ich geschrieben hab: vgl 63,35f.

19            ein klein Wortspiel: wohl im Untertitel von Lateinisches Exercitium [N II,219], wo es heißt: dem eiteln Wandel nach Väterlicher Weise gemäß, öffentlich aufgeführt worden von einem verlornen Sohne U.[nsrer] L.[ieben] F.[rau] Albertine.

26            Wein zu Essig: 143,33f.

28            Stark genug!: Zitat aus der Kritik Ziegras an den Sokratische[n] Denkwürdigkeiten, N II,86, 15.

35            Ihren Bruder: wohl Gottlob Immanuel.

36            Rahel: 1 Mo 30,22, auf Marianne Lindner.

146,6        Kongehlsche Auction: die Bibliothek des Pfarrers Christian Gottlieb K., des Sohnes des als Dichter berühmten Königsberger Bürgermeisters Michael Kongehl.

8              Moldenhauer <...> über die H.[eilige] S.[chrift]: Moldenhawer, J. H. D., Gründliche Erklärung der schweren Stellen <...>.

18            consilium fidele: Plan einer Rezension?

25            Landpredigers: nicht ermittelt.

Brief 226

146,28      Einlage: nicht überliefert.

147,1        Bogen Ihrer Sammlung: weiterer Schuldramen.

2              Provinzial Wörterbuch: eine Liste von Dialektwörtern. Abbt war in seiner Rezension im Beschluß des zweyhundert und zwey und dreißigsten Briefes, 13. Mai 1762, darauf eingegangen, indem er ergänzend einige Liefländische Provinzialwörter zitierte.

3              hybridisch Wort: aus Bestandteilen verschiedener Sprachen zusammengesetzt.

8              der Bißen: das Wort Aplamdwatsch.

9              amphigouriques: 145,5f.

12            Iuuenilia: die Kreuzzüge.

15            eigen Schicksal: die Kastration; Der Uebersetzer: Gellius,156,31; 153,20.

18            Er: verschrieben für Es.

20            Apostem zeitig: Geschwür reif.

23            Ode an Cyrus: Gedicht des jungen J. G. Herder, Gesang an den Cyrus.

24            Diaconus <...> 1 ½ Bogen über den Frieden: Trescho, Schreiben des Friedens an einige Patrioten.

29            Neue Sammlung: von Loen, J. M. v.

148,4        Pastor <...> selbst geschrieben: Ruprecht, nicht überliefert; jüngsten Bruder: Gottlob Immanuel.

9              Lauson: der damals noch als Lehrer in Königsberg wirkte; daher sein spezifisches Interesse an den Schulhandlungen.

12            Hinz: damals noch Buchhändler in Mitau. Beim folgenden Satz ist nicht deutlich, auf wen er sich eigentlich bezieht.

18            Septuaginta: es ist die Biblia juxta vulgatam editionem, Leyden 1535 (nicht Amsterdam, wie Hamann angibt?), nach Biga 49/501 ein Geschenk von Hinz, oder Vetus testamentum graecum ex versione Spetuaginta interpretum, juxta exemplar Vaticanum Romae editum. Amsterdam 1683.

23            im Gelehrten Lexico: des Jöcher.

27            recte: Introductio.

33ff.         Videor mihi <...>: Mir scheint, daß ich fast alles gelehrt habe, was auch Luther lehrt, wenn auch nicht so trotzig, und daß ich mich gewisser Rätsel und Paradoxien enthalten habe.

37f.          Ego nolo <...>: Ich will nicht weiter mit dieser Bestie reden, denn er hat tiefliegende Augen und in seinem Kopf wunderliche Gedanken.

149,1        Paradoxa: N II,249, 45ff.: Unter den paradoxen Meynungen, die Luther in der Gottesgelahrtheit behauptet, gehört auch folgende hieher: Theologus gloriae (die Folgesätze dieser Realdefinition liegen in der Grundsprache des neuen Bundes) dicit malum bonum et bonum malum; Theologus crucis dicit, quod res est weil der Glaube die Ehre, die bey Gott allein ist, sucht und nicht Ehre von den Menschen nimmt, nach Joh. V. 41. 44. Siehe auch N II,247,28ff.

2              lies Tiefsinns [wegen] sehr; Das 21ste unter den Theologischen war: die 21. These der Heidelberger Disputation ist wortgenau zitiert (WA 1,354,21f.), die anderen Stellen bei Gerdesius.

2ff.          Theologus <...>: Der Prediger der Herrlichkeit nennt das Böse gut und das Gute böse; der Prediger des Kreuzes sagt, was die Sache wirklich ist.

10f.          den Philolog.[en] <…> Essais: Hamann, die Kreuzzüge und Essais à la mosaique.

12f.          An Nicolai <…> an Moses: Brief 223 und 224.

16            Krickende: der damals als Hauslehrer beim Probst Süßmilch in Berlin lebte.

23            Hippel: von seiner Rußlandreise zurück, hatte sich der mittellose, gescheiterte Theologiestudent Mitte 1761 als Hofmeister in der Familie des Freiherrn Johann August v. Schrötter auf deren Landgut in Wesselshöfen verdingt.

24            jungen Baron: August Johann Heinrich v. Schrötter.

Brief 227

149,28      Plan von Karschen Gedichten: gemeint ist wohl die von Gleim, bei dem Anna Louisa Karsch in Halberstadt 1761/62 mehrere Monate lebte, veranlaßte Subskription seiner Sammlung ihrer Gedichte. Die Auserlesenen Gedichte erschienen denn auch in Berlin 1763 (1764 im Impressum), mit Vorrede von Sulzer.

29            Formeys Quinteßenz: sein Anti-Emile.

33            Hermes <...> Friedens: 147,23f.

34f.          Anmerkungen: von Gellius (bei ihm hieß es zum Gebrauche deutscher Kunstrichter).

150,2        des beyliegenden: Hamanns Schriften Schriftsteller und Kunstrichter und Leser und Kunstrichter, die 1762 bei Kanter erschienen (N II,320-349).

3              zum Folgenden siehe 147,1-8.

27            Gott ein Geist: Jh 4,23; grobe Ehebrecherinn: Jh 8,3-11 und Mt 5,28.

29ff.         Sprüche <...> mit Fingern zeigen: Spr 6,13; Jes 58,9.

35f.          Die Beispiele: Joseph und Susanna.

37            Salomo: Pr 7,25-30.

151,17      Iuuenilia: die Kreuzzüge.

23            Pan: auf dem Frontispiz der Kreuzzüge wie dem der ESSAIS à la MOSAIQUE.

25            c'est le Pere <...>: seinem Vater ähnlich wie aus dem Gesicht geschnitten (wörtlich: wie gespuckt).

28            französisches Exercitium: muß sich auf eine nicht von Hamann stammende, uns unbekannte Arbeit beziehen und kann nicht auf die Lettre gemünzt sein; denn die stand ja in den Essais (Nadler 42)

30            das mosaische Exercitium: die Essais à la Mosaique.

37            einerley schreibe: Phil 3,1; Penelope: Näschereyen (N II,191,22f.).

152,3        kleinen Streich: der Mutter, der Alma mater Königsberg zugedacht, mit dem Wiederabdruck des Lateinischen Exercitiums von 1751 in den Kreuzzügen; einer ihrer grösten Söhne ist natürlich Lindner. Sein sarkastischer Hieb mag sich auf Hamanns kühne Traumpsychologie bezogen haben, etwa N II,223,1ff.

9f.           Larve des Keiths <...> Geck von Näscher: Trescho, 124,32ff.

12            aus der Fabel antworten: Aesop Ha 336 [ed. Halm], Cha 267, nämlich: Auch ich hätte Angst vor dir, wenn ich nicht deine Stimme erkannt hätte; Die Juden: Apg 17,5 und 18,12.

13            Kunstrichter: 1 Ko 4,5.

17            Geheimnis: Hamann mutmaßt, daß es Berens sei, siehe auch Zeile 31 (Wasser der Düna).

22            Bedlam und Tyburn-Road: 137,35; das Irrenhaus und die Hinrichtungsstätte in London hatte Hamann als fingierte Druckorte der ersten Auflagen von Französisches Project, der Lettre néologique und der Glose Philippique gewählt, siehe Nadlers einschlägigen Apparat in N II.

23            Ausrede: Aussprache.

32            Nilstrom: Anspielung auf die Auffindung des Moses im Kästchen, nach 2 Mo 2,5ff.; Syrinx: die arkadische Nymphe, die von Pan verfolgt wird; Gaia verwandelt sie in klagendes Schilfröhricht; der seufzende Pan schneidet verschiedene Rohre, bindet sie zusammen und erfindet die Hirtenflöte. Das ist die Mythologie der geheimen Personalien, seiner Leidenschaft zur Hamadryade samt der Wanne des väterlichen Badhauses.

34            der erste Tag: im Monat Mai, nach dem Gedicht Hagedorns, das ihm aus früheren Erfahrungen bedeutsam war,-wozu nun noch das öffentliche Erscheinen der Kreuzzüge kommt.

37            Gedichte: seine Jugendliche[n] Gelegenheitsgedichte, die er gegen Ende der Kreuzzüge veröffentlichte, N II,225-231.

153, 2f.     gießt heut wohl thätig: N II,229,1.

9              Phaedrus: H. irrt in der Tat; er erinnert vielmehr Phaidon 60 B/C: Was für ein eigenes Ding, ihr Männer, ist es doch um das, was die Menschen angenehm nennen, wie wunderlich es sich verhält zu dem, was ihm entgegengesetzt zu sein scheint, dem Unangenehmen, daß nämlich beide zu gleicher Zeit zwar nie in dem Menschen sein wollen, doch aber, wenn einer dem einen nachgeht und es erlangt, er meist immer genötigt ist, auch das andere mitzunehmen, als ob sie zwei an e i n e r Spitze zusammengeknüpft wären; und ich denke, wenn Aisopos dies bemerkt hätte, würde er eine Fabel daraus gemacht haben, daß Gott beide, da sie im Kriege begriffen sind, habe aussöhnen wollen und, weil er dies nicht gekonnt, sie an den Enden zusammengeknüpft habe, und deshalb nun, wenn jemand das eine hat, komme ihm das andere nach. So scheint es nun auch mir gegangen zu sein: weil ich von der Fessel in dem Schenkel vorher Schmerz hatte, so kommt mir nun die angenehme Empfindung hintennach. (Übers. F. Schleiermacher).

15            Zum eisernen Schmerz <…>: N II,229,22.

16            Zobel oder <…>: N II,229,25.

21            jetzige Landesverbindungen: im Siebenjährigen Krieg hatten russische Truppen im Januar 1758 die Provinz Preußen besetzt, die Stadt Königsberg ergab sich kampflos, huldigte der Zarin Elisabeth und bewahrte so ihre relative Freiheit und ihre Stadtrechte.

24f.          dromedarische Sehnsucht: N II,229,10.

33            pet à vingt ongles: Furz mit 2O Nägeln=Neugeborenes oder auch Jungfernkind; gemeint ist die kleine Schrift Schriftsteller und Kunstrichter (N II,329ff.), 156,14f.

154,1        jenes Griechen: Themistokles.

13            gut <...> genutzt: Motto und Zitate in Schriftsteller und Kunstrichter

15            in der Kriegskunst Anweisung: Buch V, Kap. 14-16.

17            Reisebeschreibung: von Loen, 147,29.

19            Exiles: Prévost d'Exiles.

30f.          Donat <...> fluchte: u.a. von Hieronymus, Schüler Donats überliefert, die Stelle Eunuchus 41, aber nicht im Terenzkommentar übernommen.

34            Alzaide: von Henri Linant; Sticoti scheint übersetzt: nicht ermittelt.

35            Sein Jean Jacques: 156,9f.

37            lies dévergondée.

155,1        oripeau: Flittergold; paitrie: wohl verschrieben für patrie, wenn es nicht ein Neologismus für Weideland ist von frz. paître.

4              Littleton: wohl Lord George Lyttelton.

12            Thorus: nicht ermittelt. Ob Lindners bon mot das Verhältnis von (lat.) t(h)orus: Pfühl (weiches Bett), auch in seiner erotischen Redundanz, und Schule (= Gesinnungsgemeinschaft einer Gruppe) als nützlich bestimmte?

19            HE. Beaumont: Jean Henri Marchand.

24            Daubl.[er]: Johann Christoph.

Brief 228

155,27      neuliche Laune: 150ff.

33            daucht: taugt.

156,5        Amazonen Lieder: von Christian Felix Weiße.

6              Gesners Schriften: Johann Matthias; im 4. Bd. Der erste Schiffer und die Schäferspiele: Evander und Erast.

8              die Nacht: die berühmte Prosaidylle von 1752, die erste selbständige Veröffentlichung Gesners; Hamann spielt scherzhaft darauf an in Leser und Kunstrichter, N II,344 Anm.; Daphnis: ein kleiner Schäferroman Geßners, in dem er dem Prototyp des Longos folgt, zuerst 1756 erschienen.

8f.           Von Wielands Gedichten: vermutlich in Poetische Schriften, die 1762 bei Orell in Zürich erschienen.

9              Vorrede: sowohl Bd. I wie Bd. II hatte Wieland mit einem Vorbericht versehen. Diese werden Hamann auch deshalb interessiert haben, weil jener darin auf Lessings Kritik antwortete, die er in den Briefe[n] die Neueste Litteratur betreffend 7-14, 1759, gegen Wielands Sammlung einiger prosaischen Schriften von 1758 geäußert hatte.

9              Sticotti: 154,35ff.

15f.          das erste Exemplar: von Leser und Kunstrichter, 1762 bei Kanter erschienen, N II,339-349.

22            wie jener Daume eines Fußes: gemeint ist Timanthes in Plinius´ Historia naturalis XXXV, Kap. XXXVI.

24            die Hände gesunken: Anspielung auf Verg. Aen. 6, 33 (bis patriae cecidere manus).

26            gleich der Hagar: 1 Mo 21,10.

27            Grundsatz der schönen Künste: Anspielung auf Batteux.

28            schöne Natur: Hamann parodiert das Modewort u. a. in seiner Schrift Leser und Kunstrichter, N II,341; Rost: dessen Erwähnung als Verfasser von schäferlichen Dichtungen sich auf Das Zeisignest bezieht undauf seine generelle Tendenz, die den Sitz der Schäferinnen-(Mädchen-) Seele überhaupt gern intra ossa zu verlegen pflegt; Hamanns Anspielung N II,347,26ff.

157,3        Manilius: Hamann entnahm dessen Astronomicon das Motto zu Leser und Kunstrichter, N II,339.

12            Rachsucht: der Griechen wegen des Raubes der Helena.

20-24        Cento aus Hi 19,25; 2 Ti 4,18; Heb 12,1; Hi 2,8; Hi 17,14.

25            Hauskreutz: vielleicht ein krankes Kind oder Pflegekind, 161,13.

32            nach Elbing: 158,5 und 160,32ff.

Brief 229

158,3        Fuhrmann: 159,30f; 160,1/32ff.; 161,23.

5              Vetters: J. A. Nuppenau, 160,32.

15            Ausschuß: nicht pejorativ zu verstehen; lies am Zeilenende: die [ein].

17            [Heute Nacht] hat mir <...> ist er [bereits zei-].

18            mit dem [Ende d]er Woche.

19            [Ob wir zu] Land.

20            Umstände [ankommen].

21            [Wäre ich] allein.

22            Meine alte Muhme: Magdalena Dorothea Zöpfel.

23            freyen Willen: 1 Ko 7,37(?).

26            ihm: wohl verschrieben für in Ihrem.

34            Brief [übergeben wurde].

Brief 230

159,7        lieben Vetter: Nuppenau, der Rathskyper.

8              Rosenhafter Zufall: Anfall von Wundrose (Erysipel).

9              schon in Königsberg: 160,32ff.

10            Erschrecknis: was ihm auf der Hochzeit des Vetters Nuppenau in Königsberg zustieß, ist nicht ermittelt.

22            mit ihren Kindern: Lieschen und Lorchen.

31            gestern <...> aufstoßen: traf ihn zufällig.

160,2        sie: die Caravane, 160,32ff.

15            des Königs Gedichte: Friedrichs II. Poésies diverses, Berlin 1760.

28            Muhmchen Lieschen: Zöpfel.

Brief 231

161,2        ein Bruder: Johann Georg N.

11            in seiner letzten Arbeit: Todeskampf.

13            eine Leiche: Tod eines Kindes?- 157,25. Lindner hatte H. dies nicht mitgeteilt (162,28), also dürfte er es von Lindners Mutter erfahren haben.

15            Wille: Jh 1,13.

16            was Gott thut: erste Zeile des Kirchenliedes von Samuel Rodigast.

17            mit einer halben Verzweifelung: Cento 157,20ff. Es geht wohl um seine Verwirrungen wegen der Magd des Vaters, 166,27ff.

28            Tant mieux pour elle: von Abbé Claude-Henri de Fusée de Voisenon.

30            Au Roi Philosophe: wohl aus dem Briefwechsel Voltaires mit Friedrich II. von Preußen?

31            Les songes d'Aristobule: nur ermittelt: Les rêves d´ Aristobule, Carlsrouhe [M. Macklot] und Dresden [M.Gröle] 17632, von P. Ch. Levesque.

162,1        jetzigen Feyerlichkeiten: zum Namenstag der Kaiserin Katharina, am 10. Juli, und ein Friedensfest, das Russen und Preußen am 14. Juli gemeinsam begingen.

4              diese Stelle: des Prof. poeseos in der Nachfolge Bocks.

5              Ihre Stunde: Anspielung auf Jh 2,4 (u. ö.).

7              der Friede: den Peter III. mit Friedrich II. am 5. Mai 1762 geschlossen hatte, wurde am 5. Juli in Königsberg publicirt.

9              lies Regierung hier [ein]: zur Wiedereinrichtung der preußischen Verwaltung. Der Feldmarschall Lehwald(t), der seit 1751 Gouverneur der Provinz gewesen war und vor dem russischen Angriff auf Königsberg 1758 mit seinen Truppen zum Schutz Pommerns gegen die Schweden abkommandiert wurde, übernahm nun wiederum sein altes Amt, das er bis zu seinem Tode 1768 innehatte.

10            jungen Jester: Wilhelm Bernhard J. Sein compliment war wohl ein Begrüßungsgedicht.

14f.          Autorschaft <...> zu Ende: Hamann in einer Krise, siehe auch 153,31; 157,13ff.; 161,9ff.

16            Gedicht auf den Kayser: auf den Zaren, Peter III.

21            Recension: der Schulhandlungen.

24            berüchtigte Disputation: des Johann Ernst Schubert, Gedanken von der Wahrheit der christlichen Religion. 2. u. verbesserte Auflage Jena und Leipzig [J.A. Melchiors sel. Witwe Verlag] 1756. S. 581 und 586 erwähnen M. Skubovius´ Disputation: <..> und mein Unterricht von der göttlichen Kraft der heiligen Schrift in dem 94 St. der theol. Bibliothek beurtheilet [d.h. vernichtend rezensiert] und die Leser zu der bevorstehenden Schrift des Herrn D. Berling [des eigentlichen Gegners Schuberts] vorbereitet.

27            meint: bei der Beerdigung J. A. Nuppenaus.

31            Gedult: Heb 10,36.

Brief 232

163,3        Mit einem nicht überlieferten Brief hatte Lindner auf Hamanns Mahnung reagiert. (162,28).

4              selbst herkommen: wohl wegen einer Bewerbung um die vakante Professur der Poesie.

6              Bruder: Gottlob Immanuel, 169,25.

7              seel.[iger] Freund: J. A. Nuppenau.

9              Hennings: 162,11.

10            wie das Graß: Mt 6,30.

20            Gellius: 156,31.

24            Netz Vulcans: Hom. Od. 8,266-366.

29            Bauchgrimmen: Off 10,9f.

30ff.         Recherches <...>: von Boulanger.

31            Monstrum: es ist das Motto des Werks, aus Verg. Aen. III,658, nicht Hamanns Urteil.

36            das Blatt: ein Entwurf über den Handel, offenbar verloren gegangen.

164,7        Gespenst des Friedens: am 16. Juli proklamierte der General Woyeikow in Königsberg, daß Peter III. abgesetzt sei, Katharina den Thron bestiegen und den Friedensschluß mit dem preußischen König widerrufen habe, so daß die russische Herrschaft über Ostpreußen retabliert werde (166,5). Das wurde Anfang August widerrufen (ein Gerücht davon, Zeile 23f.), und die preußische Behörde übernahm wieder die Verwaltung der Provinz. Erst mit dem Frieden von Hubertusburg (15. Februar 1763) endete formell die Besatzungszeit.

8              Beylage zum Rigischen Katechismus: von Lindner; Hamanns kritische Anmerkungen 150,5ff.

9              Hof in Fabeln: H. bestätigt eine Anfrage Lindners, Biga 171/662.

10            von den Tartarn <...> Rousseau: in Discours des sciences et les arts, première partie: si les lumières des ministres, ni la prétendue sagesse des lois, ni la multitude des habitants de ce vaste empire, n'ont pu le garantir du joug du Tartare ignorant et grossier, de quoi lui ont servi tous ses savants?. Auch in den Anmerkungen zum 2. Discours sur l' origine et les fondements de l'inégalité parmi les hommes wird die Tartarei erwähnt, ebenso in der Lettre à Philopolis.

10f.          Ahndung von Corsica: vielleicht Boswell Beschreibung.

12            Mr. Thomas: Antoine-Léonard Th.

19            Cleinows Auction: Kleinow.

27            Will sich erkundigen, ob Lindners Schulhandlungen bei Woltersdorf bereits erschienen sind.

28            Neue <...> Magazin: hg. v. Leyding.

30            Thornsche Zeitungen: Thornische gelehrte Zeitungen, hg. von Willamov, 207,9.

31            das pr.[eußische].

33            laues Urtheil: Off 2,26.

35            Nicolai <...> geschrieben: 166,4, nicht überliefert.

165,1        Tod des Sokrates: vermutlich die frz. Übersetzung des Socrate, ouvrage dramatique Thompsons, Amsterdam, 1749, (durch Fatema), erwähnt in den Briefen die Neueste Litteratur betreffend, am Ende des 119. Briefes vom 24. Juli 1760.

3              Verlag: Auflage.

10            de Legibus: Platos.

18            Briefe über die mosaischen Schriften: von Jerusalem, J. F. W.

23            164,7.

25            Vom Lowth: De sacra Poesi Hebraeorum <…>.

27            meinen Gast: Brodowski, 162,1.

Brief 233

166,5        164,7.

13            Thyrsis <...> Corydon: nach Verg. ecl. 7,2 (compulerantque greges Corydon et Thyrsis in unum); diese Pseudonyme nehmen Mendelssohn und Lessing als vereinigte Autoren ihrer fiktiven Preisschrift Pope, ein Metaphysiker!, im Vorbericht an. Nun klagt H. ironisch über die gefallenen Helden (nach 2 Sam 1,19 und 27) ihrer Zeitschrift, der Briefe die Neueste Litteratur betreffend. Denn Thyrsis-Lessing spinnt Wolle im schlesischen Hauptquartier des preußischen Heeres, wie Achill, den seine besorgte Mutter Thetis unter den Weibern versteckt hielt, und läßt die glänzenden Waffen (arma <...> radiantia, nach Verg. Aen. 8,616) seines kritischen Stils in der Etappe verrosten (135,2ff.); Corydon-Mendelssohn sitzt beim Butterfaß einer bürgerlichen Ehe, läßt sich nicht wie Urias (2 Sm 11) vom ehebrecherischen König David in den Tod senden, sondern (mit einer ziemlich anzüglichen Anspielung) sät-wie in der Parabel (Mt 13,3)-seinen Samen. Und der Bruder Jonathan-Nicolai tut dem ironischen Spötter Hamann leid (nach 2 Sm 1,26).

23            in einem treuen Arm: Anspielung auf einen Vers in Gellerts Gedicht Das neue Ehepaar: Denn was man liebt, geliebt besitzen können,/ In einem treuen Arm sich seines Lebens freun,/ Ist, Menschen, dies kein Glück zu nennen,/ So muß gar keins auf Erden sein.

25            Schlaf <...> Bruder des Todes: Hamann spielt, umwendend, wohl an auf das Lied des Johann Frank (1618-1677) Du, o schönes Weltgebäude ..., wo die 6. Str. mit dem alten Topos beginnt: Komm, o Tod, des Schlafes Bruder. J. S. Bach verwendet sie bekanntlich im Schlußchoral seiner Kreuzstabkantate.

26ff.         von einer Frauen: ein in seiner Verhüllung erstaunliches Bekenntnis seiner Catharina-Liebe und seiner Hamadryade!

28            lies wohl hob statt hab. Zum erstenmal verrät H. seinen Privatmythos der Hamdryade, 211,19ff.

30            Ευφημει: Gott behüte.

31            Anverbens: 140,26; 134,27ff.

167,2        Nicolai hat vermutlich die Einladung zur Mitarbeit an den Briefen erneuert und in Hamanns Belieben gestellt.

14            Horatz: ars 135.

17ff.         Hamann präsentiert Trescho; ohne gute Werke: sondern, gut lutherisch, sola fide.

32            wie ein voller Mond: Sir 39,16 und 50,6.

36            Hamburgischen Nachrichten: die Rezension Ziegras.

168,5        in den Briefen: Mendelssohns Rezension war im 113. Brief vom 19. Juni 1760 erschienen.

6              von dem Verfaßer der Wolken: N II, 91,23ff.

11            141,6ff.

14            163,21ff und 165,18.

17            Briefe <...> : 189,6.

24            lies Pu[r]purmantel: der immer wieder zitierte, mißverständliche und (als säkularisierte Passion) falsch verstandene Satz!

26            lies securis.

30            lies perire [me] quotidie.

35            165,23f. H. setzt seine Nachrichtenstrategie fort, auf (ost)preußische Schriftsteller aufmerksam zu machen, 141,21ff.

169,1        kurländisches Fräulein: Charlotte Benigne v. Hahn.

2              von den Briefen: von Dusch.

Brief 234

Lindner hatte wohl in Königsberg seine Aussichten sondiert, Nachfolger Bocks auf der Professur der Poesie zu werden.

169,8        menschliche Zufälle: wohl Rivalitäten, Zeile 28ff.

13            Genuß der Eitelkeit: Tadel: Lindner nimmt Kränkungen zu schwer.

15            Eine gewisse Enttäuschung darüber, daß es offenbar nur zu einer kurzen Begegnung mit dem Freunde kam, ist spürbar.

17f.          Gedult <...> Hofnung: Rö 5,4.

25            Herr Bruder: Gottlob Immanuel.

31            Schlegel: Mag. Gottlieb Sch.; Hamanns andere Empfehlung 171,22ff. nennt Hinz.

170,1        HE Fiscal: Tottien; Schioppach: Scioppius, Caspar.

5              Condolentzabhandl.[ung]: 179,11.

6              Hochzeitsarbeit: 172,24(?).

15            Guischardt: Guichard, dessen gelehrte Ausbildung in der Tat fast der von H. berichteten anekdotischen Pointierung entsprach; er wurde, nachdem seine akademischen Ambitionen, u.a. in Leyden, sich nicht erfüllt hatten, Soldat (daher Martissohn), schrieb inzwischen in England seine zweibändigen Mémoires militaires sur les Grecs et les Romains <...>, nahm am Siebenjährigen Krieg teil, stieß zum Hofstaat Friedrichs II. im Breslauer Winterlager, begleitete ihn weiter im Kriege. Im Landshuter Lager soll in einem gelehrtem Gespräch mit dem König über taktische Fragen die Rede auf den tapferen Centurio der 10. Legion gekommen sein, der in der (von Lucan im 7. Buch seines bellum civile besungenen) Schlacht bei Pharsalus den Umgehungsversuch der Truppen des Pompeius dadurch vereitelte, daß er die (durch Friedrichs Sieg bei Leuthen berühmt gewordene) schiefe Schlachtordnung befahl und damit zum Siege Caesars beitrug. Der König habe diesen Centurio als Quintus I c i l i u s gerühmt, worauf Guichard berichtigte, er habe C a e c i l i u s geheißen. Der König sei bei seiner Namenserinnerung geblieben, bis ihm am nächsten Tag Guichard den Text des Polybius vorgewiesen und ihn überzeugt habe. Darauf habe Friedrich verfügt, dafür solle Guichard nun Quintus I c i l i u s heißen. Dieser machte denn auch Karriere, wurde zum Oberst und Regimentschef befördert und gehörte fortan, auch als Vorleser, zum engsten Kreis des Königs.

Hamanns auch späteres Interesse an diesem intellektuellen Militär ist erstaunlich, hat aber auch den Grund, daß er über ihn sich Gehör beim König zu verschaffen hoffte in seinen Konflikten mit der ostpreußischen, von französischen Beamten versehenen Finanzverwaltung. Siehe seine Encore deux Lettres perdues!!! , N II, 313ff.

22            solch meuble: einen Pelz, 178,11.

26            Artzt!: Lk 4,23.

30            Ein Holländer: Hulshoff.

35            lies Pauci.

171,4        Steinbrückler: Steinbüchel.

6              Mc-Pherson: eine der ersten in Deutschland nachweisbaren Erwähnungen dieser folgenreichen Fälschung.

9              aus dem ersten Journal: 170,11.

Brief 235

171,22      letzte Sentenz von HE Slegel: wohl Schlegels Entscheidung gegen die Übernahme der Collaborator-Stelle in Riga, 169,31.

28            erste Wahl: Hamanns Bruder.

29f.          sich <...> hudeln: sich plagen.

31            wo Marianchen: im Hause des russischen Gouverneurs in (Ost)Preußen, v. Korff, dessen Kinder Frau Lindner nunmehr in Pension genommen hatte.

33            Bruder Redner: 132,36f.

172,1        Titan <...> Leim: Prometheus aus einem besseren Lehm gebildet, nach Juv. sat. 14, 35, wo es im Kontext heißt: Unus et alter/ Forsitan haec spernant iuvenes, quibus arte benigna/ Et meliore luto finxit praecordia Titan; Gefäße von Thon: 2 Ti 2,20 (Rö 9,21).

16            Stein des Anstoßes: Jes 8,14; Rö 9,32, 33.

19f.          Er legt uns <...>: Ps 37,5; 68,20.

22            übersetzen aus dem französischen: 179,21f.

26            Maculatur zum bewußten Gebrauch: anzüglich zu benutzen.

28            Recension: wiederum von Ziegra.

30            231. Brief: vom 29. April 1763. Hamann zitiert Abbts Kritik nahezu wörtlich, die Zeichensetzung leicht verändernd, er unterstreicht, wo er offenbar der Kritik zustimmt, markiert, wo er ausläßt: vor allem ist es die Liste der Provincialwörter.

173,1        H. fährt ohne Anführungsstriche im Zitat fort, S. 249-251.

36f.          S. 258.

174,1        Diderot: in Lessings Übersetzung des Fils naturel aus Diderots Theater, zuerst 1760 erschienen, lautet die Erzählung Dorvals: Eine Bäuerin aus dem Flecken, den Sie da zwischen den beiden Bergen liegen sehen, und dessen Häuser ihre Giebel über die Bäume erheben, schickte ihren Mann zu ihren Eltern, die in einem benachbarten Dorfe wohnen. Und da ward dieser Unglückliche von einem seiner Schwäger erschlagen. Des Tages darauf ging ich in das Haus, wo sich der Fall zugetragen hatte. Ich erblickte ein Bild und hörte eine Rede, die ich noch nicht vergessen habe. Der Todte lag auf einem Bette. Die nackten Beine hingen aus dem Bette heraus. Seine Frau lag mit zerstreuten Haaren auf der Erde. Sie hielt die Füße ihres Mannes und sagte unter Vergießung von Thränen und mit einer Action, die allen Anwesenden Thränen auspreßte: "Ach, als ich Dich hieher schickte, hätte ich wohl geglaubt, daß diese Füße Dich zum Tode trügen?" -Glauben Sie, daß sich eine Frau von anderm Stande würde pathetischer ausgedrückt haben?

7              Brosamen: Mt 15,27 (Mk 7,28).

9ff.          232.Brief: S. 2159; 263.

175,3        B.: die Chiffre Abbts.

4              Zu lesen ist wohl: Diesem letzten Zug gilt <...>.

5              et ab hoste consilium: N II,356,34.

7              Dieser dem Freunde mitgeteilte Entschluß bezieht sich auf die Fünf Hirtenbriefe das Schuldrama betreffend, die er wohl schon unter der Feder hatte und die 1763 erschienen, N II,351ff.

15            wie Agesilaus: N II,363,28ff. Hamann gibt Bayle als Quelle an, wo die Stelle lautet: Agesilaus II, Roi des Lacédémoniens ... Il avoit une si grande tendresse pour ses enfans, qu'il s'amusoit avec eux aux exercices les plus puériles, comme est celui d'aller à cheval, sur un bâton <...>. Die antike Quelle ist Aelians ποικιλη ιστορια (historia varia) 12,15. Siehe auch N II,363,28.

18            Das Juvenal-Zitat (1,17f.) dient den Fünf Hirtenbriefe[n] als Motto, N II,352; 354,15.

25            Foissardier: Foussardier.

31            P.3.: des Zaren Peters III.

Brief 236

176,6        aus seiner Condition: im Hause v. Korff, 171,31.

9              cavaliermäßig: lässig-überheblich; Litteraturrecensent: Abbt in seiner Kritik der Schulhandlungen.

16f.          Noch immer hält Hamann den Bruder nur für träge und verkennt die mentale Störung.

28            Lehnspatronin: v. Witten, 215,28ff.

31            lies Arbeit[er].

177,3        Legations-Rath: v. Wegner.

6              sein Interesse: Zinsen.

9              ihm <...> zufallen: Hinz.

11            des alten Böhmen: nicht ermittelt.

15            Baumgarten: Siegmund Jakob.

16            rechte Hand: Mt 6,3.

17            dadurch gebeßert: 1 Ko 14,17.

22            Buchh.[oltz]; die ganze Sache: 175,30.

28            Abschrift: des 231. und 232. der Briefe die Neueste Litteratur betreffend, XIV. Theil v. 8. April bis 24. Juni 1762.

31f.          zu meiner Notice <...> kein Preuße: 141,21ff.

178,1        Wer Handwerksregeln <...>: deren Nichtbeachtung hatte Abbt Lindnern vorgeworfen, und H. scheint dem zuzustimmen, 182,1ff.

5f.           die affiche <...> Plan unter der Erde: die Vorankündigung einer gründlichen Auseinandersetzung mit den Urteilsprinzipien der Briefe.

11            Ihren Pelz: 170,22.

12            Petersburger: Berens.

13            Braunschweiger: G. I. Lindner.

Brief 237

178,25      Bogen: 177,28; des Ihrigen: Lindners Antikritik: Briefwechsel, bey Gelegenheit einiger Briefe, die Neueste Litteratur betreffend, Thorn 1762, die Hamann zum Druck bringen will, 181,23ff; 183,32. Darin nutzte Lindner Hamanns Kritik in ihrem eigenen Briefwechsel, kürzte also die Namen der Correspondenten zu L. und H.

28            Motto: 181,24.

29            an N.[icolai]: 183,33.

179,5        nähere Umstände: ob Hamann eine Rigaer Intrige gegen Lindner vermutet?

11            GelegenheitsSchrift: von Hinz, 170,5; Makulatur: 172,25f.

12f.          letztere wird nachgedruckt: in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 44. St v. 2. 7. 1764.

13            Kleinigkeit von Kant: wohl Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren, 1762 bei Kanter herausgekommen; andere Schrift: Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes, wird mit der Jahreszahl 1763, ebenfalls bei Kanter, erscheinen.

15            Briefe das Schuldrama betreffend: Hamanns Fünf Hirtenbriefe <…>, auch Z.25f.

20            Meine Journale: 170,8ff.

22            wurf alles: 172,21ff.

Brief 238

180,4ff.    Eine erstaunliche Wende in der Einschätzung Hinzens, 181,30ff.

8f.           für <...> Zachariae: der Prof. Poeseos am Braunschweiger Collegium Carolinum wirkte seit 1760 nebenher als Redakteur der Gelehrten Beiträge, des Beiblatts der Braunschweigischen Anzeigen. Es handelt sich hier um den Vertrieb von Neuerscheinungen oder um Subskriptions-vermittlungen,182,23ff. u. 188,21, worum Zachariae Hamann wie Lindner aufgefordert hatte; darauf bezieht sich wohl die Einlage im Brief an Nicolai 182,23. Auch 188,21 u. 234,4.

11            Mdlle Amalia Joanna Louisa: die als deutsche Sappho gefeierte Karschin. Von Freunden, vor allem Gleim, wurde eine Sammlung ihrer Gedichte veranstaltet; sie erschien 1763, mit der Jahreszahl 1764, bei Winter in Berlin (Biga 142/203). Offenbar wollte Zachariae Hamann und Lindner (collegen) als Distributoren anwerben. H. denkt aber zunächst an den Vertrieb sowohl von Lindners Briefwechsel wie auch seiner eigenen Fünf Hirtenbriefe das Schuldrama betreffend, etwa nach dem Modell der Verteilung der Karschin Gedichte (Ihr [=ihr] anzüglicher [=anziehender] Name). H. traut freilich der Uneigennützigkeit Zachariaes nicht so ganz.

15            ein Käthchen: Anspielung auf Catharina Berens.

23            nach Berlin: Br. 239; Braunschweig: an Zachariae oder G.I. Lindner.

31            Gehülfe: J. P. Nuppenau.

32            seines Bruders: Joachim Anton N.

Brief 239

Hamann setzt seine Strategie fort, die preußischen Schriftsteller bekannt zu machen.

181,4        Erstlinge: 183,31.

8              der einzige mögliche Beweisgrund: von Kant.

