hamann unterschrift 04

Kommentar zu Band I

Brief 1

Einzig überlieferter Brief aus einem Briefwechsel mit Sahme, der seit 1744 in Berlin als Sekretär lebte. Daher die Adresse: Berlin. Hamann sah ihn dort im Oktober 1756, auf der Reise nach England, N II,31. Wenn es in den Gedanken über meinen Lebenslauf heißt: Ich lernte meinen Freund Sahme kennen, läßt sich vermuten, daß er dem Brieffreund in Königsberg persönlich nicht begegnet war.

1,9              Tochter: die kurzlebige Königsberger Zeitschrift Daphne von 1749, die von Hamanns Kommilitonen J. G. Lindner und Lauson herausgegeben wurde und an der er mitarbeitete. Sie erschien von Mitte März 1749, jeden Mittwoch, bis Mitte Juni 1750 in Königsberg. 1750 bereits wurde sie gesammelt bei M. E. Dorn in 2 Bänden neugedruckt. Zu Hamanns (möglichen) Beiträgen N IV,13‑34; 463ff. Zur Charakteristik dieser „Zeitschrift für Frauen“ überhaupt Nadler 40-43.

17                Hennings: ihm widmete Hamann 1751 eine Ode: Freundschaftlicher Gesang auf die Heimkunft des Herrn S. G. H., N II,228f. Besungen wird Hennings auch durch Lauson (2,29) als der Iustitiarius auf denen hochgräflich von Dohnaschen Gütern.

23                Sittenschrift: Begriffsvariante zu der neueren Gattungsbezeichnung „Moralische Wochenschrift“. Diese Art von wöchentlich erscheinenden Blättern, die meist von jungen Leuten verfaßt wurden, ahmte die englischen, seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts veröffentlichten Wochenblätter nach, vor allem The Spectator, dessen erste deutsche Übersetzung 1719 zu erscheinen begann, aber auch The Tatler oder The Guardian. Die Gattung erfreute sich dann in Deutschland seit etwa 1720 großer Beliebtheit.

24                Witzes: Witz ist im 18.Jahrhundert die Stilbezeichnung geistreicher Denk-und Schreibart; Preußen: (2,6: Vaterland) das alte Heimatland der heidnischen Pruzzen (Borussen) wurde im 13. Jahrhundert, in jahrzehntelangem Kampf, vom Deutschen Ritterorden unterworfen, christianisiert und dann regiert, der Ordenssitz durch den Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen von Venedig auf die Marienburg an der Nogat verlegt. 1510 wurde der Markgraf Albrecht von Brandenburg zum Hochmeister gewählt; er hob den Orden auf und wandelte Preußen in ein erbliches Herzogtum um. 1618 fiel es als Erbe an die hohenzollerschen Kurfürsten von Brandenburg. Am 18. Januar 1701 (später als Königstag gefeiert) setzte sich Kurfürst Friedrich III., mit der selbstherrlichen Legitimation des souveränen Herzogtums Preußen, in Königsberg die Königskrone auf (König in Preußen). Auch seine Nachfolger Friedrich Wilhelm I. u. Friedrich II. wurden dort gekrönt. Der Provinzname Ostpreußen wurde, gleichzeitig mit der Konstituierung einer Provinz Westpreußen, amtlich erst 1877 durch ein Reichsgesetz. Aber im Sprachgebrauch des 18. Jh. s begegnen durchaus der Name Ostpreußen und das entsprechende Adjektiv, zumal es in der Berliner Verwaltung bereits ein Ostpreußisches Departement gab, III,300,28f.

25                gothisch: zeitgenössisch für: roh, mittelalterlich-düster, barbarisch.

27                andere Gegenden: zur Chronologie, Erscheinungsweise, Verfasserschaft und den Inhalten der moralischen Wochenschriften: W. Martens, Die Botschaft der Tugend. Stuttgart 1968.

2,3              Dach: der Königsberger Dichters der Kürbishütte Simon Dach. Seine Gedichte schrieb Hamann sich ab, IV,474ff. Siehe H. D. Irmscher, Handschriften Hamanns im Nachlaß Herders, in: Herder-Studien, hg. von W. Wiora, Würzburg 1960. H. besaß Dachs Werke in der Gesamtausgabe von 1696, die Heinrich Boye in Königsberg verlegt hatte, N V,84; Biga 131/19. In Dachs Schawspiel Sorbuisa finden sich neben dem Prußiarch und Sorbuisa [Anagramm von Borussia] unter anderen mythologischen und allegorischen Figuren auch der Wustlieb -die preußische Barbarey und sein Weib Domdeyke; Wustlieb: einer, der den Wust, Schmutz und die Unordnung liebt; Domdeyke ist vermutlich eine künstliche Wortbildung litauisch-altpreußischen Klanges, mit Anklängen an dumm. Das in der Boyeschen Ausgabe dem Druck des Schauspiels vorangehende Personenverzeichnis identifiziert ausdrücklich die realhistorischen Vorbilder unter den Figuren des Schawspiels. Es war eine Auftragsarbeit zur Hundertjahrfeier der Gründung der Universität Königsberg (1644) und wurde von Studenten aufgeführt. Die Musik dazu schrieb der Königsberger Domorganist Heinrich Albert (1604-1651), ein Schüler des Heinrich Schütz.

6                 Vaterland: Preußen.

12                Heimweh: Heimweh als „Schweizerkrankheit“, als These des Elsässer Arztes Johannes Hofer in seiner Dissertatio medica de nostalgia oder heimwehe veröffentlicht: Heimweh sei eine Krankheit, die nur Schweizer befalle und tödlich verlaufe. Dazu Scheuchzers seltsamer Naturgeschichten des schweizerlandes wochentliche erzehlung, einem auch in Deutschland viel gelesenen journale. Am 20. Mai 1705 wird dort unter dem Titel Von dem Heimwehe die uns Schweizeren besondere Krankheit beschrieben, und es werden Mittel zur Heilung derselben vorgeschlagen, Grimm DW, 10,884. Adelung, 1775 (2,1080) hatte den Charakter dieser Krankheit als Melancholie und Abzehrung beschrieben, setzte sie der alten Nostalgia gleich und führte sie wie Scheuchzer auf die Luftdruckthese zurück: "Wir Schweizer bewohnen den obersten Gipfel von Europa, athmen in uns eine reine, dünne, subtile Luft. Soverwundere sich niemand, wen eine Holländische oder Französische Luft unsere Äderlein so zusammen drücket, daß der Lauf des Geblüts und der Geister gehemmt werden". Selbst helvetische Kühe erkrankten an Heimweh, hören sie in der Fremde den Kuhreigen. J. J. Rousseau beschrieb dieses Heimweh in seinem Dictionnaire de Musique, der Kuhreigen fand einen Ehrenplatz in der westlichen Musiktradition, mit weitreichenden Folgen für das nationale Selbstverständnis der Schweizer.

25                Bauren Sohn: Gottlieb Fuchs.

26                HE v Hagedorn: Friedrich v. H., Die Freundschaft, Hamburg 1748, Teil 1, S. 61f., Vers 108; Biga 160/518. Zu Hagedorn siehe Hamanns möglichen Beitrag zur Daphne, 50. Stück, N IV,27f.

27                sein Horatz: Horatz. Ein Lehrgedicht.

29                schöne Laute: 1751 in Königsberg als Separatdruck. J. F. Lauson, Zollbeamter am Königsberger Lizent, ließ seiner Sammlung Erster Versuch in Gedichten, 1754, eine 2. folgen: Zweeter Versuch. Darin findet sich, S. 137, ein Die Laute überschriebenes Gedicht, das neben anderen Königsberger Freunden auch den Lautenspieler Hamann poetisch vorstellt:Ihr Nympfen! höret mein Lied, scherzt um mich frische Najaden!/ Tritonen! Sprützet mir Fröhlichkeit zu. Verlaßt, ihr Faunen! den Wald, herbey, gehörnte Satyren./ Itzt spiel, mein Hamann, nun bin ich entzückt <... >/ Komm, Dichtkunst, setze dich her, dein Hamann spielet, dein Liebling,/ Er liebt die Schwester, ich liebe dich selbst./ So neidisch bist du wohl nicht, daß du dies seltene Glücke/ Mit eifersüchtigen Blicken beschielst <...>. Auch in anderen Gedichten des Zweeten Versuchs wird H. unter seinem Daphne-Pseudonym Haemus poetisch angeredet. In sein Königsberger Notizbuch trug H. einen dialogischen Quatrain des Freundes J. G. Lindner ein, der dessen inzwischen geänderte Meinung vom poetischen Wert Lausonischer Reimereien ausdrückt und ironisiert: He! Dit-on quel poete a donc rimé plus vite/ Qui! on le voit en vers sa prose reciter/ Tais-toi! c'est quelque chose; mais c'est un merite./ Ma foi c'est un pour tel qui pete ex tempore. Dieses drastische Urteil spiegelt wohl auch das spätere Hamanns.

34                Freundes Mutter: als die Mutter von S. G. Hennings, der damals schon, mit Sahme befreundet, in Berlin lebte, starb, hatte Lauson ein Trauergedicht verfaßt: Die Ewigkeit der Gerechten als der Grenzstein ihrer Leiden, bey der Henningschen Gruft betrachtet 1751 und in den Zweeten Versuch aufgenommen; angethanene: [sic].

Brief 2

3,1              Er kommt aus Königsberg.

5                 am 9h.: Lies wohl 9 pr [aecedentis], also 9. September.

6                 p.[er]Couv.[ert]: unter anderer Adresse mitgesandt.

7                 Salthenischen Catalogi: Daniel Salthenius.

8                 Denenselben zum ersten: Ihnen zum ersten Teil des Katalogs.

17                Postporto: wohl Zustellgebühr.

20                Debbert: Vorname unbekannt.

21                Briefe dieses Mannes: nicht überliefert, 3,33.

22                Das Buch: der Katalog der seltenen Bücher war ihm von Gundling anvertraut und von Hamann offenbar über Belger an Debbert gesandt worden. Dessen Zuschrift ist nicht überliefert; Gundling: Johann Theophilus (Gottlieb) G., 1747 an der Königsberger Universität immatrikuliert. Von ihm erschienen 1767 in Königsberg Freudenlieder nebst der Fortsetzung.

26                verschreiben: bestellen, vorbestellen.

28f.             unbescheidene Forderung: 3,25.

36                Herr von Sahme: Reinhold Friedrich S., Prof. der Rechte in Königsberg, Oheim von Hamanns Brieffreund Gottlob Jacob S. Auch er figuriert in Lausons Gedicht Die Laute.

4,1              parentirte: hielt die Trauerrede.

2                 Landesherrn: Friedrich II.

6                 huc usque Prof. Pr.[ussianus]: bisher preußischer Professor.

8                 Akademie: Universität, als alma mater.

9                 Catalogo Lect.[ionum]: Vorlesungsverzeichnis.

12                HE. v. Gröben Ex.[zellenz].

13                Ohlius: sein Gedicht mit dem Titel Die Lampen an den König regten Lauson an zu: Die Tannen an den König, gedruckt im Zweeten Versuch, mit folgender Adnote: Dies Gedicht ist eine Nachahmung eines bei Gelegenheit der Königsbergischen Erleuchtung von Herrn Hofgerichtsrath D. Ohlius herausgegebenen wohlgerathnen Gedichts, betitelt: Die Lampen an den König.

20                Zuschrifft: nicht überliefert.

22                HE. Schoen: Christoph Schön.

24                HE. Blank: J. G. Blanck.

25                HE.Pf.[arrer George] Nicolai.

27                M.[agister Johann Gotthelf] Lindner; das Gedicht ist nicht ermittelt.

29                auch ein Poet: sein Gedicht, wenn es sich nicht um das auf Hennings handelt, ist von Hamann nicht unter die Jugendgedichte der Kreuzzüge des Philologen aufgenommen worden, N II,225 ff., also verschollen.

32                Die Tochter des unglücklichen Königsberger Advoc.[aten David George] Rackmann.

36                Mältzenbrauer: Bierbrauer; Ihrer: ihrer.

5,8              Innlage: nicht überliefert.

Brief 3

Adressat ist wohl ein baltischer, in Litauen lebender Adliger (6,34 und 7,10). Nadler 47 rät auf Finck v. Finckenstein, dem Hamann 1756 in Berlin wiederbegegnen sollte, oder Magnus Wolff.

5,11             Galanter: anmutig Gebildeter.

13                Gelegenheit: Möglichkeit einer Beförderung.

24                ihre: Ihre.

26                philosophischen: gelassenen, stoisch-gleichmütigen.

6,12             Ausfall: Angriff. Hamann bedient sich der (im Rokoko zu neuer Beliebtheit gelangten) Begriffe aus der Fortifikationslehre der Liebe.

15                Hagedorn: wahrscheinlich Phryne in: Oden und Lieder in 5 Büchern, Hamburg 1747/1754, Biga 160/518, oder dessen Chloris.

16                Anfang: In jenem zarten Alter,/ Als ich mit meinem Schäfchen/ Mich noch zu messen pflegte/ Und älter war, doch kleiner.

20                den Herrn Hoyer: Reinhold H.

21                aufgetragene Gruß: im verlorenen Brief des galanten Freundes.

29                Vorsicht: er möge dem Freunde Hoyer nicht zu ausführlich schreiben, weil das Hamanns Eifersucht erregen würde.

7,1              vom Fluß- nicht vom Brustfieber: Katarrh, Bronchitis.

3                 artig: anmutig, hübsch.

4                 gut lassen: ein Gallizismus (laisser bien): gut stehen, wohl anstehen.

14                zärtlich: empfindlich, sensibel, verfeinert.

16                Grafen von Biron: der Herzog Friedrich Wilhelm von Kurland hatte Anna, die Tochter Iwans (und Nichte Peters des Großen) geheiratet, starb zwei Wochen später, so daß Anna 1710 Herzogin von Kurland wurde, 1730 auch Kaiserin von Rußland. 1737 wurde Ernst Johann von Büren-Biron, der Vertraute Annas, zum Herzog von Kurland und Semgallen gewählt, avancierte 1740 nach Annas Tod zum russischen Regenten, wurde aber von der Kaiserin Elisabeth nach ihrer Thronbesteigung verbannt. 1763 -er war 72 Jahre alt- konnte er nach Mitau zurückkehren. Wie Hamann wohl zur Nachricht des Todes von Biron kam?

20                der Ältere: Anspielung auf die Unterscheidung der Brüder Hamann durch Lauson.

22                Gresset: Jean Baptiste G., aus La Chartreuse, Epitre A.M.D.D.N., Verse 474-524; siehe auch die Nennung Gressets in Hamanns Aufsatz Über Descartes, N IV,221.

27                Lies ne se voit [point].

8,8              Im Original Sans statt Pour; beabsichtigte Änderung Hamanns?

18                Lies par les jeux.

27                Bei seiner Abschrift übersah Hamann zwischen den Versen 27 und 28 den folgenden: Tous les jours des pays nouveaux.

9,7              machen: verschrieben für haben.

Brief 4

9,13             Im Elternhaus geschrieben und übergeben. Das sollte weniger auf eine dort herrschende wechselseitige Verschlossenheit schließen lassen als vielmehr auf Hamanns immer wieder gewählte Methode, wichtige Schritte in seinem Leben brieflich zu objektivieren. Den mühsamen Reflexionsprozeß spiegeln dabei die (erhaltenen) verschiedenen Entwürfe.

10,6             Ausflucht: Ausflug, Reise.

7                 führen: Hamanns Entschluß, eine Hofmeisterstelle anzunehmen.

9                 darf: im Sprachgebrauch des 18. Jahrhunderts: bedürfen, brauchen, nötig haben.

10                Gemüthskräfte: das Ganze der intellektuellen und moralischen Vermögen des Menschen.

20                zwo Conditiones: Stellungen als Hofmeister.

34                Anführung: pädagogische Methode.

35                der kleinsten: bei der Baronin v. Budberg auf Gut Kegeln.

36                Aufführung: Benehmen, und wie er sich in ein solches Amt schicken würde.

37                Rußland: 108,11.

11,5             D. Juris: nicht ermittelt,12,3.

32                Lies Gutes [zu] thun.

12,2             Dame: Baronin v. Budberg.

3                 vorigen Hofmeisters: 11,5.

4                 ihn: Blank.

6                 1/4 Meile davon entfernt: Blank war Pfarrer in Papendorf, nahe Grünhof, 16,12f.

7                 des Orts: Gut Kegeln.

32                Ihre: ihre.

Brief 5

Hamanns Abschied von seiner Heimatstadt wurde von Lauson, ganz im Stile des Freundschaftskultes der Zeit, in einem Gedicht beklagt. Er nahm es in den Zweeten Versuch auf. Unter dem Motto zweier Verse Simon Dachs: (Müßt Ihr eben von mir scheiden,/ Da Euch meine Seele liebt? heißt es dort: O Freund! Du hast ein Glück, so wie Dein Herz, verdient,/ Ich wünsche, daß dies auch am kältern Orte grünt./ Mein Zeuge sey dies Blatt; kriegst Du es einst zu lesen,/ Wenn ich vom Schulstaub mürb, darin vermodert bin,/ So wirf, von Freundschaft voll, nur eine Thräne hin, / Und denke: Der ist auch vordem mein Freund gewesen./ Doch Zeit! entfernst Du noch den bangen Augenblick, / So bringe meinen Freund erheiterter zurück,/ Und wenn wir auch entfernt ein gleiches Herze fühlen,/ So mahlt dies jeden Tag Dein Bildnis frisch in mir,/ Und ein Gedanke spricht noch oft belebt mit Dir;/ Ja, wenn ich singen will, wirst Du die Laute spielen.

13,1             Mümmel: Memel.

4                 Herr Wagner: ein Königsberger Buchhändler, Nachbar der Familie Hamann.

7                 Eckart: Christian Gottlieb E.

9                 ein ehrlicher Armenianer aus Persien: Haggi Painter.

11                Muscheln: Melsen.

12                mit dem besten Winde: mit Südwestwind über das Kurische Haff.

28                Haafe: Haff.

31                blöde: scheu, verlegen. Siehe das 11. Stück der Daphne, in dem das erziehungsbedingte Phänomen der Blödigkeit vom jungen Hamann (?) analysiert wird, N IV,19ff.

33                Gehrke: Gericke, Johann Christoph.

36                beyliegenden Brief: nicht überliefert.

14,2             Frau Lieutenantin: nicht ermittelt, 23,9.

Brief 6

14,25           diesen Mann: Daniel Kolbe.

27                Frau Baronin Vater: Diedrich v. Zimmermann.

15,2             Wirth: 14,20.

3                 Stutzerchen: Schnaps-oder kleines Weinglas.

5                 überflüßig: üppig.

12                Windbeutel: "Ein windiger Mensch, welcher vieles Geräusch ohne Gründlichkeit, viele und leere Worte ohne That und Wahrheit macht; ein sehr harter Ausdruck "(Adelung).

13                Bohlius: der auch, bei seiner Verabschiedung aus dem Rektoramt, der Bedichtung durch Lauson (im Zweeten Versuch) nicht entging.

14f.             Bader: der Inhaber oder Verwalter der Badestube, der zugleich den Beruf des Barbiers und Wundarztes ausübte. Hamanns Vater war der altstädtische Bader in Königsberg. Der Sinn ist offenbar, daß Hamann den Stand des Baders gegen die Anmaßlichkeiten des angeblichen Chirurgen verteidigte.

17                richt über: gerade gegenüber.

24f.             der Menschenfreund: eine Zeitschrift, hg von Jakob Friedrich Lamprecht.

25                wieder: wider.

Brief 7

15,27           a.[lten] S.[tils]: in den kurländischen Provinzen galt im Datum der alte Stil. Die Differenz zum neuen Stil betrug plus 11 Tage, 15,33 und 19,18. In Ostpreußen wurde der neue Stil des gregorianischen Kalenders 1752 eingeführt.

16,5             Bedienten: der Baronin Budberg.

33                Hoffmeister: eine Situation, wie sie J. M. R. Lenz in seiner Komödie Der Hofmeister oder Vortheile der Privaterziehung vorstellte.

17,3             Briefe an meinem Bruder: 13,36.

7                 Wohlstand: Anstand.

14                Bildung: Leibesbeschaffenheit, Figur.

17                artiger: gut aussehender, eleganter.

20                Besuch <...> verbeten: mich entschuldigt.

23                Commission: Auftrag.

24f.             der Herr Magister: J. G. Lindner; HE. Bruder: Ehregott Friedrich, seit 1753 Arzt in Mitau.

27                Reise Geld: 12,20.

29                Rechnung vom Herrn Hartung: offenbar das Guthaben, das der Pfarrer Blank bei dem Königsberger Buchhändler Hartung hatte und Hamann zur Belastung anbot.

18,17           Ort, wo mein Hennings lebt: Berlin. Hamanns Vater erachtete die Hauptstadt als gefährlich für junge Leute. Hamann, der doch wohl den Aufenthaltsort kennt, versucht diesem Vorurteil zu begegnen, indem er Berlin in eine Reihe mit anderen Städten bringt.

19,1             Fehrding: der schwedische König Erich XIV. ließ nach der Eroberung Estlands in Reval neues Geld mit seinen Initialen und dem Wappen Revals prägen. Ein Fehrding (auch Vierding, Ferlin, Garthing) galt als 4.Teil einer Mark.

2                 Blarrenkopf: Schafskopf.

15                Mümchen: Nichte oder auch Cousine, hier ein angenommenes Kind.

Brief 8

19,18           15/26 Febr. 1753: zwischen Br. 7 und 8 hat H. nicht nach Hause geschrieben, 19,29-34.

21                Ablage: Ankunft auf der Posthalterei.

22                Ihro Königl.[iche] Hoheit der Groß Fürst: Peter III. Feodorowitsch.

25                Postierung: Poststation zum Pferdewechsel.

27f.             Buch Briefpapier: ein Papiermaß, die Anzahl der Bogen.

33                ersten Briefe: wohl Nr. 7.

20,5             ihre Stieftochter: Friederica Louise Baronesse v. Budberg.

7                 kahl: schlüpfrig.

9                 Sie: die Baronin, 22,7; so auch 21,2.

26                Buch: nicht ermittelt.

36                Tages Last u. Hitze: Mt 20,12.

21,11           20 Thrl: 22,12.

12                Schrift: Schuldschein.

16                Instrument: Laute.

17                Herr Reichard: Johann Reichardt, Hamanns Königsberger Lautenlehrer, Vater des späteren Berliner Hofkapellmeisters Johann Friedrich R.

18                für: vor.

23                Stücke: Stege.

33                Erinnerungen: Ermahnungen, Anmahnungen, Kritik.

Brief 9

22,18           Paß: Berechtigungsschein.

23,11           Kappuse: Kapuze, litauische Mütze.

12                He. Zuckerbecker: Liborius Nuppenau.

14                Musicalien: 21,16ff.

Brief 10

24,2             mein Berens: Johann Christoph B., Hamanns Studienfreund, damals zu weiterer Ausbildung in Paris. Er ist auch mit dem er selbst in Zeile 6 gemeint.

4f.               Herr Bruder: vielleicht ist gemeint, daß ein Bruder Berens' sah, wie Hamann Reißaus nahm.

9ff.              Der Sinn ist, Lindner müsse eine Neigung Hamanns, das Haus Belgers zu besuchen, in der Neigung zu einer Wittwe sehen, was auch 22,34 erwähnt wird, aber durch deren Verlobung beendet sei -und von Hamann mit dem ironischen Sic perit kommentiert wird.

21                junge Herr sonsten: v. Mengden bisher.

30                hierauf: mit den zu Hause erworbenen Kenntnissen müssen die Söhne des Präsidenten ihre Kavalierstour absolvieren.

34                Fräulein: junge Adlige.

35f.             Streiche angegeben: angestellt. Der Sinn ist wohl: der junge Igelström hat Seitensprünge von der Art seines früheren Hofmeisters Porsch begangen und ist [Zeugma-Konstruktion] dafür gezüchtigt und mit erzwungener Heirat bestraft worden.

25,9             Colleg.[ium] Fried.[ericianum]: in Königsberg.

13                man: Präsident v. Mengden.

14                man: Gottfried Dietrich Carius.

17                sie: v. Mengden.

26                wie es: Verschreibung Hamanns für wie ist.           

30                Veränderungen: nicht ermittelt.

35                Esprit des Nations: von François-Ignace Espiard de la Borde.

26,9             Hamburgischen Zeitungen: Staats-und gelehrte Zeitungen des hamburgischen unparteyischen Correspondenten; Katzen u Kater Concert: nicht ermittelt, auch mit dem frz. Charivari bezeichnet.

10                Esprit des Loix: von Montesquieu. Hamann schreibt öfter (wie auch der Hamburgische Correspondent) in der alten Weise: Montesquiou (26,19). Die Staats- und gelehrte Zeitungen bringen 178. St. von 1752 einen Bericht über Montesquieu, in der Beilage Allgemeinen Gelehrten Nachrichten zu diesen Zeitungen gibt es im 17. St. 1753 eine Gegenschrift.

11                Cataneo Versuch: Giovanni J. Cataneos Schrift gegen Montesquieu.

17                Süßmilch: Johann Peter S., in Allgemeine Gelehrte Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit. Zum Hamb. Unpart. Correspondenten, 8.St., Freytags, den 23.Februar 1753: unter Historische Schriften: Berlin. Den 8ten Februar verlas <…> Herr Süßmilch in der hiesigen Academischen Versammlung <…>.

19                Memoires der Berlinischen Akademie: Mémoires de l´Académie Royale des Sciences et Belles-Lettres, welcher Jg. nicht ermittelt.

22                so zu nennen: nämlich katholisch im etymologischen Sinne= allumfassend.

24                Herr v. Loen: 1144.

26                Schutzschrifft: Prades.

31                Erzählung: Erzählungen. Heilbronn bey F. J. Eckenbrecht 1752 in klein 4 t. 17 Bogen. Lessing rezensierte sie in: Berlinische privilegirte Zeitung, 32. Stück, Donnerstag, den 15. März 1953, und erkannte sie als Nachahmung der Erzählungen Thomsons.

32                Untersuchung des Satzes: Tietz. Diese Schrift Stefan Thourneyssers hat Lessing ebenfalls rezensiert: Berlinische privilegirte Zeitung, 39. Stück, 31. März 1753.

34                austragen: hergeben; Elemens des Sciences principales: von Deidier.

27,1f.          Dialogues Socratiques: von Jean Jacques Vernet.

4                 Nachahmung: Johann Peter Uz, Sieg des Liebesgottes. Eine Nachahmung des Popeschen Lockenraubes. Der Vers 168, der Hamann so gefiel, steht im 3. Buch, wo es um eine Begegnung der Lesbie mit dem Dichter Cleanth geht: Und schöne Lesbie! ich kenn Ihr feines Ohr/ Wofern es nicht mißfällt, so les' ich etwas vor./ Er zieht mit voller Hand und vornehm spröden Wesen,/ Ein drohend Buch hervor, und alles will er lesen./ Ich flieh, er läuft mir nach, und liest, indem er läuft:/ Warum wird ein Poet nicht, eh er schreibt, ersäuft? Lessing rezensierte dieses anonym erschienene Heldengedicht in: Berlinische privilegirte Zeitung, 12. Stück, 27. Januar 1753, und gab als Probe eben jene Szene. Alexander Pope's The rape of the Lock war zuerst 1712 im Druck erschienen.

8                 an ihn: Lauson.

11                Abt von Bernis: Francois Joachim Pierre de B.

12                in den Zeitungen: gemeint: Königsbergische Zeitungen, die Nachfolgerin der von 1741 bis 1751 erschienenen, von Hartung verlegten Neue[n] Merckwürdigkeiten von politischen und gelehrten Sachen.

14                Marqvisin von Pompadour: 41,7ff.; 42,14. Hamanns kritisches Gefühl hat wohl recht.

19                Deutsche Gesellschaft: in Königsberg, von Studenten, unter der Hilfe der Professoren Flottwell und Quandt und in Nachahmung der (von Gottsched inspirierten) Leipziger Deutschen Gesellschaft. Die Königsberger wurde gegründet am 15. Nov. 1741, seit dem 18. Aug. 1743 als Privil.[egirte] Königlich-Deutsche Gesellschaft geführt. Ihr Privileg war die zensurfreie Drucklegung der Schriften der Mitglieder. Erster Direktor war Flottwell, ihm folgten Georg Christoph Pisanski, Johann Gotthelf Lindner, Georg Sigismund Hennig, Samuel Wald. Hamann reklamiert, als Mitglied in spe, Der königlichen Deutschen Gesellschaft in Königsberg eigene Schriften, in ungebundener und gebundener Schreibart, Königsberg 1754, 8°, 590 p.

22                Rede von der Begeisterung: Vom Enthusiasmus in der Tugend, in: Anweisung zur guten Schreibkunst, oder in: Sittliche Reizungen der Tugend und des Vergnügens, Königsberg 1751, Leipzig 1755, Bd. I, Theil 1, 14 Bogen 8°; oder in: Reden und Gedichte, bei Schulhandlungen. 15 Sammlungen.

28,3             Einbildung: Selbsteinschätzung.

11                Schildereyen: Gemälde und Zeichnungen.

16f.             Speicher <...>: im Kaufvertrag über eine Scheune habe v. Vietinghoff seiner Unterschrift hinzugefügt: der Schieler.

29,1             Helcken klein Gedicht: in seinen Fabeln heißt es S. 86 im Anhang: Die Waffen: Die Pferde schmeisen./ Die Hunde beisen./ Die Eber hauen./ Der Bär kämpft mit den Klauen. Und kommt der Stier in Zorn:/ So wetzet er das Horn. Und sehe ich die Menschen an:/ So wehrt sich jeder, wie er kan, er mit dem Maul, der mit der Hand,/ Der Weise mit Verstand. Siehe Helcks Erwähnung in Hamanns Selbstgespräch eines Autors, N III,75,32.

3                 Kleinigkeiten: Titel der ersten Sammlung von Lessings Gedichten, bei Metzler, Stuttgart 1750. Er rezensierte sie selbst in: Berlinische <...> Zeitungen, Nr. 145.

6                 Gestern Brüder: Beginn von Lessings Der Tod.

31                in Scherzen die Wahrheit zu sagen: Hor. sat. 1,1,24 f.: ridentem dicere verum <...>.

37                Meine Sprache: sein Stottern, 38, 7ff.

Brief 11

30,24           guter Freund: Belger, 34,35.

27f.             Gemeint ist, Belger behaupte, er sehe es einem Brief sofort an, ob er geöffnet wurde.

31,2             Ihrem letzten: 32,20 und 34f.

8                 Swiegervater: [sic].

10                Preller: Name -oder Synonym für einen Betrüger?

26                Gelegenheit: Stockwerk, Etage; HErr Pantzer: Johann Christopher P. oder Martin Ernst P.

27                schleichender Einfälle: versteckter Anzüglichkeiten.

30                von Volckersaamen: Völckersamb, Gustav Georg v.

32,4             sich zu hüten in Acht nimmt: eine Prolepsis? Gemeint ist: auf dessen Stuhl sich zu setzen man sich zu hüten hat und sich in Acht nimmt.

7                 wieder: wider.

Brief 12

32,32           Frau B.[aronin].

33f.             Hofmeister: nicht ermittelt.

34                Sie: sie, die Herren v. Beyer (Bayer)= v. Boye, 49,18. Es handelt sich wohl um einen Brief mit galanten Bildvorlagen (Stück).

35                Maler: nicht ermittelt.

33,3             das erste nicht: das Aussuchen von Malvorlagen.

6                 Brief: eines der Boye-Knaben, 49,20.

12                kluges Volk: die Spartaner; die Quelle ist Plut. mor. Lykurgos 28,7-11, Demetrios 1,5 (Heloten) und Apophtegmata Laconica 30, Moralia 239 a; siehe auch N IV,228,10.

13                und: verschrieben für um; dasjenige Wesen: der Schöpfer, hier in einer populär-moralischen Theodizee gerechtfertigt.

19                Dolgorucki: Dolgorukow; ein Fürst Dolgoruki war 1743 bis 1761 Vizegouverneur in Litauen.

Brief 13

34,3             Paquet: Briefe an die in den Zeilen 7ff. Genannten, 30,13; 34,7; 41,2.

20                Marschall: von Bieberstein.

21                berlinischen Zeitungen: wohl die auf den Seiten 26,31; 26,32; 27,4 erwähnten.

26                eine glaubt: eine Vorsehung.

28                L'hombre: das im 18. Jh. modische Kartenspiel. Schwetzschke, Geschichte des L' Hombre. Halle 1963; auch die Erwähnung in N II,86, Anm. 5; der Freund: J. G. Lindner.

31                Des: Dessen (Herrn M.) Perücke.

35                30,24 ff.

35,3             Conduite Liste: Liste von Hamanns Besuchen und gesellschaftlichem Umgang.

7                 Lies selbst.

9                 7 Dec.: ein Samstag.

13                mich verekeln: mir verleiden.

21                Gruß <...> unten: an die Baronin.

24                Räthsel Simsons: Ri 14,12-18.

26                Gräf. Gesler: Geßler.

32                überführt: überzeugt.

36,4             Jgfr. Muhmchens: Lieschen Zöpfel.

10                Lorchen: L. Belger. Zur beabsichtigten Erheiterung der Mutter stellt er launig das Kind als Braut dar, die ihn verschmäht.

11                Musching: von lettisch: muzina= Kuß.

15                Espagne: Spange.

Brief 14

36,30           Marschall: Brautführer.

37,1             hatte <...> mich ausgedungen: vorgesetzt, nicht nach Hause zu kommen.

23f.             Schreibebuch: Schulbuch seines Zöglings.

26ff.            aus: J. Ch. Rosts Die Tugend, Verse 61-66.

38,4             30,12.

7                 29,37ff.

9                 heimlichen: still zuhörenden, zurückhaltenden.

16                Ort: die Münze.

32f.             Strumpfbänder: Hochzeitsbrauch, bei dem Strumpfbandteile unter die ledigen Gäste verteilt wurden, um ihnen ebenfalls Hoffnung auf Vermählung zu machen.

39,4             pro memoria: Gutachten, nicht ermittelt. Vielleicht handelt es sich um eine akademische Ehrung Lausons. Er war für seine Fähigkeit zu Stegreif-Reimen berühmt. Das erregte die Spottlust Lessings, die er in einem Artikel der Berlinische[n] <...> Zeitung, 1753, 36. Stück, Sonnabend den 24. März, zeigte.

6                 Gemeint ist: Hamann hat es sich in Gedanken rezitiert, indem er der emphatischen Redeweise des Königsberger Prof. der Poetik Johann Georg Bock sich erinnerte.

Brief 15

39,17           Dütchen: Münze. Siehe den dritten der Hierophantische[n] Briefe, Anm. 8,
N III,141,29.

30                durch den Dantziger-Züchner oder Krämer: Kaufmann Miltz aus Danzig, 37,7.

32                Kampenhausen: Campenhausen, der Schwager der Baronin v. Budberg. Über seine amtlichen Funktionen Julius Eckardt, Livland im achtzehnten Jahrhundert <...>. Erster Band bis zum Jahre 1776. Lpz 1876, S. 207; S. 231 die Mitteilung, er sei ein Freund des Grafen Zinzendorf gewesen; Axel Frh. v. Campenhausen, Campenhausen. Aus der Geschichte einer livländischen Familie. 1997.

33                auf der Schule: während des Unterrichts.

40,8             Lies ein Pfund.

9                 geschließener: Federn schließen: die Fahne in kleinen Flöckchen vom Halm abziehen.

21                Nachbars: Pastor Blank in Papendorf.

41,2             HE. Lauson: 27,4-8.

7                 Satire: 27,13.

23                Hirtenbrief: 41,7.

26                4ten Theil: des schließlich 16-bändigen Handbuchs Die gute Sache der <...> göttlichen Offenbarung <...> des Theodor Christoph Lilienthal. Der 4. Teil war 1753 erschienen.

28                Böhmische Catal.[og]: von Leben und Werk Johann Behms (Böhm), nicht ermittelt.

42,1             Memoires: Friedrichs II.

3                 Hand Edition: Ausgabe mit der Widmung an Seine Königliche Hoheit, den Prinzen von Preußen.

14                Konig <...> Marq. pp: Anspielung auf Ludwig XIV. und Madame de Pompadour und die bekannte Anekdote aus der dubiosen Lettre pastorale des Kardinal Bernis, 27,11ff.

16                Ulrichs Sendschreiben: Chr. Georg v. U., 31,30.

17                mit anderm Kalbe gepflügt: Ri 14,18.

18                Lettres au public: Friedrichs II.; Der 1. Theil <...> Sittenlehre: Hamburgische Beiträge zu den Werken des Witzes und der Sittenlehre, siehe Leyding und Berliner Notizbuch, N V,141, wo Hamann den Titel Amintor und Theodora oder der Einsiedler notiert.

28                wird: verschrieben für wieder.

Brief 16

43,10f.        Bücherkasten: ob es die abgeschlagene Bitte um ein eigenes Bücherregal als Privatbibliothek war, die Hamann kränkte?

14                Herrn B.[aron].

24                im Gesicht: ins Gesicht, 48,23; 50,8; 56,16.

34                ihr Charakter: 35,21ff.

44,13           vorigen Brief: 43,3 ff.

15                Lebens Mahomets: von Henri Comte de Boulainvilliers.

16                Alexander M.[agnus].

17                Alcoran: Mahomet seu Mohammed Alcoranus, Biga 25/149; auch dazu: nicht nur an einer Stelle, sondern passim.

15-18           Hierophantische Briefe. Dritter Brief, N III,145.

28                Montesquiou: De l'esprit des lois XV, 17: La loi de Moïse étoit bien rude <...> quel peuple que celui où il falloit que la loi civile se relâchât de la loi naturelle.

34                Verbot: De l'esprit des lois, XIV,10: La loi de Mahomet, qui défend de boire du vin, est donc une loi du climat d'Arabie <...>.

45,6             Rome Galante: von Jean-Baptist de Mailly.

8                 1696: offenbar die 2. Auflage des 1685 zuerst erschienenen Werkes. Spätere Neuauflage unter dem Titel Amours des empereurs romains <...>.

11                Cesar zu Nicomedes: Suet. Iulius, cap. 2 und besonders 49.

13                Hirten Gedichts: die 2. Ekloge.

15                Plutarch: Caesar 48 und 49.

22                Er: Apollodor; Ball: Ballen.

24                Histoire de deux Triumvirats: von Sieur de Broë.

36                Anecdotes galantes: andere Ausgabe Paris, Huart, 1735. Das anonym veröffentlichte Buch wurde dem Sieur Dellery zugeschrieben, dann dem Abbé Desfontaines, aber auch einem gewissen Castre d'Auvigny, weil Desfontaines ihm im 4. Band seiner Observations sur les Ecrits modernes die Verfasserschaft zuweist.

46,4             Mutter: Agrippina. Von den bekannten Gestalten aus der Regierungszeit Neros, wie sie Tacitus, Sueton und Plinius nat. beschreiben, seien nur verdeutlicht: Burrhus: Sextus Afranius Burrus, unter Nero alleiniger praefectus praetorio, mit dubioser Beteiligung an den Palastintrigen, Tac. ann. 12 und 13; im Jahre 62 ist er, vielleicht Opfer eines Giftmordes, gestorben, Suet. Nero 35, Tac. 14; Epicaris: an der Verschwörung des Piso im Jahre 65 gegen Nero beteiligt und hingerichtet.

10                Amsterdam 1740: 1. Ausgabe Paris 1739.

11                Elemens: von Newton.

13                Voltaire: Jugement <...>.

14                krügelicht: krumm, unordentlich.

22                Le Preservatif: von Voltaire.

Brief 17

Es ist der erhaltene Entwurf. Zum Aufenthalt Hamanns an seinem ersten Dienstort als Hofmeister: Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,22 ff.

47,29           Sitten: 51,33.

30                Umgang: 49,18.

32                Sünden: 49,19. Diese Entdeckung hat Hamann sehr beschäftigt, nach Jahren noch äußert er sein Entsetzen, Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,17f. und Beilage zu Dangeuil, N IV,228,5.

Brief 18

48,19           allen Vorwurf: gemeint ist: allem.

28                General Superintendenten: Jakob Andreas Zimmermann.

30                Vertraulichkeit: 40,1f.

33                Ihnen: ihnen.

34                Offenbar kam es doch zu Ohrfeigen, 56,10.

49,9             undeutschen Jungen: einen lettischen.

11                Staat: Status als Prachtentfaltung.

18                Nachschrift: 47,27.

50,3             dieses HE.: J. Ch. v. Campenhausen.

12f.             Offenbar sorgt sich Hamann, bei den Königsberger Freunden als Versager zu gelten.

19                Herrn Bruder: Gottlob Immanuel Lindner; dem Mietauer: Ehregott Friedrich Lindner.

28                Marianchen: Marianne Lindner.

32                Es handelt sich um eine Abschrift des im Vergleich mit dem Entwurf (46,24 ff.) an wenigen Stellen modifizierten Briefes an die Baronin.

Brief 19

Nach seinem Abschied aus dem Hause v. Budberg hielt sich Hamann in Riga bei dem Hofgerichtsadvokaten Belger auf, dem Lausitzer Landsmann seines Vaters.

52,4             oder Anfang Juni: ist zu streichen.

23                Kinder von Condicion: von Stande.

26                Judiciren: beurteilen; Pohtré: Portrait, 51,1 ff.

31                meinen Kindern: neben dem jungen Baron gab es im Hause eine jüngere Schwester und eine angenommene Waise, 19,15, die Hamann ebenfalls zu unterrichten hatte.

53,6             unwichtig: von minderem Gewicht, unterhalb des offiziellen Münzgewichts.

25                Parentation: Ermahnung, die für Hamanns Eltern wohl stilisiert wiedergegeben wird.

27                übersehen: durchgehen lassen.

54,24           Herrn Pastor: Blank.

55,1             ausgehohlt: abgeholt.

56,18           Zeitungsträgern: Übermittler von Nachrichten, aber auch von Klatsch.

24                Gelegenheiten: es fehlt hier nicht an Positionen, die wieder zu besetzen sind.

57,2             Moses: 2 Mo 33,23.

10                Ein Mensch: Schluß von Gellerts Gedicht Der arme Greis.

13                eincassirte Geld: offenbar für Königsberger Waren oder Bücher, die Hamanns Vater besorgt hatte.

14                Gellerts schwedische Gräfin: der Roman wurde, samt anderen Schriften Gellerts, bereits in einem Beitrag Hamanns zur Daphne im 50. Stück gerühmt, N IV,27; Philosophische Gedanken: von Jakob Elsner; in blau Pap.[ier] planiert: geheftet, N V,247.

17                Pygmalion: von J. J. Bodmer.

22                unzeitigen Vorschlag: 48,5.

23                wieder: wider.

24                ehstens schreiben: dazu kam es wohl nicht; der nächste überlieferte Brief an den Freund ist Nr. 22.

58,7             Hirten Brief: vom Vater.

15                Gedichte: J. F. Lausons Erster Versuch in Gedichten <...>.

Brief 20

58,18           guten Freundes: Barber, Zeile 21.

Brief 21

In Grünhof, nahe Mitau, auf einem der Güter des ehemaligen Generals, des Barons v. Witten geschrieben, wo Hamann seit dem Sommer 1753 Hofmeister der beiden Söhne war.

59,5             neulich geschrieben: 60,10, aus Mitau; dieser verlorengegangene Brief erklärt allerdings nicht zur Genüge das Intervall von 5 Monaten im Briefwechsel mit dem Elternhaus, 60,21 und Hamanns Entschuldigungen vor J.G. Lindner, 62,21.

22                Veränderungen: unbekannte, vielleicht den Gehilfen des Vaters betreffend.

32                Unerkenntlichkeit: Undankbarkeit.

60,8             nebst: gemeint ist wohl nächst.

10                vorigen Briefe: 59,5.

12                piquieren sich: versteifen sich, legen Wert darauf, bilden sich etwas darauf ein.

Brief 22

60,17           neulichen Briefe: nicht überliefert.

20                Ihren HE. Bruder: Friedrich Ehregott.

23                anderen Berichten: 60,1; Trift: Herde, Schar.

24                v er: und F. E. Lindner.

25                auszustechen: entweder verschrieben für ausstechen, oder lies um statt und.

30                seinem Wirth: nicht ermittelt.

35                Unsere Umarmungen: bei der Begegnung in Mitau, Anfang Dezember 1753.

61,6             Reichs Gräfin: Cathérine de Vivonne, Marquise de Rambouillet.

11                kriegerische Leben des Eugens: von J. Dumont und J. Rousset, Histoire militaire du prince Eugène de Savoy, <...>; der erste Bd., verfaßt von Dumont, war bereits 1725 in den Haag unter dem Titel Batailles gagnées par le prince Eugen erschienen, Berliner Notizbuch, N V,140.

24ff.            von den HE von Firx: nicht zu erkennen, ob Hamann mit seiner Angewohnheit, Dativ und Akkusativ zu verwechseln, Grüße von bloß einem aus der Familie der v. Fircks erhielt, den er vermutlich aus der Königsberger Studienzeit kannte: also Christopher Friedrich, oder von zweien, bzw. mehreren; mit dem ältesten: Bruder v. Fircks, Karl Leberecht?; Sein Gut: Drubenalken.

33                Groethuysen: Grotthusen.

62,2             Sein Gehalt: des Magisters Hase: 100 Thlr; Praxiteles: spielt an auf die Anekdote seiner provokativen Frage an den Klotz, 305,34f.

6                 Venus Metaphysique: Lindners Schrift gegen die Venus Physique des Pierre Louis Moreau de Maupertuis. Sie ward, einiger Gegner halben, zu Berlin mit Censur der Akademie der Wissenschaften in französischer Sprache <...> gedruckt. Er bemühete sich nach dem Muster seines Lehrers, des verewigten Knuzen's, im System des natürlichen Einflusses, den Tradux [Fortpflanzung] besser zu erklären (Gadebusch, Livl. Bibl. 2, 185).

9f.               Ober Parlament: der General v. Witten als eine Art Oberhaus.

11                im Pastorat versprochen: bei Pastor Ruprecht auf Grünhof verabredet, 64,14.

20                Gedichte: vielleicht die sieben, welche später unter der Sigle M. L. in S. F. Treschos Religion, Freundschaft und Sitten, Königsberg 1761, erschienen.

22                Sie: sie.

24                Poschwinn: Suppe aus roten Beten.

28                Geheimnisvollen Briefen: möglicherweise die deutsche Übersetzung von Des mensonges imprimés, von der Hamann konnte gehört haben. Sie war erschienen in: Des Herrn von Voltaire kleine Schriften. Aus dem Französischen übersetzt [von G. E. Lessing], Rostock bei Joh. Christian Koppe, 1752. In der Ausgabe der Voltairischen Werke von George Conrad Walther, Dresden 1748-1770, findet sich im Band IX Des mensonges imprimés, ebenso im II. Band der Waltherschen Ausgabe von 1752.

Brief 23

62,35           letzten Briefe: 59,34, nicht überliefert.

63,33ff.       wieder alles: wider alles; Hauß des HE. Belgers: 68,5; zur Verstimmung wegen geborgten Geldes, 74,25; Ihre: ihre.

64,21           ordentliche Besatz: Menu und die gewöhnliche Speisenfolge.

Brief 24

65,4             vapeurs de Suisse: offenbar sind die notorischen Wallungen und das Schwitzen beim Bergsteigen gemeint.

6                 deplaise: recte: déplaire.

22                hureux: so öfter bei Hamann für heureux.

Brief 25

Der Brief des Vaters, auf den dieser antwortet, ist nicht überliefert.

67,25           der Frau Erbmarschall. Excell. Ihrer Mutter: Martha Philippine, Reichsgräfin von Lacy.

68,5ff.         Zum Zusammenhang 63,33.

7                 Sie: Frau Belger, deren Brief nicht überliefert ist.

8                 franzoisch geantwortet: nicht überliefert.

13                in HE. Ruprechts Gesellschaft: gemeint wohl der Sohn Johann Christoph.

22                Numen: lies Namen.

25                meines Mag.[isters] Hochzeit: Johann Gotthelf Lindner mit Marianne Courtan.

Brief 26

69,5f.          gemeint sind 23 und 25.

20                leidlichste: leidvollste;

21                biß auf meinen Bruder: alle, den Bruder eingeschlossen.

24                der erste May: Anspielung auf ein Gedicht dieses Titels von F. v. Hagedorn, das für Hamann eine persönliche Bedeutung gehabt haben muß; siehe seine Schrift Schriftsteller und Kunstrichter, 1762, N II, 337. Das nach einer französischen Vorlage des Ranchin gefertigte Triolett, das nach Hagedorns Version von 1732 öfter imitiert und variiert wurde, lautet: Der erste Tag im Monat Mai/ ist mir der glücklichste von allen./ Dich sah ich und gestand dir frei,/ Den ersten Tag im Monat Mai,/ Daß dir mein Herz ergeben sei./ Wenn mein Geständnis dir gefallen,/ So ist der erste Tag im Mai/ Für mich der glücklichste von allen.

26                Hypochondrie: die erste briefliche und ausdrückliche Reflexion seiner Grundbefindlichkeit.

28                gesellschaftliche Erzählungen: von Florens Arnold Consbruch.

35                übrigen Gütern: Meyhof und Apollonienthal, 67,27-29.

70,7             Nicken: Vorurteile.

8ff.              Wen ich brauchen kann <...>: G. E. Lessings Fabeln, 2. Buch, 7: Der Löwe mit dem Esel, in den Schriften von 1753, nach Phaedrus, Buch 1, Nr. 2. Hamann zitiert offensichtlich aus dem Gedächtnis.

71,9             verdunkelt: in den Schatten stellt.

10                zu den Königsberg.[ischen]: gemeint sind Perücken schlechterer Qualität, 74,29ff.

15                Talup: kurzer, mit Pelz besetzter Überwurf, polnisch: tolub.

17                Commission: Auftrag der Mutter, einen Pelz zu kaufen, wobei Hamann sie scherzhaft auf eine imaginäre Wolfsjagd vertröstet und wohl zugleich auf das bekannte Kinderlied und -spiel anspielt, 74,20f.

24                Gelehrte Mann: Ludwig Holberg, er starb am 28. Januar 1754.

25                Ausschweifungen: meint, harmloser als die heutige Bedeutung, etwa Extravaganzen.

27                lecker: esse gern Gutes.

30                blankes Kleid: von teurem und hellen Stoff.

33                Cartausen: Papierhülse für (Pulver und) Tabak.

35                Cubeben: Zibeben.

72,23           seinen Catalogum v seinen Lebenslauf: den Auktionskatalog von Rappolts Bibliothek und den Nachruf von D. Lilienthal, 85,16ff.

24                Intelligent Blatt: vermutlich die Wöchentliche Königsbergische Frag-und Anzeigungs-Nachrichten, die seit 1727 erschienen und auch Nachrufe enthielten.

Brief 27

72,32           Brief: nicht überliefert wie die zwey Briefe von Mietau, die an Hamann über E. F. Lindner gerichtet waren und vielleicht vom Bruder oder Magister Lindner stammten.

73,8             wie mir zu Muthe: wegen der Verwandtschaft v. Campenhausens mit der Baronin Budberg, seiner Schwägerin, und der trüben Erinnerungen an sie.

10                Sachse: Herr Richter, 88,28.

20                öhmische Balsamtropfen: wahrscheinlich Destillat des Dresdner Arztes Johann August Oehme; Biga 187/120.

28                voriger Wirth: Belger.

32                Höfchen: Landhaus, Landgut, 59,34.

74,13           Antwort: auf einen nicht überlieferten Brief J. G. Lindners und seiner Frau Marianne; der 72,34 zu vermutende kann nicht gemeint sein.

Brief 28

74,19           ein guter Freund: nicht ermittelt.

25                Pitaval: François de P. Gayot.

29                18 gl.: 18 Groschen.

75,1ff.         Hamann schildert den typischen Hofmeister-Status.

8                 Endzweck: Bildungsreise, die, ähnlich der adligen Cavalierstour, zum Status auch bürgerlicher Intelligenz gehört, 98,28.

30                Erschreckniß: nicht ermittelt.

76,5             bösen Krankheit: Krätze?

9                 Baptist: Batist.

10                Quarder Stücke: Bänder zum Einfassen der Hemden.

12                alte Briefe: ob darunter Nr. 27 war?

13                koddrigen: ärmlich, lumpig.

14                auf dem Portorio: Zollamt.

Brief 29

76,22           Meinen letzten: wohl kaum 28, also ging der letzte verloren, der offenbar die Nachricht vom bevorstehenden Besuche des Arend oder Karl Berens enthielt, 76,25.

36                Baranke: Lammfell, polnisch: baranki.

77,2             Rigischen Freund: möglicherweise J. Chr. Berens, mit Hinsicht auf dessen geplante Studienreise nach Paris.

4                 Landsmann: nicht ermittelt; lies auf des HE.

5                 Tausch: die neue Hofmeisterstelle, 75,5.

7                 Nachfolger: nicht ermittelt.

10                Rittmeister: v. Oven.

11                Deutliche Ressentiments gegen den Bruder (und das Elternhaus überhaupt), 78,26 f.; 78,32; 79,9ff. und 80,1, dem er Mangel an brüderlicher Liebe vorwirft, nur weil er seiner Bitte, dem Rittmeister eine Laute zu besorgen, nicht entsprach. Dazu kommt die selbstquälerische, komplizierte Reflexion über das Mitleid. All dies hatte er später zu korrigieren, 81,25 ff.

29                guter Freund: Bassa= Haggi Painter, 13,9; es ist der armenische Kaufmann Bassa, in Mitau und Riga tätig; die gegenwärtige Schrift ist das Manuskript seiner Autobiographie, dem der Vater in Königsberg, später in Amsterdam zur Übersetzung ins Türkische verhelfen soll; 77,30ff.; 81,20; 82,11; 84,26 (arabisch), siehe auch N II,25; 29; 51.

78,1             Abgesandten: bei der preuß. Gesandtschaft in Warschau, darunter Hävelke, sind nicht zu ermitteln.

11                gelehrte Jude: Christ. Gottfried Seligmann.

23                Brief: Lindners, nicht überliefert.

31                gehenzu: lies gehen zu.

Brief 30

Der Brief wird 74,13; 78,22 angekündigt.

79,10           erschreckl.[ichen] Demüthigungen: eine der seltenen Stellen, an denen Hamann den tyrannischen Erwartungsdruck seitens der Eltern und sein Unvermögen eingesteht, dem Geschuldeten zu entsprechen.

11                Ihre: die Großschreibung bezieht sich hier wie im folgenden auf die Eltern.

17                Nachricht: wahrscheinlich die, daß er die Stelle zu wechseln und auch zu reisen beabsichtige, 80,9ff.

31                sicher genung: Hamann vermutet, aus Gründen, Zensur.

32                Im letzten: nicht überliefert.

80,9             Neugierde: 75,9.

16                Anerbietungen: über die verabredete Zeit hinaus Hofmeister im Haus v. Witten zu bleiben, und zwar als Opfer, weil der Endzweck (80,37) dadurch nicht erreicht werde.

23                Zeitung: Nachricht E. F. Lindners.

34                Lies [sich] auf die tiefste Art.

35                Lies pp.: gemeint ist wohl: zum Geschenk.

81,15           er.: öfter das Kürzel für einer.

20                türkische Mssc.: Manuscripte, 77,29ff. und 36f.

Brief 31

81,24           Briefe: nicht überliefert.

29                HE. D. L.[indner]: Ehregott F., über den oft der Briefwechsel mit den Eltern ging.

31                Laute: 77,10ff.

34                Blame: nicht ermittelt. Aus dem Zusammenhang läßt sich vermuten, daß es sich um einen Pelz oder ein Fell handelt.

82,2             Unterfutter: aus Pelz.

8                 lieber M.[agister]: Lindner.

11                orientalischen Schreibens: 77,30 und 81,19.

13                nach Holland: Vater Hamann hatte in seinem Brief wohl gemeldet, daß man am Ort Abschrift genommen, aber einen holländischen Kenner des Türkischen mit der Übersetzung beauftragen wolle.

21                Dingen: handeln.

23                85,30.

24                Bey den Gefängnißen: 85,29.

25                HE. Rittmeisters: v. Oven, der weiter nördlich ein Winterquartier bezieht, 82,29.

31                Muhmchen: nicht ermittelt.

33                ein Vetter: Johann Peter Nuppenau.

37                M. Zink: Zinck.

83,1             Lorchen: L. Zöpfel.

2                 Rigisches Muhmchen: Lorchen Belger.

5                 Beylage: nicht überliefert.

13                Amtes: Hamann relativiert die begreifliche Sorge der Eltern um seine Versorgung.

18                eingekleidet: Bestallung als Bader?

Brief 32

83,29           Herr B.[erens]: J. Chr.

34                meines dortigen guten Freundes: Hennings oder Sahme.

84,7             Stoff Wein: ein Liter.

9                 sich an Ihnen schlüge: bei den Eltern sich erkundigte.

10                Ohrgehänge: 91,5f.

12                Laute: es ist die von Hamann für den Rittmeister v. Oven in Königsberg bestellte, 77,10ff., die der Vater durch die Vermittlung des Königsberger Lautenisten Reichardt billiger besorgt hatte als Hamann annahm, 91,22.

14                beschweren: Besorgung der Ohrgehänge für die Gräfin v. Witten.

26                arabischen: 77,36ff. und 82,11.

28                Magister: Lindner hatte kurz zuvor einen Ruf als Lehrer an die Rigaer Domschule erhalten, die er dann ab 1755 als Rektor leitete.

85,13           Das Schreiben des Bruders ist nicht überliefert.

17                Rappolts Catalog: 72,23.

19                Trescho: Betrachtungen über das Genie.

21                Ohmchen: Peter Zöpfel, der Vater der Familie, Muhme, dessen Frau; Muhmchens Lieschen und Lorchen Zöpfel.

Brief 33

85,25           schon so weit: die Nachricht vom Rigaer Ruf hatte Hamann aus dem Brief des Bruders erhalten oder/und aus dem von J. Chr. Berens, 83,29; 86,8; 88,7; Nachfolger: ob schon der jüngste Lindner Gottlieb Immanuel in Aussicht genommen war, der in der Tat Hamann nachfolgte?

30                Wiese: 82,24.

86,6             Rußischen Fuhrmann: offenbar schneller als die anderen, 76,31.

8                 Magistrat: in Riga.

11                Die über E. F. Lindner und J. G. Lindner nach Berlin gegangenen Briefe an Hennings und Sahme sind nicht überliefert.

17                Matuschkachen: Kosename à la russe für Marianne Lindner.

Brief 34

86,24           Übersetzung: 82,11; 84,26.

87,14           Lies [freu]dig zu danken.

21                Kinder Israels: 2 Mo 8,2-6.

24                Fidibus: scherzhafte Verballhornung von Filius.

28                g.[ehorsamer] S.[ohn].

Brief 35

87,34           Brief: nicht überliefert.

88,12           Bürgerm[ei]st[e]r.: Gotthard v. Vegesack; Scholiarch: Johann Christoph Schwarz.

14                Ob. Pastor: Justus v. Essen.

18                ihres Schwagers: P. J. Courtan.

21                HE. v. C.[ampenhausen]: 88,30.

25                selbst zu schaden: siehe H.Graubner, Hamanns briefliche Begleitung der Tätigkeit Lindners in Riga, in Acta des Zehnten Internationalen Hamann-Kolloquiums. Göttingen 2016, 313-334: Damals standen die beiden führenden Stände, die Ritterschaft und das Stadtpatriziat auf dem Höhepunkt ihres Antagonismus seit der Eroberung der deutschen Provinzen durch Peter den Großen. Es ging um die Fragen des Güterbesitzes und der Krongüter- und Arrendeverwaltung, die der Adel für sich allein beanspruchte, und um die Gerichte, welche die Stadt nur mit ausgebildeten Juristen, die Ritterschaft aber auch mit Laienrichter aus dem Adel besetzen wollte. <…> Da außerdem sämtliche höhere Gouvernementsbeamte von der livländischen Ritterschaft gestellt wurden, konnten diese, ausgestattet mit zentralistischer Macht, regionale ständische Interessenpolitik gegen die Stadt Riga betreiben. (316f.)

28                73,10.

89,1             Sch.[uft] v. Hundsv...: und Hundsfott.

7                 Unser Freund: J. Ch. Berens; ihren Paß: den preußischen.

10                Cameralvorstellung: Hinblick auf Einnahmen der (Kultus-) Verwaltung.

12                profan-Scribenten: es werden profane griechische Texte gelesen, nicht das NT.

18                Treulosigkeit <...> Flottwell: möglicherweise ein negatives Gutachten über Lindner, das seine Berufung nach Riga verhindern wollte, 109,7.

26                zweydeutige Art: metonymisch oder anspielend, der Zensur verdächtig.

28                kostbar: teuer.

29                Couvert e[ine]s Kaufmanns: J. Ch. Berens möchte lieber als Kaufmann denn als Candidat adressiert werden.

90,15           Klagen: Hennings als Hofmeister? Der Brief, in dem er solche äußerte, ist nicht überliefert.

21                vorigen Zügling: Woldemar Dietrich Baron v. Budberg.

23                Lies gefallen [lassen].

24                Vetter: Richter, 88,28.

26                seine Briefe: Gellerts.

33                Berens hat ohnedem die Absichten <…>: nicht, wie Nadler 61 schreibt, „eine Art rigische Fortsetzung der Königsberger Daphne, sondern eine öffentliche Meinungsbildung gegen die livländische Ritterschaft“, siehe H.Graubner, 317.

91,5f.          84,10.

8                 Antwort: an Bassa?

Brief 36

91,19           Lies auf [das] kindlichste.

22                Rittmeister: v. Oven.

25                des HE Generals Excell.: v. Witten.

29                schriftl.[iche] v. thätliche: der Dankbrief Hamanns an Reichardt ist nicht überliefert -oder Hamann hat ihn zu schreiben vergessen. Vielleicht übersandte er Caviar, 93,26; Concerts: für Laute, von Johann Reichardt; seine Werke gingen sämtlich verloren, siehe MGG XI,151.

92,2             Compli[ments].

5                 Der Vater hatte Papier und Siegellack mitgeschickt und offenbar angemahnt, die Briefe zu siegeln, als Schutz vor-oder Indiz für Zensur.

8                 Mühe im Schreiben: beim Abschreiben des Bassaschen Schriftstücks.

19                beyde letzte Briefe: 32 und 34.

20                den seinigen: 35; Couvert: 86,12.

93,8             persischen: Hamann war sich über die sprachliche Herkunft des Originals offensichtlich im unklaren, 91,3f.

19                der ehrl.[iche] Zuckerbecker: L. Nuppenau, der Verfertiger des übersandten Marzipans.

Brief 37

93,26           Lies werde[n].

26                in Ansehung des Caviars: als Dank an Reichardt? 91,27ff.

Brief 38

Es ist die Antwort auf einen kurzen Brief Lindners,101,10.

94,6f.          Oloy: Olai, Stadtteil Rigas; so lieben Gesellschaft: seiner Frau Mariannne.

9                 Der Hypochonder Hamann und seine Grillen, 94,16!

10                wie kurz: Hamann schreibt, nachdem er offenbar von einer Stippvisite, die er den durch Mitau reisenden Lindners abgestattet hatte, zurückgekehrt war, 101,4f. Jedenfalls fuhr er von dort zu Hause, ohne Marianne gesehen zu haben, 96,7; die Nachricht von der Ankunft der Fremden hatte auch den Magister Haase angelockt, sie zu beschleichen, aber sie waren bereits abgereist, 95,1f. und 96,1ff.

22                HE. Wilde: Bewerber um Hamanns Nachfolge als Hofmeister. Er hatte wohl einen Erkundigungsbrief an Hamann geschrieben, den Lindner vermittelt hatte, 94,22, und den H. partiell als Schriftprobe den Eltern v. Witten vorwies.

24                Praxin <...> Schule: offenbar mutmaßten die gräflichen Eltern, daß die theoretische Schulung zu kurz komme.

25                Unbilligkeit: es wäre nicht recht, die Zöglinge nach Hamanns Abschied im bloßen, d.h. unversorgt zu lassen.

27                beyde: für Lindner und Hamann.

28                Einbildung: Wunschvorstellung.

31                HE. Bucholz: der Königsberger Diakon und Beichtvater, 101,7. Der um Intervention bei den Eltern bittende Brief ist, ebenso wie der an Lilienthal, nicht überliefert.

95,11           Ragout: von Schönaich. In Marienburg gedruckt? Siehe Lessings Rezension in: Berlinische <...> Zeitung, 135. Stück vom 9. Nov. 1754, lachmann-Muncker V,445f.

12                Redekunst: v. J. G. Lindner.

14                Rector <...> dem ältesten: 107,3.

24                Mr. Estéve: Pierre Estève, N V,264, 36f.

96,5             Ischwonick: russisch Iswotschtschnik: Kutscher.

10                Alembert: d'Alembert, Mélanges de littérature.

13                coeffure: alte Schreibung von coiffure. Im weiteren Text zu korrigierende Druckfehler: plaisez, <...> accommodez <...> impertinente.

Brief 39

96,21           Meyhof: der Umzug auf dieses Gut gelte als Entschuldigung.

24                Zuschrift: nicht überliefert, 97,29.

30                kursche: kurländische.

97,5             Fugen: von lat. fuga, Fluchten, Ausflüge.

9f.               impracticable: schwer zu behandeln, unberechenbar.

15                M.[agister]: Lindner.

98,1             Lies unserer Stelle.

10                franzö[s]ischen Briefwechsels: nicht überliefert.

11                Lies auf mir nehme.

24                Umweg in der Welt: 75,9. Inzwischen scheinen erste Reiseverabredungen mit J. Ch. Berens getroffen worden zu sein, 108,17.

33                Mantel <...> Fußsteige: Cento aus Apg 12,8 und Ps 17,5.

34                Habacuc: Hab 4,19; StD 2,32-38.

99,1             dem langen Briefe: ob tatsächlich geschrieben? Jedenfalls nicht überliefert.

23                kleine Stürme machen gute Schifsleute: vielleicht ein regionales Sprichwort.

Brief 40

100,10         Feyertage: das Osterfest.

18                Unser Versuch: 97,25.

25                Kedarshütten: Ps 120,5; Hl 1,5. Gemeint ist Grünhof.

27                übersetzen: der Überschwemmung wegen, 97,27.

29                Briefe an HE B.[erens]: nicht überliefert.

30f.             Mutterchen <...> Serviette: die von Marianne Lindner geliehene Ledertasche, 103,22.

35                Brief von Hause: 96,24.

101,2           Unsere beyde Briefe: 39 und ein (nicht überlieferter) Brief Lindners an Hamanns Eltern.

7                 94,31 und 98,7, keiner ist überliefert.

10                erster Brief: 38.

13                Introduction: nach den Einzelheiten der Amtseinführung hatte Hamann bereits Brief 38 gefragt, 95,27.

15                Olivet: Pierre-Josèphe Thoulier d' O.

20                m.[ein]e letzten Briefe: 86,11.

24                Nachfolger abgeschrieben: offenbar Wilde, 94,22.

28                Ihrigen: entliehenen Bücher.

30                Lies Ausrufungszeichen statt Fragezeichens.

33                Entretiens historiques: von Pierre de La Fay; hat Lindner sie vor: für ihn gekauft?

37                St. Mard <...> St. Evremond: Remond de Saint Mard <...> Charles Saint-Evremond.

102,2           Nachbar: Magister Haase oder Pfarrer Ruprecht.

4                 Buße in Ansehung des Toppe: von J. J. Dusch, Zeilen 15 und 24. Hamann hatte sich durch das günstige Urteil des J. Ch. Berens zunächst beeinflussen lassen, was er nun revidiert.

12                Des Zachariä Epische Gedichte: Zachariae.

16f.             Horatz den Satz bewiesen: Hor. ars 372ff.: mediocribus esse poetis/ non homines, non di, non concessere columnae.

17                Meyersches W.[erk] Z.[um] E.[xempel]: Georg Friedrich Meier.

18f.             Gerichte vergeßen: Hor. ars 374/76: ut gratas inter mensas symphonia discors/ et crassum unguentum et Sardo cum melle papaver/ offendunt, poterat duci quia cena sine istis: Wird bei schmackhaftem Mahle ein mißtönender Ohrenschmaus geboten oder dickes Salböl oder zur Mohnspeise sardischer Honig, so ist das Mißvergnügen da -man hätte ja ohne diese Genüsse tafeln können.

21                kleine Fehler: Hor. ars 351f.: verum ubi plura nitent in carmine, non ego paucis/ offendar maculis: Indes, wo im Großen das Werk blitzsauber ist, werde ich nicht Ärgernis nehmen an vereinzelten Fleckchen (Übers. Färber/Schöne).

24                Noah: J. J. Bodmer, Noachide; Stutzer: Anspielung auf jene Ramnes bei Hor. ars 342, die Vornehmen aus dem ältesten römischen Geschlecht: celsi praetereunt austera poemata Ramnes: Hochmütig gehen die Ramnen [Ritter] an trüben Dichtungen vorüber.

26                Gedicht über die Wissenschaft: von Dusch.

29                uns.[erm] Freunde: Berens.

34                Trauerlied einem Dichter: nicht ermittelt.

103,1           Sie sich sehen: Lindner und Berens.

Brief 41

103,25         Vallon d'Apollonie: Hamanns Übersetzung von Apollonienthal, dem Gut des Generals v. Witten.

Brief 42

103,30         dritte Brief: nach 38 und 40.

31                Einlage: Brief, nicht überliefert.

104,3           Bußtag: in Riga, 96,25.

16                Er: der Bruder des Generals v. Witten.

22ff.            Hamann schrieb die Bewerbung des Avanturiers ab, um ihn mit seinen Schnitzern im Französischen zu charakterisieren -und Lindner zu belustigen (105,22f.).

105,6           V.[otre] E.[xcellence].

31                R.[iga].

36                ihrer: der Mutter.

106,8           Tithon <...> Aurora: nach Iohannes Tzetzes ad Lycophronem, v. 18; Hygin. fab. 270. Die Göttin der Morgenröte, die Tithon entführt hatte, bat die Götter, ihm Unsterblichkeit zu verleihen, versäumte aber, seine Alterslosigkeit zugleich zu erbitten. So starb er zwar nie, alterte aber bei jeder Umarmung der Unersättlichen und wurde schließlich wieder zum Wiegenkinde.

14                mit uns.[erer] Gelegenheit: Botendienst nach Riga.

17                May: Johannes M.

22                freye Gesellschaft: Freie Gesellschaft Königsberg, gegr. 1743, eine literarische Genossenschaft, die sich 1788 mit der Königlichen Deutschen Gesellschaft zu Königsberg zusammentat. Ihre Ausarbeitungen: Der freyen Gesellschaft zu Königsberg in Preußen eigene Schriften, in gebundener und ungebundener Schreibart in eine Sammlung verfasset, Kgsb. 1755ff.

27                Redekunst: 95,12.

29                Versuch vom Schönen: Père Yves-Marie André.

107,4           HE. Herausgebers: Flottwell, 106,29.

Brief 43

107,13         letzteren Briefes: 39 v. 5. April.

31f.             Löffelkraut: lat. Name Cochlearia.

34                hiesiger Freund: Parisius.

108,9           Arbeiten, die er im Sinn hat: Lindner und möglicherweise die Mitarbeit an einer neuen, von J. Ch. Berens geplanten Zeitschrift, 90,34.

10                Petersburg: 10,37.

17                HE. B.[erens] der, 98,28, eine Reise über Königsberg nach Westen plante.

33                meines Lehrers: Rappolt.

109,7           Sendschreiben: vermutlich die Intrige Flottwells, von der schon 89,18f. die Rede war.

11                Fr. Saturgin: Dorothea Elisabeth Saturgus.

14                94,31 und 101,7.

32f.             Aufsatz: 108,33.

34                Catalogo: 110,34.

110,1           Deinen Freund: Salomon Vernezobre.

7f.               Fuß: auf welche Position.

9                 Er v Sie: Lindners, auf die sich auch das Compliment des Bruders bezieht; letzten Brief: 42.

18                ältesten HE.: Peter Christoph v. Witten.

21                Encyclopedie: d'Alemberts und Diderots, 117,19, die er in der Bibliothek Lindners lesen will.

23                D. Lil.[ienthal].

28                physischen v oeconomischen: Hamanns Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,19.

Brief 44

111,15         Brief: nicht überliefert, 114,35.

16                Schlüßen des Oest: Johann Heinrich Oe., Schreiben an Doris <...>; auf wiederholtes Ersuchen: des Generals v. Witten.

18                dieser Sache annehmen: Hamanns Nachfolger im Hofmeisteramt.

20                Predigt: freundschaftliche Ermahnung in einem nicht überlieferten Brief, Hamanns Zukunft betreffend.

22                Postille: der Begriff für eine Sammlung von Predigten wird hier auf die erhoffte Folge von Briefen angewandt.

24                gebeten: vermutet Hamann einen Auftrag seines Vaters an Lindner?

25f.             Brief an HE. Bruder: Ehregott Friedrich in Mitau; eine Woche: es ist ein um den 20. Mai geschriebener Brief an E. F. Lindner anzunehmen.

30                Schrecken: eine Fehlgeburt?

34                Vernünftler: von Christian Nicolaus Naumann, rezensiert von Lessing in: Berlinische <...> Zeitung, 153. Stück, Sonnabend, den 21. Dez. 1754.

112,1           Die Sammlungen zum N.[utzen] u. V.[ergnügen]: von Oest, Gesammelte Arbeiten <...>. Dazu von J. H. Oest, Biga 160/508, 509.

2f.               Rasenden: die Konnotationen des griechischen Partizips μαινομενος als schimpflichen Beiworts des Sokrates wie Jesu (Jh 10,20f.) sind zu beachten, -was Hamann in den Sokratischen Denkwürdigkeiten und in den Wolken erläutern wird; amphibisches Todten Gespräch: Das Siechbett <...> in zwei Gesängen.

5                 Plato über den Heraclitus: möglicherweise bezieht Hamann sich bei seiner Nachlese auf eine Stelle des platonischen Dialogs Kratylos, 402 A, wo Sokrates den folgenreichen Gedanken äußert, Heraklit habe behauptet, alles bewege sich, nichts bleibe ruhig, und man könne nicht zweimal in denselben Fluß steigen. Oder hat er den weinenden Philosophen im Auge, der über die Torheiten der Menschen Tränen vergießt, wie er bei Juvenal, sat. 10,28 ff. erscheint? Siehe auch die Stelle in den Biblischen Betrachtungen, N I,14: Die Vernunft muß sich mit dem Urtheil jenes Philosophen über des Heraklitus Schrift begnügen: was ich verstehe ist vortrefflich, ich schlüße daher eben so auf dasjenige, was ich nicht verstehe. Das bezieht sich auf den bei Diogenes Laertius (II,22) überlieferten Satz des Sokrates, welchem Euripides den Traktat (das Syngramma) des Heraklit mit der Bitte um ein Urteil übergeben habe. Hamann übersetzt ihn richtig. Sokrates aber fügte noch hinzu, es brauche wohl eines delischen Tauchers [um der Sache auf den Grund zu kommen].

6                 Baumelle: Beaumelle.

7                 Streitschriften: von Oest und Ditton über den Materialismus.

10                angehängten Gedicht: S.81-86 mit dem Gedichtanfang O Wahrheit, welch ein Wort.

12                Bedlam: Bethlehem, große Irrenanstalt in London; Hamann wird Bedlam als Ort der Torheit aufwerten und anzüglich als fingierten Druckort für seine Lettres néologiques wählen, N VI,48.

28                Hume: nicht ermittelt, welche Schrift, vielleicht 127,18.

29                Freund: J. Ch. Berens.

Brief 45

113,9           langes Stillschweigen: siehe Br.43, also etwas mehr als einen Monat.

19                neulich: wohl Ende April; der Brief ist nicht überliefert.

23                Nebenbuler: des ehrl.[ichen] Zinks ist ebensowenig ermittelt wie der Name seiner jungen Witwe.

28f.             Cento aus Phl 2,3, Mt 6,11, Ps 147,9, Ps 37,25, Spr 15,17.

114,9           an Zinks Stelle getreten: als Badergehilfe, nicht ermittelt.

16                Aufsatz von Leinwand: schmale Stücke, zur Verstärkung von Wäsche, 116,34; 123,6ff.

19f.             ein paar Worte: nicht überliefert.

Brief 46

114,33         Ihren Brief: nicht überliefert.

35                meinigen: nicht überliefert, 111,14; 115,10; 115,37. Ob es der ist, den seine Herrschaft, wie er 119,9 vermutet, unterschlagen habe; bey Anwesenheit Ihres HE. Bruders: Ehregott Friedrich.

115,2           der junge Pastor: Johann Christoph Ruprecht.

4                 HE. Ruhig: Paul Friedrich R.

12                Herr L.: nicht ermittelt, 116,24; 116,31.

18                2 Ihrer Briefe: J. G. Lindners, von denen einer an seinen Bruder Ehregott Friedrich, gerichtet war, der andere an General v. Witten, wahrscheinlich in Sachen Hofmeisternachfolge. Hamann hatte sie, da seine Herrschaft in Mitau war, an E. F. Lindner weitergesandt.

20                ein and[er]: nämlich Couvert für den Brief an den General, wegen der aufgeführten Formfehler.

24                Dies: das Gut Meyhof ist ein Arrende Amt, ein gepachtetes Gut.

30                ist M.[agister].

31                Idiot: Einzelgänger, Privatier.

32                Sie: seine Herrschaft.

116,1           alt Joh.[annistag]: alten Stils, 21. Juni.

8                 der junge Pastor: 115,2.

17                den Brief: 115,19.

18                Mit HE Offic.[iant] Ess.[en], ein öffentlicher Beamter in Riga, beginnt ein neuer Satz; HE. Huhn, Christian, ein Rigaer Bürger, für dessen Sohn später ein Hofmeister gesucht wird, 133,29.

23                andern: Hamann vergaß das Wort zu streichen, das er durch am zweiten ersetzte.

24                HE. L. S.: der beim Rigaer Kaufmann Dump wohnt, nicht ermittelt, 115,12.

32                HE. B.[erens].

34                an m[ein]e Eltern: Nr. 45; Leinenzeug: 114,16.

36                HE. D.[iacon] Buchholz.

37                seinen Brief: in dem es auch um Hofmeister gegangen sein muß, nicht überliefert.

117,6f.        mit Popen: Alexander Pope, An Essay on Man, 4,262-266. In der dritten Zeile des Zitats recte: other's. Die beiden folgenden Verse: Truths would you teach, or save a sinking land? [so -sinking -gegen Nadlers Lesung, N IV,242!]/ All fear, none aid you and few understand zitiert Hamann am Schluß der Beylage zu Dangeuil.

19                Encyclopedie: metaphorisch!

25                Ernst machen: Hoffnung auf eine neue Schwangerschaft.

32                Hume: 112,28.

Brief 47

118,1           Ort und Datum sind später eingefügt, 118,22 und 26. Der Brief antwortet auf einen offenbar ausführlichen, der verschollen ist. Er lag vielleicht dem Brief des Vaters bei, 113,19. Darin stand auch die Mitteilung 119,22ff.

10                Sie: sie, die Lorbeeren.

13                hat schon einen: neuen Hofmeister, Zeile 31.

27                examen: gemeint ist wohl kaum eine Prüfung seiner Zöglinge, vielmehr eine Art Bilanz seiner Tätigkeit überhaupt, die er dem General vorlegte; möglicherweise bezieht sie sich auf das, was Hamann 119,7ff. berichtet.

119,9           114,35.

20                Hipperich: Hypperich.

34                nach: archaisch für: nah.

35                wir leben weben v sind: Apg 17,28.

Brief 48

120,1           Der Brief kommt aus Riga, im Oktober geschrieben.

3                 Pyrmont: der bekannte Kurort als Synonym seiner Kur bei Dr. Lindner in Mitau.

5                 ist selbst einer: die Stube als Bücherfriedhof.

6                 seel.[igen] Rector: Johann Nicolaus Wilhelm Schultz; meine Freunde: J. G. Lindner und Marianne.

12                Cameleon: der sowohl Geist wie Herz zeigte.

17                in Kurland: Mitau; Briefe nach Hause: Nr. 49?

19                ihm: dem Magister Hase, der mit seinem Zögling v. Buttlar offenbar von Königsberg nach Berlin weiterreist und das zugedachte, den Brief an Sahme, mitnehmen könne.

21                er: Hase.

25                HE. Lado: 32,10.

31                Kleinigkeiten: künftige literarische Produkte, die Petersen verlegen will.

36                einliegendes: wohl im Auftrag Lindners.

Brief 49

121,6           letzter Brief: den Hase mitnahm? 120,17, nicht überliefert.

10                Ihre Bitte: in einem nicht überlieferten Brief.

18                Die Erde: Ps 24,1; 1 Ko 10,26.

28                Vaterland: weil wir auf Erden keine bleibende Statt haben und der Himmel das wahre Vaterland ist (1 Ko 4,11).

33                guten Samen: Anspielung auf Mt 13,24 ff.; 13,37f.; Mk 4,26f.

36                einen Brief: von der Familie v. Witten.

122,1           Nachfolger: 118,31.

3                 dem jüngsten: der Witten-Söhne, Joseph Johann.

28                Ein anderer: nicht ermittelt.

30                Ein ganzes Haus: das der Familie Berens; wobei bezeichnend ist, daß Hamann seinem Vater, der doch J. Ch. Berens in seinen Briefen grüßen läßt und Gegengrüße erhält (123,11), weder das Haus genauer bezeichnet noch Andeutungen über gewisse Reise-oder andere Pläne macht, die Berens schon damals hegte. Oder H. meint das Haus des Pastor Gericke; das Belgers scheidet aus, da es zu Unstimmigkeiten gekommen war, Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,24.

33                Entschlüßung: zu einer neuen Hofmeisterstelle, 123,4, also offenbar weiter östlich. So kann noch nicht die Rückberufung nach Grünhof in das von-Wittensche-Haus gemeint sein. Aber auch hier ist, in der Strategie des Emanzipationsprozesses, eine verschleiernde Taktik gegenüber dem Vater bemerklich.

123,1           Jacob: 1 Mo 28-35.

4                 Ort: vielleicht doch St. Petersburg.

12                seine Fr. Schwester: Sophie Johanna Schultz.

13                Gericke: Hamanns Königsberger Studienfreund, Sohn des Rigaer Pfarrers Joh. Christoph G., in dessen Haus Hamann verkehrte und der später, nach seiner Rückkehr aus England, sein Beichtvater sein wird; Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,31.

16                an meinen Bruder: nicht überliefert.

27                indem ich: zu ergänzen [mich].

Brief 50

124,10         M.[ein] W.[erter] Fr.[eund].

14                der älteste: Peter Christoph.

17                Hoffnung <...> zu reisen: als Begleiter auf der Kavalierstour.

19                Ihr Ernst: der Familie v. Witten.

20                der Artzt: Parisius.

25                Bruder: Franz Moritz Graf v. Lacy.

32                Einlage: nicht überliefert.

36                ander Pittschaft: weil innerhalb Preußens die Post nicht der Zensur unterlag.

Brief 51

125,7           Es gehe, wie es gehe: Paul Flemings In allen meinen Taten; Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,45: So sey nun Seele deine/ Und traue dem alleine/ Der dich erschaffen und erlöset hat./ Es gehe wie es gehe:/ Dein Vater in der Höhe,/ Weiß allen [deinen] Sachen Rath.

8                 Ernesti: Johann August E., nicht ermittelt, welches Werk; 131,33.

17                ein Römer: Coriolan, die tragische Gestalt der römischen Sage, nach Dionys von Halikarnass, Livius und Plutarch.

19                Nachsatz: etwa so:-einer, der wieder wie Coriolan freiwillig ins Exil geht, [wo er freilich von seinem volskischen Gastgeber ermordet wird].

25                Man: Familie v. Witten, 126,10.

27                Hofgerichts Advocaten: nicht ermittelt.

32                Abhandlung: wohl die Beylage zu Dangeuil's Anmerkungen <...>, N IV,225 ff. und 140,28.

33                portugiesische Anecdoten: das Erdbeben in Lissabon am 1. Nov. 1755, 137,22.

34f.             dem Bilde des Horatz ähnlich: Hor. carm. 3,3,7: si fractus inlabatur orbis,/ inpavidum ferient ruinae: Selbst wenn der Weltbau krachend einstürzt/ Treffen die Trümmer noch einen Helden (Übers. H. Färber); oder epist. 1,4,12f.: inter spem curamque, timores inter et iras/ omnem crede diem tibi diluxisse supremum.

126,4           124,32. Daß der Brief nicht angekommen war, muß Hamann durch einen nicht überlieferten Brief Hases erfahren haben.

Brief 52

126,10         aus Mietau: wo Hamann, nach seinem Aufenthalt in Riga, E. F. Lindner besucht hatte; unvermuthet: am 16. Dezember, 125,3 und Z. 26.

25                beschwerlicheren Gastes: die Erkrankung des Gastgebers E. F. Lindner, die beschwerlicher als der Gast Hamann sein dürfte.

28                Lise: die Hausgehilfin Lindners möge sich um die aufgearbeitete Perücke kümmern.

30                Freyzedel: 128,29; 133,8.

127,9           He D.[octor]: E. F. Lindner; Petersen: 120,30.

15                Histoire politique: von Jean Henri Maubert de Gouvest; auch N V,146, 30ff.

18                Hume französisch: vielleicht die Discours politiques, die, durch Le Blanc ins Französische übersetzt, in 2 Bänden, Dresden 1755 herausgekommen waren; lieber deutsch: das Königsberger Notizbuch (N V,264) verzeichnet eine möglicherweise von Hamann gemeinte Übersetzung: David Hume vermischte Schriften über die Handlung, Manufacturen und die andern Quellen des Reichthums und der Macht des Staats, Hamburg 1754. Es könnte sich aber auch um den Treatise of human nature, London 1739, handeln.

20                Diogene d'Alembert: von Le Guay de Prémontval. N V,264: Dieser Autor verspricht in diesem Werk noch Protestations und Declarations philosophiques.

20f.             Schlägels Schaubühne: J. E. Schlegel.

22f.             Gellerts Note: seine Abhandlung Pro comoedia commovente, dt. Leipzig 1751, sodann von Lessing mit kritischem Kommentar veröffentlicht in: Theatralische Bibliothek, 1754 zur Michaelismesse. Die Fußnote bezieht sich zunächst auf eine vermischte Gattung von Komödien, die notwendig sei, wenn sie die Gemischtheit der Handlungen im menschlichen Lebens nachahmen wolle, und fährt dann fort: Diese hat der jüngst in Dennemark verstorbene Hr. Prof. Schlegel, ein Freund dessen Verlust ich nie genug betauren kann, und ein Dichter der eine ewige Zierde der dramatischen Dichtkunst seyn wird, vollkommen wohl eingesehen. Man sehe, was in den Anmerkungen zu der deutschen Uebersetzung der Schrift des Herrn Batteux, Les beaux Arts reduits à un même principe, welche vor einiger Zeit in Leipzig herausgekommen, aus einer von seinen noch ungedruckten Abhandlungen, über diese Materie angeführet worden. S. 316.

24                zu früh: Schlegel war am 13. August 1749 im Alter von 30 Jahren gestorben; Seneca: vielleicht das Trauerspiel des Frh. v. Creutz, Der sterbende Seneca, 1754.

25                Petersen sagt: P. kann das nur vom Hörensagen wissen, da Ewald v. Kleists Trauerspiel Seneka erst in dessen Neuen Gedichten 1758 erschien.

26                Merope: übersetzt von Johann Adolf Peter Gries oder von J. Ch. Rost.

27                HE. P.[etersens].

29                Muschenbroeck: Pieter van Musschenbroek.

30                Annales de l'Empire: von Voltaire.

32                Er: Petersen.

128,8           D.[aniel] F.[unk]: 157,22ff.; 186,17.

10/14          Münzmeister: nicht ermittelt.

25                des Schwagers: P. J. Courtan.

29                im Portorio: beim Zoll.

30                Kuffer: Koffer.

Brief 53

129,4           Brief: nicht überliefert.

5                 wenigen Zeilen: Nr. 51.

25                jüngsten HE. Grafen: der jüngste Bruder der Baronin v. Witten, 124,25.

28                Schärfe: Übersäuerung des Magens.

34                abgegangen: hat begonnen.