9f.           Vorlesungen <...> drucken zu lassen: bereits 1757 hatte Kant Entwurf und Ankündigung eines Kollegii der physischen Geographie <...> drucken lassen; die Physische Geographie erschien erst 1802, hg v. D. Friedrich Theodor Rink, bei Goebbels und Unzer in Königsberg.

14            Schäfners: Scheffners.

16            Sommerstunden: von Trescho.

23            Briefwechsel: von Lindner.

24            aus dem Juuenal: N II,352.

24f.          Anfangsbuchstaben <…> der Kabbala: vgl 178,25.

30            Schul-und Hausgehülfen: Hinz. Warum Hamann ihn seinen Aeschylum nennt, könnte man auf den Prozeß gegen Aischylos beziehen, der wegen angeblichen Verrats von Mysterien angeklagt gewesen sein soll; warum aber auch Timotheum, mag man aus 1 Ti 6,20 erschließen: dann wäre das preisgegebene und das bewahrte Geheimnis das Verbindende im Verschiedenen; zugleich ergäbe das einen Wink, die Bemerkung 180,4ff. zu verstehen.

182,1        Beytrag zu Schulhandl.[ungen]: Lindners Sammlung. Zu Hamanns eingestandener Kritik 183,33ff. Taktisch zu verstehen ist freilich, daß er vorgibt, den Namen des Lindnerkritikers (Abbt) nicht zu kennen, und mit der Vermutung, es sei Mendelssohn, obwohl er von diesem erfahren hatte, daß er nicht unter der Chiffre B. schreibe (135, 4ff.), Nicolai zu einer Offenlegung reizen will. Im folgenden nennt H. die drei wesentlichen kritischen Argumente Abbts.

9              Postscript: Beschluß des zweyhundert und zwey und dreißigsten Briefes, die Kritik Abbts an der Liste der Provincialwörter.

12            gemeint ist Einzelne.

19            nach Homers Zeugniß: in der Ilias: 17,514.

23            Zachariae: 180,8ff.

24            Allmosenirer: vom frz. aumônier: Armenpfleger, Gabenverteiler, Verwalter der milden Gaben.

26            dasigen guten Freund: Hennings, 184,17ff.

28            lies geseegneten.

29            Moses: Mendelssohn.

29f.          Misverständnis: 135,23.

Brief 240

183,3        Götting.[ische] Recension: der Kreuzzüge durch J. D. Michaelis, 1762, im 68. Stück der Göttingischen Gelehrten Anzeigen, N II,253ff.

13            die unüberwindliche Dunkelheit: N II,254,18; im Folgenden entwirft Hamann einige Gegenargumente, die seine Verteidigungsschrift (Mitau 1763, bei Hartknoch erschienen) bringen wird, N II,241ff.

23            Palinodie: die Unterstreichung signalisiert die Anspielung auf Mendelssohns (Fulberti Kulmii) Antwort in den Litteraturbriefen: Lassen Sie also Ihre Muse bald die Palinodie anstimmen <...>; auch 128,23ff.

26            Welt <...> geschrieben hat: Michaelis-Zitat; N II, 255,8ff.

30            Tantum: Adverb: so viel.

31            Maculatur: 179,11f.; zwo Abhandl.[ungen]: 179,13.; die Rhaps.[odie]: von Hippel, 179,12.

32            Briefw.[echsel] und Hirtenbriefe: von Lindner und H.

32f.          Sommerstunden: von Trescho, 181,16.

33f.          als <...> besten Freunde gedacht: 181,27ff.

35            Recension: von Abbt.

184,1        wie ein Atticus: der durch seine griechische Bildung distanziert zu allem steht (Cic. sen. 1). auch Mart. 7,32.

6              Hochzeit: 189,31.

14            Kopisten: wohl Hamanns Bruder.

22            Bettelbrief: zur Subskription seiner Hirtenbriefe.

27            eyfriger Verehrer: Zeile 31.

29            Young das Theater erbaut: der Verteidigung der original composition wegen in seinen Conjectures.

31            Herr Verleger: Kanter, offenbar der Verfasser jenes Carmen.

33            Druide <...> Vertraulichkeit: 189,11ff.; 192,20ff.

34f.          Lieben Herren <...> führt: 1 Pt 2,18.

35f.          Der HErr hört: Ps 4,4.

185,3        jene Araber: 183,10f.

4              vom Brot: u.a. Mt 4,4.

13            Haushälterin: Degner, 186,29.

17ff.         Anspielung auf die ihm verweigerte Ehe mit Katharina Berens: Das folgende ist, gegen alle weltläufige Vernunft, nur zu verstehen, wenn man ernst nimmt, daß Hamann, im Rigaer Hause der Familie Berens, seit jener nächtlichen Erfahrung einer Stimme Gottes (N II,52f.), die ihm Catharina als vorbestimmte Braut verhieß, sich als unauflöslich-verlobt verstand. Auch 189,11f.

19            Beichtvater: J. Chr. Buchhol(t)z.

23f.          versprach ihm [,] seine Magd.

28            lies Hamadryade.

33            des Marschalls von Sachsen Ehentwurf: Moritz? Gemeint ist ein Ehevertrag als Josephs-oder Gewissensehe.

37            Kreuzzug: mehrsinnig, wie Hamann das Wort verstand.

186,6        Freyheitsbrief: vom Berliner Konsistorium, an das sich Hamanns Beichtvater Buchhol(t)z gewandt hat, 185,20ff.,193,29 (Imprimatur).

8              Endzweck der Ehe: -und der Jungferkranz <...> in salvo-eine sehr ernstgemeinte Ehe-Utopie, die der natürliche Gang der Dinge freilich verändern wird.

12            Ihre Empfindungen: auf die H. 189,11ff. eingeht.

15            Codex: die juristischen Konsequenzen.

18            Salomo schon: Pr 1,2.

Brief 241

186,32      Hochzeit: 184,3ff.

187,1        korrupt überliefert, lies vielleicht propter sibi habere: um es zu besitzen.

3              System der Erziehung: wohl kaum der Hamann bekannte Brief Miltons Of education von 1644.

5              der HE[rr] und Knecht mit philosophischen Augen: anonym erschienen Berlin 1763, nicht von Moser.

6              Sittenlehre des Teufels: Der Philosophen zu Sanssouci gegründete Sittenlehre des Teufels zum Entwurf einer reineren Moral ans Licht gestellet, o.O. 1762; Gelehrte Geschichte: wohl J.J. Wippel, Gelehrte Geschichte des Weltweisen zu Sans-Souci. 1763.

7              Gelehrte Anecdoten: Anekdoten zur Lebensgeschichte berühmter <…> Gelehrten, von Raynal.

9              typischen: nach heutiger Terminologie: typologischen.

13            Zankapfel: von Fielding, E.

15            Schönheit v Geschmack: von Anton Raphael Mengs.

17            Anti-Hegesias: von G. L. Bar; Lucians Traum: bekannter Text des Lukian von Samosata, in mehreren Übersetzungen.

19            in biuio: am Scheidewege; patronus causae: Verteidiger vor Gericht.

21            babioles: von Bar, 125,16ff.

23            Quodlibet: Bibliographie, 188,10.

27            Offenbar sucht Trescho einen Gehilfen (im Pfarramt; Hamann rät ihm, sich an Lindner oder Hinz in Riga zu wenden.

30            recensirt: erschienen erst im 19. Teil, 19. Juli 1764, der Zerstreuungen auf Kosten der Natur, und im 22. Teil, 28. Februar 1765: der Kleine[n] Versuche im Denken und Empfinden.

31            iure retorsionis: mit dem Recht der Umdrehung und Antikritik; zwischen L. v H. zum apolog: einen vorhandenen oder erbetenen Briefwechsel zwischen Lindner und Hamann als Verteidigung.

36            Venus Metaphysique: Lindners; N IV,263,28 als Beispiel in Hamanns (bzw. Hippels, von H. bearbeiteter?) Schrift über die Königsberger Zensur; 188,18ff.

188,4        an N.[icolai]: 239.

5              dem Verfaßer: Mendelssohn.

10            Verleger: Kanter; Quodlibet: wahrscheinlich Stromata aesthetica <...>.

14            Ode von Tr.[escho].

18            ein Mst.: Manuscript über die Zensur, besonders die in Königsberg; N IV,262 und zum Kontext S. 487.

20            Rechtsgelehrten: Hippel.

22            Intelligenzwerk: die Frag-und Anzeigungsnachrichten.

26            lies legitimiren.

27            Hannas <...>: Lk 3,2 u.ö.

30ff.         Das Fiktionsspiel des Verlegers mit den Censoren amüsiert Hamann natürlich, ohne alle Skrupel, 190,6ff.

32            da costi datirt: von dort, d.h. o.O. und o.V., N II,430.

189,6        Jerusalem Verfaßer: Johann Fr. W. Jerusalem.

7              Recension: von Lindners Lehrbuch, durch R.[iedel].

8              Ton der Leipziger Zeitungen: Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften <…>, Bd. 5, 2. Stück, 333-342.

9              Stück <…> Schulhandl.[ungen]: die Abbtsche Rezension.

11            Sermocination: Dialog, Disputation; hier über Hamanns Bekenntnis seines (für Lindner) rätselhaften Eheplans, 184,33ff. und 192/193.

12            fremdes Licht oder Kalb: Verschränkung der Lichtmetapher mit Ri 14,18.

16f.          ohne ein Diogenes zu seyn <...>: der Alexander bat, aus der Sonne zu gehen, nach Plut. Alexander 14.

17            ohne den Markt zum thalamo zu machen: zum (Ehe)bett, nach Diog. Laert. VI 46.

18            Mann des Steele: als Spectator, unbeteiligter Zuschauer? nicht ermittelt.

22            unbegreiflich, wie Er regiert: gemeint ist Ps 147,5.

24            Ehren und Freuden: 1 Th 2,20; Gnade und Wahrheit: Ps 103,11 (117,2).

Brief 242

189,31      am Hochzeittage: 184,6: Kaufmann Becker aus Elbing und Lieschen Zöpfel.

33            Böttcher: Bötticher, Böther, Samuel.

190,4        der Hamb.[urger]: welcher Buchhändler, nicht ermittelt, 198,1f. und 12.

5              Fiscal: Tottien in Mitau.

6              Verleger: Kanter, 188,24ff.

16            Pränumeranten: für die Hirtenbriefe, mit denen Hamann Lindner zu Hilfe kommen wollte, nachdem dessen Schulhandlungen im XIV. Teil der Literaturbriefe von Abbt scharf kritisiert worden waren.

18            Theil vom Arzt: eine Wochenschrift, hg v. J. A. Unzer.

20            Morunger: Trescho; geschrieben: nicht überliefert.

22            Wechsel: wohl eine uneingelöste Geldforderung.

24            Zu Hamanns Interesse an Jesuiten N IV,465.

29            Anti-Emile: von Formey.

30            Bitaubé: geb. 1732 in Königsberg aus hugenottischer Familie. Hamann interessierte sich für ihn nicht nur als halben Landsmann, sondern wegen seiner Übersetzungen aus dem Griechischen ins Französische und zunächst wegen seiner Rousseaukritik: das 1763 in Berlin veröffentlichte Examen der Profession de foi d'un vicaire savoyard (im Anhang des Emile).

31            Vernet: gemein ist dessen Abrégé d'histoire universelle.

34            Theilung: des Erbes, 198,34ff.

36            Die im Januar gestorbene Hausjungfer Degner hatte Hamanns Bruder zum Erben eingesetzt.

37            Ihre: ihre.

191,3        Den Seinigen <...>: Ps 127,2.

7              lies danken[,] und <...> .

14            Gehülfen: J. P. Nuppenau.

25            mit Samuel: 1 Sm 7,12.

29f.          nicht zum Vortrage tauge: Anspielung auf sein Stottern.

30            Rechtsgelehrsamkeit: den eingesehenen Mangel wird Hamann 1765 in Mitau bei dem Fiscal Tottien in einer Art Praktikum zu beheben suchen.

33            Licent: 201,22.

192,1        Hennings als Gouvernementssekretär in der neuetablierten preußischen Verwaltung.

8              in die Hölle bettete: Ps 139,8, seine Anfechtungen, die er im Folgenden schildert.

9              Gefahr der Geschäfte: Anspielung auf den Beginn von Cic. de oratore: vel in negotiis sine periculo vel in otio cum dignitate.

15            Am äußersten Meer: Ps 139,9; möglicherweise zugleich Anspielung auf den (im Jahr 8 n. Chr.) nach Tomis am Schwarzen Meer verbannten und seine Elegien Ex ponto dichtenden Ovid.

20            Zu der Zeit: zur Vorgeschichte 74,7ff. und 185,20ff.

20f.          der Schöpfer <...>: das Adventslied des Michael Weiße, Lob sei dem allmächtigen Gott, Str. 4 fortgesetzt: verachtet nicht ein armes Weib, Mensch zu werden in ihrem Leib.

22            Beichtvater: Buchholz; jene Parabel: 185,20ff.

32            anderer Bileam: 4 Mo 22,38.

193,3f.     Pauli Erkl.[ärung] <…> πραγματων ελεγχος ου βλεπομενων: und nicht zweifeln an dem, das man nicht sieht, Heb 11,1.

19            levitische Gerechtigkeit: 5 Mo 31,9; 33,8.

20            Angst <...> Überwinders: Jh 16,33.

24ff.         Er, der <...> Grauen der Nacht: Cento aus 2 Mo 20,21; Hi 32,21; Sir 35,15; Ps 23,4; Ps 91,5.

27            fürchte: altes Imperfekt.

30            Kirchenrath Süßmilch: Hamanns Beichtvater, der Diakon Buchholz hatte sich also an das Konsistorium in Berlin gewandt, dessen Mitglied S. war; Brief des Kr.[ickende]: damals Hauslehrer bei Süßmilch, an Kanter; er ist mit dem Briefsteller (Zeile 33) gemeint. Süßmilch hatte also die Sache nicht vertraulich behandelt.

35            Collabor.[atoren] Einlage: Brief von Hinz aus Riga, der über den Buchhändler Zeise gegangen war.

37            Gesellen: Nuppenau.

194,3        D--s: wahrscheinlich Dainos, litauische Volkslieder.

5              Schrift über die Censur: N IV,487 und 188,18ff.

5f.           dem Morunger: Trescho.

11            Weinberge hüten: Hl 1,6.

16            Motto: Apg 7,27, N IV, 259.

Brief 243

Zum Datum des Briefes 202,11ff.

194,27      Zuschrift: nicht überliefert, aber das Zitat 199,11-18; Beylage: Mendelssohns Rezension der Kreuzzüge im 254. der Briefe die Neueste Litteratur betreffend.

29            Waagschale: Anspielung auf Spr 16,1; das Schwert: Mt 10,34.

33            aristokratischen Grund: ironische Huldigung an die Herausgeber der Briefe und ihre kritischen Prinzipien; auch 128,14.

195,1        Br. 246 an Lindner, 202-204, der im Auszug den verbessert abgesandten Text des Briefes an Nicolai wiedergibt. Mit dem Signal Provinzialscherz: legt Hamann eine täuschende Spur.

4ff.          des erläuterten Preußens: von Michael Lilienthal, S. 724: Die bezechten Ordensritter samt ihren Knappen, hätten im Rausch auf Hügeln und in labyrinthischen Höhlen des Landes die Befreiung Jerusalems von den Sarazenen nachgespielt-und dies Kreuzzüge genannt.

7              lies aries und quandam wie 202,24ff.

11ff.         Tarquinius <…> Bote: Liv. I,54 erzählt die Geschichte des autokratischen T. Superbus, der die Stadt der Gabiner durch langangelegte List erobert: sein Sohn Sextus muß Verfolgung durch T. heucheln, findet Zuflucht in Gabii, gewinnt Einfluß, sendet nach längerer Zeit einen Boten nach Rom. Dem antwortet T. nicht mit Worten, sondern schlägt im Garten einer Mohnstaude die Köpfe ab. Das berichtet der nach Gabii zurückgekehrte Bote, und Sextus versteht den Geheimsinn des Vorgangs als Anweisung zu einer Politik des öffentlichen oder geheimen Mordes. So wird Gabii zur Beute des T. Diese Geschichte entkleidet Hamann ihres verbrecherisch-politischen Charakters, sie wird ihm zum strategischen Modell eines Kampfes gegen seine Kritiker, aber als harmloser Einfall; wenn H. das Verb that, das dem Bericht des Livius folgt, streicht und durch sprach ersetzt, so wegen des Wortwitzes vom sprechenden Nichtsprechen in der Geste.

14            dienstbare Geister: die Engel nach Heb 1,14.

15            Brosamen: Mt 15,27 (Mk 7,28).

19-25        Verklausulierte Nachfrage, ob die Sendung nach Braunschweig an Zachariae und G. I. Lindner erfolgte, 182,22ff. Diesen Absatz hat Hamann in seiner Abschrift für Lindner ausgelassen.

22            Antwort: Die Korrespondenz zwischen Lindner in Riga und Nicolai ging über Hamann, 183,33.

28            Vertraulichkeiten: es ist weniger an 166,25ff. zu denken als an Hamanns Äußerungen über preußische Schriftsteller und über Lindner, 181/182.

35            stäupt: Heb 12,6.

36            Uebersetzer: Hamann denkt wohl an Wieland.

196,3        Paulus an die Hebräer: Heb 11,36.
4 bis 19 des Entwurfs hat Hamann dem Freunde nicht mitgeteilt oder im abgesandten Brief gestrichen.

4              Materialien: 198,20 und N III,259-263.

5              einem Guten Freunde: Trescho (198,20).

6              alter Commilito: Lauson.

10            Akademische Wittwe: der Lehrstuhl eines Professor poeseos war seit dem Tode des Prof. Joh. George Bock, 1762 (162,3) vakant.

11            Durch das ironische Lob der Karschin erweist sich der Wunsch für Lauson als Scherz; denn beide waren bekannt für ihr Talent, aus dem Stegreif zu reimen.

12            Recensent: Abbt, auch 204,22.

16            Mendelssohns Philosophische Schriften, deren erste Aufl. Berlin 1761, in zwei Bänden erschienen waren; zweydeutigen Gerücht: 129,30ff.

18            Palinodie des Phil.[ologen]: 183,23.

20            Wenn mich <...> anfechten solte: in Mendelssohns Kritik der Kreuzzüge standen, bei einigem Lob von Détails, die alten Vorwürfe der Grillen, des verdorbenen Geschmacks, der willkürlichen Dunkelheit. Dabei perorierte er zu Beginn über die Eigenschaften eines Genies und maß Hamann daran.

21            Hamann ersetzt Mendelssohns Formulierung Begierde ein Original zu seyn durch Schuldigkeit. Einfälle-unter andern-über die Begierde ein Original zu seyn, N II, 375-379.

26            Augeas: davon die Nebenform Augias. Dessen 30 Jahre lang nicht gereinigten Stall mit 3000 Rindern reinigte Herakles bekanntlich auf Befehl des Eurystheus in einem Tag. Hederich zitiert die antiken Quellen.

31            seinen Beyfall: im 2. Teil der Rezension.

35            Replizierende Verse aus Lessings Lied Das aufgehobene Gebot, 1751 entstanden, hier wohl in einer späteren Fassung zitiert; oder Hamann hat im Vers der Elise das Verb lieben durch naschen ersetzt. Die Lesarten, die Ramler bei seiner Aufnahme des anmutigen Gedichts in seine Lieder der Deutschen abdruckte, konnte H. noch nicht kennen; sie erschienen 1766.

197,4        Aus dem Gedicht Rosts Das Zeisignest, die Variante Weisen 203,31.

6              Delila: Ri 16,4ff., deren Schermeßer wiederum das beliebte Bild Hamanns für kritische Tätigkeit darstellt.

9              lies Schrifftstellern.

9f.           Spinnen <...> Spinoza: ein Concetto, das witzig die Geometrie des Spinnennetzes, freilich mit der depravierenden Betonung des Gespinstes, auf das more geometrico-System Spinozas bezieht, im Gegensatz zu den ebenfalls spinnenden, aber nützlichen und poetischen (nach dem horatianischen prodesse aut delectare) Seidenwürmern (ein Bild, das Goethe seinem Tasso in den Mund legt). Ihre Pflege, samt Pflanzung von Maulbeerbäumen, hatte Friedrich II. öfter den Pfarrern, Küstern und Lehrern verordnet.

11            bleiben: lies blieben, gemäß 204,1.

12f.          Mendelssohns andere Chiffre in den Briefen und auch bei der Kritik der Kreuzzüge war ein Z, apocaliptisch als letzter Buchstabe des Alphabets mit ironischem Doppelsinn, offenbarend und am Ende des Evangeliums stehend. Hamann wundert sich über diese Chiffrenwahl, weil sein schärfster Kritiker Ziegra unter Z verstanden werden kann, den M. zudem am Ende seiner Rezension der Kreuzzüge den triumphierenden Antipode[n] genannt hatte, den Gegenfüßler in der konkurrierenden Hamburger Zeitschrift. Das Sprüchwort um Beta und Gamma variiert die Alpha-Beta-(das Erste und das Zweite)-Vertauschung, nach Mart. 5,26 und Auson. Idyll. de lit. 12,21. Es ist auch eine Anspielung auf Abbts Chiffre B. und die graphische Galgen-Form des griechischen Gamma.

21            guten Freund: Kanter, gemäß 202,13.

23f.          Grüße an Moses Mendelssohn und Abbt, den Rezensenten der Lindnerschen Schulhandlungen.

25            Statt frei lies fin.[itum].

Brief 244

197,28      Brief erhalten: nicht überliefert; Päckchen: 194,24.

32            Mäklergeschäfte: 190,3ff.

198,4        letzten Nachrichten: 190,3ff.

5              Petreade: von Mainvilliers.

11            Nachbar: Etablierung seines Verlags in Riga und Erlangung des Verleger-und Drucker-Privilegiums, nach seinen unangenehmen Erfahrungen mit der Königsberger Zensur.

12            Teller: Wilhelm Abraham T.

14            Bruder: Ehregott Friedrich L.

19            Morunger: Trescho.

20            Mst. von der Censur: Manuskript Hippels, 188,18; 194,4ff.

34            Theilung: des mütterlichen Erbes.

36            Ihres Orts: seine Schulden bei der Familie Berens?

37ff.         sagte Hiob: 1,21 und 1,13ff.

199,6        der: deren.

10            Herr N.[icolai].

19            Dieser ganze Theil: der XV. der Briefe; sogar der Castratehen: vermutlich bezieht sich Hamann auf Nicolais (Chiffre Re.) Verteidigung des kritischen Verfahrens in den Briefen, und auf folgenden Satz: Einige Leute meinen, daß unsere Briefe allzuwitzig geschrieben wären. Dieser Vorwurf kommt mehrenteils von Leuten her That envy as Eunuchs envy lovers. Diese Leute verbinden mit dem Worte Witz einen weit-schweifigen Begriff, und geben zu verstehen, daß wir als bloße Witzlinge, keine ernsthafte Urtheile fällen könnten <...>.

20            Vertheidigung gegen Reimarus: im 130. und 131. Brief hatte Abbt (unter Chiffre D.) H. S. Reimarus' Allgemeine Betrachtungenn über die Triebe der Thiere rezensiert; dessen Antikritik im Hamburgischen Correspondenten: beantwortete D im 242. Brief vom 1. Juli 1762.

22            allgemeine Vertheidigung: von Nicolai (Chiffre Re.) im 243. Brief.

23            Betrachtungen über das Genie: von Abbt.

25            Süßmilchs göttl.[iche] Ordnung: rezensiert von Abbt (Chiffre B.).

25f.          Anpreisung: Abbts von Patriotische Vorstellungen und sichre Mittel arme Staaten zu bereichern, in zwey Abschnitten. 1762.

26            Beurtheilung des Sonderlings: Hannover 1761, durch Abbt.

29            mit dem Recensenten: Mendelssohn (Chiffre Z.), dessen Rezension Hamann nun referiert, die mendelssohnschen Formulierungen übernehmend.

200,20      ein pr.[eußischer] Officier: Anspielung auf die Fiktion, die Briefe die Neueste Litteratur betreffend seien an einen verwundeten Offizier gerichtet.

Brief 245

201,2        Mst.: Manuscript über die Bücherzensur, 194,4 und N IV,487.

12            weil: Kurzform von dieweil.

22            Zöllner: die Überlegungen 191,25ff.

Brief 246

201,28      Das Fest des Märtyrers Quirinus differiert in den Kalendern um einige Tage im März.

33f.          Biga 13/198.

202,6        Geschichte der Amazonen: von Guyon, Claude-Marie.

7              Uebersetzer: J. G. Krünitz.

11            Verleger der Litt.[eratur] Br.[iefe]: Nicolai.

13            m[eine]s Verlegers: Kanter.

18            einige Stellen: 243.

20            ungezogenen Sammlung: Kreuzzüge des Philologen, 195,1ff.

31            Was Tarquinius Superbus <…>: 195,11ff.

203,32      Weisen: 197,5.

204,13      gegen Krickende: 193,30.

15            Funken: 199,37. Mendelssohn hatte in seiner Rezension der Kreuzzüge eingeräumt, H. zeige Funken von Genie.

16            Sie <...> Stralen zugeschrieben: die Verfasser der Literaturbriefe; in der Tat hatte Mendelssohn geschrieben: Hier und da erblickte man einen trefflichen Gedanken, der aber wie der Blitz, nach Shakespeares Beschreibung, noch ehe ein Freund zum andern sagen kann, siehe! schon verschwunden war. M. paraphrasiert Hamanns Zitat aus dem Midsummer-Night's Dream in der Aesthetica in nuce, N III,208,36ff.

20            Öl zur Lampe: Mt 25,4; Morgenstern: 2 Pt 1,19.

22            Namen: Abbt.

24            Vorläufer: vermutlich Hamburgische Nachricht, N II,241ff.

26            Phomelhant: N VI, 295 zitiert den (Wiener, jetzt Heidelberger) Orientalisten K. H. Deller: "Phomelhant ist m. E. eine Verlesung einer Handschrift aus Phomelhaut. Phomelhaut stellt die lateinische Transkription des arabischen Sternnamens fam al-haut dar, in wörtlicher Übersetzung Mund des Walfisches <...>". Weiterhin Nadler, der im Folgenden den mehrfachen Sinn des doppelte[n] Phomelhant im Zusammenhang der Fünf Hirtenbriefe deutet.

Brief 247

205,4        Kortholt (sic) edierte Leibniz' Epistolae ad Diversos; N II,202,50.

7              Stahl: schon Hamanns Vater hielt viel von dessen Diagnostik; Hamanns Charakteristik Stahls am Ende des 3. Hellenistischen Briefes, N II,184.

14f.          dänischen Gelehrten: der am 11. Sept. 1723 in Hamburg geborene B. wurde 1753 als Prof. der Moral und schönen Wissenschaften an die Ritterakademie in Soroe berufen, 1761 als Prof. nach Altona versetzt, das seit 1640 unter dänischer Herrschaft stand (und erst 1866 preußisch wurde).

206,7f.     7 <...> übrig: in Alexandria kannte man 44 aristophanische Stücke. Von den überlieferten nennt Hamann nicht die Wespen, die Vögel, Lysistrate und die Weibervolk-Versammlung.

9              K.[anter] <...> zweimal geschrieben: nicht überliefert.

12            Ihre: ihre, nämlich Kanters und Nicolais.

14            Kr.[ickende].

15            Er hätte es censirt: vermutlich handelt es sich noch immer um die Veröffentlichung von Hamanns Hirtenbriefe[n]; 188,18.

16            keinen: verschrieben für keine.

19            Mahomets Leben: von Boulainvilliers, in der Übersetzung durch J. M. Meyer.

25            vom Amanuensi: Hinz.

29            Sigismund Dittchen: Dreigroschen, hier offenbar ungarische mit der Prägung Fürst Sigmund Bathorys.

30            meinem dicken Mädchen: Anna Regine Schumacher, 208,19.

31            Den Brief: Lindners nach Berlin.

35            Mitausche Intermezzo: Hamburgische Nachricht: N II,241-274.

36f.          Der dritte Abschnitt: wohl N II,267 unten bis zum Schluß.

207,1f.     Sendschreiben: zu dem es nicht kam.

2              fictam ludibundi: 202,30.

4              Verf.[asser] der philos.[ophischen] Schriften: Mendelssohn: stellt sich Hamann nur unwissend und warum vor dem Freund?

5              Anfang eines Briefes: 224.

9              T[h]orn[i]schen Nachrichten: hg von Johann Gottlieb Willamovius.

10ff.         Creuzz.[üge] des Phil.[lologen) <…> dabei frey sprechen können: Übernahme des Nachrichtenartikel, siehe R.Knoll, Johann Georg Hamann in Osteuropa, in: Die Gegenwärtigkeit Johann Georg Hamanns. Acta des achten Internationalen Hamann-Kolloquiums <…>. Frankfurt/Main 2005, S. 607-635, besonders S.634 und 623 (Anm. 19).

15            über die Wortfügung in der fr.[anzösischen] Sp.[rache] Klagg.[edicht].

16            Inoc.[ulation] du b.[on]s.[ens].

18f.          Rhapsodie in k.[abbalistischer]P.[rosa].

21            V.[erfasser] der Sok.[ratischen]D.[enkwürdigkeiten].

37ff.         ei.[usdem]: ebendieser Zeitung, XIX. Stück.

208,8        der Recens.[ent]: vielleicht Willamovius.

14            s[eine]s Päans: Lausons Friedrichs Palmen geheiliget.

29            Sonderling: hg von Graf R. F. zu Lynar.

32            Homischen: Henry Home, Lord Kames.

34            nach Braunschw[eig]: an G. I. Lindner.

35            se Zuschrift vom März: nicht überliefert.

209,1        Athenaeus: noch nicht angekommen, 201,30; 212,10.

Brief 248

209,6        überschickte Rede: wohl kaum die bereits 1758 gedruckte und von Hamann für Lauson erbetene (I,408,5) Gedächtnisrede [auf] von Campenhausen.

10            pindarischer Gehülfe: vielleicht Hamann selbst, der eben gemäß dem Gesetz der pindarischen Ode zur Strophe der Zusendung die Antistrophe des Dankes liefert.

21            von Amaliechen: möglicherweise die (seit 1763) Frau Ehregott Friedrich Lindner, geb. Wirth.

27            wegen Mahomets: 206,25ff.

210,2        Caesenatis: aus Caesena (Césène), diesseits des Po.

20            Übers.: in Wendung auf ein spezielles Ende.

25            Übers.: Vieles war der Apostel zu wollen gezwungen, was er nicht wünschte.

26            ad Aeneid. III, 67: angespielt wird auf die Vergil-Stelle: animamque sepulcro/ condimus <...> (und bergen im Grabe die Seele).

26f.          Seruius: die Stoiker sind zu beerben, darin findet das Forschen seine Mitte.

30            lies wohl zuneigen.

31            Das 6te handelt: Über Scheidungen und das einschlägige Verfahren.

32            lies Die zwei letzten.

37            recte: Lord Kames.

211,7        Swarzen: Chr. G. Schwarz.

10            wohl Borremansius.

13            Preiß erhalten: 1763 von der Berliner Akademie für seine Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften <...>, auf die Frage der Akademie, ob die metaphysischen Wahrheiten derselben Evidenz fähig seien wie die mathematischen.

17            Lacht Rammler <...>: Frage als Antwort auf eine Mitteilung Lindners.

25ff.         Biblische Bilder der Verketzerung, die Hamann ironisch auf sich nimmt, nach Mt 10, 25; 12, 24; 4 Mo 23; vor allem spielt er an auf die urchristlichen Häresien der Bileamiten (Off 2,6) und einer gnostischen Sekte der geschlechtlich-zuchtlosen Nicolaiten (Apg 6,5).

30            Mein mütterl.[iches]: Erbe: 5000 Goldgulden.

34            öffentl.[iche] Licitation: Ausbietung, Versteigerung.

212,2        Praesidenten: J. A. v. Schrötter, der Tribunalspräsident, oder eher Domhardt, 241,28.

4              Schulden: wohl noch bei der Familie Berens (Man).

Brief 249

212,15      Sie: sie, der Buchhändler Zeise und seine Leute, die auch in Zeile 19 Ihnen gemeint sind; in Zeile 20 aber bezieht sich das Ihnen auf Lindner.

26            von Moser: Biga 146/272, bzw. 160/514.

29            Lungenhieb: aus der Fechtersprache übertragen: derb die Wahrheit sagen.

31            Moses in Midian: von Lossius, Johann Christian; Quelle wohl 2 Mo 2 und 3.

32            von Breitenbauch:, der Freund Lessings und Mendelssohns.

213,3        Aurea catena Homeri: Verf. dieses 1723 erschienenen alchimistischen Werkes, dessen Spuren noch in Goethes Faust erkennbar sind, war vermutl. Joseph Kirchweger von Forchenbronn.

6              ein Schulmann Anecdota: A. L. Ballstädt.

7              progymnasmata: Vorübungen.

8              Pater piarum Scholarum: Mitglied eines von dem span. Adligen Calasanza gestifteten und 1621 von Papst Gregor XV. bestätigten Ordens: Paulinische Congregation der Armen der Mutter Gottes von den frommen Schulen. Die vor allem in Polen und Österreich tätigen Piaren (Piaristen) leisteten über die drei Gelübde der Mönche hinaus noch das vierte, die Jugend unentgeltlich zu unterrichten.

13            Aeginus: lies Aepinus (Angelius Johannes Daniel A.).

16            M.[einhard] Munters.

22            Von der Schönheit <...>: von Th. Abbt: Vom Einflusse des Schönen <...>.

22f.          Beweiß daß der Begrif von Gott <...>: nicht ermittelt.

24            Der Apotheker: Wochenschrift, hg. von J. B. Sedlezki.

29            ungeleckter Bär: Quellen des Vergleichs, bzw. der Metapher: Arist. hist. an. 579a; Plin. nat. hist. VIII,126; Horapoll, hierogl. II,83; Ov. met. XV,379f.; auch der Physiologus. Daß Bärenmütter ihre Jungen nach der Geburt erst in Form lecken, wird in den Emblembüchern des 16./17. Jh. häufig allegorisiert.

30            Bildung: im älteren Gebrauch des Wortes: ausgebildete Form, Figur.

33            Preißschrift: 1759 von der Berliner Akademie angenommen: De l'influence des opinions sur le langage et du langage sur les opinion.

36            Berkeleys Gespräche: N V,153,24.

214,1        allgemeine Schlüssel: Colliers Clavis universalis.

3              Querist: Biga 117/283.

4              Bode: Biga 6/90.

7              Commerells: Biga 51,543; 224,3ff.; 218,14ff.

11            HE v Moser: 212,26.

12            vor Klopstock und Gesner: wahrscheinlich Klopstocks Der Tod Adams (1753/56) oder das Drama Salomo gemeint, von Salomon Geßner Der Tod Abels.

17            Humes ähnl.[iche] Schrift: wohl Enquiry concerning the Principles of Morals, auch Essais <...> on Several Subjects.

19            Gesner: Johann Matthias G.

22            Tanzmeister: nicht ermittelt.

25            Myologie: Lehre von den Muskeln.

26            Recueil de pieces fugitives: auch: Discours en vers sur l´homme.

28            La mort de Socrate: von Voltaire.

29            Epigramm auf la Mettrie: S. 47 des Mercure français.

32            Schulcollege: Hamanns Bruder.

215,1        Auscultator: Zuhörer, Hospitant.

2              Hamann springt über zur Beschreibung des schlechten Zustandes des väterlichen Geschäfts: Untersuchungen (Examen) und Verkehr mit der Apotheke (Officin) sind zum Erliegen gekommen.

4              Nachfolger: in des Vaters Badstube, Nuppenau.

12            mit meiner Hamadryade: ein Blick in die seltsam komplizierte Strategie Hamanns, jene zu einer Gewissens-Ehe zu erziehen; der verjüngte Abälard, als Anspielung auf sein Pseudonym Virbius, anvisiert offenbar die künftige Ehe als Befreiung von seiner Entmannung; das unterstrichene gehorchen ist doppelsinnig und meint auch (in erheblicher Zumutung), die Magd sei gehorsam zur Einsicht zu bringen, daß H. sich immer an die ihm durch Gott zugeführte (N II,52) Catharina Berens gebunden wisse.

25            In welche Versorgung Däntler nach Kurland zurückkehrt, ist nicht ermittelt. Hamann hatte ihm aber offenbar seinen Auftrag (176,27f.) übergeben, für die Söhne der verwitweten Generalin v. Witten einen Hofmeister zu gewinnen; 218,19ff.

28f.          Menschen <…> gefunden zu haben: 176,28.

216,1        Moldenhawer: Gründliche Erklärung <...>; Wegen Arnoldt: wahrscheinlich Vernunft- und schriftmäßige Gedanken <…>.

3              Autor <…> Galimafree: Hinz.

Brief 250

Man kann mit Nadler 161 annehmen, daß Hamann zur Zeit der russischen Besetzung Ostpreußens keinen öffentlichen Dienst annehmen wollte. Nun, nach dem am 15. Februar abgeschlossenen Hubertusburger Frieden und dem Abzug der Russen, bewirbt er sich um Ämter. Zunächst auf dem kneiphöfischen Rathhaus als Volontair; drei Wochen später um eine Stelle bei der Kriegs-und Domänenkammer.

216,9        mit Petro: Lk 5,4f.

19            Weg hast Du allerwegen: Beginn der Strophe 4 von P. Gerhardts Lied Befiehl du deine Wege.

21            An HE. Nicolai: ebensowenig überliefert wie an Michaelis und an die beiden Hamburger Zeitungen (Nachrichten und Correspondent), denen das Mitausche Intermezzo (N II, 241-274) aber vielleicht ohne Begleitschreiben übersandt wurde.