130,8f.        Raupenstande: das antike poetische Bild von der Seele als Schmetterling.

14                Alles wohl gemacht: aus Str. 9 des Kirchenlöieds von J. J. Schütz', Sei Lob und Ehr, Mt 7,37.

17                zu sehen und zu schmecken: Ps 34,9; 1 Pt 2,3.

30                Seegen: 5 Mo 28,5.

33f.             Jungen wohl versorgen: Hi 38,41.

131,7           Kinder Israel: 2 Mo 16,20; 4 Mo 11,6.

10                guten Freundes: Herr H., nicht ermittelt, 133,34; 135,35; 136,16; 144,24; 149,43.

12f.             lacht unserer Keckheit: Ps 2,4; 37,13.

26                in Falten legen: Wäschemetapher, Ordnung machen.

33f.             Ernesti <...> Rhetoric: u.a. Initia rhetoria.

35f.             Philosophie: nicht ermittelt, welches Werk oder welche Schriften, ob philologische oder theologische.

132,7           Ein frölich Herz: Anspielung auf die (Sir 50,24 ff. variierende) 2. Strophe von Johann Crügers Kirchenlied Nun danket alle Gott; gesunder Leib <...> gut Gewissen: Anspielung auf Str. 1 des Lieds von Johann Heermann O Gott, du frommer Gott.

9f.               ponderentur <...>: abgewandeltes Plinius-Zitat: numerantur sententiae, non ponderantur, Plin. epist. 2,12,5, eine im Rechtsgebrauch geläufige Maxime.

12                diese Stelle: nicht ermittelt.

18                HE Lindner: Ehregott Friedrich, 133,17.

19                pucelle: von Voltaire, auch N V,140.

21                Lilienthals neueste Auflage: Michael L.

26                Nebenarbeiten: vielleicht die Übersetzung des Dangeuil.

27                Pastor: J. Ch. Ruprecht; Bräutigam: er heiratete im Februar 1757 Anna Maria Schüttler.

29                Doch St.: sst, Aufforderung zum Schweigen.

Brief 54

133,8           Freyzedel: 126,30; 128,29.

18                histoire politique: 127,15.

24                HE. B.[erens] v. P.[astor] Gericke: in Riga.

25                Bruder: vermutlich Arend, das Oberhaupt der Familie, oder Carl Berens; des letzteren Mutter: da erkrankt, 126,34 und 138,12 (Todesnachricht).

26                Actus: zum Geburtstag der Zarin Elisabeth im Dezember: Reden und Gedichte in verschiednen Sprachen <…>; auch 135,2. „Eine Wiederbelebung der barocken Schulhandlungen, vom Magistrat der Stadt gedruckt und von Berens in St. Petersburg überreicht, als dieser 1756 sein Amt als rigischer Geschäftsträger antritt. Sämtliche 16 Schulhandlungen Lindner, die er in den folgenden neun Jahren zweimal jährlich zum Geburts- und Krönungstag der Zarin Elisabeth, die letzten drei einmal im Jahr zum Namenstag- oder Krönungstag der Zarin Katharina II. zeigen eine panegyrische Ausrichtung. Sie haben die Aufgabe, den akademischen Vorteil der bedeutendsten Schule Livlands, ihre rhetorische und poetische Potenz einzusetzen, um die Stadt Riga in Petersburg ins rechte untertänige Licht zu rücken und mit diesem Mittel die Ritterschaft dort im Ansehen auszustechen“ (H.Graubner, Acta des zehnten Internationalen Hamann-Kolloquiums. Göttingen 2016, S.318).

28                HE. W.[ilde]: Peter Ernst.

29                der kleine Huhn: Sohn des Christian H. (116,18).

31ff.            armen Manns: Herr H., 131,10.

36                intriguanter Kopf: nicht im pejorativen Sinne gemeint, sondern eher: geschickt und scharfsinnig.

134,10         meinem letzten: nicht überlieferten, den er von den Eltern empfangen hatte.

13                andere auch: Berens, siehe folgende Zeile.

Brief 55

134,28         Wächtlers Schreiben: Mitarbeiter beim Journal étranger, 134,30. Ins Berliner Notizbuch (N V,127) trug Hamann ein: M. Waechtler. in Paris. Wächtler machte den französischen Leser mit Gottsched bekannt.

30                Freundes Absichten: wohl die geplante Gründung einer Zeitschrift in Riga, indem Berens an Wächtler als einen Pariser Korrespondenten oder an eine deutsche Parallelausgabe des Periodikums Journal étranger denkt.

31                Ihre Ode: an Zarin Elisabeth in Reden und Gedichte in verschiednen Sprachen; 135,6; 143,14.

34                sie schon nach Petersb.[urg] geschickt haben möchte: 133,26.

135,3ff.       Hamann verdankte diesen Bericht dem Freunde Berens, der mit ihm eine französische Korrespondenz verabredet hatte (98,10) und sich mit seinem in Paris polierten Französisch (z. B.: rossignoler: wie eine Nachtigall singen) ein mondänes Air gibt.

5                 Mr. de Villeb.[lanche].

8                 durch: verschrieben für doch.

9                 Der Schluß ist vortrefflich: der Ode an Zarin Elisabeth in Reden und Gedichte in verschiednen Sprachen <…>.

11                Erinnerung: Einwand.

14f.             Mißglückter Satz!

20                Inspector Wahl: möglicherweise denkt Hamann bei dieser vakanten Stelle eines Inspektors an der Domschule in Riga schon an seinen Bruder, 111,1ff.; 119,22.

35                armen Freundes: der oft erwähnte Herr H., 131,10; 133,34ff.; 136,16; 149,31.

136,14         Volk in Gebirgen: Anspielung auf den legendarischen Freiheitswillen der Schweizer.

17                Sie: Respekt-Großschreibung, so auch 136,24.

24f.             dem HE. Bruder: Gottlob Immanuel L., der wohl seine erste Hofmeisterstelle angetreten hatte.

34                Sophroniskus Gemalin: Phainarete. Offenbar stellt der schon mit Sokrates-Studien beschäftigte H. eine rhetorische Frage.

36                Themata: Lindner hatte Hamann wohl zur Niederschrift solcher ermutigt. Seine Antwort weist in den Bereich seines großen Themas: die Sprache.

137,1           Trescho Gedicht: wohl das Freundschaftslied an Lindner: T*** an seinen Freund L***; Bernis!: Lindner hatte offenbar die Rücksendung der Poésies diverses angemahnt.

5                 Beylagen: für Berens, 140,12ff.

9                 die HE. P.[astoren].: Vater und Sohn.

Brief 56

137,18         Börnsteins: 131,29.

22                Schauder: nach dem Erdbeben von Lissabon am 1. Nov. 1755, 125,33.

27                Herr Graf: Franz Moritz v. Lacy.

138,6           eines Geistl.[ichen]: Ruprecht?

12                Tod der Frau P. Gericke: 126,34; 133,25.

29f.             Maler Schön: Johann Gottlieb.

Brief 57

139,26         Petron: Biga 10/157, wo der 1. Band einer frz. Ausgabe angeführt ist, mit folgender Notiz: Alterum Tomum hujus libri, emi ex auctione Bibliothecae Berolinensis, ni fallor, Mettrianae, perdidi Rigae, forsan ex jure talionis.

27                seel.[igen] Manns: vielleicht die Rappolts?

31                e.[xempli] g.[ratia]: um ein Beispiel zu geben; Hederichs Lexicon: das lateinisch-deutsche des Benjamin Hederich.

34                Er: Fuhrmann Rehhahn.

140,2           die Sachen: die nun in Riga lagern.

4                 Thomas: Bedienter im Hause v. Witten.

10                lehrreiche Nachrichten: von David Franc de Merveilleux.

12                Beylage: 137,5.

13                Ode de main de maitre sur la mort: von Friedrich II. an Voltaire.

18                Das Ende: keine Unregelmäßigkeiten ermittelt.

26                Schooshündchen: von Jean Galli di Bibiena oder Komisches Heldengedicht mit ähnlichem Titel Der Schoßhund auch von J. J. Dusch, wegen 149,19 wohl Galli di Bibiena; Nachbar: Ruprecht.

28                meine Arbeit: Auszug aus B. de Ulloa, Retablissement des Manufactures, 125,32.

30                den ersteren: Berens; dagegen läßt Hamann Herrn Gothan, aus Gründen, nicht grüßen, 123,12; 138,24.

33                Reden: Biga 162/530.

34                Schulzen oder: nicht ermittelt.

141,1           Arzney: 136,23; 142,1.

Brief 58

141,10         ersten Brief <...> meinigen: Nr. 57, nach dessen Abgang Hamann zwei Briefe Lindners erhielt.

11                Bernis: 137,2ff.

17                Greis: wohl Pfarrer Ruprecht.

23f.             Commissair: wohl der Bediente Thomas, 140,4.

31                zärtlichen Dichter: wohl Galli di Bibiena oder Dusch, 140,26.

142,3f.        139,30.

9                 Zuflucht: Nr. 57.

14                Herr Rittmeister: v. Oven.

17                mein Gesicht: die Augen tränen.

19                139,23.

24                Petron: 139,26.

26                Centaur: 134,24.

33                Testament des Mandrin: der Chef einer vielköpfigen Schmugglerbande, in Savoyen verhaftet und in Valence zum Tode verurteilt, als Volksheld verehrt, schrieb es im Gefängnis; eine: lies eine[r] glücklichen.

35                Leichenrede: Mandrins, die im Anschluß an sein Testament gedruckt wurde, 148,4.

37                Gedicht auf Lißabon: Ode Der Herr im Erdbeben.

143,2           Schreiben an Doris: von Oest.

18                Peters des Großen Gedanken: Rede aus dem Jahre 1714, in der er den Weg der Wissenschaften von Griechenland über Italien nach Europa und Rußland verfolgt.

20                Moscowitische Briefe: angeblich von einem Comte Locatelli, einem Abenteurer, der, nach Mordverdacht aus Frankreich geflohen, unter dem Namen Roccafortis von Danzig nach St. Petersburg gereist sein soll, nach anderen Zeugnissen als Chef einer Truppe italienischer Komödianten, jedenfalls schlechte Erfahrungen mit der zaristischen Polizei machte, -was sich in seinem Bericht spiegelt.

23                Cantemirs Satyren: Kantemir. Die an den Patriarchen von Y ist die dritte: Von der Verschiedenartigkeit menschlicher Leidenschaften. An den Erzbischof von Nowgorod, d.i. Theophan Prokopowitsch, der als Haupt der fortschrittlichen Geistlichkeit die Reformen Peters I. unterstützte.

25ff.            Kuhlmanns Tod: Quirinus K., 1689 als Häretiker in Moskau verbrannt. Über ihn notierte Hamann im Berliner Notizbuch einen Auszug aus Morhofs Polyhistor, N V,201,7ff.

28                Reimann: Jacob Friedrich R.

29                Gelehrten Lexico: von Jöcher, Bd. 2(1750), Sp. 2181.

30                in der Bibliothec: gemeint ist wohl die in Riga.

31                Essen: Immanuel Justus v. E. -oder der 116,18 erwähnte öffentliche Beamte (Offic. [iant]) von Ess.[en].

32                ins Deutsche übersetzt: Die Ruhmbegierde, die Hauptleidenschaft des Menschen. Aus dem Englischen, Frankfurt/Eßlingen 1756. Der bekannte Young-Übersetzer, Johann Arnold Ebert, seit 1748 Lehrer am Carolinum in Braunschweig, wird die seine erst in der Neuauflage seiner Übersetzung der Night Thoughts, Braunschweig 1760/71, Nebst dessen sieben Satiren auf die Ruhmbegierde veröffentlichen.

34                P.[etersen].

36f.             l'art de faire <...>: von Procope Couteau.

144,2           Gegner des Maupertuis: des Verf. der Venus physique, Zeile 19 und 62,6.

14                Hanway: irrtümlich für Harvey, weil ihm der Reisebeschreiber (134,24 und 143,22) im Gedächtnis haftete. Auch handelt es sich bei dem mit Hirsch Beschenkten um Carl I.

20                ihm: Petersen.

21                Entschuldigen Sie mich: wegen der etwas lüsternen Anzüglichkeit seines Couteau-Referats.

Brief 59

144,31         Catalogum: nicht überliefert.

34                Das Engl.[ische] Bibelwerk: des Romanus Teller, fortgesetzt von Johann August Dietelmair.

145,1           andre Blatt: weil der Brief an den Bruder wahrscheinlich einem an die Eltern beilag.

4f.               Catalogi: nicht überliefert; Abend <...> Mittag auf dem Grabe: Breslau 1755, Biga 142/215.

5                 Briefe an Freunde: von Friedrich German Lüdtke,

6                 Briefwechsel: von Adolph Friedrich v. Reinhard.

7                 offenbarte Deisterey: von Philip Skelton.

9ff.              die moralischen Kleinigkeiten: ebenso wie die in der Folge genannten Schriften von Gabriel-François Coyer.

13                Des Grafen Lavini Neuste Weltwißenschaft: von Johann Georg Meintel, mit Vorrede von Ch. E. v. Windheim.

17f.             Meisterstücke <...> Die Ritter und Riesen: von Paul August Schrader.

18f.             Pope ein Metaphysiker: anonym von Lessing und Mendelssohn, was Hamann damals nicht vermutete; Rosts vernünftiges Urteil <...>: nicht ermittelt.

20                deutschen Anakreon: J. W. L. Gleim, den zuerst Gottsched in seiner Critischen Dichtkunst so benannt hatte.

21ff.            Gespräch eines Europäers: von Stanislaw Leszczynski, Stanislas I. v. Polen. Den Originaltitel der Nouvelle edition von 1754: Entretien d'un Européen avec un Insulaire du roiaume de Dumocala verzeichnet das Berliner Notizbuch, N V,148,29, 29ff. Dort auch der Text von Frérons Jugement: C'est un recueil de verités utiles; c'est une critique judicieuse des defauts, qui se trouvent dans la constitution des Etats de l'Europe; c'est un modele de Gouvernement et un modele, qu'on peut imiter; c'est l'ecole des peuples et des Rois. Si c'etoit un particulier, qui eut fait cet ouvrage, il seroit digne que les Rois le prissent pour leur Ministre. Si c'etoit un Souverain, il meriteroit d'etre placé sur le Trone de l'Univers. -Dieses Urteil stammt wohl von Fréron fils (der fürchterl. Freron jetziger Verfaßer) und erschien 1755 in den Années littéraires (1754-1790), der Fortsetzung der Zeitschrift seines Vaters, der Lettres sur quelques écrits de ce temps,13 Bde. von 1752 bis 1754; 155,22; 189,30.

31                Lehrreiche Unterredung: von Johann Georg Müchler.

146,5           engl.[lische] Sinn: meint wohl: für das Handelswesen, wie sein Vater, nur geringer, 110,7.

16                Jus talionis: 139,26.

19                der sittsame Liborius: H. L. Nuppenau.

21                schwedischen Doktor: Benedict Wetterstein, 171,16. Er lehrte offenbar nur vorübergehend in Königsberg, vielleicht am Gymnasium, zu dessen Programma er beitrug.

23                großen 8. Band: in Groß-Oktav, nämlich der Observationes, deren Lektüre Hamann am 27. Febr. begann, 156,5f.

29ff.            empus abire [...] grammaticalische Fehler: die Sentenz stand im Brief des Bruders; richtig müßte sie -nach Cic. Tusc. 1,41,99- in Zeile 29 heißen: tempus est iam hinc abire me.

37                wie Bernis sagt: in den Oeuvres mêlées <...>. Nouvelle Edition Augmentée. A Genève, chez Antoine Philibert M.DCC.LII. Dort findet sich in dem die Sammlung eröffnenden Discours sur la poésie -nach einer Variation der horatianischen Formel ut pictura poesis -eine Invective gegen das System des Spinoza: es biete der französischen Dichtung, brouillée de tout tems avec la Philosophie & sur-tout avec la Metaphysique; und der Autor eines Poëme contre l'Irréligion [und das ist er offenbar selbst, nämlich in seiner postum veröffentlichten Réligion vengée] habe jenes System dargestellt und verworfen. Aus diesem Gedicht zitiert er folgende Verse, welche die Quelle für Hamanns Anspielung enthalten: Enfin je revois, Bois antique & sauvage,/ Lieu sombre, lieu désert, qui dérobez le Sage/ Au luxe des Cités, à la pompe des Cours;/ Où, quand la raison parle, elle convainc toujours;/ Où l'âme reprenant l'autorité suprême,/ Dans le sein de la paix s'envisage elle-même./ Esclave dans Paris, ici je deviens Roi;/ Cette grotte où je pense est un Louvre pour moi;/ La Sagesse est mon guide, & l'Univers mon Livre;/ J'apprens à refléchir pour commencer à vivre/<....>.

Brief 60

147,8           Lies <den>; Rittmeisters: v. Oven.

10                lieben Bruders: Ehregott Friedrich.

11                Zeilen: nicht überliefert, 157,4.

17                Friesel: Ausschlag, lat. febris miliata und febris purpurata.

18                schwierig: widerstrebend, bedenklich.

25                letzten Brief <...> nebst einem: nicht überliefert.

27ff.            schon gemeldt <...> Mandrin <...> Gedicht des HE. Trescho: 142,31ff.

148,1           Lies der Fracht.

3                 Salamalec: 162,18 und das Kleeblatt Hellenistischer Briefe 1, N II,172,25-29: Ich habe lange das Wort Salamalec in den jüngern Werken des Witzes gefunden, so in Frankreich auskommen, ohne es zu verstehen, bis ich unvermuthet in des Arvieux Reisebeschreibung antraf, daß Salamalec einen morgenländischen Bückling oder Fußfall bedeute. Siehe auch N VI,34, s. v. Arvieux, wo die Stelle aus seinen Memoirs du Chevalier d'Arvieux contenant ses voyages <...>, Paris 1735, genannt ist, die Hamann stark beeindruckte: wie ein geprügelter Cherif die Hand des Naib küßt und sich mit einem Salamalec für die Strafe bedankt; 162,14ff.

4                 Leichenrede: Mandrins, 142, 35.

5                 Nachahmung der Voltairischen: wohl des Eloge funèbre des officiers qui sont morts dans la guerre des 1741, die ebenfalls in der Voltaire-Ausgabe George Conrad Walthers, Dresden 1748-1770, im Bd. IX, enthalten ist.

7                 Schrift selbst: das Testament Mandrins.

10                R.[everendus] P.[ater]; viri obscuri: Anspielung auf Ulrich v. Huttens Epistolae obscurorum virorum; Gasparini: ob Hamanns Vermutung wohl auf Marco Antonio G. geht, den Verf. von Quaresimale, Venedig 1749?

18                Achtel Butter: es muß sich um den achten Teil eines Liespfundes handeln, etwa 20 Kilogramm; J. Eckardt, Livland im achtzehnten Jahrhundert <...>. Erster Bd. bis zum Jahre 1776. Leipzig 1876, S. 382.

19                beschlagen: reservieren.

21                H. M. L.[indner].

22                Wagger: lettisches Wort, heute: Vagars, Arbeitsaufseher auf Gutshöfen; Mutter Marianchen: Marianne Lindner möge den besten Schnaps spendieren.

26                höchste Instanz: die Gräfin, 141,26.

27                Wohlstand: Anstand, Höflichkeit, nämlich auch noch für Braten oder Geflügel zu sorgen, zur Beträufelung mit Butter.

31                der älteste: Peter Christoph v. Witten.

37                Schrecken: auch 152,16ff.

149,17         Nachbar: J. Ch. Ruprecht.

19                Zuzu: 140,26.

20                Parisius: 142, 20.

21                Brief: von seinem Halbbruder, dem Pastor Gericke in Riga, den Hamann abschreiben will, Zeile 25.

27                Arvieux: wohl seine Memoirs du Chevalier d'Arvieux.

30                Oest und die französische brochure: 143,2 und 36.

31                Herr H.: der unbekannte arme Freund, 131,10; 133,34; 135,35; 1336,16; 144,24; 149,3.

150,15         Wenn der Zeigefinger: Persius-Anspielung: 1,28: at pulchrum est digito monstrari et dicier hic est; lies <uns>, da von Hamann gestrichen.

17                Lies <macht>.

21                Ihrer Sammlung: Reden und Gedichte <...>, zweite Sammlung der Schulhandlungen oder Redeübungen, nebst den Einladungsschriften und Schlußgedichten, Riga 1756.

32                Buchdrucker: Driest in Königsberg; unseres Hofbuchführers: Petersen mit seinen polnischen Privilegien, 127,36.

33                auf Ihre Rechnung: auf die von des Buchdruckers Driest Tochter, so daß die -witzig fingierte- Mitgift erheblich höher ausfallen müßte.

34                Die franzöische Rede: Lindners, auf Peter den Großen.

151,1ff.       praeter asperitatis: 161,10ff.

15f.             Schön für <…>, falsch für einen Lobredner: die geschichtliche Wahrheit widerspricht der eigentlichen Aufgabe der Schulhandlung als Panegyrik.

17                Irrungen: Errata.

18                Beschluß des Rektors: nicht ermittelt.

25                Mussii Porten: verballhornter Monsieur (Georg) Poorten?

29                Mandrin: N IV,241, 40ff.

30f.             jüngster Bruder: Gottlob Immanuel.

32                Der arme Schelm: 154,30.

Brief 61

152,10         zärtliche Zuschrift: nicht überliefert.

17                Schrecken: 148,37; 149,1ff.

28                Flores primul.[ae] ver.[is]: Schlüsselblume; Centaur.: herba centaurii minoris: Tausendgüldenkraut.

153,12         Hofcalefactor: von cale facere: Heizer, oder allgemein: Aufwärter.

16                Rittmeister: v. Oven.

17                Braut: des Pastors Ruprecht, A. M. Schüttler, 132,27.

19                Roßgarten: so nahe wie dieser Stadtbezirk Königsbergs zum Elternhaus liege.

37                Leberkuchen: Lebkuchen.

154,17         Hofnung auf einen Herrn: Mt 16,16 u.ö.

Brief 62

154,27         Brief: am 20. Febr. empfangen, nicht überliefert, 147,25.

33                Gedicht: nicht überliefert.

155,2           Zachariä: wohl die 102,12 erwähnte erste Sammlung der Scherzhaften Epischen Poesien nebst einigen Oden und Liedern.

3                 meiner Arbeit <...> Abhandlung: Auszug aus B. de Ulloa und Beylage zu Dangeuil's Anmerkungen, Nadler 63ff.

5                 keine Zeile <...> in dem Brief: 152,10.

10                HE. M.: auch M. in Zeile 14.

13                neue Briefe: nicht überliefert.

14                seine Reden: 150,21.

15                Übersetzung: des Plumard de Dangeuil, deren ersten Teil Hamann dem Bruder wohl schon im Januar übersandt hatte.

18                Gottscheds Grammatic: wohl seine Grundlegung einer Deutschen Sprachkunst <...>.

19                aequinoct.[ium]: Tag-und Nachtgleiche, um den 21. Juni.

22                Gespräche des Insulaners: 145,22.

33                planirt: brochiert wünscht er die Übersetzung des Bruders.

34                Stuffenjahr: alle sieben Jahre, Aul. Gell. Att. noct. 3. Buch, 10. Cap. § 9, das Referat der Meinung Varros von den Zeitabschnitten, welche die Chaldäer climacteras nennen, daß die Siebenzahl eine wichtige Rolle im Leben des Menschen spiele.

35                ahndet: eher ein bewußter Wink auf Pläne- der Familie Berens.

156,3           Mantel, von dem Horaz redet: Hor. epist. 1,17,30ff.: alter Mileti textam <...>.

5                 Mosheim: seine Institutiones.

13                jenen Lehrer: wohl Rappolt.

23                sagt Martial: vielmehr Ennius sat. 2,5: dum quidquid des, des celere; ähnlich auch bei Publilius Syrus, sent. 235 und Erasm. Adagia1,8,91: bis dat, qui cito dat.

Brief 63

156,28         des Herrn P.[etersen].

30                Butter: 148,18ff.

33                Er wollte <...> weggehen: Bassa.

157,3           geschrieben: nicht überliefert.

4                 Mein Billet: 147,11.

8                 Regimentfeldscherer: Parisius.

9                 Annenritter: Ritter des St. Anna-Ordens, ein Verdienstorden der Dynastie Holstein-Gottorp, der später in das russische Ordenssystem übernommen wurde.

11                diese 2 Briefe: offenbar von Lindner und seiner Frau, nicht überliefert.

12                verlegen: Z. 17.

13                Buchladen in Mitau: Petersens.

17f.             verlegenen: mit Gebrauchsspuren; Cammerjunker: Hieronymus Sigismund Graf v. Buttlar, 120,19; in Apollons Angelegenheiten: im poetischen Bücherfach.

21                Herr B.[erens].

22                ihn: Petersen.

29                Abganges: Absatzes.

30                Einrichtung des Titels: auf die Hamann stets größten Wert legte.

35f.             deswegen geschrieben: nicht überliefert.

158,2           nach Königsb.[erg]: zum Satz und Druck.

5                 er <...> ihm: Petersen dem Buchdrucker Driest.

8f.               Pauli Richtergeschichte: Johann P., Der medicinische Richter <...>.

14                stutzen: zögern.

23                heben: beheben.

27                Zustand seines Handels: Petersens, nach dem sich offenbar Berens erkundigt hatte.

31                Mylius Schriften: von Lessing mit einer Vorrede und 6 Briefen an einen fingierten [?] Freund des Mylius herausgegeben, Berlin [Haude & Spener] 1754; eben damit sind auch die Briefe des Leßings gemeint.

32f.             Seine prosaischen Abhandlungen <...> Homileten: des Mylius.

159,1           Stockholmische Magazin: oder kleine schwedische Schriften, welche die Geschichte betreffen.

3                 ohne HE P.[etersens] Wißen.

5                 Ihre Rede: die Rigaer Antrittsrede, 155,14f.

6f.               Bezieht sich auf Youngs Centaur, 142,26. Parisius soll das Buch seinem Stiefbruder, dem Pastor Gericke jun., schicken.

Brief 64

159,16         Ihren Brief: nicht überliefert.

18                Schildreuter: Postschnellbote.

19                bey Dump: 116,24.

21                Meine Krankheit: die Schilderung an die Eltern Br. 67.

23                Grieseln: Frösteln.

29f.             Kegeln <...> Kugeln: 165,14ff.

160,4           keiner malignität: keinem bösen Befund.

5                 Habertum: Tumm, Lehnwort aus dem Lettischen oder Estnischen für Hafergrütze.

15                HE. Bruder: Ehregott Friedrich.

21                Lies <der HE>.

22                ein paar Worte: Nr. 66.

26                Zeilen an HE. B.[erens]: nicht überliefert, wenn zustande gebracht.

28                Der Brief von Zuhause ist nicht überliefert, Nr. 67, die Antwort.

33                Potsdamer: die Garde der Langen Kerls, die in Potsdam stationiert war.

36                Priester in Oberland: Johann Emanuel Vollmer.

161,1           ihre Briefe: Ihre, 159,6; auf den Bett: 55,18ff.

4                 Einwurf: 150f.

10                diese Stelle: 151,1ff.

37                Lies wie sie [= Sie].

162,14ff.     Arvieux <...> Salamalec: 148,3.

16                e.[xempli] g.[ratia] 139,31.

20                Lies vinrent.

22                soll.[en].

23f.             Sultan als Bundesgenoße: seit Franz I. 1536 mit dem Sultan von Konstantinopel ein Bündnis (gegen Karl V.) geschlossen hatte, war die Türkei auch im 18. Jh. bevorzugtes Objekt der französischen „Europapolitik“.

24                Eingang: des Wortes Salamalec ins Französische.

35                Runz: Joseph Leberecht Runtze.

Brief 65

163,1           Lies [Grünhof, vor 13. März 1756].

6                 pets laches: schleichende Fürze.

19                Pastor: Ruprecht.

Brief 66

163,30         Lies [Grünhof, 13. März 1756]

164,8           gnädiges Fräul.[ein]: Philippine Elisabeth v. Witten.

12                Gesicht: Augen.

19                Lies zu sehen [folgen] als.

25                Vetter: offenbar Petersen.

27                Historie der Constitution: möglicherweise G. Achenwalls Werk über die Staatsverfassung der europäischen Reiche, 171,17.

37                Paudel: Brieftasche.

Brief 67

165,3           Lies Dero betrübte Nachrichten: nicht überliefert.

9                 grieseln: frösteln.

15                Muskus Pillen oder Kugeln: Zäpfchen als Abführmittel.

34                Schärfe: 129,28.

166,29         Die Welt will betrogen sein: mundus vult decipi; altüberliefertes Sprichwort, so auch z. B. von Luther (WA 23,571; 29,40) und Sebastian Franck in seinen Paradoxa zitiert.

31                Der eine Theil <...> Der andere: das Elternpaar v. Witten.

167,15         Wenn Du wüßtest: Lk 19,42.

32                Freuden <...> Kadsche Haus: über die Geburt einer Tochter, 160,32.

Brief 68

168,4           letzterer Brief: 67.

31                in die Richt: geradeaus.

34ff.            jener junge Israelite: der junge Tobias, der in guter Gesellschaft des Erzengels Raphael zu den Eltern zurückkehrt, nachdem er den Schuldschein des willigen Gläubigers Gabaël im Lande Medien eingelöst und Sara, die Tochter Raguëls, des freygebigen Gastwirths, zur Frau gewonnen hatte, Tob 6,1-11. Der Hypochonder Hamann aber appliziert die Tobias-Geschichte eigenwillig, indem er sie auf den hoffentlich glücklichen Bruder und den ohne Weib und Geld Zurückkehrenden aufteilt.

Brief 69

169,10         Lies [Aus Grünhof, wohl Anfang April 1756].

12                Arbeit: am Dangeuil.

20                Fontenelle sagt: in den Nouveaux Dialogues des Morts, II: Il faut qu'en toutes choses les hommes se proposent un point de perfection au delà même de leur portée. Ils ne se mettroient jamais en chemin, s'ils croyoient n'arriver qu'où ils arriveront effectivement, il faut qu'ils ayent devant les yeux un terme imaginaire au qui les anime.

21                wenn ist zu tilgen.

26                mein B.[erens]: vermutlich zur Korrektur der handelspolitischen Détails.

32                könntest: verschrieben; gemeint ist, daß er sich selbst die Mühe <...> ersparen könnte.

170,8f.        Münztabelle zu Ulloa: in dem Auszug aus B. de Ulloas Retablissement des Manufactures, den Hamann der Beylage zu Dangeuil hinzufügte.

16                St. Evremond: welche Ausgabe der Oeuvres publiés sur les manuscrits Hamann meint, die zwischen 1671 und 1745 in Paris, Amsterdam, London, Brüssel erschienen, ist nicht ermittelt.

17                Das Leben Julians: von Jean Philippe de La Bléterie; Abt Villiers: da Hamann Villiers unmittelbar nach St. Evremond nennt, könnten auch Villiers' Mémoires du Comte D <...>, 2 Bde, Amsterdam 1710, gemeint sein, die unter dem Namen St. Evremonds erschienen.

19                l'Academie des Graces: Berliner Notizbuch, N V,150, 36-38: Academie des Graces par Mr. L. de M. Paris. Eine sehr freye als schöne Uebersetzung aus dem Engl. Gespräche des HE Spence über die Schönheit.

20                andere Arbeit: nicht ermittelt.

24                Postpapier: feineres Papier, auch für Vorzugsausgaben.

171,7           schwedischen Schrift: von Anders Bachmanson Nordencrantz.

11                meiner Anatomia et Scrutam.[en]: in meiner Analyse und Untersuchung der politischen und ökonomischen Verhältnisse Schwedens <...>.

16                schwedische neue Doktor Theol.: Benedict Wetterstein, 146,21.

17                Achenwall: wahrscheinlich dessen 2. verb. Auflage des Abriß der neuesten Staatswissenschaften <...>, Göttingen 1749, die unter dem Titel Staatsverfassung der Europäischen Reiche im Grundrisse, ebendort 1752 erschienen war.

22                Bucholtz: Johann Christian B.

24                ein Errata: Druckfehlerverzeichnis in seiner Beylage zu Dangeuil.

30f.             an meine lieben Eltern <...> hypochondrische Grillen: wohl Br. 67.

172,5           äsopisch Messer: Hamann appliziert die (nicht ermittelte) Fabel auf den Unterschied der Brüder.

Brief 70

172,22         Brief von HE. Karstens: nicht überliefert.

34                Blumen dazu: Anakoluth! Gemeint ist etwa, daß die Familie v. Witten die Laufbahn seiner Pflichten ihm so leicht macht, daß er sie mit Blumen bestreut betreten könnte.

173,15         unberuhigt: Hamann kontaminiert: unbesorgt und beruhigt.

17                Arzt: wohl E. F. Lindner.

20                Fest: Ostern.

Brief 71

173,32         e. g.: 139,31.

33                Geschehen im Bregenzer Walde: N IV,229, 1ff., wo sich eine Anspielung auf die volkstümliche Sitte des Fensterlns findet. Bei Keyssler las Hamann nämlich: In den Dörfern des benachbarten Bregenzerwaldes hat bisher die wunderliche Gewohnheit regiert, daß die unverheiratheten Baurensöhne und Knechte ohne Scheu so lange bey einem ledigen Mägdchen haben schlafen können, bis dieselbe ein Kind von ihnen bekommen, da dann jene erst und zwar bey höchster Strafe verbunden waren, sie zu heirathen. Diese Art von Galanterie heißen sie fuegen, und finden sie daran so wenig auszusetzen, daß, da man seit etlichen Jahren, kraft obrigkeitlichen Amtes, diese schändliche Weise abschaffen wollen, es zu einer Artt Aufruhr gediehen, und die Sache noch in einen Proceß, zu dessen Führung sie einen Advocaten aus Lindau angenommen haben, verwickelt ist <...>. In einer Versammlung welche die Bauren wegen dieser Sache hielten, stund ein alter Greis auf, und rieth zu Fortsetzung des Processes mit folgendem trefflichen Voto: Mein Großvater hat gefueget, mein Vater hat gefueget, ich habe gefueget, und also will ich, daß mein Sohn und seine Nachkommen auch fuegen sollen. Lindau, den 3. Jun. 1729; 195,16ff.

174,5           ich schrieb dir: nicht überliefert.

10                trotz ihrer Dummheit und Nichtswürdigkeit: N IV,238,5ff.

15                Von dem Einfluß <...> Ungleichheit der Stände: N IV,231,23ff.

19                188,28.

22                Kleck: Notizbuch, Kladde.

24                Diese Vortheile: 176,17; N IV,240,37ff.

175,11         des spanischen Werks: B. de Ulloa, N IV,241,37ff.

23                Lies besonders.

24                N IV,241, 1ff.

176,6           Lies Kerl.

13                Schlangen v Ottern Gezüchte: Mt 23,33.

14                Moses Stab: 2 Mo 7,10.

19                unterwerfen: wohl verschrieben für entwerfen, 174,26.

30                Lies <anstatt <...> Labyrinth.

177,3           Jesus in der Wüsten: Mt 4; Lk 4.

19                parrhesie: griech.: Freimütigkeit.

25                Schuckfords Abhandlung: Samuel Shuckford.

178,2           listiger: 1 Mo 3,1ff.

7                 Lies wohl gleichgiltigeres.

17f.             Behältniswörter: gemeint sind Verhältniswörter.

22                Büffon: 159,4; wohl die in Biga 97/14 erwähnte deutsche Übersetzung.

27                Hume vermischte Schriften: übersetzt von J. G. Sulzer.

Brief 72

Antwort auf einen verlorenen Brief Lindners.

179,9           Streit: Hamann hatte in zwei Briefen (vom 21. Februar und 13. März 1756) Lindners Rede auf Zar Peter I. kritisiert; dieser hatte darauf geantwortet; deshalb erklärt H. den Streit für beygelegt.

27                da: gemeint ist die oder davon.

35                Maßillon: 177,2.

180,4           Schuckford: 177,25.

5                 den 2ten Theil: von Buffons Naturgeschichte.

9                 Werde: was Gott sprach: 1 Mo 1,3.

12f.             Kästner: Abraham Gotthelf K.; Kläffer: Kästner, Kalauer Hamanns.

21                kleinen Zuzu: 149,19.

25                Hamburgischen Buchhändler: nicht ermittelt; wohl nicht J. J. Bode.

26                Dissertation sur le vieux mot: die anonym erschienenen Dissertations pour être lues, la première sur le vieux mot patrie, la seconde sur la nature du peuple, den Haag 1755, haben vermutlich den Abbé G.F. Coyer zum Verfasser; N V,151.

27                Essai sur la liberté: von Elie Luzac, N V,150; pensées: von Denis Diderot.

31f.             Edition des Athenaei: des Casaubonus, Athenaei Deipnosophistae <...>.

32                Scapulae: Johannes Scapula.

33                Faber: Basilius F.

34                Bodinus de re publica: Jean Bodin.

35f.             Lucians: Biga 14/224; Isocrates: Biga 12/191; 12/194; Pindarus: Biga 1/25; 3/78; 3/79.

181,1           Holmann: wahrscheinlich Samuel Christian Hollmann.

2                 Crusius: wahrscheinlich Christian August C. und sein Programma de reliquiis Gentilismi in opinionibus de morte, Lpz 1756; N V,265; Chatelet Physick: Gabrielle-Emile le Tonnier Châtelet; Clairant: wohl Alexis Claude Clairaut.

7                 Lies mit etwas.

9                 ein Grieche: nicht ermittelt.

11                Ilse <...> Wolsons Stückchen: N V,265. Dort wird ein HE. Schack. als Verf. genannt. Johann Christoph Wolsons Auf die Ilse ist neuerdings zu lesen in: Wer mich und Ilse sieht im Grase. Deutsche Dichter des 18. Jahrhunderts über die Liebe und das Frauenzimmer, hg. von Johannes Bobrowski, Hanau o. J.

182,23         Schuckford: 177,25 ff.

183,16f.       Wenn die Poeten <...>: Anspielung auf Hesiods θεογονια, Vers 27f.

22f.             HE. Richter <...> HE. von Gaugräben: Richter, der mittlerweile Hofmeister bei Carl Caspar v. Gaugreben in Reval war.

23                Ihr Gedicht: unklar, um welches es sich handelt, 199,25f.

29                Ihren Herrn Bruder: wohl Gottlob Immanuel, da Hamann im Anschluß daran den Mitauer, Friedrich Ehregott, assoziiert.

36                repraesentanten: der dann im Druck erschienene Dangeuil?

37                franzoischen Brief: 172,22.

184,4           glückl.[iche] Cur im Buttl.[arschen] Hause: E. F. Lindner als erfolgreicher Arzt im Haus des E. J. von Buttlar in Bersebeck.

Brief 73

184,8           Gast: der Buchführer Petersen, wohl wegen seiner beabsichtigten Heirat, 187,20; 190,3.

12                Brief: nicht überliefert.

14                hoffte ihn zu mir heraus zu bewegen: mit Nr. 66.

16                mit meiner Abhandlung fertig: 179,21.

28                Freytag vor 8 Tagen: am 9. April.

30                HE P.[etersen] sollte das Manuskript unter Einschluß nach Königsberg in die Druckerei weitersenden.

34                wegen eines Irrtums: 174,22.

185,27         Auszug: Don Ulloa.

28                er übersetzt: Dangueil, N IV,241,37f.

186,5f.        Sirachs Grützmühle: Irrtum Hamanns, der Spr 27,22 mit Sir 22,7 verknüpft; oder Absicht?

10                Hartung: der Königsberger Verleger.

17                Funk: 157,21ff.

25                Brief: offenbar von Driest an Hamanns Bruder, der mit er gemeint ist.

26                mit da da da: als kindliches Gestammel parodiert.

28                in K.[önigsberg] von P.[etersens] Umständen.

30                Dorn: der Königsberger Drucker, der die Daphne gedruckt hatte, 1,9.

34                Bericht meines Bruders: nicht überliefert.

187,1           Lebenslauf <...> bekommen: über E. F. Lindner, seinen Jagdwirth, 187,9; 212,23f.

Brief 74

Der Brief, in einem deutlich anderen Ton als 73 geschrieben, ist eine Art Nachtrag zu diesem, 188,33.

187,29         Lies [Grünhof, 27. April 1756], 191,3.

31                Büffon: 179,32.

188,5           Pucelle d' Orleans: Bibl. Volt. verzeichnet unter no 1885: La Pucelle d' Orléans, poème divisé en quinze livres par Monsieur de V*** . Louvain, 1755. Der Verlagsort war in Wahrheit Basel und die Ausgabe ein Raubdruck, veranstaltet von dem ehemaligen Kapuziner Maubert und Voltaires Freund La Beaumelle, nach Abschriften, die in großer Zahl, mit geschickter, raffinierter Distributionspolitik des Autors, in Europa verbreitet wurden. 1750, bei seiner Ankunft in Berlin, hatte Voltaire seinem Gönner Friedrich II., der schon Abschriften einzelner Bücher des Poems besaß, selbst eine vollständige Abschrift zum Geschenk gemacht.

11                Schles.[ische] Zeitungen: Schlesische Privilegierte Staats-,Kriegs-und Friedenszeitung, Verlag W.G. Korn, Breslau, seit 1742, Rezension nicht ermittelt.

14                Menoza anführt: die Romanfigur des E. Pontoppidan, 2. Teil Brief XXIII.

17                dieses alten Zahnbrechers: Voltaire.

23                Spanier: die Ulloa-Übersetzung.

27                Meinem Bruder: in 71.

31                Rigische Schriften über den Handel: die Hamann teilweise in seine Beylage zu Dangeuil einarbeitete, mit deutlicher Blickrichtung auf die Familie Berens und ihr traditionsreiches Handelshaus; N IV,239,12-240,27, besonders der in Anführungszeichen stehende Abschnitt; auch 189,8f., vor allem aber 195,26ff.

189,12         Freyerey: die geplante Hochzeit Petersens.

18                kleine Misgeburth von Watson: seine Biga observationum poeticarum.

20ff.            Fabricius <...> Canitz v Haller <...> Boileau v Juvenal: in Watsons Biga.

23                steifen Bock: Johann Georg B., Professor der Poesie in Königsberg.

24                Wolson <...> geschrieben: nicht überliefert. Der Sinn von Hamanns Referat ist wohl, daß Wolson reisen möchte, um Hamann vor seinem Tode noch einmal wiederzusehen; oder: er hat keine solche Hoffnung mehr.

29                abeille du Parnasse: Periodikum, hg. von Etienne Laurent de Bourdeaux, Hofbuchhändler in Berlin.

30                König Stanislaus: 145,21ff.

32                Antimachiavell: die Schrift Friedrichs II.

34                Zachariä Tageszeiten: Zachariae.

190,4           erhalte Briefe: nicht überliefert.

10                Vaters Brief: nicht überliefert.

Brief 75

190,20         heil.[igen] Abend: Karsamstag, 16. April.

22                Einlage: war am 9. April an den Bruder abgegangen, 173,28.

27                R--g--: Riga, 188,31.

33f.             Gespräch: 189,30; 145,21.

191,7           Dissert[atio] de principio: gemeint ist wohl seine 1755 bei Hartung in Königsberg erschienene Schrift Principiorum primorum cognitionis metaphysicae nova dilucidatio und nicht die folgende, 1756 ebenfalls bei Hartung erschienene Abhandlung Metaphysicae cum geometria junctae usus in philosophia naturali, cuius specimen I. continet monadologiam physicam.

10                Mit der Durchsicht: das erste Beispiel von Hamanns komplizierten, ja konfusen Prozessen der Drucklegung seiner Schriften: doppelte oder mehrfache Fassungen des Manuskripts, eingeschaltete Korrektoren (hier Berens), nachgesandte Korrekturen, widersprüchliche oder nachgeholte Druckanweisungen; Freunden wird die Schlußredaktion überlassen, hier dem Bruder. Kein Wunder, daß dieser das Geschäft ungern übernahm und Verdruß äußert. Aber Hamann dürfte auch mit Grund dessen schlampiges Korrekturlesen getadelt haben.

193,27         Tuckers wegen: Josias T. Eine Buchbestellung durch den Buchhändler Petersen?

34                Geschmiedigkeit: 194,6.

37                174,24ff; 176,17.

194,16         Fragment: N IV,239,19ff.