25            Haufen fr.[anzösischer] Sachen.

26ff.         Lettre d'un Theologien <...>: von Josef Dufour.

29f.          la vérité <...>: von P. Antoine Touron.

30f.          Plaidoyer <...>: als Autoren vor allem: Louis Michel Le Peletier de Saint FArgeau und Thévenot d´Essault de Savigny, Paris [L. Cellot] 1762.

31            P. de la Valette: wohl Antoine de La V.

34ff.         Journal des Dames <…>: Hamanns Beschreibung entspricht dem Inhalt der Zeitschrift, siehe nina Rattner-Gelbart, The Journal des Dames and Its Female Editors, in: Press and Politics in Prerevolutionary France. Ed. By J.R.Censer and J.D.Pomkin. University of California 1987,24-74.

217,15      Mme de Colombieres: Briqueville, Marquise de.

218,9        Abt Goiyet: Coyer, der an Moréris Dictionnaire <...> mitarbeitete; mit La Motte ist Antoine Houdar de, der Fabeldichter, gemeint.

14            Commerells Predigten: 214,7.

20            unsere beyden Magisters: Kant und Weymann, 188,1ff.

22f.          Ich zweifele <...>: bezieht sich wohl auf die Schrift Schultz' zur Kontroverse Weymann/Kant.

Brief 251

Ein Briefentwurf; die Reinschrift ist verschollen; sie wird mit der Copia an Lindner (221,9ff.) wohl identisch gewesen sein. Lavater schrieb den Brief ab, auf welchem Wege auch immer er zu ihm gekommen sein mag (Zürich, Zentralbibliothek, Lavater Ms. 510, Nr. 270). Die dort begegnenden Varianten, die meist aus Verlesungen herrühren, abkürzen oder Abkürzungen ausschreiben, aber auch auf Lavaters eigentümliche Schreibweise zurückzuführen sind, werden nicht verzeichnet, bis auf einige interessante Ausnahmen. Der Rechtsgelehrte F. C. v. Moser, wie schon sein Vater durch juristische und moralische Schriften eine europäische Berühmtheit, diente mehreren Landesfürsten, schließlich dem Hessen-Darmstädtischen Hofe, freilich seiner entschieden religiös-moralischen Prinzipien wegen nicht ohne Konflikte. Seine politische Hofkritik Der Herr und der Diener war in den Literaturbriefen sogleich rezensiert worden. Und auch Hamann hatte 1760 in einer Fußnote seiner Vermischte[n] Anmerkungen, deren 3. Fassung er 1762 in die Kreuzzüge des Philologen aufnahm, v. Moser etwas derb gerupft. Im 178./179. der Literaturbriefe, vom 30. Juli und 6. August 1761, hatte Th. Abbt (Chiffre B.) auch eine andere Schrift v. Mosers: die Beherzigungen, die 1761 in Frankfurt am Main bey Knoch und Eslinger anonym erschienen waren, scharf rezensiert. Seine Einwände waren sowohl stilkritischer Art, die Bildlichkeit v. Mosers betreffend, wie logischer und moralphilosophischer Art, indem er seine These zerpflückte, nur ein auf Religion basierendes Staatswesen, mit einem ebenso gesinnten Herrscher, verbürgten ein gutes solches. Und im Anschluß daran hatte Abbt in einer Nachschrift einige Sätze Hamanns angeführt; und zwar aus der Anmerkung 22 seiner oben genannten und nun, wegen der Anspielungen auf v. Mosers Herr und Diener-Schrift mit dem vollständigen Titel zu nennenden Vermischte[n] Anmerkungen über die Wortfügung in der französischen Sprache, zusammengeworfen, mit patriotischer Freyheit, von einem Hochwohlgelahrten Deutsch-Franzosen (N II,126-136). Übrigens hatte Abbt H. nicht namentlich als den Autor genannt, sondern nur mit einer Anspielung: vielleicht von dem Verfasser der Sokratischen Denkwürdigkeiten herrührend. Darauf bezieht sich übrigens Mendelssohn (Chiffre Z.) in seiner schulmeisternden Rezension der Kreuzzüge im 254. Literaturbrief vom 2. Sept. 1762. Abbt zitiert offenbar nicht die Fassung der Kreuzzüge, worauf einige differierende Lesarten deuten, sondern wohl eine der beiden vorher gedruckten Fassungen (N II,401). Das Zitat hätte H. allerdings den Groll v. Mosers eintragen können; aber der zeigte sich großmütig, und es wird, bei aller Kritik Hamanns an der aus französischer Seyde gesponnenen Rhapsodie v. Mosers, wohl der Schluß der zitierten Anmerkung gewesen sein, die v. Moser veranlaßte, sein treuherziges Antwortschreiben an H., den Magum in Norden zu richten. Er ist damit der Erfinder des folgenreichen Beinamens, den H. selbst bald und gern adoptieren wird und der seither immer wieder angeführt und gründlich mißverstanden wurde. Die Benennung brachte ja eine deutliche Anspielung auf Hamanns Schrift Die Magi aus Morgenlande, zu Bethlehem. Auch daß das treuherzige Schreiben im selben Organ, den Literaturbriefen, erschien, hat seinen Sinn: denn Hamanns versöhnlicher Schluß der zitierten Anmerkung lautete: Des Herrn von Mosers Gemüth ist übrigens zu edel, als daß er die Küsse eines Wäschers denen es recht gutmeynenden Schlägen eines Liebhabers vorziehen sollte. Darauf anspielend leitete denn auch Th. Abbt das Treuherzige Schreiben dergestalt ein: Auf die es recht gut meynenden Schläge eines Liebhabers sind Verweise und zärtliche Rückschläge gefolgt, die das verliebte Spiel sehr lebhaft fortsetzen <...>.

Hamanns Brief an v. Moser wird nach der Abschrift in Br. 252 kommentiert.

Brief 252

220,13      kleine Commission: Zeile 31, vielleicht aber auch ein Auftrag an die Berens'.

27            Fontenelles Leben: 218,2f.

31            Moldenhawer: Johann Heinrich M., Erklärung der schweren Stellen <…>; Samlung der Idealisten: <…> der vornehmsten Schriftsteller.

34ff.         Woher weiß Hamann vom Plan v. Mosers, ihm die Stelle eines Erziehers des Erbprinzen von Hessen-Darmstadt anzubieten, was jener ihm erst im Brief vom 26. August 1763 zur Kenntnis bringt? 227,10ff. Möglicherweise hatte H. Wind bekommen von den Erkundigungen, die v. Moser 227,32 erwähnt. Jedenfalls beginnt H. seine bisherige Aversion gegen v. Moser zu revidieren, 221,2, wenngleich nicht ohne einen Anflug von Ironie.

221,3        2 Bogen: der Schrift v. Mosers.

20            Lavater schreibt: mich bis gegen Abend.

27            Freund: Däntler.

31ff.         Widersacher <...> Splitterrichters: H. selbst.

35            Dero HE Verleger: wohl Knoch & Eslinger.

222,1        Lavater schreibt: ganz gegen Ew Wohlgebornen erklären zu können.

5              Lavater schreibt: schlagen u. Kunstrichtern.

13            Palinodie: der vorwurfsvolle Appell Mendelssohns wirkt weiter. Lavater schreibt: ohne einmal und vielleicht.

17            Gott Daniels: Anspielung auf v. Mosers Daniel in der Löwengrube.

22            Mettries Ouvrage: Lamettrie.

29            Zu Hamanns Kenntnis des Journal étranger N V,309.

36            Präsident der verwaiseten Akademie: Maupertuis war 1759 in Basel gestorben. Euler führte stellvertretend die Geschäfte, aber ihre Aktivität litt in den Kriegsjahren erheblich. Schon vor dem Friedensschluß war Friedrichs II. Wunschkandidat d' Alembert. Trotz allem Werben verweigerte sich dieser, so daß Friedrich sich selbst zum stellvertretenden Präsidenten und d' Alembert zum alles entscheidenden Ratgeber erwählte. (v. Harnack II,269ff.)

223,1        Lauson: 209,11ff.

2              Preisschrift: der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin; sie hatte für 1763 die Aufgabe gestellt, auf die Kant mit seiner Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral <...> antwortete. Sie erschien 1764 bei Haude und Spener in Berlin.

4              am Jakobs Zeichen: der Heilige, Apostel, älterer Bruder des Evangelisten Johannes, Ostern 44 in Jerusalem auf Befehl des Herodes enthauptet; seine Gebeine seit dem 7. Jh. in Santiago de Compostela; sein Fest: 25. Juli. Hamann spielt auf den volkstümlichen Begriff Jakobi im Schnitt an, den Los-oder Glückstag.

5              ihr Namenstag: Sprachspiel mit Anna.

7              Schumacher: Johann Heinrich Sch.

8              beatae imaginatiuae: wohl zu ergänzen: [pennae] oder [scripturae], also ein Schriftsteller von glücklich-phantasievoller Feder.

16            Gold Arabia: Anspielung auf 2 Ch 9,14.

19            Der Briefschluß klingt erstaunlich frostig.

224,8        meine Hand: sein Anstellungsgesuch, auch als Schriftprobe; Entwurf zur Supplique: in der Über-wie Untertreibung des Curialstils meldet sich Hamanns Ironie.

225,3        Die Spezifizierung seines Zöllnerwunschs hat Hamann im abgesendeten Gesuch gestrichen.

5              Ebenso den Relativsatz, der auf Ps 147,9 und 11 (5 Mo 11,15; Ps 104,14) anspielt.

Brief 253

225,24      Die Einfügung in Klammern meint die Wechselfälle des Siebenjährigen Krieges, wie auch die Besetzung (Ost)Preußens durch russische Truppen.

226,24      Hamann schrieb dieses Gesuch auch für F. C. v. Moser ab, III,XIX, 17ff. Die positive Resolution der Königlich Preußischen Krieges-und Domainen Cammer ebendort S. XX,24ff.

Brief 254

Antwort auf 251.

227,9        den Sieg: 219,24.

13            Frau Erb. Prinzeßin: Karoline, geb. Pfalzgräfin von Zweibrücken-Birkenfeld.

14            Gemahls: Ludwig XI., Erbprinz von Hessen-Darmstadt.

15            ältesten Prinzen: Ludwig.

21            cagoterie: Frömmelei, Muckertum.

36            aus Mitternacht kommt Gold: Hi 37,22.

228,1        Humanisten: Applikation von 1 Kö 17,3-5.

6ff.          N II,285,5ff. (§ 15).

16            In der Welt <...>: Jh 16,33.

229,11      cum pertinentiis: samt Nebenräumen und Zubehör.

13            Durch die Reichsmünzordnung von 1559 wurde <...> der silberne Reichsguldiner <...> zu 60 Kreuzern geschaffen, womit sich Deutschland in die Taler-und die Guldenländer schied. Der sogenannte rheinische Gulden, bis dahin der Goldgulden, wurde nun ein Rechnungsbegriff von 60 Kreuzern, denn der Guldiner erhob sich sehr bald nach 1559 auf einen höheren Wert. Die später im 17. Jh. gemünzten Gulden waren die 2/3-Taler des zinnaischen und Leipziger Münzfußes, die in Süddeutschland 60 Kreuzer galten (v. Schrötter).

28            ungenannte Freundin: vielleicht sogar die Erbprinzessin Karoline; Gildemeister (6,179) vermutet Katharina v. Klettenberg.

29            meiner einzigen Freundin: seine Gemahlin, Ernestine geb. v. Herd, verwitw. v. Rotenhof.

230,10      Yah!: Esel.

21            pr.[ince] hered.[itaire]: héréditaire. Hamanns Antwort: III,XIX.

Brief 255

Hamann hat offenbar seine Ankündigung wahr gemacht, seinen Briefwechsel mit Lindner einzuschränken, offenbar über zwei Monate. Ob Lindner auf die vage Ankündigung einer Berufung Hamanns nach Darmstadt (221,1) diesem eine Aufgabe gestellt hatte? 231,1.

230,31      guten Freundes: vielleicht Schultz, Hamanns Beichtvater.

231,13      Brief nach Berl.[in]: vielleicht an Nicolai.

14            Die Hamb.[urgischen] Urteile: wohl eine Rezension Ziegras, aber welcher Schrift Hamanns? Oder es ist die Staats-und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unabhängigen Correspondenten gemeint.

18            im Hypochondristen: der Zeitschrift Gerstenbergs.

Brief 257

Eine erneute, diesmal fast viermonatige Lücke in Hamanns Briefwechsel, d.h. wesentlich mit Lindner. Das hatte er ja bereits als vorsätzlich -und etwas kühl angekündigt (223,19ff.; auch 232,22). Es gibt keinen präzisen Anhalt für die eigentlichen Motive des Verstummens. Doch kann man mit Gründen vermuten, daß mancherlei Persönliches Hamanns Rückzug auf sich selbst verursachte: das häusliche Kreuz mit dem verblödenden Bruder, die prekäre, als Askese entworfene, aber schwierig darzulegende Beziehung zur Hamadryade, die Suche nach festem Beruf und gesellschaftlichem Ort. Seine Chiffre dafür ist, wieder einmal, der Knoten. Auch begann-wie zu erwarten-jene Kopistenstelle ihn anzuöden. Und ein Angebot, seine journalistischen Fähigkeiten weiter zu erproben, lockte trotz allem Bedenken (233,5ff.). Was aber sein Gesuch um Entlassung aus dem Probedienst anlangt, so ist, neben seiner eigenen Begründung (der Schlaganfall des Vaters am 25. Januar 1764), weitergehend auch zu vermuten, daß er, nachdem v. Moser, außer dem Angebot an Hamann, Prinzenerzieher zu werden, auch einen Wink auf andere Verwendungen (229,36ff.) gegeben hatte, sich Entscheidungsfreiheit verschaffen wollte. Und die im Juni angetretene Reise nach Frankfurt und zu v. Moser, scheint H. schon lange bewegt zu haben.

232,23f.    Der Herr hat alles wohl bedacht <...>: Str. 9 des Kirchenlieds v. Johann Crüger Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut.

26            Ihre gütige Zuschrift: nicht überliefert.

233,4        Unklar, worin Lindners Hilfe bestand: einen guten Sprung.

5              Die Zeitungen: Kanter hatte am 1. Dez. 1763 einen preußischen Gewerbeschein für die Herausgabe einer zweiten Königsberger Zeitung (neben der Hartungschen) erhalten; die Königsbergschen Gelehrten und Politischen Zeitungen erschienen ab 3. Februar 1764 jeden Montag und Freitag, bei einem Vierteljahrsabonnement von 2 Gulden. Hamann wirkt mit als leitender Redakteur; von ihm stammt bereits der Einführungsartikel (N IV, 265f.), in welchem der Charakter der Zeitung wie auch das Vertriebssystem bekanntgemacht werden; er schrieb auch den folgenden Essay über das Wesen der Neuigkeiten und des Denkwürdigen.

13            Kants Beobachtungen: Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen. Hamann rezensierte die Schrift im 26. Stück vom 30. April 1764 (N IV,289ff.).

18            Mosers Sammlung: Gesammelte moralische und politische Schriften.

21            Henriette: Anspielung auf Henriette Amalie Wirth, seit 1763 die Frau des Bruders Ehregott Friedrich Lindner. Hamann mochte sie nicht, aber 248,37ff.

27            Abschrift: nicht ermittelt, um welche für Tottien es sich handelt.

36            Lindausche Nachrichten: Jacob Ottos Zeitschrift; siehe Hamanns Rezension in den Königsbergschen Zeitungen, 9. Stück, 2. März 1764 (N IV,275ff.).

37            Schulzeitung: nicht ermittelt.

234,1        Der Sammler: zum Zeitvertreib und Nutzen.

4              Zachariae: wohl die Gelehrten Beiträge, 180,8ff.

6              Hintzens Cousine: vielleicht die Schwester des Magisters Reusch.

11f.          Geduld <...> Freude: Heb 10,36; Jak 1,2.

13            Kant: 233,13; Winkelmann: J. J. Winckelmann, Abhandlung von der Fähigkeit der Empfindung des Schönen <...>.

16            Lausons vom letzten Theil des Artzts: wohl eine Rezension von J. A. Unzers Wochenschrift.

18            Lieferungen: zu den Königsbergschen <...> Zeitungen.

21            an den Senat: der Universität, der die Professoren zur Mitarbeit zwingen soll.

23            ihr Aufsatz: unklar, von welchem der Lindnerbrüder.

28            Magazin: sollte etwa Kant es als wissenschaftliche Beilage zu den Königsbergschen <...> Zeitungen redigieren?

35            auch zu gewinnen: für die Zeitung. Kant hat denn auch im 3. Stück vom 10. Febr. 1764 veröffentlicht: Über den Fall Jan Pawlikowicz Z. Domozyrskich Komarnicki, den sogenannten Ziegenpropheten, und in den Nrn. vom 13.-27. Febr. 1764 den Versuch über die Krankheiten des Kopfes.

235,1        ihrer: Ihrer.

28            per Düttchen trödeln: für einen Groschen verhökern.

33            Ziegenpropheten: siehe Hamanns Beitrag zu den Königsbergschen Zeitungen, 3. Stück vom 10. Febr. 1764 (N IV,269) und Kants Aufsatz ebenda, vgl Z. 35.

34            caravane: H. denkt wohl an die seltenere Bedeutung des Wortes: den ersten Kriegszug junger Malteserritter gegen die Ungläubigen.

Brief 258

236,13      Ihren Brief: nicht überliefert.

15            Tod: Marianne Lindner starb am 8. Febr. (237,3).

18            Ruhen Sie <...> von ihrer Arbeit aus: Off 14,13.

28            lies imbris.

237,10ff.   Br. 256.

30            Den Brief: an Sophie Courtan, Mariannes Schwägerin, der deren Tod anzeigte.

32            Ihrer Anfrage: wegen einer vakanten oder zusätzlichen Stelle am Collegium Fridericianum, wie aus dem Folgenden hervorgeht.

238,6        Interessen: Zinsen.

10            dort: in Peterhoff, 235,13f.

16            alten Plan: vielleicht doch das Angebot v. Mosers mit ihm und am Ort, in Darmstadt, zu prüfen.

20f.          Austuschirungen: Retouchen oder auch Ausmalungen.

23            Hamann fürchtet, weil er von Lindner eine Kantkritik erwartet, Indiskretionen Kanters, des damaligen Verlegers Kants.

28            gelegt: eingeschätzt.

29            ins Publicum dringende Sache: wegen des Ziegenpropheten; siehe Hamanns Beitrag zum 3. Stück (N IV,269f.). Also war Rückfrage in Berlin nötig.

30ff.         Die verhüllte Darstellung von Hamanns Affaire mit der Zensur und dem Dienstweg ist im Einzelnen nicht zu klären. Er will wohl sagen: die der Kriegs-und Domänenkammer übergeordnete Instanz (Minister des 1.) genehmigte den Druck, was H. sich selbst als gelungenes ästhetisches Bubenstück an seinem soeben verlassenen LohnhE.: Lohnherren, zurechnet. Dann aber drohte (vom Himmel), offenbar aus Berlin, der Zorn der Zensur, welche nicht ersucht war, das Probestück, also das 1. Stück, zu confirmiren, und daher mit Rückfrage bei der Cammer drohte. Zudem: der Nachbar Kanter hatte viele zu prüfende Manuskripte vorgelegt und riskierte die Lizenz. Daher muß sich der Redakteur politisch verhalten und darauf sehen, daß vorwiegend die Werke ortsansässiger Gelehrter (darunter K.[ant]) rezensiert werden,-z. B. durch Lindner.

239,12      Geschichte eines jungen Herrn: die Rezension erschien im 8. Stück, 27. Februar 1764 (N IV,274); mit dem Versuch über die Verrückungen des Kopfes ist Kants Beitrag gemeint, 234,35.

15            3 Lindauschen Stücken: 233,36.

16            Hirzels Wirtschaft: Hamann lernte diese Darstellung des Socrate rustique Gujers (Klyjogg) in der Rezension der Ausführliche[n] und kritische[n] Nachrichten <...> des Jacob Otto kennen. Er erwarb sowohl Hirzels deutsche Ausgabe wie die französische Übersetzung (Biga 121/330); sein Urteil N IV,310. Vermutlich weckte diese Besprechung nun wiederum Goethes Aufmerksamkeit auf den philosophischen Bauern, den er dann in seiner Sturm-und-Drang-Hymne Wandrers Sturmlied als kleinen feurigen apostrophiert und dann auf seiner ersten Schweizerreise aufsucht (siehe A. Henkel, Wandrers Sturmlied).

23            Ode auf Hymen: unter den beiden dieses Titels, welche sich nur durch kleine Änderungen unterscheiden, ist wohl die auf die Hochzeit Christian Felix Weißes gemeint, Berlin 1763; sie hat ihre Pointe darin, daß die trunkenen Hochzeitsgäste das goldene Knieband der Braut rauben und unter sich verteilen. Eine Beziehung auf die Jacobische Hochzeit läßt sich nicht mehr ermitteln.

26            Literatur Briefe: in der Tat endeten sie mit dem 333. Brief vom 4. Juli 1765. Einen zusammenfassenden Neudruck der XXIV Teile mit 2 Registern legte F. Nicolai im nächsten Jahre vor, und dies war der Ausgangspunkt von Herders Fragmenten Ueber die neuere Deutsche Litteratur.

30            Mit Mutterhänden leitet Er: Str. 5 des Liedes von J. J. Schütz: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut.

33            polnische Geschichtschreiber: nicht ermittelt.

36            gemeint ist: wenn sich Lindners Wunsch, nach Königsberg zu kommen, erfüllt.

240,3        die andere: Henriette.

7              Daentler: 237,36.

11            alten redl.[ichen] Wirthin: Marianne Lindner; der Bruder hatte während seines Rigaer Aufenthalts bei Lindners gewohnt.

17            nicht gut: 1 Mo 2,18.

18            Ihre Thränen: Off 21,4.

Brief 259

240,25f.    selbige <...> erhalten: nicht überliefert.

241,1        Bei der Charakteristik von Lindners Bruder spielt Hamanns Aversion gegen dessen Frau Henriette eine Rolle, 233,21.

11-14        Der Widerspruch zwischen den beiden warnenden Ratschlägen erinnert an die des Polonius im Hamlet.

19            kleinen Füchse: Anspielung auf Hl 2,15.

25            Kr.[ickende].

28            Pr.[äsident v.] Dom.[hardt]; v B.[raxein], 242,7.

30            Einlage von der Mama: nicht überliefert.

31            Amtmannin: wohl die Mutter der Henriette Wirth.

34            gewißen Parthey: des Ehregott Friedrich L. und seiner Frau.

36f.          Landesvaters: Friedrich II., 255,5.

242,1        Inspectorstelle: am Collegium Fridericianum.

5f.           Regierung <...> Cammer: Berlin ... Königsberg.

9              HE D.[oktor]: E. F. Lindner.

10            Patron: v. Braxein.

19            Verfolgung: eine offenbar verhinderte akademische Karriere in Königsberg.

25f.          Ihre Recension: von Büschings Journal; es kann sich kaum um dessen Gelehrte Abhandlungen und Nachrichten <...>, Königsberg 1764, handeln. Deren 1. Stück sollte erst auf Ostern vielleicht im Druck erscheinen.

27            Bock: der auch als Universitätsbibliothekar tätige Theologe war zugleich Zensor, 248,26.

29            mehr Gerechtigkeit: leiser Vorwurf gegen Lindner, wie auch in Zeile 31f.

30            seel.[igen] Mann: dieser wie auch sein Schuldverhältnis nicht ermittelt.

32            Aqua: wohl Aliquid.

33            des Inspectors: nicht ermittelt.

34            D[oktor] B.[üsching].

37            Voltairens Geschichte: von Rußland.

243,3        XVIte Theil: Berlin 1763, von H. in den Königsbergschen <...> Zeitungen, im 13. Stück vom 16. März 1764, rezensiert (N IV,280).

4              wegen des Winckelmanns: Sendschreiben von Herkulanischen Entdeckungen, im 265. Brief.

5              Layenbruders Brief: im 258. Brief; Thornsche Brief und Hirtenbriefe: ist der Briefwechsel bey Gelegenheit einiger Briefe die Neueste Litteratur betreffend, Thorn 1762: Hamanns und Lindners Antworten auf Abbts Besprechung (im 231./232. Brief) von Lindners Schulhandlungen.

7              Nachgericht: Abbt hatte damals schon Lindners Sprache und pädagogische Ziele heftig kritisiert. Hamann erwähnt dessen neue Kritik der Schulhandlungen nur als Faktum; das aufgeschobene gantze Wort wird er nicht sagen; das deutet darauf, daß ihm Abbts Kritik im Detail so falsch nicht zu sein scheint. Daher die folgenden Beschwichtigungen.

10            Ihnen: ihnen.

15            Scholiasten: wahrscheinlich Büsching, 248,28.

21            dem Arnoldt vorgienge: dessen Vernunft-und schriftmäßige Gedanken von den Lebenspflichten der Christen, Königsberg 1764, Hamann im 17. Stück vom 30. März 1764 anzeigte (N IV,281ff.).

23            Intelligenzwerks: einer Rigaer Zeitung, 255,23.

24            Dithyramben: Willamovs; der Rezensent ist nicht ermittelt.

25            Journal etranger: die französische Zeitschrift, deren Geschichte Nicolai im 255. Literaturbrief skizzierte: 1. Phase 1754-1758, 2. Phase mit dem Abbé Arnaud als Initiator seit 1760; sodann referiert er im 255. und 256. Brief den Inhalt der Jahrgänge 1760 und 1761; die Abhandlung von den Dithyramben findet sich im Beschluß des 255. Literaturbriefs, wo es heißt: Ferner, finde ich eine Abhandlung von den Dithyramben, welche ursprünglich französisch geschrieben zu seyn scheint, als ein Beyspiel wird das Gedicht C y p e r n betitelt, aus dem [sic] Prosaischen Gedichten übersetzt, welches viel von einer Dythyrambe [sic] an sich hat.

27            Nachbar: vielleicht Hartknoch.

Brief 260

244,3        Beytrag: Lindners Rezension der türkschen Grammatik, mit fiktivem Absende-Ort, 248,23; 252,11; 253,18; 254,28.

5              sie: Sie.

19            HE. Bruder: Mariannes, Pierre Jeremie Courtan.

20ff.         Siebert sondierte in der Angelegenheit von Lindners Berufung nach Königsberg beim Feldmarschall Lehwald, dem Präsidenten der Kammer Domhardt, dem Kanzler der Universität, dem Hofprediger und Prof. Daniel Heinrich Arnoldt.

24            Kanterschen Sache: wohl die Lizenz für die Zeitung.

29            Arnoldt: 242,8.

31            niederlegen: den Dienst in Riga quittieren; der andere: Siebert.

33            Die (Academie) Universität hat sich vorläufig für Pisanski als Rektor der Domschule entschieden.

34            ihrer: Ihrer.

245,3        Oberburggräfl.[en] Amt: v. Rohd (Rhode) bekleidete dieses Amt seit 1753, als Nachfolger v. Dohnas, 244,25.

26            Intercession für einen anderen: Pisanski 244,33.

27            Hies.[igen] Rath: aus der Perspektive Lindners erörtert: gemeint ist der Stadtrat von Riga.

31            Verleger: Kanter.

32            Wegen des Todesfalles: von Kanters Schwester, 246,16.

246,5        Hipparin: Titel einer der Lindnerschen Schulhandlungen.

9              aus Braunschweig: von Gottlob Immanuel L.

11f.          Funck <...> recensirt: F. G. Pipers Historisch-Juridische Beschreibung des Marcken-Rechts in Westphalen. Halle 1763, in Königsbergsche <...> Zeitungen, 21. St. v. 13.4.1764, ohne Unterzeichnung.

Brief 261

246,26      Mit Arnold: Hamanns Rezension der Vernunft-und schriftmäßigen Gedanken <...>, erschien im 17. Stück, 30. März 1764, 243,21.

30            Herr Bruder: Ehregott Friedrich.

247,6        Hippel: ob sein Gedicht in den Königsbergschen <...> Zeitungen erschien, ist nicht zu ermitteln; in seiner Autobiographie erwähnt er ein solches nicht; Härder: wahrscheinlich nicht Herders Gedicht in drei Scenen Ein Fremdling auf Golgatha, erschienen in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 23. St v. 20. April 1764, sondern: Er ist Sieger, der mit dem Tode rang (Ostergesang), in: Königsbergsche <...> Zeitungen, 24. St v. 23. 4. 1764, SWS XXIX, S. 11ff.

11            Bücklinge: 244,6.

Brief 262

247,16      Verleger: Kanter.

23            Geldbuße: Bestechung, 265,18.

27            Schwager: Martin Siebert.

33            Brief: an den Präsidenten Domhardt.

248,8        Min.[ister] v. Br.[axein].

14            Patron: 242,10.

23            türkschen Grammatik: 244,3.

26            Bock: 242,21.

28            Scholiasten: 243,15.

35            Baumgartens: Siegmund Jakob B.

36            Einlage: vermutlich ein Brief an E. F. Lindner.

37            junge Frau: Henriette Amalie L.

249,1f.     Niemand <...>: Jer 9,3; Jer3,20 und Sir 9,1.

4              Klugheit <...> Einfalt: Mt 10,16.

5              klein Gedicht: Mendelssohn hatte der Bitte der Ältesten der Berliner jüdischen Gemeinde entsprochen und begrüßte mit diesen Versen die triumphale Rückkehr Friedrichs II. am 30. März 1763 nach Berlin, als der Friede von Hubertusburg den Siebenjährigen Krieg beendet hatte.

19            (beßer <...> ): Hamanns Marginalie, wie auch die kritische 250,1f.

250,10      in der Nachbarschaft: bei Hartknoch.

Brief 263

250,22      Verleger; Kanter, 248,21.

24            abgeredt: Hamann ist der Redakteursarbeit an den Königsbergschen <...> Zeitungen müde.

27            meines alten zerrißenen Plans: Rückkehr zur Zöllnerbude.

29            Expedition: Lindners Bewerbungsbrief an v. Braxein.

34            an Sie geschrieben: das Berliner Ministerium.

251,2        erstere: die Academie.

3              proprio Marte: durch seine Mars-Zugehörigkeit (seine Kriegslieder!) genießt Ramler offenbar die Unterstützung des Mars, nämlich Friedrichs II., bei seiner Königsberger Bewerbung.

5              ihr Gesuch: Ihr.

8              Secr.[etär] der Acad.[demie]: Christ, 250,35.

11            das harte P.: Pisanski, der Rektor der Universität; das weiche B.: v. Braxein, der Etatminister in Berlin.

13            Deference: Ehrerbietung.

14            leiht dem Pluto <...>: ist er etwa bestechlich? 252,34ff.

16            wie Michael: Jud 1,9.

20            Hippel: Der Funckschen Gruft <...> gewidmet.

22            Pipers: Piepers, 246,11f.

23            Hexe von vier Wochen: von G. Ch. Weitzler, Rezension in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 19. St v. 6. 4. 1764.

24            dramatische Ode: wohl Herders Ein Fremdling <...>.

26            pindarischer Versuch: Herders Ostergesang.

27            Kants Betrachtungen: Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen; Hamanns Rezension erschien am 30.4.1764 (N IV,289ff.).

28            Michaelis: Hamanns Rezension, Montag 16. April 1764 (N IV,284ff.).

32            Grünhofsche Sache: Suche eines Hofmeisters für die Baronin v. Witten, 176,28; 215,29; 218,19.

36            Comte de Gabalis: von Montfaucon, Abbé de Villars, N IV,315 und Biga 150/360; Lindner hatte eine Übersetzung fertig, 252,2 und 253,13.

252,4        Büschings Journal: 242,26; es wird bei Driest in Königsberg gedruckt.

5              Rezension: vermutlich nicht zustande gekommen.

8              Beytrag des Hypochondristen: die Zeitschrift Gerstenbergs.

11            türkschen Grammatik: 248,23; 253,18; 254,28.

22            Bibliothek: <...> der schönen Wissenschaften und Künste, hg von F. Nicolai.

25            HE Zeise: Hamann vertrug sich also wieder mit dem Buchhändler.

Brief 264

252,1        Praesidenten: v. Domhardt, Br. 262.

253,5        Mecaen: 248,13; lies sobrie et caute.

6              Braunschweig: an G. I. Lindner, vielleicht mit Auftrag an Zachariae, 258,6.

11f.          Kant dedicirt: den Beobachtungen über das Gefühl <…>.

15            Pr.[ofessor] Wegelins: Hamanns Rezension war am 4. Mai 1764 erschienen (NIV,293ff.).

16            Göttingschen Homiletik: v. Michaelis, 257,31f.

17            Montague: Hamanns Rezension erschien am 7. Mai 1764 (N IV,296f.).

18            türkscher Auszug: Lindners, 252,11; 254,28 u.ö.

19            Voltaire: welches seiner Werke Lindner rezensiert hatte, ist nicht ermittelt.

33            Ebentheurer: die Reise nach Frankfurt zu F.C. v. Moser, die er, reisefertig (254,25), seit längerem plant.

36f.          das Engl.[ische] <...> paar guten Freunden angefangen: darunter Herder, 262,25.

37            Lauson: als Konkurrent um die Stelle des Prof. poeseos, 251,7ff.

254,4        Unter der erotischen Metapher warnt Hamann davor, die eroberte Professorenstelle zu überschätzen, siehe den Anfang 265.

Brief 265

254,14      Lindner vermutete offenbar freimaurerischen Widerstand gegen seine Berufung.

21            Der Welt Feindschaft: Jak 4,4 umgewendet.

27            das Werk: die Redaktion der Königsbergschen <...> Zeitungen.

28            Ihre arabische Grammatik: 252,11; 253,18.

29            Schenksfelder: recte Schieferdecker.

255,5        Landesvaters Ankunft: wurde nach dem Frieden von Hubertusburg (15. Februar 1763) und dem Abzug der russischen Besatzung erhofft. Aber Friedrich II. kam nie wieder nach Königsberg; offenbar als Strafe dafür, daß die Stadt der russischen Kaiserin gehuldigt hatte (Gause II,164).

10            Schäffner: Scheffner.

Brief 266

255,14      Fiscal: Ch. A. Tottien aus Mitau. Er war, wie man aus Andeutungen in den folgenden Briefen schließen kann, Hamann als Ratgeber für dessen weiteren Lebensplan behilflich-und auch bei der Besorgung des Passes.

20            Paean: Lausons <...> Friedrichs Palmen geheiliget, auf den Frieden von Hubertusburg; in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 31. St v.
18. 5. 1764.

23            Voltairens: 253,19.

23f.          Rigische Intelligentzwerk: 262,32.

25f.          Es geh nun <…>: aus der letzten Strophe von Paul Flemings Lied In allen meinen Thaten.

26            nach Warschau: mit Tottien, 257,27f.

35            flucht <...> lebt: AT passim, Rö 1,27 u.a.

256,5f.     Die Preisaufgabe für 1763, bereits 1761 gestellt, lautete: "Sind die metaphysischen Wissenschaften derselben Evidenz fähig wie die mathematischen?". Der Arbeit Mendelssohns, der Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften, anonym unter Nr. 20 bei der Berliner Königlichen Akademie eingereicht, hatte die Philosophische Klasse in ihrer Sitzung vom 26. Mai 1762 den Preis zuerkannt; Kants Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral, anonym unter der Nr. 28 eingereicht, erhielt, bei zunächst gleicher Stimmenzahl, das Accesit, dann durch Sulzers revidiertes Votum den zweiten Ehrenplatz; in der Sitzung vom 2. Juni wurden die Namen der Verfasser verkündet.

22            Contributionen: in Erinnerung an die Kriegskontributionen, welche den ostpreußischen Städten zu einem Drittel und den Bürgern Königsbergs zu zwei Dritteln durch die russische Besatzungsmacht auferlegt worden waren (1758 für Königsberg 2 000 000 Gulden und bald darauf eine weitere in derselben Höhe, dazu Kopfsteuern etc.), -fürchtet Hamann offenbar nun, nachdem die preußische Verwaltung wieder eingesetzt war, neue Sondersteuern.

23            Wohlan nun ihr Reichen!: Jak 5,1.

26            lies Sic itur ad astra, nach Verg. Aen. IX,641 (so steigt man zu den Sternen); es sei denn, Hamann habe wirklich iter: der Gang, der Weg gemeint.

Brief 267

256,34      Hamanns Lust an der Strategie! Temporisiren: abwarten, zögern, wegen der Stelle am Collegium Fridericianum, dem Gymnasium in Königsberg.

257,1        mit neuen Ehren: wegen seiner Verdienste als Gouverneur in Gumbinnen wurde v. Domhardt nach dem Krieg vom König zum Präsidenten der Kammer und damit zum Oberpräsidenten der Provinz (Ost)Preußen befördert.

2              Arnoldt: der Hofprediger und spätere Direktor des Collegium Fridericianum.

7              Fiscal: Tottien.

13            bei meinen Freunden: Rosenkrantz in Lübeck.

21f.          mit seinem jungen HE.[rrn]: nicht ermittelt.

28            meines Freunds: Tottien, 255,26.

30            erste Einfall <...> 2 übrigen: Fremde Einfälle (1. Einfall bey der Recension der Dithyramben im 30. Stück, 2. Beytrag zu unbekannten anakreontischen Gesängen noch roher Völker, 3. Bey Gelegenheit der Bitte des Pabstes <...>:, in Königsbergsche <...> Zeitungen, 37. St v. 8. 6. 1764.

32            wegen ihrer Homiletic: 253,16.

258,6        an Zachariae: 253,6f.

8              Exemplarien: welcher Schrift, kann nur vermutet werden; wahrscheinlich sind es die Fünf Hirtenbriefe; lies 2 Exemplaria.

15ff.         Herz! freu dich: aus Strophe 5 des Liedes von P. Gerhard Nun ruhen alle Wälder.

Brief 268

Wohl der erste Brief Herders an Hamann, vermutlich am 7. Juni 1764 geschrieben. H. war bereits 1762 auf den Achtzehnjährigen aufmerksam geworden (147,23), als einen angeblichen Hermes aus Morungen, den Verfasser einer Ode: Gesang an den Cyrus. Aus dem Hebräischen übersetzt. Er erfuhr bald dessen Verhältnis zu Trescho, und zwei Jahre später kam es mit dem Studenten in Königsberg zu einer emphatischen Lehrer-Schüler-Freundschaft im Zeichen des Sokrates, 266,4. So ist er bald Hamanns lieber Herder, mit dem er englische Autoren, vor allem Shakespeare, liest und den er vielfach fördert.

258,25      lezte Kränkungen: die wohl mit Hamanns Ausscheiden aus der Redaktion der Königsbergschen Zeitungen zusammenhängen.

27            "Ich geh mit Gott!": wohl der Abschiedsgruß. Die reimlosen Quatrains, die, im hohen Ton, fünffüßige (Blankvers) und dreifüßige Jamben kombinieren, verstand Herder, gemäß seinen frühen poetologischen Studien, als dithyrambische Ode, wie denn der formauflösende, ekstatische Dithyramb -als Nachahmung des mißverstandenen Pindar- eine europäische Mode wurde, 243,24ff. Zu deren Stil gehört die taumelnde Syntax bis zum kunstvollen Stammeln. Das Gedicht ist übrigens, in seinem sakralisierenden Synkretismus, ein Keim zu der Sturm und Drang-Legende von Hamann als dem neuen (christlichen) Sokrates; SWS XXIX,251.

33            Helenens Brüder: die Dioskuren Castor und Pollux, nach Fabel 77 des Hygin.

259,9        frech u. verzagt: Jer 17,9.

11            Wolkengotts: der homerische Zeus als Νεφεληγερετης, Wolkenversammler.

13            die Taube: 1 Mo 8,8ff.

16            lies (s. Jona 2).

19            Laub: Anspielung auf Spr 11,28.

Brief 269

Hamann entgegnet dem Herderschen Überschwang eher reserviert - und pädagogisch ihn zur Diskretion anhaltend.

260,6        nach Braunschw.[eig] und Frkf.[Frankfurt]: an G. I. Lindner (auch Zachariae?) und an v. Moser.

17f.          anthologie: nicht in der Biga; diese Ausgabe ist nicht ermittelt.

Brief 270

261,5        260,6.

17            Harre <...>: Ps 27,14.

22            erfreuliche Zuschrift: nicht überliefert.

29            alle unsere Blutsfreunde: wohl die Familie Rosenkrantz.

Brief 271

262,16      lies [nach dem 10. August 1764]. Der Brief lag dem verschollenen von Hamanns Vater bei, 266,32.

19            Abreise: am 8.6.1764 nach Frankfurt/Main.

21            keinen erhalten: wann endlich, ist nicht zu ermitteln; auch nicht, ob Briefe während Hamanns Reise nach Frankfurt u. a. gewechselt wurden. Denn ab Ende September traf man sich wieder in Königsberg, Br. Herders an J. G. Lindner vom 5. Oktober 1764: Nur immer gut, daß Hr. Hamann wieder zurück ist, und daß alle Ihre Wünsche meistens erfüllt sind, die Sie in Ihrem Briefe thun. Seine Wolke der Hypochondrie ist etwas verstreut, und er ist so heiter, als Bion, da er einen Theil seines Goldes ins Meer warf, um hernach leichter springen zu können. Kommen S i e insonderheit nach Königsberg, so wird er gewiß wie ein berauschter Riese völlig vom Schlafe aufwachen [Anspielung auf die Aesthetica in nuce (N II,200, 22)] und Ihnen Bewillkommnung zujauchzen.

22            M.[agister] Lindners Brief: nicht überliefert.

24            Brittischen Lehrer: Hamann.

29f.          Hartknoch <…> abgewiesen: als Mitverleger der Königsbergschen <...> Zeitungen, hatte bei Herder vorgefühlt, die Redaktion zu übernehmen, 265,9.

30            Die genannten Beiträge zu den Königsbergschen <...> Zeitungen sind im einzelnen:

31            Denkwürdigkeiten der Westminsterkirche: v. Karl Heinrich Langer. Die Rezension von Lauson in: 38. St v. 11. 6. 1764.

32            Rigische Zeitungsnachrichten: Inhaltsangabe der Rigischen Anzeigen von allerhand Sachen. Jg. 1761, Fortsetzung, in: 40. St v. 18. 6. 1764, 255,23; Werners: Johann Gottfried v. W., Iam calor increscit, provectior aestuat annus, in: 41. St v. 22. 6. 1764.

33            Schulzens Gedichtlein: wohl Johann Schultz, Ueber die Gesänge der Madame Karschin, in: Königsbergsche <...> Zeitungen, 39. St v. 15. 6. 1764; M. Karschin: Madame Anna Luise Karschin, deren Auserlesene Gedichte 1764 (recte 1763) bei G. L. Winter, mit Vorrede von Sulzer, erschienen waren. Herder wird über sie in der 2. Fragmentensammlung handeln (SWS I,350ff.).

33f.          Gleims Gespräche: Gespräche mit der deutschen Muse. 1. Gespräch, in: 41. St v. 30. 3. 1763.

263,1f.     Kanter <...> Geschmackvoller Aufseher erschien: im 42. St v. 25. 6. 1764 ein Avertissement.

6              Pazke: Patzke, der vergreiste, weil er die Wochenschrift Der Greis herausgab.

15            3. eingeschickte Schreiben: im 42. St wurden gedruckt: 2 Schreiben an die Verfasser der Königsbergschen Zeitung, gezeichnet Vincenz Urban, und das angeblich von J. G. Böhme verfasste lateinische Schreiben.

16            Exstat <...>: Da zeigt sich im Schreiberwesen ein Zuchtmeister der Bücher, oder vielmehr Scharfrichter, gebürtiger Böhme, bäurisch-roh in seinem Benehmen, aus Anlage halsstarrig, anmaßlich, geizig: wenn man seine Geistesart betrachtet, dürfte sie nicht gänzlich der Anmut entbehren, wenn man jedoch seine Urteilsfähigkeit anschaut, dann müßte man sie auf böotischen Ursprung zurückführen u.s.w.

20            der einzige Lateinische HE. Aufseher: allein Kanter wunderte sich.

24            credat <...>: Herder appliziert Hor. sat. I,5,100 (Iudaeus).

28f.          Gedanken über die Gedanken <...>: im 53. St v. 3. 8. 1764 Ueber das Denken der Seele vor der Geburt.

31            R.[évérend] Pere--Chauve souris: ehrwürdige Vater Fledermaus.

32            nicht unbekandten Dichters: wahrscheinlich Trescho: Phantasie, in: 53. St v. 3. 8. 1764.

34f.          die Basedowsche <...>: im 43. St v. 29. 6. und, die Fortsetzung, im 44. St v. 2. 7. 1764: J. B. Basedow, Methodischer Unterricht.

36ff.         T.[rescho] schrieb <...>: Gedanken über die Ausbreitung der Wissenschaften, und einer verbesserten Erkäntniß, in: 46.-48. St v. 9./13./16.7.1764.

264,3f.     unnützes Stück <...> Schneckenschalen: im 50. und 51. St v. 23. und 27. 7. 1764: Von der Art, wie die Schalen der Schnecken entstehen. Das Brem.[ische] Magazin ist, nach Herder Briefe Band 10, S. 653 das Universal Magazin, Juli 1756, S.13.

5              Anhandlung über die Handlung: im 45. St v. 6. 7. 1764: Von der Handlung; Morgenl.[ändische] Geschichte: im 55. St v. 10. 8. 1764: Das Gesicht des Einsiedlers Abdallah. Eine morgenländische Erzählung.

6              scheinen Kant zu verrathen: wohl Irrtum Herders.

12            Hippels Rhapsodie: Nehmt Klüfte-nehmt einen Jüngling auf, im 44. St v. 2. 7. 1764; Dorfempfindungen: im 44. St v. 2. 7. 1764.

12f.          Willamovius Sammlung <...> Lauson: im 46. St v. 9. 7.1764: Rezension: Sammlung, oder nach der Mode: Magazin von Einfällen.

15            Dithyrambensänger: Willamov, 265,22.

30            angefeilscht: angeboten. Herder sollte Nachhilfeunterricht im deutschen Stil geben.

31            kein Sokrat eine Grazie bildet: nicht einmal Hamann.

32            Simon: der legendarische Schuhmacher in Athen, dessen Werkstatt Sokrates oft soll besucht haben, siehe die sog. Sokratikerbriefe aus dem Rom des 1. Jh. v. Chr.; auch Plut. mor. 776b.

265,3        vor mich: im eigenen Namen.

4              Geruch meiner Verwesung: N II,353,25f.

5f.           Böotisches dickluftiges Thebe: Königsberg. Die sprichwörtlich dicke, weil feuchte Luft Böotiens beruft Horaz (ep. II,1,244), seine Bewohner galten als schwerfällig und begriffstutzig.

6              Hartknochs Pope: wohl ein Übersetzungsangebot.

9              durch H.[artknoch].

10            vom Kollegio Fr.[idericiano]: Herder unterrichtete zeitweise am Collegium Fridericianum, Brief an J. G. Lindner vom 29. August 1764 (HBGA 1, Nr. 5).

13            Fingal: Hauptfigur der Ossianischen Dichtung.

15            Poetische Stelle: die Professur; vor Schlegeln: für den Rigaer Rektor Gottlieb Sch. setzt sich der Freiherr von Fürst und Kupferberg ein.

17            Arnold: Daniel Heinrich Arnoldt.

18            Lindner böte Geld: Rat 241,24; 247,23ff.; 251,14; 265,18 und die Anfrage 274,7f.

22            Tr.[escho]; Dithyrambenrecension: der anonym erschienenen Dithyramben des Thorner Prof. Willamovius, des Sohnes seines Mohrunger Religionslehrers, im 30. Stück v. 14.5.1764 der Königsbergschen Zeitungen, SWS I,68-72.

26            Oberländische Dechant: Trescho.

27ff.         das Studentenliedchen: noch im Reichs-Kommersbuch, ed. Hofmann von Fallersleben, 1870, eine Travestie der lat. Nachdichtung eines jüd. Osterliedes: Die 12 heiligen Zahlen: Unus est Deus <...> Duo sunt testamenta <...> Tres sunt patriarchae <...> Quatuor evangelistae.

30            Merkurstab: den Heroldstab oder Zeichen des Boten.

31            Oelzweig: 1 Mo 8,11.

34            Spleen: Melancholie, der Plan einer Ehe zur linken Hand: eine (Sind Sie auch vergnügt?) fehleinschätzende Anspielung auf Hamanns Konflikt in seinem Verhältnis zur Magd des Vaters. Herder versteht das nicht, wie Salomo viererlei nicht versteht, Spr 30,18f., etwa den Weg der Schlange am Felsen; 261,14ff.

266,4        Ihr Dodslei: Dodsley, A Collection of Poems by several hands, von Hamann geliehen.

15            in Straßburg: Herder muß aus dem (nicht überlieferten) Brief an Hamanns Vater von diesem Plan erfahren haben, aber wohl nicht den Zweck, den blinden Dichter Pfeffel zu besuchen.

16            M.[oser].

17            Engelländer: englische Autoren.

17f.          Die Schwalbe, die nicht mehr singen konnte, lernte bauen: diese Fabel erzählt Lessing, zuerst: Schrifften, Bd 1, 1753.

19            schon 7. Tage: Anspielung auf die Aesthetica in nuce, N II,197, 19ff.

21            St. Preux: in Rousseaus Julie ou La Nouvelle Héloise, der an George Ansons Weltumsegelung teilnimmt.

22            klingende Schelle: 1 Ko 13,1.

Brief 272

266,31      Ihre Zuschrift: nicht überliefert.

32            Beylage: die neben einem Wechsel über 50 Gulden, 267,4, wohl auch Herders Brief enthielt.

34            reisefertig: daß er mittlerweile in Straßburg, Colmar und Basel w a r, stand wohl in jenem nicht überlieferten Brief.

267,6        Meine Frucht: Spr 8,19.

10            Haushalters: Lk 16.

21            Zwiebeln <...>: nicht ermittelt.

25/30       Ob es nur Geldmangel war, daß Hamann nicht die Rückkunft v. Mosers abwartete? Daß er ihn verfehlte, könnte ihm auch zum Zeichen gedient haben, es sei ebendies gut, weniger dem Subjekt Hamann (mir) als dem Objekt göttlicher Vorsorge (dir).

32            Seiner Wege <...>: 1. Str. des Kirchenlieds (des Frh. von Bunsen) Meine Seele senket sich in Gottes Herz und Hände.

Brief 273

Hamann ist am 29. September (Michaelistag) von der erfolglosen Reise zurück.

269,6        HE Bruder: Gottlob Immanuel L.

21            Stückgießerin: die Stücke: Kanonen gießt.

32            Collaboratorstelle: Hamann denkt sogleich an Herder.

270,8        Artzt: Lk 4,23.

Brief 274

270,20      zärtlichste Dank: Herder hatte ihm von den Rigaer Möglichkeiten berichtet und Lindner selbst schon am 16. Oktober gedankt, HBGA 1, Nr. 7, 32.

26            Parthenios: lies Parthenias; es ist der Beiname des Vergil: der Jungfräuliche, seiner sittlichen Reinheit wegen, siehe Serv. Virg. Aen.; Auson. Idyll. 13.; zwischen Parthenias und hat vergaß Hamann wohl genannt einzufügen.

29            Gesellschaft Ihrer jetzigen Landsleute: Anspielung auf seine Freundschaft mit den Berens'.

34            triefenden Augen: wegen einer Fistel, die dann 1770 in Straßburg, in Gegenwart des jungen Goethe, durch den Ophtalmologen Lobstein operiert wurde, übrigens erfolglos, siehe den 2. Teil, 10. Buch von Goethes Dichtung und Wahrheit.

271,3        daß er ein Pohl ist: wegen seines polnischen Abschieds von der Rigaer Domschule.

5              HE. Bruder: Gottlob Immanuel L.

7f.           aus Frankf.[urt] habe 2mal geschrieben: nicht überliefert.

8              eignen: Bruder.

13            M.[agister] S.[iebert].

17            seines Berufs: Berufung; Herder erhielt sie gegen Ende Oktober, siehe seinen Brief an Lindner v. 31. Oktober, HBG I,33f.

18            Durch das (zu ergänzende) Horazzitat nimmt Hamann den Vergleich Herders mit dem jungfräulichen Vergil wieder auf.

Brief 275

271,29      werthe Zuschrift: nicht überliefert.

31            Vaterstand: durch die Geburt der Tochter Brendel am 24.Oktober 1764.

34            homme de lettres: von Garnier, 290,26.

272,2f.     baldige Abreise: Herder verließ Königsberg am 22. November.

3              Ihren Freund: Nicolai.

4              Defect: 269,35.

7              lies All' estremo del Mondo.

11            lies gioco.

17            kleine Abhandlung: Kants Träume eines Geistersehers.

20            Schwedenberg: Swedenborg.

Brief 276

273,18      letzte Unglück: der Großbrand vom 10./11. November, der von der altstädtischen Lastadie ausging und bei starkem Westwind bald auf die Stadtviertel Löbenicht und Sackheim übergriff, sie nahezu vollständig vernichtete: Vier Kirchen mit ihren Schulen, das löbenichtsche Rathaus, das Große Hospital, 49 Speicher und 369 Häuser wurden ein Raub der Flammen, dazu das auf den Pregelwiesen lagernde Holz einschließlich der königlichen Holzkämmerei. 27 Menschen kamen im Feuer um; viele, die sich auf den Ladebrücken am Pregel zusammendrängten, wurden mit Kähnen über den Fluß gebracht (Gause, 168). Siehe auch Nettelbecks Lebenserinnerungen, 1821/23. Ein Jahr später gedenkt Hamann dieses Tages, 352,19. Durch einen weiteren Großbrand wird die Stadt im Jahre 1769 heimgesucht werden.

25            lies unter.

26            Pitaval: Biga 91/266.

36            lies Lettres persannes: recte Persanes, von Montesquieu.

274,2        L' Art d' aimer: von Bernard.

8              Aus Braunschweig: v. Gottlob Immanuel Lindner.

9              einen Brief bekommen: nicht überliefert.

19            neuen Bewohner: Cholevius, 279,13 und 318,3f.

35            des Jünglings: hg. von Cramer, Ebert u.a.

36            lies Ansehung.

37            Buchladen: Zeise; sittl.[iche] Reitzungen: v. J. G. Lindner.

Brief 277

275,9        Ich schrieb <...> letzten Brief erhielt: nicht überliefert.

21            Vorschläge zu einem Logis: in Königsberg für Lindner.

22            Münzmeister: Johann Julius Göschen.

32            Sie: sie (die Sachen).

276,1        mildthätige Beytrag: offenbar eine Spendensammlung für die Geschädigten des Brandes in den Königsberger Stadtteilen, 273,18.

12            alte Wärterin: nicht ermittelt.

13            in der Noth: der Feuersbrunst.

16            HE Bruder: Ehregott Friedrich L.

18            kleinen August: im August war sein Sohn Friedrich Georg Ludwig geboren worden.

Brief 278

276,28      Anstand: Anlaß zum Vorwurf, 278,7ff.

33            Zu dieser Angelegenheit 281,16ff.

35            Kow.[alewski].

277,12      Crönungs- und Geburtstag: das 25. Jubiläum der Krönung war im Jahre 1765 zu begehen; die Erinnerung des Geburtstags (24. Januar 1712) sowieso.

26            schwierig: nicht mit allem zufrieden, widerständig, rar.

29            Gellerts Tode: G. starb erst am 13. Dezember 1769; zu Hamanns Berichtigung 285,5.

Brief 279

278,4        letztes vom 5ten: nicht überliefert.

7              letzten Exordii: Briefbeginn 276,26ff.

10            276,33ff.

15            Unterhändler: Lauson.

25            vor Kunstrichter und Lesern: Anspielung auf seine Schrift von 1762 (N II,339-349).

29            neuen Arbeiter: Herder.

279,5ff.    Protocoll: 277,5ff.

8f.           προσεχετε δε απο των ανϑρωπων: hütet euch vor den Menschen, Mt 10,17.

13            Collevius: Cholevius, 274,19f.

14            Hochzeit: 276,11.

22            Wie?: Das Fragezeichen bezieht sich auch auf den folgenden Satz.

34            Prorector: Johann Christoph Hampus.

280,13      Schadloshaltung: 276,3ff.

22            schäffert: herumwirtschaftet, herumwerkelt.

Brief 280

Hamann ist ärgerlich, weil ihm -nach all seinen diskret-taktischen Hilfen bei der Berufung Lindners- dessen voreiliger Gehorsam (unzeitiges obsequium, 282,31), dem Senat der Universität unaufgefordert ein Gedicht auf den König (anläßlich des 25. Jubiläums seiner Krönung), dazu noch indirekt, einzureichen, als streberhaft und taktlos mißfällt. Die Erwähnung des Psalms 66 zu Beginn ist bereits ein strafender Wink: man sollte eigentlich nur Gott lobsingen -und nicht dem irdischen Herrscher.

281,5f.     lateinsches Gedicht: Hamann beachtet die Vorgeschichte, indem er es durch Lauson (!) dem Rektor Quandt übermitteln läßt.

19            auf das Feuer: den Brand in den Stadtteilen Königsbergs, z. B. im Löbenicht.

36            Vetter: Nuppenau.

282,4        wunderlich: Ps 66,3; Ps 139,14; Off 15,3.

37            Dignus, dignus est <...>: das Molière-Zitat verweist Lindners Kriecherei in den Bezirk der Komödie.

283,6ff.    Die nachträgliche pädagogische Interpretation seiner Vorwürfe dürfte wohl nicht ganz aufrichtig sein.

32            Jupiter: Anspielung auf Io, Ov. met. I,588ff.

284,1        Faber: möglicherweise der Thesaurus des Basilius Faber.

Brief 281

284,14      Correctur: der Publikationsort ist nicht ermittelt, 292,35; auch Z. 33: 2 Fehler.

24            Pancirollum: Guido Panciroli.

26            Zachariae: welcher Z., Just Friedrich Wilhelm oder Gotthilf Traugott und welches Werk nicht ermittelt.

27            lies Georgis, Georgios.

28            recte: εξαμερον.

28f.          Iambi εις τον ματειον βιον: über das eitle Leben, treatise of the vanity of life after the manner of Ecclesiastes (Encyclopedia Britannica, vol. 11, 1911).

31            Quandt: 286,24ff.

285,1        verecunda <...> pudibunda: beide in der Bedeutung schüchtern, schamhaft, verschämt, so daß wohl eher euphonische oder metrische Gründe für die Änderung des Verses vorgebracht wurden.

5              Nachricht: 277,29.

17            Minister von Br.[axein].

Brief 282

286,23      Kow.[alewski].

31            zum Oncle: nicht ermittelt.

287,8        Proceß: mit der Witwe Rogall.

21            guter Freund: wohl kaum Scheffner; vom Uhrmacher: Anspielung auf Hippel, wegen seines Lustspiels Der Mann nach der Uhr.

36            Ohne mich: Jh 15,5 und Phl 4,13.

288,4        Tack: Thack, 293,29f.

289,11      2ten Theil s[eine]r LiteraturBriefe: Briefe über die neueste theologische Litteratur.

13            Hanals: Henochs, Heb 11,5, Ueber Herrn Hofrath Michaelis Meynung <…>.

16f.          kleine Anecdote: Trescho zitiert in der Vorrede die Zuschrift einer Nachfolgerin Jesu: Ein Herz, das in eine wahre personelle Connexion, nach dem einem gewissen seligen Lehrer gewöhnlichen Ausdruck, der S. 30 in den sokratischen Denkwürdigkeiten den vielbedeutenden Namen eines feinen und richtig denkenden Schwärmers führt, mit dem Heilande gekommen ist, kann nichts anders unter allen Berufsgeschäften, bey Wachen und Schlafen thun, als vor seinen Augen schweben, und in seinen Wunden leben; und es ist jede Viertelstunde unglücklich, in welcher es diese Seligkeit vermissen muß. Es mangelt uns an solchen Schriften, die einem solchen Herzen wie ein Anstrich dienen könten, wenn sie durch mancherley äusserlichen Druck ein wenig matt geworden sind.

22            Collaborator: Herder.

Brief 283

Der zweite Brief Herders aus Riga; Hamann erhielt ihn vergleichsweise schnell, am 21. Januar 1765.

289,33      Ankunft: Ende November 1764. Den ersten Brief, der nicht überliefert ist, erhielt H. erst am 7. Januar, 292,11; 296,23ff.

290,1        blasts: Windstöße.

2              Windes aus der Wüste: Jer 13,24.

8              Ihnen zu danken: durch die Empfehlung an Lindner.

10            guten Rektor: Lindner.

12            Luther <…> paßt: des Katechismus.

13            sehr mäßige Arbeit: an der Domschule.

17            in Lübeck <...> der Brief: wohl 269.

18f.          wie Young von unausgepackten Gedanken: aus The complaint; or Night-Thoughts, Night the Second, Vers 466f.: Thoughts shut up, want air, and spoil, like Bales unopen'd to the sun: Verschlossne Gedanken wollen Luft, oder verliegen wie Warenlager, denen die Sonne fehlt. Auch Dithyrambische Rhapsodie, SWS XXVII,392.

20            Schwarz: Johann Christoph Schwartz, der Scholarch der Domschule.

21            Abhandlung von der Ode: Fragmente einer Abhandlung über die Ode, SWS XXXII,61-85.

24            Graeca fide: bar kaufen, weil die Griechen als unehrlich galten.

24f.          ob die Gottesläugnung <...>: Tietz' Übersetzung v. Stephan Thourneyssers Lettre d'un philosophe.

27            Rousseau´s Platon: wohl De l´imitation thêatrale. Essai tiré des dialogues de Platon.

31            45. Stück des North Britons: das zu dessen Verbot führte. Hamann übersetzte es für die Königsbergschen <...> Zeitungen, 25.-27. Stück, 1765, N IV, 298-304.

33            Rudera: Plural von lat. rudus: Schutt.

36            Anchises: den Vater.

Brief 284

291,14      das eine: sein Kasten, offenbar mit seinen in Riga verbliebenen Büchern, 285,21ff.; 293,14.

292,11      Einlage von HE Herder: 289,33.

22            Diaconus: Trescho.

28            Layenbruder: v. Moser.

30            Wegen des SchulCollegen: es geht um die Schulden, die der Bruder noch immer bei Lindner hat.

34            den Geburtstag: des Königs.

Brief 285

293,15      Servietten: Ledertaschen.

28            Pres.[identen] Tochter: v. Domhardt.

29            Rect. T[h]ack: 288,4ff.

294,8        Str.: Stadtrat.

33            Morungers: Treschos.

Brief 286

Antwort auf den nicht überlieferten ersten Brief Herders aus Riga, 296,23, und auf 283.

296,32      Handschrift: des J. Chr. Schwartz, 290,19ff.

33            Buch: 290,24f., Thourneysser in der Übersetzung von Tietz.

297,1        eignen Msts: Manuskripts, 290,21ff.

11            Ihres eingerückten Stücks: die Überarbeitung einer noch in Königsberg gehaltenen Schulrede Ueber den Fleiß in mehreren gelehrten Sprachen, erschienen in: Gelehrte Beyträge zu den Rigischen Anzeigen aufs Jahr 1764. XXIV. Stück; dazu der am selben Ort (1765. I. Stück) erschienene Aufsatz Aussichten über das alte und neue Jahr, SWS I,1-12.

24            Im Folgenden antwortet Hamann auf die literarischen Mitteilungen Herders von 290,32ff.

35            lies Paraphrase.

298,1        Ihren Gruß: an den Bruder, 290,36f.

4              Psalmist: Ps 32,9.

6ff.          εαν υποστειληται oυκ ευδοκει η ψυχη μου εν αυτω: wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele keinen Gefallen an ihm, υπομονης [γαρ εχετε] χρειαν […]: Geduld aber habt ihr nötig, Zitate aus Heb 10,36-39.

14            Schwaben: weil diese angeblich erst mit 40 Jahren klug und lebensreif werden (Schwabenalter); es wird also epoque in seinem eigenen Leben machen. Jedoch ist die Einsicht, daß die Phryger spät zu Verstand kommen (sero sapiunt Phryges), besser, als die Hoffnung ins Unbestimmte zu verschieben.

21            lies französi[s]che.

26            im Original: préestablie.

29            transpiratione insensibili: von dem unbemerkbaren Schweiß.

30            το μικρον: das Kleine.

32            La connoissance de l'existence réelle <...>: 4. Buch, Kap.3, § 21.

35            L'apperception <...>: Zitat aus 4. Buch, Kap.9, § 2.

299,5        lies qu'il y [a]; diese [dem von Hamann eingefügten jene entsprechend] <...> [einzufügen nach dem Original] parce qu'il y a immediation entre] le sujet et le predicat.[um].

13            lies quelques.

26ff.         Hamann referiert 4. Buch, Kap. 2, § 13.

300,10      L'invention <...>: 4. Buch, Kap. 17, § 4.

29            lies Et c'est [là] l'objet <...>.

301,20      die Adern des Marmors: Leibniz, Vorrede zu den Nouveaux Essais (Leibniz 1704, XVII).

25ff.         1. Buch, Kap.2, § 21,22.

29            lies pouvant.

34            Der Verf.[asser]: Keil.

37            Vor dem 1.Theil <…>: von Keils Luther-Darstellung.

302,19      Scheblimini: bei der Verteidigung Luthers gegen den Verdacht, es habe ihm beim Disputieren der "Teufel in der Büchse" beigestanden, führt F. S. Keil (S. 70, Anm. i) als Beleg das Buch P. Ch. Hilschers an: Von D. Martini Lutheri vermeynten Spritu familiari, oder dessen sogenannten Scheblimini <...>. Es ist die erste Erwähnung jenes hebräischen Wortes, dessen volle Bedeutung erst die gegen Mendelssohn gerichtete Schrift von 1784 Golgotha und Scheblimini! entfalten wird und sinngemäß alles das einschloss, was die Aufklärung aus dem Christentum zu tilgen entschlossen war.

21            Die Einfälle Luthers lauten übersetzt: Den Vergil der Bucolica kann niemand verstehen, es sei denn, er war fünf Jahre lang Hirt. Den Vergil der Georgica kann niemand verstehen, der nicht fünf Jahre lang Bauer war. Den Cicero in seinen Briefen (so mein Rat) versteht niemand vollständig, der nicht in einem besonders trefflichen Staat sich umgetrieben hat.

26            Riccii: Bartolomeo Riccius, in Übersetzung: Der Stil des Cicero scheint mir aufs genaueste mit der Werkstatt eines wohlhabenden Schusters verglichen werden zu können; denn weil sich darin für alle Füße, in allen Formen die passendsten Fußbekleidungen finden, so kann leicht von dem einzigen Cicero die literarische Darstellung aller mit passender Redeweise ausgestatteten Themen, samt allen Formen des Stils bezogen werden.

34            Jus <...>: Das Recht, sich eine fremde Sentenz als billigen Besitz anzueignen, erlangen wir leicht durch Veränderung, Hinzufügung, Auslassung. [Was er übrigens dem Quintilian nachredet].

37            Catuls Gedicht: Nr. 64.

303,2ff.    Nichts so Geringes, nichts so Niedriges finden wir im gesamtem Haushalt der Natur, dem sie selbst nicht etwas zuteilen würde, zu dessen (sozusagen) Lebensgesetz und Handlungsplan sie den Verstand anleitete und anspannte. Wie auch immer es sich verhält, damit etwas geschieht, ob dies entweder nach irgendeinem anderen Plan der Natur oder i h r e s oder eines f r e m d e n überhaupt zu bewirken wäre, -da könnten wir schon ersehen, ob wir einer gänzlich fremden oder u n s e r e r e i g e n e n Natur bei der künstlerischen Nachahmung zu folgen hätten.

8f.           Argumenta: weil durch Nachahmung man nicht hoffen könne, zu siegen, 2) weil keine Naturkraft jemals zu erschöpfen sei.

10            Den Schluß des Briefes hat Herder wohl vernichtet, oder er fiel der Familienzensur am Nachlaß zum Opfer. Es ist anzunehmen, daß Hamann sich kritisch, wenn nicht schärfer, über ein dem Brief Herders wohl beiliegendes Manuskript geäußert hat: die Dithyrambische Rhapsodie über die Rhapsodie kabbalistischer Prose, 315,32.

Brief 287

303,25      sein Wirth: Durham, 306,1.

31            Ihrer: ihrer.

304,14      Dukaten: wohl Nachprägungen von niederländischen Dukaten mit minderem Goldanteil. (v. Schrötter 167); 307,34ff.

22            licitirt: frei, geräumt.

Brief 288

305,18      Polangen: Grenzort, nördlich von Memel.

306,10f.    Buch <...> Mst.[Manuscript]: Thourneysser, 307,4 und 13.

Brief 289

307,4        wegen e[ine]s Buchs: Anm. 306,10.

13            Handschrift: 290,23; 296,32.

Brief 290

307,31      Treve <...>: Bitte keine Umstände!

34            Assignation: 304,14ff.

308,11      Seine Frau: 248,37ff.

24            geliebte Freund: wohl Tottien.

25            HE. Collaborators: Herder. Allerdings ist der Sachverhalt nicht zu ermitteln.

309,3        Nach Thorn: an Willamov.

9              kranke Schwiegerin: Frau Courtan, Schwester seiner verstorbenen Frau Marianne.

10            Handschrift: Abhandlung über die Ode, zu der Herder Hamanns kritische Anmerkungen erbeten hatte, 290,20.

14            nachzufahren: zum Besuch E. F. Lindners in Mitau (?).

20            meine Engländer: 285,21ff.

Brief 291

309,28      mit 4: Pferden.

30            Palmbaum: Hotel.

31            lies wo.

33            HE: Bruder: Ehregott Friedrich L.; Tilse: das spätere Tilsit.

310,9        Einlage: vielleicht an J. Chr. Berens.

11            excenteriren: ausräumen.

13            Portorio: vom Zoll.

311,1        kleine Feyer: Ferien.

Brief 292

Antwort auf einen nicht überlieferten Brief Lindners, in dem er offenbar Vollmacht erteilte, eine Wohnung zu mieten.

311,20      bey HE Chollevius: 313,22.

312,10      Ihr Publicum: die Vorlesung.

Brief 293

313,10      Bey neulicher Veranlaßung: 271,10.

14            Venus physique: von Maupertuis.

Brief 294

Etwa Mitte Februar geschrieben.

314,32      vorigen <...> Briefes: nicht überliefert.

34            scribae: eines Sekretärs; scriptoris: eines Autors.

315,1        Abhandlung: Fragmente einer Abhandlung über die Ode, 290,21.

3              Evensbiß: 1 Mo 3,6

4              Titius: Tietz, der Übersetzer der Schrift Thourneyssers.

10            φιλοσοφουμενος: ein philosophierender Mensch.

18            Agesidamus: Hagesidamos aus Lokroi Zephyrioi, der Sieger im Faustkampf der Knaben, Pind. Ol 10,11; gemeint ist der Freund Fischer, 320,6f.

21            wie August: Sueton überliefert in seiner Biographie des Kaisers Augustus (in: De vita Caesarum) dessen Schreckensruf nach der Niederlage der Legionen des Varus im Teutoburger Wald (9. n. Chr.): Quintili Vare, legiones redde, was Herder mit redde mihi litteras, gib mir meine Briefe zurück! parodiert.

27            Winkelmann: Winckelmann, Geschichte der Kunst des Altertums.

30            Maulaffischer ανεργος: Eckensteher und Müßiggänger.

32            Dithyramb: es kann sich nicht um Herders Rezension von Willamovs Dithyramben handeln, die in den Königsbergschen Zeitungen, 30. St v. 14. 5. 1764, erschienen war; sondern Hamann muß in dem von Herder oder Nachlaßverwaltern vernichteten Schlußteil seines Briefs vom 21. Januar 1765 sich gegen Herders wohl 1764 entworfenen satirischen Aufsatz, die Dithyrambische Rhapsodie über die Rhapsodie kabbalistischer Prose heftig verwahrt haben. Diesen Aufsatz in Reinschrift, samt einem Entwurf, hat Arthur Warda im Nachlaß Herders gefunden und im EUPHORION, Achtes Ergänzungsheft, 1900, S. 75-82 veröffentlicht. Es ist eine willentlich berauschte Huldigung an Hamann, die variierend mit Kernstellen der Aesthetica verfährt; zugleich ist die Attitüde des Schülers nicht zu verkennen, der sich gegen die denkerische und stilistische Übermacht des Lehrers zur Wehr setzt, ihn korrigiert, ihm unbewußte Quellen ermittelt und im prophetischen Blick konkurrieren will.

33            Apostille: seines Aufsatzes, die Herder als bloß humoristische und seinen Widerspruch provozierende Critik eines Kamelstreibers zu rechtfertigen sucht- im Vergleich mit den veröffentlichten, Hamann durchweg mißverstehenden Kritiken aus Hamburg, Berlin und Göttingen (Zeile 36f.); die parodistische Apostille, deren Gliederung sich durch unterstrichene Überschriften ergibt (Zitate oder lobende Perfektpartizipien aus einem verlorenen Brief), lautet:
Als der jüngste Leser dieser Rhapsodie seh ich mich vermöge meines bunten Rocks u. Milchhaars [wie Joseph 1 Mo 37,3] berechtigt meinen ältern Brüdern, wie Elihu (Hiob 32 v 6-22) ein beyspiel eines unbarmherzigen jüngsten Gerichts, über den Philologen, den unbarmherzigen, pralerischen Züchtiger der Welt, aufzustellen, u. zu sehen, ob in seinem Munde noch Widerrede erfunden wird; E s  s c h m e c k t  a l l e s  i n  d i e s e r  a e s t h e t i -s c h e n N u ß nach Eitelkeit des Hypochonders so daß man von ihr mit den lettischen Bauren sagen kann: wer sie sieht, der nimmt sie nicht; wer sie aber nicht besieht, (sondern drauf losbeißt) der nimmt sie-u. findet das Kern! D e r  R h a p s o d i s t  h a t  g e l e s e n, selbst wo es niemand weiß, u. als [Pαψωδοι] ερμενεις Eρμηνεων [Zitat aus Platons Ion 530 C, 129,2f.] schreit er oft vor uns, a) [die beabsichtigte Fußnote, wohl der Hinweis auf jene Plato-Stelle hat Herder vergessen] u. beinahe stets vor die Nachwelt, Noten ohne Text; denn wer ists, der mit ihm zugleich lese! b e o b a c h t e t; und weniger gesehen als beobachtet; daher erstreckt sich sein Kreis der Erfahrungen von der Entstehungsart der Thierkleider an, die Art of Punning durch, bis zu den lettischen Bauern; denn zu diesen, u. den Curen, u. Angeln u. Schwaben u. Schweizern ist er im Kreuzzuge gewandert, um überall Ameisen zu sehen, u. zurückzukehren in die Schneckenschale seiner Brüder g e d a c h t : aber da er die Spinnengewebe haßt, so ist jeder sein Gedanke ein Sonnenstral, von 7. Farben u. Bildern auf einmal, der Systeme zerstört-aber in der finstern Kammner. Seine Wissenschaft ist ein Tintflecken auf löschpapier, wohin unzälige lettern zusammengefloßen sind: seine Gedanken sind Aussichten, seine Aussichten Schlußsätze, zu denen uns das Gerüst der Prämißen fehlt, u. seine Worte also Sprüche des Weisen, zu erhaben vor jeder Ein-und Anwendung. a n g e n e h m e  W o r t e g e s u c h t : die aber zu starken Gerichten zu süß sind, u. als delikateßen zu sehr den haut-gout hauchen. t r e u l i c h  a n g e f ü h r t: bis auf die eingeflochtenen Memoires seiner selbst: Entweder ist die ganze Welt voll seiner Narren, oder seiner Vertrauten; daß er sein buch zum Schlüßel sein selbst, u. sich blos zum Schlüssel seines buchs macht. Narren sind wir, wenn wir sein Buch ohne ihn zu kennen, lesen; und Narren als seine Vertraute, denen er einbildet, sie wissen was von ihm, u. siehe da! sie wissen nichts! g l e i c h  e i n e m  K a u f m a n n s s c h i f f  s e i n e  N a h r u n g  w e i t h e r g e h o l t: aber auszugeben gewust, und sie noch weniger auskramen wollen, daher Y o u n g s Ausspruch an ihm eintrift: unausgepackte Gedanken vermodern. [290,18f.] Aber freilich ists eine Andere Zunft von Bienen, die da samlet, eine andere,quae in favos digerit [die zu Honigscheiben verarbeitet, verdaut-Anspielung auf Tibull 2,49f] doch aber gesellen sie sich zu einer Republick, u. wo wird der Philolog einen Gedankenlosen Warburton der langen Weile finden! E r  h a t  S a t z  u. S a t z z u s a m m e n g e-
b r a c h t, aber statt der Fähren u. brücken der Methode u. des Schwunges Obelisken u. Asterisken gemalt. Freundlichgeliebter leser! du must also entweder ein Windbeutel zu fliegen, oder ein Spring ins Feld, oder ein ehrlicher hahnrey seyn, um schwimmen zu können. Kurz! o Philolog! du, u. dein Buch, ist eine heilge Hieroglyphe, aus der vielleicht ein blinder Homer, oder ein dummköpfichter Plato das Geheimniß der schönen Kunst hervorlangen wird; aber siehe da! nicht vom leibnizischen Columb, der hier eine Insel u. da eine Insel entdeckte; sondern vom Wolfischen Amerikus der auf vestes Land trat, bekam die neue Welt den Namen! Stat palma in medio? qui poterit, rapiat!!
[Steht der Siegespreis mitten im Publikum? Wer kann, raube ihn! -Anspielung auf Ter. Phorm. prol. 16?].