36                Milton <...> große Elegie: On his blindness, in Poems 1673.

195,1           Gestalt des Zuschauers: Anspielung auf Addisons Spectator.

2                 Montigue: Montaigne mit seiner berühmten skeptischen Frage Que sais-je.

5                 dem Wolson beylegen: auf das Konto Wolsons schreiben.

10                Mantels v Kragens: Anspielung auf den geplanten Pastor-Beruf des Bruders.

17                Keysler: 173,33.

24                Fragment: 188,31 und N IV,239.

34                Projectmacher: Phantast.

196,4           Hervey: 134,25.

Brief 76

196,15         Schreiben: nicht überliefert.

15f.             Dissertat.[ion]: 191,7; Kleinigkeiten: der Königsberger freyen Gesellschaft, 106,22; 199,11f.

21                HE. B.[erens]

23                Brief: 190,11.

24                Vor Johannis: dem Vertragsende.

30                Bodinus: Jean Bodin; gemeint ist wahrscheinlich das Werk über den Staat der Juden, oder sein Universae naturae Theatrum, 180,34.

33f.             De causis magnitudinis vrbium: von Johann Matthias Hase.

197,7           bins: verschrieben: bin.

9ff.              In Ansehung Ihrer: seine Schulden bei Lindner seien noch nicht getilgt.

16                Lies ihren.

20                Buffons Schicksal: der von Hamann entliehene Band I ging durch Schuld der Botin verloren.

24                Rappuse: Plünderung, Raub; in die Rappuse geben meint: preisgeben.

25                wollen: verschrieben für worden.

27                Gespräch des Europäers: von Leszczynski,199,6f.

28f.             Textverlust zwischen diesen beiden Zeilen? Die offenbar bey dem Organisten an Jacobi Kirche Johann Gottlieb Lithan sich zu Besuch aufhaltende Frau Kettler, Serviererin im Hause v. Witten, möge u. a. die Dunciade: mitbringen. Hamann meint wahrscheinlich nicht eine Übersetzung des Popeschen Gedichts, sondern das Buch Ch. M. Wielands, das 1755 erschienen war; Terraßon: Terrasson, Abbé Jean, Sethos; von Büffon: den zweiten Band, wenn den Besitzer nicht die Gefahr des Verlustes des ersten Bandes abschrecke.

31                Voltairens Gedicht: Poème sur le désastre de Lisbonne, 1756. Aus Anlaß des Erdbebens von Lissabon im Jahre 1755 entwickelt es seine Skepsis gegen allen Vorsehungsglauben, 199,11 und Hamanns Interesse am kritischen Brief J. J. Rousseaus', 426,21; 452,1.

34                den Engl.[änder] v die Pflanze: der Engländer ist der Apotheker Johann Hill (1716-1780), offenbar ein Scharlatan mit seinen Wundertränken und in seinen dubiosen Schriften, darunter Lucina sine concubitu, eine Satire auf Buffon, unter dem Pseudonym Abraham Johnson veröffentlicht, deutsche Übersetzung 1752.

36                Kantens Dissertation: 191,7; 196,15.

198,9           Stahlianer: Anhänger des Medizinprofessors an der Universität Halle Georg Ernst Stahl und späteren Hofarztes am preußischen Hofe, "der als Scheidekünstler das Allfeuer Phlogiston und als Arzt die allgemeine Lebenskraft Anima lehrte" (Nadler 30f). Hamanns Vater hielt sich in seiner Wundarztpraxis an die Lehren Stahls, Biga 110/210, 212, 213; 180/30; auch Kleeblatt Hellenistischer Briefe, Brief 3,N II,184,1.

21                Briefe eines Hofmeisters: es blieb bei dem bloßen Plan.

25                einige Articel: 205,3ff.

199,4           abeille du parnasse: 189,29.

5                 l´entretien d´un Européen: von Stanislaw Lesczynski= Senestal.

9                 Piece des V.[oltaire]: über gedruckte Lügen, in der Abeille du Parnasse?

11                Gedicht auf Lißabon: von Voltaire, 197,31; stille Gesellschaft: 196,16.

15f.             Clairaut: 181,2.

19                nach dem Puls fühlen: Ärzte im medizinischen wie erotischen Sinne, wie bei Molière öfter das tâter le pouls erscheint.

23                Pflegekinder: die bei Lindners in Pension lebten.

24f.             der junge v. C.[ampenhausen]: Leyon Pierce Balthasar Frh. v.

25                vorigen Hofmeister: Richter; Gedicht: 183,23.

26                sein Oberster: Carl Caspar v. Gaugreben.

35                Dunciade: 197,29.

Brief 77

200,2           überlesen: wieder zu lesen.

4                 Ihr letzterer: nicht überliefert, 204,5.

5ff.              Saame <...> Propheten ihm versprochen: Spr 10,6; Mt 13,38; Rö 4,6; Rö 1,2.

8f.               August <...> Dichter: Kaiser Augustus, Horaz und Vergil.

11                mein Vater <...> geschrieben: nicht überliefert.

12f.             als neulich: 190,10f; mein letzter: vom Karsamstag, 190,20, nicht überliefert.

26                Beylegen: wenn ich etwas Geld hätte beiseite legen können, würde ich bei den Eltern bleiben.

30                das letzte: Erbschaft.

32                nicht Zeit zu laßen: 201,15ff.

36                letzten Briefe: der wohl dem Brief des Vaters beilag (200,11), 204,24.

201,8           ein grosmüthiger Freund: Berens, der Anschläge gemacht hatte, Hamann dem Handelshause der Familie näher zu verbinden und auf eine Reise nach England zu schicken (er selbst beabsichtigte vorauszufahren, 202,8f.) Auch eine Reise anderwärts wird erwogen, 202,11ff.

31                Kaufmann: ein erstaunliches (ad hoc-) Geständnis, 202,18ff.

34                alten Mann: Hamanns Vater.

202,12         Aus diesem Hause: v. Witten.

15                G.[eneral]:. v. Witten.

22                beßer als Salomo: Lk 12,27.

25                Ihr Terraßon: 199,35.

27                Ihre Reden: wohl die Schulhandlungen; C.[ampenhausen)].

28                s.[ein] Sohn: 199,24f.

29                der junge B.[erens]: Georg. 30f.Textverlust; Hamann reflektiert das Motiv der Berens', ihn zu Georgs Hofmeister zu machen und gleichzeitig die Geschäftskorrespondenz führen zu lassen, 203,21f.; der Dativ Ihnen bezieht sich wohl auch darauf.

34                Buffon: den 2. Band, 197,30.

203,2           HE. Bruder: Ehregott Friedrich.

4                 Besuch eines Gastes: nicht ermittelt.

5                 Deswegen kann Hamann den Brief am selben Tag fortsetzen -und seinen hypochondrischen Gedanken über die Pläne der Berens' freien Lauf lassen.

7                 3: lies wohl z: z. B.

10                Seine schwer leserliche Handschrift empfehle ihn nicht gerade für die Handelskorrespondenz der Firma Berens.

14                Aus meinen No.: 201,17,24,29.

20                des unsrigen: Johann Christoph B.

204,2           Mit dem Sie ist wieder Lindner gemeint.

8                 wie ein Diogenes: der kynische Philosoph D., der allen Leuten, die aus dem Theater kamen, ins Gesicht sah -und befragt, warum er das tue, antwortete: Das tue ich mein Leben lang. Diog. Laert. 6,2,64.

22f.             Briefes <...> an <...> Bruder: ob es sich um 65 handelt, von dem E. F. Lindner Petersen Mitteilung machte, oder um einen nicht überlieferten, jedenfalls hofft Hamann, nicht schreiben zu müssen, sondern Petersen mündlich die Erklärung für seine Vorwürfe geben zu können.

24f.             Uebersetzung: des Plumard de Dangeuil Remarques sur les avantages <...>.

27                der Dumocolaner: Stanislaus I. Leszczynski; Schweitzer: Albrecht v. Haller, 180,14.

32                Aktus: Amtseinführung.

34                Encyclopedie: 198,25f.

205,5           das kleine Gespräch: etwa aus der Übersetzung des J. A. Schlegel?

6                 Besuch eines Mannes: des neuen Arztes, 202,16.

Brief 78

205,17         Brief: vom Vater und Bruder? Nicht überliefert, 206,5.

18                Couvert: die Erörterungen 203-205.

19                gezeigt: gezeugt.

24                Alemberts Sache: Le Guay de Prémontval; nicht zu ermitteln, um welche Sache es sich handelt.

25                Orphelin: Voltaires Tragödie Orphelin de la Chine; Henault: Charles Jean François H.; gemeint ist sein Abrégé chronologique de l'histoire de France.

28                Hume: Essays and Treatises <...>, in Sulzers Übersetzung, Hamburg 1755.

206,4f.        Reisen als Heilmittel gegen Hypochondrie ist ein beliebter literarischer Topos des Jahrhunderts.

7f.               offenbar in einem nicht überlieferten Brief des J. Chr. Berens.

10                Ihrem letzten Schreiben: nicht überliefert.

13                Ihr: gemeint ist die Familie Berens.

17                biß Michaelis: 29. September.

20                Sie: General v. Witten und Frau.

26                alles schon verabredet: der Wechsel nach Riga in den Dienst der Familie Berens, 208,2ff.; Brief bekommen: vom Vater, nicht überliefert.

29                HE B.[erens].

30                neue Pfingsten: neuen Stils.

31                selbst schreiben: 79.

207,3           ihn: den Fuhrmann.

7                 Taluppe: auch Schaluppe, kurzer pelzbesetzter Überwurf, besonders für Frauen.

11                kleine Verdrüßlichkeiten: einer neuen Schwangerschaft.

14                Der große Duns: J. Chr. Gottsched -so in Lessings Sinngedichte: die Antwort auf die Frage: Wer ist der große Duns? Das satirische Epitheton wurde modisch seit A. Popes Dunciade.

15                P.[etersen].

20                die schöne Cantata etwa aus Danzig: entweder meint Hamann einen Verwandten aus der Familie seiner Mutter, den Danziger Organisten Jean (Joh. Jeremias) Du Grain (gest. 1756), oder (wegen des pp.) eine Kantate Lindners, etwa Erbauung beim Kreuze Christi, die dann in Danzig gedruckt worden wäre?

Brief 79

207,25         letzten Schreibens: 206,7, nicht überliefert.

208,9f.        Weil ich eher ich weiß nicht was: Gallizismus: je ne sais quoi.

14                Ihrem Herrn Bruder: Arend Berens.

27                Ob Hamann wirklich die Byzantinismen (Leibeigene <...> Günstling) im abgesandten Brief übernahm? Siehe H.Graubner, Acta des zehnten Internationalen Hamann-Kolloqiums, S.319.

Brief 80

208,32         siehe Hamanns Abrechnung mit seiner Selbsttäuschung im Brief 143.

209,8           Reise: nach Königsberg-oder Moskau.

Brief 81

209,17         Besuch des Herrn Bruders: Johann Christoph, 206,7.

34                Ausflucht: Ausflug nach Moskau?

210,3           nach Michaelis: 29. September.

7                 Vaterlande: Königsberg.

11                Märtyrer <...> Zuflucht: ironisch-emphatische Bewertung von J. Chr. Berens' geradezu quälendem gutem Willen.

17                201,17.

20                bis auf meine Ausschweifungen: bis hin zu seinen literarischen Eskapaden.

Brief 82

210,29         HE. L.[ieutenant]: v. Völckersamb, auch 211,21 und 25.

31                an HE B.[erens] schreiben: an Arend oder J. Chr. Berens?

211,3           durchfuhr: durchschaute.

18                e[ine]r. Akademie.

32                nach Ihnen richten: die Rede ist vom Hause v. Witten.

Brief 83

Bereits aus Riga geschrieben.

212,9ff.       Diese vier Briefe sind nicht überliefert.

10                Erklärung: nicht ermittelt.

21                Der HE. Bruder: Gottlob Immanuel, Hamanns Nachfolger als Hofmeister bei der Familie v. Witten.

[Briefe 85-102]

Eine Reihe von Briefen an den jüngeren Pastor Ruprecht, deren Folge und genaue Datierung nicht möglich ist.

213,18         heyl. Jakob: 25. Juli.

19                Bibl.[ische] Policey: von Dietrich Reinking.

Brief 86

214,3           Meisterstücke: von Heinrich Eilhard Schröder, N V,276.

6                 Maler: nicht ermittelt.

7                 Canonen Schuß <...> des engl.[ischen] Schweitzers: Hume, übersetzt durch Sulzer ?

13                Vorspiel auf Gottsched: von Rost.

15                geliehenen Buchs: die in Zeile 3 genannten Meisterstücke Schröders.

17                HE von Creuz: Creutz, Friedrich Kasimir Frh. v.

21                Guardian: The Guardian, englische Wochenschrift.

Brief 87

215,1           Diplomatick: von Johann Friedrich Joachim.

2                 ein ander Buch vom Römischen Rath: nicht ermittelt.

Brief 88

215,13         das kleine Buch vom Schachspiel: von François-André Danican Philidor, L'Analyse des Echecs <...> 8. Londres 752; N V,151,34. Ins Königsberger Notizbuch trug Hamann ein: Quatrains à mettre sur l'echiquier par Mr. de St-Ussans, N V,257,18.

17                Taradeicke: leichter Spazierwagen.

18                vom Schmidt: vom Schmied.

Brief 89

215,23         HE Hofmann: nicht ermittelt.

26                versprochene Buch: nicht ermittelt.

29                Donna Quixotte: von Charlotte Lennox, Der weibliche Quichotte <...>; N V,151.

Brief 93

217,9           vor und in den Feyertagen: geschrieben vor einem Osterfest; Undique <...> fluctibus: metaphorisch: überschwemmt von allerlei Leiden.

11                Paßions Betrachtungen: von Bernhard Walther Marperger.

Brief 94

217,20         Leben der Ninon: von Louis Da Mours.

22                Bruyere v Batteux <...> vom Übersetzer erhalten: Theophrast's Kennzeichen der Sitten, nebst des <...> Johann de la Bruyere <...> Moralischen Abschilderungen der Sitten dieser Zeit. Übersetzt von einem Mitglied der Kgl. dt. Gesellschaft zu Königsberg. T. 1. 2., Regensburg/ Wien 1754. Der Übersetzer, von dem Hamann den Teil 1 zum Geschenk haben möchte, nicht ermittelt. Zu Batteux N V,151,43ff.

Brief 95

218,10         Roman des von Marivaux: Der <...> glücklich gewordene Bauer, 218,22; 219,6.

13                Seine Marianne: Marivaux' La vie de Marianne.

Brief 96

218,22         Die väterl.[ichen] Briefe: wohl des Lord Chesterfield.

23                Grammont: Count Anthony de Hamilton, 219,6.

Brief 97

219,8           Moldenhawers Alterthümer: Johann Heinrich Daniel M.

13                meiner Gedanken: Beaumelles Mes Pensées, Paris 1753, 222,8; die Pariser Ausgabe von 1753 ist der Neudruck der im selben Jahr in Berlin erschienenen und die 7. von insgesamt 11 Auflagen, die immer wieder umgearbeitet wurden.

Brief 98

219,21         Nachricht von Agostino Gabrini: ein Schwärmer und Sektengründer aus Brescia, Ende des 16. Jh., der Hamann, 222,17, im Zusammenhang mit Cola di Rienzi interessierte.

22                Ludwichs Historie: Gottfried Ludwig, vielleicht sein Großes vollständiges Universallexicon oder die Universal-Historie.

28                Fortefiocca: Tommaso Fiortifiocca; ein franzöischer Autor: vielleicht B. Dujardin und J. A. du Cerceaudie, die von der Verschwörung des Rienzi handelten, 222,17.

220,1           Ritter der Offenbarung Johannes: der von Agostino Gabrio 1692 in Rom gegründete Orden Cavallieri dell´Apocalisse zur Verteidigung der katholischen Kirche gegen den Antichrist.

2                 Pattalorochynten: N V,276, 14: Taseodrugiten, eine Art Montanisten, die bey dem Gebete den Zeigefinger auf die Nase legten; einerley mit den Pattalorinchiten. Die Artotyriten nahmen das Abendmal in Brodt und Käse. N V,254,29: Der Theolog 16 Stück. 1754. Wagners hinten angehängte Frage um eine nähere Untersuchung der Lehrsätze der Pattalorochynten. Lambrot Dannäus denkt ihrer in seiner Auslegung des Vater Unsers, dass sie nach ihren Nahmen beym Singen der Psalmen Stecken in die Nase gesteckt, um desto lauter schreyen zu können.

Brief 100

220,22         Schuckford: Shuckford.

28f.             se.[inen] alten Besitzer: nicht ermittelt.

Brief 101

221,7           Constant. M.: Kaiser Constantin der Große.

14                Lies μερος: ιχϑυος oπτου μερος: ein Stück von gebratenem Fisch und Honigsein, Lk 24,42.

26                Schooßmeynung: Lieblingsmeinung.

28                Nimrod, Semyramis, Ninyas: Ninias war der Sohn des Ninius und der Semiramis.

29                Lies in gemeinen.

31                3ten Theil: wohl des Shuckfordschen Werks, den Hamann von oben, d.h. aus der Bibliothek des Vaters Ruprecht entleihen möchte.

Brief 102

222,8           Meine Gedanken: 219,13.

9                 Uebersetzer: C.F. Benckendorf.

17                Rienzi: 219,21-31.

Brief 103

222,27         Mümmel: Memel.

28                Lies Muschlers an[,] den folgenden.

223,1           Lies zu [seyn] sch<einen>ien.

14                Lies m<ir>ich.

30                S. Blancard: Saint Blancard, Buchhändler?, 226,10.

33                HE D.: ihren Sohn Ehregott Friedrich.

36                ausgiebt wohl verschrieben für ausbittet.

224,9           Berlinische Luftpumpe ohne haemisph. Magdeburg: wahrscheinlich bedeutet mit haemisph.[aere] die beiden Magdeburger Halbkugeln, mit denen 1654 die Wirkung des Luftdrucks und damit auch die Existenz der Erdatmosphäre demonstriert wurde.

11                Siphones: entweder eine Art Spritze oder in altem Sinne Röhren für Wasser zum häuslichen Gebrauch?

16                P.[etersen].

24                der jüngste HErr Bruder: Gottlob Immanuel, 212,21; Hamann hatte ihn also nicht in Mitau getroffen.

26                Lies wohl mir ehemals angeboten?.

33                Coll.[egium] Fr.[idericianum] auf der Burgfreiheit.

34                Phrygier: Anspielung auf den antiken Gemeinplatz: sero sapiunt Phryges.

35                Rede: wohl die bei Lindners Amtseinführung gehaltene.

225,1           Liefl.[ändischer] Graf <...> gestorben: nicht ermittelt.

3f.               ehrwürdig Mädchen: nicht ermittelt.

9                 beschwiemte: in Ohnmacht fiel; sottises de deux parts: mit Anspielung auf Voltaires Satire.

Brief 104

225,14         zuvor gekommen: das zärtliche Schreiben ist nicht überliefert; meinen Brief: 103.

17                Ihren Brief: Beilage an Mutter Lindner.

20                Roßgarten: die Feuersbrunst in diesem Stadtteil Königsbergs war Anlaß für den Theologieprofessor Th. Christoph Lilienthal, eine Predigt drucken zu lassen: Der Ernst und die Güte Gottes in seinen Feuergerichten über Amos 4, 2; bey Gelegenheit des Roßgärtischen Brandes, Kgsb. 1756.

28                Die Mutter war wohl zur Familie eines befreundeten Pfarrers geflohen, nahm dann diese bei sich auf.

226,3           Wagner: der dem Vaterhaus Hamanns benachbarte Buchhändler.

4f.               Franzosen <...> Fort Philipp: ob Hamann auf die Syphilis in einer Königsberger Kaserne anspielt?

5                 die Empfindungen: Moses Mendelssohns Schrift Über die Empfindungen.

6                 Haberberg: südlicher Stadtteil Königsbergs.

11                la belle allemande: von Claude Villaret; les egaremens <...>: von Jacques-Antoine-René Perrin.

14f.             Schulzen Garten <...> Schultz: Johann Christoph Sch., der Schwager Kants.

16                in ihrem Haus: Ihrem?

17                Testimonio: Führungszeugnis.

19                obstinata und voluptuosa: beharrlich und lustvoll.

27                2 Theile vom Schaupl.[atz] der Natur: von Antoine Pluche.

Brief 105

227,8           Journal epistolaire: nicht ermittelt, welches.

10                In dem ersteren: nämlich 1. Teil der Melanges litteraires et philosophiques 1755; Briefe über die Empfindungen: 226,5.

18                Er: Mendelssohn; Leßings Vertheidigung seines Lustspiels, nämlich Die Juden, zuerst im 4. Teil seiner Schrifften 1754 erschienen, in: G. E. Lessing, Theatralische Bibliothek, Erstes Stück, Berlin 1754, S. 279-291.

20f.             Pope ein Metaphysiker!: auf der letzten Seite der Melanges von 1755 ist zu lesen: On attribue à M. Lessing un petit ouvrage allemand, qui a pour titre, Pope le Metaphysicien, il semble que l'auteur ait eu le dessein d'écrire pour le prix proposé par l'Academie.

22                Ihre Recens.[ion]: ihre, nämlich die der Melanges littéraires.

27                Aufgabe: der Académie Royale des Sciences et Belles-Lettres in Berlin (seit 1740 Nachfolgerin der Preußischen Sozietät der Wissenschaften). Jene hatte im Juni 1753 eine philosophische Preisaufgabe gestellt, mit Einsendungsfrist bis zum 1. Januar 1755: On demande l'examen du système de Pope contenu dans la proposition: Tout est bien. Il s'agit: 1. De déterminer le vrai sens de cette proposition, conformément à l'hypothèse de son auteur. 2. De la comparer avec le système de l'optimisme, ou du choix du meilleur, pour en marquer exactement les rapports et les différences. 3. Enfin d'alléguer les raisons qu'on croira les plus propres à établir ou à détruire ce système. So im Sitzungsbericht vom 7. Juni 1753. Die Tendenz der Preisaufgabe war deutlich: in kritischer Analyse von Alexander Popes Essay on man (erster Brief 1733, die weiteren drei 1733/34) den vermeintlichen Optimismus Leibniz', wie es seine Essais zur Théodicée, 1710 und spätere Auflagen, vor allem die Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l'homme, et l'origine du mal, Amsterdam 1734 -sowie seines Schülers Christian Wolff zu widerlegen. Diese gegen Leibniz, den Gründer der ersten preußischen Akademie, gewendete polemische Absicht des neuen Akademiepräsidenten Maupertuis hatten bereits die vorhergehenden Preisaufgaben von 1747 und 1751 deutlich werden lassen.

28                zwey Verfasser: die Schrift erschien anonym 1755 in Danzig. Lessing und Mendelssohn hatten zunächst die Absicht, ihre Schrift der Akademie einzureichen (siehe den Br. Lessings an Mendelssohn vom 18. Febr. 1755). In ihrem Vorbericht hieß es: Sie [die Schrift] hat zwei Verfasser, und hätte daher unter keinem andern Sinnspruche erscheinen können, als unter diesem: Compulerant --greges Corydon et Thyrsis in unum. Gesetzt nun, sie wäre gekrönt worden! Was für Streitigkeit würde unter den Urhebern entstanden sein! Und diese wollten gerne keine unter sich haben. Mit dem Vergilzitat wird die Bedingung der Akademie, die Arbeiten unter einem Sinnspruch einzureichen, persifliert. Im Vorbericht folgt dann die Übersetzung der Aufgabe ins Deutsche.

34f.             Stelle des Pope: aus einem (wohl von Lessing am Schluß der Schrift übersetzten und in einer Fußnote original zitierten) Brief vom 15. 9. 1734 an Swift: I have only one piece of mercy to beg of you; do not laugh at my gravity, but permit to me to wear the beard of a Philosopher till I pull it off and make a jest of myself. Hamann zitiert (-228,3) Lessings polemische Pointe nahezu wörtlich.

228,22         Lies geht es ihn [an], was die Gottschede sagen: Lessing/Mendelssohn hatten am Ende ihres Zweiten Abschnitts die Differenz der Systeme Popes und Leibniz' behauptet: Verdient nun aber Pope diese Benennung [Leibnizianer] durchaus nicht, so wird auch notwendig die Prüfung seiner Sätze etwas ganz anders, als eine Bestreitung des Leibnizischen Systems von der besten Welt sein. Die Gottschede sagen, sie werde daher auch etwas ganz anders sein, als die Akademie gewünscht habe, daß sie werden möchte. Doch was geht es mich an was die Gottschede sagen; ich werde sie demohngeachtet unternehmen. Gottsched, der 1746 zum 100. Geburtstag Leibniz' dessen Werke neu edierte, hatte zuerst auf die antileibnizische Tendenz der Berliner Preisaufgabe aufmerksam gemacht, und zwar im Titel seiner auf den 1. Advent 1753 datierten Einladung zur Magisterpromotion De optimismi macula diserte nuper Alexandro Popio Angelo, tacite autem G. G. Leibnizio, perperam licet, inusta.

27                des Kings Buch: William K.

28                Textverlust; Cynegeticon: des Faliskers Grattius oder des Oppianos aus Apameia.

30f.             it.[em]; Uebersetzung vom Horatz: um welche zweisprachige (Das latein. richt. über) welchen Staatsmannes es sich handelt, nicht ermittelt.

31                Romanzen v Fabeln: es waren 1756 in Berlin/Leipzig von Gleim sowohl Romanzen wie Berlin 1756 Fabeln erschienen. Deren Sammlung: Lieder, Fabeln und Romanzen erschien erst 1758.

229,1ff.       Schrifften des Schwifts: übers. v. J. H. Waser; Horribilicribrifax vom [lies von] Schwätzer, womit Hamann die Qualität des Übersetzers charakterisiert; Geschichte <...> Tuchhändlers: Swift, 333,13; 355,10.

4                 Fable des abeilles: von Mandeville, Bernard de; l'art d' aimer: par Mr. Bernard, London 1751.

5                 Gedicht des V.: möglicherweise die Ausgabe von Voltaires La Religion naturelle. Poème en quatre Parties. Au Roi des Prusse, par M. V ***, die A Genève [recte: Paris] 1756 erschienen war; oder eine in Lpz. 1751 erschienene.

7                 Arnauld: François-Thomas-Marie de Baculard de Arnaud, Oeuvres diverses de M. d'Arnaud.

14                Coligny: Coligni, ou la St. Barthelemi, tragédie.

18                Der Autor: vielleicht Anspielung auf d' Arnauds Dissertation historique sur les ouvrages de M. de Voltaire <...>, 1750; oder seine Lettre à Monsieur l'abbé Phi***[Philippe] au sujet des tragédies de M. de Voltaire <...>, La Haye 1736.

20                Phalereus: vermutlich Phalaris, der Tyrann von Akragas (570-554), der bekanntlich seine Feinde im erhitzten Bauch eines ehernen Stieres zu Tode röstete (Pindar, Pythien 1, 185). Dieses Folterinstrument wurde nach dem Sturz des Tyrannen von den Athenern im Meer versenkt.

21                La nuit <...> de Cythere: von Claude Prosper Jolyot Crébillon fils.

27                Melanges: 227,4.

230,7           Ebert: Johann Arnold E., vor allem als Übersetzer Youngs bekannt.

10                ausgewunden: getilgt.

11                Gemeint ist: wenn Lindner das einzige Exemplar des Dangeuil, das Hamann habe nach Riga schicken können (vermutlich an Berens), gelesen habe, möge er zugleich mit dem erwarteten Urteil Berens' das seine mitteilen.

13                an P.[etersen]. Textverlust vermutlich wegen Derbheiten.

14f.             Orphelin de la Chine: von Voltaire, 205,25.

16                HE Bruder: Ehregott Friedrich; Er: Petersen, von dem auch des weiteren die Rede ist.

21                nicht mit gewesen: gemeint ist: bewußt.

23                Jacobi: nicht ermittelt; Brown christian Morals: Sir Thomas Browne.

25                Denkmal: zum Gedächtnis seiner Mutter, N II,233ff.

33                Büffon über den Tod: Herrn von Buffons allgemeine Naturgeschichte beschreibt die Natur des Menschen, seine Mannbarkeit, Alter und Tod.

231,2           letzten Briefe: nicht überliefert.

4                 HE. Bruder Gottlob Immanuel, 224,24ff.

7f.               außer Landes zu bringen: auf Reisen zu gehen.

28                Textverlust, etwa so zu heilen: Kgsb ist ge[genwärtig] ganz todt; Fr.[eund] H[enning]s ist [wol installirt v Secr.[etarius].

232,1           Aufbruch: zur Reise nach London.

6                 Radke: Georg Christoph Radicke.

7                 Schlabberndorf: Gustav Albrecht Schlabrendorff; sein Bruder: offenbar ist die Rede von einem Bruder Schlabrendorffs.

8                 hiesigen Emigranten: die aus Salzburg durch den Erlaß des Erzbischofs vom 31. Oktober 1731 vertriebenen Protestanten bez. Calvinisten. Siehe J. G. Bock, Wohlgemeinter Zuruff an die Salzburgischen Emigranten bey ihrer Ankunft zu Königsberg in Preussen 1732.

19                gebischofft: Bischof, d. h. Punsch getrunken.

26f.             Vernet: wahrscheinlich die Dialogues socratiques des Jean Jacques V.; Mit <...> werden Sie nicht mehr: eine nicht zu ermittelnde Jugendliebe, von der Lindner wohl berichtet hatte, sie sei gestorben; parentirt: die Grabrede gehalten.

31                Bernis: 207,12; 229,10; wohl die Oeuvres.

Brief 106

Hamanns Reise nach England, finanziert zunächst vom Hause Berens und gedacht als Bildungsreise, zu Spracherwerb, offenbar aber mit konkreten handelspolitischen Zwecken verquickt, ging über Berlin und Amsterdam. So war er am 14. Oktober in Berlin angekommen. Zur ganzen Unternehmung siehe Gedanken über meinen Lebenslauf, in der Historisch-kritischen Neuedition der Londoner Schriften von O. Bayer und B. Weissenborn, München (C. H . Beck), 1993, S. 312-349; 428-437. N II,2-54.

233,3           memoire raisonné: Bücherkatalog, 234,7.

6                 HE. Grafen Fink: nicht ermittelt.

8                 Baro: Ernst Gottlieb Baron.

11                dem Tausche: der Königsberger Freund Hamanns und Lausons hieß Tausch(er), Lauson erwähnt auch ihn in seinem Zweeten Versuch <...>.

13                von seinen Sachen: Kompositionen Baros, die Hamann aufweisen kann, also beherrscht.

15                Werk von Kupferstichen: nicht ermittelt.

18                Benda: sein Porträt und Lebenslauf.

20                Tombeau des Weiß: eine Trauermusik: Tombeau sur la mort de Mr. Cajetan Baron d' Hartig, komponiert von dem Dresdner Lautenisten Silvius Leopold W., die Hamann vielleicht Benda vorspielte. H. denkt sogleich an den Königsberger Vetter des S. L. Weiß, gleichen Namens, der ebenfalls Lautenist war (21,25) und dem H. den Necknamen der Drollichte beigelegt hatte. Denn so ist in Lausons Zweeter Versuch <...> zu lesen: Jetzt spielt der Drollichte (Mein Freund wählte dieses Beywort wegen seiner muntern Einfälle) Weiß auf seiner lockeren Laute und schaft für Königsberg Dresdensche (Damals lebte sein Vetter und Lehrmeister noch allda) Lust <...>

23                mir und den Meinigen: Hamann ließ sich also erfolgreich auf der Laute mit Stücken seines Königsberger Lautenlehrers Reichardt hören. Diesem möge der Bruder davon berichten.

26                Durantschen Concert: Francesco Durante.

30                Das große: Konzert des Durante?

31f.             das Schwartzsche: nicht genau zu ermitteln; vielleicht der Dichter und Komponist geistlicher Lieder, Christian Schwartz. Wenn Hamann sich eines musikalischen Charakterstücks erinnert, das einen Melancholicus schildert, dann könnte es sich um das Werk des Theodor Schwartzkopff (1659-1732) handeln, Stuttgarter Hofkapellmeisters und Komponisten, von dem es eine (verschollene) Fuga melancholiae harmonica gab. Des Königsberger Lautenisten Johann Reichardt Verbesserung ist -wie alle seine Concerts -verloren gegangen.

234,1           Buchladen <...> des Waysenhauses: hatte die Franckesche Stiftung eine Dependance in Berlin, nicht ermittelt.

2                 Franzosen: französische Buchhandlungen.

4                 gestern schön bezogen: einen Höflichkeitsbesuch abgestattet.

7f.               Lies arbeiten, für die lange [Weile] übersetzte einen Bogen.

11                die Sechswöchnerin: Frau Klüter.

13                Billet geschrieben: nicht überliefert.

15                geheimte Rath: Sahmes Amtschef Ursinus.

17                bey Gr.[afen] F.[inck] gesehen.

18                Eleve du roi: im Pagenkorps.

20                von Krokau: Krockow.

26                HE. B.[erens].

Brief 107

Hamann ist, nach mühseliger Reise (Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,33,34) in Harwich gelandet und erreicht London am Montag, dem 18. April 1757. Der geschäftliche Auftrag des Berens'schen Handelshauses, das offenbar dort bereit seine Niederlassung besaß, ist ungeklärt; H. ergeht sich in Umschreibungen; er wurde erwartet, in den Gedanken <...>, bezeichnet er seine Angelegenheiten als von Wichtigkeit; bezeugt ist, daß er dem russischen Gesandten ein Mémorial (ebda) zu überbringen hatte, wobei anzunehmenist, daß dieser gewisse Interessen des Handelshauses Berens vertreten sollte, dessen Sitz Riga ja unter russischer Herrschaft stand. Auch aus Hamanns vagen Beschreibungen seiner Erfolglosigkeit geht hervor, daß seine Mission politische Risiken einschloß. So fällt sein Interesse an den für ausländische Firmen relevanten handelsrechtlichen Fragen auf, wie es die in der Biga dokumentierten Käufe einschlägiger englischer Bücher zeigen. Ebenso ungeklärt sind viele Lebensdetails von Hamanns zwanzig Monate dauerndem Londoner Aufenthalt; seine autobiographischen Zeugnisse kommen aus der Perspektive der radikalen Bußgesinnung der Gedanken über meinen Lebenslauf; siehe dazu J.-U. Fechners Ermittlungen. Sie erschließen viele Details aus dem Londoner gesellschaftlichen Umfeld Hamanns, auch seiner Studien, wofür die ebenfalls in der Biga aufgeführten, in London erworbenen Werke zeugen; sowie Einzelheiten der Lebenskrise, sein Verhältnis zu den deutschen Herrnhutern in England und der in diesem Umkreis der deutschen Kirchengemeinde sich vollziehenden, entschiedenen Selbstbegründung im Glauben. Der häufig als Bekehrung benannte Vorgang darf freilich nicht die innere Vorgeschichte und überhaupt den christlichen Horizont seiner Sozialisation vergessen machen. Von Hamanns Briefwechsel während des Londoner Aufenthalts (mit der Familie und mit der Familie Berens) hat sich nichts erhalten(414,30). Überliefert sind drei Briefentwürfe, die er wohl aufbewahrte als Dokumente seiner schuld-und schuldenbelasteten Erfahrungen in der Londoner Halbwelt wie auch als Folie seiner Lebenswende als biblisch gegründeter μετανοια. Aus dem gesuchten, das Preziöse wie den Argot einbeziehenden, dabei fehlerbehafteten Französisch dieser Briefe wird im Folgenden nur emendiert und erläutert, was zum Verstehen unerläßlich ist.

234,31         Senel: weder der Name noch seine Identität ist bewiesen; er gab sich <...> für einen deutschen Baron von Pournoaille aus, hatte eine Schwester in London, die <...> vermuthlich von dem Russisch[en] Abgesandt[en] unterhalt[en] ward und unter dem Namen einer Frau von Perl einen Sohn hatte, Gedanken <...>, N II,37,7ff; vielleicht aber, Fechner, S. 13, ist es der wohlhabende Hugenotte Leonard Sené, den H., obwohl er ihm französisch schreibt, für einen englischen Staatsbürger hält, 235,2, und den er leidenschaftlich warnen zu müssen glaubt vor einem falschen Freund oder Schützling.

235,17ff.     Dryden: Oedipus III,1.

27                echalassé: bepfählt.

236,14         cettre: verschrieben für cette.

15                Hamlet: zur Königin, II,4, Verse 150-156; Lies dans une Situation.

23                infinée: infinie.

 

Brief 108

Senel hat nicht geantwortet, Hamann bricht sein Beziehungen zu ihm ab. Es geht dabei um dessen anonymen, zwielichtigen und, -wie H. argwöhnt und dann durch Briefe zur Gewißheit gelangt- ausgehaltenen Freund unbekannter Herkunft (239,4ff.), einen Lautenisten; es geht um dubiose Geschenke: z. B. eine überlassene Laute, 237,11, sowie um entwendete Bücher. Im Gegensatz zum ersten Brief verschärft H. den Ton.

237,1           verschrieben für Vous étiez vous abusé.

11                son instrument: die Laute, 240,14.

17                robbe: robe.

22                Lies pour ne le gêner.

23                voyage de Bath: der Kur-und Vergnügungsort der feinen Gesellschaft, nahe Bristol; Reise zu einem Konzert?

24f.             Das Zentralmotiv von Hamanns Anklage: die homosexuelle Beziehung.

26                epié: erspäht.

27                Lies m'éclair[c]ir; Vos lettres: von jenen Anonymus, die Senel ihm merkwürdigerweise zur Aufbewahrung übergeben hatte, 238,24 und Gedanken <...>, S. 340.

34                jetta: jeta.

36                dissayer: lies d'essayer.

238,2           Lies trouver.

4                 Lies il s'en est douté, il.

11                ces chaines de Belial: Teufelsketten.

12                malhureux: so nach Hamanns durchgehend-eigentümlicher Schreibweise.

27                accornies: verhornten?

30                Lies traits; Donnez le paquet: legt es <...> zur Last.

33                Vos poulets: (Argot:) Ihre Liebesbriefe.

35                Lies le monde.

239,1           menetrier: Bänkelsänger.

3                 baragouin: Kauderwelsch.

4                 Pedlar-French: Hausierer-Französisch.

5                 epeler: épeler: buchstabieren.

6f.               Lies wohl qui'il m'a juré d'avoir eue (Fechner, S.14).

8                 Lies assez.

9                 Lies de son.

13                Lies et son.

15                Cocuage: Hahnreischaft.

20                Ministre d'industrie: Industrieritter: Gauner; Hamanns Glose Philippique, N II,292,23, wo in Anm. 4 dieser Begriff auf Falstaff (etwa im Sinne von Amüsierkumpan) angewendet erscheint.

25                peter: péter: furzen.

240,6           taurreau: taureau.

7                 courtisans de S ... et G ...: Höflinge von Sodom und Gomorrha; en che <...> d'homme: da es sich wohl um eine homosexuell-obszöne Kennzeichnung handelt, wäre an cheville (Bolzen, Zapfen) zu denken, also etwa: Mannesbolzen.

Brief 109

An den anonymen Lautenisten, in Fortsetzung eines Briefwechsels mit gegenseitigen Vorwürfen, 241,4ff.

240,28         femme la depositaire: eine Frau zur Mitwisserin. Die Tochter -die Dulcinée, die belle, 241,2- eine von ihm unterhaltene Hure, so Hamann in den Gedanken <...>, N II,36,21; diese hatte H. wohl wegen einer affaire verleumdet, während H. in Wahrheit sie gegen Angriffe jenes Cadet verteidigte.

30                Lies langage.

35                Lies que je pourrois.

241,7           Lies recommandois.

8                 Lies venger.

12f.             Zitat aus Shakespeares Hamlet; II,2, Verse 521-523: It shall to the barber's, with your beard./ Prithee, say on: he's for a jig or tale of bawdry,/ Or he sleeps: say on: come to Hecuba, (A.Henkel, Hamann und Shakespeare, in: Acta des siebten Internationalen Hamann-Colloquiums in Marburg. Frankfurt/M. 1999, S.107-131).

14                Lies parcequ'il.

18                qui bravent <...>: die der Rute für ihre Arschbacken trotzen.

21                Lies ou un fléau.

22                Baron de Pournoaille: Gedanken <...>, S. 339; zum erlogenen Baronat vgl. Fechner, S. 14.

24                Lies j<ay>ai.

26                Lies a vu chez.

28                Lies Grec.

31                Lies d'en avoir.

Brief 110

Am 27. Juni 1758 verließ der mit seinem handelspolitischen Auftrag gescheiterte, aus einer tiefen Lebenskrise gerettete Hamann England und langte am 27. Juli in Riga an. Alle unmittelbaren Nachrichten von der Rückkehr sind verschollen, außer diesem Brief, der wohl, 245,6, um Anfang August zu datieren ist.

242,17f.       Mit Mutterhänden <...> Ehre: aus Strophe 5 des Liedes von Johann Jakob Schütz: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gott; es soll das einzige Lied des Frankfurter Rechtsconsulenten sein, des Freundes von Spener und Neander.

18                Glück: die Berufung des Bruders als Lehrer an die Domschule in Riga, 243,26.

28                Ezechiel: Hes 4,12ff.

243,4           Jakobus: Jak 2,7.

8                 herrliche Lied: von Christoph Wegleiter, siehe die Meditation über dieses Lied vom 6. Mai 1758, in den Gedanken über Kirchenlieder, N I,283.

9                 mit wiederkäuen: mögliche Anspielung auf Bacos XVIII. seiner Moralischen Versuche: es gebe Bücher, aber sehr wenige, die man mit Wiederkäuen verdauen müsse.

10                Kalmäuser: ein Mensch, welcher sich in der Einsamkeit dem Nachdenken überlässet (Adelung), oder Duckmäuser.

14                Wein: Pr 9,7.

15                glänzend von Oel: 2 Mo 34,29ff.

18                ein Ismael: 1 Mo 16,11.

20                Befehl des Erlösers: Mt 5,39.

21                Mit Deiner Antwort: Bewerbung.

24                Läusesucht: Krankheit, "bey welcher durch die verdorbenen Säfte eine Menge Läuse ausgebrütet werden: Phthiriasis, Pediculatio <...> Sie entstehet gemeiniglich aus großer Unreinigkeit, verbindet sich aber auch zuweilen mit der fetten Krätze <...>" (Adelung).

31                Postküßen; Kisten zum Büchertransport.

32                Hennings: Samuel Gotthelf H.

34                Marschalls <...> Heiligung: Walter Marshall, The pospel mystery <...>.

36f.             Hervey: James H. Daß sein Theron and Aspasio: or a series of dialogues and letters upon the most important and interesting subjects, 3 Bde, 1755, bereits in deutscher Übersetzung vorlagen, wußte H. noch nicht.

244,1           Lies so will ich.

7                 Hamann kannte den Sohn Gerickes aus der Königsberger Studienzeit, Gedanken <...>, N II, 22; 51.

Brief 111

Der jüngste der Brüder Lindner, Gottlob Immanuel, war inzwischen Nachfolger Hamanns als Hofmeister in der Familie v. Witten geworden. Hamann hatte im August offenbar einen Besuch in Grünhof gemacht. Berenshoff ist der Landsitz der Familie Berens in der Nähe Rigas, 245,20.

245,5           Herr Bruder: Johann Gotthelf L., der den Doctor, Ehregott Friedrich L. nach Riga begleiten wird.

13                Buch der beyden Siegeslieder: ob Pindars?

14                der älteste HE Baron: Peter Christoph v. Witten.

Brief 112

245,20         von unserm Hofe: 244,22.

27                Artzt hilff Dir selber: Lk 4,23.

30                zu Ihrem Beruf zurück: L. hatte Theologie studiert, war aber in eine Glaubenskrise geraten; Hamanns Mahnung, zur Theologie zurückzukehren, scheint ihn eine Weile beeindruckt zu haben (291,13); 16 Jahre später wird er Medizin studieren. Ein postum (gest. 1818) veröffentlichtes und allein für Freunde bestimmtes Buch: Philosophie der religiösen Ideen, Straßburg 1826, behauptet, in der Nachfolge Lessings und unter dem Einfluß von Kants Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft die regulierende Funktion des Verstandes angesichts der Offenbarungsreligion.