34            Goldfinders: Anspielung auf die notorische Brutalität der Goldsucher, Herder Briefe 10, S.201: nach Josephus Flavius, De bello judaico V,13,4 schnitten die römischen Soldaten jüdischen Überläufern den Bauch auf, da sie Goldstücke verschluckt hatten (SWS XXXII, S.147f.).

35f.          vor seinem <...> Paßgänger: vielleicht verschrieben für von, indem Pferdeäpfel im allgemeinen hinter dem Roß aufgelesen zu werden pflegen.

36f.          der Nachrichter <…>: Ziegras Hamburgische Nachrichten, Briefe die Neueste Litteratur betreffend, Göttingische Anzeigen; N II,241-274.

316,3f.     Wilkes: 290,31 und 297,34.

5              Edda: in der Darstellung Mallets.

12            Geschichte der Religionen <...> Plan: der Keim zu seiner späteren Geschichtsphilosophie.

16f.          Pausanias <...> Ihr Auszug: entweder hat Hamann in einem früheren verlorengegangenen Brief bereits Pausanias-Stellen für Herder exzerpiert, oder Brief 298 ist der Teil eines bereits im Februar an Herder gerichteten Schreibens. Dafür spricht auch, daß er ebendort (324,16) erwähnt, er habe vor, den Athenäus zu lesen, während er Lindner am 2. März (320,12) mitteilt, er sei im Begriff, die Athenäus-Lektüre zu beenden. Sodann, daß H. seine Absicht kundgibt (324,18), in Curland wieder eine Hofmeisterstelle zu suchen, worauf Herder 316,37ff. reagiert.

18            Speise: 324f.

26            Tsetzes: Tzetzes.

30            S.[ancto] Rev.[erendo] Minist.[erio] <...> examiniert<...>.

31            Kragen: Halskrause, als Zeichen der Ordination verliehen; Reverende: Priesterrock. Das Ordinats-Examen absolvierte er erst am 2. Juni 1767.

32            heil.[iger] Peter: die St. Petrikirche.

33            4ten Bitte: des Vaterunser.

34            jene 12000 Verse: Druiden konnten erst nach einer langen, bis zu zwanzigjährigen Prüfungs-und Einweihungszeit ihrem Beruf nachgehen.

37            Curland: in dem auf Februar zu datierenden Brief 298 (Komm zu Zeile 16) deutet Hamann an (324,20f.), daß er nach Kurland zu reisen und wieder zu hofmeistern beabsichtige.

317,6        Rauch aufgehen: häuslich werden.

7              obscur als cassa: lieber mit verdeckten Karten als mit hohler, offener Hand.

8              Ihr Freund: J. G. Lindner, der, wenn die Berufung nach Königsberg zustande komme, H. dort halte.

15            Havamaal: nach den Auszügen aus Mallets Geschichte Dänemarks, die er für die Königsbergschen <...> Zeitungen rezensierte, 64. St v. 12. 8. 1765 (SWS I,73-77).

Brief 295

318,19      unser Freund: wohl Hinz.

31            raf[f]inirt: mit übertriebener Sorgfalt vorgeht.

32            hiesigen Ministers: Geistlichen.

319,5        Wirthin: Frau Cholevius.

8              Maup[ertuis], 131,8ff.

16            wegen m[eine]r engl. Bücher: 285,21ff.

19            junge Berens: Georg.

20            Dem Petersburger: J. Ch. Berens.

28            Vorschläge aus der Nähe: wegen eines Amtes in Königsberg.

37            Bewegungen der Goldnen Ader: die güldene, also Hämorrhoiden.

320,7        nach Fischer erkundigen: 315,17ff.

12            lies Athenäi; mißglückte Satzkonstruktion, wegen des gestrichenen denke.

13            lies Frühlin[g]scur.

Brief 296

320,27      Rathsherr aus Narva: vgl 321,5ff.

321,8        HE von Witten: 309,32.

16            Ostergedicht: An die Dornenkrone des Erlösers, in: Königsbergsche <...> Zeitungen, 27 St v. 5. 4. 1765.

18            Bedell: Pedell, der es offenbar bei Hamann abholen sollte.

22            alten Barden: Herders 317,13ff. mitgeteilte Auszüge aus dem Havamal.

27            enroliren: in die Militärstammrolle einzutragen.

322,1        Aus Curland: von E. F. Lindner.

8              Empfehlung der Epistl.: der Briefschreiber (318,32) für Schlegel als Nachfolger Lindners in Riga.

16            Venus Physique: von Maupertuis.

Brief 297

322,21      Sammlung: 272,12ff.

29            το ΞΑΟΣ τουτι και τας ΝΕΦΕΛΑΣ [και] την ΓΛΩΤΤΑΝ, τρια ταυτι: Aristoph. Nubes 421f; dort sagt der fiktive Sokrates: Und erkennst du nun auch gleich uns fortan, daß kein andres göttliches Wesen/ Existiert, denn allein diese heiligen Drei: das Chaos, die Wolken, die Zunge? (übers. L. Seeger). Sokratische Denkwürdigkeiten, Dritter Abschnitt (N II,80,40.).

30            Palinodie: die geplante Antwort auf Mendelssohns Kritik an seinen Chimärischen Einfälle[n], aber auch Grundsätzliches.

Brief 298

Dieses Brieffragment einer Antwort auf 294 muß wohl auf Mitte(?) Februar datiert werden. Ob Herder den Beginn vernichtete, 316,16ff.? Der fehlende Anfang enthielt vielleicht Hamanns Antwort auf Herders Rechtfertigung der Apostille, 315,32ff. Jedenfalls dürften die fehlenden Briefteile Herders Mißfallen erregt haben.

323,12ff.   Der Autor ist Maximos von Tyros (Maximus Tyrius), 2. Jh. n. Chr.
Der Text, den Hamann mitteilt: Dissertatio 4,5-6 (in der durchgehenden Zeilen­zäh­lung für jeden einzelnen Vortrag in der Ausgabe von M.B.Trapp (Stuttgart/Leipzig 1994): Z. 94-104 und 118-120):
Θρασεῖα γὰρ οὖσα ἡ ἀνθρωπίνη ψυχὴ τὰ μὲν ἐν ποσὶν ἧσσον τιμᾷ, τοῦ δὲ ἀπόντος θαυ­μαστικῶς ἔχει: καταμαντευoμένη δὲ τῶν ὁρωμένων καὶ θηρεύουσα ταῦτα τοῖς λογισμοῖς, μὴ τυχοῦσα μὲν σπεύδει ἀνευρεῖν, τυχοῦσα δὲ ἀγαπᾷ ὡς ἑαυτῆς ἔργον.
(6) Τοῦτο τοίνυν οἱ ποιηταὶ κατανοήσαντες, ἐξεῦρον ἐπ’ αὐτῇ μηχανὴν ἐν τοῖς θεί­οις λό­γοις, μύθους λόγου μὲν ἀφανεστέρους, αἰνίγματος δὲ σαφεστέρους, διὰ μέ­σου ὄντας ἐπι­στή­μης πρὸς ἄγνοιαν, κατὰ μὲν τὸ ἡδὺ πιστευομένους, κατὰ δὲ τὸ πα­ρά­δοξον ἀπιστου­μέ­νους, […]
[…], οὕτως ἡ παλαιὰ φιλοσοφία καταθεμένη τὴν αὑτῆς γνώμην εἰς μύθους καὶ μέ­τρα καὶ σχῆμα ᾠδῆς, ἔλαθεν τῇ περιβολῇ τῆς ψυχαγωγίας κεράσασα τὴν ἀηδίαν τῶν διδαγμάτων.
Übersetzung:
Maximos von Tyros, Philosophische Vorträge. Übersetzt von Otto und Eva Schön­berger, Würzburg 2001 (S. 35). Freundliche Mitteilung von Ernst A. Schmidt, Tübingen, der auch die folgende Übersetzung reproduzierte, mit in eckiger Klammer M= Modifikation; F = Fehler.

Die menschliche Seele ist nämlich kühn und ehrt das Gegenwärtige [M: eher ört­lich als zeitlich: „was vor den Füßen liegt“, das Anwesende, „close at hand“, „fa­miliar matters“ > das Offenkundige] nicht so sehr, bewun­dert je­doch das Ent­fern­te [M: Hamann besser: „quae abstrusa“ = das Verborgene]; indem sie aber das Un­sicht­bare entschlüsseln will, jagt sie ihm mit dem Denken nach. Er­jagt sie es nicht gleich, müht sie sich erst recht, es herauszufinden, und findet sie es, liebt sie es als ihre eigene Schöpfung.
(6) Dies nun erkannten die Dichter und fanden ein Hilfsmittel für die Seele in den Erzäh­lungen von den Göttern, Mythen, die undeutlicher sind als eine Erläu­terung, deutlicher jedoch als verschlüsselte Darstellungen. Sie liegen in der Mit­te zwi­schen Wissen und Un­wis­sen, werden geglaubt wegen ihrer hübschen Art, bezwei­felt aber wegen ihrer Unwahr­scheinlichkeit; […].

Wie aber die Ärzte den Kranken, die ungern Medizin nehmen, bittere Arznei mit wohlschmeckender Speise mischen und so den widrigen Geschmack des Heilmittels überdecken, | So barg [M: legte nieder] auch die alte Philosophie ihre Lehre in Mythen, Versen und Liedern und ver­steck­te den bitteren Geschmack ihrer Lehren unter der gefälligen Form [F: λανθάνω, ἔλαθον ≠ verstecken; = verborgen sein; mit Partizip: etwas heimlich tun; also: vermischte heimlich/insgeheim den bitteren Geschmack ihrer Lehren mit der Umhüllung gewin­nen­der Unterhal­tung]. [M: Die ganze Periode: So hat auch die alte Philosophie, indem sie … niederlegte, den bitteren Geschmack … heimlich vermischt].

324,6        lies Strato, da Klotz' Edition der Stratonis Epigrammata, 1764, gemeint ist.

16            den Athenaeum anzufangen: den er bis zum 10. Buch durchlas, 320,12.

23            Beylage: 317,13ff.

30            Lib. II p. 121: Was Daidalos machte, ist eher seltsam anzusehen, doch zeigt sich auch etwas Göttliches an diesen Werken.

32            Lib.2.p.152: lies δη τοτε: [ich meine jedenfalls], daß damals alles Holzbilder waren, besonders die ägyptischen.

34f.          Lib 3.p.237: [Diese Skias soll ein Werk] des Samiers Thoedoros sein, der als erster erfand, Eisen zu gießen und daraus Bildwerke zu formen.

36f.          Lib. 3.63.: Zitat aus dem I. Buch: Kallimachos (nach der Technik oder sich selbst den Namen Katatexitechnos beilegte), daß er als erster Steine durchbohrte.

325,1        Lib. 4.361: lies σχημα <...> τοις: denn die Athener haben die viereckige Form bei den Hermen, und von ihnen haben die anderen gelernt.

3              p.413: lies ergänzend Lib.V.p.413: [er sagt], Kairos sei der jüngste Sohn des Zeus.

4              lies ergänzend Lib.VII.p.565 und lies επαγεσϑαι: [Es ist nämlich Sitte] bei den Griechen, in die Dichtung die älteren Namen statt der späteren einzuführen.

6              lies Lib.VII.579: In den älteren Zeiten wurden bei allen Griechen unbearbeitete Steine statt Statuen göttlichz verehrt.

9              Conchitis: von lat. conchita, der Muschelfänger. Allerdings berichtet Pausanias vom Muschelstein, conchite lapide exornatum est: Lib.1,c.44,6: <…> geschmückt mit Muschelstein. Die Megarer sind die einzigen Griechen, die diesen Stein besitzen, und auch in der Stadt haben sie viele Dinge damit gebaut. Er ist sehr weiß und weicher als andere Steine, in ihm zeigen sich durchweg Muscheln. Das ist die Natur des Steins <…>.

Brief 299

325,12      Ihren Freund: Lindner.

13            sieben halbe Monden: als Kollaborator; wie Jakob sieben Jahre um Rahel, 1 Mo 29.

15            Opferpriester: bezieht sich auf die dem Brief beiligende Ode Der Opferpriester. Ein Altarsgesang; der Abreise eines Freundes geheiligt. Mitau 1765. (Im Geschmack der Zauberinn des Theokrits, einiger ϑυμιαματων des Orpheus, und der Pharmaceutria des Virgils). SWS XXIX,18-21; er liturgisiert in hohem Stil den Lindnerschen Abschied.

16            einen andern: Gottlieb Schlegel, ehemaliger Schüler Lindners, Lehrer am Fridericianum in Königsberg, zugleich mit Herder.

17            lies mir einst gleichkommen [nach der Collationierung in Krakau durch G. Arnold].

18            ihn sehen: Schlegel.

23ff.         mit den Fersen stoßen: wie Esau u. Jakob, 1 Mo 25,22.

28            Kandidat: im Predigtamt.

33            Rigisches Drama: die Aufführung eines Schuldramas von Lindner, des Schuldiderot, der kein Dramaturg wie Riccoboni sei, gleichwohl für den Schulzweck besser schreibe, als er nach 5 Jahren im Amt geschätzt werde.

326,3        Ihr: ihr.

13            Mosaische Arbeit <...> Cabinetter: lieber Mosaik, d. h. angewandte Kunst, als aesthetisch selbstgenügsam zu betrachtende Malerei.

19            ihre: Ihre.

23            wenn er schläft <...>: eine Lazarusanspielung, nach Jh 11,12.

24            über ein kleines: Heb 10,37.

27            Kurland: 324,20f.

28            Ansprüchen der Militz: 321,25ff.

32f.          das Thema: 315,1, SWS XXXII,31-61.

327,10      Ärgerniß und Thorheit: Anspielung auf 1 Ko 1,23.

14            prakt.[isches] X[Chri]stentum.

17            Göttingschen Prediger: von Johann David Heilmann, anonym erschienen.

26            in den Göttingern: Programma ad Johannem, Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen vom 21.2.1765, 22.St.

30            Verfasser vom Baum <...> Sittenlehre des Teufels <...> Herr u. Knecht: 187,5f.: Fielding, Baum der Erkenntnis, Sittenlehre anonym erschienen, Herr und Knecht: entweder von v. Moser oder 187,5.

33f.          Zankapfel <…>: von Fielding, E.

35            Moses <...> Dina: von Johann Christian Lossius.

36            Delphine: Anspielung auf Hor. ars 30.

328,1        Lindauischen Nachrichten: von Otto.

2              Recherches <...>: von Boulanger, Nicolas-Antoine.

7              die 2. v. Arndt Berens: Katharina Hedwig; der ältesten: Johanna Sophia Berens.

9              lies bei [der] ältesten, Johanna Sophia Schwartz.

17            durch L.[indner].

Brief 300

328,25      Ostracismi: Ostrakismos, die Verbannung von Politikern, die tyrannischer Ambitionen verdächtigt wurden, aus Athen, - wenn die Volksversammlung es durch Stimmabgabe auf Tonscherben beschloß; sie als Wohlthat zu bezeichnen, gehört zu Hamanns selbstreferentiellen Ironien bei diesem Gesuch, von dem er sicher sein konnte, daß es dem König nicht würde vorgelegt werden - und daß dem zuständigen Beamten jene Ironien (z. B. 330,10) nicht sonderlich auffielen.

329,7        copeylichen Beylagen: vermutlich die Entlassungsurkunde aus dem Kanzleidienst.

Brief 301

Antwort auf 299.

330,21      Cöllmischen Gut: mit dem Kulmischen Privileg, ein freies Dorfschulzengut.

22            Ihre Zuschrift: 299.

23            Ode: 325,15.

24            künftigen Rector: Schlegel.

29f.          φρονειν εις το σωφρονειν: daß er maßvoll sich halte, Rö 12,3.

331,1f.     326,32f.; seine Schrift Daß und wie die Philosophie für das Volk nutzbar zu machen.

2f.           Anfang <...> Furcht des Herrn: Ps 110,10; Verheißung: 1 Ti 4,8.

5              Gesang: seine Ode Ueber die Asche Königsbergs. Ein Trauergesang, SWS XXIX,13ff., nach dem großen Brand vom 11. September 1764 gedichtet und in kleiner Auflage bei Kanter gedruckt.

6              dies neue Stück: wohl die Kantate Der Opferpriester, 325,15.

7              archäologische Muse: Anspielung auf Herders frühgefaßten Pläne zu einer Archäologie des Morgenlands.

8              ein wenig Zeichnen: Hamanns pädagogische Mahnung, Herder vom Vorrang des Konkreten zu überzeugen.

10            Ihr Gesicht: Herders Augen(leiden).

12            Vicariatsstunden: zu den Pflichten des Collaborators gehörte es, die Vertretung von Lehrern an der Domschule zu übernehmen.

14            des Problems: 326,30.

16            Fragmente: die erste Erwähnung des Untertitels von Herders Ueber die neuere Deutsche Litteratur, 336,13, wo Herder freilich noch von Fragment redet.

20            Chamberlaine: Chamberlane.

22            ins Deutsche übersetzt: von J. Schultes.

24            Göttingschen Prediger: Heilmann, 327,17.

25            meine Beurtheilung: für die Königsbergschen Zeitungen, etwa in Fortsetzung seiner Rezension von Michaelis' Erklärung des Hebräerbriefs.

28f.          in Ansehung des mittlern: Leß.

36            Sittenlehre des Teufels: 187,6.

332,3        Etwas über die gleiche Materie: möglicherweise von Münter.

5              Fielding <...> lateinischen Buchstaben: dem Baum der Erkäntnis folgt ein 2. Teil: Bescheidene Anmerkungen über das Buch betitelt der Baum der Erkäntniß des Guten und Bösen mit philosophischen Augen betrachtet von einem Weltbürger, nebst einer Vorrede <…>. Frankfurt/Leipzig 1761 in Fraktur gedruckt. Darin wird noch ein anderer Autor mit identischem Titel (auch mit dem hebräischen Vorsatz) genannt: Wilhelm Ernst Stark(en).

16            unser König les Matinées <...> Auszug des Bayle: die Matinées royales erschienen erst 1766; Hamann hat wohl eine Ankündigung gelesen. Ob ihr Autor wirklich Friedrich II. war, ist ungewiß. Dieser aber hatte das Vorwort zu Bayle geschrieben.

19            lies wohl ein schön Stück, nämlich in einer im 296. Literaturbrief erschienenen Rezension Th. Abbts über die Fortsetzung der spanischen Geschichte des Johann von Ferreras durch den Hallischen Prof. Bertram. Dieser hatte sich methodisch auf Lukians Kritik an einer lügenhaften Beschreibung des unter Marc Aurel geführten Parthischen Krieges berufen.

20            Die Moser-Kritik F. Nicolais (Chiffre S.) findet sich im 299. Brief, die der Philalethie Basedows im 300./301. Brief.

28            guter Freund: Tottien.

32            des jungen Abts: Herder wird scherzhaft zum Abbé (Weltgeistlichen) ernannt; er möge sich auch des Titels eines Zuhörers erinnern-und H. von den Verhältnissen im Hause Berens berichten. Das gilt auch für Bassa (Zeile 37). Den Auscultatortitel wird Herder nicht verstehen, 336,30ff. und 339,36.

333,22      bey reichen Freunden: den Berens, nämlich die Schulden aus der Englandreise.

334,10f.    schlechtrer Haushalter: Lk 16,10f.

Brief 302

Antwort auf 301, datiert nach altem Stil, nach neuem ist es der 1. Juni.

334,23      nicht mehr Ihres Vaters: die Verhältnisse durch die Übernahme des Hauses durch Nuppenau, 470.

25            Socrates <…> Hausehre: Xanthippe.

30            lies wahrscheinlich Reste statt Veste [nach der Kollationierung von G. Arnold].

32            Friedehoff: 332,27.

335,5        jenes Kürbis: Jon 4,5ff. nach Luthers Übersetzung.

14            Kammercopisterei: Anstellung bei der Kammerkanzlei, 329,10ff.

23f.          Micha: in Luthers Vorrede auf den Propheten Micha als der feinen Propheten einer <...> Er schilt/ er weissaget/ prediget<...> bezeichnet; Zedekia: 1 Kö 22,11.

27f.          Phönomen: zeitübliche Schreibung.

29f.          Rath <…> Maulwurfshügel: 330,30ff.

32            Veränderung des Rektorats: mit Lindners Weggang.

35            Einführer: eben Lindner.

37            Phrygier: die spät zur Einsicht gelangen (sero sapiunt Phryges).

336,13      Fragment: die Odenabhandlung, 331,16.

16            Abschiedskleide: die Literaturbriefe stellten ihr Erscheinen im Juli 1765 mit dem XXIII. Theil ein.

18            Deutsche Bibliothek: die Allgemeine Deutsche Bibliothek, Folgezeitschrift der Literaturbriefe.

19f.          wie Dido die Kuhhaut: Verg. Aen. 1,340.

23            Im Lindauischen neuesten Stück: von Otto, 233,36; Kants Schönes: Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen.

26f.          sein Recensent wurden: in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 26. St v. 30. 4. 1764, 251,27.

28            Schweizerlobs: gemeint ist, daß der Verf. der Anzeige in der Lindauer Zeitschrift, deren [Ihr=ihr] Gott Rousseau sei, aus dessen Denkart urteile.

30            332,32ff.

33            HE. P. L.[indner].

Brief 303

Hamann hat trotz den Warnungen Herders seine Pläne nicht geändert und die Reise nach Mitau angetreten.

337,7        Knoch: wohl der Bootsmann eines Schiffers (Patron).

8              Schaakner Boot: Schaaken war ein Kirchdorf nahe Königsberg. Es könnte ein kritisches Qualitätsurteil über das Boot sein; denn sprichwörtlich waren die Schaakener arm und von naivem Gottvertrauen [Die Schakener ziehn sich Parêsken [Schuhe aus Lindenbast] an, gehn zur Kirche und singen: Ein Wohlgefallen Gott an uns hat, Frischbier II,254).

15            Reisegefährte: Kanter, 338,27.

18            Hofr.[at]: Tottien.

22f.          Gott wolle <...>: 3. Str. des Kirchenlied von J. F. Starck, Vater, gieb mir auch die Gabe.

34            die alles wohl gemacht hat: Str. 9 des Kirchenlieds v. J. J. Schütz/J. Crüger: Sei Lob und Ehr und Mk 7,37.

338,11      Auction: nicht ermittelt, welche.

Brief 304

Ein etwas reservierter Ton des Briefes läßt vermuten, daß einige Sätze des Briefes 302 Hamann verstimmten: Herders Tottienkritik, die unerbetene Einmischung in seine Pläne, die Prophetenattitüde (Micha), die indirekte Kritik an Hamanns Kant-Rezension, die Aversion gegen Schlegel -und daß er ihm nicht das Neujahrsgedicht überschickt hatte. Umso mehr, als Herder ja keine Ahnung haben konnte von den tieferen Ursachen von Hamanns Flucht, 352,6.

338,33      poetische Maasregeln: die metaphernreichen Warnsätze 334,18ff.

339,7        Edda: 316,5ff.; 324,3.

13            Vorsatz: 336,8; 366,25ff.

28            Landsmann: Schlegel; Neujahrsstück: der Lobgesang am Neujahrsfeste, war erschienen in: Gelehrte Beiträge zu den Rigischen Anzeigen, 1765 Stück I, S. 1-3, SWS XXIX,16-18.

340,9        Recension: Herder hatte wohl schon vor diesem Wink Hamanns die Absicht, Mallet zu rezensieren, 317,13ff., die Rezension von Mallets Werk erschien in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 64. St v. 12. 8. 1765: für H. empfiehlet sich dieses Werk den Liebhabern der Dichtkunst, durch die Mythologie der alten Celten, die sie Edda [sic] nannten, eine Bewertung, die mit vielen Zitaten untermauert wird, siehe SWS I,73-76.

Brief 305

340,17      Anne Regine: Schumacher.

25            Buchladen: wahrscheinlich Kanters.

30            Disput.[ation] <…>: nicht ermittelt.

31            alt schwer Geld: Hamann wählt die römische Münzbezeichnung für Schwerkupfer, aes grave.

35            Hofrath: Tottien.

341,28      Band seiner Anmerkungen: Historisch geographische und genealogische Anmerkungen <…>.

Brief 306

In der Chronologie des Hamann-Herder-Briefwechsels hat wahrscheinlich Br. 333 hier seinen Platz. Er wurde-so HBGA 1, Nr. 15 - vielleicht schon im Juli 1765 geschrieben.

Nach Herders Besuch in Mitau vom 1.-4. August 342,7 (Zusammenkunft, 342,7); Brief 307.

342,12      (Zum Nutzen wird <...>): als Überschrift gemeint, unveröffentlichtes Gedicht, SWS XXIX,285f., 347,7.

28            Hofrath: Tottien; Fr. Pastorin: 343,14.

30            im Positiv: die Grundform bei Adjektiven.

33            Montag früh: 5. August neuen Stils.

36            durch HE Hartknoch: der im Begriff war, seinen Verlag in Riga zu etablieren.

Brief 307

343,15      curiren: wohl versehentlich für consultiren.

18            Hofr.[at]: Tottien.

19            Herzog: nicht ermittelt.

344,5        Streitschriften: nicht ermittelt.

8              Bruder: Gottlob Immanuel.

9              Platone: Plathonen.

12            die Sache: mit Sekretär Thamm in Königsberg ist nicht ermittelt, es handelt sich wohl um eine Buchvermittlung.

14ff.         Böhmischen Gesangbuch: des Johann Behm, Königsberg 1750; Erasmischen Colloquiis: ed. Schrevelius, Biga 72/225; Mem.[oires] de Cathar.[ine]: Catherine, von Rousset de Missy.

21            Buchholtz: nicht ermittelt.

23            Reichard: Hamanns Lautenlehrer.

Brief 308

Antwort auf 306.

345,11      den Schlaf: von Beyer, J. A. v.

24            Ode auf ein Geschütz: von Ramler. Der spätere Druck in Lyrische Gedichte von 1772 zeigt bei dieser Ode XVII einige Varianten.

347,6        Samml.[ung]: im Blick auf Herders Pläne zu einer Geschichte der Ode.

10            Concrescentz: Verdichtung.

Brief 309

347,27ff.   Rammlers Ode <…>: Ramler, Auf einen Granatapfel, in: Critische Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit auf das Jahr 1750, VI, 6. Hornung S.52-55 O die du dich zur Königin der Früchte, mit Anmerkungen, die Hamann in der Folge anführt, 348,29f.= S.52; 348,31ff.= S.53; 349,29ff.= S.55; 349,32f.= S.54.

350,26f.    Gedanken <…> Versarten: mehrere Artikelfolgen in den Critischen Nachrichten <…> I S.1-3; II S.10-12; IV S.29-32; V S.37-38.

350,26ff.   zitiert nach: Critische Nachrichten <…>, IV S.30-31.

351,7f.     Die höchste poetische Kunst <…>: Critische Nachrichten <…>, I S.4, von Herder übernommen samt Ramlers Anmerkungen in Von der Horazischen Ode, SWS XXXII,61-79.

9              Im 2ten Jahrgang: der Critischen Nachrichten <…>, 1751.

10            Daphne: XIX, May 1751, S.151-152; Lindnerschen Briefes: das Sendschreiben an Herrn J. C. B aus Livland, XXXIX, August 1751, S. 272.

19            Recensionen: für die Königsbergschen <...> Zeitungen.

Brief 310

351,23      schwarzen Verdruß: atra cura, Horaz carm. III,1,40.

34            Dublon: Dublone, der doppelte spanische Eskudo, den Karl V. 1537 hatte prägen lassen nach der italienischen und französischen Pistole (v. Schrötter).

352,1        Vieillard de la Montagne: anspielend auf Rousseaus Lettres écrites de la Montagne und auf sich selbst.

3              Bazin: Pseudonym Voltaires (La Philosophie de l'Histoire <...>).

6              Freundschaft ist wie nichts: erstaunlicher Widerruf von 2 Sm 1,26, dazu der Wink auf den an die Felsen des Kaukasus geschmiedeten Prometheus; auch ihm frißt der Adler des Grams die Leber.

Brief 311

352,19      schreckliche Nacht: der große Brand Königsbergs.

30            des Herzogs Advocaten: wohl Tottien.

31            geschieden: mit Vergleich endet.

353,12      Sonntagsepistel: wohl Heb 11,16.

Brief 312

353,28      lies Hofrath [Nachricht] von.

34            Rel.[egations] Gerichte.

Brief 313

354,11      Schicksal: eine Berufung nach St. Petersburg als Rektor der deutschen Schule und Prediger, siehe Herders Nachricht 363,31f; Hamanns Wunsch, Lindner für Königsberg zu erhalten, wird sich bald ändern, indem er für sich selbst an eine Stelle in St. Petersburg denkt, 367,27f.

17            Thalie: nicht ermittelt.

18            Charakter des Dummdreisten: Drôle oder Drôlatique, eine stehende (Diener-) Figur der französischen Komödie.

Brief 314

Rückkehr aus Warschau nach Mitau über Riga. Dort sah er außer Herder u. a. auch einige Mitglieder der Familie Berens.

355,5        Freunde: Hartknoch.

11            Verzeichnis dieser Schriften: Swedenborgs.

18            Engl.[isches] Oel: Ale, 356,19.

25            Gold: wohl als Steigerung von Geld.

28            Eon: de Beaumont. Der Chevalier gehörte zur militärischen Elite, erwarb sich im Siebenjährigen Krieg das Sankt-Ludwigs-Kreuz, glättete für Louis XV. in Rußland die Wogen, spionierte in London für den Geheimdienst. Er gehörte zum Innercircle der Spione und wußte als einer der wenigen von Louis' Plänen, die englische Regierung zu stürzen. Dann aber fiel er in Ungnade und machte sich durch unverschämte Spesenrechnungen und freche Briefe unbeliebt, bis ihm Entführungen und Mordkomplotte drohten. Im Alter von 49 Jahren verblüffte er die Öffentlichkeit mit der Behauptung, eine Frau zu sein. Mit seinem Wissen um die Putschpläne erpreßte er vom französischen König die Rückkehr nach Frankreich und eine Leibrente von 12 000 Livres-und -was Hamann damals nicht wissen konnte- ein Leben als Frau. Erst bei seiner Aufbahrung kam ans Licht, daß er ein Mann war.

356,8        Vives: wohl seine Schrift De disciplinis; Herder übersendet sie im März, 363,23.

Brief 315

356,17      Einlage: nicht ermittelt.

18f.          Memoires: die Hamann inzwischen (355,28) an Herder abgesandt hatte und die dieser an den Advokaten Tesch (355,33) zurückgeben sollte.

19            Engl.[ischen] Bier <...> Commission: 355,17ff.

32ff.         Pars prima: Teil 1 über den Kult und die Liebe Gottes, wo gehandelt wird über den Ursprung der Erde, über das Paradies und seinen Tiergarten, dann über des Erstgeborenen oder Adam Geburt, Kindheit und Liebe.

357,2        Beywort: den berühmten.

4              Rammlers Ode: 347f.

17            Mosch.[us] u Bion <...> meine Venetianische: Biga 14/214.

20            Ode des Klopstocks: wohl die 1760 in den von Bodmer herausgegebenen Zürcher Freymüthige[n] Nachrichten anonym erschienene Ode An Meta.

23            Autor <...> wiederruffen: die von einem Wiedersehen im Himmel singende Ode auf die 1758 verstorbene Gemahlin Klopstocks, geb. Moller, stammt in der Tat nicht von Klopstock, sondern von dem damals 19-jährigen Schweizer Maler Johann Heinrich Füßli.

24            Ode von Gott: An Gott, Ende 1748 verfaßt, von Klopstock geheimgehalten, wenigen Freunden partiell mitgeteilt, 1751 gegen seinen Wunsch in mehreren Einzeldrucken veröffentlicht, dann von ihm 1752 verändert zum Druck gebracht, Muncker-Pawel I,70-75.

25            In ihrer [Ihrer] Ausgabe des Horatz: ed. von M. G. Mervillius, Hamburg 1733, die Herder Hamann geschenkt hatte, Biga 17/268, dort als Donum HERDERI nostri bezeichnet. Inwiefern die Einrichtung des carmen saeculare Laudes Phoebi et Dianae ihm Anlaß zur Verwunderung gab, war nicht nachzuprüfen.

26            Sanadow: Sanadon.

37            Anch.[ersen]: Andersen.

358,14      Brochure de spectris: gibt es in den Bücherverzeichnisse mehrfach, u.a. von Ludovicus Lavater, Genf 1580; Thyraeus, Eisleben 1597; nicht ermittelt.

20            Ihren Erstlingen: Über die neuere Deutsche Litteratur. Erste Sammlung von Fragmenten, die als Beilage zu den Briefen, die neueste Litteratur betreffend, 1767 bei Hartknoch erschien, SWS I,131ff.

23            beyliegenden Brief: vermutlich der Lindners an Herder, 359,15f., in der Absicht geschrieben, zwischen Herder und Scheffner zu vermitteln. Hamann hatte ihn offenbar gelesen, so kommt es zu zärtlicher Anrede und einer etwas anzüglichen Sorglichkeit (zu getreuer Bestellung).

24            Hauswirth: Tottien.

Brief 316

[Riga Ende Februar 1766, Herder Briefe 11, S.28]

Ende Februar geschrieben, Antwort auf 315.

358,31f.    zurückzuzaubern: in den Besuch vom Januar 1766, 351,24ff.

359,2        mißt: vermißt.

2f.           den ersten Theil <…> im zweiten Theil: der Fragmentensammlung Ueber die neuere Deutsche Litteratur, die ebenfalls 1767 erschien, SWS I,241ff.

4              die Orient.[alen] nachgeahmt: SWS I,258ff.

5              die Griechen studirt: SWS I,285ff.

6              von Geßner: SWS I,337ff.

10ff.         Sch.[effner]: der nun die Königsbergschen <...> Zeitungen redigierte.

13            K.[anter]: auch Z. 14.

12f.          beantwortete sie an K.[anter]: nicht überliefert.

13f.          ich antwortete: nicht überliefert.

14f.          Kantische Recension: Herders Anzeige der Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik, im 18. St v. 3. 3. 1766, SWS I,125-130.

15            Von L.[indner] <...> durch Sie: durch H., 358,23.

16f.          da Sch.[effner] eine lärmende Ode <…> lächerlich gemacht: 13. St. v. 14.2. und 14.St. (Zugabe) v. 17.2. 1766 einer Ode von K.G. Bock, Auf den Geburtstag des Königs, 25.1.1766, Herder Briefe 11,S.681.

17            Zeit.[ungen], auch Z. 20.

25            dienstbare Geister: Schutzengel, nach Heb 1,14.

27            meine Kommißionen: im Gegensatz zu Hamanns Kommißionen (Engl.[isches] Bier etc.): leicht ironisch getöntes Lob für die Materiallieferungen zu Herders Oden-Studien,361,19ff.

30            nach Pr.[eußen].

360,2f.     A.[rend] Berens.

3              dieser guten Frauen ist wohl jenes Gattin, Eva Maria, geb. Zuckerbecker.

6              curieuse: seltsam, verwunderlich, 369,33.

7              C.[arl] Berens:, an dessen Hypochondrie Herder offenbar (Hyp. Hyp.) nicht so sehr glaubt, denn sie schlägt (schlacht) nicht zum Tode aus. Diesen Wortwitz wiederholt Herder in den Fragmenten (SWS I,214,5).

11            gelesen, gedacht, beobachtet <...>: von Herder als Lemmata zu einzelnen Abschnitten der Apostille seiner Dithyrambischen Rhapsodie über die Rhapsodie kabbalistischer Prose genutzt, 315,33; alles besser: soll wohl den satirischen Ton seiner Rhapsodie relativieren.

13            Einen Brief: über die Schönen und Guten, καλους, κ´ αγαϑους, offenbar die homerische Heldenwelt, aus der Bibliothek Tottiens, den Herder nunmehr -im Vergleich zu früheren Einwänden (335)- zu schätzen gelernt hat.

Brief 317

360,24      nach dem Schlaf: zur Schläfe hin.

28            in meinen Riß: in den Grundriß meiner Pläne.

29            Herodot: 365,7ff.

361,3        Beyliegenden Brief: an Georg Berens, 355,18; 356,19; 359,23ff.

5              Sie: sie.

6              lies lieber, [als] daß.

13            Spence Polymetis: aus dem Besitz von G. I. Lindner.

22            Ihren Mann: Hamann selbst.

Brief 318

Antwort auf 317.

361,33      Spence: Zeilen 13ff.

362,7        Fabriz: 361,16f.

Brief 319

362,18      S.[i] V.[ales] B.[ene] E.[go valeo]: wenn du dich wohlfühlst, geht es auch mir gut.

20            Verleger: Hartknoch.

21            Billet doux: Br. 318.

22            christl. Liebe: Pr 9,1, 395,34.

33            Pathengeld: ??

363,6f.     Boreas <...> Auren: der Nordwind eine der (sanften) Lüfte.

8              HE Patz: 372,16.

Brief 320

[Datum: vor dem 24.03.1766, Herder Briefe 11, S.30]

363,17      Romanisch: romantisch, wie in einem heroischen Roman oder Epos; Gesangbuch: Zeile 2ff.

18            mein junges Leben: 1. Strophe (Text neuerer Überlieferung, Das singende Jahr, hg. von Gottfried Wolters, Wolfenbüttel 1960): Mein junges Leben hat ein End,/ mein Freud und auch mein Leid,/ mein arme Seele soll behend/ scheiden aus meinem Leib./ Mein Leben kann nicht länger stehn,/ es ist sehr schwach, es muß vergehn,/ es fährt dahin mein Leib. Ein evangelisches Kirchenlied, seit 1615 nachweisbar, im Druck weitverbreitet (z. B. bei David Hautt, Luzern 1637), in den protestantisch-deutschen Gemeinden der Slowakei bis ins 20. Jh. unter den Lieder der häuslichen Totenklage gesungen, aber auch im katholischen Landschaften beliebt, siehe Catholischer Christen Angenehme Seelen-Stärcke <...> des Domherrn F. C. Jordan im schlesischen Sagan, 1739.

20            erste Öfnung der Ströme: nach der Schneeschmelze.

21            N[ota]B[ene).

23            3. Mscrpte: von Ueber die neuere Deutsche Litteratur, 364,11.

26f.          meinen Gefangenen: das Pathengeld im Schreinchen für die Kommißionen, 359,23

29            paß-[iren] u. repaß.[iren].

31f.          nach Pet.[ersburg]: was Hamann bereits wußte, 354,10ff.

33            Fabr.[icius]: 361,16.

364,3f.     Bibl.[iothèque] universelle: hg. von Clericus.

7f.           Notiz hinter der Anschrift von Hamann? Worauf sie sich bezieht, ist unklar; vielleicht ist zu ergänzen Bildersprache der O[rientalen] oder O[ffenbarung], Herder Briefe 11, S.31.

Brief 321

Antwort auf 320.

364,12      Spence: 363,5; Herder wird ihn in der Tat beim Osterbesuch zurückbringen.

14            stille Woche: Karwoche.

20            Sie haben <...>: mit der Lektüre der 3 Manuskripte Herders; es sind wahrscheinlich die für die 2. Sammlung der Fragmente bestimmten Kapitel Von der Griechischen Litteratur in Deutschland. Im 2. Kapitel (Wie weit haben wir sie nachgebildet?) verbreitet Herder sich über das griechische Hendiadyoin καλος, κ´ αγαϑος, SWS I, 295ff., Z.31 und 33: καλοκαγαϑια.

365,1        über diesen Autor: Aelian.

4              Sujet: offenbar hatte Herder einmal einen semantischen Fehler mit dem galanthomme gemacht.

6              in Ansehung des Dithyramben: bezieht sich auf das Kapitel Pindar und der Dithyrambensänger, SWS I,307ff.

7              den Herodot an zu lesen: Historien 1,23.

8              mein Freund Lindner: Gottlob Immanuel, 360,27; bey folgender Stelle in der Clio: A 23: [Vom seltsamen Erlebnis des korinthischen Herrschers Periandros].

9ff.          Αριονα τον Μηϑυμναιος επι δελφινος εξενειχϑεντα επι Ταιναρον εοντα κιϑαρῳδον των ποτε εοντων ουδενος δευτερον, και διϑυραμβον πρωτον ανϑρωπον των ημεις ιδμεν ποιησαντα τε και ονομασαντα και διδαξαντα εν Kορινϑῳ: aus Herodot Historien 1,23: Arion, aus Methymna, der von den Delphinen übers Meer nach Tainaron getragen wurde, war in den Zeiten der unvergleichlichste Sänger. Er war auch Dithyrambendichter, der erste unter den Menschen, von denen wir wissen, der gedichtet hat, er gab ihnen den Namen und lehrte die Kunst in Korinth. [Bei Herodot folgt, wie der Sänger, von den Schiffsleuten, die ihn seiner Schätze berauben wollten, bedroht, sich ein letztes Lied ausbittet, darauf sich ins Meer stürzt und von einem Delphin gerettet wird].

11            lies ανϑρωπων; auf die Herodotstelle spielt Herder an in der 2. Sammlung seiner Fragmente, SWS I,311, und übernimmt Hamanns Urteil: Wie Herodot anführt, den ich für mehr, als Fabelschreiber halte.

13            Happel: wegen seiner Relationes curiosae.

17            Widerlegung des St.[enders]: in Herders anonym veröffentlichter Schrift: Nachricht von einem neuen Erläuterer, SWS I,28ff.

15            meine Engl.[änder]: 366,33.

19            Fescenninischen Poesie: Hor. epist. 2,1,139-155; hier wird Ursprung und Verfall jener improvisierten, derb-witzigen Spottverse aus bäuerlichem Milieu, die auch bei Hochzeitsfesten vorgetragen wurden, beschrieben; das Adjektiv leitet sich von der Stadt Fescennia her; siehe auch u. a. die Spuren bei Catull 61,119ff.

Brief 322

365,31      S.T.: Salutem Tibi oder Saluto Te.

Brief 323

Antwort auf 320.

366,21      Einlage: nicht ermittelt.

26            Stenderschen Fabeln: Sammlung lettischer Fabeln des kurländischen Pastors Stendter, Verf. einer lettischen Sprachlehre, 339,13ff.

26f.          überhören: hersagen lassen.

30            wieder Willen: 361,13.

367,10      wegen des Vives: 356,8.

Brief 324

367,24      Hofrath: Tottien.

27            Prof.: J. G. Lindner, auf dem Wege nach St. Petersburg, 354,11; 363,31.

33            unsere Kinder: im Hause Tottien.

Brief 325

368,26      nachfolgen: womit Hamann seinen Entschluß von 367,28 bekräftigt; Doctor: Ehregott Friedrich, 355,35ff.

369,3f.     Alles Ding: Refrain aller Strophen, mit Ausnahme der 12. (letzten) des Liedes von Paul Gerhardt: Soll ich meinem Gott nicht singen.

20            Clausuren: metallene Buchdeckelschließen.

Brief 326

369,31      Präcise 2.: in der Nacht am 6. Mai.

370,7        Das ist der Freundschaft: Herder variiert Str. 5 des Liedes Von Gott will ich nicht lassen des Ludwig Helmboldt: Lobt ihn mit Herz und Munde,/ Die er uns beiden schenkt!/ Wie selig ist die Stunde,/ Darin man sein gedenkt!/ Verderbt wird sonst die Zeit,/ Die man verlebt auf Erden;/ Wir sollen selig werden/ Und seyn in Ewigkeit.

22            Pazz: Christian G. Patz.

24            Intereßen: Zinsen.

30            Kibitka: aus dem Polnischen stammende Bezeichnung eines schlechten Wagens oder Schlittens, auch für einen leichten russischen Reisewagen gebraucht.

31            Bebungen: Vibrato, vor allem beim Clavichord.

32            Gaßenlieder: 363,3.

35            bei Julius Cäsar <...> Grecourt: übermütige Identifikation mit dem frivole Liedchen singenden Franzosen und mit Caesar, der, nach Plut. Caesar 38, dem bei stürmischer See verzagenden Bootsmann zurief, er fahre Caesar und sein Glück.

37            Feldteufel: 3 Mo 17,7; 5 Mo 32,17 u.ö im AT; Wirthin: Frau Hartmann(in), 355,23.

371,5ff.    Pasquillzettel aus Kön.[igsberg] <….> Zettel ohne Antwort: Fehde mit Hippel und Scheffner, 359,10ff.; siehe Herders Brief an diesen vom 6. Mai 1766, HBGA1, Nr. 21.

11            Die Candidaten: von Krüger, Johann Christian.

12            Rhynsolt: von Martini, Christian Leberecht.

13            Patelin: die Bearbeitung der altfranzös. Farce vom Maître Patelin (1470) durch Brueys und Palaprat (1706).

16            Critik: es blieb beim Plan; in den nachgelassenen Handschriften des Jahres 1766, die zur Verwendung für die Dritte Sammlung der Fragmente dienen sollten, werden deutsche Komödiendichter im Kapitel Haben wir eine Französische Bühne kritisch besprochen, 388,3f.

19            am 3.ten Fragment: die dritte Sammlung erschien 1767 bei Hartknoch in Riga, SWS I,357-531.

24            Willamov[ius] über den Aristophan: De Ethopoeia comica Aristophanis libellus, 374,27.

24f.          Samlung Deutscher Gedichte: wohl auch von Zachariä, Auserlesene Stücke der besten Deutschen Dichter, von Martin Opitz bis auf gegenwärtige Zeiten <...>.

26            eines Ungenannten: die erste Sammlung der Fragmente erschien 1767 anonym.

29            Spence: Polymetis.

30            Fabriz: Fabricius, Bibliotheca latina.

34            Saintfoix: Des Herrn von Saintfoix Geschichte der Stadt Paris. Kopenhagen 1765, den er vermutlich im Zusammenhang seines Plans, die deutsche Komödie mit der französischen zu vergleichen, konsultieren wollte.

36            Ovid singt: trist.1,2,50f.; dort heißt es nono <...> undecimoque.

Brief 327

372,13      Saint-Foix: 371,32.

15            Fabritius und Spence: Fabricius, Polymetis; remittiren: 371,28ff. Mit Winckelmann ist wohl dessen Allegorie-Abhandlung gemeint, 374,1.

19            Ihr Buch: nicht ermittelt, 370,22ff.

20            seine Braut: Anna Benigna Mehmel.

22            den alle[r] Kinder Tag: wohl ein Frühlings-oder Sommertagsfest.

23            Vor der HE Cantzler ist ein Komma zu ergänzen.

24            Hahn: der Mitauer Superintendent Huhn.

31            Vnus est <...>: Refrain eines mönchischen Trinkliedes, das so beginnt: O lector lectorum, dic mihi quid est unum. Es handelt sich um die Travestie der lat. Nachdichtung eines jüd. Osterliedes aus dem 16. Jahrhundert, in dem die 12 heiligen Zahlen erklärt werden: Unus est Deus <...> duo sunt testamenta <...> Tres sunt patriarchae <...> Quartuor evangelista.

33            Matanasius seyn: Hyacinth Chrysostomos Mathanasius Cordonnier, der Ihr Chef d´oeuvre d´un inconnu herausgibt; meine Stunde: Jh 2,4; 7,30; 8,20.

373,1        HE Hofrath: Tottien, 368,13.

6              Aus Preußen: in einem verschollenen Brief des Vaters, der wohl Klagen enthielt, vor allem des Bruders wegen.

9              Candidaten: Steidel?

10            Gespräch: von Hurd.

12            καλοκαγαϑια: 364,33.

Brief 328

373,24      die Folge o.: Null.

31            loc.[os] comm.[unes]: Gemeinplätze.

32            sehen sie: Sie.

33            Das Pluszeichen (+) meint: mehr.

34            Vom Fabr.[icius].

374,5        Tellers Debora: Wilhelm Abraham T., Notae criticae <...>; Abhandl.[ung]: Anmerkung über eines Ungenannten Gedichte <…>.

7              N.[eue] Bibl.[iothek] 2 Stücke: der schönen Wissenschaften und der freyen Künste, Bd 1, 2. St: Anzeigen engl. Bücher; Bd 2, 1. St.: Nachricht von dem verstorbenen Maler Hogarth; Percy, Reliquies of Ancient English Poetry.

11            Hermin u. Gunilde: von Raspe, R. E.

15            u. S[upplement].

18            Mit.[au]

18f.          Gleim hat <...> herausgegeben: die Sieben kleine Gedichte nach Anacreons Manier stammen von Lenov, ihre Rezension findet sich in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 9. St v. 2. 3. 1764.

20            Reiske: welches Buch des bedeutenden Gräzisten R. gemeint ist, ist nicht ermittelt, vielleicht seine Animadversiones ad graecos autores.

22            Gr.[iechisches] Lexic.[on]: Novum Lexicum Graecum <…>.

25            Deutsche Tonmeßung: v. Canzler, Karl Christian, Herder Briefe 11, S.35.

27            Lind.[auische] Nachrichten: hg. von Otto; Die Untersuchung Th. Abbts Vom Verdienst hatte Herder in den Königsbergschen ... Zeitungen am 16. 9. 1765 angezeigt (SWS I,79-81).

27f.          Ethopäie: verschrieben für Ethopoeia.

30            1. Abhandlung: wohl die in den Rigischen Anzeigen, 10. Stück, erschienene: Ist die Schönheit des Körpers ein Bote von der Schönheit der Seele? (SWS I,43-56).

30f.          Pfingstkantate: Die Ausgießung des Geistes: (SWS I,56-67).

31            vorläuf.[ige] Abhandl.[ung] vor der lezten: Gottlieb Schlegel, Der Hingang Jesu zum Tode, Osterkantate, in: Rigische Gelehrte Beiträge, 8. St. 1766.

375,2        Mitleiden gegen Paz: Patz, nicht ermittelt.

7              Brief an Past.[or] Ruprecht: nicht überliefert.

9              Von Schefn. [Scheffner]: Herders Antwort vom 21. Juni/2. Juli 1766 (HBGA1, Nr. 23).

Brief 329

375,15      so kümmerlich: sein depressiver Zustand (376,13 mit Anspielung auf die atra cura) ist wohl auch der Grund dafür, daß der Briefwechsel in diesen Monaten spärlich war.

16f.          engl.[ischen] Bücher: 366,33; 368,1 und 23

25            seel.[igen] Wohlthäterin: wohl die Jungfer Degner.

27            Hofrath: Tottien.

30            Praepositus: der Vater Frau Tottiens, Probst Schüttler, dessen Krankheit Hamann an Herder gemeldet hatte (347,19), war inzwischen gestorben.

376,9        bey den betrübten Umständen: die Folgen des Krieges und des großen Brandes.

14            die Weisheit: Spr 8,31.

Brief 330

Antwort auf 328.

376,25      Handschriften: 373,30ff. Hamann bleibt allerdings die von Herder erbetene Kritik, bis auf kleine Monita, in der Hauptsache schuldig. Ihm paßt offenbar überhaupt nicht, daß Herder mit den Fragmenten, als erklärter Fortsetzung der Literaturbriefe, sich den literarkritischen Grundsätzen der Nicolai, Abbt und Mendelssohn anschließen will. So enthält seine verwunderte Bemerkung, Herder habe mehr aus den Literaturbriefen zitiert (Zeile 29f.), einen kritischen Akzent.

32            vorläufigen Discours: die 1. Fassung der Fragmente.

35            Prosodie: Herders Kapitel Ueber den Hexameter (SWS I,198ff.).

377,4        Naturgenie: begegnet im 14. Fragment (SWS I,207); petillant: sprudelnd.

9              alte verbleichte Begriffe: leise Erinnerung, daß manche der von Herder behandelten Themen auf seine eignen Ideen und Anregungen zurückgehen.

13            Versuch des Winkelmanns: 374,1.

14            Shaftesbury: Hamann hatte längst, wohl um 1755, die beiden erste Essais aus den Characteristics übersetzt, N IV,133-191; nun denkt er (so vermutet Nadler) an eine Überarbeitung und Neuverwendung, etwa für die Königsbergschen Zeitungen?, N IV,474.

17            Quartbuch: wohl das sogenannte Königsberger Notizbuch, das die Shaftesbury-Übersetzung enthielt und das Herder entliehen hatte.

Brief 331

Zur Briefüberschrift 372,3ff.

377,30      als August: Augustus, nicht ermittelt.

32            Mitausche Schwärmnacht: 380,3f.

34            8. partes or.[ationis].

378,1        hat er: sein gegenwärtiger Brief.

2              wo Esther frölich gewesen: StE 3,2; Auslegung: nicht ermittelt.

4              der Weibl. F ...: vagina.

8              der Uebers.[etzer]: der Berliner Arzt Zückert; Gött. Zeit.: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen.

9              Kastanienwerfer: im 4. Buch des Tristram Shandy, Kap. 27: der Kirchenrechtler Phutatorius, dem eine heiße Kastanie in den offenen Hosenschlitz gerollt ist.

10            Leben der Xstina: der Königin Christine <…>, von La Combe.

11            Gel.[ehrte] Zeit.[ungen].

12            daß: das

22            Hören sie= Sie s.[eine] 6 Bücher: Herder gibt nicht die Titel der Bücher wieder, sondern den Inhalt, z.B. 3. Buch: Mysterien der Alten. Orakel der Sibyllen. Anbetung der Gestirne. Astrologie; 4. Buch: Von dem Cyclischen Wesen im Alterthum: von den daraus entsprungenen Leben und dadurch veranlaßten Gebräuche.

33            Fabriz: die Bibliotheca Latina des Fabricius.

35            de pereuntibus literis: von Simonius.

36            prolusionem: Vorübung, Ferrarius verfaßte 26 prolusiones.

379,1        Trauerspiel: nach Herder Briefe 11,S.36 Mendoza und Alvare.

3              Arbeit: Ueber die neuere Deutsche Litteratur, 3.u.4. Slg [Herder Briefe 11,37].

4              gr.[iechischer] Plato.

8              Voss.[ius] de poet.[is] Gr.[aecis] et lat.[inis]: libri due.

9              De histor.[icis] Gr.[aecis]: libri IV.

10            Trakt.[at].

14            Kohlgärten: die beiderseitigen Schriften, 444,29.

15            Trim: metonymisch, wohl für Hinz; gemeint ist der Korporal aus Tobias Shandys Kompagnie, sein Bursche.

18            Yoriks Hüpfen: Tristram Shandy, 1. Buch, Kap. 12: Yoricks Luftsprünge und Purzelbäume.

20            Philippi: Biga 112/237.

25f.          Abbts Akademische Einladungsschrift behandelte also den höchst schwierigen Vorgang, die Seelenkräfte auszumessen.

28            Mathesis intensiva: rechnen mit rein mathematischen Größen.

Brief 332

Antwort auf 331.

380,4        noch so gut: nachsichtige Ironie.

16            Pygmalion: 377,21.

21            An Simonii: 378,34ff.

Brief 333

[Juli 1765, Herder Briefe 11, S.25]

Die Datierung dieses sine die et consule überlieferten Briefes macht Schwierigkeiten. HBGA datiert ihn auf den Juli 1765 (dort  1, Nr. 15/45 und 340); sein Ton scheint in der Tat in jene Phase der Freundschaft zu weisen, da Herder gerade beginnt, dem Älteren selbständig, ja kritisch-ebenbürtig zu begegnen. Außerdem ist die Rede vom Manuskript einer Abhandlung über die Ode, das gewiß nicht identisch ist mit den 363,23; 373,30ff. und 376,25 erwähnten Handschriften der ersten Sammlung der Fragmente, bzw. ihrer Umarbeitung. Andererseits könnte 333 die Antwort auf 330 sein. Dann wäre 333 auf September zu datieren, da Hamann bereits am 30. August 1766 auf 331 antwortete, Herder aber bei Abfassung von 333 noch keine Antwort auf 331 in Händen hatte.

380,31      lies Schreibens, das; dieser Brief (auch 382,25f.) wäre bei Datierung von 333 auf Juli 1765 als nicht überliefert anzusehen.

31f.          aus Mietau: beim Aufenthalt vom 19.6.1765 bis Mitte Januar 1767, unterbrochen durch die Reise nach Warschau 29.8. bis Anfang Dezember 1765 (Herder Briefe 11,S. 25).

381,4        blos der Name: die Abhandlung über die Ode soll also selbständig bleiben und scheint nicht für eine Aufnahme in die Sammlung der Fragmente vorgesehen zu sein.

5              Firmelung: in der Druckfassung.

10f.          Prophet <...> Last über Tyrus: Jes 23,1.

11            Myopie eines Philosophen: N II,123,12.

14            Anmerkungen: vielleicht 376f.

16            als Winckelmann das Wort Geschichte nehmen will: Vorrede zu Geschichte der Kunst des Alterthums: Versuch eines Lehrgebäudes, darin: Gebrauch von Geschichte in der weiteren griechischen Bedeutung.

18            pomum praecox: frühreifer Apfel.

24            mit dem Zepter des Korinthischen Dionys: möglicherweise eine Anspielung auf Dionysios von Korinth (367-343 v. Chr. n.), angeblich Schulmeister daselbst, ironisch für Herders Lehramt am Collegium Fridericianum in Königsberg; Galgenfrist: von 1761-64.

25            Kant: das noch meint, daß er auch Kant für einen Pedanten hielt.

382,12      Kalibanen: in Shakespeares The tempest.

16            Collaboureur: wohl bewußter Neologismus Herders, aus laboureur: Landmann und collaborateur: Mitarbeiter.

18f.          lose Kunst: Hamann hatte wohl öfter die sorglose Formulierungsgabe Herders kritisiert; Linsen zu werfen: durch ein Nadelöhr, eine Anekdote über Alexander den Großen, berichtet von Quintilian, N II,64 32f.

19            Maas, Zahlen, u. Gewicht: Wsh 11,21.

22            Amazonen: Hauptquelle für Etymologie und diesen grausamen Brauch ist Diodorus Siculus II,45; IV,16; siehe Hederich.

30            Michaelis: Johann David M., Gedanken über die Lehre der heiligen Schrift von der Sünde <. ..>; Baile: Bayle, Commentaire philosophique sur ces paroles de Jésus Christ <...>.

30f.          nöthige sie: Übersetzung von coge intrare.

31            Reinhard: Réfléxions sur la liberté.

34f.          Genius: Sokratesanspielung.

35            κακοδαιμων: böser Geist, unselig.

383,2        eins meiner Gedichte: nicht ermittelt.

Brief 334

Möglicherweise doch Antwort auf 333. Inzwischen war, im September, Hamanns Vater gestorben, 385,26f.

383,10      Ihren Brief: wenn es nicht 333 sein sollte, ist er nicht überliefert.

13            Pharaos Mundschenk: 1 Mo 40.

384,13      Landessprache: das Lettische, 336,8 und 339,13.

Brief 335

Antwort auf 334.

384,31      Veränderung: 383,15ff.

34            auf der Akademie: der Albertina 1762-64.

385,11      Schl.[egel].

16            Rahel: 1 Mo 29,18ff.

17            Lettische Sprache: 384,13.

25            des Hauses selbst: v. Manteuffel-Szoege, 383,14ff. und 386,31; m.[ein] Fr.[eund].

34            das lezte: Suizid.

386,4        Vogel: Ps 102,8.

6              wie Achill: Peleus, der Vater des Achill, herrschte über die Myrmidonen auf Phthia. Odysseus und Nestor holen Achill von dort zum Kriegszug gegen Ilion, Hom. Il. 11,765.

Brief 336

Eher ein Folgebrief denn eine wirkliche Antwort auf 335.

386,14      Ueberbringer: Hartknoch, 389,2; 390,4.

17            Hamann weicht erneut einer detaillierten Kritik aus. Herders ehrgeiziger Aufstieg in die oberen Ränge der Literaturkritik war nicht nach seinem Sinne. Außerdem konnte er wohl Herders Darstellung seiner eigenen Schreibart der Sokratischen Denkwürdigkeiten (SWS I,226-229) kaum billigen, und auf die anzüglichen Binnenscherze -bei so ausgesprochener Verkennung- überhaupt einzugehen schien ihm wohl unnütz. Beispielsweise der Schluß: Hätte unser jezo ebentheuerlicher Sokrat eine Aspasia, seine Gedanken auszudrücken, und einen Alcibiad, sie auszubilden; vielleicht hätte er Schüler und Nachkommen, bis alsdenn vielleicht im dritten Gliede ein Aristoteles, Socratis et Platonis peior progenies, ein System errichtete, in der Philologie und Aesthetik, woran sein Großvater nicht gedacht hatte. Hamanns Kritik am System überhaupt blieb ihm verborgen, und so eröffnet Herder die Reihe der kritischen Stereotype, die in der Hamann-Kritik Hegels kulminieren wird. Siehe auch Herders Enttäuschung 387,16.

20f.          Sie und Moser denken an einen Marcellus: den er nicht kenne. Nun hatte Herder in der zweiten Sammlung der Fragmente gegen Ende des Kapitels Wie weit haben wir sie [die Griechen] nachgebildet (SWS I,306ff.) die verschiedenen Darstellungen des Sokrates bei Plato, Xenophon -und bei neueren Schweizern, worunter er auch Wieland rechnet, aufgegriffen. Er beruft sich auf Mendelssohns Kritik in Teil VII der Literaturbriefe, die sich an einer in Zürich anonym erschienenen Schrift Letzte Gespräche Sokrates und seiner Freunde entzündete. Mendelssohn hatte dort auch vermutet, Wieland sei deren Verfasser. [In Wahrheit war es Jakob Wegelin, wie M. Bernays nachwies, SWS I,542]. Die Vermutung Mendelssohns griff Herder unkritisch und vorschnell auf und wetterte gegen Wieland: man müsse beinahe ausspeien, wenn Wieland auftritt und sagt: "Seht! den Kopf des Sokrates!" Hier kann man wie Marcell dreust antworten: Wie? das ist Sokrates? jener liebenswürdige Widersprecher, jener ehrwürdige Unwissende [u.s.w.] Nein! mein Herr! dieser unausstehliche Disputirer mit vollem Munde, dieser lächerliche Weisheit-und Tugendkrämer [u.s.w.] ist ein Geschöpf neuerer Zeit, ein Weiser aus den Schweizerischen Republiken.-Und doch hat W.[ieland] ja würklich die Griechen gelesen ?. Nun bezieht sich die Wendung Wie Marcell dreust auf einen Passus in Friedrich Karl v. Mosers Treuherzigem Schreiben eines Layenbruders <...> an den Magum in Norden, das im XVI. Teil (258. Brief, 1762) der Literaturbriefe erschienen war. Da hieß es, auf Hamann bezogen: Ich erkannte Sie an Gang und Miene, ohngeachtet ich weder ein Marcel, noch ein Freymäurer bin. Herders Bildungsstolz bezog diesen Marcel, wenn er H. belehrt (388,9ff.) auf M. Claudius Marcellus, der 212/13 das von Hannibals Heer besetzte Syrakus zurückeroberte, wo übrigens Archimedes die Verteidigungsmaschinen konstruiert hatte und bei der Eroberung der Stadt umkam. Moser aber hatte Marcel, célèbre maître à danser de Paris, gemeint. Herders falsche Applikation brachte ihm den Hohn Klotzens (Deutsche Bibliothek I,4,77). Zur weiteren, auch poetischen, Verwendung der Marcel-Figur durch Herder Suphan in SWS I,542.

23            Nothfahrt nach Preußen: Königsberg, zur Regelung des Erbes.

30            Erbin: Anna Elisabeth Winter.

33            neul.[ichen] Antrags: Brief 334.

387,5        Pygmalion: 377,21.

6              Berens: Johann Christoph.

Brief 337

[Datum: Anfang Januar 1767, Herder Briefe 11,S.42]

Antwort auf 336.

387,16      Hamanns Taktik des Schweigens zeigt Wirkung; Herder versucht ihn mit dem Lob Nicolais zu ärgern, indem er mit dessen Angebot zur Mitarbeit auftrumpft. Siehe Nicolais Brief vom 19. Nov. 1766 an den anonymen Verfasser der Fragmente, LB I,2,254ff.

19            Hamannischen Cant: in der Kritik Nicolais: Spitzfindigkeiten.

20            wenn Sie herkommen: 376,3, bei einem verabredeten Besuch, zu dem es nicht kam, 388,34f.

21            Ihr Ex.[emplar]: von Ueber die neuere Deutsche Litteratur.

26            Kantern ein großes Kellerschloß: der den anonymen Verfasser ausgeplaudert hatte.

30ff.         Im 3ten <…> Stücke: siehe Herder Briefe 11,S.13 (SWS I,S.357-531) und Nachlaßfragmente, Nachweise Herder Briefe 11,S.46,48,49.

388,7f.     Im 4ten <…> in der Ferne: angekündigt am Ende der 2. Sammlung soll der 4te Theil von der Aesthetik, Geschichte und Weltweisheit reden, es blieb bei der Planung und Fragmenten zur Sammlung. Herder Briefe 11,43.

9              dreusten, kühnen Marcell: 386,20ff., gemeint ist der königliche Tanzmeister Marcel in Paris; der langsame Fabius: Q. Fabius Maximus Verrucosus (Warze), der Cunctator. Herders Quellen sind außer dem erwähnten Plutarch auch Polybios und Livius, jedoch irrtümliche Verwechslung,
N IV,321,44ff.

12            Moser: in Treuherziges Schreiben eines Layenbruders.

19            Handschrift: Quittung.

20            Brownisches Selbstgespräch: Moses Browne, in den Königsbergschen <…> Zeitungen 1770 45.St.v. 4.6.1770.

21f.          Brownes Bemerk.[ung] über die Characteristiks: John Brown.

23            seinen Grundsatz: Shaftesbury'.

24            Berens: Johann Christoph B., 387,6.

26            Paz: 386,26ff.

Brief 338

Antwort auf 337.

388,31      Spence und Muratori: aus dem Besitz von G. I. Lindner, 390,29ff.

389,2        Ueberbringer dieses: Hartknoch, 386,14.

7              de Sibyllis: von Servatius Gallaeus; Vives: die 12 Bücher De disciplinis, die Hamann längst von Herder hatte entleihen wollen (356,8; 363, 23; 367,10) und sich nun selbst von Hinz hatte besorgen lassen, so daß diese Mitteilung auch ein impliziter Vorwurf ist.

Brief 339

[Mit dem Hinweis in Anke Lindemann-Stark Leben und Lebensläufe des Theodor Gottlieb von Hippel. St. Ingbert 2001, S. 131, Anm. 265 ist der Brief neu zu datieren, mit dem 16. Februar 1768, zeitlich also zwischen 347 und 348.]

Herder schweigt. Er war an Lungenentzündung schwer erkrankt, siehe seinen Br. an Scheffner aus dem März 1767 (HGBA I,74ff. und IX,51). Hamann, nach Königsberg zurückgekehrt, wirbt, auch ein wenig schlechten Gewissens, um die Wiederaufnahme des freundschaftlichen Briefwechsels. Der Ton ist aber von forciert galliger Witzigkeit.

389,20      pondue: geboren, aber mit dem Anklang von: als Ei ins Nest gelegt.

22            Unsere Bühne: die Truppe des Franz Schuch.

25            Hippel <...> neues Stück: das unvollendete Willfort und Amalie [freundlicher Hinweis von Anke Lindemann-Stark]. Hippel war seit 1765 Advokat am Stadtgericht.

27ff.         die Klötze: Klotz war seit 1765 Prof. der Beredsamkeit in Halle. In Bd 1, St.1 seiner Deutsche[n] Bibliothek der schönen Wissenschaften, 1767, war u. a. Lindners Lehrbuch der schönen Wissenschaften, 1. Teil einer Geißelung (castigatio) ausgesetzt worden. Auch in der Neue[n] Bibliothek der schönen Wissenschaften und freyen Künste, hg. von Weisse, Bd 5, 2. St. wird Lindner negativ besprochen, daher: Die neue Castigatio.

29            Mit Anspielung auf die Aspasie (SWS I,229), die Herder in der 1. Sammlung der Fragmente ihm gewünscht hatte, erwägt Hamann eine Polemik gegen Klotz und andere Sophisten, zufolge Platons Gesprächen, so auch gegen Mendelssohns Phädon. Jene veröffentlichte er, als erste einer polemischen Reihe, in den Königsbergschen <...> Zeitungen, 5. St v. 15. 1. 1768 (N IV,312-325).

390,3        Hohn der Kunstrichter: vor allem Klotz und Riedel. Zum ganzen Zusammenhang Haym I,211ff.

4              Verzeichnis meiner Bücher: 388,19; 389,1.

5              Werk von der Aegyptischen Historie: von Origny, Pierre Adam de.

8              Kant: mit dem Gedanken an eine Untersuchung der Metaphysische[n] Anfangsgründe der natürlichen Weltweisheit <...> und der praktischen Weltweisheit trug sich Kant bereits 1765,siehe seinen Brief an J. H. Lambert vom 31. 12. und an Herder vom 9. 5. 1768; seine Grundlegung zur Metaphysik der Sitten wird erst 1785 erscheinen.

12            mich so gut als Kant verstehe: d.h.-nicht!

13            Formell-kühler Gruß!

Brief 340

Herder schweigt weiter. Hamann wirbt dringlicher, 391,23ff.

390,19      unserer Auction: Verkauf eines Teils des Hausrats, vor Hamanns Ankunft?

20            Sechswöchnerinn: die Nichte und Ehefrau des Vetters Nuppenau, den Hamanns Vater in seinem Testament mit der Badstube und einem großen Teil des Hausrats bedacht hatte.

25            Brodt in dieser Wüste: Mt 15,33.

34            nach Braunschweig: zu G. I. Lindner.

391,10      Defect: 396,12.

14            mit ihm gesprochen: G. Berens, offenbar auf dessen Durchreise in Königsberg.

22            HE Secr. B.[erens]: Johann Chr., 395,26; Verbindungen mit Nicolai: Herder rezensierte für dessen Allgemeine Deutsche Bibliothek, 387,17 und seinen Brief an Nicolai vom 19. Febr. 1767 (HBGA I, Nr. 31, 70ff.).

Brief 341

Höchstwahrscheinlich an den Vater seines Freundes, des Pastor Patz. Jener war, aus den Anreden zu schließen, offenbar ebenfalls Geistlicher. Das Datum [März 1767] ist wohl zu präzisieren in [etwa 20. März]. Denn 342 ist die Antwort auf einen mittlerweile erhaltenen Brief des Vaters Patz vom 25. März.

391,34      den 14.: März, vom Vater Patz, 392,6 und 15; s[eine]n Schwieger Eltern: Winter in Mitau. Ihre Tochter: Anna Elisabeth, 386,26ff.

35            Sie: die Schwiegereltern.

392,5        verließen: im Stich ließen.

6              einen Brief erhalten: von den Eltern der Anna Elisabeth Winter?

8ff.          Paulisch <...> kephisch: Apg 5,1-11.

393,35      Martha: wohl die Mutter Patz, 394,22.

36            hellenistischer Sohn: kannte Vater Patz das Kleeblatt hellenistischer Briefe aus den Kreuzzügen, die 1762 erschienen waren, oder bezieht sich der einbekannte Hellenismus auf Rm 15,15, (das Motto des Kleeblatts)?

Brief 342

Wenn die erschlossene Chronologie des Briefwechsels mit Vater Patz stimmt, der am 25. paß.[ati] (März) an Hamann schrieb, ist Hamanns Datum den 2 Marz 67 irrtümlich und wäre zu korrigieren: den 2. April 67. Denn der Sohn Patz hatte ihm gestern (1. April) den Brief ausgehändigt. Und 342 kann nicht vor 341 rangieren, 394,6ff. Hamanns Briefstrategie in 341 hatte offensichtlich Erfolg: die Ehre von Patz' Vater war herausgefordert, er tritt sogleich in die Schuldverpflichtung des Sohnes ein.

394,10      Vater Patz hatte Hamann also auch eine Art Aufseherrolle bei der Einrichtung seines Sohnes zuerteilen wollen.

20            zum Vorteil der letzeren: der Samariter nach Lk 10,33ff.

Brief 343

Noch immer schweigt Herder. Der Grund ist vor allem eine zweimonatige Augenkur, einer Fistel wegen, 391,19f.

394,27      Ruff in den Weinberg: Herder hatte vom Kirchenkonvent der Evangelisch-Lutherischen St. Petersgemeinde in St. Petersburg eine Stelle als Direktor und Inspektor des Instituts der Sprachen, Künste und Wissenschaften erhalten, mit 700 Rubeln Gehalt. Siehe seinen Br. an den Kirchenkonvent vom 28. April 1767 (HBGA 1, Nr. 34, 77ff.) und an Trescho v. 21. Juni 1767 (HBGA 1, Nr.35, 79). Das bewog den Rigaer Rath, ihn zum aßociirten Pastor der beiden Vorstädtischen Kirchen (Jesus und Gertrud) zu berufen. Am 10. Juli wurde er ordiniert. An Hamann wird er dies erst im Sept. (Br. 346) melden.