32                Hirtenbriefe: z. B. an Lindner, aber auch an die Söhne v. Witten, zwischen denen und L. es offenbar Zwist gegeben hatte, 246,4ff.

35                von einem Freunde gehetzt: Bassa in Mitau. Es scheint nicht nur um Hamanns Schulden bei diesem zu gehen, 246,17-37 und Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,25,17ff.

246,4f.        den Briefwechsel: Hamanns mit den Söhnen v. Witten, die mit Sie gemeint sind.

14                zu Herrn Bruder: Johann Gotthelf.

16                darauf staat machte: stark hoffen, wohl ein ostpreußischer Solözismus.

17                Sie und B.[assa].

27f.             ehrwürdiger als Jonathans Seele: 2 Sam 1,26.

31f.             Der Stein <...> Eckstein: Ps 118,22; Mt 21,42 u.a.

247,2           Wirth: Carl Berens.

8                 Pastorath: in Grünhof, die Familien von Samuel Albrecht und Johann Christoph Ruprecht.

Brief 113

An Peter Christoph von Witten.

247,23         schmeichelhafften Brief: nicht überliefert.

249,3f.        der weiseste Bildhauer: Sokrates; Sokratische Denkwürdigkeiten, N II,68,25ff.: ein Beispiel an dem Delphischen Orakel, das denjenigen für den weisesten erkannte, der gleichwohl von sich gestand, daß er nichts wisse. Hamanns Quelle ist Xenophons Sokrates-Apologie, 14f.

11                Liuius: ab urbe cond. 21,37.

Brief 114

An Joseph Johann von Witten.

250,11         Ihr Brief: nicht überliefert.

18                kleinen Chevalier: vermutlich der kleine Bruder Franz Gideon Wilhelm, geb. 1756.

Brief 115

An Peter Christoph von Witten.

251,19         verwünschte: das heutige verwunschene.

30f.             Developpement <...> Commerçante: ebenfalls von Coyer.

34                La noblesse militaire: von Philippe-Auguste Chevalier de Sainte-Foix d'Arcq.

37                Lettres d' Osman: von Arcq; das Berliner Notizbuch, N V,150.

252,1           La noblesse oisive: von Marc-Antoine Jacques Rochon de Chabannes.

3                 La noblesse commerçable: von Jean Henri Marchand.

8f.               Newton <...> Fontenelle <...> Descartes: Hamann bezieht sich auf Fontenelles Entretiens sur la pluralité des Mondes, Quatrième soir, wo von den Tourbillons de Descartes die Rede ist: Ce qu'on appelle un Tourbillon, c'est un amas de matière dont les parties sont détachées les unes des autres, et se meuvent toutes en un même sens; permis à elles d'avoir pendant ce tems-là quelques petits mouvements particuliers, pourvû qu'elles suivent toujours le mouvement général. Ainsi un Tourbillon de vent, c'est une infinité de petites parties d'Air, qui tournent en rond toutes ensemble, et enveloppent ce qu'elles rencontrent <...> Voilà quel est le grand Tourbillon dont le Soleil est comme le Maître; mais en mêmetemps les Planètes se composent de petits Tourbillons particuliers à l'imitation de celui du Soleil; 306,33.

10                Fabel vom Hut: von Ch. F. Gellert; N IV,221,23.

13                Pestilenz: Ps 91,6

28                spanischen Edelmanns: Don Quichotte.

Brief 116

253,3           Consistorial Räthin: A. A. Lindner, die Mutter der Lindner-Brüder. Die Briefe sind nicht überliefert.

4                 Ihrem Sohn: Johann Gotthelf, dem Rektor als seinem künftigen Vorgesetzten.

5                 Trauer Brief: der Anlaß ist nicht ermittelt.

8                 beyliegenden Brief: an Nuppenau, nicht überliefert.

9                 HErrn von O.[ven].

14                Verqvackele: laß dich nicht leichtsinnig in etwas ein.

22f.             Xenophons deutsche Uebersetzung: von Johann Heinrich Wackern.

24                Mein Wirth: Carl Berens.

30                Herr Rector L.[indner]: H. wählt pädagogisch die korrekte Amtsbezeichnung.

Brief 117

254,11         Lies als er.

12f.             zu Steinen spricht: Lk 4,3; Gott aus Steinen: Mt 3,9.

15                Klopfstocks: Klopstocks Geistliche Lieder.

16                Leipziger Journal: wahrscheinlich die Neue Zeitung von gelehrten Sachen, Leipzig 1715-1784, 258,27; Frau Rectorin: Marianne Lindner.

17                Sie: Marianne, oder der Briefempfänger; Ihr Herr Bruder: Johann Gotthelf.

19                Serviette: seine (Schreib-)Mappe, die vermutlich in Grünhof zurückgeblieben war und um deren Zusendung Hamann wohl vergeblich gebeten hatte. Ob da noch die Erinnerung an eine andere serviette rege ist, siehe Br. 41?

28                Briefwechsel: mit den Söhnen v. Witten. 246,4 ff; die pädagogische Einmischung Hamanns war seinem Nachfolger wohl nicht recht, 258,8ff.

36                Arbeit bekomme: Übersetzung des Rapin, 263,12.

255,9           jener Feldherr: nicht ermittelt, es könnten gemeint sein: Antigonos bei Plutarch, Regum et imperatorum apophthegmata 182 c; Pyrrhus bei Valerius Maximus V,1,Externi 3.

Brief 118

An Peter Christoph von Witten.

255,20         Schreibens: nicht überliefert.

257,4           kreischenden Berg: kreißender Berg, der eine Maus gebiert. Hamann wendet das Zitat aus Hor. ars 139 ins Groteske (Gerippe von einer Maus).

13                Abt St. Pierre: wohl Charles Irenée Castel de Saint-Pierre.

17                andern Gelehrten: dem Francis Bacon zugeschrieben (Quelle Praxis Stahliana, S.103) und immer wieder zitiert, z.B. Memorabilia ecclesiastica: Disce meo exemplo mandato munere fungi/ Et fuge, ceu pestem, την πολυπραγμοσυνην.

Brief 119

257,25         Bruder: Johann Gotthelf.

27                Doctor: Ehregott Friedrich.

28                an Ihre jungen Herrn: nicht überliefert.

258,22         Sub-rector: nicht ermittelt.

24                Spornleder: Riemen für die Sporen, die ihm offenbar der General v. Witten geliehen hatte.

27                Leipziger Journal: 254,16.

30                Die Keulen: als die besten Stücke.

34                süße Nächte: ruhigen Schlafs, wobei ein erotischer Anklang nicht auszuschließen ist, wenn der Freund (259,3f.) an das ebenfalls naturgemäße 6. Gebot erinnert und vor Geschlechtskrankheiten gewarnt wird, die mit dem Wunder des Mercur, d.h. Quecksilber behandelt zu werden pflegten.

259,5           Gemeint ist Bassa; warum Hamann dieses Pastoralschreiben indirekt, über den Freund, an jenen richtet, hatte er ja bereits angekündigt, 246,27ff. Aber es dürfte auch eine Art Rache sein: für die Indiskretion G. I. Lindners (245,32ff.), der zum Mitwisser von Hamanns Geldschulden wurde. H. hat diese aber inzwischen getilgt, indem er Bassas Gläubigerin, der Geschäftsfrau Dump (245,29), die Summe erstattete, worauf sie den Schuldschein (Handschrift) eigenhändig vernichtete. Aber die indirekte Anrede Bassas nahm ironisch Distanz. Und das Hum! von 259,15 soll wohl als Räuspern einen gewissen Hintersinn verdeutlichen. Gleichwohl war H. nicht dauerhaft verstimmt, 276,21 und 31ff.

9                 Zeit ihm ähnlich zu werden: dem Winter= weiße Haare.

11f.             Anspielung auf Mt 22,21 (Mk 12,16; Lk 20,24f.)

13                sich: lies dich; Kur loop: Kerl, lauf'!

20                Papiermüllerchen <...> spielen: wie Kinder sich ein Mühlrad aus Papier machen. Und nun spielt Hamann die Mühlenarten samt den zugehörigen Metaphern (Wasser auf die Mühle) und die Klischees vom Müller satirisch durch. Tieferer Grund ist, daß ihn die Hartnäckigkeit Bassas, zu seinem Gelde zu kommen, kränkte.

260,1           Die Beilage schrieb Johann Gotthelf Lindner, bevor Hamann seinen Brief anfing (257,25).

6                 Lies Quartale.

Brief 120

An Peter Christoph von Witten.

261,31         letzteren: also vorletzten, 250f.

32                fremden Schriftstellers: Coyer.

262,2           Pius II: Aeneas Sylvius, 264,9f. und N IV,235,53f.

Brief 121

An Joseph Johann von Witten.

262,15         römischer Dichter: Vergil.

23                vergeßam: vergeßsam, preziöser Archaismus.

Brief 122

263,10         unserm Freund: wohl nicht J. Chr. Berens, 265,28?.

12                Kopfarbeiten: seine Rapin-Übersetzung, 254,36.

18f.             Klopfstocks Lieder: 254,15.

19                meine lateinischen Dichter: nicht ermittelt.

20                Hamburgisch Magazin: Hamburgisches Magazin oder gesammelte Schriften aus der Natur, Vorsehung und gesammten Wissenschaft, 26 Bde, Hamburg 1748-63.

21                Rapin: die zahlreichen Werke des Jesuiten René de Rapin, die Hamann besaß, verzeichnet die Biga; das von Lindner Gewünschte waren wohl die Réflexions sur l' Eloquence, la Poétique, l' Histoire et la Philosophie. Seine Übersetzung im Berliner Notizbuch, N IV,43 ff. Zum Verhältnis Hamanns zu Rapin N IV,465ff.

23                Saurins Catechismus: Jacques S., Kurzer Begriff <…>.

25                mein Vater: in einem verlorengegangenen Brief.

28                freundschaftl.[ichen] Brief: nicht überliefert.

30                in puncto des Honigs: 262,27.

32                Schall: wohl Gerücht.

264,9f.        Aeneas Sylvius: N IV,235,53f.

18                Kufer: Kuffer (Kuffert): Koffer?-oder (wahrscheinlicher, weil es sich generell um Vorsorge für den Winter (z. B. Peltz) handelt, Kuffe: Kufe, die beiden Gleit-Langhölzer des Schlittens.

21                Palie Grisette: Stoff von der Farbe pâle-gris, blaßgrau.

25                Salfiette: vermutlich meint Berens, daß die von Hamann (254,19) in Grünhof zurückgelassene Serviette (ostpreußisch: Saljett, Salwjett, Silwette -hier noch von B. zu Salfiette verbalhornt) immerfort citiret [= erinnert] werde. Gottlob Immanuel Lindner solle sie also endlich schicken.

Brief 123

264,37         Dero Briefe: nicht überliefert.

265,11ff.     Im Namen <...> Ende derselben: Cento aus Jh 17,24 und Mt 28,20.

16f.             Das Wort des Herrn <...> Seeligkeit seyn sollen: Cento aus Spr 11,21; 2 Mo 3,2; Heb 1,14.

22f.             einige Arbeiten: wohl die Rapinstudien.

30                Gelegenheit <...> schreiben: nicht überliefert.

32                Sein Brief: nicht überliefert.

266,1           schmecken und erfahren: Anspielung auf Ps 34,9.

Brief 124

An Joseph Johann von Witten.

266,16ff.     sub littera B.: der Zweizeiler stammt aus den Fibelversen. Hamann zitiert ihn auch in seiner Schrift Schürze von Feigenblättern, N III,207 und IV,142,6f. Gerade der Vers sub littera B. wurde ebenso häufig zitiert wie -auf den Kritiker bezogen- parodiert (so in Herders Einleitung zum 2. Teil seiner Volksliedersammlung, Leipzig 1779, SWS XXV, S. 331 und 676); der kleine Herr Bruder: Franz Gideon Wilhelm, 250,18.

23                man erzählt: Ov. met. 15,379ff.; auch Plinius Historia naturalis, Buch VIII, c. LIV § 126; mehrfach auch in biblischen Lexica; Franzius, Historia Animal., 1. Teil, c. VII,40; Pfeffel, Die Bärin (1780).

25                Mährchen: die antike Bärenmythologie, Ovid in den Metamorphosen XV,379; Plin.nat. VIII 126; Donat. Vita Verg.22, allerdings ohne Affenende.

267,6           Prediger in der Wüsten: Hamann appliziert die Honigmetapher, die ja ihre biographische Vorgeschichte hatte (262,27) auf die Gestalt Johannis des Täufers.

267,10         einige Verse: von J.N. Götz, Wünsche des Dichters, später in: Vermischte Gedichte. 1785; 278ff.

Brief 125

Für Peter Christoph von Witten: der erste der Musterbriefe, den Hamann an sich selbst im Namen des ehemaligen Zöglings schreibt. Der pädagogische Zweck: ihn zur Reflexion über die moralische Forderung des Adels an sich selbst zu bewegen.

269,5           Leibpferde: Caligula, Suet. Cal. 55,3.

Brief 126

Für Peter Christoph von Witten.

Brief 127

An Peter Christoph von Witten.

272,7           letzten Briefe: nicht überliefert.

9                 letzten Packs: die beiden Musterbriefe.

15ff.            281,27ff.

Brief 128

274,10         Vernets kleine Historie: Abrégé d'histoire universelle <...>, dt. Übersetzung Frankfurt am Main 1754, auch 295,26.

11                Joachimschen: Unterricht von dem Münzwesen <...>.

26                Mag es gleich: nicht ermittelt, Sperontes liefert in seiner Nr. 23 eine Melodie, allerdings mit der Zeile Mag es gleich den Neid verdrüßen.

28                Die Wahrheit: Jh 8, 32.

30                Hut tragen: lat. pileus, eine festanliegende Filzkappe von der Gestalt eines halben Eies, die den Sklaven bei der Freilassung übergeben wurde; Plaut. Amph. 1,1,305; Pers. 5,82.

31                einige: Maulschellen.

275,1           Sie wollen: Bitte Lindners in einem verschollenen Brief.

7                 Beruf: Berufung, 270 passim.

13f.             Wechsel Bank: Lk 19,23.

16                Hast du <...> weide: Jh 21,15-17.

18                Socrates: in Platons Phaidon 118 A,5-10.

20                Gekrähe: Mt 26,74; Mk 14,68-72; Lk 22,60; Jh 18,27.

21                Lies der Dein Herz.

24                allzu gerecht: Pr 7,16.

25f.             Cento aus Mt 23,2; Lk 4,23; Lk 8,50, 2 Kö 5,4; 5,13; Es 3,11ff.; Phl 3,8 (Koth).

276,1           Heumann: in den Acta philosophorum <...>.

3                 Puls: Gallizismus, nach der idiomatischen Wendung tâter le pouls.

7                 ein Kind: Johanna Sophie (Hänschen) Berens, geb. 1750.

8                 jungen Menschen: Georg Berens, geb. 1739.

13                Lies Lection[es].

17                Vorwürfe: die G. I. Lindner erhoben hatte, wegen Hamanns unerbetener Einmischung in seine Erziehung der Söhne v. Witten, 257,29.

23                die Runde gehen: Antrittsbesuche.

32                mit ihm richtig: Hamann konnte durch ein Geldgeschenk seines Vaters seine Schulden bei Bassa tilgen, Gedanken über meinen Lebenslauf, S. 433.

34                Wünschen: eine bürgerliche Stellung im Handelshaus Berens und die Hoffnung, Catharina zur Frau gewinnen zu können.

36                Thränensaat: Ps 126,5; lies ein Erndte.

277,4           meines letzten Packs: 272,4.

8                 Schlag: Zitat aus einem Br. Lindners.

19                2ten Brief: 126.

21                Hebammen Künste: Sokratische Denkwürdigkeiten, N II,66.

278,4           Concetti: Wiener verweist auf de Brosses' Traité de la formation méchanique des langues und zitiert: <...> la langue italienne se prête aisément aux petits jeux de mots et d'imagination, aux pointes puériles et recherchées qu'on appelle mal-à-propos du bon nom de concetti.

5                 Lies wohl in dem Lauf.

23                Faber: Basilius F., Thesaurus <...>.

Brief 129

An Joseph Johann von Witten.

278,30         verlangten Verse: 267,12, von J.N. Götz.

279,18ff.     Haus des Egypters: 1 Mo 39,1-6; Sonst arbeiten <...> wachen die Wächter: Ps 127,1; Noah: 1 Mo 7; Moses <...> Stiftshütte: 1 Mo 25ff.; Salomo: 1 Kö 6; Wehmüttern: 2 Mo 1,21.

28                Aesops Garten: in den Bereich der Fabel.

33f.             Eine kleine Biene flog: von Gleim, Die Gärtnerin und die Biene.

280,9           letzten Zuschrift: wie alle Briefe der Brüder v. Witten nicht überliefert.

Brief 130

280,29         Ihnen: den Müttern.

281,2           Herr Bruder: Johann Gotthelf, der mit seinem Einwurf wohl so unrecht nicht hatte.

6                 eines Sichelgebrauches: Anspielung auf Jh 4,38 und Mk 4,29, falcem in alienam messem.

7f.               David <...> älteren Bruder: Eliab, 1 Sm 17,28.

9                 letzte <...> Zuschrift: nicht überliefert; ob an Hamann oder an Johann Gotthelf Lindner, der es dann H. mitteilte?

12                Paulus sagt: 2 Ko 7,5.

13                Hiskias: 2 Kö 19,3; Gedanken über meinen Lebenslauf, S. 436 [Der letzte Tag des 1758. Jahres <...>].

14ff.            klagte nicht umsonst: 2 Kö 19,29ff.

19                gedemütigt: durch seinen Bruder: daß dieser die in ihn gesetzten Hoffnungen in Riga nicht erfüllte, 283,10ff.

21                Aergernis: Mt 18,7.

22                dieser Spies: 1 Sm 19,10.

24                Hiob: Hi 27,6 u. ö.

27                Abschrift: Nr. 125, 273,33.

33                Rapine: 263,21.

36                Arbeiter: Mt 9,37; Lk 10,2; Jakobs Stimme: 1 Mo 27,22.

282,1           mich zu richten: wegen seiner Deutung des erschlichenen Jakobssegens, welche die natürliche Moral um des paradoxen Schriftsinnes willen verletzt.

282,2f.        sagt der Apostel: 1 Ko 1,26; Gal 1,10.

3ff.              Anspielung auf 1 Pt 1,17; 4,5 und 5,10.

Brief 131

282,21         jener Knabe: 2 Kö 4,18-24.

24                Läßet auch <...>: 2. Strophe des Liedes Jesus, meine Zuversicht, das möglicherweise die Gemahlin des Großen Kurfürsten, Louise Henriette von Brandenburg, geb. Prinzessin von Oranien, in den Haag zur Verfasserin hat.

28                letzten Feind <...> Stecken halten: 1 Ko 15,26; Ps 23,4.

31                seelige Freundin: wohl die Mutter.

283,2           Youngs Schriften: 286,38.

3                 Borchard: wohl Borchert, 265,6.

6                 lies .

7                 Schülerinn: 276,7, Johanna Sophie (Hänschen) Berens.

283,14-27    Cento aus 1 Kö 3,6-14 (wie Salomo); 1 Mo 30,31-43 (die bunten Stäbe); Hi 6,20, (nicht <...> zu schanden werden); Sir 10,1 (am Ruder sitzt); Mt 9,38 (treue Arbeiter).

37f.             wie Moses: 2 Mo 32,19; 33,1.

284,1ff.       Wir werden <...> getröstet: 5 Mo 8,16.

Brief 132

284,31ff.     Heb 12,9f.

285,2           Prediger <...> Beichtvaters Stelle: Pastor Immanuel Justus v. Essen, der den unpäßlichen Pastor Gericke vertrat; Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,51,36f.

7ff.              Anfangsverse des Ps 115.

12                holländischen Dukaten: <...> in Nachahmung der venezianischen Zechine, die von der Umschrift Sit tibi Christe datus quem tu regis iste ducatus den Namen Dukat erhielt, wurde der holländische seit 1586 geprägt mit dem ein Pfeilbündel haltenden stehenden Krieger <...> die niederländischen Dukaten tragen zwar auf der Rs. im Quadrat die Worte: ad legem imperii, nach Reichsmünzfuß, jedoch sind gerade sie nicht nach ihm ausgebracht worden, sondern hielten nur 3,43 oder weniger Gold. Sie waren gleichwohl eine der wichtigsten Handelsmünzen des 17. und 18. Jh. s, besonders in der Ostsee und in den holländischen Kolonien< (Schrötter).

17                Wagner: der Königsberger Buchhändler.

18                HErrn R.: Reißmann in Riga?

23                Die Strophen 5 und 6 aus Luthers Weihnachtslied: Vom Himmel kam der Engel Schar; siehe Luthers geistliche Lieder und Kirchengesänge <...>, bearbeitet von M. Jenny, 1985.

32                versiegelt: Eph 1,13.

33                Diener Israel <...> ewiglich: Lk 54f.

Brief 133

286,20         Geburtstag: 22. Dezember, 456,2.

22                lies ist es doch.

Brief 134

287,12         Buchholtz: Johann Christian B.

15                Wenn Hamann den vorhabenden Brief überhaupt schrieb, ist er nicht überliefert.

16f.             Gedanken über meinen Lebenslauf N II,52-53; Hamann wirbt um Catharina Berens, hört in einer nächtlichen, mystischen Erfahrung die göttliche Zustimmung, schreibt an den Vater, erhält dessen Erlaubnis zur Heirat, schreibt seinen Entschluß an J. Chr. Berens, der sich noch in St. Petersburg befindet, übermittelt Catharina (mit einem französisch Billet) als Zustimmungs-oder Verwerfungsprobe den Brief, den sie dann -zum Zeichen ihrer Bereitschaft -weiterbefördert. Er schreibt sodann, im Hause, an Arend Berens, der indirekt in einem Brief an Catharina, merkwürdigerweise unter Hamanns Adresse, (noch) nicht ablehnend antwortet. Es kommt aber an Silvester 1758 zu außerordentlichen Auftritten zwischen H. und Arend Berens. Dabei ging es vor allem um Fragen des Glaubens.

30f.             Cento aus Ps 17,5; Ps 13,6; Ps 96.

288,2           Sie: Katharina; so auch 288,19.

2                 den Stummen als Taub: 2 Mo 4,11.

17f.             ein Mann: 1 Mo 2,24; Mt 19,5f.; Mk 10,7; Eph 5,31.

20f.             läutern: Spr 20,9.

21                morgenden Epistel: 1 Pt 2,5.

35f.             Sätze, deren Emphase nicht ernst genug genommen werden kann.

289,8           notifications-Schreiben: Verlobungsanzeige.

9                 Anspielung auf 1 Mo 29,18, Jakob und Rahel.

26                in Ansehung des wilden Schweines: wohl Fleischbesorgung für Karl Berens, 285,16 und 296,28.

Brief 135

Inzwischen ist Hamann im Hause Berens die verlobte Braut versagt worden; gleichzeitig wünscht der Vater seine Rückkehr. Ob ein Zusammenhang anzunehmen ist? Eigentlich kann vor dem 24. Januar der Vater nicht auf Hamanns letzten Brief vom 20. Januar aus Riga geantwortet haben.

289,31         uns beyde: die Brüder Hamann.

290,20         empfindlich: Hamann scheint dem Bruder die Brüskierung durch die Brüder Berens nicht mitgeteilt zu haben.

36                Brief: an Pastor Carrius.

Brief 136

Wohl auf den 10. März zu datieren, der Nachricht vom ersten Ausgang des Vaters (291,7f. und 296,9) wegen.

291,5           Gehorsam <...> Wink: die versagte Eheschließung mit Catharina wird tabuisiert.

13                Hauskreutz <...> Gast: es handelt sich vermutlich um russische Einquartierung.

32f.             der Meister auf unserm Schifflein: Mt 8,23ff.; Polster: Mk 4,38.

292,2           Cento aus Mk 8,38; Rö 1,16; Mt 7,6; Ps 90,5 u.a.

20                Cento aus Mt 28, 18; Eph 1, 21 u.a. ; Mt 28, 20, Jh 8, 31f.

15                Hunger und Durst: 1 Ko 4,11.

20                alle Macht <...> biß ans Ende: Mt 28,18-20.

24                Sein Geist <...> macht uns frey: Jh 16,13; 8,32

25                Textverlust, zu ergänzen nach der angegebenen Stelle des Philipperbriefs: <...> das laßet euch Gott offenbaren. [Doch so ferne/ das wir nach einer] Regel, darein wir kommen sind, wandeln und [gleich gesinnet seien].

293,1ff.       Brot-Cento aus Mt 6,11; 1 Mo 3,19; Jh 6,33; Lk 22,44.

13                Sokrates: Diog. Laert. II, 35: Als seine Frau sagte: Du stirbst ungerechterweise, erwiderte er: Wünschtest du etwa, daß ich gerechterweise stürbe? (Übers. O. Apelt).

16                Briefwechsel: mit dem jüngeren v. Witten.

31                Cento aus 2 Ti 1,7; Rö 14,17; Gal 5,22.

294,8           körnichste Gedanken: kernhaft, gedrängt, gediegen, gehaltvoll (Adelung, Campe, Grimm WB), seit Opitz ein Lobeswort in der Stilistik.

16                Nachbars Bibliothec: des Pastor Ruprecht.

17f.             Compendio der Kirchengeschichte <…>: von C.F. Junius.

18                Seckendorf: Veit Ludwig v. S.

26                alter Nachbar: Hamann selbst?

30                Er fördert: Ps 90,17.

35                Epoquen: Hamann hat weniger die französische Bedeutung (historische Zeiteinheit, bedeutsamer Lebensmoment) im Auge als die griechische εποχη mit der Bedeutung von Anhalten, Pause.

295,3ff.       Cento aus 5 Mo 11,14 [Jer 5,24; Jo 2,23] (Frühe und Spatregen); Ps 1,3 (Zeit der Früchte <...> Blätter); Ps 65,10 (Brünnlein); Hi 6,19f.; Jer 25,24 (auf den Wegen Thema <...>).

17                Anfang einer Sprachlehre: N IV,247f. und 484f.

20                Lies geben.

23                Grammaire des Dames: von Choffin, David Stephan oder Prunay (E.Saemann, J. G. Hamann, S.73).

26                in Ansehung des Vernets: 274,10.

Brief 137

296,8           Zuschrift:

12                der Pastor: möglicherweise der Diakon Bucholtz.

15                geantwortet: Br. 136 an G. I., während weder der Brief von, noch Antwort Hamanns an E. F. Lindner überliefert sind.

20                Berens Ankunft: Joh. Chr., zurück aus St. Petersburg.

25                Lies gewesen [und] noch ist.

26                Als einen Freund: eine verschärfte Applikation von Mt 5,43f.

28                Herrn Karl <...> zu dienen:            285,16f. und 289,26ff.

297,4f.        Worte <...> Luther: Br. vom 29. Juni 1530; siehe WA Briefwechsel 5. Bd. (1934), S. 406: Consolatus sum te proximis literis, utinam non occidentibus, sed vivificantibus. Quid possum aliud? Finis et eventus causae te discruciat, quia non potes eum comprehendere.] At si eum comprehendere posses, nollem ego istius causae me esse participem, multo minus autorem. Deus posuit eam in locum quendam communem, quem in rhetorica tua non habes nec in philosophia tua: is vocatur fides, in quo loco omnia posita sunt ου βλεπομενα και με φαινομενα, quae si quis conetur reddere visibilia, apparentia et comprehensibilia, sicuti facis tu, is referat curas et lachrymas pro mercede laboris, quales tu refers, nobis omnibus frustra reclamantibus. Es geht um Melanchthons Verteidigungsschrift für Luther, die er dem Kaiser übersandt hatte, und um die in einem vorausgehenden Briefe Melanchthons gestellte Frage, wieweit man den Gegnern entgegenkommen dürfe; eine Frage, die Luther überhaupt nicht zulassen will. Hamann zitiert vermutlich aus den Aliquot epistulae, die Flacius herausgab, es sei denn, er habe die Ausgaben des Buddeus, des de Wette oder Enders' gekannt.

11                unser Herz der gröste Betrüger: Hippel zitiert das in Die Ehre der Tugend im Verborgenen, in Frühere Schriften, 10. Band. Berlin 1828, S. 204, nicht ermittelt, ob Hamann das kennen konnte.

13                Gott doch treu: 5 Mo 7,9; 1 Ko 1,9 u.a.; eigennütziger Laban: 1 Mo 29ff.

14                größer als unser Herz: 1 Jh 3,20.

18ff.            Hält mir mein Gott die Augen zu <...>: Verfasser unbekannt, in: Neu-vermehrtes geistreiches Gesang-Buch. Berlin 1711, S.165 unter der Überschrift Kampf und Sieg des Christen, Liedanfang Ein Christ, ein tapfrer Kriegsheld.

28                Baron v. B.[udberg].

33                neuen Kostgänger: ein Sohn von Arend Berens?

36f.             Wolken zusammen: Besetzung Ostpreußens durch russische Truppen.

298,24         in den Augen der Welt <...> unbrauchbare Leute: wie die Berens' Hamann einschätzten.

27                für tod: 299,21.

Brief 138

299,24         jüngeren Berens: 303,3.

300,1ff.       Freier Cento, der Anklänge aufweist u. a. an Hes 1,4 (brausender Nord); Apg 9,15 (Werkzeug); Jes 44,24/ Heb 12,2 (Vollender); Phl 2,8 (erniedrigen); Heb 12,2(Schande), Rö 8,34 (zur Rechten); Jh 14,6 (Weg); 1 Ko 1,23 (für die Griechen); Heb 12,3 (matt).

35                mit meinem Kalbe: Ri 14,18, nämlich die Berens-Familie.

36                Frieden: Cento aus Phl 4,7; 1 Pt 5,7/ Mt 5,25; Ps 37,5; Jer 51,10/ Ps 97,11/ Spr 4,18; Jes 51,4; Ps 37,6; Ze 1,7. Hamann gleitet dann (warum hat mich keiner beißen können) erneut in die persönliche Applikation: den Konflikt mit den Berens'.

301,13ff.     Cento aus Ps 12,7/ Sa 13,9 (läutern); Ps 118,22/ Mt 21,42 u.a. (Eckstein); Jes 53,2 (Gestalt); Jh passim (Gnade und Wahrheit); Ko 1,3f./ 1 Pt 4,13 (Herrlichkeit).

22f.             im Gesetz: 5 Mo 28,28f.

26                weil ich wandle: Jer 3,17/ 11,8; Trunkenheit: Sir 31,37.

29                Zeuge: Off 3,7-16.

302,6           Schild: 1 Mo 15,1.

10                Diac.[on]: Buchholtz, 299,19.

14                von Ewigkeit her: Ps 25,6.

19                mit ihrem Gelde: der Familie Berens.

23                Schatt: II,17,4, nicht ermittelt.

27                Maintenon: von La Beaumelle; Lilienthals 3ten Theil: wohl Theodor Christoph L., Die gute Sache <...> göttlichen Offenbarung; Schaupl.[atz] der Natur: von Pluche.

Brief 139

Ein Brief J. Chr. Berens' war über Lindner, mit seiner offenbar beschwichtigenden Einleitung (303,33), an Hamann gelangt. So ist dieser Brief eine zwiefache Antwort.

302,34         Feldmarschalls: Fermov.

303,3           der junge B.[erens]: Adam Heinrich, der 1758 als Fünfzehnjähriger in die russische Armee eingetreten war. So kam er nach Königsberg. 1761 machte er als Unteroffizier die Belagerung Kolbergs mit, wurde später Offizier und schied als Major aus dem Dienst. In Rußland übernahm er die Pulvermühle seiner Schwiegermutter und betrieb eine Papiermühle; gestorben 1786, Konschel S.76.

11                des jungen Schwartzen Tode: Johann Christoph.

21                Goth.[an]:; Hamann hielt den Bürgermeister und Ober-Waisenherrn in Riga für einflußreich.

24                ehrl.[ichen] Mann: Sohn Wessel; der Name seiner Schwiegermutter ist nicht ermittelt.

30                Ihres Bruders: Adam.

304,5           Croesus: Herodot, Historien 1,26-33: Solon (ein wahnsinniger Grieche) ging, nachdem er den Athenern die Gesetze gegeben hatte, auf Reisen, um die Welt zu sehen, und kam auch nach Sardes zum König Kroisos. Alsbald wurden ihm dessen Schätze und Reichtümer vorgeführt, in der Absicht, daß er ihren Besitzer als glücklichsten der Menschen rühme. Darum befragt, antwortet Solon mit der Lebensgeschichte des athenischen Helden Tellos, dann mit der der Brüder Kleobis und Biton, schließlich auf Kroisos' Frage nach dem Drittglücklichsten, das könne er nicht eher beurteilen, als bis ich erfahren, daß du dein Leben glücklich beendet hast, was er dann mit der Dialektik des Glücklichen begründet und somit die Erwartung des Königs enttäuscht. Dieser ließ ihn, ohne ihn eines weiteren Wortes zu würdigen, von sich gehen <...> hielt ihn sogar für einen großen Toren, weil er das Glück der Gegenwart nicht gelten ließ und immer nur auf das Ende hinwies (Übers. J. Feix); auch 365,18.

7                 alle seine Briefe: keiner ist überliefert.

14                Botanist: der ganze Absatz redet allegorisch: Berens verhält sich aesthetisch zur Welt, er kann nicht nach der Wahrheit graben und versteht nichts von der Chemie des Unverweslichen; zur Nase siehe Sokratische Denkwürdigkeiten, N II, 74,28-32. Zugleich wehrt Hamann sich gegen die Reihe der Vorwürfe in Berens' Brief: Bettelei, er solle sich rechtfertigen, Undankbarkeit, Unbrauchbarkeit, Mischmasch von großen Geiste und elenden Tropfe, Arbeit zu suchen, Schwärmerey, Enthusiast. Dem Vorwurf der Bettelei begegnet H. aus politischen Gründen mit einer Anspielung auf Mandevilles Fable of bees, wenn er den Staatsnutzen von Pächtern und Müßiggängern abwägt. Und was die Anspielung auf die Veziere anlangt, so sind diese ja die Verwalter der Schatulle: sie haben -im Gegensatz zum Geiz der Sultane Berens- freigebig zu sein.

29                Odenschreiber: Ode steht hier für den pindarisierenden Dithyramb mit seinem hohen Stil.

36                Herr Magister: Hamann wendet sich (mit leichter Ironie) an den Fachmann in der Stilistik; denn Lindner hatte 1755 bei Hartung in Königsberg die Anweisung zur guten Schreibart überhaupt, und zur Beredsamkeit <...> erscheinen lassen.

305,1           hysteron proteron: Verwechslung von Ursache und Folge; Metathesis: in der Stilistik ist es die Buchstabenversetzung (Beispiel: tharsos-thrasos), hier von Hamann im Sinne von logischer Umstellung, Umgewichtung im Satz verwendet.

7                 wie Johannes: Off 10,9f.

9                 mein Lebenslauf: ob dieser gänzlich identisch ist mit den Gedanken über meinen Lebenslauf? 308,27.

11                Herzen <...> Nieren: Ps 7,10 u.a.; Off 2,23.

13ff.            Es sind Gedanken der Verteidigung, die Hamann in den Sokratischen Denkwürdigkeiten, besonders im ersten Absatz der Schlußrede als Gegensatz von Dienst der Wahrheit und Brauchbarkeit fassen wird.

20                Niederreißen: 2 Ko 13,10; Alles hat: Pr 3,1.

22                Undankbarkeit wurde nur in Egypten <…> bestraft: undankbare Kinder mit dem Tode; nicht ermittelt.

24                schrien die Glieder: in der Fabel des Menes Agrippa vom Streit der Körperglieder, bei Liv. II,32.

27                Mühe einer Martha: Lk 10,40f.

29                Unnützer Knecht: Lk 17,10.

32                Rom <...> starke Stadt: nach dem griechischen ρομη: Stärke. So bei dem Grammatiker Solinus (Mitte des 3. Jh. n. Chr.?) in seinen Collectanea rerum memorabilium. Ob Hamann nicht Valentia mit der lex Valeria verwechselt?

35                jener Bildhauer: Praxiteles, 62,2.

306,4           der Glaube: 2 Th 3,2.

28                Hiobs Weib: Hi 2,9.

29                Cartes: Biblische Betrachtungen, N I,222,31ff., und das Fragment eines Descartes-Briefessay aus dem Berliner Notizbuch, N IV,221ff.

30                schlauen Kunstgriff: Cogito-sum.

33                Projekt: Hypothese (mit pejorativem Sinn); Würbelsystem: 252,8.

307,2           Der irdische Mensch: 1 Ko 2,14.

3                 Thorheit: 1 Ko 1,23.

6                 Gichtel: Berens hatte ihn also auch der Schwärmerey nach der Weise Gichtels und J. Böhmes bezichtigt.

9                 Lucretz singt: die Götter sind Schlafmützen: de rer. nat. 5,82 und 6,58: nam bene qui didicere deos securum agere aevum: wohl denen, die wahrnahmen, daß die Götter unbekümmert (um uns) ihre Ewigkeit hinbringen. Hor. sat. 1,5,101.

9f.               Spinoza: Mechanismus <…>: in seiner Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt, es gibt nur einen kausalen Mechanismus in der Welt, der die Abfolge der Sachverhalte regelt.

18                Pardel: Jer 13,23.

19                Seife: Jer 2,22.

20f.             Anspielung auf Lazarus, Lk 16,20f.

28                sottise de deux parts: doppelte Torheit, nach dem Titel Voltaires.

32                ich lutherisire: Hamann bekennt sich zur Standfestigkeit seines in London befestigten Glaubens, wie auch zu seiner Lutherlektüre und-nähe. Das Verb, eine Parallele zu bekannten französischen Namenverbalisierungen (z. B. pindariser), scheint vor H. nicht zu begegnen (fehlt in Grimm DW).

308,5f.        Bogen: Anspielung auf Ps 44,7; Sir 35,20, siehe auch das von Pindar oft verwendete Bild.

7                 mein <...> sein: Hamann und Berens.

12                in Davids Hand: Jes 22,22.

15                ungerechten Haushalter: Lk 16,8.

16                Ps 25,9.

21                myops: kurzsichtig als positive Metapher.

27                Lebenslauf: 305,9.

29                ihn: ihm.

32                der Geist: 1 Jh 5,6f.

34                ausreißen: wie Stoff unter Spannung zerreißt.

36                Ihnen: den Berens'.

309,4           durchfahrender Kopf: auf seinem Weg rastender.

8                 Bestimmung: im Gegensatz zum Brief 81 an Arend Berens vom 4. Juni 1756.

14                Richtigkeit: auf dem geraden Wege.

17                wir drey: Hamann, Berens und Lindner? Oder H., Berens und Katharina?

18                ich sterbe täglich: 1 Ko 8,31, auch Sen. epist. 24,20.

23                engagements: nicht ermittelt, es geht wohl um eine geschäftliche Verbindung zum Handelshaus Berens.

Brief 140

  1. G. Lindner scheint auf 139 reserviert geantwortet zu haben, 309,32ff.; 310,11.

310,14         Eyfer Gottes: Rö 10,2; 2 Ko 11,2.

30                Lies vague.

311,14         sein Bruder: Adam Heinrich.

23                stoltz <...> wie Scipio: Cic. off. 3,1,1: numquam se minus otiosum esse, quam cum otiosus, nec minus solum, quam cum solus esset: Publius Scipio <...> der als erster den Beinamen Africanus erhielt, pflegte, wie Cato schrieb, der etwa sein Altersgenosse war, zu sagen: niemals sei er weniger müßig, als wenn er Zeit hätte, und nie weniger allein, als wenn er für sich wäre (Übers. Karl Büchner).

28                Weinberg sicher: Anspielung auf Naboth (1 Kö 22,1); Elias: lies Elisa, 2 Kö 5,25ff.

34                Nr. 141.

37                HE. Watson: 326,7ff.

312,1           HE. Gouv.[erneur]: Generalleutnant und Kammerherr Nikolaus Friedrich Frh. v. Korff.

5                 Hartungen: lies wohl Fr.[au] Hartungin; der Buchdrucker, Buchhändler und Verleger Johann Heinrich Hartung war am 15. Mai 1756 auf der Reise zur Leipziger Buchmesse gestorben. Frau Hanna, die 2. Frau Johann Heinrichs, von deren neuem Verlöbnis hier berichtet wird, heiratete am 10. Juli 1759 den Buchhändler Woltersdorf, 325,8.

8                 auch [von dem] jungen Sergeanten: A. H. Berens, 303,3; 311,14ff.

Brief 141

312,12         Brief: 311,30.

18f.             Ein offenbar mißglückter Satz.

20                Leuchte: Ps 119,105.

26                Wurzel: 1 Ti 6,10.

28                Hertz <...> läutern: Spr 20,9.

313,3ff.       Sperling: Cento aus Mt 10,29ff.; Jes 25,8 (Off 7,17; 21,4); Jh 13,5 (9,10; 12,14).

Brief 142

Vom 1. April 1759, 311,14 und 313,31.

313,34f.       Philotas: das gerade erschienene Drama Lessings. Der Buchhändler Wagner wird ein Exemplar an Lindner nach Riga senden.

314,5           beyde Leute: Mägde.

11                im verborgenen: Ps 139,15; auch Sokratische Denkwürdigkeiten, N II,66.

15                entwich: Jh 6,15.

18                Bruder in Grünhof: also scheint Gottlob Immanuel, entgegen 309,20, noch Hofmeister in der Familie v. Witten zu sein.

19                Wirth: J. G. Lindner.

21                HE Karl: Berens.

22                Freund: J. Chr. Berens.

27                Du übersetzst: nicht ermittelt; Thun und Lassen: aus dem Lied des Hartmann Schenck: Nun Gott Lob! es ist vollbracht, 3. Strophe.

Brief 143

Lindner hatte Hamann schwer verletzt, indem er sich als neutraler Vermittler zwischen H. und der Familie Berens meinte verhalten zu müssen. H. hatte ihn ja gebeten, sich zum Exegeten (310, 13) und Anwalt seines Verhaltens, bei der Werbung um Catharina, bei seiner Abreise aus Riga und zum Verteidiger seines glaubenden Gehorsams zu machen.

315,3           drey Männern: Mose, Aaron, Samuel nach Ps 99,6ff.

18                Orlogsschiffes: Kriegsschiff.

19                Geharnischte Männer <...> Pferde: Verg. Aen. 2,250ff.

21                Wer zieht: Rö 13,2; 328,11. Es folgt ein Cento aus Rö 13ff.; Jh 18ff.; anspielende Berufung des Pilatus; Off 22,15.

34                den Gottlosen: Jes 48,22 und 57,21; er der Herr gesagt: lies wohl Herr Herr (317,10), nach Mt 7,21 u. a.; Hes 13,18ff.

316,2ff.       Priester: Jer 18,18ff.

7                 in einem Ihrer Briefe: nicht überliefert.

9                 Johannes: Hamann verteidigt sich selbst unter typologischer Applikation der Geschichte Johannes des Täufers, Mt 14.

17                Tochter: Salome.

21                Vater: Herodes Antipas.

25                gefälliges Kind: Salome als Typos: Catharina Berens.

30                Schulhandlungen: Lindners Schuldramen.

317,6           Seltenheit der Grundsätze: so offenbar in jenem (316,7) berufenen Brief.

8                 aspirirtes S: Ri 12,6, wo es um die Unfähigkeit Ephraims geht, Schiboleth richtig auszusprechen.

9                 Sprache Kanaans: Jes 19,18.

12                öffentliches Amt als Rektor in Riga.

23                verhudeln: Zeit vertrödeln.

26                Schaarwerker: im Frondienst.

318,5           Kützel: Leichtsinn.

15                Personen ansehen: Spr 24,23.

16                Menschen strafet: Spr 12,1.

21                mich: mir.

27                Ihren Freund: J. Chr. Berens.

319,10         So offenbar der Vorwurf Lindners.

12                Sauerteig <...> Sadducäer: Mt 16,6 und 11f; Mk 8,15; Lk 12,1f.

16                Was machst du: Jh 8,53.

18                Gespenst: Mt 14,26; Mk 6,49f.

19                Stimme Gottes <...> Gewitters <...> Weines: Cento aus Jh 12,28f.; Lk 4,32-36; Mk 1,27; 5,31; Apg 2,13.

26f.             Was ich geschrieben <...> in alle Wahrheit leiten lassen: Cento aus Jh 19,22; Eph 5,11; Mt 4,4f.; Jes 11,2f.; Jh 16,11; 14,17 und 26; Ps 15,5.