29            dritten Theil: die Dritte Sammlung, 387,28ff. Sie erschien ebenfalls 1767 (SWS I,357ff. und II,203ff.).

33            Lage meiner Umstände: die Auseinandersetzungen mit dem Vetter Nuppenau um das Erbe, Nadler, 169ff.

395,13      Göttingschen Recension: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen, v. 27. 3. 1767 durch A. v. Haller.

15            καλοκαγαϑια: 364,33; 373,12f.; nach der Hand: im Nachhinein.

16            Stellen im Aristoteles: nicht ermittelt, sicher auch: Nikomachische Ethik.

17            Ihre Fragmente über diesen Punct: Von der Griechischen Litteratur in Deutschland, in der 2. Sammlung (SWS I,299ff.).

28            aus Curl.[and] einen Catalog: von jener Nachlaß-Auktion, 396,25ff.; seine Verteilung hatte wohl Hinz in Mitau übernommen.

34f.          nach dem alten Sprichwort: Pr 9,1; 362,22.

36            mit meinem T.: Traktat? oder etwa Teufel, mit Anspielung auf Lesages Diable boiteux?

37            Sokrates: generell, wenn es um Schriftkritik oder gegen Dichterauslegung geht.

396,1        das jüdische Eloge: Mendelssohns Phädon, oder über die Unsterblichkeit der Seele.

2              signirt Ad.: Scheffner, 397,10; Herder weiß längst von Scheffners Rezension, kennt aber die Chiffre Ad. nicht, siehe sein Br. an Scheffner aus dem März (HBGA 1, Nr. 33, 74f.).

6              war: wäre.

9              Einlage: an J. Ch. Berens, 395,26.

11            zu meinem Fach: Aufgaben als Übersetzer.

Brief 344

396,18      geschrieben: 343.

19            von Ihrer gegenwärtigen Verfaßung: Hartknoch scheint darüber geschwiegen zu haben.

23            Nebenarbeiten: z. B. die Bücherkommissionen, 395,29ff.

30            litter.[arischen] Brunnen: nicht ermittelt.

31            sans rime et raison: ohne Sinn und Verstand.

34            Stuben für mich: 398,7 und 419,10.

397,6        Bibliothek: Nicolais Allgemeine Deutsche Bibliothek.

7              auswärtigen Ruffe: nach St. Petersburg, 399,28ff.

10            Königsbergsche Recension: der Fragmente in den Königsbergschen <...> Zeitungen durch Scheffner, der 1767 als Kriegs-und Domänenrat nach Gumbinnen versetzt worden war, 396,2, und Herders Briefe an diesen aus dem März und September 1767 (HBGA 1, Nr. 33, 74ff. und Nr. 37, 84ff.).

11ff.         Die Scheffnersche Anmerkung und was H. unter dem Theil mit dem Qualitätsabfall versteht, ist nicht ermittelt, 401,5ff.

16            genascht: sah er die Dritte Sammlung in der Kanterschen Buchhandlung?

18            Ihre Übersetzung: 1760 war in Lille anonym die Parallele des Tragiques Grecs et Français erschienen; der Verfasser war Louis Jacquet. Hamann hatte Herder offenbar zu einer Übersetzung angeregt, wie schon Lindner, dem er das Werk früher übersandt hatte, siehe Fünf Hirtenbriefe <...> (N II,360). Im Meßkatalog 1766 war eine Übersetzung angekündigt worden, ohne Herders Namen. Sie ist nie erschienen. Herder zitiert den Titel in einer Fußnote seiner Abhandlung Haben wir noch jetzt das Publikum und Vaterland der Alten? (SWS I,18). Etwa ein Viertel der Übersetzung war, nach Suphan, überliefert; dieser aber veröffentlichte allein den Vorbericht des Uebersetzers und die Anmerkungen des Uebersetzers zum ersten Kapitel (SWS XXXII,140-144). Den Begriff und damit die Methode der Parallele übernimmt Herder in der 2. Sammlung, wenn er antike und moderne Dichter vergleicht.

19            an HE B.[erens]: 396,9.

21            so ungefehr?: recte: populus me sibilat, at mihi plaudo ipso domi <...>.

26            Klotzens Recension: durch Riedel in seiner Zeitschrift Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften oder in den Acta litteraria, Vol. IV, 1767, wo er die Fragmente unter der Rubrik libri minores angezeigt hatte; fugitiuis oculis: mit flüchtigen Augen.

27            Nachschrift: wohl der Beschluß der 2. Sammlung (SWS I,355f.), wo Herder unter den namhaften Kritikern und kritischen Organen, von denen er sich Besprechungen erhoffte, auch Klotz nannte.

31            Nicolai: Nicolay.

34            nichtswürdige Grille: im 53., 54., 55. Stück v. 3., 6., 10. 7. 1767: zu den Remarks on the Writings and Conduct of J. J. Rousseau, N IV,305-311.

36            Phädon: Mendelssohns, verglichen mit dem platonischen Dialog.

398,5        Hochzeit: Hartknoch hatte A. B. Mehmel geheiratet.

7              Gelegenheit: Wohnung, 419,10.

14            ein Gesell: nicht ermittelt.

15            Wieland: 1760 war er in seiner Geburtsstadt Biberach zum Ratsherrn und Kanzleidirektor gewählt, aber erst 1764 auch vom katholischen Teil der Bürgerschaft im Amt bestätigt worden.

Brief 345

398,26      neues Logis: 419,10.

399,6        Brief den Sie lesen können: 401,3.

8              einen gedruckten: Plan einer Rezension der Fragmente.

9              meinen Verleger <...> Ihrigen: Kanter-Hartknoch.

11            im vierten Gebot: auf daß Dirs wohlgehe <...>.

Brief 346

399,19      Epimenides: von dem die Legende ging, er habe 50 Jahre in einer Höhle geschlafen, während seine Seele auf Wanderung durch die Elemente war.

20            wie der verlohrne Sohn: Lk 15,11ff.

21            Produktion: Replik auf 397,15.

25            erster <…> Brief: 338.

31            Past.[ori] adj.[uncti].

400,2        Minist.[erium]; Oberpast.[or]: I.J. von Essen.

3              lies Creaturen von Candidaten.

10            lies Lumpen mageres.

11            Ex.[amen] <…> ordin.[iert] u. introduc.[iert].

13            Comitantien: Begleitumstände.

22            feierliche Kirchensühne: am 12. Sonntag nach Trinitatis, SWS XXXII,373ff. Es geht um die kirchliche Versöhnung des Müllerknechts Kloning, der mit dem Fuhrwerk eine 80-jährige, schwerhörige Polin mit Todesfolge überfahren hatte.

31            pochende Stücke: z.B. die Anmahnung Hamanns ausgeliehener Bücher wegen.

34            4. Th.[eil] der Fragmente: 388,7f.

34f.          anderes Stück: unter dem Plan und den Entwürfen von Denkmälern auf A. G. Baumgarten, J. D. Heilmann [wovon nichts im Nachlaß] und Th. Abbt ist hier wohl an Über Thomas Abbts Schriften. Der Torso von einem Denkmaal, an seinem Grabe errichtet zu denken, dessen 1. Teil 1768 erschien. Die Schrift verdankt sich dem vorausgegangenen Ehrengedächtniß Herrn Thomas Abbt Nicolais.

37            geschrieben <…> gedruckt: Replik auf 399,6ff.

401,3        wie Sie schreiben: 399,7.

5              Rec.[ension] in ihren Zeit.[ungen]: den Königsbergschen, 397,10.

11            Hälle Zeitung: Klotzens Neue Hallische Gelehrte Zeitungen 55. St. v. 13.7.1767 die Rezension von Ueber die neuere Deutsche Literatur.

12            die einzige Recens.[ion]: der Deutschen Bibliothek der schönen Wissenschaften Bd. 4,1.St. durch Christian Garve.

13            von Moses: Mendelssohn verfaßte sie für Nicolais Allgemeine deutsche Bibliothek, veröffentlichte sie aber nicht.

14            Die Hamb.[urgische]: Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit, hg. v. Ch. Ziegra; die Göttinger: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen, 38.St. v. 27.3.1767, durch A.v. Haller.

15            Klotz: in den Acta litteraria, Jg. 1767, vol IV, P.1,115-121.

16            das Ihrige: Herders Programm einer stilistischen Distanz zu Hamann, auch Z.23: wir eklipsieren.

21            Zollnerbude: seit Mai 1767 in der Provinzial-Akzise und Zolldirektion als Übersetzer.

25            Lindners Lehrbuch: der schönen Wissenschaften.

26            chorographische Linien: nach Art abstrakter Erdbeschreibung im Gegensatz zur topographischen: konkreten Ortsbeschreibung.

30            Charakter Rousseaus: Hamanns Artikel in den Königsbergschen <…> Zeitungen zu den Anmerkungen über die Schriften und Sitten des Johann Jacob Rousseau, 53.-55. St. V. 3., 6., 10.7.1767, N IV,305-311.

31            Popes Gen.[ius] u. Schr.[iften] der Übers[etzung] würdig: von Joseph Warton. Einen Auszug übersetzte M. Mendelssohn in Bibliothek der schönen Wissenschaften, Bd.4.

32            Landpriester: von Goldsmith; die wiederholte Empfehlung 424,6ff.

36            Menechmen: von Helferich Peter Sturz.

402,1        Nachahmer: Hamanns, so von den Zeitgenossen bereits im Hypochondrist beurteilt, besonders aber in den Briefen über die Merkwürdigkeiten der Litteratur.

2              recte: Gedicht <…>.

4              des-Voeux: Desvoeux.

9              Klotz Beitrag: Beytrag zur Geschichte des Geschmacks <…>.

10            Winckelmanns Werk: Abhandlung von der Fähigkeit der Empfindung.

11            Denkstück: Gedenkmünze.

12            Schilter: Thesaurus <…>.

13            Jacobi: Johann Georg J.

15f.          Leßings Hamb[urgische] Dramaturgie <…> erst 6 Stücke: vom 1.-19. Mai 1767.

17            schreiende Ankündigung Grillo´s: Avertissement einer neuen Übersetzung der griechischen Klassiker.

26f.          Friede <…>: zitiert den Schluß von Luthers Erklärung der 4. Bitte des Vaterunser.

Brief 347

Antwort auf 346; Hamann irrt offensichtlich, wenn er diesen vor einem Vierteljahr erhalten zu haben meint.

403,6        gantz allein lesen: 402,31; Sie meldten: 400,34ff.

11            in Allotria: z.B. in Mendelssohns Phädon.

15ff.         Eine doch wohl nicht ganz aufrichtige Begründung für seine verweigerte Rezension.

19            Pr. L.[indner].

20            Klotz neuester Bibliotheck: Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften.

23            Die vierwöchige Unterbrechung ist auch ein Zeichen von Hamanns Verlegenheit über sein uneingelöstes Rezensionsversprechen und die mangelnde Lust, sich mit Klotz, dem lateinschen Gottsched, anzulegen.

33            hiesigen gemishandelten Freund: Lindner, dessen Lehrbuch von Klotz (=Dtsch) in der Deutschen[n] Bibliothek der schönen Wissenschaften, Bd 1, St 1, sowie von F. J. Riedel in der Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften vernichtend kritisiert wurde.

404,2        Maschinerey: Intrigue.

5              L.[indner] u Sch.[effner].

7              nach Gumbinnen: zu Scheffner.

10            Genius: Genius saeculi; Ihrem Verf.[asser]: Klotz.

13            Lobredner: Herder hatte 1767 in der Allgemeinen Deutschen Bibliothek (5/1,224-228) Klotzens carmina omnia und ebendort (5/2,74-85) dessen opuscula rezensiert. Hamann verdächtigt ihn also, nicht ganz zu Unrecht, des Opportunismus.

16            Veränderungen: Hamanns angeratene Bevorzugung der Fußnote folgt seiner zurückhaltenden Strategie, nicht mit Herders Fragmenten identifiziert zu werden, zumal das Gerede von einer Hamannschen Secte sich bereits verbreitet hatte. Zugrunde liegt seine Verstimmung über das in der Ersten Sammlung, S. 157-162, entworfene literarische Hamann-Porträt (SWS I, 226-229); sein ironischer Vorschlag, sich durch ein Klotz-Porträt ersetzen zu lassen, klingt noch in seiner „Drohung“ 408,1ff. nach.

21            seines Lobredners: davon gibt es mehrere.

25            ihr Originalfreund: lies Ihr, nämlich Hamann selbst.

27            Die Nennung Johann Friedrich Herels mit ihrem ad personam-Sinn geschieht ebenfalls halbironisch, mit einem Tropfen Bitterkeit versetzt, 406,29f.

28            Meister: Herel war Anhänger von Ch. A. Klotz.

29            Satyre in biblischer Schreibart: 206,29f. Meusel war anfangs Klotzianer.

30            mica: Krümchen.

33            neues Journal: Gelehrte Beyträge zu den Braunschweigischen Anzeigen; cunctando <...> scribendo: mehr durch Zaudern als durch Schreiben.

36            alle die Narrenspoßen <…>: wie Geh. Rath Gottsched seinen lobredenden Schüler und Mitarbeiter J. J. Schwabe hat, so hat auch Klotz seine diversen Magistri Schwabe.

405,2        besonders in loco: Lindner betreffend; ihnen: Ihnen, nämlich Herder.

7              Crantzens: David Cranz.

10            Hollsteinschen Litteratur Briefe: Gerstenbergs.

11            Schmalt: gemeint ist wohl H. A. Schmalt, der die dänische Zeitschrift des J.S. Sneedorff Den Patrioske Tilskuer, dän. Nachfolger von Cramers Der nordische Aufseher, ins Deutsche übersetzte: Der patriotische Zuschauer, 1.-81 Stück übersetzt von H. A. Schmalt, Flensburg 1769-1770.

13            Baumgartenschen Begriff: von der Dichtung als der oratio sensitiva perfecta (vollkommenen sinnlichen Rede), welche die repraesentationes sensitivae (sinnlichen Darstellungen) zu einer extensiven Klarheit läutert.

18            Petrus Ramus: Pierre de la Ramée, mit seiner gegen die Geltung der Universalien gerichteten natürlichen Dialektik.

24            zu Ihrem alten Neujahr: alter Zeitrechnung.

27            seines Schwagers: George Steinkopf.

33            John: Georg Friedrich J.; Streich: nicht ermittelt.

406,8ff.    Voltaire <…> Clairon <…> anglicismum: S.3-5 des Sharp.

14            excolirt: vervollkommnet.

16            anglicismum: als Voltaire genug englisch gelernt hatte, den Zuschauer in der Originalsprache zu lesen: I have acquired the tongue, I wipe my b—h with Plutarch, S.5.

17            Zuschauer: die moralische Wochenschrift Steeles und Addisons The Spectator.

21            ως εν παροδω: wie im Vorübergehen.

23            Der Ingenu: von Voltaire, L' Ingénu, ein Roman, der den Kontrast von Natur und Kultur als eine (in bestimmter Weise von Rousseau entlehnte) Hauptidee durchführt.

24ff.         drollichte Beschuldigung <…>: in der Anmerkung ** der S. XIII Dédicatoire: Mr. Rousseau a pris son Contract-Social mot pour mot d´Ulrici Huberti de Jure civitatis, Lib. III. Imprimé à Franequeur en Frisé en 1684 & réimprimé à Frankfort en 1718.

27f.          lies wohl das dem Schertz des <...>; modeste u tranquille Xang Xung: so ist die Vorrede unterschrieben: ton frère, Modeste & tranquille Xan Xhun. La Vérité. Vertu & Vérité. Le cri de Jean Jacques & le mien. A Pekin 1765. Siehe auch S. 199.

407,1        Ukasen <...> Tariff: 407,28ff. und 408,12ff., wohl das neue Gesetzbuch für Rußland und die Steuertarife.

9              Ihren Verleger: Hartknoch.

10            aus Ihrem Laden: lies ihrem, nämlich Nachwuchs im Haus Hartknoch.

Brief 348

407,19      3 heil.[igen] Feyertage: Osterfest.

28            einer meiner dortigen Freunde: möglicherweise Arndt.

30            Brief: nicht ermittelt, an wen.

35            Meisterstück: ob das Versprechen, die Fragmente zu rezensieren, ernst gemeint war? Jedenfalls hat Hamann es nicht eingelöst.

408,1f.     letzten Platz: im 18. Kapitel der ersten Fragmentensammlung, gegen Ende, SWS I,226-229, nach Winckelmann, Hagedorn, Moser, Abbt, Spalding.

5              Homilien pro futuro: Pläne zu künftigen Predigten.

10            Corollarium: Folgesatz; Verfaßers vom Verdienst: Abbt.

11            Corvée: Frondienst, die saure Arbeit, Zeile 15.

Brief 349

[Datum: Ende April 1768, Herder Briefe 11,S.61]

Antwort auf 347 und 348.

408,27      Umgang in Mitau: August 1765 und Ende April 1766, wo sie offenbar das Theodizeeproblem erörtert hatten.

28            Beverland: Herders Notizen zur Zweite[n] Urkunde über die Schöpfung und Zustand des Menschen, SWS XXXII,167.

409,20      Kant: die Lektüre des Emile hatte, wie es in den handschriftlichen Bemerkungen des Handexemplars seiner Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, 1764, heißt, mich zurecht gebracht. Er adoptierte die rousseausche Methode überhaupt in den Schriften der Jahre 1764/66. Seine Staatslehre und kritische Moralphilosophie entwickelte er dann im Kontrast zu Rousseaus gutmütigem Optimismus, die Kultur habe den ursprünglich guten Menschen verdorben und so das Übel in die Welt gebracht, mit der Annahme: der Mensch ist von Natur böse.

22            Tobias Shandy: die auf sein Steckenpferd ausweichende Umständlichkeit des Onkels in Sternes Tristram Shandy.

23            Art von Urkunde: zu Herders Theorie der Origenes, der Ursprünge, seine Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts, sowie die Vorarbeiten aus den Jahren 1769 bis 1772, die Fragmente zu einer Archäologie des Morgenlandes, 1769 u.a., SWS VI,1-108; 123-128.

28f.          mein drittes Kapitel: Entwurf über 1 Mo 3, SWSXXXII,166f,

410,4        v.[ersus] 1.

9              das nachahmende Thier des Aristoteles: περι ποιητικης, Kap.4, über Mimesis.

18            Anakreon: in der 22. Ode an Bathyllos, in der Übersetzung von J. N. Götz: Laß dich, mein Bathyll, im Schatten/ Dieses schönen Baumes nieder./ Er bewegt die zarten Blätter,/ Auch an seinen dünnsten Aesten./ Neben ihm fließt eine Quelle,/ Die uns murmelnd an sich locket,/ Und geschwätzig überredet./ Welcher Wandrer geht vorüber,/ Wenn er diesen Lustort schauet!

19            Sokrates seinen Phädon: es ist eher an den platonischen Phaidros zu denken, wo (229 B und 231 A) Phaidros den Sokrates zur Platane am Ilissos, als einen mythisch bedeutsamen Ort des Gesprächs führt. Auch im Folgenden spielt Herder auf den Phaidros-Dialog an (238 E, 241 D ff.).

23            Verdrehungen Beverlands: 416,19.

25            Risquo: Risiko.

411,10      Gott nicht denselben Namen: im 3. Kapitel Jahwe Elohim anstatt Elohim.

14            einfachsten: lies einfältigsten.

15            ihr Körper geschwächt Herder nutzt die alte Semantik des Verbs für Coitus (samt: luctus post <...>) als Bezeichnung von Urschuld und Folgen.

27            Nachasch: hebr.: Schlange.

34            göttl.[icher] Nationalsänger: Moses.

412,20      ketzerischer Bigot: französ. bigot: buchstabengläubig. Hamann -so weiß Herder-versteht die Origenes anders.

29            eine Phyllis: die in einen Mandelbaum verwandelte Tochter des thrakischen Königs, Ov. Her. 2,98; Hyg. Fab. 59,243; Pers. 1,34; auch 418,32.

34            Kön.[igsberger] Streit.[igkeiten]: die Erbauseinandersetzungen nach des Vaters Tod; sobald: soweit.

35ff.         bezieht sich auf Hamanns Rezension der Klotzschen Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften in den Königsbergschen <...> Zeitungen, N IV,313,15; 29f. und 36.

36            weggelaßen: H. hatte in seiner Rezension des 1. Stücks von Klotz' Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften in den Königsbergschen <...> Zeitungen vom 15. Januar 1768 die Kritik des B. von Herders Fragmenten bloß erwähnt,

N IV,313,36f.

37            Lindners Zurücksetzung: die Kritik seines Lehrbuch der schönen Wissenschaften <...> ebenda.

413,10      orbis pictus: Anspielung auf Comenius' Lehrbuch für die Jugend.

11f.          Purpurlappen: Anspielung auf Hor. ars 15f.; 427,26f.

14            Klotzische Narr <...> Bibliothekar: Herder vermutet, wie Hamann in seiner Rezension, denselben Kritiker Lindners unter der Sigle Dtsch [= Klotz] in Klotz' Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften und der Rezension in der Bibliothek der schönen Wissenschaften durch Riedel (=der Klotzische Narr).

20            Hällischen <...> Leipzigern: Klotz' in Halle seit 1766 erscheinende Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften und die durch Weiße in Leipzig weitergeführte Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften.

22            Ihren Rath: 404,16ff.

23            in einer Note: SWS I,226ff.

29            Torso über Abbt verkappt: anonym, SWS II,249ff.

30            Lebensbeschreiber: Friedrich Nicolai in seinem Ehrengedächtniß, Berlin 1767, und auch als Berl.[iner] Zeit[ungs]schreib.[er] in Allgemeine Deutsche Bibliothek.

33            seine Werke: die Sammlung von Abbts Vermischte Werke, die ab 1768 erscheinen.

34            aus meinem Polypragmatischen Müßiggange: Anspielung auf J. E. Schlegels Lustspiel Der geschäftige Müßiggänger.

35f.          Hermessäule: Herme, nach einer antiken Etymologie von Steinhaufen.

36            Plan zum Gesetzbuch: 407,28.

414,2        Stellen aus Montesquieu: vermutlich aus dem Esprit des loix.

3              Beccari: Beccaria.

8              Myster[ium].

13ff.         Winkelmann <...> Prof. Ustaritz <...> Verf.[asser] der Fragm.[ente]: Winckelmanns Brief an Paul Usteri v. 2. Januar 1768, der Bezug nimmt auf Ueber die neuere Deutsche Litteratur, SWS I,293f.

11            Artikel Corvée: 408,11.

16            Schweitzerprediger: nicht ermittelt.

17            Jenische Zeitung: die Jenaische Gelehrte Zeitungen, 1767, Stück 10 und 70 hatten die drei Sammlungen der Fragmente angezeigt; bei der dritten wurde Herr Härter als Autor genannt.

18            daß ich u. Abbt den Ton unserer Sprache angeben würden: was Ch. A. Clodius in Versuche aus der Literatur und Moral in einem Vergleich der beiden als Schriftsteller des Säkulums unternommen hatte, siehe die Rezension im 76. St. vom September 1767.

19            Candidaten von Bedlam: Anwärter aufs Irrenhaus (in London).

20f.          Recension eines andern Buchs: nicht ermittelt.

22            Klotz <…> geschrieben: nicht überliefert; da Willamov[ius] hier durchging: der 1767, auf dem Weg nach St. Petersburg, Herder besuchte.

26            billig zu antworten: Klotz, Brief vom 31. Oktober 1767 (HBGA 1, Nr. 39).

31            Ruf nicht angenommen: nach St. Petersburg, siehe den Brief an den dortigen Kirchenkonvent vom 28. April 1767 (HBGA 1, Nr. 34).

35            Funeralien auf Abbt: Ueber Thomas Abbt. Der Torso von einem Denkmaal <…>.

36            mit einem Werke: denkt wohl kaum an Kritische Wälder, wohl aber an die fundamentale Untersuchung der Origines'.

37            mit meinem Namen: anders als die anonym veröffentlichten Sammlungen der Fragmente.

Brief 350

Antwort auf 349.

415,6        sicher seyn: 408,30.

14            Bischoff <...> in meiner Wirthschaft: eine Art Punsch, den er sich zuhause machte.

15            Noah sein Most: 1 Mo 9,21.

17            ihrer: Ihrer.

18            mit Moses: 412,25.

24            secrectis arbitris: ein Urteil, das geheim bleibt.

27            mit eben dem Euphemismo: =pudenda

28            zu deren Verstand: um <...> zu verstehen.

30            Füße decken: nach 2 Mo 4,25; Jes 6,2; 7,2.

34            der Pythagorischen Diät: das Beschweigen der Geheimnisse.

416,1        Mutter: Eva, nach 1 Mo 3,20.

3              Jephta: nach Ri 11,1 ein Hurkind (Luther) und der Graf von Sachsen, illegitimer Sohn Augusts des Starken.

7              wie ein Aeschylus: Horaz, ars 279, schreibt ihm die Einführung der Maske zu.

9              Reliquien: Anspielung auf seinen alten Plan, über die Ursprünge (Origines) zu schreiben, III,34,15-20.

13            Ferguson: Essay on the history of Civil society.

15            Ehebrecherin <...> schönen Geiste: Eva und die Schlange als bel esprit.

19            sultanisch: autoritär.

22            an den Buchstaben: 412,20: ketzerischer Bigot.

24f.          gleich der mosaischen Schlange: 2 Mo 4,2-5.

28            weitere Aussichten im dritten Capitel: Wink auf die Opferforderungen, die ihren typologischen Sinn im Opfer Christi erweisen, 417,10ff.

29            Rousseauische Corollaria: Behauptungen, die keines Beweises bedürfen, also die Herdersche Rousseau-Interpretation, 409,8ff.

417,1ff.    Aus Strophe 3 des Liedes von P. Gerhardt Nun ruhen alle Wälder.

19            Klotzischen Recension: 412,34f.

20            Baal: Jer 19,5.

21            Lehrbuch: Lindners ... der schönen Wissenschaften, 389,27ff.; Herders Urteil 401,24ff; 412,37ff.

22            Im Appendix eine Stelle: in der Vorrede, die sich auf die Rezension von Klotz bezieht: Ich bemerke nur, daß die ganze Recension durchweg auf einer falschen Vision von einer nordischen oder königsbergischen Secte beruhet, die nirgend existiert, deren Anführer der große Magus aus Norden seyn soll, dessen Stab sonst wie jene Schlange die ägyptischen verschlungen, der aber jetzt in Ruhe dem Schauspiel der gelehrten Welt und der Klopfjagd der Herren Kritiker zusiehet. Man spielt mit dieser Blase sogar in der Herderschen Recension, und ich werde mein Aemtchen antreten, denn der Ungenannte Schützenkönig werden wird. <…> Doch ich breche ab, weil ich fürchte, daß dies auch für dithyrambische Schreibart angesehen werden möchte, wie dort einige andern Richtern des Geschmacks sehr gewöhnliche Ausrufungen (S.8f.).

30            fauxfilés: aneinander geheftet, eng verbunden.

32            Ihren ersten Theil: der zweiten Ausgabe der Fragmente.

34            zu hitzig: 401,7 und 413,26.

418,2        wider seine Ueberzeugung: 404,13. Nach Herders durch die permanenten Angriffe Klotz' und seiner Kritikermannschaft bewirkten Sinneswende wird er Mühe haben, sich zu korrigieren.

3              Winkelmann: 414,13.

7              Project des Gesetzbuches: 407,28 und 413,36.

12f.          L'homme aux quarante écus <...> Maupertuis: Schriften Voltaires. Gegen Maupertuis: Les diatribes de docteur Akakia.

15f.          Voltaire entschuldigt seinen wiederkäuenden Geschmack: N IV,320,11ff.

22            portugiesische Heldengedicht: Camoens' Os Lusiadas, 421,12.

32            eine Phyllis: 412,29.

Brief 351

419,10      libiren: Libation, Trankopfer darbringen.

18            traurigen Zufall: der Bruder war in der neuen Wohnung der Aufsicht entwischt, 456,34ff.

26ff.         Kanter wird diese Woche seinen Laden beziehen: das löbenichtsche Rathaus brannte 1764 und wurde in den folgenden Jahren mit Hinzunahme benachbarter Grundstücke neu aufgebaut. Es war im Besitz des Magistrat, der es in einzelnen Teilen, so eben an K., vermietete.

32            Moses: Mendelssohn.

420,2        Steinbeck: im Landkreis Königsberg.

3              der große Adler: vermutlich das preußische Wappen als Zeichen des königlichen Buchhandelprivilegs.

4              Hamburgsche Recension Ihres Torso: Herders Essay Über Thomas Abbts Schriften ... hatte Gerstenberg in der Hamburgische[n] Neue[n] Zeitung, 122. Stück, Mittwoch, den 3. August 1768, rezensiert.

5              Gratial: Dankgeschenk für seine witzige Anzeige des Torso in den Königsbergschen ... Zeitungen vom 27. Juni 1768, N IV,316f.; Klotz an L.[indner].

7              Monument seiner Autorschaft: Über den Nutzen und Gebrauch <...>.

11            Anführungen von den grösten Werken: z. B. Winckelmanns.

13            ein Archiv: Bodmers Archiv der schweitzerischen Kritik, Bd I, Zürich 1768.

17            engl.[ischen] Werk: des William Duff (Baffy), 432,25. Es kann sich nicht um Youngs Conjectures on Original Composition, 1759, handeln; die in Leipzig namenlos bey Johann Samuel Heinsii Erben erschienene Übersetzung H. E. v. Teuberns lag seit 1760 vor. Auch kannte Hamann gewiß Herders Rezension des Schreibens des Quedlinburger Gymnasialdirektors Rambach, ob das Lesen der Alten an dem Mangel der Original-Scribenten Schuld sey 1765, in den Königsbergschen Zeitungen vom 3. Februar 1766, SWS I,121ff.; siehe auch seine Erwähnung der Diskussion über Youngs Schrift in der 3. Sammlung der Fragmente (SWS I,383). So ist es das Buch von Dufff (Baffy) über das Originalgenie, das H. 432,25f. erwähnt.

21            bey Ebert: Johann Arnold E., 269,7.

23            Clodius: Christian August C., dessen Versuche an der Literatur und Moral Herder in der umgearbeiteten Ausgabe der 2. Sammlung der Fragmente, 1768, kritisiert hatte , siehe u.a. SWS II,151 sowie Herders Rechtfertigung in seinem Brief an Clodius vom 3. August 1768 (HBGA 1, Nr. 45).

30            Leßings Briefwechsel: Briefe von Herrn Leßing und Herrn Klotz <...>.

32            2ten Theil seines Laocoons: weder ein geplanter 2. Teil. noch ein zu vermutender (französisch geschriebener) 3. erschienen.

421,1        Verzeichnis: 388,19.

6              απεχειν: Anspielung auf die Maxime des Epiktet: ανεχειν και απεχειν, die Aulus Gellius, 17,19,6, nach dem Favorinus auch in der latein. Fassung sustine et abstine überliefert; also: leide und meide.

8              Jerusalems erster Band: der Betrachtungen; der zweite war ebenfalls 1768 erschienen.

12f.          Camoens <...> musicos: 418,22.

16            Donnat: Domat.

31            Korn: doch wohl Malzkaffee.

32            Verdacht des Kurellaschen Gedichts: Herders Fragment zweener dunkeln Abendgespräche. An Herrn [Jakob Friedrich] Kurella nach dem Tode seines Vaters [des Prof. der Rechte Jakob Heinrich K.] <...> den 18. März 1764 (SWS XXIX,9f) hatte Klotz in seiner Deutsche[n] Bibliothek der schönen Wissenschaften im 1. Stück. Halle 1767, S. 162ff. mit polemischer Absicht neugedruckt. Eine Abschrift des Gedichts von Hamanns Hand, vom 20. Febr. 1781, fand sich in Herders Nachlaß (SWS XXIX,715). 437,28f.

34            Homers Leben u Letters on Mithology: von Thomas Blackwell.

422,2        bey L.[indner]; Swifts Briefe: wohl Works and letters, with some account of the author's life <...>.

422,15      Riedel: Hamann hatte in dessen Schrift Ueber das Publicum. Briefe an einige Glieder desselben, Jena 1778, S. 204, 214, 217, gelesen, daß nicht nur eine 2. Auflage der Herderschen Fragmente zu erwarten sei, sondern auch polemisch gewendete Zitate daraus, 431,20; 437,29f. Riedel -so Herder- schien sich unrechtmäßig Bogen aus der Druckerei verschafft zu haben. Dagegen verwahrte sich Herder in einer Erklärung, die in der Berliner Vossischen Zeitung vom 24. Dezember 1768 erschien, sowie ähnlich in weiteren Zeitungen (SWS IV,337-341). Anstatt aber sich des Mittels der Ironie zu bedienen, trat er verärgert, ja mit unwahren Dementis (die Kritischen Wälder betreffend) auf; ein unkluger Schritt, der ihm neue Angriffe der Klotzianer zuzog.

17            läppischen Latitudinarium: eifriges Moralisieren. Hamann überträgt die seit dem 17. Jh. gebrauchte Kennzeichnung liberaler Theologen (Chillingworth, Cudworth, More) auf einen Literaten mit unscharfen Prinzipien, wobei ein Nebensinn von Breittreter mitgemeint sein mag.

18f.          Leßing <...> Ihrer angenommen: Herders (ohne Namensnennung), aber wohl auch ihrer, der Klotzianer; im 13. der Briefe antiquarischen Inhalts. Lessing verwechselte allerdings die Chiffren F und Dtsch, unter welcher der Kritikaster in Klotzens Deutsche[r] Bibliothek der schönen Wissenschaften Herder vorgeworfen hatte, er wisse nicht, was ein Torso sei.

19            emeritus: Ausgedienter, Veteran.

27            Einige gute Freunde ...: Beiträge zu den Königsbergschen <...> Zeitungen, 431,28ff.

30            Ihre Stücke: zu Herders im Jahrgang 1768 erschienenen Beiträgen SWS IV,261-336.

Brief 352

422,17      Latiduninarium: eifriges Moralisieren.

20f.          Froschmäuselerhändeln: Rollenhagens Satire.

30            Ihre Stücke darinn: ob die Rezension von Klotz Carmina, Öffentliche Erklärung <…>, Gedichte Oßians gemeint?

Brief 353

Gemäß 426,25f. geschrieben am Martinstag, 11. November alten, 22. Nov. neuen Stils (HBGA1, Nr. 50); Hamann empfing den Brief erst am 16. Jan. 1769.

423,9        Orenburg: Festung und Stadt am Uralfluß, von Herder als Metapher größter Entlegenheit verwendet.

12            unser Krieg: wohl nicht konkret.

13            ein Zwingel: ein Zwingli, der als Feldprediger an den Feldzügen der damals mit dem Papst verbundenen Schweizer in Italien (Novara 1513 und Marignano 1515) teilnahm und ums Leben kam.

14            Briefen der Montagu: Hamann hatte die Übersetzung der Briefe der Lady Marie Worthley Montague in den Königsbergschen <...> Zeitungen vom 7. Mai 1764 angezeigt, N IV,296f.

15            zur streitenden Kirche: ecclesia militans im Wortsinne.

22            Thun Sie: Replik auf 422,19ff.

29            auf Rechnung der Frauen: genetivus singularis, der Frau Willamows.

33            aus Ur: 1 Mo 11,31 und folg. Kapitel.

424,6        Landprediger: 401,32ff.

13f.          Mösers Brief <...> Auszug: im 327. Brief, vom 30. Mai 1765.

17            Vikar: Rousseaus Confession <...>.

20            der Justizräthe: wie Möser einer war.

23            zu den drei Mendelssohnschen: in seinem Phädon. Eine solche Absicht teilt Herder auch Nicolai im Brief vom 10. Jan. 1769 mit (HBGA 1, Nr. 53,127).

24            ein Gespräch Zweifel: den Beginn des geplanten Dialogs (SWS XXXII,200f.).

33            lies fliehen statt fließen.

37            Kooper: Cooper.

425,1        Philosophical Enquiry: von Burke; lies in dem verkürzt zitierten Titel: Ideas. Herder rühmt in seinem Brief an Kant aus dem November 1768 das Werk Burkes überschwenglich (HBGA 1, Nr. 51, 120).

2              Uebersetzers: J. J. Harder, nicht erschienen. Harder schreibt dazu: Briefe deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath von Klotz. T.1,2. Halle 1773, S. 56-59: "Ich lebe hier, als ein Pfarrer auf dem Lande, und bin dem gelehrten Publiko wenig bekannt. <…> Nur wird nächstens -ich weiß aber noch nicht, unter wessen Namen- das schöne ästhetische Werk A philosophicae[!] enquiry into the Origin of our Ideas oft he sublime and beautiful in einer Uebersetzung erscheinen, die zwar von mir herrühret, weil Hr. Prof. Herder mich dazu vermocht hat, als er noch in Riga war; die er aber mit nach Eutin genommen um einen Kommentar darüber zu schreiben, wozu er itzt in Straßburg vermuthlich Musse genug haben wird. Ich gedenke dieses Werkchens gegen Ew. Hochedelgebohrnen deswegen, weil Hr. Prof. Herder, so kühn er in seinen Fragmenten die griechischen Dichter beurtheilet hat, hier im Verdacht stehet, daß er kein griechisch verstünde. Um nun hinter die Wahrheit zu kommen habe ich die in der Enquiry vorkommende Homerischen Zeilen geflissentlich falsch und schielend übersetzt; aber aus eine Danksagungsschreiben für die Uebersetzung nicht gemerket, daß er dieser Schlinge gewahr worden wäre; die ich niemandem würde geleget haben: aber ihm aus gerechtem Unwillen über seine Eitelkeit und Pralerey legen mußte" (S.58f.).

5              Klotz <...> u.s.w.: Vorrede zu Meusels Übersetzung des 2. Bandes der archäologischen Studien des Grafen Caylus und zu desselben Übersetzung des Apollodor, beide Altenburg 1768.

14            Rußischen Platon: Platon Levsin Jeromonach; des Großfürsten: Paul I.; siehe Herders Vorrede (SWS XXXII,202).

18            Uebersetzung: von Rodde, sie erschien 1770 mit Herders Vorrede.

19            Westfeld: sein Brief vom 19. August 1768 in LB I,2, Nr.104, siehe auch HBGA 1, 354f. zur Vorgeschichte von Herders Berufung nach Bückeburg.

26            Hudibras: von Samuel Butler.

29f.          Kuhhaut <...> Carthago: nach der Sage der Stadtgründung durch Dido, Verg. Aen. I,365ff.

30f.          Winkelmanns Tempel der Kunstgeschichte: Winckelmann, Geschichte der Kunst des Alterthums.

31            Yoriks Predigten: die Übersetzung (eines Anonymus) der Sermons erschien 1766/67 in der Schweiz, mehrere Auflagen folgten.

35            Zürchisch: doppelsinnig: das Schweizertum des Übersetzers wie auch der Stil Bodmers und Breitingers.

426,13      a pindaric Address: von Christopher Anstey.

18            Gray'schen Oden: Z.19f.: Elegy written in a country church-yard, Ode to spring, On a distant prospect of Eton College; Collection of several Poems: von Robert Dodsley.

20            Die Kupfer <...>: von Bentleys Sohn Richard. Vater Bentley setzte sich für saubere Drucke, gegen den barocken Schwulst, ein.

21            auf einer Seite Royalfolio: als Einblatt im Geschäftsbuchformat.

26            Miss Berens: Johanna Sophia.

35            Abimelech: 1 Mo 20,2.

427,1        Caylus: 425,5.

21f.          Mit <...> Klotz <...> Lessings Briefe: Lessing, der am Schluß seines Laokoon (Kapitel 24) Klotz gelobt hatte, und seine Auseinandersetzung mit Klotz, 420,30; 422,18f.

23            Herelios <...> Hausenios: die gelehrten Anhänger Klotzens, 406,29ff.

24            Sie haben Recht: 417,34.

26            Horazisch, schönlateinischer Lappen: Anspielung auf Hor. ars 15f.

29            im zweiten Stück über Abbt: zu dem es nicht kam.

30            ein seichter Autor: es geht weiter um Klotz.

33            in seinem Schlamm versinke: Ps 69,3.

36            lies leben, denken, arbeiten u. leiden (nach Collationierung durch G. Arnold).

428,1ff.     408,11f.; 414,11; 418,6. u.ö.

3              den Möserschen Brief: 424,13f

Brief 354

428,19      viel ausgestanden: 414,29.

24            lies cubent.

429,1        gemeint ist ihm Ihre, vgl 341.

430,11      daß die Ge[bein]e fröhlich, in Anspielung auf Spr 3,8.

20            st.[atus] v.[eteris].

24            Hamanns Antwort ist nicht überliefert.

Brief 355

Antwort auf 353. Herder hatte seit April 1768 den Briefwechsel mit Hamann ruhen lassen, auch nicht auf Hamanns Anzeige seines Torso auf Abbt
(N IV,316f.) reagiert.

430,27      die Beyl.[age]: die Abschrift des Artikels Corvée aus der Enyclopédie, 408,11; 414,11; 428,1; 432,15.

431,7        gute Aussichten: Herders in Riga, 423,18.

9              Diversion <...> Conföderation: 423,11; Hamann spielt auch auf die Confoederatio Helvetica an.

14f.          Hamb.[urgischen] Nachrichters Geschwätz <...> der Berl.[er] ihrs mit Kützel: wohl Gerstenbergs Rezension und die in der Allgemeinen deutschen Bibliothek Bd 12/2, Berlin/Stettin 1770, S. 284-285, Kürzel S [Nicolai].

17            Polen: Pole.

20            Ihre neue Ausgabe: der Fragmente, 422,15.

21            Ως εν παροδω: wie im Vorübergehen.

28            Kanters und meine Bitte: 422,27ff.

30            zu 12 Auszügen aus dem Engl.[ischen]: für die Königsbergschen Zeitungen, die im Jahrgang 1770 erschienenen Rezensionen N IV,339ff.

32            Gentleman's Magazin: in London herausgekommen, 1731-1864.

432,3        alberne bruit ... Club: 390,3; 425,23. Hamann versteht le bruit (Gerede) als Neutrum. Das Gerede von einer Hamannschen Sekte war in Deutschland weit verbreitet, siehe z. B. Herders Brief an Gleim von Ende Okt. 1768 (HBGA 1, Nr. 47, 108).

11            China China: wohl Chinarinde.

13            aus Rousseau: am Schluß des zweitletzten Absatzes des 22. Briefes des 3. Teils der Julie ou la Nouvelle Héloise. In diesem 22. Brief entwickelt Milord Edouard die Gründe gegen das von Juliens Liebhaber St. Preux verteidigte Recht zum Selbstmord.

19            Caylus: 425,5; 427,1.

21            philosophical enquiry: 425,1ff.

22            Humes Versuch <...>: On the rise and progress of the art and science.

24            Churchill: 425,36ff.

25            Baffy: William Duff, 420,17f.

26            im Magaz.: das Gentleman's Magazin, 431,32; Aus Schmidt Anführung: Ch. H. Schmid, Zusätze zur Theorie der Poesie.

34            Bochart: vielleicht aus des Frühhistorikers Werk: Spicilegium geographiae Hebraeorum exterae post Bochartum. 2 Bde. Göttingen 1769.

433,17      Young damals:, als H. die Aesthetica in nuce schrieb.

19            Meine Spinnerinnen: Anna Regina Schumacher und ihre Mutter, die, nach Hamann zunächst mit dem Bruder am 15. August 1768 in die Bondelische Wohnung eingezogen war, wohl um Weihnachten nachfolgten; Nadler, S. 170ff.

21            Brackgut: unnützes Gerät, Überreste.

22            Beyl.[age]: vielleicht ein Brief an Berens, 439,35 und 441,31.

Brief 356

433,33      Kritischen Wäldchen: das erste und zweite war soeben, ohne Autor-und Verlagsnennung, erschienen, das dritte wird gegen Mitte des Jahres ausgeliefert werden, immerhin mit Angabe des Hartknochschen Verlags; das vierte erschien zu Herders Lebzeiten nicht im Druck; es erschien erst aus der Handschrift des Nachlasses im Lebensbild 1846.

434,7        Brüder: Freimaurer.

8              Mitbruder: Hartknoch.

9              Fortgang in der Pythagoräischen Weltweisheit: ironisch, nämlich des Schweigens, waren doch die beiden ersten Wäldchen schon im Oktober 1768 ausgedruckt. Wahrscheinlich aber ist es eine Anspielung auf Herders Beitritt zur Rigischen Freimaurerloge.

10            weyl.[and] HE. Verleger: Kanter und die erwünschten Beiträge Herders zu den Königsbergschen <...> Zeitungen.

11            Garrey's <...> Verf. davon: Grulich, 436,6.

13            übersetzen zu gehen: in sein Bureau am Licent.

Brief 357

Herder wird diesen Br. erst mit 360 beantworten.

434,27      δος μοι που στω: gib mir, wo ich stehen kann [und ich werde die Welt aus den Angeln heben], Ausspruch des Archimedes.       

34            Schmähschrift: des Klotzianers Riedel, der in der Deutsche[n] Bibliothek, I,1, bereits die beiden ersten Sammlungen der Fragmente in einem Gemisch von Lob und Tadel behandelt und zu Herders Ärger ihn als Autor entlarvt hatte; er fiel nun im ersten Stück des Jahrgangs 1769 (III,1) über die 2. Auflage der Fragmente her. Ein ausgedrucktes Exemplar war ihm, wie man vermutete, durch Diebstahl, aus der Druckerei in die Hand gekommen; 439,24 und Herders Brief an den von ihm in der neuen Auflage kritisierten Clodius vom 3. August 1768 (HBGA 1, Nr. 45,104f.). Herder ließ die gesamte Auflage bei Hartknoch unter Verschluß halten oder makulieren.

435,2        neue Ausgabe Ihrer Fragmente so frühe: 1769, also nach zwei Jahren.

5              erste mal verraten: Herder beschuldigte Kanter, er sei der erste gewesen, der seine Verfasserschaft ausgeplaudert habe. Klotz aber hatte Herders Anonymität öffentlich gelüftet, siehe Herders Verteidigung seines Namenlosen Stillschweigens im Brief an Kant vom November 1768 (HBGA 1, Nr. 51,118). Hamanns Kritik an der hektischen, polypragmatischen Schriftstellerei Herders ist nicht ganz unberechtigt, zumal er an dessen Literaturkritik sein eigenes epochales Motiv, die Wieder[her]stellung der Alten vermißt (Zeile 30ff.).

30            wie Hiob oder Nebucadnezar: Hi 42 Ende und (vermutlich) Dan 2,46f.

436,4        Geschichte der spanischen Dichtkunst: von Velázquez de Velasco.

6              freymüthigen Briefe: von J. L. Buchwitz.

8              Beantwortung des Mösers: 424,13f.

13            Thomas Reden: Antoine-Léonard Th.

18            HE. Oberpraetor: wohl der Generalsuperintendent J. A. Zimmermann in Riga.

20            letzte requete: requête: Ansuchen, das Hamann über Herder an Berens seiner entliehenen Bücher wegen gerichtet hatte, 418,18ff. und 420,35ff.

23            Daguesseau: Henri-François d'Aguesseau.

25            Meinen Pindar: er besaß mehrere Ausgaben; 45,9 und Biga 14/221, 222, 223; 167/606. Die Dammsche Übersetzung (Biga 144/237) war wohl in Lindners Besitz.

28            Stark: Johann August Starck.

31            Auslegung der Psalmen: vermutlich seine Sylloge commentationum, die 1770 erschien.

36            das Kennicottsche Project: 327,25; aus Büsching: Gelehrte Abhandlungen <...> aus und von Rußland.

437,1f.     dort nicht zufriedner: in St. Petersburg.

5              mit Ihrer neuen Ausgabe: der umgearbeiteten 2. und 3. Sammlung der Fragmente. Diese ließ Herder aber -wie gesagt- nicht ausliefern, wohl auch ein Racheversuch: als Blamage für Klotz, der also ein Buch, das nicht erschienen war, rezensiert hatte; 435,2ff.

7              Hintz <...> nichts als Bruder: er hatte 1769 mit Steidel die Mitauer Filiale der Hartknochschen Buchhandlung übernommen, war aber -wie Hamann tadelt- in erster Linie Freimaurer, der wohl, wie schon in seiner Königsberger Zeit als "Redner" in der Loge Zu den drei Kronen, auch in Mitau dieses Amt bekleidete.

Brief 358

Antwort auf 355 und 356, also vor dem Empfang von 357, auf Mitte März zu datieren (so auch HBGA 1,130, Herder Briefe 11,S.87). Hamann erhält ihn am 31. März durch Steidel, 443,10. Der Vorwurf Herders, Hamann habe eine Indiskretion (auch: die Anekdoten, 437,23) begangen, bezieht sich darauf, daß H. das durchsichtige Blindekuhspiel Herders mit der anonymen Autorschaft nicht mitspielte (435,6), und verrät zugleich, daß er dies selbst für längst verloren hält.

437,26      aufhängt: möglicherweise ist zu lesen: auffängt [Mitteilung von G. Arnold]. Indessen, auch bei einer Verschreibung Herders fordert der Satzsinn aufhängt.

27            Schrift über das Publikum: vermutlich die Abhandlung Haben wir noch jetzt das Publikum und Vaterland der Alten, separat Riga 1765 (SWS I,13-28) und in den Königsbergschen <…> Zeitungen.

28            Rede über die Kanter: Bey dem Sarge der Hochedlen Jungfer Jungfer Maria Margaretha Kanter redete J. G. Herder. Königsberg, den 16. Merz 1764 (SWS XXXI,1-11; das schließende Gedicht auch in SWS XXIX, 7-9); Brochure auf Kurella: 421,32f.

33            sorgsam: besorgt.

34            Ängstlichkeit der Mine: 435,1ff.

35            pecatillum: lies peccatillum, kleine Sünde.

438,2        am Königsbergschen Peneus: der Pregel als Peneios, Hauptfluß Thessaliens, der dem Pindus entspringt und das Tempetal wässert, den Wohnort von Nymphen.

6              Beleidiger: 430,34ff.

8              Citation im Torso: es ist die auf Hamann bezügliche Stelle in Über Thomas Abbts Schriften (SWS II,286,45ff.) Es geht dabei um Bilder aus der Religion ... Freilich! wenn Philologen auf abentheuerlichen Kreuzzügen, nicht Bilder unserer Religion, sondern blos der Orientalischen Seite unsrer Religion geben: nicht sie geben, um in einer edlen, bekannten und nachdrücklichen Sprache, sondern um seltsam, fremde, oder gar possierlich zu reden: so mag dies Misbrauch seyn; nur hebe er nicht den Gebrauch auf, sonst verschließt man uns ein Bilderkabinett, das ehrwürdig, reizend, reich ist, jedem offensteht, und zum Glücke uns von Jugend auf offen stand.-Und denn starke alte Ausdrücke aus Luthers Bibelübersetzung <...>.

10            aufgehabnen: aufgehobenen; exsecriren: verfluchen.

16            Proscription: Ächtung.

23            Lares und Penates: die Schutzgötter, 419,35.

23f.          unpatriotische Fühllosigkeit: 431,28.

439,3        Recension meiner Sachen: der 3. Sammlung Ueber die neuere Deutsche Litteratur vom 27.7.1767.

10            Treschoisches Unkraut unter Weizen: Mt 13,25, wenn Trescho seine Mitarbeit an den Königsbergschen <…> Zeitungen nicht zu Ungunsten Herders ausübt.

13            Spottwort der Hallenser: in Klotz' Bibliothek; Preußische Zeitungen: die Königsbergschen <...> Zeitungen.

14            Versuch über das Ideal <...>: 5. St. der Beilage,16. 1. 1769: Moralische Betrachtungen, der Mensch nach der Natur. Ein philosophisches Ideal von J. J. Rousseau, angeblich von Kant, aber nicht in der Akademieausgabe.

15            Auszug <...> Petrarchs: 9. Stück. 30. Januar 1769, N IV,326. Am Ende seiner Anzeige hatte Hamann den Preis genannt: 2 f. 15. gr.

17            Blatt über die Verjüngung: ein unausgeführter Plan, 444,32f., SWS IV,447-461.

23            Curl'scher Schelmenstreich: Edmund Curll, der durch die Satiren Swifts und Popes bekannt gewordene profitgeile Buchhändler. Siehe Brief an Nicolai aus dem undatierten, letzten Brief aus Riga, O. Hoffmann, S. 38f. und Suphan in SWS I,XXXI, Anm., mit dem Hinweis auf das von Herder übersetzte Gedicht Swifts in der Adrastea I,315.

26f.          Hällische Bibliothek: Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften.

28f.          HE. Dtsch und VR: beides Sigle von Klotz.

30            Weiße <...> geschrieben: am 30.12.1768, Herder Briefe 11, S.90.

31            Klotz an Lindner: 420,5.

33            Familiennachrichten: 431,6, 446,30.

35            Beilage: 433,22; die neuen Braunschweigischen Zeitungen: Gelehrte Beyträge zu den Braunschweigischen Anzeigen.

37            Daß Herder weiterhin auch gegen H. das Spiel der verleugneten Autorschaft spielt, ist wohl eine als Schrulle maskierte Strategie. In einem Brief an Lessing aus der ersten Januarhälfte 1769 (HBGA 1, Nr. 54,129f.) hatte Herder bereits das Visier aufgeschlagen, seine kritischen Anmerkungen zum Laokoon relativiert und gewünscht, eine gute Meinung über meine Schrift zu finden.

440,1        Nicolai hats an mich geschrieben: Herder Briefe 11,85.

2              Präsagium: Witterung, Ahnung; gehe ihm zu Dach: fahre ihn an.

4              der Pythagoreer: der vorsätzlich schweigt.

7              profitiert: von lat. proficere: zu etwas verhelfen.

8f.           Ihr Wort: 433,24.

12            Kollaborators: an der Domschule in Riga.

19            seinem bisherigen Zögling: v. Korff.

22            Auditeur: Militärrichter des Herzogs von Kurland.

27            Etwas zum Deutschen Nationalgeist: Bülau, 446,17.

29            in den Schmidtischen Zusätzen: zur Theorie der Poesie, 432,26.

30            Musikalische Drama: Der Tod der Naemi. Ein musikalisches Drama von Johann Wilhelm Rose, 441,5.

32            Rammlers Stücken: etwa der von Graun vertonte Tod Jesu, 1760, oder die Sammlung Geistlicher Kantaten, 1768.

441,1        Jünglinge, u. Hypochondristen: zwei Zeitschriften, hg. v. J. A. Cramer, Ebert, Giesecke, Rabener; Der Hypochondrist von Gerstenberg.

2              Rhyngulphs: K. F. Kretschmann, seit 1764 Advokat in Zittau. Herder rezensierte den Gesang samt anderen bardischen Elaboraten Ks in der Allgemeinen Deutschen Bibliothek Bd 17/2, S. 452f. (SWS V,334ff.).

3              Lausnitz: Lausitz.

10            Club: Clique.

11            Jesuit in Wien Klopstocken: aus der Rezension Die Gedichte Oßians, eines alten celtischen Dichters, aus dem Englischen übersetzt von M. Denis <…>, SWS IV,320, 320-325.

21            Riedelschen Zeitungen: Erfurtische gelehrte Zeitungen.

24            in ihren vorigen Zeitungen: den Kanterschen.

24f.          ich sehe <...>: ähnlich gegen Ende des ungedruckt gebliebenen 4. kritischen Wäldchens (II,12 fin.).

27            in seiner Rezension: Riedel in den Erfurtischen gelehrten Zeitungen vom 2. und 23.1.1769.

28            reißenden Wolf: Riedels Rezension schließt: Herr Herder hat vor seinem Buche den Kopf des Sokrates; aber inwendig ist er ein reißender Wolf-Aristophanes, Herder Briefe 11,S.91.

29            diese Wälder heraus: das 1. und 2. im Januar 1769 erschienen, also kann von so langer Zeit kaum die Rede sein; das 3. wird etwa Mitte 1769 erscheinen; Herder befindet sich dann schon in Frankreich.

31            Ihren Brief: nicht überliefert.

34            wie Fieldings Adam <...> Joseph: The History of the Adventures of Joseph Andrew.

35            Physique de la Beauté: von Morelly.

442,3        Klopstocks Blatt: Von dem Publikum, in: Der Nordische Aufseher, Bd 1, St 49.

6              Annehmung des Abadonna <…> Hällischen Bibliothek: im Messias, 19. Gesang, in: Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften, 6. St.,
S. 284-294. 1768.

10            sie: Sie.

15            unsern alten Deutschen Stücken: möglicherweise spielt Herder auf den 17. Literaturbrief an, wo Lessing sein Faust-Fragment exponiert.

17            Kriegssteuer: der russisch-türkische Krieg, 449,6.

21            quibus: Pluralanpassung, statt des horazischen cui.

27            Don-Quixote: 2. Buch Kap. 31.

29            Käuzlein: Ps 102,7.

35            eine kleine Ode: von Wieland, An Chloe, in: Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften, Halle 1768, St 4, S. 58-60.

37            Lohensteinsche Perlenzimmer: wegen des barocken Schwulstes seiner Trauerspiele.

443,1        Nanette im Tristram: im 7. Buch, 43. Kap. von Das Leben und die Meinungen des Tristram Shandy.

2              Beilage zum Dangeuil: N IV,225-242.

3              Dich glücklichen Leichtsinn <…>: N IV,228,21-28

5              lies Absatzweise.

17            Kriegssteuer und schweren Zeiten: 449,6.

Brief 359

Antwort auf 358.

443,12      14 Tage: 443,5.

13            letztes Geschmier: 357.

16            Aßecurantz: 437,17.

23            von Beleidigern: 430,34ff. und 438,5f.

27            Stelle im Torso: 438,8.

28            Recension: in Königsbergsche <...> Zeitungen, N IV,316f.

444,4        Divergentz: 437,11.

6              zu Dach zu steigen: in seiner Rezension des Torso, N IV,316f.

12            Landgut: Anspielung auf Hor. sat. 2,6,1ff.: Hoc erat in votis: modus agri non ita magnus ... ; Vixi und Gratias: Lebensdank.

14            Riedel: 438,20ff.

20            Terne: Dreiertreffer in der Zahlenlotterie.

21            coup de main de maitre: Anspielung auf Friedrich II.

22            lies officianten.

27            für: vor dem Namen.

30            Zeitungen <...> Verleger: 438,20ff.

31            Abbt: Anspielung auf dessen Schriften Vom Tod fürs Vaterland und Vom Verdienst, die Herder schon in den Königsbergschen <...> Zeitungen, im 73. Stück, 13. Sept 1765, rezensiert hatte; SWS I,79ff.

32            Abhandl.[ung]: 439,17.

36            Ihrem alten Lehrer: wohl Kant, mit dem Hamann also in der ersten Märzwoche darüber müßte geredet haben.

37            davon schrieben: 439,17ff.

445,2        Roußeaus Urteil: 480,19;

8              öffentliche Entsagung: Verleugnung der Autorschaft der beiden ersten Kritischen Wälder. Sie waren in der Vossischen Zeitung vom 21. März und in den Erfurtischen Gelehrten Zeitungen vom 31. März 1769 erschienen: <...> daß er an diesem Buche keinen Theil habe und es in seiner Entfernung selbst noch nicht gesehen. Zum tragikomischen Spiel Herders mit der Anonymität siehe Haym I, 217ff., 301ff., 439,35ff. Daß Hamann selbst das (aus mancherlei Gründen) zeitgenössisch-beliebte Spiel mit der Autorleugnung gespielt hatte (anläßlich der Hirtenbriefe im Brief an F. Nicolai vom 21. Dezember 1762), ist vergessen.

10            W[ieland]; τι υμιν ειπω ουκ επαινω: was sage ich euch, ich lobe es nicht, 1 Ko 11,22.

11            Berlinschen Zeitungen <...>: gemeint: die Vossische Zeitung habe zuerst auf Riga als Druckort-und damit auf Herder zeigen wollen.

14            nicht profitirt ...: öffentlich bekannt: die Königsbergsche <...> Zeitungen haben absichtsvoll Herders Anonymitätswunsch respektiert, 440,7.

15            forum fori: ein paronomastischer Intensitätsgenetiv, vielleicht Hamanns eigene Bildung, da eine Quelle nicht ermittelt ist.

16            Der arme Hintz: 440,19ff.

21            Kriegslieder: von Hausen, Neue Kriegslieder mit Melodien, die gegen Raspe, Herder und Lessing gerichtet waren.

31            Klotz <...> gewürdigt: in der Zweiten Sammlung von Fragmenten (SWS I,286: ... ein feiner Kenner der Griechen, ein genauer Kunstrichter, und in der Dritten Sammlung u.a. die lateinischen Satiren, Epistulae Homericae, Vindiciae Horatii, Genius saeculi (z.B. SWS I,468 Anm.; 492ff.). Allerdings zitiert und referiert Herder Klotz nicht unkritisch (z. B. SWS I,377; 438; 468f.).

35            Nicolai in der Vorrede: zum 2. Stück des 8. Bandes der Allgemeine[n] deutschen[n] Bibliothek, Berlin/Stettin 1769, S.3-26. Da hatte er sich gegen die allzu schnellen Lobredner in Zeitschriften gewandt und als Beispiel die emphatische Anzeige von Klotz' Abhandlung über die geschnittenen Steine im Altonaischen Reichspostreuter, 1768, No. 42.45. zitiert und kommentiert: Durch dergleichen unverschämte Lobsprüche, erlangt zuweilen ein Schriftsteller, eine Ewigkeit von vier Wochen, zuweilen von einem halben Jahre, der Kunstrichter aber, der sich nicht entblödet solche Lobsprüche zu geben, ohne, daß sie das vorhabende Buch verdienet, erwekt auch immer ein billiges Mißtrauen gegen sich. Weiterhin polemisiert er dort u. a. gegen die Zeitschriften, die Klotz herausgibt, und gegen deren feindselige Kritik an der seinen, vor allem aber gegen Klotz selbst, den ehemaligen Mitarbeiter der Allgemeinen deutschen Bibliothek, auch mit scharfen Argumenten ad personam.

446,2        donis und armis: Anspielung auf die Warnung des Laocoon, Verg. Aen. 2,49: Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes, N II,186.

4              mit Furcht und Zittern: das vielfach begegnende biblische Hendiadyoin.

6              logogryphische: von (recte) Logogriph: Buchstaben-oder Worträtsel.

9              Oeconomia und Diaet: darüber hatte Hamann bereits 1758 in den Londoner Aufzeichnungen der Brocken meditiert (N I, 299).

12            Variativer Cento aus biblischen Grundbildern: Furcht und Zittern, Herz und Nieren prüfen (Ps 7,10), sowie Mt 13,39 (συντελεια) und die Hamannsche Umschreibung des omnipotenten Gottes (nach 1 Ko 13,8; 2 Ko 6,18; Apg 1,8 u.ö.; Off 1,8).

14f.          lies και συντελεια λογων το ΡΑΝ εστι Αυτος: wohl Cento aus Sir 43,27: Kol 1,17: und die Ernte der Worte- durch sein Wort besteht alles.

16            Morellus: 441,35.

17            HE Bülow: 440,27.

23            Oßian <...> gekauft: Biga 160/517.

24            das Original: die Londoner Ausgabe 1765, Biga 158/496.

26            Schaafchen: Bücher als verlorene, hirtenlose Schafe, 449,25ff.; 450,2.

28            in Ihren Rambles: engl.: Spaziergänge, 441,32ff.

29            eine Seite im Ugolino: 442,10ff.

30            Familiensachen: 389,27ff.; 439,33.

31            sein Lehrbuch: Lindners; im TS: vielleicht: eine Widmung seiner Schulhandlungen (Theatrum Scholae) an deren Adam: Urvater Trescho (Sebastian Friedrich).

32            mich grüßen zu lassen: obwohl Hamann doch sich mit den Hirtenbriefen wie auch mit der Rezension des 5. Stücks der Deutschen Bibliothek der schönen Wissenschaften (N IV,313) um Lindner verdient gemacht hatte?

33            in fremden Namen: im Auftrag Tottiens?

35            von Ihrem StadtSecr.[etaire]: J. Chr. Berens.

447,1        in Schlesien: die Herkunft dieser Nachricht ist nicht ermittelt; zu den Wittwen in Mohrungen gehört auch Herders Mutter.

6f.           einer Fräulein <...> jungen Kaufbedienten: nicht ermittelt.

7              operibus supererog[atinis]: nach Lk 10,35, besondere Werke, die freiwillig über die Pflicht eines Christen hinausgehen.

12            Froschmäusler: nach Rollenhagen.

Brief 360

Inzwischen kein Br. Herders an Hamann. Dieser wurde von Hartknoch übermittelt.

447,28      Scholarchen: J. Ch. Schwartz.

33            500.Reichsthaler Alb.[ertus].

448,1        Sekr.[etär] Berens: Johann Christoph B.

12            valediciren: zum Abschied predigen.

13            Göricke: Gericke.

18f.          mit dem lebenden alten Mann: Loder, 450,32.

27            turbirte: von franz. tourbillonner: in Verwirrung setzen.

33            etwanniger Nothunterstützung: zu der sich Hartknoch und Georg Berens bereit erklärt hatten.

449,1f.     Pilgrimme und Bürger: 1 Pt 2,11.

6              bis etwa die Türken schlagen: 442,17.

11            Figment: von lat. figmentum: Dichtung, Fiktion.

15            ein Brief: ein Versprechen, das er nicht einhalten wird.

22            meinen letzten Brief: 358.

23            den Ihrigen: 357.

25            446,26.

26f.          Essai on <…>: von Th. Blackwell.

35            omissum: lat.: etwas unerwähnt Gebliebenes.

450,2        bei Karl: Berens.

5              morgende Predigt: die vorletzte in Riga gehaltene, SWS XXXII,502-514.

15f.          GeneralGouverneur: Graf Browne-Camus.

26            Wink. sein Schönes: Winckelmanns Abhandlung von der Empfindung der Empfindung des Schönen in der Kunst <…>..

32            Loder: 448,19.

451,3        wiedersehen: biblisch, vor allem auf Jh 16,16 und 17,19 anspielend.

5              Abschied von der Kirche: Abschiedspredigt in SWS XXXI,122-143.

Brief 361

Zur Sache vgl die Briefe 362-367. Die Hintergründe des Rechtstreites, den Hamann gegen das Bündnis der Behörden, des Vormunds seines Bruders, Bürgermeister Hindersin, des Nachlaßverwalters Kirchenrat Buchholtz und des Vetters Nuppenau führt und in dem es ihm darum geht, für den Bruder (und dessen Vermögen) sorgen zu dürfen, sind düster. Der Vater hatte im Testament ein natürliches Interesse daran manifestiert, die Badstube zu erhalten; und er scheint auch in die bürgerliche Tüchtigkeit der Söhne kein großes Vertrauen gesetzt zu haben. Möglicherweise arbeitete die Gegenseite auch mit moralischen Verdächtigungen, so daß 364 auch in diesem Zusammenhang gesehen werden muß.

Brief 362

451,22      Pupillen-Kollegium: Vormundsgericht und Waisenpflegschaft.

453,13      ziemlich elabirter: entschlüpfter, geistesabwesender.

454,37      Interessen: Zinsen.

456,34      Vorfall: 419,18ff.

Brief 364

Beim Empfänger muß es sich um einen Juristen handeln; denn Hamann erbittet sich zum Schluß eine Beratung über den Status der sogenannten Gewissensehe. Die Wahl des Französischen mag etwas über die Nationalität (oder den Adelsstatus) des Adressaten besagen, könnte aber auch Hamanns Objektivierungszwang bei solch kompliziertem Fall bedeuten.

461,25      une fille ... me fut offerte en mariage: Catharina Berens.

29            le bon Patriarque: wie Jakob um Rahel und Lea dient, 1 Mo 29.

462,2        os de mes os <...>: 1 Mo 29,14.

30            à l'honneur d'Icelle: bei der Ehre derselben.

35            ce Cantique: Hamanns eigenwillige Bestimmung der Botschaft des Hohen Liedes.

36            les enfans <...> : Ps 127,3.

463,1        mon Medicin: Gervais.

5              avec cet ange de Dieu: 1 Mo 32,25ff.

477,15      lies das Amt e[ine]s.

Brief 368

479,7        freundschaftl.[ichen] Anfrage: nicht überliefert.

10            carte blanche: Blankoscheck, Freibrief.

25            Atonie: Erschlaffung.

32            Freund Phaedon: Mendelssohn.

36            meiner Landsleute: Herder.

480,2        großen Mann: Klotz.

3f.           Litteratur Briefen: Briefe, die Neueste Literatur betreffend.

4f.           caput mortuum: Rückstand.

5              Belustigungen des Verstandes und Witzes: hg von J. J. Schwabe, unter dem Einfluß Gottscheds.

7              Caius Herrennius Rapidius: Rappolt.

8              wieder: wider; Wohlstand: Anstand.

16            HE Leßings 2ten Theil: der Hamburgischen Dramaturgie.

16f.          Verf.[asser] der romantischen Briefe: Leonhard Meister.

19            Roußeau Anmerkungen über Plato: De l´imitation thêatrale. Essai tiré des dialogues de Platon.

Brief 368 a

480,28      individuell: mit leichter Ironie, weil eine Frucht seiner eigenen Überzeugung von der Rangordnung des Resonderen und Allgemeinen.

Brief 369

Herder schrieb den Brief, wie Suphan (SW IV,XIV) bereits konjizierte, Ende August (Herder Briefe 11,118, siehe auch H. B. Harder in: Zs. für Ostforschung, 25. Jg. 1976, Heft 3, S.388f, und HBGA 1, Nr. 71, 164). Hier auch die Argumente: die erwähnte Lektüre ist dieselbe wie in gleichzeitigen Briefen; die Aufhebung der Ostind.[ischen] Comp.[agnie] (482,15) nach Dekret vom 13. August 1769; die bevorstehende Operation (483,5), vgl Haym I,371. Der Brief wurde offenbar nicht abgesandt, 525,23ff., vermutlich weil Herder erst mit dem Ende seines Aufenthalts in Nantes eine Summe seiner ersten französischen Station geben wollte; so teilt er Ende Oktober Hartknoch mit, er wolle bald an Hamann schreiben, HBGA 1, Nr. 72,170; dann aber auch, weil er eine Reaktion Hamanns auf seine Reise erwartete, deren Plan er ja auch vor diesem verheimlicht hatte. Bei Hartknoch erkundigt er sich im Brief vom 4./15. August: Hat Hamann sich nicht gemeldet und im folgenden vom 28. August: Sind keine Briefe aus Deutschland an m i c h eingelaufen? kein Wink von dem was Hamann denkt? (HBGA 1, Nr. 68, 160 und Nr. 70, 163).

481,3         einen Brief: 360.

26            ganze 6. Wochen: wegen häufiger Windstille, in Herders französischen Brief an den Zollkontrolleur Begrow vom 7./18. Juli 1769, HBGA 1, Nr. 67 berichtet.

32            Hamannischen Pastoralschreiben: Ermahnungen der Geheimniskrämerei Herders wegen.

33            in weniger, aber vertrauter Gesellschaft: Mr. Babut, Geschäftsfreund der Berens', und seine Frau, im Brief an Begrow (HBGA 1,154).

36            Jüngling: namens Koch. An Hartknoch schreibt Herder am 4./15. August: <...> es kam heraus [nachdem er einer Dame gegenüber seine Autorschaft verleugnet hatte], daß ein junger Schwede, der in Hamburg erzogen, u. ein unendlicher Liebhaber der Deutschen Litteratur ist, ein Bekänntniß meiner Lebensumstände aus unsern Deutschen Journalen gemacht hatte, da er meinen Namen gehört, u. so war wohl das Leugnen unnütz. Es ist natürlich, daß dies mir einige mehrere Egards u. einigen mehrern Zwang verschafft; das schätzbarste aber ist mir die Bekanntschaft mit meinem Verräther, einem Menschen, von allen Anlagen, das Schöne zu kosten, wo es sich findet, von einem sehr sichern Geschmack in der Kunst, u. einer grossen Begierde zur Wißenschaft. Er holt mich täglich des Morgens frühe um 5. Uhr vor seinen Kaufmanns-arbeiten zu einer Promenade ab, die schon ihrem Gehölze nach, die angenehmste ist, die ich gesehen, und sieht mich, trotz seiner Schwedischen Kälte, für einen Genius an, der ihm hier in Nantes begegnet sei, um ihn zu erleuchten. Wenn Sie also noch etwas von meinem Enthusiasmus wissen, junge Geister zu finden, die bildbar sind: so können Sie glauben, daß ein solcher Fund einer so seltnen Seele an einem so außerordentlichen Fall noch mehr bindet, u. ich liebe meinen guten Koch recht sehr (HBGA 1, Nr. 68, 157).

482,4        meine Tristramsche Meinungen: Anspielung auf Sternes A Sentimental Journey.

6              zahlreich: LB II,61 liest jast-reich, und Suphan (SW IV,XIV) rechtfertigt die Lesung mit Berufung auf Grimm DW [X,2266 jast: gährung] als landschaftlichen Ausdruck [freilich eher süddeutschen].

7              les Saisons: von Saint Lambert Paris 1769. Herder schreibt sie auch im Brief an Hartknoch vom 28. August einem Verf. der Encyklopädie zu und fährt fort: ich habe in den Anmerk. ungemein Philos. Anmerkungen gefunden; das Gedicht selbst habe ich nicht ausstehen können. Hinten stehen die Fabeln des Sadi: ich kann sie auswendig, u. habe darinn so so viel Erhabnes, Grosses, Feines, Einfältiges gefunden, daß ich das angenehmste Delaßement vom Französischen Geschmack des Jahrhunderts mit ihnen gehabt habe.

8              lesen Sie aber die Anmerkungen: Les saisons, Amsterdam 1771, Notes S. 192-321.

10            Fabeln des Sadi: Les saisons, Fables orientales. Préface de Saadi, S. 121-198.

10f.          im Journal étrang. gelesen: Journal étranger November 1761, Paris 1761: Art. IX, Fables, tirées de Sadi, poète persan, S.160-169.

23            Diderots Richardson: Eloge de Richardson, auteur des romans de Pamela, de Clarisse et de Grandisson.

24            Abhandlung über Chevalerie: von Charles Jarvis, Some account of the rise, progress and continuance of Chivalry. Essai sur la naissance, les progrès et la dureé de la Chevalerie, traduit de l´Anglais par M. Suard, in: Journal étranger Aout 1761. Paris 1761, Article I S.5-34; auch in Variétés littéraires, 3.Band, S.326-353.

24f.          sehr scharfe Wägung des Bollinbroke: nicht ermittelt, im Journal étranger, Fevrier 1758 findet sich A Remonstrance against Lord Viscount Bolinbroke´s Philosophical Religion addressed to David Mallet, Esq. The publisher. By G. Anderson Esq. Edimbourg 1757, S.114-116; in: Variétés littéraires Band 1, Paris 1768, S.397-422 Observations sur la correspondance littéraire de Milord Bolinbroke, ses ouvrages politiques <…> & des progrès de sa reputation.

25            das Mark der: wohl das Werk des.

483,7f.     Raccolta: von Giovanni Bottari.