320,6           Weisheit Gamaliels: Apg 5,34ff.

10                discursive <...> aesthetisch: weder in der Weise der fortlaufenden Erzählung noch in dichterischer Form.

19f.             mit David: Ps 139,14.

21                Bewahre meine Seele: Ps 86,2; Luthers Gloße: Heilig kann hie auch heißen/ verdampt und veracht/ per antiphrasin/ als ein Ketzer.

24ff.            Bienen <...> nicht trinken können: Cento aus Ps 118,12; Ps 104,29; Ps 77,44; Mt 7,15; 2 Mo 7,17.

31                jene Zauberer: 2 Mo 7,22.

321,8           Einfalt des Herzens: Eph 6,5; Kol 3,22; ungefärbter Liebe; 2 Ko 6,6.

22f.             Der Mann: 1 Kö 13,24.

28                Enakim und Heuschrecken: 5 Mo 1,28.

30                mikroscopischen Rißen: unter dem Mikroskop erscheinende Formen.

33                Moses <...> Decke: 2 Mo 34,33; 2 Ko 3,7 und 13.

34                Verführer <...> doch bekannt: 2 Ko 6,8f.

37                Ziehet nicht: 2 Ko 6,14.

322,1f.        Gehet aus: 2 Ko 6,17; Apostel der Liebe: Johannes; in der Liebe bleiben: 2 Jh 9ff.

3                 Wer ihn grüßt <...> bösen Werke: 2 Jh 11.

9                 Wehe mir: Mt 7,1; Lk 6,37; Jh 5,9.

10                Geh nicht: Ps 143,2.

11                gemacht: lies gerecht; Im Geist und Wahrheit: Jh 4,23.

12                seiner Mutter ein Denkmal: wie Hamann es den 16. des Heumonaths, 1756 getan hatte, N II, 233-238.

20                Eli Elias: Mt 27,46f.

21                fahen: so bei Luther, z. B. Hl 2,15, für fangen.

22f.             redte David: Cento aus Mt 12,3; Mk 2,25; Lk 6,3; 1,69.

24f.             Paulus: Cento aus Gal 2,20; 1 Ko 3,5; 3,21ff; Mt 5,19 (Kleinste im Himmelreich).

25                Lies Apollo[s].

28f.             wunderbare Erscheinung: die Damaskuserfahrung, Apg 9,3ff.

29                die nicht seeliger: Heb 11,1.

32f.             Wolke der Zeugen <...> niemand den Herren sehen wird noch kann: Heb 12,1 -14.

37                vorzug: eigenwillige Imperfektform.

323,7           über einen Tyrier: Abdalonymus, durch Alexander als König in Sidon eingesetzt, Quintus Curtius Rufus 3,1; Iust. 112,1. Plutarch de Alex. fort. or. 2, c.8 verlegt die Handlung nach Paphos, Diodor nach Tyros.

15                Caesar <...> ein Astrolog <...> Idus: ihm hatte der Opferbeschauer Spurinna für die Iden des März Unheil vorausgesagt. Er soll an diesem Tag an der Tür gestanden haben, die zum Senatsraum führte. Caesar habe ihn beim Eintreten erblickt und ihm spöttisch zugerufen, die Iden des März seien da, ohne daß ihm Unheil begegnet sei. Spurinna habe geantwortet: sie sind da, noch aber nicht vorüber (Plut. c. 63). Ähnlich die Warnung durch den knidischen Priester Artemidoros (Plut. 65). Jener Unheilstag, dies ater, im Leben Caesars ist oft beschrieben worden: Val. Max. 1,6,13 und 8,11,2; Suet. Caes. c. 81-83; App. 2,118-143; Cass. Dio 44,20-35; Cic. Att. 14,10.

37                mein Herz: Mt 12,34; Lk 6,45; von Luther im Sendbrief vom Dollmetschen variiert, WA 30,2, S.637.

324,1           Freunde <...> voll gehabt: Ps 127,3f. Hamann ersetzt die dort genannten Kinder anzüglich durch Freunde.

3                 Es ist nicht gut: Ps 118,8.

5ff.              Ich will rühmen <...> Glauben finden würde: Cento aus Ps 56,5; 56,11; Ps 119,43-51; Ps 73,10; Mt 11,15; Mt 11,6; 2 Ko 11,26 (Gal 2,4); Jh 1,26.

17f.             Ich weiß, daß der Herr <...> seine Lüste: Cento aus Ps 140,13, Ps 69,13; Ps 88,11ff; 2 Th 2,12.

30                eine Heerde: Jh 10,16.

35                Croneck: Cronegk.

325,1           Philotas: 313,34ff.

12                Jacobi: Johann Friedrich J., Konsistorialrat in Lüneburg.

14                der Kramerschen: Cramer, Johann Andreas.

25                Der junge Hartung: Michael Christian, Sohn aus Hartungs erster Ehe, übernahm nach dessen Tod (312,5) den Verlag und hatte noch Hamanns Sokratische Denkwürdigkeiten zum Druck angenommen; Trescho <...> parentiert: T. hielt die Leichenrede: Die Ehre der Religion aus der Asche des Christen bei dem Sarge des hochedlen hochbenahmten Herrn Michael Christian Hartung.

28ff.            Wittwe: Hanna, zweite Frau J. H. Hartungs, 312,5. Nach Woltersdorfs Tod, 3 Monate später, 432,11, heiratete sie noch einmal, wieder einen Buchhändler namens Zeise.

29                Tochter: Regina Elisabeth aus der ersten Ehe J. H. Hartungs. Hamann will sie an Lindners Mitauer Arzt-Bruder Ehregott Friedrich auf ziemlich nüchterne Weise (übertölpeln!) verkuppeln.

32                von ihrem Alter: sie war damals 25 Jahre alt.

326,3           Hofgerichtsrath: ob Hamann einen bestimmten (Anwärter) meint?

5                 Comedie larmoyante: gemeint ist mit der Metapher J. F. Lausons Gedächtnißrede auf den großen preußischen Dichter Simon Dach und sein Trauerspiel Gafforio.

8                 Watsonsche Actus: seine Königsberger Abschiedsrede, bevor er als Schulrektor nach Mitau ging; Hamanns Br. an Kant, 374,2-6.

10                hohen Zuhörern: darunter der russ. Gouverneur v. Korff, 312,1, dem Watson in seiner Rede schmeichelte; Comitat: Begleitung.

15                mitgetheilten Exempl.[are]: vermutlich von Lindners Schulhandlungen.

19                Scheffner: gehörte erst seit kurzem zum Bekanntenkreise Hamanns.

23ff.            des Sergeanten: A. H. Berens.

29                von seinen Maj.[or].

327,36         Lies wenn [man] nach.

328,3           Lehrer: Ps 141,6.

5                 meine Briefe: an die Brüder Berens; glüende Kohlen: Ps 140, 11.

6ff.              sagt Elihu: Cento aus Hi 36,24-31; Ps 92,6f.

11                Lies nicht anderen Gerichte: der Kern von Ls Vorwürfen, 315,32ff.

13                Laus machen: da von Hamann unterstrichen, vielleicht doppelsinnig: Laus im Pelz und laus: Lobspruch.

14                Jesaias: 1,4f.

20                Boten: z. B. Lindner.

28                Ihre List: 315,10.

34                Lies Sanf[t]muth.

329,9f.        Herz! freu dich!: Verse 3-6 der 5. Strophe des Liedes von Paul Gerhardt: Nun ruhen alle Wälder; ins Ohr schreyen: Anspielung auf das Wort eines Zeitgenossen P. Gerhardts, dessen schwere Prüfungen hätten ihn eher zum Schreien als zum Singen bringen sollen.

15                Rigischen Höfchen: Gedanken über meinen Lebenslauf, N II,27,37ff.

22                wie ein Löwe: Ps 104,21.

23                Zaunkönig: die aesopische Fabel ist von Plutarch in seinen Praecepta gerendae rei publicae, 12 überliefert; auch III,357,10.

26f.             dienstbarer Geist: Heb 1,14; 1,7; Wsh 13,2. Es folgen Bilder des sozusagen abstrakten Dienstes am Vater und im Haus.

27                der kluge Bauer: in der Fabel Lafontaines (6. Buch, Fabel 4) Jupiter et le métayer.

30f.             Wenn der Dornbusch: Cento aus Ri 9,14 (2 Kö 14,9 ; 2 Mo 3,2; 5 Mo 33,16); Ps 104,16; Hi 42,6 (Sa 11,1).

33                Flottwellschen Auction: der Königsberger Philosophieprofessor war am 2. Januar 1759 gestorben.

37                die bekannte Geschichte: Quelle ist Diog. Laert. II,36.

330,3           Lies Deinen.

8                 vitium subreptionis: Fehler der Erschleichung (freundl. Mitteilung von H. Birken-Bertsch), Z.5 Schleichgriff.

Brief 144

330,26f.       köstlich Ding: Klg 3,27.

28                Lehrmeisters: J. Chr. Buchholtz.

30                Hänschen: Johanna Sophia Berens, die offenbar noch immer von J. Chr. Hamann unterrichtet wird.

32                zum Besten: Anspielung auf Rö 8,28.

34                Ehre <...> Schwachheit: Mt 8,17; Heb 11,34.

35                Madame B.: nicht ermittelt.

331,1           HE. Christ.: wohl Johann Christoph Berens.

17                St. Omer <...> Spediteur: Weintransporte?

21                Tabelle: 333,17, vielleicht die Historisch-Chronologische Tabellen, in welchen die vornehmsten Geschichten der Europäischen Könige und Potentaten kürtzlich angezeiget sind <...>, Thorn 1721, vermutlich von Peter Jänichen.

22                Von Kleist: Cissides und Paches: 333,18; 355,10.

24                an HE. Mag. [Lindner] und B.[erens].

26                Spectator: Joseph Addison's Wochenschrift.

27                Mancini: Manzini?

29                v. Korm.: v. Korff?

31                Gespräch eines Dumocolaners: S. Leszczynski, 145,21f., auch N V,148,29.

32                it.[em] die Brandenburg.[ischen] Denkwürdigkeiten: Friedrichs II.

33                Marpurgers: Marpurg.

35                Danziger Beyträge: nicht ermittelt, vielleicht Danziger Beiträge zur neuern Stats- und Kriegesgeschichte. Danzig, bei Schuster.

332,1           L.: Lindners Brüder.

4                 HE A.[rend] B.[erens]; Baßa: gemeint ist, daß Bassa die Kommerz-Beziehung mit dem Handelshaus Berens ab Johannis nicht fortsetzen will.

13                Herr B.[erens] <...> letzten Brief: nicht überliefert.

14                Der letzte an unsern Freund L.[indner]: 143.

19                Loths Weib: 1 Mo 24,26 und Lk 17,32.

21                Sergeanten: A.H. Berens.

28                Lieschen Zöpfel.

Brief 145

333,3           aus Mitau: der Brief der Mutter Lindner lag einem Br. Hamanns an seinen Bruder bei, der als Einschluß in Hamanns Brief an E. F. Lindner nach Mitau ging, 348,9.

9                 in Ihrem letzten: Brief von J. G. Lindner, nicht überliefert.

11                Beggerau: Begrow, 348,11.

13                Swifts: 357,10ff.

14                eine kleine Piece: Europa, von Moschus, 349,11ff. und 357,12.

19                Considerations sur le commerce: von Simon Clicquot de Blervache.

20                le Reformateur reformée, verschrieben für réformé: von Clicquot; Philosoph. v. patriotische Träume: von Isaac Iselin; Relation historique: von Ange Goudar.

21                la noblesse commerçable: von Marchand.

23                bureau: Schreibtisch.

26                Reichard: Johann Reichardt.

27                Luxmachersche Laute: möglicherweise von dem aus Bayern oder Tirol stammenden, berühmten Lautenbauer Laux Maler, der 1528 in Bologna starb.

31                Erläuterungen der Psalmen: <...> der Psalmen Davids, 17 Theile, Aurich 1757-1766.

334,20         in seinen Confessionen: 12,26,36: Si tunc essem Moyses <...>.

28                eine andere aus eben dem Buche: Ego certe <...>, Aug. conf. XII,c.31,41.

34                Einfall des Lucilii: Cic. or. 2,6.

335,5           Atticis: Attiker, die auf athenische Weise Rhetorik und Stilistik vollendet beherschen, Cic. or. 23; opt. gen. or. 3 u. ö. -im Gegensatz zum Asianismus und allen Manierismen.

14                in quamlibet <...>: Aug. conf. XII,26,36.

22                zu Anspielungen: Lies wohl ja Anspielungen.

28                Reitzbarkeit: Irritabilität, 453,22ff.

32ff.            Gemeint ist: jener diplomatische oder pragmatische Schriftsteller, d.h. der, welcher die Wirklichkeit genau wiedergibt, und der, welcher Zwecke im Sinn hat und für das, was er schreibt, [wie Augustinus] die höchste Gültigkeit, culmen authoritatis, beansprucht, wird die überlieferten Texte nicht verändern, sich aber das subjektive Recht zur Auslegung vorbehalten, indem er die Historizität des Wortlauts beachtet und sich nicht sklavisch den sprachlichen Normen (Donat) beugt, sondern es damit hält wie der Kaiser Sigismund auf dem Konzil zu Konstanz. Von diesem berichtet J. W. Zincgref in seiner Sammlung: Teutsche APOPHTEGMATA das ist Der Teutschen Scharfsinnige kluge Sprüche <...> (zuerst 1644; um einen dritten Teil vermehrt durch J. L. Weidner, Amsterdam 1653) folgendermaßen: Als ihm auff bemeltem Concilio [zu Konstanz] das Wort schismam entfuhre/ in dem er sagt: Wir wollen kein schismam haben/ vnd des Pabsts Gesandter ihn corrigirte, dann es were generis neutrius: Antwortet der Keyser/ Wer sagts? Als ihm geantwortet ward/ Alexander Gallus/ Priscianus vnd andere. Fragte er weiter: Wer die weren? Als ihm gesagt war/ Es weren gelehrte Männer etc. Antwortet er: So bin ich ein Keyser und höher als sie/ kan wol gar eine andere Grammatic machen. Dann bin ich ein Herr der Recht vnd Sachen/ so bin ich auch viel mehr ein Herr vber die Worte.

336,3           Optime sentit <...>: freies Zitat von Cic. Att. 2,1,8.

11f.             Der Philosoph: Plato im Phaidon. Hamann spielt hier (wie in den Sokratischen Denkwürdigkeiten, N II,73, Anm. 40) auf die von Augustin (de civ. Dei, 1,22) und Cicero (Tusc. 1,34 und nicht 1,39 wie in N II,73!) berichtete Wirkung dieses Dialogs an: Cleombrotos habe sich von einer Mauer ins Meer gestürzt, nachdem er den Phaidon gelesen hatte.

16                wie Thamar: 1 Mo 38,14.

20                mit meiner franzosischen Grammatic: die Hamann wohl schon in Riga im Herbst 1758 hatte zu verfassen begonnen. Siehe Br. 136, an G. I. Lindner vom 9. März 1759 (295,16ff.); N IV,247f. (N IV, 484f.) und Br. an G. I. Lindner vom 28. August 1761 (II,112,4ff.). In diesen Zusammenhang gehören auch die Vermischte[n] Anmerkungen über die Wortfügung in der französischen Sprache <...>, N II,127ff. und 401f.

23                Erinnern Sie <...> meinen Bruder: der die Blätter abgeschrieben hatte; die 4 Quartseiten besaß ehedem die Staats-und Universitätsbibliothek Königsberg, N IV,484.

28                Journal de Commerce: Journal historique du Commerce & des Arts & Manufactures, Paris, Bruxelles, Genève 1744, Lettre II,42; Lettre IV,62; V,77-80.

31                gleichfalls eingerückt: Lettre V.

32                dieser Saurin: Joseph S. Saurin war von Jean Baptiste Rousseau beschuldigt worden, den Verdacht einiger unschöner Verse gegen Zeitgenossen auf ihn gelenkt zu haben. Rousseau verlor den Prozeß wegen falscher Beschuldigungen und wurde aus Frankreich verbannt. Voltaire traf ihn in Brüssel, die Begegnung endete im Streit; Voltaire veröffentlichte 1738 eine spöttische Biographie Rousseaus.

34                Asche dieses Mannes: Saurin war 1730 gestorben.

35ff.-337,20   Beschluß dieser beredten Apologie<…> regardent que Lui: Lettre V,S.72-74. 337,1 der Paedagogus: Voltaire in seinem Siècle de Louis XIV, 1751.

16ff.            L´auteur de cette Declamation <…>: Lettre V, 73f., auch Journal Encyclopédique S.148.

21                Gedankensprung Hamanns. Denn nun referiert er den Brief J. J. Rousseaus an d' Alembert, der in seinem Encyclopedie-Artikel Geneve für ein Schauspielhaus in Genf plädierte. Rousseau lehnte dies ab mit der Begründung, damit werden Scheinwelten institutionalisiert und damit eine Ablenkung von der Wirklichkeit; Lettre à d´Alembert <…> de l´article Genève dans l´Encyclopédie; in: Lettre sur l´Etat <…>: Lettre VIII, S.115-128

26                Socinianismus: der orthodoxe Name für die Lehre einer christlichen, antitrinitarischen Gruppierung in Polen; ihr Gründer war der über Basel dorthin gekommene Sienese Fausto Sozzini; seit dem 16. Jh. verbreitete sich diese Lehre westwärts, siehe RGG VI, 209f; Errichtung eines Schauplatzes: eines Theaters.

30                Goguet: 403,33.

33                Nachbar: wohl J. Chr. Berens.

35f.             Der Serg.[eant]: A. H. Berens.

37                General.[in].

338,10         mit Ihrer lieben Hälffte tröstet: ebenfalls eine Fehlgeburt beklagend.

15                Gedicht von Ihnen: Empfindungen der Freundschaft in Abwesenheit des Herrn Trescho, 1761 in dessen Gedichtsammlung Religion, Freundschaft und Sitten, in Gedichten veröffentlicht. Wenn Hamann sich um ein näheres Verständnis bemühen will, ist das bereits als Kritik am dessen Verstiegenheiten zu lesen; siehe den Beginn: Freund! Länder trennen und breitgeschwollene Seen,/ Als wenn schon unser Geist in jenen Empiräen/ Von Stern zum andern Stern in fremder Welten Zug/ Die Szenen wechseln säh <...>.

Brief 146

338,20         Ihren Brief: wohl die Antwort auf 143, nicht überliefert.

25                Freund und Tröster: Jh 14,16; 14,26;

15,14.          Der Cento wird johanneisch fortgesetzt, etwa mit Jh 20,23.

28                Friede: Lk 24,36.

339,3ff.       Das Folgende (in Cento-Form) bezieht sich auf Lindners Versuch, sich wegen seiner Kritik an Hamanns Verhalten in Riga zu rechtfertigen; der umfängliche Cento besteht in einer Variation des Themas Unzeit, nach Sir 20,1; 22,6 und 2 Ti 4,2. 340,4ff. Unmittelbar thematisch wird dies 340,27ff.

8                 der vornehmste unter den Sündern: 1 Ti 1,15.

10                Schwäche: 2 Ko 12,9f.

14                im ersten Briefe: 1 Ko 5,5.

16                im andern Briefe: 2 Ko 2,7.

19ff.            harten und seltenen Ton: 2 Ko 7,12.

25                einen der Geringsten: 1 Ko 1,28; 12,24; Mt 10,40ff.

30                Instrument von 10 Sayten: Ps 33,2; Ps 92,4; Ps 144,9.

31                einem klingenden Ertz: 1 Ko 13,1.

32                Schwerdt: 1 Sm 21,9; 22,10.

34                mit dieser Figur: Ironie im Sprachbild; Hamann versteht 1 Mo 3,15ff. als Ironie Gottes, vor allem wohl die Schürze von Feigenblättern und die Felle, 1 Mo 3,21; Aesthetica in nuce, N II,198.

340,1           Goliath: 1 Sm 17,43.

3                 sein eigen Gewehr: sein Schwert.

4                 Unzeit: Hamann moduliert nun das Generalthema in die neutestamentlichen Bilder der heilsamen Unzeit: Mt 26,6ff.; Mk 14,3; Lk 7,26ff. (Jh 12,3ff.).

5                 Die Weiber: Lk 24,1ff.

11                Geister zu prüfen: 1 Jh 4,1.

13                alle Dinge: Rö 8,28.

14                Zeug: Hes 44,18.

17ff.            Cento aus Eph 3,9; Ps 139,4 (Spr 16,1); Ps 56,9; Ps 139,6 (Hi 11,6).

21ff.            Cento aus 2 Mo 23,19ff; 5 Mo 9; Ps 106,33; Off. 3,4f.; Jes 63,3; 1 Ti, 14; Lk 7,21ff. u.a.

35                aus ihrem Munde: Lk 19,22.

341,3           Gefäße: Anspielung auf Adam.

4                 Thorheit: Anspielung auf Pr 10,1; 1 Ko 1,18ff.; 2 Ko 4,7.

11                Arges: Jh 3,20ff.

14                aus der Gruben: Applikation von Jer 38,7ff.; Joseph: 1 Mo 37.

15                Alexander <...> Verfälscher: bezieht sich wohl auf die berühmte Anekdote von der Begegnung Alexanders und des Diogenes von Sinope, Cic. Tusc. 5, 32,92. Von A. gefragt, ob er etwas brauche, habe D. nur gebeten, aus der Sonne zu treten, weil er sie ihm verstelle. Hamann wertet die Hinnahme des Zynismus offenbar höher als die Arroganz falscher Bescheidenheit.

18                Verflucht: Jer 48,10.

28                Paule!: Apg 26, 24; mit den Leuten ist deutlich die Berens-Familie gemeint.

32                Egypter tod geschlagen: 1 Mo 2,12 (Apg 7,24,28).

34                Gott über Pharao: 2 Mo 7,1; Aaron: 2 Mo 4,12ff.

36                Mahomet; 4 Mo 12,6.

342,2           Fleisch und Bein: Lk 24,39.

3f.               Das Folgende -deutlich ad personas der Berens': Götter: Apg 14,11; Ps 82,7.

8                 Thür: Jh 10,1 und 7; Kol 4,3 u. a.

11                Ihr Heuchler: Mt 22,18; 23,13ff.

13ff.            Ihr seyds: Lk 16,15.

18f.             die kleinen Füchse: Hl 2,15. Hamann assoziiert sogleich die Geschichte von Simsons Rache.

24                Gift <...> Butter: Jak 3,8; Ps 55,22.

28                Sara: 1 Mo 18,10ff.

31f.             Ahas: Jes 7,10ff.

37                Erinnerer, der Tröster: Jh 14,26.

343,4           Lies letztere.

10                Mach dich auf <...> Bileam: 4 Mo 22,22ff. Im Folgenden werden Zitate aus 2 Pt 2 eingekreuzt.

13                Lies der Mann von Gaben nicht sahe; Lohn der Ungerechtigkeit: 2 Pt 13/15.

26                Kopfputz des Frauenzimmers: 1 Ko 11.

33                Unser Leben: Kol 3,3; Es ist noch nicht erschienen: 1 Jh 3,2.

34                Agrippa: Apg 26,28.

344,2ff.       wir wie Anacreons <...> scherzen: eine Synekdoche weltlicher Lüste, die auch die neuere Anakreontik einbegreift. A. soll an einer Weinbeere erstickt sein, Anth. Pal. 7,20; Hamanns Quelle ist aber wohl des Plinius maior Naturalis Historia 7,44: ut Anacreon poeta acino uvae passae <...> [periit]; Val. Max. 9,12 meint: an einem Rosinenkern.

7                 Vernunft: so lautete offenbar der Appell Berens'.

9                 Ein Narr: Ps 92,6f.

10                Lies glaubt es [nicht].

12                ich weiß aber: Ps 92,7.

15                Racha!: Mt 5,22.

17                meiner Länge: Mt 6,27.

18                Lilie im Thal: Hl 2,1.

26                Alphonsus: der König von Kastilien, Alfonso wollte die Ptolemäischen Planetentafeln bloß verbessern, nicht grundlegend verändern, Biblische Betrachtungen, N I,10 und die Anspielung in Sokratische Denkwürdigkeiten, N II, 70.

29                Wort am Anfange: Hamann sieht ineins 1 Mo 1,3 und Jh 1,1.

30                Evangelium verdeckt: 2 Ko 4,3.

31                Nicht der Wille: Jh 1,13.

32ff.            Lies Geb[lütes]; Cento aus Jh 1,13; Ps 110,3; Ps 127,3; Lk 1,35 (überschatten).

36f.             sucht die Einsamkeit <...>: die Topoi der petrarkistischen Dichtungstradition.

345,6ff.       Str. 2 des Kirchenliedes Wer recht die Pfingsten feiern will von Ernst Lange, dem Danziger Bürgermeister.

20                Moses: 4 Mo 12,3; Donnersohn: der Evangelist Johannes nach Mk 3,17.

24                Miethling: Jh 10,12.

28                metromanie: Dichteritis, die derzeit schläft, aber Hamann, der sogleich den Fürst dieser Welt nach Jh 12,31 assoziiert -und damit Friedrich II.- kennt Lausons Panegyrik, die 1763 unter dem Titel Päan. Friedrichs Palmen geheiliget im Druck vorliegen wird.

30                Hintergrund der politische Glosse: der Siebenjährige Krieg; aktuell: die russische Besetzung Ostpreußens, die wechselnden Siege und Niederlagen des preußischen Heeres; die bei Kunersdorf (am 12. August) steht bevor.

Brief 147

346,13         Tabelle: 331,20.

33                wie Galathe: Verg. ecl. 3,64f: malo me Galatea petit, lasciva puella, et fugit ad salices et se cupit ante videri, 377,24f.

36                Menschen und Bildsäulen: wohl ein Hendiadyoin, für Standbilder.

347,1           wie Demosthenes: der als berühmtester Redner des Altertums bekannte Sohn des gleichnamigen athenischen Feldherrn, übte bekanntlich am Meeresufer -und dazu noch mit Steinen im Mund- Sprachkraft und Stimmstärke; Plut. 15.

18                Wißen nicht aufblähen: 1 Ko 8,1.

21                Der hundertäugige Argus: bis Zeile 25 von H. v. Hofmannsthal für das geplante Buch der Freunde aus Roth 3,10 zitiert.

22                wie sein Name ausweist: Hamann bezieht sich auf die gewagte Etymologie ανεργος: un-tätig, wohl auch auf seinen Beinamen: πανοπτες, der Allesseher, der Scharfblickende, Wachsame (Apollod. 2,1,§ 3; Aischyl. Prom.).

27                Einsetzung: 1 Mo 2,1-3.

33                Meinung der besten Kunstrichter: Hor. ars 47f.

35                lies Reddiderit iunctura.

348,4ff.       Rang, den uns Gott angewiesen: Jos 9,20ff.

Brief 148

348,11         Beggerow: Begrow; durch Jakobi Predigten: die Hamann für Lindner wohl fälschlich besorgt hatte.

13                Schlegel: Johann Adolf Sch., Clausnitzer.

23                Kramers Beredsamkeit: Cramer.

24                Zueignung an ihn: Giseke wurde 1754 Cramers Nachfolger als Prediger in Quedlinburg.

28                Diese Perle: an Predigt, in ihrer Mutter: Muschel, ist ihm wertvoller als des Goldmunds, des Kopenhagener Hofpredigers, Johann Andreas Cramer auf die Schnur gezogene Sammlung einiger Passionspredigten (vermutlich bis dahin 9 an der Zahl), die Hamann (Zeile 30) wohl als zu poetisch empfand; nordischen Chrysostomus: Goldmund, weil Cramer die Predigten des Chrysostomos herausgegeben hatte. Siehe auch 436,18 bis 437,31.

349,5           Sehnsucht in der Freundschaft: Gedicht Lindners, das Hamann in der Sammlung Treschos las, 338,15.

12                Bodmern zuschreibt: 1752 hatte er Moschus' und Nonnus' Europa-Gedichte herausgegeben, 357,11.

13                diese 2 ungl[eichen].

36                Den Parasiten gleich: die aus der antiken Komödie überlieferte Figur, noch in der Komödie des 18. Jahrhunderts lebendig.

350,3           Scapins bei den Römern: den Franzosen und ihren Komödien; so hat etwa Molière in Les fourberies de Scapin die aus der italienischen commedia dell'arte stammende Figur des Scapino in den Mittelpunkt seiner Komödie gestellt.

25                mygdonische Flöte: von der Stadt Mygdonia in Großphrygien; mygdonisch: phrygisch (als reiche Landschaft bei Hor. carm. 3,16,41 und Ov. met. 6,45).

351,18         führt: Hamann normalisiert das Bodmersche fyhret.

37                Lies Auf diesem.

352,4ff.       Hamann deutet im Folgenden (was er schon vorbereitete mit dem betont geistlichen Anklang in ihr Glaube, 351,13) den Raub der Europa als individuelle Heilsgeschichte und scheut dabei nicht die erotische Pointe des Moschus (351,26f.); Entäußerungen: Aufgeben des Ranges, Verwandlungen, Verlarvungen, Masken.

5                 Kunstgestalt: doch wohl verschrieben für Knechtsgestalt.

6                 ein Wurm: Ps 22,7.

8                 im Hosea: 5,12.

10                güldenen Regen: Anspielung auf den Danae-Mythos.

11f.             Eingeweide: Lk 1,78.; Kol 3,12.

18                Lies Gras isst; Lügengeist: 1 Kön 22,22; 2 Ch 18,19ff.

19                Wiedersacher: Hi 1,6f; 2 Ko 11,14.

20                Lies Lichtes, 2 Ko 11,14.

21                der bürgerliche Edelmann: Anspielung auf Molière' Le bourgeois gentilhomme.

22                Kaiphas: Jh 11,49ff.

23                Saul: 1 Sam 10,10ff.

24                ihr Vater: Jh 14,8.

26                Wand <...> Fenster <...> Gitter: Hl 2,9.

28                der König der Philister: 1 Mo 26,8.

29f.             das tägliche Brodt: Mt 6,11; Lk 11,13; Jh 6,35.

31                Lies isst.

35                sein Horn: Hamann assoziiert das Horn am Altar, nach 2 Mo 27,2 u. ö.; 1 Kö 1,50; Ps 118,27; Jer 17,1; Am 3,14; Jdt 9,9. u.a.

37                so sicher als Petrus: Mt 14,28ff.

353,6           Herr B.[erens]: Johann Chr.

9                 Uebersetzung eines platonischen Gesprächs: vielleicht der 2. Dialog mit dem Titel Alcibiades, 451,16. Wenn Hamann dies dem Freunde Berens zukommen läßt, so argumentiert er- im Blick auf sein jetziges Verhältnis (Conjuncturen)- wiederum mit Anspielungen, indem er sich die Rolle des Sokrates zuweist. Auf die Gefahr hin, mißverstanden zu werden: als Sophist, der die Wahrheit im Wortsinne manipuliert (mit eigenen Händen -Autocheirie, nach Act 27,19) und beliebig mit ihr spielt (Quodlibet), während Berens-Alcibiades als der Selbstdenker (Ideot) dasteht. Die Übersetzung (eines Anonymus) ist wohl die 1755 in Leipzig erschienene: Platos lehrreiches Gespräch von der menschlichen Natur.

16                wenn ein honichter Schlummer: Vers 3 und 4 aus Moschus' Europa in der Übersetzung von J. J. Bodmer.

353,19         Nimmse: ostpreußisch: Prise.

Brief 149

353,28         Seidlitzer Wasser: 356,34.

354,9           Urtheil über amphibische Dinge: metaphorisch für: zwei Welten, Diesseits und Jenseits, Menschenvernunft und Glaube.

14                Schwung Witz <...>: was Berens offenbar an Hamann gelobt hatte.

20f.             St. Real <...> seine Weißagung: nicht ermittelt. Anspielung auf Jh 2,14-17 (Mk 11,15; Lk 19,45f.).

24/28          Cento aus 1Jh 5,6; Eph 5,13; Jh 16,12; Mt 9,11ff.u.11,19.

33                Ausdruck in Wolsons Briefe: 345,23.

37                Trescho <...> nach Hause: wohl Morungen.

355,1           Kathrinhöfchen: 363,10f.; Intelligenzblatt: die Königsberger Wochenzeitung.

8                 Nürnberg. Br.[iefe]: nicht ermittelt.

9                 Cissides: von Ewald v. Kleist, 333,18.

10                Von Swift: offenbar die von Hamann negativ beurteilte Übersetzung J. H. Wasers (229,1ff.).

18                Magazin: Magazin für junge Cavaliers.

19                Rhapsodie: hier pejorativ verstanden, etwa als improvisierte bloße Reihung.

22                Niemeyer: Johann Barthold Niemeier.

25                mit Humes zweyten Theil fertig: die Umarbeitung seines Treatise on human nature unter dem Titel Enquiry concerning human understanding, 1748; Seine Versuche: Essays moral political and literary; ohne Sulzer gelesen: also im Original. Sulzer, als Herausgeber und Verfasser von einleitenden Kommentaren ist in den Philosophischen Versuchen über die menschliche Erkenntnis nicht genannt.

26                bei Remus Schach: ein Königsberger Kaffeehaus, also wohl: als unangestrengte Freizeitbeschäftigung.

28                Crocodil mit seinem Meuchelmörder: das (der) Ichneumon, eine Mangustenart, nach Plin. nat. 8, 88-90: wenn der kleine Vogel Trochilos dem Krokodil Zähne und Schlund gereinigt hat und dieses, durch das angenehme Picken ermüdet, einschläft, springt das Ichneumon <...> wie ein Geschoß durch den Schlund und zerfrißt ihm den Bauch, siehe auch Eubul. frg. 107,10; Strab. 17,812; Diod. 1,87 u.a.

32f.             Die letzte Frucht <…>: in der Übersetzung Sulzers, Philosophischer Versuch über die menschliche Erkenntnis. Vierter Versuch, sceptische Zweifel, S. 75 (in Hamanns Umstellung). Th.Brose, Ich war von Hume voll, als ich die Sokr.[atischen] Denkw.[ürdigkeiten] schrieb, in: Hamanns Briefwechsel. Acta des zehnten Internationalen Hamann-Kolloquiums <…>. Göttingen 2016, 163ff.): Thus the observation of human blindness and weakness is the result of all philosophy.

37                Paulus das Gesetz: vor allem im Römerbrief passim.

356,8f.        auf 1 Ko 14,8 anspielend.

10ff.            Versuch von den Wunderwerken: in seiner Enquiry concerning human understanding, 10. Abschnitt: Über Wunder, 2. Teil gegen Ende, auch 380,9ff. im Brief an Kant, der Hume wohl erst durch H. kennenlernte. Die zitierte Stelle ist in der Übersetzung Sulzers referiert, Brose, S.164 f.

16f.             vgl 380,16: Wunderwerkes bewußt, welches <…> umkehrt, im Kantbrief die nach Brose, S.165 schwierigere Lesart: welche alle Grundsätze seines Verstandes umkehrt, die genaue Wiedergabe der Sulzerschen Übersetzung.

24                wie Spencer will: Spenser, Stelle nicht ermittelt.

34                Haben Sie Gedult: 364,6.

357,6           Cartel: schriftliche Herausforderung zum Duell.

10                letzten Brief: 148.

11                Moschus Gedicht: 349,11.

13                Coluthus: Kolluthos.

20                Das erste Wiedersehen: 353,32ff.

22                Elegie des Dichters: wohl J. G. Lindners in seinem Gedicht auf die Freundschaft, dessen Motivreihe Zeile 25 nennt, 338,14f; gemeint ist mit der Übersetzung (in ein Paean: Preislied) die Applikation auf Hamanns ehemalige Freundschaft mit Berens (anderen Schlüssel <...> Refrain umkehren).

Brief 150

357,34         Arbeit zu Ende: 358,1.

358,3           Leusdeniarisch Testament: Leusden und Kypke; Daries Wörterbuch: Danz, Johann Andreas, Compendium grammaticae <...>.

17                kurze Einlage: verloren gegangen.

36                Säuglinge: 1 Ko 3,2; 1 Pt 2,2.

359,3           Lies gehört.

6                 Mir geschehe: Lk 1,38.

8                 Winderzeugungen eines Hills: Lucina sine concubitu des John Hill, siehe den zweiten Abschnitt der Sokratische[n] Denkwürdigkeiten, N II,75,11 und 197,34.

10ff.            Cento aus Heb 1,17; Lk 1,34; Lk 1,37f.; Jh 8,50 (Ehre, u.a.); Off. 2,9 und 3,9; Lk 2,8ff.; Mt 2; Mt 27,52 (Gräber).

23                Lies Prosopopoeen: vom griechischen Lehnwort ins Lateinische: prosopopeia: Personendichtung oder poetische Fiktion.

25f.             Brocken: Mk 8,19; Jh 6,13; Monosyllaben: einsilbige Wörter wie Brot, Korb, Geist; mit Johannes: Jh 21,25.

31                Lies Wehen: nach Mt 24,8 (Mk 13,8).

32                Loth: 1 Mo 19,14ff.

37                Anspielung auf Gal 5,22.

360,2f.        Gnade genügen <...> Kraft: 2 Ko 12,9.      

5                 wie Horatz: Hor. sat. 2, 1,30-34: ille velut fidis arcana sodalibus olim/ credebat libris neque, si male cesserat, usquam/ decurrens alio neque, si bene; quo fit ut omnis/ votiva pateat veluti descripta tabella/ vita senis: [Mir macht´s nun einmal Freude, in Versform meine Worte einzukleiden- ganz wie Lucilius es tat, den wir in diesem Punkt doch beide nicht gewachsen.] Der hat wie treuen Freunden einst den Blättern anvertraut, was ihn in tiefster Brust bewegte; an keinen andern wandte er sich in Lust und Leid: so kommt´s, daß wie aufeinem Weihgemälde nun des greisen Dichters Leben vor uns liegt.(Übers.Färber/Schöne).

8                 so dromedarisch: wie das einhöckrige Kamel sich nach Oasen sehnt; siehe Hamanns Verse von 1751 Freundschaftlicher Gesang auf die Heimkunft des Herrn S. G. H.[ennings], N II, 228f., wo die Verse 10f. lauten: Gar zu leichtgläubig getäuschet, in dromedarischer Sehnsucht/ Erscheint mir Deine Gestalt!

27                der Dichter, der für die Ewigkeit schreibt: Hor. carm. 3,30: Exegi monumentum aere perennius.

29                Homer durch den Schlummer seiner Muse: Hor. ars 359: quandoque bonus dormitat Homerus.

30                Der Zorn des Achills: aut famam sequere aut sibi convenientia finge/ scriptor. honoratum si forte reponis Achillem,/ inpiger, iracundus, inexorabilis, acer/ iura neget sibi nata, nihil non adroget armis: Hor. ars 119-122 (nach Hom. I,1,1,1): Die Stoffwahl verlangt Anschluß an die Überlieferung oder, bei freier Erfindung, innerlichen Einklang. Führt deine Dichtung etwa aufs neue den Achill vor, dann muß er rastlos sein, zornwütig, unerbittlich, leidenschaftlich, Anerkennung dem Recht versagend, jede Willkür dem Schwert ertrotzend (Übers.Färber/Schöne).

361,3f.        Wirth <...> Gedicht: J. G. Lindner; das Gedicht ist nicht ermittelt.

7                 Sergeanten Quartier: des A. H. Berens; Begleitung: 337,35ff.

19                geschwinde Antwort: bezieht sich wohl auf das 358,6 genannte Wörterbuch.

Brief 151

361,29         Frau Belgerin: bereit zur Seereise nach Riga, 363,9.

30                Vater:       366,6.

362,9           was gutes: bei der Wahl des Pelzes.

14                Diese Begegnung mit Berens und Kant stand im Zeichen einer grundsätzlichen religiösen Auseinandersetzung, die sich in den Briefen an J. G. Lindner und -objektiviert- in den Sokratischen Denkwürdigkeiten fortsetzen wird.

22                Frau Consistor. Rath L.[indner].

27                faselnde Vergnügen: tändelnde, unkonzentrierte.

29                Gedichte: von F. J. W. Schröder, 367,7.

32                Kayser: Kaufmann in Mitau.

33                Lindner dort: Ehregott Friedrich in Mitau.

363,7           Liborius: 361,28.

13                Brieff aus Riga: von G. I. Lindner, 365,29; 391,16.

16                Packetgen: mit mehreren Exemplaren einer Rede J. G. Lindners, 366,6.

17                3 Studirenden: 386,30.

Brief 152

363,27ff.     Zuschrift: Zeilen 13 und 16 und 366,6; 386,30.

32                Hogartsche Zeichnungen: nicht ermittelt.

36                meines Wirths: Kanter.

364,7           Lies jedem andern.

8                 im letzten Briefe: 356,34.

9                 Sein letzter Brief: 363,3.

12                der weise Memnon: in Voltaires Memnon ou la sagesse humaine beginnt die Statue des Memnon zu tönen, wenn Eos sie bescheint, wie bereits antike Quellen, z. B. Philostrat, Statius erzählen.

19                Anfang des franzosischen Gespräches: 358,19.

25f.             in 2 folgenden Briefen: 150 und 151.

29                363,13; 391,16.

30                Beruf am Herzen: Br. 147.

365,8           unser Riechen: Jes 11,3.

13                zu haßen: Lk 14,26.

17f.             Wahrheiten zu kollern: 1 Mo 21,12.

18                wie Solon: bezieht sich auf die (in Plutarchs Solon-Biographie, 8,1f.) überlieferte Geschichte, daß Solon, um, gegen das öffentliche Verbot, zum Feldzug gegen Salamis auffordern zu können, sich wahnsinnig stellte und auf der Agora seine Elegie (ιομεν εις σαλαμινα) "sang".

23ff.            Cento aus 2 Ko 1,5 (des Leidens Christi viel); Jh 7,5 (Seine Brüder); Jh 1,11 (die Seinigen); 2 Ko 9,8 (reichlich getröstet).

28                Mlle Steink.[opf].

29                Bruder aus Curland: Gottlob Immanuel L., der also im Hause v. Witten sehr gut einschlägt; 363,13 und Nr. 156.

31                in ander Wort: möglicherweise die Verlesung von Cavalier und dazu der Kontext mit der Caligula-Anspielung, 269,1-6); auch 391,23.

35                Lies Witz in.

366,7           Ihre Rede: offenbar eine Schul-Rede, 363,16.

15f.             Herr Berens: 362,14ff.

22f.             gleich den Lampen: Mt 25,1ff.

24                Hamann nutzt die etymologische Analyse der philosophiegeschichtlichen Kennzeichnung des Diogenes von Sinope als Kyniker: Hundsphilosoph (Diog. Laert. 6, 40,55,60,77) zu einer ironischen Polemik ad personam, indem er (parallel zu den biblischen Splittern und Balken im Auge) die kleinen Hundszähne des gesitteten Freundes gegen die Hauer der Wildsau H. ausspielt.

26                den Du suchst: Anspielung auf Diogenes, der bei Tage mit der Lampe auf dem Markt einen Menschen sucht (Diog. Laert. 6, 41).

27                der Philosoph mit dem zerbrochenen Bein: Epiktet, die Folge einer brutalen Strafe während seines Sklavendaseins.

28                Vater-unser-Anspielung.

367,3           halbe Töne: gemeint ist die Chromatik in den italienischen Melodien.

4f.               lybische Wüste: das Gleichnis der Öde, das er später mit Mt 33,3 (die Stimme eines Predigers in der Wüste) positiv applizieren wird.

7                 Gedichte: die Sammlung Schröders, 362,29.

10                Mlle Schwester: Katharina.

18                πρωτον ψευδος: Urlüge, Grundirrtum.

26                Ode: Dem Allgegenwärtigen; 395. Sie erschien zuerst, noch ohne Überschrift, im 44. Stück des I. Bandes des Nordischen Aufsehers vom 14. Sept. 1758.

28                sein deutsches Triumvirat: Klopstock in seinem Aufsatz Von der Sprache der Poesie, erschienen im I. Band des Nordischen Aufsehers, 26. Stück vom 18. Mai 1758.

34                eine so nichts bedeutende Interjektion als das Ach! ist: dessen Stellung im Vers hatte Klopstock im 26. Stück des Nordischen Aufsehers reflektiert, und Lessing zitiert diese Stelle in seiner lobenden Rezension der Beiträge Klopstocks zum 1. Band des Aufsehers, die er 1759 im 51. der Briefe die neueste Litteratur betreffend erscheinen ließ; auch 377,10.

37                Betrachtungen über das Publicum: Von dem Publico, zuerst im I. Band, 49. Stück des Nordischen Aufsehers vom 21. Okt. 1758 erschienen.

368,3           emblematisch: bedeutet hier sinnbildlich.

4                 Protheus: in eigenwilliger Etymologie (Pro-Theos?) für Proteus; Zeile 5: angebetet <...> abergläubisch <...> betrogen.

6f.               Ein blessirter Officier: das war der fingierte Leser der Briefe die neueste Literatur betreffend; aber die Herausgeber Nicolai, Lessing und Mendelssohn zielten auf einen realen Adressaten, den gemeinten Leser Ewald v. Kleist. Die Briefe erschienen seit Januar 1759, bogenweise alle Donnerstage, in Nicolais Berliner Verlag. Aus der Einleitung: Der Herr von N ** ein verdienter Officier, und zugleich ein Mann von Geschmack und Gelehrsamkeit, ward in der Schlacht von Zorndorf [Sieg der Armee Friedrichs II. über die Russen, 1758] verwundet. Er ward nach Fr ** gebracht, und seine Wundärzte empfohlen ihm nichts eifriger, als Ruhe und Geduld. Langeweile und ein gewisser militarischer Eckel vor politischen Neuigkeiten, trieben ihn, bey den ungern verlassenen Musen eine angenehmere Beschäftigung zu suchen. Er schrieb an einige von seinen Freunden in B ** und ersuchte sie, ihm die Lücke, welche der Krieg in seine Kenntniß der neuesten Litteratur gemacht, ausfüllen zu helfen. Da sie ihm unter keinem Vorwande diese Gefälligkeit abschlagen konnten, so trugen sie es dem Herrn Fll. auf, sich der Ausführung vornehmlich zu unterziehen. Wie mir, dem Herausgeber, die Briefe, welche daraus entstanden, in die Hände gerathen, kann dem Publico zu wissen oder nicht zu wissen, sehr gleichgültig seyn <...>.

9                 Schärfe: so bei Hamann öfter (wie Grimm WB 14, 2213: Scherfe) für Schärpe.

12f.             temporair Invalide: später wird Hamann die Schriftsteller (so auch sich selbst) als Invaliden des Apoll bezeichnen. Zum Schreiben für die lange Weile siehe den Titel der Sokratischen Denkwürdigkeiten.

15                Kein Bergmann: Christian Gottlieb B. Seine Übersetzung von Bolingbrokes Briefe[n] über die Erlernung und den Gebrauch der Geschichte hatte Lessing im 3. und 4. der Briefe die neueste Litteratur betreffend unter seiner Sigle Fll als fehlerhaft kritisiert und im 30. Brief als Nachricht, die den 1. Theil der Briefe<...> abschloß, das Antwortschreiben Bergmanns kritisch zerpflückt.

16                Wieland: Lessings Kritik seiner frömmelnden Jugendwerken in den Briefen <...>, Nr. 7-14, 63/64.

19                wie Pythagoras: nämlich als unbeteiligter Zuschauer, Cic. Tusc. 5,3; (Diog. Laert. 8,6,8; 389,2.

22                Rachis im Kloster: von Christian Tobias Damm.

29ff.            Cento aus Gal 1,8; 2 Ko 5,20; Co 1,20; 1 Pt 3,8; Jak 1,10; Phil 2,15; Jh 1,11; Mt 21,38; Mt 27,29; Rm 8,17.

369,2           wie Klopstock sagt: Von der Sprache der Poesie, <...> daß es Gedanken und Empfindungen, oft nur einen gewissen Grad, eine Wendung, eine Art Ausbildung derselben gibt, die allein in der Poesie, und andre, die nur in Prosa gebraucht werden müssen; eine poetologische Unterscheidung, die Hamann radikalisiert.

4                 Anspielung auf 1 Ko 2,9.

6                 Göttersprache: Aesthetica in nuce, N II,199.

8                 Opferfeuer: 3 Mo 9,24 u. ö.

10ff.            Allegorische Applikation von 1 Mo 28,10ff.

15ff.            Exegese von 1 Ko 2,10ff.; Seelenschlaf: 457,36.

33                Lies gefährliche.

370,8           Wache auf: Eph 5,14.

12ff.            Cento aus 1 Mo 2,21; Hl 2,7; 3,5; 1 Mo 37,3ff.; Hi 8,21; Ps 126,1f.

18                nach einem lateinischen Sprüchwort: vielleicht amantes amentes.

22                Ich der Herr: 2 Mo 15,26.

24                zählt Matthäus: Mt 4,24.

25                versprochen hat: Mt 28,20.

30f.             unsers <...> Freundes: J. Chr. Berens.

371,6           Die Weisheit: Athene.

10                Lieblinge unter den Vögeln: Eulen.

14                seinen hiesigen Bruder: Adam Heinrich B.

24                wandele im finstern Thal: Ps 23,4.

31                Splitter <...> Sparrens: Mt 7,3ff.

33f.             der Blinde: Jh 9,6.

372,3           auf krummen: Lk 3,5.

15                welcher: zu ergänzen ist wohl Kritiker; ihrer: Ihrer.

29                Lies will ich [mich] mit; dem Töpfer -sowohl des Horazzitats wie dem Töpfer aus Jer 18,1-6.

30                in Leim: mit Lehm.

32                Das verstand Lindner nicht, Hamann erläutert 396,10 ff.

36                368,4ff.

373,2           einsamer Vogel: Ps 102,8.

3                 mit David: Ps 39,3f.

5                 ihre Schemata: die Denkgewohnheiten (wie sie Berens zeigt); aber mitgemeint ist auch der Sinn von 1 Ko 7,31 und Phl 2,7 (figura und habitus); viel vergeblicher Unruhe wohl eine Anspielung auf die Martha von Lk 10,40ff.

6                 in dem Wort Deiner Lippen: Ps 17,4.

7                 auf dem Wege des Mörders: ein erstaunliches Bekenntnis Hamanns; Höre mein Gebet: Ps 39,13.

Brief 153

Dies ist der erste der überlieferten Briefe Hamanns an Kant. Natürlich kannte man sich längst im überschaubaren Königsberg, wenn auch kaum näher. Kant wie Hamann hatten bei Martin Knutzen studiert; Kant gehörte wohl mit Lindner und Lauson wie auch H. zu der von diesem gegründeten physico-theologischen Gesellschaft, von der H. in den Gedanken über meinen Lebenslauf N II,19,20f.(Bayer/ Weißenborn 321) berichtet; bzw., da sie nicht zustande kam (ebda), zu den Gründungsinteressenten. H. hat auch wohl einiges von den frühen Publikationen Kants wahrgenommen,191,6ff. So bittet er den Bruder, ihm Kants Arbeiten --einen fürtrefl. Kopf nennt er ihn -zu besorgen, vor allem seine erste Dissert.[ation]. Das war die Nova dilucidatio <...>, deren 1. Kapitel das principium contradictionis abhandelt. Daß Hamann Kants Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels las, die zuerst 1755 anonym erschienen war, läßt sich erschließen. Auch daß man einander begegnete, ist bezeugt, 224,15f. und 226,15. Als Johann Christoph Berens im Juni 1759 nach Königsberg reiste, um nach dem ungeratenen, in die Königsberger Garnison der russischen Besatzungstruppe geflüchteten jüngsten Bruder Adam Heinrich zu sehen, dem Sergeanten, wie H. ihn nennt, versuchte er, den damals 35-jährigen Magister Kant, den er aus seinem ersten Königsberger Studiensemester, 1748, kannte, einzubeziehen in seine Strategie, den Freund H. zur gesunden Vernunft zurück zu bekehren (398,28ff.). Das Abendbrot zu dritt in der Windmühle (362,14ff.) war zugleich auch der Beginn eines interessierteren Verhältnisses zwischen H. und Kant. Daraus wurde eine komplizierte, ernst respektvolle, aber -nicht ohne ironische Lichter und heitere Anzüglichkeiten- belebte, dabei dauerhaft bewahrte, ja reziprok einflußreiche Beziehung, was noch die Spuren von Denkmotiven Hamanns beim späteren Kant anlangt (siehe die einschlägigen Studien Josef Simons). Unmittelbar vor diesem Brief (153) hatte Berens, in Begleitung Kants, dem ehemaligen Freunde einen Besuch zu Hause in seiner Einsiedlerey abgestattet. Und der Brief erlaubt einige Rückschlüsse auf die Themen des Dreiergesprächs, wie er zugleich die platonisierende und aristophanisierende Szenerie entwirft, auf der bald darauf die Sokratischen Denkwürdigkeiten sich ereignen werden, das Spiel in der Sokrates-Maske mit dem Publicum, als Niemand, dem Kundbaren und den Zween, N II,57ff. Das, bei allem Ernst seiner Abwehr, bisweilen Koboldische oder auch -nach seiner Metaphorik- das Feuerwerk dieses Briefs, mit dem er nicht zuletzt sein Fernbleiben vom verabredeten Colloquium begründet, charakterisiert er ja selbst ein wenig später als Granate <...> aus lauter kleinen Schwärmern, 398,37. Aber in Hamanns kühnem Bekenntnis zu seiner Berufung als Prophet und zu seinem spezifischen Denk-und Schreibweg (379,10ff.) waltet ein heiliger Ernst.

373,19         Lies wohl ein[e] LuftErscheinung. Vom kurzen Besuch Berens' hatte Hamann 370,30 berichtet.

26                Buler: Hamann signalisiert sogleich, daß er Berens' Verführerrolle durchschaut, Kant mitwirken zu lassen bei der Rückbekehrung. Daher auch die Ironien, sich als Kranken, durch die Krankheit seiner Leidenschaften umso Sensibleren darzustellen.

30                Gefahr des Stoltzes: ein Thema wird angeschlagen, das Br. 170 durchführen wird.

32                Steltzen: der Kothurn als Stilmetapher.

33                Genius aus einer Wolke: N II,75, zugleich Anspielung auf des Aristophanes Wolken, auf sein eigenes Nachspiel sokratischer Denkwürdigkeiten (N II, 83ff.) und die Wolke der Zeugen nach Heb 12,1 und Off 1,7.

374,2           Abschiedsrede: Watsons, 326,7ff.

4                 Lies schöne Leiber, zur Sache N II,68.

8                 die lyrische Sprache: 380,31.

13                angenehm und nützlich: Anspielung auf Hor. ars 333f.

16                Arbeit: aesthetische Artikel aus der Encyclopédie d'Alemberts und Diderots zu übersetzen. Kant beabsichtigte damit, außer dem pädagogischen Einfluß, vielleicht eine Vorübung und Vorbereitung Hamanns auf den Beruf des Übersetzers, den er ihm später denn auch bei der Zollverwaltung vermitteln wird.

16f.             Artikel über das Schöne: von Diderot, der Hutchesons Aesthetik behandelt.

17                Hutchinson: gemeint ist Francis Hutcheson, den Hamann offenbar mit dem Theologen John Hutchinson verwechselt.

18                Gespräch des Engl.[änders]: J. Harris, Three Treatises. The first concerning Art. The second concerning Music, Painting and Poetry. The third concerning Happiness; ursprünglicher Titel der ersten Abhandlung: <…> a Dialogue to th Right Honble the Earl of Shaftesbury.

19                Lies noch [ein] einziger.

20                Schaarwerk: der Artikel corvée: Frondienst aus der Encyclopédie, 317,26, von Boulanger.

28ff.            Ein Mann von der Welt: und nicht von Welt: anzüglich auf Berens, mit der biblischen Semantik von Welt.

32                alten Mann: Berens ist gerade 30 Jahre alt, aber eben kein Knabe mehr, wie Hamann süffisant eine Neigung Kants ironisiert, ebenso wie er 375,5ff. unter dem Bild eines verführten Mädchens die Indiskretionen und Egoismen Berens' geißelt, indem er das Buler-Motiv fortführt.

37                Sappho: Ovid, Heroides, ep.XV,53-56.

375,1           nostrum: von Hamann situativ verändert aus vestra.

2                 Lies Nisiadesque.

9f.               von gutem Ton: du bon ton, geschmackvoll.

11                Frankreich: Berens hatte sich eine Zeitlang zu Studien in Paris aufgehalten.

23                Billet doux: als ganzes nicht überliefert.

28                so ängstlich: so eng, genau.

30                Handschrift: Wortlaut des Briefes.

376,6           ihn in dem übersehen: darin verstehen (377,33f).

11f.             staarichten: vom grauen Star verdunkelt; meinen triefenden rothen Augen: Anspielung auf Martial 8,59: Lippa sub adtrita fronte lacuna patet.

20                nicht mit Bocks-und Kälberblut: Heb 9,12.

22f.             Anspielung auf 1 Mo 22,13, die Opferung Isaaks.

28                eines lyrischen Dichters: 374,8ff.

30                Peter der Große: 377,7: offenbar der politische Held Berens', während Hamann nicht nur politisch-theoretisch, sondern konkret die Partei des besetzten Landes ergreift.

33                sagt Montesquieu: in De l' Esprit des Loix, 3,5; 3,9-11; 4,9; 5,14.

377,1           Ein Patricius: Alcibiades, nach Cornelius Nepos Vitae, 7,9f.

4ff.              Der Absatz bezieht sich auf Montesquieu 10,3f.

7                 Abraham: Lk 3,8 u.ö.

9f.               Thut <...>: Jh 8,41; versteht: 1 Ti 1,7; euer Ach!: 367,35.

17                Aufgabe für Sie: Hamann mahnt eine Ethik an.

18                System der kleinen Welt: der Mensch mit Leib und Seele. H. neigt -gegen die Metaphysik eines Descartes und dessen Begriff des influxus physicus zwischen Geist und Leib- eher zu Leibniz' Lösung des Leib-Seele-Problems.

21                die Calvinische Kirche: mit ihrer Lehre von der Prädestination.

24                Äpfel, die ich wie Galathe[a] werfe: Verg. ecl. 3,64f.: Malo me Galatea petit, lasciva puella,/ et fugit ad salices et se cupit ante videri; 346,33f.

26                wie Socrates: N II,77.

32                Luther <...> Brochure: Wider Hans Worst, Wittenberg 1541, gegen Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel und zur Verteidigung des sächsischen Kurfürsten (Luther WA 51, 459 ff.). Gemeint ist hier, daß man Luther als ganze Gestalt nicht aus dieser grobianischen Schrift allein beurteilen könne.

378,1           Natur, sagt Batteux: ist das einzige Prinzip aller Künste. Offenbar beruft sich Hamann auf Batteux, gegen die Übertragung von Spinozas more geometrico- auf Politik und Aesthetik.

11                die Herzen aller Könige: Spr 21,1.

14ff.            Cento aus Ps 19,10f.; Ps 119,72; 99, 100, 98.

16                sind: verschrieben für ist.

22                daß Sie reich werden <...>: die Kaufleute, wobei die Großschreibung die Familie Berens mitmeint.

24                In meinem mimischen Styl: eine von Hamanns wichtigsten Reflexionen seiner eigenen Schreibart.

26                spielende Farben <...> sagt Pope: zweimal im 2. Canto von Rape of the locks: While ev´ry beam new transient colours flings, Colours that change whene´ver they wave their wings.

27                Leviathan: hier nicht in der Dämonie von Hi 40, 25; Ps 74,14; Jes 27,1 gesehen.

29f.30          Wallfisch <…> gröste Dichter <…> scherzen: Ps 104,26.

34                Fleurette: Definition seiner witzigen Schmeichelei.

37                Die Urheber derselben: gemeint: den Urhebern derselben, nämlich der Lügen in Kants Lieblingslektüre, den Reisebeschreibungen, vergebe ich.

379,1           unwißend thun: Lk 23,34; comischer Held: Molières Bourgeois gentilhomme, den in der 6. Szene des 2. Aktes die Mitteilung erstaunt, er rede Prosa: Par ma foi, il y a plus de quarante ans que je dis de la prose, sans que j'en susse rien.

4                 Das anzügliche Plädoyer für erfahrungsgebotene Skepsis leitet Hamanns Hume-Kritik ein, im Sinne von 2 Ko 4,18.

7                 Lies im dritten.

13                Sie Ihrem Monde: die vom Sinnenschein Getäuschten; Mährchen von der Ehre Gottes: die Wahrheit von Ps 19,2 verfehlend.

14                Gottes Ehre: Hi 9,7 ([Gott] versiegelt die Sterne); der Könige Ehre: nämlich der Magi aus Morgenland, Mt 2,1-11.

15                an den Früchten: Mt 7,16; 12,33; Lk 6,44; ein Prophet aus dem Schicksal: Erfahrung und Bestimmung.

16                mit allen Zeugen: Mt 5,11.

28f.             Hogarts System: in: Zergliederung der Schönheit, die schwankenden Begriffe von dem Geschmack festzusetzen, übersetzt von C. Mylius. Berlin/Potsdam [C.F.Voß] 1754, Vorrede von Lessing, Bogen b2 verso: Hr. Hogarth zeiget, daß alle Schönheit in der Geschichte und mannichfaltige Anwendung der Wellenlinie liege <…>; Hogarth selbst schreibt c2 verso: <…> gab nun im Jahre 1745 ein Titelkupfer zu meinen in Kupfer gestochenen Werken heraus, auf welches ich eine auf dem Farbenbrete liegende Schlangenlinie zeichnete, und diese Worte darunter setze: Die Linie der Schönheit. Das Titelblatt trägt das Motto: So vielfach schön schlingt sich vor Evens Blick Ihr schlanker Leib, der, in sich selbst geringelt, sie kräuselnd lockt. Milton. Auch IV,434,19.

30                Hume: 355,25ff.

34                das Mosaische Gesetz: Rm 3,20 u.ö.

380,6           Saul: 1 Sm 19,24.

9                 die Schlange: 1 Mo 3,4.

10ff.            Aus Hume' Enquiry concerning human understanding, Sect. 10, part. 2, zitiert mit Sulzers Übersetzung wie schon an J. G. Lindner 355ff. (Siehe Th.Brose, Ich war von Hume voll, als ich die Sokr.[atischen] Denkw.[ürdigkeiten] schrieb, in: Hamanns Briefwechsel. Acta des zehnten Internationalen Hamann-Kolloquiums <…>. Göttingen 2016, 163ff.)

20                Brille meiner ästhetischen Einbildungskraft: Spiel mit dem Doppelsinn von griechisch αισϑανομαι.

24                Rede vom Gelde: offenbar hatte Berens angemahnt, daß Hamann noch immer wegen seiner Londoner Schulden bei der Firma im Debet stehe.

30                Herodot: Griechenlands Happelius (Happel), der Verfasser von Größte Denkwürdigkeiten der Welt oder sogenannte Relationes curiosae. Hamann spielt mit dem Beiwort angenehm wohl auch darauf an, daß Kant damals diese curiösen Relationen als Schlafmittel zu nutzen pflegte, (Br. 893, VI,133, an F. H. Jacobi vom 12. Nov. 1785). Von den aegyptischen Bräuchen, auf die H. anspielt, erzählt Herodot in den Kapiteln 85-89 des 2. Buches.

31ff.            Antwort auf eine sarkastische Bemerkung Berens', der Hamanns Schwärmerey wohl als leirisch denunzierte; Parade Hamanns mit einer Anspielung auf Gellerts Fabeln Die Nachtigall und die Lerche und Die beiden Schwalben; die satirische Pointe zielt auf Berens' literarische Unproduktivität.

34                Genii Flügel: 373,29.

37                Mutter Lyse: „Mutter Kirche“.

381,1           Die falschen Götzen: aus der 8. Str. des Liedes Sey Lob und Ehr' dem höchsten Gut des Johann Jacob Schütz. Den Vers schreibt H. auch dem Bruder unter dem 21. Mai 1760, II,23,9.

3                 wie ein Mensch auf einen Affen: Anspielung auf Popes An Essay on Man, Epistle II: Superior beings, when of late they saw/ A mortal Man unfold all Nature's Law,/ Admired such wisdom in an earthly shape,/ And shew'd a Newton as we shew an Ape, worauf Hamann auch später noch amüsiert anspielt, N II,100,15 und N III,21,22 und 210,28.

5ff.              Sprachen verwirrte <...> mit feurigen Zungen: 1 Mo 11,7; Apg 2,3.

8                 Die Wahrheit: Hamann adaptiert die bekannte Fabel des Magnus Gottfried Lichtwer Die beraubte Fabel: die Fabel gerät unter Räuber, muß sich, da ihr Beutel leer ist, ihrer zahlreichen Gewänder entledigen, bis sie als die nackte Wahrheit dasteht. Die rührende Pointe Lichtwers dürfte freilich weit entfernt sein von der brutalen Realität des Weltlaufs: Die Räuberschar sah vor sich nieder/ Und sprach: Geschehen ist geschehn,/ Man geb ihr ihre Kleider wieder,/ Wer kann die Wahrheit nackend sehn?

12                abholen kommen: Kants Antwort -oder seinen eignen Brief?

Brief 154

Einer der Masken-Briefe Hamanns. Er provoziert den Bruder, der auf seine beiden letzten Briefe (150 und 151) nicht geantwortet hatte, 384,22. Dafür nimmt er seine eigene Antwort (147) auf jenen nicht überlieferten Brief des Bruders vom 26. Juni/7. Juli 1759 noch einmal auf, dessen ihn so erregenden ersten Satz er (383,26) nebst weiteren Sätzen (385),11ff.) zitiert. Und aus seiner neuen Antwort, die reichlich schroff gerät, lassen sich einige andere Mitteilungen des lethargischen Bruders erschließen: der hatte sich wohl zum Opferlamm stilisiert, das sich im Lehramt verzehrt, während der im Vaterhause lebende Bruder die Annehmlichkeiten des Privatgelehrten genießen darf. Er hatte sich auch offenbar (385,3ff.) über Lindner beschwert, dazu seine Einsamkeit und Menschenscheu beklagt (384,29 ff.).

381,16         letzten Briefe: 151; Diesen Donnerstag vor 14 Tagen: 24. Juli.

18                zween guter Freunde: Kant und J. Ch. Berens.

19                Hochzeit: nicht ermittelt.

22                alte Bekannte: nicht ermittelt.

27                Lies habe.

30                an meinen Schreibepult: also trotz Zerstreuungen tätig: an den Sokratischen Denkwürdigkeiten?

382,28ff.     Cento über das Gleichnis vom Graben; die Ader: Mt 13,44; Graben <...> betteln: Lk 16,3; Schweißtuch: Lk 19,20f.; Mt 25,20ff.

37                Lies malo nach Hor. ars 88: cur nescire pudens prave quam discere malo?

383,3           Apostel Petrus: 2 Pt 3,15f.

4                 ein Allerley: 1 Ko 9,22.

9                 Hamann setzt die Anwendung der Bilder aus Lk 16 fort.

16                Lies so ordentlich.

18                Pneumata: im Doppelsinn von Atemzüge und Geisteshauch.

24                eines Anonymi: der sich ab Zeile 32 als Züchtiger äußert, Off 3,19; Heb 12,5.

35f.             Gieb uns Gesundheit <...>: Anspielung auf Hor. epist. 1,18,111f.: det vitam, det opes; aequum mi animum ipse parabo: ich bitte ihn [Jupiter] nur, mir Leben und Mittel dazu zu schenken; fürs Gleichmaß der Seele will ich schon selbst sorgen (Übers.Färber/Schöne).

384,3           Ist Christus deswegen: Eph 4,8 u.ö. nach Ps 68,19.

5                 Wenn böse Eltern: Mt 7,11; Lk 11,13.

9f.               Gesunden Leib: aus Str. 1 des Liedes von Johannes Heermann O Gott, du frommer Gott.

10                bleibt: Lies bleib!

13                Waffen der Gerechtigkeit oder der Ungerechtigkeit: 2 Ko 6,7; Rö 6,13.

16                Streiche leiden: Lk 12,47.

25                Wie liesest Du: Lk 10,26.

31                die Freundlichkeit Gottes: Ps 34,9.

385,5           Was geht Dir ein Mensch an: nämlich Hamann.

8ff.              Zitat aus dem Brief des Bruders.

14                das Ohr gemacht: Ps 94,9.

19ff.            Cento aus Ps 103,8 (gedultig); Eph 3,20 (mehr als wir bitten); Eph 1,18 (Herze erleuchte); 2 Ko 4,6; Apg 26,18; Ps 36,10 (in keinem anderen Lichte).

27ff.            Weiteres Zitat aus dem Brief des Bruders.

30                Dieser Ruhm: 1 Ko 5,6.

35f.             Weiteres Zitat aus dem Brief des Bruders, das Hamann böswillig auslegt (Missa statt Buchmesse).

Brief 155

Die Lachs-Sendung wurde von einem Brief Lindners (387,31), begleitet, auf dessen Fragen und Mitteilungen dieser antwortet.

386,9           Freund und Zuschauer:388,16f.

10                Freßer: Mt 11,19.

13                Wagner: der Buchhändler und Nachbar.

22                Nachricht erhalten: wohl von seinem Bruder oder von E. F. Lindner.

23                von meiner [Lustreise]: nach Trutenau, 361,28; 363,6.

25                Springwaßer: Quell-oder Brunnenwasser.

29                Wernerin: Sophie Henriette Werner, 408,7ff.

34                Lies s[eine]n Namen [nicht] weiß.

387,3           Ihrer: ihrer.

22                in Krügers Träumen: Johann Gottlob K., 397,14-16.

23                Abwartung: Durch-und Fortführung.

34                von dem Misverständnisse: gemeint sind Hamanns briefliche Einmischungen in die Erziehung der Söhne v. Witten, nach seinem Ausscheiden als Hofmeister; darüber hatte sich G. I. Lindner wohl bei seinem Bruder beklagt.

388,21         Hamann gliedert seine Argumente mit dem hebräischen Aleph und Beth, 389,13. Zum Folgenden Lindners Marginalien, 466f.

389,2           Pythagoras: 368,19. Quelle: Cic. Tusc. 5, 3.

10ff.            Mit seiner Berufung auf Hes 14 stellt Hamann die Freundschaft auf eine starke Probe; siehe Lindners zugehörige Marginalie.

22                wie ein Anonym: Nr. 154.

23                Freude Josephs: 1 Mo 45,24ff.; Jh 1,12; Ps 34,22f.

28                Schreiben an Ihren <...> Zuhörer: Sanden? (386,32) oder doch Holtz? (387,1).

31                Hannibal <...> Schulweisen: gemeint ist wohl der Gegensatz von Praxis und Theorie überhaupt; Sichel in sein Feld: Mk 4,29.

36                Dolch <...> Bogen: Anklang an 1 Mo 48,22.

390,2           Lies statt [für] Hirten.

6                 laßen: müden (Gallizismus).

10                Geist der Wahrheit: Jh 14,17 und 26f.; 16,13.

13                Freund dieser Welt: Jak 4,4.

15                Deinen Nächsten: 3 Mo 19,18; Mt 5,43; 19,20; 22,39; Mk 12,31 u.ö.

16                Bathos: griech. Tiefe oder Höhe.

20                unütze Knechte: Lk 17,10.

31                Schriften der Meta: Meta (Margaretha) Moller, Klopstocks Frau, die 1758 im Wochenbett verstorben war, 392,25ff.

34                Klopstocksche Publicum: in seinem Aufsatz Von dem Publico, 367,36 -368,21.

391,6           Rachis: ebenfalls von Ch. T. Damm, 368,23.

8                 pythagorische: stillschweigende.

Brief 156

Antwort auf den 365,28f. erwähnten; er ist wohl identisch mit demjenigen ohne Absendervermerk, den Hamanns Vater 363,13 erwähnt.

391,23         Ihres vorigen Schreibens: 293,16ff.

27                Misverständnis der Eltern: v. Witten; 365,30ff.

34                das Wort: Canaille.

392,3           Sie: die Eltern v. Witten; Sie: Lindner.

11                meinen Nachbar: wohl der Buchhändler Wagner.

15                Spruchkästchen: von Karl Heinrich v. Bogatzky.

19                Poesien: von F. J. W. Schröder.

25                hinterlaßene Schriften, 390,31.

31                Sie im Grünhofschen Pastorath: Plural, weil die Familien von Vater und Sohn Ruprecht gemeint sind.

35                Die Welt: Anspielung auf das Leibniz-Klischee und Voltaires Parodie.

393,2           Sonne und Schild: Ps 84,12.

4                 selbst geschrieben: 365,30.

29                Schöpfung eine Rede: siehe den Beginn der Aesthetica in nuce; Schnur: Ps 19,2ff.

34                Lies unbegreiflich Band (Druckfehler). Siehe in den Biblischen Betrachtungen die Exegese des Buches Ruth, N I,85,9ff. (Bayer/ Weißenborn, 145,36). André Rudolph (mitgeteilt in Briefen v. 17. Jan. und 12. März 2001) erkennt in Zeile 34 ein verkapptes Young-Zitat (Mark well, as foreign as theses subjects seem, what close connection ties them to my theme (Night VI, 234f.) und in Night I,71ff. eine ideelle Parallele: How poor, how rich, how abject, how august/ How complicate, how wonderful is man!/ How passing wonder He who made him such!/ Who center'd in our make such strange extremes!/ From diff'rent natures, marvellously mix'd/ Connexion exquisite of distant worlds!/ Distinguish'd link in being's endless chain!/ Midway from nothing to the Deity!

394,6           schuf er uns: 1 Mo 1,26f.

11                Jupiter: Paus. 2,7,4, eine Quelle, der Hamann auch in Ch. L. v. Hagedorns Betrachtungen über die Malerei begegnete; sie regten ihn zu seiner Schrift Leser und Kunstrichter an, 1762 bei Hartung in Königsberg erschienen. Der Mythos von Jupiter als Kuckuck ist ein von H. geliebtes drastisches Bild für die Herablassung Gottes (N II,348 und 429). Es begegnet auch im Brief 146 an Kant, 446,9.

13ff.            Der Jude, der Christ: Mt 23,37.

23                mit Thoma: Jh 20,28f.

25                des Guten Hirten: Jh 10,12 und 14.

395,1           Auszug aus Klopstocks Ode über die Allgegenwart Gottes, zuerst im Nordischen Aufseher, Bd. 1 erschienen (367,24ff.). Diese Erstfassung wird in der Forschung mit der Sigle A bezeichnet. Klopstock hat die Ode mehrfach verändert, vor allem aber in späteren Ausgaben die Strophen von unterschiedlicher Länge in vierzeilige Strophen gebracht und den Schluß verkürzt. Korrekturen des hier wiedergegebenen Textes: Lies Zeile 1: Als Du; Zeile 9: die Hülle; Zeile 25: Ich bebe.-Verschreibungen Hamanns sind nicht auszuschließen, wie er auch versehentlich und different zu A in Zeile 4 abschreibt: Dein statt dein; in den Zeilen 19 und 20 das Ausrufungszeichen am Schluß unterschlägt, wie in Zeile 22 das Komma; in Zeile 27 ströhmte statt strömte; in Zeile 30 mein Herr statt mein HErr!. In den Zeilen 33ff. bringt H. dann noch die an früherer Stelle der Ode stehenden Verse, mit Varianten: in Zeile 33 ohne Schlußkomma; in den Zeilen 34/35: Gott machte sie!/ Gott ist, wo die Blume ist statt Gott machte sie,/ Gott ist, wo die Blum' ist.

37                Gärtner: Jh 20,15.

Brief 157

396,3           Ihres letzten Briefes: 363,27.

4f.               Stadtr.[ätin] Wernerin <...> HE. Schultz: 386,28f; 408,7ff.

12ff.            383,23 und 372,31ff.

16                Ihr alter Zuhörer: Hamanns Bruder; 372,31f.

26                Warum lachst du aber: nach Horaz sat.1,1,69f.: Quid rides mutato nomine de te fabula narratur.

27                Du selbst bist der Mann: 2 Sm 12,7.:

29ff.            Lay <...> Paulus vom Weißagen: 1 Ko 14,24f.

33                κατ' ανϑρωπον <...> κατ' εξοχην: personbezogen vs. allgemein, ausschließlich.

397,1           parrhesie und εξουσια: Zentralbegriffe des NT: Parrhesie: Offenbarkeit/ Freiheit/ Freudigkeit/ Glaube/ Vertrauen; εξουσια: Vollmacht/ Gewalt/ Befugnis, 422,34f.

2                 das Verborgene: 1 Pt 3,4; 1 Ko 14,25.

9ff.              dem Geringsten: Mt 18,6; 10,42

14                Ein Krüger Wortspiel mit dem Wort für Gastwirt (Krüger) und dem Verf. der Gelehrten Träume über die Leidenschaften, 387,22.

26f.             universalibus <...> particularia: Allgemeinheiten vs. Besonderheiten.

29                Der Freund <...> Richter: Jk 4,12.

398,1f.        Zitat aus Lindners Brief.

5                 Licht in der Finsternis: Jh 1,5; Rö 2,19.

6                 natürl.[ichen] Menschen: 1 Ko 2,14.

7                 ατοπος: ortlos.

8                 Lies Sie hoffen.

15                des Maskeraden: H. folgt dem Genus neutrum des frz. Substantivs masquerade.

16f.             Engel des Lichts: 2 Ko 11,14.

19                Kohlen rede: Ps 140,11; Spr 25,22; Rö 12,20.

21                Aristoteles: nach Diog. Laert. 5,1,1 sei A., sagt man, dünnbeinig gewesen.

34                bei seinem neuen Freunde: Kant, seinen kleinen Magister (399,1).

37                Granate: Nr. 153.

399,6           Ulysses: Hom. Od. 12,16-177.

11                Schweißtuch: Lk 19,20f.

15                Ihre ordre: gemeint ist eine Verhaltensregel. Wegen Hamanns Neigung zu achtungsvoller Großschreibung ist im Folgenden schwer auszumachen, ob mit dem Sie nur Lindner gemeint ist oder der Berens-Clan; wahrscheinlich geht es in den Differenzen mit diesem auch darum, daß sie Forderungen finanzieller Art erhoben hatten (380,23).

24                Gemeint ist wohl, daß von Anfang an die Freundschaft mit Berens im Zeichen der XII. Tafeln stand, d.h. auch der solonischen Gesetze, vor allem des Verbots der Schuldknechtschaft. Hamann wirft B. also das bloß formale Verständnis von Freundschaft vor: mag er auch ein Patrizier sein, so ist er kein selbsternannter Archont wie Solon [der aber 594/93 in dieses Amt gewählt wurde]. Dabei dürfte die neutestamentliche Bedeutung von αρχην mitgemeint sein.

29                πειϑαρχειν δει Θεω μαλλον η ἀνϑρωποις <...>: denn immer gilt das von Plato apol. 29d etwas anders (nämlich: ειποιμαν υμιν οτι εγω υμας ανδρες Αϑηναιοι ασπαζομαι μεν και φιλω πεισομαι δε μαλλον τω ϑεω η υμιν) überlieferte Wort des Solon, man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen, in seiner neutestamentlichen Entsprechung, Apg 5,29. Platon in der Übersetzung F. Schleiermachers: Ich bin euch, ihr Athener, zwar zugetan und Freund, gehorchen aber werde ich dem Gotte mehr als euch <…>.

400,1f.        breiten Wege <...> schmalen Pfade: Mt 7,13f.

5                 die Hällischen Gedichte: F. J. W. Schröders.

6                 Klopfstockin: 392,25ff.

9f.               Spectacle der Natur: von Pluche.

12f.             die fröhl.[ichen] Nachrichten: von Forstmann; als dies Werk: Reden wie sichs ziemt von Forstmann, 403,16.

15                Erste Erwähnung der Sokratischen Denkwürdigkeiten.

19                mit umgekehrten Griffel: Hor. sat. 1,10,72f.: saepe stilum vertas <...>.

24                Lauson <...> das Meinige: Exemplare einer Schulrede Lindners?

Brief 158

Ein ausgedehnter Cento, dessen ineinander gewirkte Stränge und Teile nicht erschöpfend zu bestimmen sind. Doch sind es wesentlich folgende Schriftstellen:

400,28         Zeit umzukehren: Lk 15,18.

29                Gib mir, mein Sohn!: Spr 23,26.

401,4f.        1 Mo 4,1; Hos 2,16.

7f.               Wache auf: Eph 5,14.

10                Lauf nicht: 1 Sm 3,5.

11                Donner <...> Bach <...> Abendluft: Hi 37,5; Ps 74,15; 1 Mo 8,11.

14                Morgensterne: Hi 38,7; tönend Erz: 1 Ko 13,1.

17                Blut: Off 1,5; der Saame: Lk 8,11.

22                Fluch am Kreutz: Gal 3,13.

23f.             nimm hin: Mt 26,26 u. ö.; vom Himmel gefallen: wie das Manna, 2 Mo 16,31 u. ö.; Jh 6,31ff.; 47ff.; Off 2,17;

24ff.            paraphrasiert das lutherische Sola fide.

29                Rö 5,5; Tit 3,6.

30                Ps 23,5.

31                1 Mo 3,18; Jes 5,6; 7,23; Jer 40,10.

32                Jak 5,7.

33 bis 402,26    Hab 4 (3),17ff.

402,3f.        Pr 3,1; 8,6;

5                 Neue Creatur: 2 Ko 5,17; (Gal 6,15); 2 Pt 3,13; Off 21,1.

6                 Engel: Ps 91,11f.; Mt 4,6.

8                 Rö 8,28.

12f.             Bleibe <...> übe <...> nähre <...> verlaß Dich: Tob 1,15; 1 Jh 2,14; Sir 11,20; Ps 37,3; Spr 3,5.

14                Ps 37,5; Heb 13,5.

15                Baumeister: 1 Ko 3,10.

16                1 Mo 2,1.

17                stumme Geist: Mk 9,25; dein Mund: Ps 126,2.

18                Liebe: Mt 5,43; Aufrichtigkeit: 2 Ko 1,12; Vertrauen: Heb 3,6.

19                Mund überflüßen: Mt 12,34; Fülle: abundantia cordis (Vulgata); Kol 2,10. Diese metaphorische Rede von der Fülle des Herzens gehört unter die ersten deutschen Belege eines Begriffs, der -mit seinem biblisch verstandenen Sinn- in pietistischen Schriften öfter begegnet, sodann, säkularisiert, in der Empfindsamkeit wie im sog. Sturm und Drang modisch wird; Schatz: Mt 12,35.

24                Lüste des alten Menschen: Eph 4,22; Kol 3,9.

26ff.            Licht leuchten: Mt 5,15f.

Brief 159

402,34         Fragmente: von Bodmer und Wieland; Damons Bürgschaft: 391,5.

403,1           Reichels Jesaias: 411,33.

6f.               wegen des letzt erhaltenen: 400,5f.

7                 Gedichte: von F. J. W. Schröder.

8                 Logau und dem übrigen: Teile der Sendung des Buchhändlers Hartung (Nachbar), nach deren Empfängern L. gefragt hatte.

17                das stärkere Werk: Reden wie sichs ziemt.

19                Personalien: 400,13.

24                Arzeneyen: von Christian Gottlieb Lieberkühn.

28                die Lisbonner: von Lieberkühn.

35f.             Lies ausschweifend.

404,1           Sergeant: A. H. Berens.

4                 Machte mich <...> Staat: vorsorglich bereit.

7                 Arbeit fertig: Sokratische Denkwürdigkeiten.

8                 meinem Nachbar: M. Ch. Hartung, der sie auch verlegte und während der Drucklegung starb; der Druckort war Halle, der Drucker wohl Curt.

10                Ergänze nach aut nemo [zum Motto gewählt,] so habe ich.

11                ist mimisch: unter der Maske des Sokrates auf etwas anderes zielend, mit einem Beiklang von Posse.

16ff.            Sinnverändernde Anspielung auf Hor. ars 333f.: aut prodesse volunt aut delectare poetae.

18                Ezechiel: Hes 33,31ff.

28ff.            Einige der unterstrichenen (hier gesperrt wiedergegebenen) Wörter sind wohl Lindners Brief entnommen, den Hamann nach dem 18. August erhalten hatte.

405,2f.        1 Ko 1,21ff.

4                 Lies Paulus ein Christ.

6                 Christum lieb haben: Phil 3,8

7                 von dem Fluch: Gal 3,13.

24                ihren Bruder: Gottlob Immanuel.

28                aufgeblähet: 1 Ko 8,1.

406,22f.       wie Jakob: der Jakobus-Brief; bitte für diejenigen: Jh 17,9.

25f.             Die Welt: Jh 15,18ff.

27ff.            in der Wüsten: wie Johannes der Täufer, der Hofredner nach Mk 6,18f., mit dem sich identifizierend Hamann gern sein Haupt auf der Schüssel als Preiß der Tänzerin Salome gönnen würde.

33                ein Zweifel: an der Maske, im Bekenntnis zur Maske der Knechtsgestalt.

35                ein großer Kayser: Nero, nach Suet. c. 21.

407,9           Ich vermag alles: Phl 4,13.

11                Bild einer ehernen Schlange: 4 Mo 21,8.

14                zu erinnern: zu kritisieren; lies so [wenig] werden meine hämische <...>.

17ff.            David <...> Michal: 2 Sam 6,14-23.

23                Cicero: in L. Pisonem 5,14; N II,361,17ff.

Brief 160

Hamann wird später niemals mehr so ausführlich eine seiner Schriften anzeigen wie in dieser Antwort auf einen Brief Lindners (411,6).

408,4           erste Antrittsrede: als Leiter der Domschule in Riga.

7                 Frau St[adt]r[at] Werner: nach ihrem Ergehen hatte L. 386,29 gefragt.

12                am Tage Alexander Newsky: der ehedem, nach dem julianischen Kalender, am 23. November verehrt wurde.

18f.             wie die Egypter: Hdt 2,75.

410,6           Exempel des Aristoteles: N II,61.

9                 Naeman: 2 Kö 5,18.

30ff.            Isaac mit seiner Rebecca: 1 Mo 26,8.

34ff.            Ich sitze unter den Schatten <…>: Hl 2,3-5.

411,1f.        Bald sind es Berge <…> flüchtiges Reh: Hl 2,88; 2,17; 8,14.

3                 κατα του βουστροφεδον: die rhapsodische Schreibart, wie der Ochse beim Pflügen, etwa: durcheinander, von hinten nach vorn; Quelle ist Solons Gesetzgebung und wohl auch Hogarths Schlangenlinie.

8                 Joseph: 1 Mo 41,9.

10                Zinne des Tempels: Mt 4,5; (Lk 4,9).

12                mit Paulo: Rö 8,39.

13                mit David: Ps 139,8ff.

Brief 161

411,32         petites lettres sur de grands Philosophes: von Charles Palissot de Montenoy.

33                Jesaias: von Reichel.

412,13         dreister gewesen: wie Jesaja im Amt des Propheten; es ist auch eine Rechtfertigung seiner schroffen Kritik an Lindner wie an Berens, samt beider Verständnis von Freundschaft, 413,23ff.

15                Lies der Kützel.

31ff.            Paraphrase des Zitats von Jes 41,21-25.

413,19         Paulus: Rö 12,2.

23                mit jenen: Berens'.

36                ein Rad: Hes 1,16ff.; 10,10ff.

414,4           seine Nächsten: Lk 9,45; 18,34.

6                 Man: Berens.

10                Ihnen: Familie Berens.

15                St. Paulus: 1 Ko 7,1; die biographische Applikation ist mitzuhören, geht es auch -und noch immer um die verweigerte Ehe mit Katharina Berens.

22                Gott dazu versiegelt hat: 2 Ko 1,22.

23                Ihres Bauches: Phl 3,19.

25                Hiob: passim, wesentlich die Kapitel 4, 5, 8, 11, 15, 18, 20, 22, 25, 35/36 -und Jak 5,11.

26                Seinen Tod zu verkündigen: 1 Ko 11,26.

30                erster Brief <...> aus Engl.[and]: an die Eltern? -nicht überliefert.

33                Wiederbringer aller Dinge: der die αποκαταστασις παντων bewirkt, nach Apg 3,21.

34f.             nicht wie ein Mörder: Jh 10,1.

415,1           Lies wohl aushalten [mußte],. wie <...>.

4                 Gemeint ist: hätte kommen können.

5ff.              das großgeschriebene Sie bezieht sich stets auf die Berens'.

13                im Keltern: Jes 63, mit Anklang an Off 19,13.

17ff.            Cento aus Jh 7,18; 8,15 (eigene Ehre); Jh 9,38ff; 12,40; Jes 6,1 (blind <...> sehend); Lk 23,34 (Vater vergieb); Ps 90,8 (unerkannte Sünde); Rö 10,6 (Gerechtigkeit); 5 Mo 28,15f. (Fluch); Mt 5,18 (Iota); Rö 3,14 (Fluch <...> aus ihrem eigenen Mund); Mk 9,5/ Lk 9,33 (wissen <...> reden); 2 Ko 4,18 (das Sichtbare); 1 Ti,4,8 (Verheißung); Jos 9,27 (Holtzhauer); 2 Sm 21,4ff. (Gibeoniter).

416,3f.        jüngste Schrift: ein Brief von Berens?

6                 Ruthenschläge: Pr 13,24; Pr 23,13f.; Sir 30,1.

7                 Zeichen: 1 Mo 1,14. u. ö.

11f.             in das Seine: Hamann verändert charakteristisch das Zitat von Jh 16,32f., mit intentionalem Reim.

17                Ich glaube: Ps 116,10 (2 Ko 4,13).

18                Nunmehr bezieht sich die Anrede Sie auf Lindner.

21f.             Es folgt eine mit 1-5 numerierte Auseinandersetzung mit Lindners Hauptvorwürfen; aus Deinen Worten: Lk 19,22.

23                gerechtfertigt: Mt 12,37.

27                Der geistliche: 1 Ko 2,15.

28                Lies wohl mir eine Wahrheit.

30ff.            Paulus: 1 Ko 4,3f.

417,1           Verstand: Verstehen, Sinn.

3                 Wellen: Anspielung auf Hi 38,11.

14                Verachtet <...>: 2 Kö 19,21 (Jes 37,22)

27f.             Wiedersteht: Jak 4,7.

29                gegen sein eigen Fleisch: Heb 12,4.

418,6           sind: mundartlich für seyn.

12                Mit dem Sie sind wiederum die Berens', aber auch Lindner gemeint.

13                dieser harte Zöllner: Lk 18,11.

16                Antwort: einiges daraus auch erschließbar aus Brief 162.

17-28           Paraphrase von Sätzen des Bruders; die beiden Gedankenstriche bedeuten wohl, es sei sinnlos, darauf zu antworten.

29                erinnernde Minen: kritisch-mahnende Mienen.

33                zween Herrn: Mt 6,24.

35ff.            lose Lehre: Ps 24,4; 139,21f.

419,6           Jonathan: 1 Sm 18,3f.

9f.               Mt 16,24ff.; 10,34ff.

15                Bathseba <...> Urias: 2 Sm 12; Ps 51,6.

20                Gnade: Ps 94,18 u. ö.

25                mein Brief: 154 oder 158.

35                unerkannte Sünden: Ps 90,8.

420,12         unergründlich böse: 1 Mo 6,5 u.ö.

13f.             Ein Mensch: Jak 1,16f.

15                Wer euch antastet: Sa 2,8.

19f.             Weg <...> Leben: Jh 14,6; 1,4.

28ff.            Vernunft: Exegese von Rm 7,25.

31f.             Licht auf dem Wege: Ps 119,105; Jh 12,35; es brennt: Hl 1,6.

34                erleuchtete Augen: Eph 1,18.

35                Artzt: Mt 9,12.

421,1f.        petite lettre <...>: von Palissot de Montenoy, Off 12,7ff.; Jud 9.

5                 Ich stöhne: 2 Ko 4,8f.

11                zu bedenken: Ps 90,12.

Brief 162

Antwort auf einen Brief des Bruders, den Hamann am 28. Sept. erhalten hatte (418,17) und tags darauf (29. als dem Michaels Tage) beantwortet.

421,26f.       Ich bin nicht gekommen: Jh 3,17; Lk 15,4.

28                Stimme eines Predigers: Mt 3,3. u. ö.

422,12         zum Sündendiener: Gal 2,17.

14                Apostel Paulus: 1 Ko 4,8.

16f.             erkenne mich selbst: 2 Ko 11,5f.; meinen Amtsbrüdern: den Aposteln; wäret ihr Sünder: Jh 9,41.

23                brennendes <...> Licht: Jh 5,35.

27                züchtiget: Heb 12,6; Off 3,19.

28ff.            Cento aus 5 Mo 33,8-11; 5 Mo 33,9 (ich kenne ihn nicht, [die Unterstreichung dieses Satzteils will typologisch auf Petri Verleugnung deuten: Mt 26,73; Mk 14,67ff.; Lk 22,57ff.; Ri 12,6 (ein Ephraimite); Jh 12,47 (Rede <...> hören <...> halten; 1 Mo 117,9 u. ö. (Bund); Heb 10,5 (mehr als an Opfern); 5 Mo 33,10ff. (Jakob Deine Rechte <...> ); Mt 10,1 u. ö. (εξουσιαν [397,1]; Mt 5,17 ; Rö 3,30f. (Gesetz <...> erfüllt); Rö 7,14; 8,9; 2 Ko 3,6 (Gesetz <...> geistlich <...> Fleische <...> Buchstaben).

423,3           Fortsetzung des Cento: sagt der Apostel: 1 Ko 11,31f. (uns selber richteten); Phil 3,8f. (als ein Auskehricht); Rö 5,6; 8,35; Eph 2,9; 1 Jh 4,16 u. ö. (Gott, der die Liebe ist); 1 Ko 11,32 (mit der Welt verdammt); 2 Ko 5,9 (beßer, gezüchtigt); Jh 3,18 (wer nicht glaubt).

17                des Herrn Tempel: Jer 7,4.

18                hier ist Christus: Rö 8,34.

20                Lügner: Ps 116,11; Rö 3,4.

21                Artzt: Lk 5,31.

23                sein Leben: Jh 12,25.

25                Thut Buße: Mt 3,2; Mk 1,15; Apg 2,38.

27                arme Würmer <...> in seinem Namen <...> Selbst gesandt: Ps 22,7; Jh 20,21.

30f.             Jude <...> Grieche: 1 Ko 1,23; an mich ärgert: Mt 11,6; Lk 7,23.

32f.             feurigen Schlangen <...> Bild einer ehernen: 4 Mo 21,6ff.

36                Lies sagst; Nikodemus: Jh 3,1ff.

424,11         alle gute Gabe <...> bitten: Jk 1,17; Mt 6,8.

13                Haushalter: Lk 12,42.

16                Beiß <...> Stein: Klg 3,16.

20f.             Μιμηται μου γινεσϑε, καϑως καγω Ξριστου: Seid meine Nachfolger, wie ich Christi, 1 Ko 11,1

22                Koth und Schaden: Phl 3,8.

26                Friede Gottes: Phl 4,7.

Brief 163

424,30ff.     Seine Strafe: Str. 10 aus dem Lied Paul Gerhardts: Sollt ich meinem Gott nicht singen.

425,3           Jungfer Braut <...> Bräutigam: Lindners Schwester, die George Steinkopf heiratete.

10                muckern darf: sich spröde zu verhalten braucht, keinen Muck zu sagen.

20f.             Magister Weymann: Daniel W., der in der Disputation sein Dissertationsthema zu verteidigen hatte. Seine Kant-Gegnerschaft zeigte er auch mit seiner 1763 bei Kanter in Königsberg gedruckten Schrift Bedenklichkeiten über Kants Beweis des Daseyn [sic] Gottes, die auf Kants im selben Jahr (ebenfalls bei Kanter) erschienene Schrift Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes antwortet.

24f.             Magister Kant <...> Einladungsschrift: Versuch einiger Betrachtungen über den Optimismus: Vorlesungsankündigung vom 7. Oktober 1759, gedruckt bei J. Fr. Driest; 429,13; 452,31ff.

28                blinde Jungen: nach dem Sprichwort: canis festinans parit caecos catulos: eiliger Hund gebiert blinde Hündchen.

30                das Gantze: 429,13 und 452,32.

31                Stückwerk: 1 Ko 13,9.

36                Meynst du: ad personam Kants.

426,3           Seelmeßer: Psychologe.

6f.               am inwendigen Menschen <...> Ohr hört: Rö 7,22; Eph 3,16; 1 Ko 2,9.

15                Maillard: Paul Desforges-Maillard, welche der Werke Hamann meint, nicht ermittelt.

18                Orpheus: siehe auch N II,226 (Anm.), ein Gedicht des Gaius Cassius Parmensis, in: Poetae latini minores volumen primum, hg. von N.E. Lemaitre. Paris 1824, S.666-667, bei Deforges-Maillard nicht ermittelt. Es erschien in: Journal Historique sur des Matières du Temps, Fevrier 1758, tome 83, p.134 sq. eine Übersetzung des Orpheusgedichts: Quand le célèbre Orphée, au printems de son âge/ Sur le Luth maternel fit son apprentisage,/ On rioit de le voir, sans règle et pesamment,/ Tirailler les fils d´or de ce noble instrument;/ Et sa voix, qui depuis enfanta des merveilles,/ Par des sons discordans offensoit les oreilles./ Mais ce temps dura peu: la honte du mépris,/ - - - - - - - -/ Les forêts, les rochers, à l´envi le suivirent. (Freundliche Mitteilung von Wolfgang Wiemann).

18ff.            Rollin <…> sera de ce gout: in einem Brief an Desforges-Maillard vom 23. Januar 1741, in: Oeuvres de Rollin. Tome VII. Paris 1845, S. 772.

20                Erinnerungen an eine Freundin: von Chr. M. Wieland. Ein langes, reimloses Gedicht aus elfsilbigen Versen, in dem einer Freundin (höchstwahrscheinlich Sophie Gutermann, die bald darauf G. M. von La Roche heiratete) in der Vergleichung mit Frauengestalten aus antiken und neueren Dichtungen gehuldigt wird. Es entstand 1753 und wurde wohl sogleich gedruckt, wie den Briefen Bodmers, in dessen Zürcher Haus Wieland damals lebte, an J. G. Sulzer und Zellweger zu entnehmen ist. Zum Text: Sämmtliche Werke, XIV, Supplemente 4, Lpz. 1798, S. 5-18 (hier allerdings auf 1754 datiert).

21                Brief des Rousseau: Lettre de M. Jean Rousseau à M. de Voltaire le 18 aout 1756. Es ist die kritische Antwort Rousseaus auf die Zusendung von Voltaires Poème sur le Désastre de Lisbonne (1755) (197,31) und des Gedichts über die Loi naturelle. Der Brief wurde, nachdem er öfter in Kopien verbreitet worden war, 1759 zuerst gedruckt; sieben weitere Drucke sind im 18. Jh. nachweisbar; siehe Correspondance complète de Jean Jacques Rousseau. Edition critique établie et annotée par R. A. Leigh. Institut et Musée Voltaire, Les Délices, Genève 1967, S. 37-50. [Br. 424]; auch 452,1.

24                die Lisbonner: von Lieberkühn, 403,28;

24f.             2 Gedichte auf Gottsched: nicht ermittelt.

26                Insel der Pucklichten: von Lieberkühn, 403,28.

35                gegeckt: zum besten gehalten, verhöhnt.

427,1           Die Stelle des Cicero: nicht ermittelt. Toland nennt in seinen Conjectura verosimilis de prima Typographiae inventione die Stelle: 20. cap. des 2. Buchs von de natura deorum.

4f.               franzosische Anmerkung: nicht ermittelt.

7                 Buchdruckerkunst: das Witzspiel geht auf den Namen des römischen Autors und die Schriftart CICERO, mit 12 typographischen Punkten. Sie erhielt angeblich diesen Namen, weil Peter Schöffer im Jahre 1466 die Briefe Ciceros in dieser Drucktype gesetzt habe; nach anderer Überlieferung waren es die Drucker Sweynheim und Pannartz.

8                 petite lettre: Palissot de Montenoy, 411,32; 421,1f.; Streit: wegen der Ähnlichkeit der Episteln.

10                Wie liesest Du?: Lk 10,26; Apg 8,30.

13                Controversienschreiber: was Hamann in den vorhergehenden Briefen ausgiebig gewesen war.

14                Titel <…> Briefes: 411,31.

17                wie die Gesandten: 1 Kö 20,31ff.

27                die Hungrigen: Lk 1,53, Worte des Magnificat Marias.

31                Paulus: 1 Ko 14,32.

35                ein Knecht des Herrn: Johann Reichard Pittius, seit 1742 Prediger an der deutschen lutherischen Marienkirche im Savoy-Palast.

36                Iß dein Brot: Pr 9,7.

428,4           Ich muß in dem sein: Lk 2,49.

7                 Beruf: Mt 20,16 u. ö.

9                 Bißen: die biblische Vokabel als Metapher.

10                Scaevola: der legendäre römische Held Gaius Mucius, der im Krieg gegen den Etruskerkönig Porsena (507 v. Chr.) diesen in seinem Lager zu erdolchen suchte, ihn verfehlte, dafür seinen Schreiber tötete und beim Verhör als Beweis für seine unbedingte Vaterlandsliebe seine rechte Hand in der Flamme des Altars verbrennen ließ; Liv. 2,12,9; Cic. Sest. 48 u. a.

11                und hätte der Liebe nicht: 1 Ko 13,3.

14                ein Gibeoniter: Jos 9,3ff.; 2 Sam 21,4ff.

16                Disteln und Dornen: 1 Mo 3,18; Pr 24,31.

21                Herz ohne Leidenschaften: Aesthetica in nuce, N II,208f.

28                Das Saltz: Mt 5,13.

30                christlicher Sokrates: wie etwa Erasmus von Rotterdam ihn sah.

35                Idiot: etwa: Privatmann, Laie.

36                Gespräch mit Alcibiades: unter Platos beiden gleichnamigen (wohl unechten) Dialogen handelt es sich in der Übersetzung eines Anonymus Platos lehrreiche Gespräche von der menschlichen Natur, Glogau und Leipzig 1755, wohl um den Dialog Alcibiades der Zweite, 353,9ff.

37                Prahlhans: gemeint ist wohl Voltaire, wegen der Anspielung auf die esprits forts, als die Kritiker der biblischen Botschaft und ihrer Überlieferung.

429,3           Für ein: Vor einem solch Gerücht<...>: Anspielung auf Mt 5,11f.

5                 Präbenden: Pfründen, Stiftsstellen.

6                 Nabaliten und Abimelechs: 1 Sam,25; 1 Mo 21,22-34; 26,7-11; Ri 9.

7                 Weymans non optimus: nämlich mundus; Kantens Optimismus: 425,25.

10f.             zweyschneidig Schwert: Heb 4,12, (Off 1,16; 19,15).

12                zur Rechten und zur Linken: 2 Ko 6,7.

13                mit dem Magister Kant: was H. Br. 170 zu tun versucht, der einige der hier vorgebrachten Gedanken wiederholen und präzisieren wird.

15ff.            Cento aus 1 Ko 3,2 (Kinder); Mt 23,24 (Kamele zu verschlucken<...>, [451,17]); Mt 19,24 (Kamel <...> Nadelöhr); Jh 9,40; 1 Jh 2,11 (blinde Menschen); 1 Ko 12,10 (Wunder zu schaffen); Sir 19,4 (Leichtsinn); Apg 3,17; 17,30 (Unwissenheit); Mi 6,8 (Dir gesagt Mensch!); 1 Jh passim [verstehen ...; glauben; <...> Liebe üben]; Rö 8,33 (die Auserwählten); Mi 6,8 (demüthig seyn vor deinem Gott); 2 Mo 2,5ff. (dessen Tochter mich erzogen); 2 Mo 8-10; 12 (Blut, Hagel, Feuer <...>); 1 Sam 25,10 (Knechte ihren Herrn entlaufen).

430,1           Mensch ein Federloser Hahn: Anspielung auf eine antike Plato-Anekdote, die Diogenes Laertius (6,40 (ed. Long: 2, 264,10-114)) überliefert, siehe Riginos 1976). In den pseudoplatonischen definitiones [415 A] sei der Mensch als zweibeiniges, federloses Lebewesen bestimmt worden. Der Zyniker Diogenes habe einen Hahn gerupft und ihn in der platonischen Philosophen-Schule vorgezeigt mit den Worten, dies sei der Mensch des Plato, worauf dieser seiner Definition das Wort πλατυνηυχος [breithufig] hinzugefügt habe.

3ff.              Cento aus Phl 1,18(Tι γαρ· πλην παντι τροπῳ, ειτε προφασει ειτε αληϑεια); Apg 1,24; 15,8; Mt 6,4; 10,25; Rm 2,16 (Christus gepredigt wird <...> Herzenskündiger <...> ans Licht bringen); Mal 3,5 (schnellen Zeugen); 1 Ti 4,7f. (Gottseeligkeit); Mt 13,10ff. (so viel Parabeln); Jh 10,31ff. (Gotteslästerer) [mitgemeint wohl auch das Geschick des Stephanus, Apg 7]; Hi 22,2 (Gott nützen); Sir 18,9ff.; Rö 2,4; 15,5; Pt 3,20; 3,9 (Gedult des Herren); Jh 20,14; Rö 2,4 (treuen Gärtners <...> Reichtum seiner Güte); Mt 12,42 (Scherben einer Witwe); Ps 50,5; ((Hos 6,6); Mt 9,13; 12,7) (Bund <...> Opfer).

23                Wellen meines Stoltzes <...> Spreu vom Wirbelwinde: Hi 38,11; 21,18; Jes 40,24.

36                Nachrichten: wahrscheinlich über den Bruder.

431,11         Saltzsäule: Wsh 10,7.

12                neuen Menschen: Eph 2,15; 4,24; (2 Ko 5,17); der Geist Gottes: 2 Ko 3,17.

13                die Wahrheit: Jh 8,32.

14                Harnisch: Eph 6,15; (1 Th 5,8); Mäcänas: Sen. epist. 114,4-6 (solutis tunicis discinctus).

16                Schwager: Steinkopf, 425,3.

20                Engel des Lichts: 2 Ko 11,14.'

26                romanische Dialogen: romanhafte Dialoge, s. u.; Abweichungen Ihrer Theorie: die Lindner wohl zunächst in seiner Anweisung zur guten Schreibart überhaupt <...> formuliert hatte; im Vierten Hauptstück: Von der Schreibart selbst und ihren Arten, wo unter § 166 Die Romanen abgehandelt werden, unter § 167 Die dialogische Schreibart; für diese gibt er Beispiele aus Lukian und Fontenelle.

33                Freund in petto: im Sinn, in Gedanken.

Brief 164

432,3           Zuckerstrauß: Zuckerkuchen, Streuselkuchen.

6                 dem jungen Paar: nicht ermittelt. Die in Zeile 33 berichtete Hochzeit Steinkopfs mit der Lindner-Schwester kann kaum gemeint sein.

8                 gelegten: möglicherweise gehegten zu lesen.

9                 Sperlinge vom Dach: Mt 10,29ff.

16                Fürstenstand: wohl Fürstand, Fürständer: die Vorsteher.

19                Beobachtung Pauli: 1 Ko 11,30.

20                Christus: Jh 11,11.

23                Tilse: nach dem Fluß T. benannt: Tilsit, nicht ermittelt.

24                abreisenden Freunde B.[erens].

433,8           Gesners Encyclopedie: Konrad G., Bibliotheca Vniversalis <…>.

16                an jungen HE Be.: wohl Georg Berens.

24                amen; das heist [ist], es werde wahr pp.: 1. Vers der 9. (Schluß-) Strophe von Luthers Lied: Vater unser im himelreich.

28                Bernds Leben: Adam Bernd.

434,15         Der junge Arndt: Christian Gottlieb A.

23                Stockhausens Briefsammlung: Johann Christoph St.

Brief 165

434,26         Lies 165.

30                Trutenau: für den Papiermüller Johann Gottfried Putz, 458,15.

33                aufgewärmter Kohl: crambem bis coctam.

435,11         mit <...> Grosmuth gedient: beim Abtrag von Hamanns Londoner Schulden.

17                entziehe: das Gegenteil ist gemeint.

25f.             Wohl als Neckerei gemeint.

37                Jgfr Brandtin: 434,24.

436,1           parentiren: Trauerrede halten; Herr lehre: Ps 90,12.

4                 nicht antworten: 431,3ff. und 437,9ff.

11                Freund: J. Chr. Berens.

20ff.            Du must dir Freunde machen <…> Deiner Seeligkeit hinderlich sind: Des Heiligen Kirchenlehrers Johannes Chrysostomos <…> Predigten und Kleine Schriften. Bd.1: Predigt auf den Neujahrstag, S.476.

32                Wenn Dich <…> ärgert: Mt 5,29.

37                Königl.[ichen] Priesterthum: 1 Pt 2,9. Bei Chrysostomos: Sechs Bücher vom Priesterthume, Bd.1,S.1-216.

437,4           Ich habe eine schwache kleine Seele: Bd.1, S.204.

9                 Gemeint ist sein Briefwechsel mit Lindner.

18                5 Predigten: von der Unbegreiflichkeit Gottes, Bd.1, S.237-380.

23                der Athenienser ihr Altar: Apg 17,23.

29                Der teleologische Gottesbeweis.

33                griechische Grammatic: von Johann Ehrenfried Wagner, 441,9; 442,3.

438,7           Einfall Deiner Muse: von einem Gedichtplan ist später nicht mehr die Rede.

18                Praecentor Radtke: Vorsänger (Vorspieler) Georg Christoph Radicke.

21                in 5 Tagen geschrieben: so Opitz im Vorwort, wo er den Topos der musenbegünstigten Verfertigungseile und Leichtigkeit abwandelt. Im Folgenden referiert Hamann Opitzens Thesen: 26ff.: Kapitel 1; 29f.: Kap.2; 31-36: Kapitel 3.

439,1ff.       Kapitel 4.

3-12             Kapitel 5.

12                Lies ergänzend der andern Glieder [nicht entberen kan].

15                Ach! ach!: Ende des Kapitels 6.

20                Stelle des Theocrits: die fünf letzten Verse von Theokrits Aites,12,34ff.

24ff.            Die sichere Gefahr <…>: Ronsard, Sonett XXXVIII.

Brief 166

Der Entschluß zur Pause in der Korrespondenz wird hiermit und ziemlich schnell widerrufen. Wahrscheinlich hatte Lindner ihn auch nicht ganz ernst genommen.

439,30         Kade: Melchior K.

31                Sie: sie, die Geldgeber.

32                Imperial: das seit 1755 in Rußland geprägte 10-Rubel-Stück, bis 1797 mit Brustbild und Reichswappen (v. Schrötter, 281); 441,12.

440,9           auf dem Lande: in Steinbeck, 441,14.

13                Joseph Andrews: von Fielding, Henry.

15                nach s[eine]n HE.: Gerhard Ludwig Woltersdorf.

16                Joecks Beyträgen: wohl gemeint Josais Lorck, Beyträge zu der neuesten Kirchengeschichte in den kgl. Dänischen Reichen und Ländern.

17                Pastor R.[uprecht].

Brief 167

441,2           βη δε κατ' ουλυμποιο καρηνων αιξασα: Homer Od. 1,102: stürmisch brach sie [Athene] dann auf, herab von den Hügeln des Olymp.(Übers. A. Weiher).

9                 griechische Grammatick: von J. E. Wagner, 437,33.

21                Gratial: Dankgeschenk.

34                lateinischen Grammaticken: ebenfalls von Wagner.

35f.             Destouches <...> Andrews: 440,13.

442,11         Vechneri: Daniel V.; lies Hellenolexias, 1733.

14f.             Brief vom Dollmetschen: darin verteidigt Luther wesentlich seine Übersetzung von Rö 3,28 und erläutert seine Übersetzungsprinzipien. Das im Titel genannte zweite Thema: die Anrufung der Fürbitte der Heiligen tritt dagegen zurück. Sie habe in der Bibel-meint Luther- keine Stelle und ziehe die Gläubigen vom Kern des Glaubens ab (vgl. WA 30²,635).

17                ein alter Gottesgelehrter: Wenczeslaus Linck in seinem Vorwort zum Sendbrief: Bitt der halben einen ieden liebhaber der warheit, wölle jhm sollich werck jm besten lassen entpfolhen sein, und Gott treulich bitten umb rechten vorstandt der Göttlichen schrifft zu besserung unnd meherung gmeiner Christenheit. Amen. Hamann bezieht fälschlich das Epitheton Göttlich auf Luthers Schrift, während Linck doch wohl die Hl. Schrift meint.

21                einige Kapitel über die Leidenschaften: vor allem 3. Discurs die Kap. VI-IX, XXV,XXVI.

31                Papageyen: Plin. nat. 10,58: imperatores salutat et quae accipit verba pronunciat; Pers. proem. 8: quis expedivit psittaco suum chaere [χαιρε- sei gegrüßt]; Macr. Sat. 2,5.

34                Longimanus: Langhand [Beiname des persischen Königs Artaxerxes].

443,15         Weimanns Disput.[atio]: Daniel W., 425,20f.

18                Sic volo sic iubeo; das konnte Doctor Luther sagen: im Sendbrief vom Dolmetschen hieß es, indem Juvenal 6,223: hoc volo <...> leicht variiert wird: <...> sit pro ratione voluntas (WA 30²,635), 442,14ff.

20                recht lustig theologisch: vielleicht wegen der reichlichen Eseleien, mit denen Luther seine Widersacher polemisch bedenkt.

26                Aus den defekten Briefstellen lassen sich mit Gewißheit nur ergänzen Zeile 35: Prof. Kyp[ke] <...> [gr]iechisch; Zeile 36: [Rosen]kranz;

444,1           Tele[mach]; Zeile 8: [Ar]beiten mir [ü]bersetzen.

11                General Baß: der Generalbaß als anzügliche Metapher der fundamentalen Freundschaft mit Bassa.

Brief 168

Kant, zu dem sich, nach den Gesprächen zu dritt (Berens, Kant und Hamann) ein näheres Verhältnis ergeben hatte (440,20ff.), versuchte den Privatstudien Hamanns mehrfach Ziele zu geben; so hatte er etwa Übersetzungen aus der Encyclopédie angeregt und mündlich vorgeschlagen, im Blick auf Hamanns pädagogische Erfahrungen und Interessen als Hofmeister, in Zusammenarbeit mit ihm ein physikalisches Lehrbuch für Kinder zu schreiben. Es kam zu vorbereitenden pädagogischen Gesprächen, 444,28. H. scheint aber eine gemeinsame Arbeitsbasis skeptisch betrachtet zu haben; und so wählt er ein ironisch zu denkendes Motto für diesen seinen ersten, das Problem objektivierenden Brief. Nach dem Scheitern einer gemeinsamen Autorschaft hat H. die Briefe 168 und 169 als Zugabe zweener Liebesbriefe an einen Lehrer der Weltweisheit, der eine Physick für Kinder schreiben wollte im Anschluß an seine Fünf Hirtenbriefe das Schuldrama betreffend im Jahre 1763 veröffentlicht, N II,371-374. Das Interesse Kants, des Autors der Allgemeinen Naturgeschichte und der Theorie des Himmels, 1755, der weitere, zahlreiche naturwissenschaftliche Studien veröffentlicht hatte, der überdies seit 1757 Kollegs über physikalische Geographie hielt, stand im Zusammenhang der aufgeklärten Pädagogik mit ihrer Bevorzugung der Realien. Hamanns antwortende Strategie gehorcht dagegen seiner kritischen Logik: von der Erörterung des pädagogischen Grundproblems (die Herunterlassung zu Kindern) geht sie über zur biblischen Interpretation der Naturgeschichte als Schöpfung und zu deren typologischem Verständnis als Rechenschaft Gottes von seiner Liebe als Kondeszendenz. Das entscheidende Motiv von Hamanns Kritik aber ist die aus seinem Schöpfungsglauben stammende Einsicht, daß der Logos der modernen Naturwissenschaft überhaupt ein Logos atheos sei, der den Menschen an Gottes Stelle setzen will. Kant hat (448) diese Briefe 168/169 nicht -oder möglicherweise nur formal-lakonisch beantwortet. Er hielt offenbar seinen Verdacht der Schwärmerei Hamanns für erneut bestätigt. Vielleicht aber wurde H. der Dialektik der Aufklärung früher gewahr als jener -in seinem von H. stets skeptisch betrachteten Optimismus (429,7ff. und vor allem den Brief an Christian Jacob Kraus vom 18. Dezember 1784). Im übrigen hat Kant, nachdem sein Mitarbeiter in spe schon die Gemeinsamkeit der Diskursvoraussetzungen bestritten hatte, den Plan einer Physik für Kinder nicht selbst ausgeführt. Auch seine akademischen Vorlesungen über Physische Geographie hat erst sein Schüler Friedrich Theodor Rink auf Verlangen des Verfassers aus seiner Handschrift herausgegeben, 1/2. Band, 1802/3. Und ebendieser brachte 1803 auch die Vorlesungen Kants über Pädagogik zum Druck. Zu dem Plan einer gemeinsamen Kinderphysik vgl. R. Wild.

444,24         mit mir geredt: beim wohl auch schriftlichen Vorschlag zu einer Kinderphysik, 445,2f.

29                Wenn nichts so ungereimt ist: Cic. div. 2,58, 119: nihil tam absurde dici potest quod non dicatur ab aliquo philosophorum.

30                Philisophen: lies wohl doch Philosophen, obwohl Hamann gerade mit diesem Nomen seine etymologischen Spiele zu treiben liebt, 451,10 und N VI,311f.

445,7           Meister in Israel: Jh 3,10.

11                verzügliche: lies vorzügliche.

18                Moralität üben: nachsichtig sein.

19                übersehen: überschauen, verstehen.

20                Maschinen: hier wohl logische Denkbewegungen.

28ff.            Anspielung auf die Mythen von Medusa und dem Pygmalion, Sokratische Denkwürdigkeiten, N II,62,13ff.

31                ein Lob aus dem Munde der Kinder und Säuglinge: Ps 8,3 (zitiert bei Mt 21,16).

Brief 169

Im Druck der Zugabe hat Hamann diesen Brief als selbständige Fortsetzung abgehoben, N II,373,1; so schon 448,27.

446,9           wie Jupiter: 394,11ff.

25                kein T--: Teufel? Tölpel?

31f.             verworfene Eckstein: Ps 118,22; Mt 21,42 u. ö.

34                künstlich: nach allen Regeln der Kunst.

447,2           ihrer Wärterin: seiner -oder Hamann spielt mit dem Plural.

7                 Rechenschaft: 1 Mo (Genesis).

13f.             zwey Worte: fiat lux.

18                jener gekrönter Sterngucker: Alfonso el Sabio (Alphonsus X.), 344,26ff, und Leibniz, Von dem Verhängnisse (Deutsche Schriften I, 51f.): Wenn man den Lauf der Sterne auf unserer Erdkugel betrachtet, darin wir stehen, so kommet ein wunderliches verwirrtes Wesen heraus; so die Stern-Kundige kaum in etlich tausend Jahren zu einigen gewissen Regeln haben bringen können, und diese Regeln sind so schwer und unangenehm, daß ein König von Castilien, Alphonsus genannt, so Tafeln vom Himmelslauf ausrechnen lassen, aus Mangel an rechter Erkenntnis gesagt haben solle, wenn er Gottes Ratgeber gewesen, da er die Welt erschaffen, hätte es besser herauskommen sollen.

20                meistert: korrigiert.

34ff.            Neglectum genus <…>: Horaz, carm.1,2,35-37.

Brief 170

Kant hat in der Sache der gemeinsamen Kinderphysik auf Hamanns Briefe nicht explizit geantwortet, eher eine lakonisch-negative Bemerkung gemacht (448,28f. und 451,13ff.). Hamann aber insistiert, 448,18: er verlangt seine Zurückweisung mit Nachdruck, Stoltz, 449,8 und 11. Kant ärgerte sich, 450,4 so der Vorwurf des unerträglichen Stolzes; 451,16f.: Kant kommt nicht weiter im platonischen Alcibiades. Ob Hamanns Zusicherung, er habe Lust an dem Werke zu arbeiten, davon die Rede unter uns ist, ein taktisches Zugeständnis ist, welches er mit der fundamentalen Unmöglichkeit einer Einigkeit im Briefverlauf aufheben will? Jedenfalls geht er nun, nachdem Kant nicht in das Grundsatzgespräch hatte eintreten wollen, zum Angriff auf Kants philosophische Position überhaupt über.

448,6f.        Scheffel Saltz: das bekannte Sprichwort, Wander, Band III; (siehe Goethe: Hermann und Dorothea, 6. Gesang, Verse 162-165); Ich schmäuchele mir: im 18. Jh. nicht ungebräuchliche Rundung des Diphtongs ei zu äu. Vielleicht spielt Hamann auch das etymologische Spiel des verbum activum schmauchen, schmäuchen: räuchern.

15                Schwächen und Blößen: Off 3,17f., wie Hamann denn auch hier die moralischen und geschlechtlichen Begriffe semantisch mischt.

449,7           Soll ich nicht brennen: 2 Ko 11,29.

8                 Stoltz gegen Eitelkeit: ein Motiv, das den ganzen Brief durchzieht; vermutlich war dies, daß er stolz sei, bereits ein Vorwurf der Zween, Kants und Berens', während der Gespräche im August. Es ist aber für Hamann jener in eigenwilliger Umdeutung einbekannte Stoltz, als Freudigkeit im Wahrnehmen der Schöpfungsgeschichte und im Dienste des Schöpfers gemeint, gegen die Eitelkeit einer anmaßlichen autonomen Metaphysik.

28                Er schämt sich: Lk 16,3.

29                betender Battologist: Substantivierung des griechischen Verbs für plappern, nach Mt 6,7; polypragmatischer Faulenzer: oxymorische Wendung für vielbeschäftige Faulenzer, möglicherweise eine Anspielung auf Johann Elias Schlegels Lustspiel Der geschäfftige Müßiggänger, geschrieben 1741, gedruckt 1743, im 4. Teil der Deutschen Schaubühne J. Ch. Gottscheds.

32                ins Stecken [mundartlich für Stocken] geraten: die Encyclopédie blieb keineswegs Fragment. Sie erschien in 28 Bänden, 1752 bis 1772, Supplement und Register in 7 Bänden bis 1780.

450,10         als Blinde: Mt 15,14.

12                Die Natur ist ein Buch: der alte Topos wird für Hamann, über die Aesthetica in nuce hinaus, die im Folgenden anklingt, zum Fundamentalbegriff.

18                Aequation: Vergleichsbegriff.

21                Lies vielleicht schreiben n i c h t für eine Nation.

22                für ein Volk: gemeint sind vor allem die Kinder, weil diese (Aesthetica in nuce, N II,197,15f.) noch der Muttersprache des menschlichen Geschlechts näher sind.

23f.             Mediocribus esse <…>: Horaz, ars 372f.

31ff.            Mit W.[eymann] mögen Sie umgehen, 425,20ff.

36                zu schlecht: schlicht.

451,8ff.       höltzerne Pferd <...> geflügeltes: Wortspiel mit der Homonymie von Märe: Erzählung und Mähre: Pferd; und das der List des Odysseus entstammende hölzerne Pferd (wie die angeblich hölzerne mosaische Märe) können zum Dichterroß Pegasus werden.

16                mit dem platonischen Gespräch: 353,9 und 428,36.

17                Mücken <...> Kameele: Mt 23,24, 429,15f; in deutlich polemischer Variation ersetzt Hamann Luthers korrekte Übersetzung (des griechischen διυλιζοντες und das excolantes der Vulgata) mit seigen ( seihen) durch das konnotationsreiche saugen.

20                Unwissenheit: Apg 17,30.

22                Ist es Dir nicht gesagt: Mi 6,8.

25                Parrhesie: Mk 8,32, Bekenntnis der Freudigkeit; Homeromastix: Geißel, Züchtiger des Homer, Ekelname des Zoilos von Amphipolis, eines kynischen Philosophen und Rhetors aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert, der Homer dem aufgeklärten Spott preisgeben wollte.

29                Mittagsschatten: Sir 34,19.

32                Silen: der Begleiter des Bacchus, auf dem Esel, -zugleich eine Sokrates-Anspielung, nach Plat. symp.; Wein des Weins wegen: Paraphrase des auf Alkaios zurückzuführenden Wortes, im Wein liege Wahrheit, überliefert in der lateinischen Version: in vino veritas.

36                Diogen gefiel einem Mann: eher als an die Anekdote von Diogenes von Sinope und Alexander dem Großen-, den jener, gefragt, ob er etwas brauche, bat, er möge aus dem Schatten treten (Cic. Tusc. 5,92 (Nunc quidem paulum <...> a sole) -ist zu denken an die Überlieferung bei Diog. Laert. 6,29ff., daß Diogenes im Alter bei einem reichen Korinther Xenias als Sklave und als Hauslehrer, von strengen pädagogischen Grundsätzen geleitet, diente und sich die respektlosesten Äußerungen erlauben durfte und erlaubte.

452,1ff.       Thema des Folgenden ist die biblische gegen die spekulative Interpretation des Ganzen der Schöpfung.

1                 wie Rousseau: in Emile und seinem Brief an Voltaire vom 18. August 1756; 426,21f.

2                 lies momentane.

3ff.              Giebt es ein[en] Zufall: eine Reflexion, die Goethe so einleuchtete, daß er sie in seiner Zeitschrift Über Kunst und Alterthum. Dritten Bandes erstes Heft, 1821, zitierte, und zwar in seinem Beitrag: Fromme Betrachtung über Leitung und Vorsehung mit einem Schlußworte von Hamann (WA I,41,1,265).

7f.               Er gefällt sich selbst: 1 Mo 1,10; 12; 18; 21; 25: 31.

10                wie Phocion beschämt: Plut. Phok. 10,4; vitae 49,8,3: Als dieser für eine von ihm geäußerte Ansicht den Beifall der Menge erntete, fragte er seine Freunde, ob er etwas Schlechtes gesagt habe.

11f.             Kreys seiner wenigen Freunde: Erzengel und Engel; mit bedeckten Füßen: Hes 1,11 und 23.

12                Es werde Licht: 447,13.

15f.             Anspielung auf 2 Ko 4,17f.

22                lies: mag [es] aussehen.

26ff.            Ex noto fictum <…>: Horaz, ars 240-242.

29f.             Heidelbergschen Catechismum: das Ergebnis der Bemühungen des Kurfürsten Friedrich III., die kirchlichen Verhältnisse der Kurpfalz zu konsolidieren und die Streitigkeiten zwischen den strengen Lutheranern und philippistisch bzw. schweizerisch Gesinnten zu beenden. Die 4. Auflage wurde 1563 in die Kirchenordnung aufgenommen. Vorarbeiten leistete der Theologe Ursinus, die Redaktion ist C. Olevian zu verdanken. Der calvinistische Gehalt des Katechismus war Anlaß, daß er von den Lutheranern befehdet wurde. Er galt außer in der Kurpfalz vor allem in rechtsrheinischen Gebieten, am Niederrhein, in den Niederlanden, der Schweiz und den reformierten Ländern des östlichen Deutschland, Böhmen-Mähren, Ungarn und Polen.

31ff.            425,25ff. und 429,13.

32f.             die Welt gut: 425,25ff.; das gantze: 425,30.

36                Ein aufrichtiger Sophist: Simonides von Keos, Cic. nat. 1,22,60.

453,8f.        Ich glaube <…>: Ps 116,10.

14                schwach seyn: 1 Ko 9,22; 2 Ko 12,10.

Brief 171

Ob der Briefentwurf zum Brief gedieh, ob Kant das Gespräch nun doch aufgenommen hatte, ob es mündlich geführt wurde, ob das Clima-Thema noch in den Zusammenhang der Kinderphysik gehört: dazu gibt es keine Hinweise.

453,18         Clima: Anspielung auf eine der Hauptthesen Montesquieus, in: Esprit des Loix.

21                Esprit des Nations: von Espiard de la Borde, 25,35.

22ff.            Lebensbeschreiber des Hallers: J. G. Zimmermann, der Schweitzer, hatte Das Leben des Herrn von Haller, 1755 in Zürich veröffentlicht. Er war 1747 nach Göttingen gekommen, um bei Haller zu studieren, hatte er 1751 eben dort seine kleine Schrift, die Dissertatio physiologica de irritabilitate drucken lassen; seines Helden Hypothese: unter den physiologischen Entdeckungen Hallers erregte die von der Irritabilität der Lebewesen einen heftigen Streit unter Gelehrten, der die Mechanisten auf den Plan rief und in den perfiden Attacken de la Mettries gipfelte.

Brief 172

454,16         Idioticon Prussicum: von J. G. Bock.

20                engl.[isches] Buch: Walter Marshall, 243,34 und 455,30; Neuauflage 1757. Die griechischen Wörter, über die Hamann vom Königsberger Professor der orientalischen Sprachen Aufschlüsse erbittet, nachdem er eine lateinische Übersetzung zu Rate gezogen hatte, stammen sämtlich aus den Büchern 2, 3 und 4 (β,γ,δ) der Odyssee. Genaue Band-und Versbezeichnung hätte sich Kypke gewünscht (455, 34ff.). Seine Auskünfte hat er in Hamanns Text eingefügt, hier in kleinerer Drucktype wiedergegeben. Vokabeln aus dem 2. Buch: Briefzeile Odyssee-Vers

454,24         185.

454,25         351.

454,27         409.

454,32         3. Buch 41.

454,35         3. Buch 83/ 184.

455,1           3. Buch 382.

455,3           3. Buch 429.

455,5           3. Buch 433.

455,8           4. Buch 59.

455,10         4. Buch 121.

455,12         4. Buch 248.

455,13         4. Buch 221.

455,15         4. Buch 299.

455,18         4. Buch 489.

aus dem 3. Buch: 32 41; 35 83/184;455,1 382; 3 429; 5 433

aus dem 4. Buch: 8 59; 10 121; 12 248; 13 221; 15 299; 18 489;

Die Schreibung einiger Vokabeln in diesem Text ist zu korrigieren. Lies also:

454,27         ιερα εις.

29                ιερη.

32                propiro: propino.

455,1           ηνιν.

10                ϑυωδεος.

15                εσασϑαι.

28                herbe: herba.

29                Πενϑος.

Brief 173

456,2           Geburtstage: 286,20.

4                 letzter Brief: nicht überliefert.

6                 Ausgang und Eingang: Ps 121,8; siehe Str. 3 des Lieds von Hartmann Schenk Nun Gott Lob! es ist vollbracht; Er gebe Dir: Ps 37,4f.

8                 Meister: Jes 33,22.

12f.             Beichtvater: Diakon J. Ch. Buchhol(t)z; Er vereinige uns: Eph 1,10; Reichthum seiner Gnade: Eph 1,7f.

18                Froschmäusekrieg: Batrachomyomachia, ein Klein-Epos als Parodie auf die Ilias (und die Odyssee), in dem der Mord eines Frosches durch eine Maus durch eine Art trojanischen Krieges gerächt wird. Es steht in der Tradition der Homerviten, wurde Homer zugeschrieben, eigentlicher Autor ist unbekannt, vielleicht der Karer Pigres von Halikarnaß (so überliefert Plutarch). Ähnliches gilt für eine Sammlung von 33 Hymnen im homerischen Stil, die der rhapsodischen Tradition angehören.

19                in den <...> Gedichten: von F. J. W. Schröder.

22                Elsners Anmerkungen: Jakob E.

31ff.            im Syrach: Sir 33,17f.

36                Goclenii Problemata: Rudolf Goclenius, der Ältere.

457,3           Crusius: Martin C.

4f.               Hederichs latein.[ischem] Wörterbuch: Lexicon manuale latino-germanicum <...>.

6                 Sanctii: Sanctius, Franciscus.

14                Schevel: Cornelis Schrevel.

18                Hänschen: Johanna Sophia Berens.

19                Grammaire des Dames: von David Stephan Choffin.

22                Tr.[escho].

31ff.            nichts zu bauen: Mt 7,26; 25,13.

458,10         Savana: begegnet einmal als savannahs in John Lockes Of the Conduct of the understanding, im 25. Kapitel, Haste überschrieben.

11                die er übersetzt [,] gefunden.

13                der Connexion nach: gemäß dem Kontext.

23                eine Tragedie: wohl Gafforio, ein Trauerspiel.

25                Schuchsche Gesellschaft: die Theatertruppe des Franz Sch.